Guten Morgen meine Lieben,
bei mir ist es leider heute wieder sehr spät geworden, weshalb ich erst jetzt dazu komme das neue Türchen hochzuladen. Ich hoffe, ihr verzeiht es mir!
Und nun, viel Spaß beim Lesen!
Ziellos
Es war einfach nur unglaublich was Derek ihm da aufgetischt hatte, ging es Stiles immer wieder durch den Kopf. Der Werwolf hatte vor einer halben Stunde das Haus der Stilinskis verlassen, nachdem Stiles mehr als nur einmal klar gemacht hatte, dass er sich niemals von Derek beißen lassen würde. Ihm hallten immer noch seine eigenen Worte in den Ohren wieder.
"Du hast mich verlassen! Du hast mich wie Dreck behandelt und jetzt soll ich dir einfach verzeihen, so tun als wäre nie etwas gewesen und mich dann von dir ficken und beißen lassen?"
Generell war er nicht davon überzeugt, dass auch nur irgendetwas was Derek über diesen Gefährtenbund erzählt hatte, auf sie zutraf. Wo waren da die Beweise? Stiles fühlte sich wie immer. Da gab es keine zweite Präsenz in seinem Kopf oder eine geheimnisvolle Verbindung. Er hatte zwar keine Ahnung, warum Derek sich das ausdachte, aber es war definitiv Quatsch. Selbst wenn es diesen ominösen Gefährtenbund gab, dann aber nicht zwischen ihm und Derek.
Und dann war da noch der Grund, denn Derek ihm für ihre Trennung genannt hatte. Das war noch haarsträubender! Derek hatte ihn wirklich verlassen, damit er ein perfektes Leben mit Lydia führen konnte? Weil er dachte, dass Stiles bei ihm immer in Gefahr wäre und er zu kaputt war um noch als brauchbarer Partner durchzugehen? Wenn das stimmt, dann war Derek reif, den Arsch aufgerissen zu bekommen. Wie konnte er es wagen, einfach über Stiles Zukunft zu entscheiden? Es war verdammt noch mal seine Entscheidung, ob er sich für ein Leben an der Seite seiner perfekten Göttin oder seines verkorksten Sourwolfes entschied.
Stiles war sauer! Mehr als das, er könnte die Wände hochgehen! Er musste hier raus! Innerhalb weniger Sekunden hatte er den Herd ausgeschaltet, den glücklicherweise bereits fertigen Auflauf rausgeholt, seine Schlüssel geschnappt und saß in seinem Jeep.
Kopflos fuhr er durch das verschneite Beacon Hills. Überall strotzten die Fenster und Häuserfronten nur so vor Weihnachtsbeleuchtung, doch Stiles hatte dafür keinen Blick. Seine Gedanken rasten weiter und er schaffte es nicht Ordnung in das Chaos zu bringen. Allerdings wusste er auch nicht, was ihm gerade dabei helfen würde.
Häufig half ein Gespräch mit Scott. Doch ihn wollte er gerade nicht stören, immerhin hatte er ihn ja praktisch zu Allison hin geprügelt. Da konnte er ihn jetzt nicht fragen, ob er Zeit für ihn hätte. Sein Vater schied auch aus. Mit ihm konnte er über Beziehungsprobleme einfach nicht sprechen. Blieben also noch Lydia und Isaac. Allerdings waren diese Beiden auch keine wirkliche Alternative. Isaac würde sich sehr schwer tun seine Meinung zu vertreten, da er sich Derek immer noch sehr verbunden fühlte und mit Lydia wollte er gerade einfach nicht reden. Wahrscheinlich, weil Derek sie für ihn ausgewählt hatte. So lieb er sie hatte, aber das würde er gerade nicht ertragen.
So fuhr er weiter ziellos durch die Stadt und konnte es nicht vermeiden, dass auch andere Gedanken in seinem Kopf auftauchten. Er wollte es nicht, aber auch der Schmerz fand wieder Einlass in seinen Verstand. Derek hatte ihn wirklich tief verletzt und seine Gedanken waren bitter. Viel es Derek wirklich so leicht ihre Liebe zu vergessen? War er ihm so wenig wert? Ungewollt wurden seine Augen feucht. Dumme Tränen, dachte er, als er sich energisch über die Augen wischte.
Ihn überkam das unbändige Verlangen nach Geborgenheit und einer warmherzigen Umarmung und nun wusste er genau, was er brauchte und wo er hin musste.
Keine fünf Minuten später parkte sein Jeep vom dem Beacon Hills Hospital und Stiles machte sich auf die Suche nach Melissa. Er fand sie am Empfangstresen und zog direkt ihre Aufmerksamkeit auf sich. "Stiles, ist etwas passiert? Bist du verletzt? Ist etwas mit Scott?" fragte sie sofort alarmiert und scannte Stiles von oben bis unten mit ihrem Blick. "Nein, alles ist gut. Es gibt gerade mal keinen Notfall. Aber hättest du vielleicht einen Moment für mich?" entgegnete er ihr bittend. "Natürlich." antwortete sie ihm verwundert. "Komm, wir gehen da hinten rüber." schlug sie ihm vor. Sie legte eine Hand auf seinen Rücken und führte ihn den Gang entlang in ein leer stehendes Krankenzimmer.
Stiles war klar, dass bei Melissa alle Mutteralarmglocken angegangen waren, als sie seinen verlorenen Gesichtsausdruck gesehen hatte und genau das brauchte er gerade. Eine mütterliche Person, die ihm ihr Ohr schenkte und Verständnis für ihn hatte und vielleicht auch einen guten Rat. Schmerzlich wurde ihm wieder bewusst, wie sehr er seine Mutter vermisste. Doch Melissa hatte über die Jahre so viel für ihn getan, dass sie gleich an zweiter Stelle kam.
"Also, was ist los?" kam sie direkt zum Punkt. Stiles wollte ihr gerade antworten, als ein Notsignal losging. Alarmiert sah Melissa auf. "Ich bin gleich wieder da. Warte hier!" wies sie ihn an und rannte aus dem Zimmer. Stiles setzte sich auf das Bett. Melissa würde gleich wieder da sein, er konnte warten, ein Notfall ging vor.
Es dauerte allerdings länger als erwartet, bis sie wieder kam. Trübsinnig besah Stiles sich gerade seine Turnschuhe, als sich eine Hand auf seine Schulter legte. Ein sanftes Lächeln legte sich gleich darauf auf seine Lippen und er drehte den Kopf zu ihr. Doch neben ihm stand nicht Melissa, sondern Peter! Geschockt sprang er vom Bett und brachte etwas Abstand zwischen sich und den Werwolf.
"Hey, ich tue dir doch nichts, Stiles. Du brauchst nicht vor mir zu flüchten." sprach er ihn sanft an. Stiles hatte den Schreck schnell überwunden und hob eine Augenbraue. "Ganz bestimmt! Für dich bin ich doch Rotkäppchen, das alleine durch den dunklen Wald rennt." konterte er und ein verträumtes Lächeln schlich sich auf Peters Züge. Stiles schaltete sofort auf Angriff um. "Was machst du überhaupt hier?" wollte Stiles wissen. "Ich musst noch etwas zu Ende bringen." antwortete Peter ihm geheimnisvoll. "Wo warst du?" bohrte Stiles nach. "Hier." antwortete Peter nur vage, aber sein Blick ging nach unten und Stiles war sich nicht mehr so sicher, ob er wirklich noch wissen wollte was Peter hier getrieben hatte.
Einen Augenblick später lag Peters Aufmerksamkeit wieder auf Stiles und er musterte ihn genau. "Wie ich sehe hat er mit dir gesprochen." "Ich weiß nicht, was du meinst." wehrte der Jüngere sofort ab. "Lüg mich nicht an, Stiles. Ich kann deine Verwirrung riechen. Du bist dir nicht sicher, ob du Derek ein neues Gesicht verpassen oder ihm tränenüberströmt in die Arme fallen sollst." stellte er fest.
Ertappt sah Stiles zur Seite. Peter war verdammt gut. "Woher willst du das so genau wissen. Vielleicht bin ich ja aus einem ganz anderen Grund verwirrt." versuchte Stiles Peter auf eine falsche Spur zu locken. Kopfschüttelnd kam Peter auf Stiles zu. Stiles erster Gedanke war es zurückzuweichen, doch er blieb stehen. Peter war Teil des Rudels, sagte er sich. Er würde ihm nichts tun, beruhigte er sich, auch wenn er sich immer noch nicht wohl fühlte alleine mit ihm in einem Raum.
"Ich kenne meinen Neffen und seine verkorksten Gedanken. Es ist leicht zu erraten, dass er direkt zu dir gerannt ist, nachdem ich ihn über den Gefährtenbund aufgeklärt hatte." erläuterte Peter.
Peter hatte Derek von dem Gefährtenbund erzählt? War an dem Ganzen vielleicht doch etwas dran oder war Stiles Vermutung richtig, nur das Peter statt Derek sich den Quatsch ausgedacht hatte? Stiles musste es herausfinden.
"Was soll das eigentlich mit diesem Gefährtenbund? Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich euch die Geschichte abkaufe. So etwas wie ein magisches Band zwischen Derek und mir gibt es nicht." konstatierte Stiles. "Bist du dir da ganz sicher?" fragte Peter ihn herausfordernd. "Du bist nie aufgeschreckt und hattest ein ungutes Gefühl, dass du dir nicht erklären konntest und musstest kurz drauf feststellen, dass Derek verletzt war? Du hast dich nie gewundert, warum du als einziger Derek verstehst, obwohl er nur mit seinen Augenbrauen wackelt? Oder geschweige denn als Wolf?"
Unverhofft stießen Peters Worte in Stiles auf Resonanz. Ja, vielleicht war er ein oder zwei Mal aus seinen Gedanken gerissen worden und hatte geahnt, dass etwas Schlimmes passiert war. Aber das war während des Angriffs des fremden Rudels gewesen und in der Zeit mussten sie immer damit rechnen, dass etwas Schlimmes passierte. Und nur weil er Derek auch ohne Worte verstand, hieß das doch noch lange nicht, dass das mit einer ominösen Verbindung zusammen hing. Skeptisch blickte er Peter an.
"Das ist noch lange kein Beweis!" gab er zurück. "Nein, aber deine Hand ist es." konterte Peter und deutete auf Stiles Handrücken. Nachdenklich hob Stiles seine Hand und betrachtete die feine Narbe auf seinem Handrücken. Bei ihrem letzten Kampf hatte ein Werwolf fast seine ganze Hand aufgeschlitzt. Es hatte fürchterlich geblutet.
"Fandest du nicht, dass die Wunde unnatürlich schnell zugewachsen ist?" fragte ihn Peter. "Es waren drei Wochen!" entgegnete Stiles energisch. "Ja, drei Wochen, obwohl man deine Knochen sehen konnte und es ist kaum eine Narbe zurückgeblieben. Für den menschlichen Körper ist es nicht möglich so schnell zu heilen, Stiles. Normalerweise hätte es wesentlich länger gedauert und es wäre auch eine große hässliche Narbe als Andenken geblieben." machte er dem Jüngeren klar. "Sieh es ein Stiles, ob du es willst oder nicht, es gibt diese Verbindung zwischen euch und wenn du nicht willst, dass Derek wahnsinnig wird, musst du den Bund mit ihm schließen."
Konnte Peter wirklich recht haben?, fragte er sich. Ok, wenn er zurück dachte, war die Heilung vielleicht doch schneller als gewöhnlich gewesen. Allerdings war es ihm gar nicht aufgefallen, weil sie viel zu beschäftigt damit waren, den Schaden, den das fremde Rudel angerichtet hatte, wieder zu beseitigen. Aber war das wirklich ein ausschlaggebender Beweis?
"Stiles, wenn dir das immer noch nicht reicht. Dann denk doch mal daran, wie schwer Dereks Wunden vorgestern noch waren. Er wäre fast gestorben. Selbst ein Werwolf braucht einige Tage um nach so einer Verletzung wieder fit zu werden. Aber Derek war nach einer Nacht Rudelkuscheln schon wieder auf den Beinen. Kommt dir das nicht merkwürdig vor?" argumentierte Peter weiter und Stiles musste zugeben, dass da doch was dran war.
Durch die vielen Kämpfe waren die Werwölfe schon häufiger schwer verletzt gewesen und hatten immer einige Zeit gebraucht um vollständig zu heilen. Stiles kam nicht Drumherum sich einzugestehen, dass die Möglichkeit vielleicht doch nicht so klein war, dass diese Kräfte wirklich existierten.
Aber einen Bund mit Derek eingehen, hieß immer noch von ihm gebissen zu werden. Selbst wenn Stiles es schaffte ihm zu verzeihen, war das ein absolutes No-Go.
Als wenn Peter seinen Gedanken lesen könnte, sprach er direkt dieses Thema an. "Falls du jetzt mal wieder eine Aufstand wegen dem Biss machen möchtest, kann ich dir nur sagen, lass es, es wäre lächerlich." Lächerlich!, hallte es in Stiles Gedanken wieder. "Was ist daran lächerlich, dass ich von keinem Werwolf als Kauspielzeug missbraucht werden möchte? Ich habe mich damals schon gegen deinen Biss entschieden und würde es auch jederzeit wieder tun."
"Genau deshalb." stellte Peter augenrollend fest. "Du machst dich gerade zum Idioten. Derek ist ein Beta, er kann dich nicht verwandeln. Sein Biss kann dir nicht schaden. Außerdem kann ich dir aus Erfahrung sagen, dass so ein Biss beim Sex sehr anregend sein kann. Und was deine Weigerung angeht. Vergiss nicht, ich war dabei und habe gehört, wie dein verräterisches Herz mir deine wahre Antwort zugeflüstert hat." entgegnete er Stiles verschwörerisch und ein verschmitztes Lächeln erschien wieder auf seinen Zügen.
Stiles wollte Peter wiedersprechen, doch er musste feststellen, dass der Ältere recht hatte. Körperlich würde Dereks Biss ihm nicht schaden und wenn es stimmte und er nun schneller heilte, würde der Biss auch schnell verschwunden sein. Seine Gedanken fingen wieder an zu rasen und er schreckte auf, als erneut eine Hand seine Schulter berührte. Doch dieses Mal war es Melissa. Suchend schweifte sein Blick durch das Zimmer, doch Peter war nicht mehr da.
"Alles ok, Stiles?" fragte Melissa bei Stiles geschocktem Gesichtsausdruck. "Entschuldige, dass es so lange gedauert hat. Wir hatten einen größeren Notfall. Willst du noch mit mir reden?"
Stiles schüttelte energisch seinen Kopf, um seine Gedanken wieder zu klären. "Ja, gerne. Danke!" entgegnete er und sie setzten sich auf das Bett.
Ich glaube Stiles bekommt die Kopfschmerzen des Jahrhunderts. Er muss eine ganze Menge verarbeiten und wohl auch neu überdenken. Es bleibt spannend, was er sich dieses Mal zusammenreimt.
Na, was glaubt ihr, warum war Peter im Krankenhaus? Wie fandet ihr ihn dieses Mal? Wer glaubt von euch, dass er immer noch einen großen Masterplan verfolgt?
Liebe Grüße
Zira
