Hallo ihr Lieben,
da bin ich wieder. ^^ Heute ziemlich platt, aber auch in absoluter Weihnachtsstimmung. Wir waren heute zum Weihnachtssingen im Stadion. Eine tolle Aktion! 3
Und nun direkt zum nächsten Kapitel!
Viel Spaß beim Lesen!
No way!
Stiles stand in der Küche und bereitete einen Brokkoliauflauf zu. Er war dabei die abgeschnittenen Röschen zu waschen und wollte dann Kartoffeln schälen. Ihm tat die Ruhe seines Zuhauses gerade sehr gut. Sein Vater war noch auf dem Revier und Scott hatte er überreden können, dass er sich heute Mal mit Allison treffen sollte.
Seit knapp zwei Woche, seit der Trennung von Derek, wich Scott ihm fast nicht mehr von der Seite und so sehr Stiles seinen Herzensbruder auch liebte, brauchte er auch Zeit für sich. Er war Scott dankbar für seine Unterstützung, denn in den letzten Wochen waren seine Gefühle wirklich Achterbahn gefahren und er war sich nicht sicher, ob er das ohne Hilfe durchgestanden hätte.
Nach der Trennung von Derek ging es ihm sehr mies. Er hatte sich vor der Welt versteckt und wollte sich nur noch in Luft auflösen. Scott hatte ihn mit Vehemenz versucht abzulenken, doch nichts schien Stiles Leid zu lindern. Es war überraschend gewesen, dass er dann durch Peters Hilfe wieder neuen Mut gewonnen hatte und Derek zur Rede stellen wollte. Zwar war das nicht so gelaufen, wie er es wollte, aber seine Chance hatte er bekommen. Als er in Dereks Bett aufgewacht war, war er für einen Moment wieder glücklich gewesen. Kurzzeitig hatte er vergessen was geschehen war und sich einfach in dem Geruch und der Wärme von Dereks Bett gesuhlt. Allerdings war ihm kurz drauf wieder schmerzlich in Erinnerung gerufen worden, was passiert war. Doch diese Mal hatte Stiles seine Chance ergriffen. Tapfer hatte er Derek zur Rede gestellt, nur um danach in ein noch größeres Loch zu fallen.
Derek hatte ihm an diesem Morgen mit absoluter Brutalität klar gemacht, dass er Stiles für einen nervtötenden unattraktiven Spinner hielt und sie nie wieder zusammen kommen würden. Stiles konnte von Glück reden, dass er die nächsten Tage mit einer dicken Grippe im Bett gelegen hatte und die Medikamente seinen Verstand vernebelt hatten. Er hatte in diesen Tagen sehr viel geschlafen und musste sich so dieser brutalen Wahrheit nicht direkt stellen.
Doch es hatte ihm fast das Herz aus der Brust gerissen. In den folgenden Tagen war Scott noch anhänglicher geworden und hatte Stiles gar nicht mehr alleine gelassen. Selbst nachts war er bei ihm gewesen um Stiles davon abzuhalten in seinen trübsinnigen Gedanken zu versinken.
Das Rudeltreffen war an diesem Wochenende eine nette Abwechslung gewesen, auch wenn Stiles Angst hatte, Derek zu begegnen. Er wusste einfach nicht wie er sich verhalten sollte und seine unbändige Trauer hatte sich auch langsam in Wut gewandelt. Wie hatte Derek sich nur so mies verhalten können? Allerdings wollte er auch nicht den Unmut des Werwolfes wecken, denn er wusste nicht, ob sein mühsam zusammengekratztes Selbstvertrauen, eine erneute Abfuhr von Derek ertragen könnte.
Irgendwann hatte es ihn aber geritten, als er Derek dauerhaft schweigend und mit grimmigem Gesichtsausdruck gesehen hatte, wie er Stiles gekonnt ignorierte. Er hatte sich ein wenig auf Peters Annäherungsversuche eingelassen und dabei eine große Genugtuung verspürt. Derek zu zeigen, dass er ihn nicht brauchte und die Aufmerksamkeit von Peter hatten ihn regelrecht beflügelt und das Kuscheln mit dem Rudel hatte sein übriges getan, dass Stiles sich pudelwohl gefühlt hatte.
Doch dann war Derek raus gestürmt und Stiles war plötzlich von Schuldgefühlen überrollt worden. Als Derek anschließend auch noch schwer verletzt im Wald gelegen hatte und sie nicht wussten ob er überleben würde, war Stiles erneut fertig mit seinen Nerven gewesen. Seine Schuldgefühle hatten ihn fast erdrückt, denn er schrieb es sich selbst zu, dass Derek verwundet worden war. Immerhin wäre der Ältere sicherlich nicht in die Nacht hinaus gestürmt, wenn Stiles es nicht mit Peter übertrieben hätte. Er hatte nämlich ganz genau bemerkt, dass es Derek überhaupt nicht gepasst hatte, wie oft Peter in berührt hatte.
Eine unbeschreibliche Erleichterung hatte ihn durchströmt, als Deaton ihnen mitgeteilt hatte, dass Derek durchkommen würde. In diesem Moment hatte Stiles sich geläutert gefühlt und wollte alles tun, damit Derek wieder auf die Beine kam. So hatten er und Scott direkt ein Rudeltreffen einberufen, damit sich alle zusammen um Derek hatten kümmern können und ihm vielleicht das Rudelmojo bei seiner Genesung helfen würde. Stiles war zwar immer noch nicht überzeugt davon, dass dieses Mojo wirklich existierte, aber das gemütliche Beisammen sein, würde Derek auf jeden Fall helfen. Denn auch die Seele brauchte Heilung in so einem Fall und dafür war das Rudel die perfekte Medizin.
Als Stiles dann am nächsten Morgen auf Derek aufgewacht war, hatte er sich unglaublich geborgen und glücklich gefühlt. Er hatte es genossen und wäre am liebsten für immer dort liegen geblieben. Ihm war auch nicht Dereks schneller Herzschlag entgangen, den er aus seiner Position wunderbar wahrnehmen konnte. Er wusste, dass Derek wach war. Kurz war er versucht gewesen ihn zu fragen, `was lässt dein Herz so schnell rasen, Mister großer böser Wolf?´, doch er hatte sich zurück gehalten. Zu schön war dieser kurze Moment des Glücks gewesen und seine Angst, erneute harsche Worte entgegen geschleudert zu bekommen zu groß.
Die bittere Süße dieses Augenblicks war ihm nicht entgangen und hatte sein Herz schwer werden lassen. So hatte er sich vorsichtig zurück gezogen, damit Derek weiterhin den Schlafenden hatte mimen können und sein Moment des Friedens nicht zerstört worden war.
Er hatte den Auflauf gerade in den Ofen geschoben, als es an der Tür klingelte. Verwundert putzte sich Stiles seine Hände an einem Geschirrtuch ab, bevor er zur Tür ging. Wer konnte das sein? Scott sollte doch bei Allison sein und er hätte auch angerufen, wenn er vorbeikommen wollte und sein Dad hatte einen Schlüssel. Neugierig öffnete Stiles die Tür und erstarrte in seiner Bewegung. Vor ihm stand Derek!
Er trug wie immer nur ein Longsleeve und seine Lederjacke, obwohl es bitter kalt war und er wirkte immer noch angeschlagen. Seine Gesichtsfarbe war etwas heller als gewöhnlich und seine Gesichtszüge waren angespannt.
"Hey!" kam es vorsichtig von ihm. Immer noch erstarrt kam von Stiles keine Erwiderung. "Darf ich reinkommen?" fragte Derek daher. Mechanisch trat Stiles zur Seite und beobachtete aus geweiteten Augen, wie Derek an ihm vorbei ins Haus schritt. Es dauerte noch einige Sekunden bis Stiles sich wieder im Griff hatte, die Tür schloss und hinter Derek herging.
Dieser hatte sich ins Wohnzimmer begeben und stand unschlüssig vor der Couch. "Möchtest du dich setzen?" fragte Stiles höflich. Er wusste nicht was er von Dereks Erscheinen halten sollte, aber höflich würde er trotzdem sein, zumindest für den Anfang. "Danke." entgegnete Derek und setzte sich auf den Sessel. "Kann ich dir etwas zu trinken anbieten?" fragte Stiles nach. "Nein, danke." war Dereks Antwort und so setzte sich Stiles neben ihn auf die Couch.
Stille breitete sich über sie aus. Warum auch immer Derek hier war, es viel ihm schwer darüber zu reden. Stiles kannte ihn gut genug, um ihm die Zeit zu geben, die er brauchte um mit seinem Anliegen zu beginnen. Währenddessen wechselten sich in Stiles die unterschiedlichsten Gefühle ab. Erst war es Hoffnung, die ihn ergriff. Vielleicht war Derek ja hier um sich zu entschuldigen. Dann Angst, wollte er Stiles noch einmal klar machen, das es zwischen ihnen aus war? Wollte er doch noch ansprechen, dass Stiles mit ihm letzte Nacht gekuschelt hatte? Schmerz folgte, als Stiles sich an die letzten beiden Abfuhren erinnerte und dann Wut. Wenn Derek zu ihm nach Hause gekommen war, um in hier runterzumachen, konnte er was erleben! Das würde er sich nicht gefallen lassen!
Die fielen unterschiedlichen Gefühle zerrten an Stiles und erschöpften ihn schon, bevor Derek überhaupt zu sprechen anfing. Aber nach einer gefühlten Ewigkeit, fing er dann doch an.
"Wir haben ein Problem." platze er direkt heraus, konnte Stiles aber nicht ansehen. Verwundert blickte Stiles ihn an. Seiner Meinung nach, hatten sie sehr viele Probleme und er wusste beim besten Willen nicht welches Derek gerade ansprach. "Es ist ein Werwolfsding, aber es betrifft auch dich." War das etwas Reue, die Stiles da heraushörte.
Gespannt hörte er erstmal weiter zu. "Wir sind unbewusst einen Gefährtenbund eingegangen." Das sagte Stiles überhaupt nichts und als Derek nicht weiter sprach, fragte er nach. "Und das bedeutet was? Gib mir mal mehr Informationen!" Tief aufseufzend fing Derek an zu berichten.
"Es ist eine tiefe Verbindung zwischen einem Werwolf und seinem Seelengefährten. Wenn er ihn liebt, diese Liebe erwidert wird und sie eine körperliche Beziehung eingehen, dann entsteht der Gefährtenbund. Er macht den Werwolf stärker, er verbindet beide mental, so dass sie sich gegenseitig spüren können. Sie können ihre Kraft teilen und wenn der andere Gefährte ein Mensch ist, wird dieser schneller heilen."
Das hörte sich ja alles nach einer netten Geschichte an, aber woher wollte Derek wissen, dass dies auf sie zutraf? Stiles hatte nicht das Gefühl Derek auf irgendeine Art spüren zu können. Aber eine ganz andere Sache hatte sich viel mehr in seinen Kopf gebrannt. "Du liebst mich?" brachte er es auf den Punkt.
Schuldbewusst sah Derek auf und dieses Mal sah er Stiles an. "Ja." kam es gequält von dem Werwolf. Stiles Gedanken überschlugen sich. "Bitte! Was soll das bedeuten? Du hast mir vor zwei Wochen ganz deutlich klar gemacht, dass du mich nicht liebst, mich sogar ekelerregend findest und jetzt sagst du `ja´? Das ergibt keinen Sinn!" blaffte Stiles ihn an.
Dereks Gesichtsausdruck wurde noch leidender. "Ich dachte, es wäre das Beste für dich." Häh? Jetzt war Stiles wirklich verwirrt. "Wie soll das denn bitteschön gut für mich sein? Du hast mir das Herz rausgerissen, fleißig drauf rumgekaut und dann noch mal einen Stepptanz darauf veranstaltet. Wie soll das gut für mich sein? Erklär es mir, ich bin ganz Ohr!" forderte Stiles ihn sauer auf.
Verzweifelt rieb Derek sich über sein Gesicht. Man sah ihm an, dass er wusste, dass er scheiße gebaut hatte. Er sprach leise und monoton, wohl in der Hoffnung, dass Stiles nicht alles verstehen würde. Doch dieser spitze ganz genau seine Ohren.
"Ich wollte, dass du deine Chancen auf ein glückliches Leben nutzt. Mein Leben und meine Vergangenheit bestehen nur aus Blut und Zorn. Ich bin ein seelisches Wrack und in meiner Nähe bist du ständig in Gefahr. Genauso wie jetzt wieder durch Russel. Ich wollte das alles nicht mehr für dich. Du verstehst dich so gut mit Lydia und mit ihr zusammen könntest du ein friedliches Leben führen. Du könntest Kinder bekommen und dich ganz vom Übernatürlichen zurückziehen. Ich wollte dir diese Chance geben und habe mich deshalb von dir getrennt." Stiles ließ ihn ausreden, viel zu unglaublich war das was er hörte.
Derek hatte mal wieder alles mit sich selbst ausgemacht. Er war der Meinung, dass Stiles es ohne ihn besser gehen würde und hatte sich einfach so von ihm getrennt. Stiles war hin und hergerissen, zwischen Tränen und Wut. Sollte er weinen, weil Derek ihm so sehr weh getan hatte, auf Grund seines verkorksten Selbstbildes oder ihm lieber ins Gesicht schlagen. "Bist du auch nur eine Sekunde auf die Idee gekommen, mich nach meiner Meinung zu fragen? Stell dir mal vor, ich entscheide gerne selbst über mein Leben und falls du es noch nicht kapiert hast, mir ist es scheiß egal was uns wiederfährt, solange ich dich an meiner Seite habe!" Er wählte die Wut.
Derek zuckte zusammen, als hätte Stiles ihn geschlagen, aber Stiles Wut war noch lange nicht verraucht. Er sprang auf und lief auf und ab. "Derek, du bist ein verdammtes Arschloch! Wie konntest du das einfach entscheiden? Ich...Wir..." Stiles war so außer sich, dass ihm glatt die Worte ausgingen und er sich die Haare raufte. Aber dann viel ihm wieder ein, warum Derek hier aufgetaucht war. Schwer atmend versuchte er sich zusammen zu reißen. "Was hat dieser Gefährtenbund jetzt damit zu tun, dass du ein egoistischer Wichser bist?"
Dereks Schultern sackten noch ein Stück hinab. "Ich wusste bis heute nichts von dem Bund und daher haben wir ihn nicht besiegelt." "Na, dass ist doch super." fiel ihm Stiles ins Wort. "Dann können wir das Ganze direkt abbrechen. Mit dir werde ich ganz bestimmt nicht mehr zusammen kommen." Wieder zuckte Derek geschlagen zusammen.
"Das geht nicht." seufzte er. "Was?" blaffte Stiles ihn an. "Wenn der Bund einmal eingegangen ist, muss er besiegelt werden. Ansonsten wird der Werwolf zu einer verrückten blutrünstigen Bestie und du würdest die Fähigkeit verlieren glücklich zu sein. Der Gefährtenbund ist ein sehr starkes emotionales Band, dass beide Parteien nachhaltig verändert." erklärte Derek verletzt.
Verblüfft von dieser Neuigkeit blieb Stiles in seiner Bewegung stehen. Derek würde zum Monster werden und er niemals wieder glücklich? Das war doch jetzt wohl ein Scherz oder? Er sollte wirklich gezwungen sein, nach dem ganzen Bullshit, den Derek verzapft hatte, mit ihm zusammen sein zu müssen? "Du machst Witze, oder?" fragte er ungläubig nach. Aber Dereks Blick verriet ihm, dass es sein absoluter Ernst war.
Ok, vorausgesetzt, Stiles würde das alles glauben und sich wirklich nochmal auf Derek einlassen wollen, wollte er gerne wissen was ihn erwartete. "Und wie besiegelt man diesen Bund?" Doch Derek antwortete ihm nicht. Ein langes Schweigen entstand. Stiles war kurz davor, Derek durchzuschütteln, als er doch noch sprach.
"Ich muss dich beißen, beim Sex wenn du kommst." Die Worte rasten geradezu in Stiles Verstand und er sah Rot. "No way!" schrie er aus.
Ja, unser Derek hat echt scheiße gebaut. Mal schauen, wie er da wieder rauskommt und ob er Stiles davon überzeugen kann, dass die Bindung besiegelt werden muss.
Das wird auf jeden Fall ein ganzes Stückchen Arbeit. ^^ Ich freue mich schon drauf!
Liebe Grüße und bis morgen
Zira
