17. Dezember: Kleidersuche
April 2026
„Ihr hättet wirklich nicht alle mitkommen müssen", sagte Rose nervös und schaute unsicher in die gespannten Gesichter der Frauen, die um sie herumstanden. Ursprünglich hatte sie nur Victoire gebeten, ihr dabei zu helfen, ein Kleid auszusuchen, weil Victoire einen sehr guten Geschmack hatte und in ihrem Kleid einfach fantastisch ausgesehen hatte. Scorpius hatte dann Molly im Ministerium getroffen und ihr davon erzählt und Molly hatte begeistert gefragt, ob sie auch kommen konnte. Rose hatte nichts dagegen gehabt, vier Augen sahen mehr als zwei. Die hatte es dann Roses Mutter erzählt und Hermine hatte so enttäuscht ausgesehen, dass Rose sie nicht sofort gefragt hatte, dass Rose gar nicht anders konnte, als sie auch zu bitten zu kommen. Ihre Mutter war nicht besonders extravagant in ihrer Kleiderwahl gewesen, aber sie hatte einfach umwerfend in ihrem eigenen Kleid ausgesehen. Und mit ihrer Mutter kam Tante Ginny. Und weil sie sich mit ihrer zukünftigen Schwiegermutter gut stellen wollte, hatte sie schließlich auch Astoria eingeladen. Warum nicht? Am allerliebsten hätte Rose eigentlich Lily dabei gehabt, aber die steckte mitten in den UTZen und konnte unmöglich weg.
„Ach Unsinn, Liebes, wir freuen uns doch, dass du uns eingeladen hast", sagte Roses Mutter strahlend. „Das letzte Mal, dass ich ein Kleid ausgesucht hab, war zu meiner Hochzeit, das ist schon so lange her."
„Du Glückliche", seufzte Astoria. „Mir hat meine Schwiegermutter ihr Kleid aufgezwungen und Madam Malkins hatte Mühe, genug wegzuschneiden, bis es mir endlich gefiel."
Rose schaute Astoria überrascht an. Astoria hatte ihr beim letzten Abendessen vor ein paar Wochen ihr Hochzeitsalbum gezeigt und Roses Meinung nach hatte sie wunderschön ausgesehen. Aber das erklärte vielleicht Narcissa Malfoys verkniffene Miene auf jedem Foto.
„Ich weiß, was du meinst", nickte Ginny. „Mum hat mir auch ihr Kleid angeboten, aber die Mode zu der Zeit war einfach schrecklich. Diese Puffärmel." Sie erschauderte. „Glücklicherweise hat sie es mir nicht übel genommen, dass ich was eigenes wollte."
„Mum hat mir ihr Kleid gegeben", erwiderte Victoire schulterzuckend. „Man musste es ein bisschen umnähen, aber es war klasse. Sie hatte ein bisschen Angst, dass Nicki es mir übel nimmt, wenn ich es bekomme, aber die will sowieso nie heiraten."
„Na wer weiß", meinte Ginny grinsend. „Sie hat ja noch viel Zeit, jemanden zu finden, mit dem sie gut kann."
„Im Moment ist sie mit Quidditch verheiratet", erwiderte Victoire schulterzuckend. „Für einen Mann hätte sie da gar keine Zeit. Wir hatten ja Glück, dass sie sich für Louis' Hochzeit freimachen konnte."
„Sie war doch die Trauzeugin! Annie hätte sie verflucht, wenn Nicki nicht dabei gewesen wäre", sagte Ginny lachend. „Oh!" Ungefragt war ein Tablett mit lauter Gläsern und einer Flasche Sekt hereingeschwebt. „Ist das jetzt üblich?", fragte sie überrascht. „Zu unserer Zeit hat man noch keinen Alkohol bekommen, oder Hermine?"
„Die haben mir den Alkohol angeboten", erwiderte Rose schulterzuckend und fuhr sich nervös durch die Haare. „Ich dachte, warum nicht?" Auch wenn sie die Frauen alle mochte, die Vorstellung mit so vielen verschiedenen Menschen ihr Kleid auszusuchen, war nervenaufreibender, als sie gedacht hätte, und da erschien es nicht schlecht, sich zu betrinken. Besonders, weil sie direkt von einer Frühschicht kam, wo einem Patienten zwei Stunden unentwegt Dampf aus den Ohren geschossen war.
„Gute Idee", sagte Astoria und griff nach zwei Gläsern. Eins drückte sie Hermine in die Hand, die direkt neben ihr stand. Rose hatte befürchtet, dass Astoria sich mit ihrer Familie vielleicht nicht so gut verstehen würde, doch bisher schien das nicht der Fall zu sein. Aber Astoria war auch wirklich die umgänglichste Person von Scorpius' ganzer Familie.
Molly schaute sehnsüchtig auf die Flasche, aus der Ginny jetzt allen großzügig einschüttete. Sie legte die Hände auf ihren großen Babybauch und seufzte. „Ich beneide euch."
„Ach Molly!" Victoire legte ihr tröstend einen Arm um die Schultern, „Du tust mir so Leid! Es ist wirklich scheiße, dass man nichts trinken darf. Als ich endlich mit Stillen aufgehört hab, hab ich mir eine ganze Flasche Prosecco reingekippt. Herrlich!"
„Sollen wir lieber nicht trinken?", fragte Astoria besorgt, aber Molly schüttelte den Kopf.
„Um Himmels Willen, nein, bitte nehmt auf mich keine Rücksicht", sagte Molly sofort. „Ich würde nur gerne mitmachen."
„Oh, wir haben auch alkoholfreien Sekt", sagte die Mitarbeiterin, die gerade mit einem Arm voll Kleider den Nebenraum betreten hatte, in dem die Gruppe wartete. „Wenn Sie wollen."
„Ja bitte", sagte Molly glücklich und nahm die Flasche entgegen, die auf sie zugeflogen kam. „Danke, dass ich mitkommen durfte, Rose. Ich fühl mich schon seit zwei Monaten wie ein Elefant im Kartoffelsack, ist doch schön, wenn andere wenigstens wie eine Prinzessin aussehen." Während Victoire bei ihrer Schwangerschaft mit Dora kaum zugenommen hatte und nur ihr Bauch zu einer hübschen Kugel herangewachsen war, war Molly überall in die Breite gegangen. Ihre Füße waren geschwollen und sogar ihre Finger. Sie war eine der geplagtesten Schwangeren, die Rose je gesehen hatte, und sie hatte im Krankenhaus schon einige gesehen. Und sie hatte noch mehrere Monate vor sich.
„Ich freu mich, dass du dabei sein willst", sagte Rose ehrlich. Alleine wäre sie mit der Hochzeit völlig überfordert gewesen, ganz egal, was für ein Organisationstalent sie sonst war. Aber eine Hochzeit war einfach nichts, worüber sie sich jemals viele Gedanken gemacht hatte und sie hatte absolut keine Vorstellung davon, wie sie aussehen sollte. Sie wusste nur, dass sie Scorpius heiraten wollte. Das war das wichtigste, aber anscheinend längst nicht alles. Sie war ihrer Großmutter unendlich dankbar, dass sie praktisch die ganze Organisation übernommen hatte. Sie recycelte viel von früheren Hochzeiten, bemühte sich aber auch sehr, eine persönliche Note reinzubringen. Glücklicherweise kannte sie sowohl Rose als auch Scorpius sehr gut und Rose hatte keine Zweifel, dass es wunderschön sein würde. Und wenn sie daran dachte, dass Scorpius noch jeden einzelnen Pullover, den ihre Großmutter ihm zu Weihnachten gestrickt hatte, geliebt und getragen hatte, wusste sie, dass es ihm auch so ging.
„Wollen Sie sich vielleicht alle setzen?", sagte jetzt die Mitarbeiterin, die die Kleider mittlerweile auf einen Kleiderständer gehängt hatte. „Es tut mir Leid, dass das heute Nachmittag alles so durcheinander ist, zwei Mitarbeiter sind krank und das Mungos hat gerade erst einen Haufen neue Umhänge bestellt, deshalb sind wir etwas in Eile." Sie atmete tief durch ein etwas erzwungenes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. „Aber jetzt bin ich ganz für Sie da. Es tut mir schrecklich Leid, dass Ihnen noch niemand einen Stuhl angeboten hat", sagte sie entschuldigend zu Molly und rief mit einem Schwenk einen ganzen Haufen gepolsterte Stühle herbei. Molly ließ sich dankbar darauf sinken und legte eine Hand auf ihren Bauch. Dann trank sie einen Schluck von ihrem alkoholfreien Sekt und lächelte in die Runde. „Ich bin wunschlos glücklich, jetzt könnt ihr euch um Rose kümmern."
„Oh, natürlich", sagte die Frau und hakte sich bei Rose unter, um sie zu den Kleidern zu führen. Die anderen Frauen setzten sich alle auf die Stühle und Ginny schenkte ihnen nach. Rose verzog das Gesicht. Sie hasste es, wenn Leute, die sie nicht kannte, sich ihr gegenüber so freundschaftlich verhielten, aber sie wusste auch, wie stressig es sein konnte, wenn man unterbesetzt war. „Sie haben uns ja schon Ihr Budget mitgeteilt und Ihre Vorstellungen und ich hab ein paar Modelle herausgesucht, die Ihnen hoffentlich gefallen werden." Rose hatte ehrlich gesagt keine großen Vorstellungen gehabt. Sie wollte kein so ausladendes Kleid wie Molly es gehabt hatte, die wie eine Prinzessin ausgesehen hatte, und auch kein so eng anliegendes wie Victoire, weil ihre Figur längst nicht so gut war. Glücklicherweise hatte Lily ihr ein paar Fotos von Kleidern geschickt, die Rose ihrer Meinung nach gefallen würden und sie hatte völlig recht gehabt, die Kleider sahen toll aus. Hoffentlich hatte Madam Malkin etwas, das in ihrem Budget lag.
Das erste Kleid war eine komplette Katastrophe. „Oh Schätzchen, in dem Kleid verschwindest du ja richtig." Rose hatte keine große Oberweite und in dem Kleid sah es so aus, als würde auch noch der Rest verschwinden.
„Und es macht dich so blass", sagte Ginny kopfschüttelnd. „Du bist so blass wie alle Weasleys, du solltest auf keinen Fall so ein starkes weiß tragen. Vielleicht eher cremefarben. Ich hatte creme, das sah besser aus." Rose hatte keine feuerroten Haare, so wie ihr Dad und Tante Ginny, aber ihr Teint war der gleiche. Sie nickte. In dem Kleid fühlte sie sich schrecklich, das wollte sie auf keinen Fall. Sie nahm ein anderes vom Ständer, das cremefarben ausschaute.
„Es war ein Albtraum, ein Kleid zu finden, in dem ich nicht wie eine Leiche aussah", erzählte Ginny Astoria, während Rose in die Umkleidekabine ging, um sich umzuziehen. „Der Hexenwoche war das natürlich egal, die haben mein Kleid in der Luft zerrissen."
„An den Artikel erinnere ich mich", erwiderte Astoria. „Ich weiß gar nicht, was die hatten, du hast wunderschön ausgesehen."
„Danke, das ist lieb von dir. Aber so waren die Klatschblätter schon immer. Die haben Hermine wie eine Hure hingestellt, und da war sie erst fünfzehn, weil es ihnen in den Kram gepasst hat. Und Harrys Status nach dem Krieg war natürlich noch viel höher. Lügen verkaufen sich einfach besser, genau wie Kritik anstatt Lob." Rose konnte praktisch vor sich sehen, wie Tante Ginny die Augen verdrehte. Sie war noch nie ein Fan von den Klatschblättern gewesen.
„Die Fotos sahen jedenfalls super aus. Und ihr habt auch im Fuchsbau geheiratet, nicht wahr?", hakte Astoria nach.
„Ja. Harry hatte keine Familie mehr und der Fuchsbau war immer wie ein Zuhause für ihn. Wir hätten nie woanders heiraten wollen. Und Mum hat schon im Krieg eine fantastische Hochzeit für Bill und Fleur auf die Beine gestellt, und da hatten wir die ganze Zeit Angst, dass wir angegriffen werden. Unsere Hochzeit war da viel entspannter. Und auch wenn die Hexenwoche geschrieben hat, dass es aussah, als ob wir in einem Hühnerstall geheiratet haben, ich fand sie wunderschön."
„Das war sie auch, Gin", sagte Roses Mutter mit einem Lächeln in der Stimme.
„Ich freu mich schon auf Scorpius' Hochzeit. Er hat immer nur gutes vom Fuchsbau erzählt. Und wenn das so wunderbar hergerichtet wird wie auf euren Bildern …"
„Molly arbeitet schon auf Hochtouren", versicherte Roses Mutter ihr. „Seit einundzwanzig Jahren hat keiner mehr im Fuchsbau geheiratet, darauf hat sie nur gewartet."
„Wo habt ihr denn geheiratet?", erkundigte sich Victoire neugierig bei Astoria.
„Auf dem Ansehen meiner Schwiegereltern", erwiderte Astoria, und Rose konnte auch vor sich sehen, wie sie die Augen verdrehte. „Das Anwesen ist riesig und sie sind es gewohnt, solche Partys zu veranstalten. Nicht, dass sie mich groß nach meiner Meinung gefragt hätten."
Ginny schnaubte. „Ja, so hab ich die mir vorgestellt."
„Narcissa hatte ihre eigenen Vorstellungen und bei der Hochzeit ihres einzigen Kindes konnte man nichts dem Zufall überlassen. Mein Input wurde da nicht verlangt. Aber wenigstens konnte ich das Hochzeitskleid retten."
„Ich bin ja froh, dass Grandma alles organisiert", sagte Rose, die sich endlich in das Kleid gezwängt hatte und aus der Umkleide trat. Sie wusste jetzt schon, dass das auch nichts werden würde und die Gesichter aller Anwesenden sagten das gleiche.
„Ja, aber sie fragt dich wenigstens bei allen wichtigen Sachen und dich stört es nicht, wenn sie das Ruder in die Hand nimmt", erwiderte Astoria und schüttelte den Kopf. „Diese weiten Ärmel passen irgendwie nicht, Rose."
„Und es ist viel zu lang", fügte Molly hinzu. Sie hatte ihre Beine auf einen Stuhl gelegt und die Schuhe ausgezogen. Sie lächelte, als Victoire ihr beruhigend über den Bauch strich.
„Wollen deine Schwiegereltern denn zur Hochzeit kommen?", fragte Ginny neugierig, während Rose sich das nächste Kleid griff. Sie hoffte, dass sie bald das richtige finden würde, sie hasste diese ewige Anprobiererei. Es hatte einen Grund, dass sie am liebsten Jeans trug.
„Ich hoffe nicht. Die würden allen nur den Tag versauen. Scorpius haben sie gedroht zu enterben und als Draco sich geweigert hat, die Hochzeit zu verhindern, haben sie ihn aus dem Haus geworfen und seither nicht wieder eingeladen."
„Das überrascht mich nicht", sagte Roses Mutter, klang aber dennoch deprimiert. „Scorpius hat ja schon öfter erzählt, dass die beiden mit der Beziehung nicht einverstanden sind."
„Die waren ja schon mit mir nicht einverstanden, weil meine Familie nur reinblütig, aber keine Todesser waren. Rose könnte da machen, was sie will, meine Schwiegereltern werden ihre Meinung auf keinen Fall ändern. Aber macht euch keine Sorgen, da hat Rose nichts verpasst."
Ginny schnaubte. „Ich hab genug Erfahrungen mit den Malfoys gemacht, danke. Auf weitere Begegnungen kann ich verzichten." Rose biss sich auf die Lippe. Es war Scorpius' Großvater gewesen, der ihr das Tagebuch zugesteckt hatte, das sie beinahe um den Verstand gebracht und das Leben gekostet hatte.
„Ich kann auch darauf verzichten, sie zu sehen", fügte Roses Mutter hinzu. „Abgesehen von allem, was Bellatrix mir in ihrem Haus angetan hat, sind sie wahrscheinlich wegen der Hauselfen nicht gut auf mich zu sprechen."
„Oh nein", sagte Astoria begeistert. „Die haben stundenlang bei fast jedem Abendessen auf dich geschimpft, weil sie sich weigern, einen Hauselfen zu bezahlen. Die haben lieber einen Butler eingestellt, obwohl der viel mehr verlangt."
„Ihr Pech", sagte ihre Mutter kompromisslos. „Ihrem Hauselfen ist es überhaupt zu verdanken, dass ich auf das Problem aufmerksam geworden bin. Die Elfen verlangen ja wirklich wenig, aber ist es denn zu viel verlangt, dass sie für jemanden arbeiten, weil sie es wollen, anstatt weil sie wegen irgendwelcher uralten Zauber dazu gezwungen werden?"
„Meine Familie hat nie Elfen gehabt", erwiderte Astoria. „Deshalb kenn ich das gar nicht wirklich."
„Du hast nichts verpasst", sagte Roses Mutter entschieden. „Ich weiß, dass Ron nie wirklich verstehen wird, warum mich das so stört."
„Wir waren es einfach so gewohnt, Hermine", erwiderte Ginny schulterzuckend. „Aber so ist es besser und mittlerweile haben die Elfen sich mit ihrer Freiheit ja schon gut arrangiert." Soweit Rose von den Hauselfen in Hogwarts gehört hatte, waren die jetzt sehr zufrieden damit, für ihre Arbeit bezahlt zu werden und sich aussuchen zu dürfen, wo sie arbeiteten.
„Nur weil es seit Jahrhunderten so war, heißt das noch lange nicht, dass man es auch so akzeptieren muss. Und wenn Lucius Malfoy seine Hauselfen deshalb nicht mehr wie Dreck behandeln kann, ist das sein Problem."
„Ja, Hermine", seufzte Ginny gequält. Sie klang wie Roses Vater und Hugo, wenn ihre Mutter wieder von dem Thema anfing. Nicht, dass sie anderer Meinung waren, aber sie hatten es einfach schon viel zu oft durchgekaut.
„Scorpius hat ja nicht den Eindruck gemacht, dass es ihn stören würde, wenn die beiden nicht kommen."
„Oh nein, ihm ist es bestimmt viel lieber, wenn sie nicht kommen", stimmte Astoria zu. „Meine Eltern freuen sich schon und meine Schwester auch. Ich fürchte, von Dracos Seite wird es eher dünn werden."
„Unserer Familie macht das nichts aus", erwiderte Ginny. „Versteh uns nicht falsch, wir freuen uns, dass Rose und Scorpius heiraten, Scorpius haben wir alle ins Herz geschlossen, aber der Rest…"
„Ich weiß schon, eure Familien sind bis aufs Blut verfeindet."
„So harsch würde ich das jetzt nicht formulieren, Ginny", sagte Roses Mutter vorsichtig, aber Tante Ginny lachte nur.
„Ich bitte dich, Hermine, wer hat Malfoy damals eine runtergehauen?"
Rose sog scharf die Luft ein, aber Astoria lachte nur. „Darüber regt Draco sich heute noch auf. Aber er vergisst, dass ich auch mit ihm in der Schule war, ich weiß, wie er damals war. Ich bin mir sicher, er hat es verdient."
„Meiner Ansicht nach schon", erwiderte Roses Mutter diplomatiscch. Bevor sie sich noch mehr in dieses Thema hineinsteigern konnten, trat Rose schnell aus der Umkleidekabine heraus.
„Und?", fragte sie laut, um die Unterhaltung zu unterbrechen. Sie drehte sich einmal um die eigene Achse. „Was meint ihr?"
„Oh Rose" sagte ihre Mutter mit tränenerstickter Stimme. „Du siehst bezaubernd aus."
„Ja?", fragte Rose überrascht. Das Kleid saß besser und fühlte sich nicht wie ein Sack oder eine zu enge Haut an.
Die anderen waren so fasziniert wie ihre Mutter. Astoria schniefte und Tante Ginny lächelte. Molly und Victoire hielten beide ihre Daumen nach oben und nickten bekräftigend.
Ihre Mum stand auf und schaute sich das Kleid genauer an. „Man muss es vielleicht noch ein bisschen besser anpassen, aber ansonsten steht es dir wunderbar.
Rose drehte sich vor dem großen Spiegel. Es war ein sehr schönes Kleid. Und sie fühlte sich wohler darin als in vielen anderen Kleidern, die sie im Laufe der Jahre getragen hatte. Und wenn Scorpius sie an dem Tag so anschaute wie ihre Familie jetzt, dann konnte eigentlich gar nichts mehr schiefgehen. Außerdem war sie froh, wenn sie keine weiteren Kleider anprobieren musste.
„Dann nehm ich's", sagte sie zufrieden.
Victoire klatschte in die Hände und hielt überschwänglich ihr Glas in die Luft. „Auf das Kleid!", rief sie begeistert.
„Und auf Scorpius und Rose", fügte Astoria hinzu.
Rose strahlte ihre Familie an und strich ihr Kleid glatt. Das war doch gar nicht so schlecht gelaufen.
TBC…
