Hallo meine Lieben,

da bin ich wieder und bringe euch das nächste Türchen mit. ^^

Heute geht es recht ruhig zu, aber ein wenig Spannung erwartete euch natürlich noch. Immerhin haben wir noch ein paar Tage bis Weihnachten. -.^

So, dann wünsche ich euch mal viel Spaß beim Lesen!


Welpenalarm

Inzwischen war Stiles wieder zu Hause und saß auf seinem Bett. Das Gespräch mit Melissa hatte ihm geholfen seine Gedanken wieder zu ordnen und vielleicht waren auch Peters Worte ein wenig daran beteiligt gewesen. Ihm waren nun ein paar Dinge klar.

Erstens, er war immer noch wahnsinnig sauer auf Derek, weil er mit ihm Schluss gemacht hatte. Für Stiles waren Dereks Ängste und Befürchtungen kein Grund für eine Trennung. Er hätte mit ihm darüber reden können. Sie hätten sich zusammen dem stellen können, aber Derek musste ja mal wieder alles mit sich alleine ausmachen. Außerdem machte es ihn immer noch rasend, dass Derek glaubte über sein Leben und seine Gefühle entscheiden zu können.

Zweitens, vielleicht zog er es jetzt in Betracht, dass es so etwas wie einen Gefährtenbund und ein Rudelmojo geben könnte. Aber ohne Überprüfung und weitere Beweise würde er das Ganze nicht so einfach glauben.

Und drittens, er wollte immer noch nicht gebissen werden, aber wenn es wirklich sein musste, damit Derek nicht zu einer wilden Bestie wurde, würde er es ihm gestatten. Ihm war zwar immer noch nicht klar, wie alle Konsequenzen aussehen würden, die der Bund mit sich brachte, aber um Derek zu retten und dadurch auch dem Rudel zu helfen, würde er es tun. Denn egal was vorgefallen war und wie er aktuell zu Derek stand, eines war leider immer noch unumstößlich. Stiles liebte Derek über alles! Und ganz vielleicht, hatte Peters Kommentar über den Biss auch ein wenig seine Phantasie und Neugierde geweckt. Ob so ein Biss wirklich stimulierend sein könnte?

Melissa hatte ihm noch mit auf den Weg gegeben, dass so sehr Derek ihm auch wehgetan hatte, er auch den Grund dafür berücksichtigen sollte. Denn Derek hatte, so verkorkst seine Gedanken und sein Selbstbild auch waren, aus Liebe und Sorgen gehandelt. Er war zu der Überzeugung gekommen, dass es Stiles ohne ihn besser gehen würde und hatte es fertiggebracht, wider seiner ausgeprägten Instinkte zu handeln und seinen Gefährten frei zu geben, damit dieser eine glücklichere Zukunft haben könnte.

Ein Klingeln riss Stiles aus seinen Gedanken. Er hatte eine Nachricht bekommen. Neugierig von wem sie war, schnappte er sich sein Handy und sah nach. Im Display prangte dick der Name Derek auf und daneben ein kleines Foto von dem Werwolf, das Stiles heimlich geschossen hatte. Auf diesem lag Derek vollkommen entspannt im Bett und schlief. Sein Gesicht wurde vom sanften Mondlicht beschienen und er sah wie ein Ebenbild antiker Götter aus. Stiles liebte dieses Foto.

Mit klopfendem Herzen öffnete er die Nachricht. Er war auf alles gefasst. `Darf ich dich morgen nach der Schule abholen?´, stand dort. Was sollte er jetzt davon halten? Gab es irgendeine Rudelangelegenheit, die geklärt werden musste? Aber dann hätte Scott ihm doch Bescheid gesagt. Oder hatte Derek seine Meinung wieder geändert und wollte seine Entschuldigung zurückziehen?

`Worum geht es?´, schrieb Stiles nervös zurück. Er brauchte nicht lange warten, bis eine Antwort auf seinem Display erschien. `Ich möchte mit dir in den neuen Marvelfilm gehen.´ Stiles traute seinen Augen nicht. Lud Derek ihn gerade wirklich auf ein Date ein? Das war noch nie passiert! So toll ihre gemeinsame Zeit auch gewesen war, aber ein offizielles Date hatten sie nie gehabt. Aufgeregt schlug Stiles Herz schneller. Wie lange hatte er sich das gewünscht? Doch da er wusste, dass Derek nicht gerne unter Menschen ging, schon gar nicht an Orte mit vielen Menschen, hatte er nie darum gebeten.

Stiles fühlte, wie sein Herz Sprünge vor Freude machte und versuchte sich direkt wieder zu bremsen. Sie waren kein Paar mehr und er war immer noch sauer. Er sollte sich zurückhalten. Je weniger Gefühl er investierte, desto weniger konnte Derek ihm wehtun. Also entschied er die Einladung logisch zu überdenken. Was würde ihm ein Kinobesuch mit Derek bringen? Er könnte endlich den Film sehen, den er wegen Derek und er Grippe verpasst hatte, da ihm danach überhaupt nicht der Sinn gestanden hatte. Außerdem könnte er in Dereks Nähe auf Anzeichen achten, die ihm bestätigen könnten, dass sie eine besondere Verbindung teilten oder auch nicht.

Auf jeden Fall, wäre es kein verschwendeter Nachmittag und so schrieb Stiles ihm seine Zusage zurück.

Der nächste Tag kam und war an sich nichts Besonderes. Die Schule war nervig wie immer. Der Coach machte einmal mehr den Eindruck als würde er nicht im Hier leben und Mr. Harris hatte Stiles wie immer auf dem Kieker. Allerdings schaffte es Stiles heute einmal seinen Klappe zu halten, weshalb er kein Nachsitzen bekam. Vielleicht lag es an der Tatsache, dass er immer noch über den Bund nachgrübelte, aber vielleicht auch daran, dass er später ein Date mit Derek haben würde. Denn ohne es zu wollen, war er den ganzen Tag über unnatürlich nervös.

Als die letzte Stunde endlich zu Ende war trottete Stiles neben Scott nach draußen und versuchte seine Herzschlag unter Kontrolle zu bringen. Denn so dämlich es auch war, er war inzwischen wirklich aufgeregt und nervös, als wäre es ihr erstes Treffen. Scott, hatte schon seit der zweiten Stunde immer wieder wie blöd gegrinst, wenn er Stiles sah. Ihn freute es natürlich, das die Beiden sich wieder annäherten und ihm Gegensatz zu Stiles glaubte Scott an den Bund und fand den Biss nicht schlimm. Selbst Dereks mieses Verhalten, hatte der viel zu gute Scott ihm schon fast verziehen.

Und dann kam er, der Moment, in dem Stiles Derek an den Camaro angelehnt stehen sah, seine schwarze Lederjacke an und ein strahlendes Lächeln auf dem Gesicht, dass er Stiles entgegenwarf. Stiles hatte das Gefühl, als würde er schmelzen. Er wollte es absolut nicht, doch dieses Lächeln von Derek war tödlich. Kurz wurden ihm sogar die Knie schwach. Er hatte schon lange nicht mehr erlebt, dass sich Derek so ins Zeug legte.

Doch Stiles rief sich selbst zur Ordnung. Er erinnerte sich mit absoluter Brutalität an Dereks Worte, als er sich von ihm getrennt hatte. Sie jagten selbst jetzt noch wie glühende Nadeln durch seinen Körper und halfen ihm, Dereks überirdischem Charme zu wiederstehen. Am Auto angekommen, begrüßten sich alle mit einem knappen `Hey´ und ohne lange zu warten, öffnete Derek Stiles die Tür des Camaro. "Sollen wir los?" fragte er. "Klar." antwortet Stiles knapp. Verabschiedete sich mit einem kurzen Heben der Hand von Scott, der es nicht lassen konnte und wie ein Idiot grinste, während Stiles einstieg.

Nur Sekunden, nachdem er Stiles Tür geschlossen hatte, setzte sich Derek hinters Steuer und sie fuhren los. Von diesem Moment an, versuchte Stiles auf jede noch so kleine Veränderung in sich zu achten und auch Derek dauerhaft im Blick zu haben, um herauszufinden, ob sie etwas Übernatürliches verband oder nicht.

Das Kino war komplett weihnachtlich geschmückt und es lief über alle Weihnachtsmusik. Selbst das Popcorn war in rot und grün eingefärbt worden.

Derek war heute der perfekte Gentleman. Er hielt Stiles die Türen auf, bezahlte die Karten und die Snacks und versuchte leichte und positive Konversation zu führen. Stiles musste zwischendurch unwillkürlich lächeln, da Derek so angestrengt versucht bei Stiles gut Wetter zu machen, dass er fast nicht mehr er selbst war. Nirgends konnte Stiles seinen Sourwolf heute entdecken.

Aber dafür bemerkte er andere Dinge. Sie waren nicht stark und wenn er sich nicht genau darauf konzentriert hätte, hätte er sie bestimmt übersehen. Es waren Kleinigkeiten. So wie ein Funken Freude, der urplötzlich in ihm aufglühte, als Derek sein Lächeln bemerkte. Ein kleines Ziehen in seiner Brust, als Stiles Dereks Hand auswich, als er ihm aus der dicken Jacke helfen wollte. Oder ein stetiger nervöser Strang, während sie den Film sahen und Derek angespannt neben ihm saß.

Es war nicht viel und wenn Stiles gewollt hätte, hätte er es als Einbildung abtun können, aber er hatte sich vorgenommen objektiv an seine Nachforschungen zu gehen. Und so musste er zu den Indizien, die er hatte noch einen weiteren hinzufügen. Denn ihm war heute Morgen wieder einfallen, wie er in der Nacht, in der Derek verwundet wurde, plötzlich aufgewacht war und das Gefühl hatte, etwas Schreckliches wäre passiert. Er hatte es zwar als Nachhall eines Traumes abgetan, aber unter den neuen Gesichtspunkten betrachtet, schien es ihm doch wahrscheinlicher, dass er gespürt hatte, dass es Derek schlecht ging. Und wenn er unter diesem Aspekt seine Erinnerung an diese Nacht neu betrachtete, waren da noch mehr dieser Kleinigkeiten.

Er war im Wald aus dem Auto gesprungen und instinktiv losgelaufen, bis er sich selbst aufgehalten hatte, weil er dachte, er wüsste nicht wo er nach Derek suchen sollte. Aber als Scott und Isaac nach kurzer Orientierung lossprinteten, liefen sie genau in die Richtung, in die auch Stiles hatte rennen wollen und im Jeep war es ähnlich. Als er mit Derek im Rückraum des Jeeps gesessen hatte, hatte er das Gefühl, als würden Derek seine Kräfte verlassen und so unlogisch es in diesem Moment auch gewesen war, hatte Stiles gedanklich versucht Derek seine Kraft zu geben.

Eventuell, war es also möglich, dass es doch ein besonders Band zwischen Derek und ihm gab, was auch die Existenz des Gefährtenbundes bestätigen würde und die Vorstellung eines Rudelmojos nicht mehr ganz so abwegig klingen ließ.

Als Stiles diese Schlussfolgerung zog, fühlte er sich emotional auf einmal vollkommen ungeschützt und es war als würde etwas ihn in Besitz nehmen. Es war wie ein unwiderstehlicher Drang. Er hatte das unbändige Bedürfnis nach Dereks Hand zu greifen, die auf der Armlehne neben seiner lag, aber er konnte nicht sagen, ob es sein Verlangen war oder Dereks.

Am Ende schaffte er es, unter Aufbietung all seiner emotionalen Kräfte, seine Hand still liegen zu lassen. Als sie den Kinosaal verließen, war Stiles total aufgewühlt und hatte kaum etwas vom Film mitbekommen. Sie waren gerade auf die Straße getreten, als Stiles Handy klingelte. Es war Scott.

"Hey, Bro, super das du dran gehst. Ich weiß, ich störe euch bei eurem Date, aber ich brauche echt deine Hilfe." kam es verzweifelt von Scott. Blitzschnell schaltete Stiles um. "Hey Mann, was ist denn? Ist etwas passiert?" fragte er besorgt. "Es ist alles ok. Es gibt keine Bedrohung oder so." beruhigte Scott ihn sofort. "Aber ich brauche trotzdem deine Hilfe. Könnt ihr zur Tierklink kommen?" fragte er. Stiles sah Derek fragend an. Derek blickte ihn ernst an und nickte sofort. Er hatte das Gespräch natürlich mitgehört. "Wir sind gleich da!" versprach Stiles und so machten sie sich zügig auf den Weg zur Tierklinik.

Als sie die Tierklinik betraten, wusste Stiles nicht ob er lachen sollte oder lieber erst ein Foto schießen. Auf dem Boden im Behandlungszimmer saß ein vollkommen verzweifelter Scott, der von acht süßen grauen Hundewelpen belagert wurde. Sie sprangen auf ihm herum, sie zerrten an ihm oder versuchten unter seine Kleidung zu kriechen. Es war ein göttliches Bild und so schoss Stiles doch erstmal ein Foto.

"Danke, dass ihr gekommen seid." sprach Scott sie erleichtert an. "Deaton hat mich gebeten mich um sie zu kümmern, aber ich bekomme sie nicht gebändigt, es sind einfach zu viele. Ich hab sogar schon den Alpha raushängen lassen, aber das hilft nur ein paar Sekunden, dann geht es von vorne los. Ich wollte eigentlich mit ihnen Gassi gehen."

Stiles Gesicht zierte ein breites Lächeln, als er sich neben Scott in die Hocke sinken ließ. Die Welpen erkannten es sofort als Einladung an und stürzten sich jetzt auch auf Stiles, auf der Suche nach einem Spielkameraden. Der war sofort verzückt von den Kleinen, nahm erstmal einen hoch und knuddelte ihn durch. Was sogleich mit einem feuchten Hundekuss bedankt wurde. Stiles war begeistert. Die Kleinen waren der reinste Zucker. Total tapsig und ungelenk, aber mit unwahrscheinlich viel Elan.

Nachdem er eine Runde mit allen gekuschelt hatte, warf er einen Blick zu Derek, der immer noch im Türrahmen stand. Man sah ihm an, dass er mit Hundewelpen nicht viel anfangen konnte, aber auch, dass er für Stiles tapfer sein würde, um noch eine Chance bei ihm zu bekommen. Außerdem bemerkte Stiles ein klein wenig heiße Eifersucht irgendwo ganz tief in sich drin. Er hatte seine Wahrnehmung heute so sehr auf sein Innerstes konzentriert, dass es ihm zufällig auffiel. Er überlegte kurz aber da er gerade vollkommen glücklich war in mitten der Rasselbande, konnte das Gefühl nur von Derek ausgehen und dann sah er es.

Jetzt wo er es wusste, konnte Stiles ganz klar die Eifersucht in Dereks Zügen erkennen und ein Gedanke drängte sich ihm auf. `Ich kann mich gerne verwandeln, dann kannst du mit mir kuscheln, ich bin viel süßer!´ Augenblicklich fing Stiles schallend an zu lachen und erntete nicht nur einen skeptischen Blick von Derek, sondern auch von Scott, der gerade mit Halsbändern und Leinen zu ihnen zurück kam.


Ich liebe Welpen! Das Bild, dass Scott und Stiles in mitten eines großen Wurfes sitzen und sich durch knuddeln, ist so herzallerliebst. Bei den Welpen dachte ich außerdem an graue Weimaraner Welpen. 3

Dazu musste ich unbedingt einen eifersüchtigen Derek schreiben. *.* Er liebt es einfach zu sehr als Wolf von Stiles gekrault zu werden, als dass er seine Zuwendungen teilen würde.

So langsam scheint Stiles ja mit den ganzen Sachen klarzukommen. Mal schauen, was daraus wird.

Bis morgen und schlaft gut!

Zira