"Despicable
If I were you I wouldn't even love me neither" - grandson (Despicable)
Die Uhr gongte zwölf Mal.
Ich presste meine Lippen auf die von Tom Riddle.
"Graygrove-", protestierte Riddle, doch ich stoppte, was auch immer er hatte sagen wollen, durch meine Lippen auf seinen.
Meine Hände waren in sein perfektes Haar gewandert und strichen hindurch.
Riddle schien sich endlich gefangen zu haben, denn er küsste mich endlich zurück.
Der Kuss war sanft und unsicher. Es musste mit am Alkohol liegen, dass der sonst so dominante Slytherin mich jetzt plötzlich nicht so überfiel, wie sonst.
Mein Herz schlug Purzelbäume und in meinem Bauch flog ein ganzer Schwarm Schmetterling umher. So vorsichtig war ich noch nie geküsst worden.
Riddle saß noch immer da, steif wie ein Brett und küsste mich langsam und zärtlich. Um ihn lockerer zu machen, wanderte mein Mund an seinen Hals. Ich küsste bis hoch hinter sein Ohr.
Riddle entwich ein leises Stöhnen.
Jetzt taute er vollends auf. Er drückte mich zu Boden, seine Hände um mein Handgelenk, und begann mich energisch zu küssen.
Mir wurde trotz der Kälte hier draußen ganz schön warm. Mein erster Impuls war, meine Hände wieder in seinen Haaren zu vergraben, aber er hielt ja meine Arme fest an den Boden gepresst.
Das Feuerwerk hatte schon längst aufgehört und doch es ging in meinem Körper damit weiter. Mein Herz galoppierte wie wild und setzte beinahe immer wieder aus, wann immer sich unsere Lippen erneut trafen. Wann immer sich unsere Zungen berührten, schmeckte ich Minze und Feuerwhiskey.
Ich wickelte meine Beine wie damals in Hogsmeade, um seine Hüfte, was ihn aufstöhnen ließ. Mittlerweile hatte er meine Hände losgelassen und ich hatte eine Hand wieder in seinem Haar vergraben und mit der anderen umfasste ich seine Wange.
Riddles Hände hatten ebenfalls angefangen zu wandern und er hatte meinen Pullover hochgeschoben. Überall, wo seine Hände hinkamen, kribbelte die Haut. Seine eine Hand berührte meine Brust sanft. Ich erschauerte.
Meine Hände fuhren fahrig unter sein Hemd und ich musste erst einmal anreißen, denn er hatte sein Hemd natürlich brav in die Hose gesteckt.
Seine Haut war trotz der Tatsache, dass er so lange draußen gesessen hatte, kochend heiß. Meine Hände fuhren die Konturen seiner Bauchmuskeln nach. Ich wollte ihm näher sein. So nah, wie sich nur irgendwie zwei Menschen nah sein konnten.
Ich spürte, Toms Hüfte an meiner und seine Erektion und meine Hand bewegte sich nach unten.
Er löste sich abrupt von mir und rang nach Luft. Ich öffnete die Augen wieder. "Tom?", fragte ich besorgt. Er nickte nur beschwichtigend und sah mich einen Moment durchdringend an.
"Graygrove, ich kann nicht", stieß er schließlich hervor. Ich erstarrte, meine eine Hand noch immer um seinen Hals geschlungen. Er konnte nicht, was?
Er löste sanft meine Beine von seiner Hüfte. Ich zupfte an meinem Pullover herum, bis er wieder unten war. "Was ist denn los, Rid-Tom?", fragte ich ihn. Ich war noch immer komplett benebelt und betäubt von seinen Küssen. Riddle zog den Pullover über seinem Hemd aus und warf ihn mir zu. "Dass du nicht erfrierst", meinte er tonlos. Er schüttelte den Kopf und stand leicht schwankend auf und verschwand die dünne Treppe nach unten.
Ich zog seinen Pullover über und schlang die Arme um meinen Körper. Er roch so nach Riddle, dass ich nur daran schnüffeln konnte.
War das eben wirklich passiert?
Unnötig zu erwähnen, aber ich schlief diese Nacht so gut wie gar nicht. Stattdessen wälzte ich mich immer wieder von einer auf die andere Seite, meine Träume geplagt von Tom Riddle, der mich anscheinend selbst in meine Träume verfolgen zu schien. Vielleicht lag es auch an seinem Pullover, in den ich noch immer gekuschelt war.
Ich hoffte nur, dass er genauso schlecht schlief, wie ich.
Das wäre nur fair.
...
Am ersten Januar kamen die Schüler von den Weihnachtsfeiertagen wieder zurück.
Felicity und ich fielen uns in die Arme. "Und Effy, warst du auch schön brav?", wollte sie mit einem Schmunzeln wissen.
Ich konnte nur auf den Boden starren. Denn brav gewesen war ich nach keinerlei Maßstäben.
Ich zog sie vor der großen Halle auf die Seite. "Hör zu, du darfst es aber niemandem erzählen" Sie hob ihre Hand und grinste verschlagen. "Wie Professor Kettleburn sagen würde, wir haben Trockenübungen gemacht. Ich sage dir, der Professor hat uns erwischt, er hat Augen im Hinterkopf oder so!", beschwerte ich mich maulend bei ihr.
Sie hielt einen Moment inne, ehe ihr die Augen fast aus dem Gesicht fielen. "Effy, was genau hast du mit Riddle gemacht?", hakte sie nach.
Ich biss mir auf die Lippe. In Gedanken an gestern wurde mir ganz heiß. "Wir haben uns geküsst und ein wenig gefummelt. Nichts großartiges", spielte ich es herunter. Nur dass es großartig gewesen war. Beim Gedanken an gestern Nacht durchzuckte mich ein Blitz. "Nicht großartig? Du bist die Erste, die Riddle mehr als nur mit einem abschätzigen Blick bedacht hat! Ich glaube nicht, dass Riddle ein Mädchen jemals auch nur annähernd in die Nähe seines Mundes gelassen hat! Wir haben ein Problem, Kleines"
Ich runzelte die Stirn. "Ein Problem?", echote ich verwirrt. "Du weißt doch, wie die Lehrer tratschen. Sobald das an Abraxas Ohren dringt, haben wir- hast du ein Problem", seufzte sie.
"Oder Riddle", fügte ich hinzu.
"Oder Riddle", wiederholte sie mit einem entsetzten Gesichtsausdruck. Wir hatten beide das gleiche Bild im Kopf und zwar das, von den beiden beim duellieren.
"Was bequatscht ihr zwei Tratschtanten denn schon wieder?", ertönte die Stimme von Alphard Black. Ich fuhr herum und fiel ihm um den Hals.
"Alphard, du bist zurück!", rief ich
"Und kleine Effy, was hast du schon wieder angestellt? Erzähle mir nicht, du hast dich erkältet" Er zupfte an meinem Schal herum. Ich schürzte die Lippen. "Ich bin wahnsinnig erkältet, hört man das nicht?", log ich.
Seine eine Hand wuschelte durch mein Haar und er lachte leise in sich hinein. "Klar, Effy und ich bin der Zaubereiminister", sagte er noch immer lachend.
Ich verzog das Gesicht.
"Riddle und ich... Wir...", es bedurfte keiner weiteren Worte. Dss Lachen verschwand von seinem Gesicht. "Du und Riddle? Effy, bist du des Wahnsinns?", zischte er und drehte sich verstohlen nach allen Seiten um. Ich runzelte die Stirn. War er nicht noch derjenige gewesen, der am Ball gesagt hatte, dass nicht mehr viel fehlen würde und wir würden auf der Tanzfläche Sex haben?
"Effy, ich sage dir das jetzt, weil ich dich gern habe. Halte dich fern von Riddle" Alles Lachen war aus seinem Gesicht gewichen
Ich runzelte die Stirn. "Was meinst du damit, Alphard?", wollte ich wissen. Natürlich wusste ich, wovon er sprach.
"Tom-Riddle, er ist nicht, wer er vorgibt zu sein. Es ist besser, wenn du dich nicht mit ihm einlässt", erklärte er immer noch in einem gedämpften Ton.
Ich musste einen Moment überlegen, woher Alphard das wissen konnte, ehe es mir wie Schuppen von den Augen fiel.
Alphard war einer seiner Anhänger!
Meine Augen wurden groß und ich musste schlucken. Der süße, liebevolle Alphard war tatsächlich ein Anhänger von Voldemort. Ich konnte es nicht glauben! Ich vertraute ihm! Mein Herz stach ein wenig. Wer wusste, vielleicht sollte er mich genauso nach meinem Geheimnis ausquetschen, wie Tom es versuchte!
"Keine Sorge, Alphard", sagte ich in einem kühleren Ton, als ich es beabsichtigt hatte.
Abraxas traf schließlich auch ein.
Er grinste mich breit an und ich lächelte zurück.
"Hey, Effy", sagte er lässig und machte ein Spektakel daraus, mich mitten in der großen Halle vor allen, inclusive den Lehrern, zu küssen.
Ich erwiderte den Kuss zögerlich. Abraxas Mund schien irgendwie falsch auf meinem zu sein.
"Abraxas", fluchte ich und löste mich von ihm. Abraxas schüttelte den Kopf und leckte sich über die Lippen.
"Ich will jetzt nichts hören. Kann ich denn nach einer Woche, die ich meine Freundin nicht gesehen habe, sie mal küssen?" Ich wollte gerade entgegnen, dass wir doch gar nicht zusammen waren, aber er brachte mich gekonnt zum Schweigen. Und ich beklagte mich nicht. Abraxas konnte küssen. Aber da fehlte etwas in dem Kuss.
"Mister Malfoy, Miss Graygrove. Das ist weder der geeignete Ort, noch die geeignete Zeit. Bei Merlins Bart, denken Sie an die Erstklässler, die dieses Bild nicht mehr aus ihrem Kopf bekommen werden", boomte die entrüstete Stimme von Professor Kettleburn. Die anderen Lehrer am Tisch schienen eher peinlich berührt. Slughorn schüttelte den Kopf, als er mich ansah. Wir fuhren auseinander. Trotz allem hob und senkte sich meine Brust etwas schneller.
Abraxas Lippen umspielte ein amüsiertes Schmunzeln. "So jetzt weiß die ganze Schule, dass du mir gehörst", sagte er mit Bestimmtheit in der Stimme. Wir waren uns immer noch ganz nah. Er gab mir einen kleinen Kuss auf die Lippen und verschwand in Richtung des Gemeinschaftsraums.
Ich spürte die Blicke von allen Schülern auf mir und starrte zu Boden. Ich wurde nicht rot, aber es war mir unangenehm, so viele Gesichter anzublicken.
Ich lief langsam zum Slytherin Tisch, als das Getuschel losging. Ich zuckte mit den Schultern. Wss interessierte es mich groß, was die anderen Schüler von mir dachten?
Riddle saß am Tisch und hatte die Nase in einem Buch vergraben. Seine Haare saßen wieder perfekt. Er schien gar nichts um sich herum mitzukriegen.
Ich aß eilig mein Porridge und stürzte meinen Kaffee herunter. Ich wollte weg von dem Getuschel und den neugierigen Blicken.
Bevor ich raus gehen konnte, hielt Felicity mich an der Robe fest. "Effy, pass auf. Du hast es vielleicht vorhin nicht gesehen, aber Riddle sah aus, als hätte er gut und gerne Lust, Abraxas umzubringen", warnte sie mich.
Ich nickte kurz. "Danke für den Hinweis, Felicity", seufzte ich und sah erneut zu Riddle. Unsere Blicke trafen sich.
In seinem Blick lag etwas bedrohliches und ich hätte schwören können, dass seine Augen kurz, für einen Augenblick, rot aufblitzten.
Er war der Erste von uns beiden, der wieder wegblickte. Ich rückte meinen Schal zurecht. Noch hatte Abraxas Riddles...Stempel noch nicht gesehen. Ich musste den Schal tragen, denn mein ganzer Hals war übersäht von Knutschflecken. Manche älter, von Hogsmeade, manche frischer, von gestern.
...
Ich saß in der Bibliothek und versuchte Arrithmantik zu lernen. Ich verstand davon nur leider immer Bahnhof. Zahlen waren leider noch nie meine Stärke gewesen.
Mir brummte noch immer der Schädel von gestern Nacht. Die Tür öffnete sich und Riddle kam herein. Er machte es einen Punkt, sich ganz weit von mir hinzusetzen und ich versuchte seine Anwesenheit zu ignorieren, doch er versprühte eine solche Präsenz im Raum, dass ich nicht umher kam, ihn nicht anzustarren. Ich fluchte leise in mich hinein.
Hier war ich in die Bibliothek gekommen, in der Hoffnung, dort meine Ruhe zu haben und der Grund für meine schlaflose Nacht kam geradewegs zur Tür herein.
Er schien von draußen herein zu kommen, denn seine sonst so glatt gebügelten Haare begannen sich zu locken. Es sah noch besser aus, als das ordentliche. Es ließ ihn verwegener aussehen. Lüstete ich gerade wirklich nach Lord Voldemort? Innerlich ohrfeigte ich mich für diese Gedanken.
Klar, ich musste mir sein Vertrauen erschleichen, doch ich durfte mich auf keinen Fall in ihn verlieben. Nicht nur wegen unserem Spiel.
Es war unfair, dass das pure Böse so eine schöne Hülle hatte. Ich leckte mir unbewusst über die Lippen und blickte auf, als ich zwei glühend rote Augen auf mir spürte.
Riddle starrte mich unverblümt an. Ich konnte nur zurück starren. Wir saßen beide recht weit voneinander entfernt, doch so wie er mich ansah, fühlte es sich an, als wären wir einander sehr viel näher.
Er legte den Kopf schief und seine Lippen verzogen sich zu einem Lächeln.
"Was?", formten meine Lippen.
Er funkelte mich jetzt finster an, auf seine typische Tom Riddle Art.
Ich verzog das Gesicht, als ich merkte, wie mein Herz, trotz seines dunklen Blickes, bei unserem Blickkontakt schneller schlug.
Das war der Mann, der die Hauptschuld am Tod meines Bruders trug und ich lüstete nach ihm. Ich konnte nicht anders, als Ekel vor mir selbst zu empfinden.
Als ich wieder aufblickte, hatte er begonnen etwas zu lesen. Ich packte eilig meine Sachen zusammen und beschloss im Mädchenschlafsaal zu lernen.
Doch an diesem Tag brachte ich nichts mehr fertig. Meine Gedanken gingen wieder zurück zu den Küssen, die wir nicht hätten austauschen dürfen.
Mein Blick fiel auf Riddles grauen Pullover, der noch immer neben meinem Kissen lag.
Ich atmete zittrig aus. Meine Augen begannen zu tränen. Ich spürte einen riesengroßen Kloß im Hals, der selbst mit mehrmaligem Schlucken nicht weggehen wollte. Aus der einen Träne wurden zwei, drei, vier. Meine Sicht verschwamm.
Ich konnte ein Schluchzen nicht mehr unterdrücken.
"And I just want revenge
And a little bit more
And a little bit more
Lower your defense
Just a little bit more
Just a little bit more
I am confident
With a little bit more
With a little bit more
I'll hit you with some sense
Just a little bit more
Just a little bit more
I just want revenge" - Unlike Pluto (Revenge, and a little bit more)
AN:
Nächstes! Fertig!
Meine Schreibblockade scheint vorbei zu sein! Und Energie habe ich auch wieder mehr.
Ich hoffe sehr, ihr mögt das Kapitel. Leider finde ich Kussszenen immer sehr schwer zu schreiben. Ich hoffe, die Szene ist so okay :)
Habt noch ein schönes Wochenende!
LG, H.
