Kapitel 20: Epilogue, Part I
Ein Jahr und sieben Tage später …
Hermione Granger erwachte und fühlte sich unerhört zufrieden. Träge streckte sie sich. In der Nacht zuvor hatte sie viel Zuwendung bekommen, hatte tief geschlafen, und jetzt, heute, war ihr Geburtstag.
Sie war nie ein Mensch gewesen, der aus dem Jahrestag seiner Geburt eine große Affäre machte. Aber Severus hatte in diesem letzten Jahr alles verändert, als er ohne viel Federlesens in ihrem noch dunklen Hotelzimmer erschienen war und sie informiert hatte, dass es an diesem Tag keine Arbeit geben würde. Es war eine ihrer liebsten Erinnerungen.
„Pack deine Sachen", hatte er mit einem tiefen Grollen gesagt, „denn wir fahren weg."
„Aber meine Meetings …"
„Können bis Montag warten. Schicke einen Patronus, dass du indisponiert bist."
„Bin ich das?", hatte sie mit aufkeimendem Unmut gefragt.
Als er das Schwanken ihrer Stimmung gefühlt hatte, hatte er drastische Maßnahmen ergriffen, war näher herangetreten und hatte ihr einen langsamen, betörenden Kuss gegeben. Als er vorüber war, und sie noch immer davon taumelte, sagte er, „Du wirst es bald sein. Wir haben unerledigte Dinge …", sagte er und senkte seinen Mund an die Seite ihres Halses, „… zu erkunden. Und dein Geburtstag ist der passende Tag, dies zu tun."
Dann nahm er ihre Hand, drehte sie um und legte seine Lippen auf die Innenseite ihres Handgelenks. Während seine Lippen noch die empfindliche Haut dort berührten, erklärte er, „Ich möchte dein Geliebter werden."
Das hatte ihren Widerstand fallen lassen.
Sie hatten jenen ganzen Tag und einen Großteil der folgenden Nacht damit zugebracht, ihre Körper zu erkunden. Und als sie sich schließlich verausgabt hatten, und keiner von ihnen mehr als zufrieden ineinander verschlungen daliegen konnte, hatte er sich entschuldigt.
„Ich fürchte, meiner Ankunft heute Morgen hat es vielleicht ein wenig an Subtilität gemangelt."
Sie hatte gelächelt. „Sie war eher gryffindoresk."
Er runzelte die Stirn. „Kein Grund, mich zu beleidigen."
Sie stieß ein Lachen aus, wie er es vorhergesehen hatte. „Nun, es war vielleicht etwas plump."
Er wandte sich ihr zu; der ernsthafte Ausdruck seiner habichtsartigen Züge war in der Dunkelheit eben sichtbar. „Eine der Botschaften aus meiner Zeit in dem weißen Raum, die ich bekommen habe, war meine Entschlossenheit – sollte ich eine neue Gelegenheit im Leben bekommen –, jede Chance auf Glück zu ergreifen. Und hier war ich, die Chance auf Glück durch deinen Körper, deine Gesellschaft zum Greifen nah, und dennoch habe ich geduldig gewartet, bis es für mich leichter wurde. Und das war inakzeptabel. Denn wie ich in meinem ersten Leben gelernt habe, kehren solche Gelegenheiten, wenn man sie verpasst hat, manchmal nie mehr wieder. Also beschloss ich, sieben Tage abzuwarten und dann deinen Geburtstag als Vorwand zu nehmen, um zu dir zu kommen. Um meine Chance auf Glück zu ergreifen."
Bewegt hatte Hermione gefühlt, wie ihr die Tränen in die Augen stiegen. „Ich bin deine Chance auf Glück?"
Und er hatte genickt. „Ich glaube, du könntest es sein. Und auch wenn es mich gelegentlich etwas … plump macht, habe ich vor, alles in meiner Macht zu tun, um dies zu hegen." Er deutete auf sie beide. „Und dafür zu sorgen, dass das, was zwischen uns ist, gedeiht."
Und es zu hegen, das hatte er genau wie sie getan; im Lauf des letzten Jahres war das, was sie zwischen sich ausgesät hatten, gediehen und erblüht. Sie war bis über beide Ohren in ihren ehemaligen Zaubertrankmeister verliebt. Und er? Er war bis über beide Ohren in sie verliebt.
Als ob ihre Gedanken ihn herbeigerufen hätten, erschien der fragliche Mann mit einem Teeservice.
„Ah", bemerkte er mit offensichtlicher Zufriedenheit. „Endlich erwacht das Geburtstagskind."
Sie grinste ihn an, als er das Tablett neben ihrem Bett absetzte. „Du hättest es wecken können, weißt du."
„Nicht an ihrem Geburtstag", sagte er und reichte ihr mir enstem Gesicht eine Tasse. „Ich bin ziemlich sicher, dass langes Ausschlafen eine Geburtstagsgrundanforderung ist."
„Das ist nicht die einzige Geburtstagsgrundanforderung." Sie stellte ihre Teetasse beiseite und klopfte auf das Bett neben sich.
„Wie ich sehe, beziehst du dich auf die Art, in der wir den letzten Jahrestag deiner Geburt gefeiert haben."
Sie wackelte mit den Augenbrauen. „In der Tat."
Er seufzte, als würde er ausgenutzt. „Nun", seine geschickten Finger machten kurzen Prozess mit den Knöpfen an seinem Hemd. „Ich habe einen Präzedenzfall geschaffen."
Sie nickte. „Ich fürchte, ja. Es ist jetzt eine Tradition, weißt du."
Mit nüchternem Gesichtsausdruck legte er den Kopf schief. „Ist es das? Also muss ich dich jetzt jedes Jahr an deinem Geburtstag bedienen?"
Sie nickte erneut, ihre Hände zogen ihr Nachthemd hoch und über den Kopf und gaben den Blick frei auf ihren nackten Körper. „Ich fürchte, ja."
Er seufzte wieder und war nicht in der Lage, den Schimmer von Interesse in seinen Augen zu verbergen. „Was sein muss, muss sein."
Hermione warf den Kopf zurück und lachte.
