Guten Morgen meine Lieben!

Wir haben es geschafft, wir nähern uns dem Höhepunkt. Heute gibt es noch einmal ein klein wenig Drama, aber auch etwas Kitsch. ^^

Ich hoffe, es wird euch gefallen.

Hier eine kleine Info für euch:

Da ich die nächsten drei Tage in Würzburg verbringe und mich mit Weihnachtsflair vollstopfe, wird es für mich schwierig werden zu schreiben. Ich werde zwar weiter versuchen regelmäßig zu posten, aber ich kann euch leider nichts versprechen. Falls es mal einen Tag doch nicht klappt, seid bitte nachsichtig mit mir! Das Kapitel wird schnellstmöglich folgen. Immerhin ist dies ein Adventskalender und der ist bekanntlich am 24.12. vorbei. -.^

Und nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen!


Dunkelheit

Es waren nur weniger Tage seit ihrem Date vergangen, doch für Derek war es eine Ewigkeit, den er hatte jede Sekunde bewusst durchlitten. Die Dunkelheit in ihm hatte weiter an Stärke zugenommen und selbst im Schlaf fand er keine Linderung mehr, wenn er denn überhaupt Schlaf fand.

So tat er in seiner Situation das Einzige, von dem er hoffte, dass es ihm helfen könnte. Er suchte Stiles Nähe. Nur hatte dieser ihm immer noch nicht vergeben, so dass Derek nicht einfach zu ihm gehen konnte. Außerdem wollte Derek ihn nicht drängen. Er wollte Stiles die Zeit geben, die er brauchte. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als wie ein Stalker ständig in Stiles unmittelbarer Umgebung zu sein, aber von ihm unbemerkt. Egal wo Stiles sich aufhielt war in diesen Tagen auch Derek. Ob er in der Schule war, zu Hause, bei Scott oder auf dem Revier.

Natürlich war es ihm nicht möglich, seine ständige Anwesenheit vor Scott oder Isaac zu verbergen. Aber beiden hatte er gesagt, dass es ihm wichtig wäre Stiles im Blick zu haben und sie hatten ihm ohne zu Zögern versprochen es geheim zu halten.

Es war zwar eine Qual in Stiles Nähe zu sein, ihn berühren zu wollen, aber es nicht zu dürfen, doch er ertrug es, denn die ersten Tage hatte es im Kampf gegen die Dunkelheit geholfen und ihm Linderung verschafft. In der Nähe seines Gefährten war es ihm leichter gefallen die Dunkelheit zurückzudrängen und er konnte durchatmen. Aber mit jedem weiteren Tag der verging, ließ auch diese Wirkung nach. Es reichte nicht mehr aus um Stiles herum zu sein. Selbst als sie beim Rudeltreffen zusammen in einem Raum waren, hatte er kaum eine Linderung verspürt.

Jede Sekunde musste er dagegen ankämpfen nicht zur wilden Bestie zu werden. Die Dunkelheit wollte Menschen angreifen, ihre Fangzähne in lebende Körper treiben und das warme pulsieren des Blutes auf der Zunge spüren. Sein Verstand war überflutet von blutigen Szenarien. Vorstellungen, in denen er in einem Meer aus Leichen stand. In denen er alle Schüler in der Mensa jagte um sie dann Stück für Stück auseinander zu reißen. Die Dunkelheit wollte von ihm Besitz ergreifen und er hatte ihr nichts entgegenzusetzen.

Verzweifelt kämpfte er, aber er verlor, jeden Tag ein Stückchen mehr. Doch das konnte er nicht zu lassen und so wagte er es und stand eines Nachmittags für Jedermann sichtbar vor der Highschool, als es zum Ende der letzten Stunde klingelte.

Derek lehnte kraftlos an einem Baum. Die letzten Tage hatte ihn nicht nur psychisch, sondern auch physisch stark erschöpft und er hatte Angst, dass sobald seine Kräfte ihn verließen und er einschlafen würde, die Dunkelheit in übermannen würde. Noch bevor er aus dem Gebäude trat konnte er Stiles schon hören, ebenso wie Scott wusste, dass er Stiles heute nicht aus dem Verborgenen heraus begleiten wollte, sondern auf ihn wartete. Daher hatte Scott sich unter einem Vorwand bereits von Stiles verabschiedet und dieser schritt alleine aus den Schultüren.

Er brauchte nur Sekunden, bis er Derek erkannte. Innerhalb weniger Augenblick jagten die unterschiedlichsten Emotionen über Stiles Gesicht. Von Freude, zu Skepsis, über Zweifel, bis zu Angst und Derek konnte sie alle verstehen. Aber es war am Ende Neugierde und Sorge, die Stiles ausstrahlte, als er auf Derek zukam.

"Scheiße Derek, du siehst echt fertig aus." begrüßte er ihn. "Was ist denn mit dir passiert?" In der Zeit, in der Derek auf ihn gewartete hatte, waren ihm so viele Möglichkeiten eingefallen dieses Gespräch zu beginnen, doch Derek verwarf sie alle und wählte den direkten Weg. "Stiles, bitte rette mich, rette meine Seele!" bat er ihn mit schwacher Stimme.

"Derek, was?" entkam es Stiles geschockt, als er Derek Stimme vernahm. "Scheiße, was ist mit dir? Jetzt sag schon?" forderte Stiles ihn auf. "Bitte, Stiles." war alles, was Derek fertig brachte, als er bedrohlich ins Schwanken geriet. Stiles war sofort bei ihm und stützte ihn. "Scheiße, wir müssen dich hier weg schaffen. Du kannst hier nicht einfach zusammenbrechen." stellte Stiles fest und sah sich hektisch um. Aber niemand nahm Notiz von ihnen. "Wo ist dein Auto?" fragte Stiles ihn. "Zuhause." antwortete Derek einsilbig. "Ok, dann nehmen wir meinen Jeep." ordnete Stiles an.

Er legte sich Dereks Arm über die Schulter und dirigierte ihn in Richtung Jeep. Inzwischen war kaum noch ein Schüler anwesend, so dass sie nur wenige Blicke auf sich zogen. Bereits nach einigen Meter atmete Stiles angestrengt. "Derek, du musst schon mithelfen." wies er den Älteren an, der schwer auf seinen Schultern lag. "Alleine bekomme ich dich niemals hier weg." Und Derek tat, um was ihn Stiles bat. Er mobilisierte seine restlichen Kräfte und so schafften sie es Derek in den Jeep zu setzten.

"So und wohin jetzt?" fragte Stiles, als er hinterm Steuer saß und beantwortete sich seine Frage auch gleich selbst. "Am besten zu Deaton würde ich sagen. Der bekommt dich ganz sicher wieder hin." "Nein." kam es bestimmt von Derek. "Nach Hause." "Bist du dir sicher?" fragte Stiles ungläubig nach. "Du siehst eher aus, als könntest du einen Tierarzt gebrauchen." "Ja, nach Hause." antwortete Derek nur und überging Stiles unangebrachten Witz. "Ok, auf deine Verantwortung." erwiderte Stiles und startete den Motor.

Am Ende war sich Derek nicht ganz sicher, wie sie es gemeinsam geschafft hatten ihn hoch ins Loft zu bekommen, aber er war hier. Er saß auf seiner Couch, ein schwer atmender Stiles neben sich und überlegte, wie es nun weitergehen sollte, als Stiles ihn ansprach. "Du kannst dich ruhig an mich anlehnen." teilte er Derek mit. Dieser sah ihn nur mit einer hochgezogenen Augenbraue fragend an. "Ich sehe doch, dass du gleich umkippst. Also lehn dich schon an, bevor du gleich einfach so auf mich drauf fällst." bot Stiles ihm an.

Ohne zu Zögern nahm Derek diese Chance wahr und bettete seinen Kopf auf die Schulter seines Gefährten. Zur Überraschung beider blieb Stiles ungewohnt ruhig sitzen und kramte nur nach einigen Minuten sein Handy aus seiner Hosentasche um sich zu beschäftigen.

Doch irgendwann musste Stiles etwas tun, es lag einfach nicht in seiner Natur still zu sein und so fing er an zu reden. "Bist du dir wirklich sicher, dass wir dich nicht doch zu Deaton bringen sollen? Oder soll ich Scott Bescheid sagen? Ist es vielleicht so ein Alphading, dass du brauchst?" plapperte er drauf los. Doch Derek schüttelte den Kopf. Er brauchte genau das, was sie hier taten. Er hatte es schon kurz auf dem Gelände vor der Schule gemerkt und auf dem Weg hoch ins Loft. Stiles Berührungen halfen ihm. Der reine körperliche Kontakt zu seinem Gefährten ließ die Dunkelheit immer weiter in den Hintergrund verschwinden und verlieh Derek neue Kraft, so dass er sich inzwischen fit genug fühlte sich aufzusetzen. Er rückte dicht an Stiles heran, lehnte ihre Schultern gegeneinander und legte seine Hand auf Stiles´, die er auf seinem Bein ruhen hatte.

"Ich brauche genau das hier." teilte er ihm mit fester Stimme mit. Stiles war die Überraschung anzusehen und er wollte seine Hand unter der Dereks herausziehen, aber er hielt inne. Irgendetwas an Dereks Blick musste ihn zurückgehalten haben. "Stiles." begann Derek zu erklären. "Es ist der unbesiegelte Bund, der mich so schwächt. Ich kämpfe jede Sekunde gegen die Dunkelheit in mir an, die den Wahnsinn in sich trägt und ohne deine Nähe, ohne deine Berührungen gehen mir die Kräfte aus. Aber auch das wird bald nicht mehr reichen. Stiles, bitte schließ den Bund mit mir, ich möchte nicht wahnsinnig werden." bat Derek am Schluss mit einem flehenden Blick.

Wie vom Bus überfahren saß Stiles da und antwortete nicht. Es dauerte für ihn ungewöhnlich lange, bis er den ersten Satz aussprach, aber dann war er nicht mehr zu bremsen. "Warum hast du mir das nicht schon früher gesagt, du Vollidiot?" fuhr er Derek an. "Glaubst du etwas ich würde dich dem Scheiß überlassen? Ich war zwar, ich meine, ich bin zwar sauer auf dich, aber ich würde dich niemals mit so etwas alleine lassen. Verdammt man, ich liebe dich immer noch! Was glaubst du wohl, warum der Scheiß den du gemacht hast, so weh getan hat?"

Derek wollte auf Stiles Fragen antworten, doch er ließ ihn gar nicht zu Wort kommen. "Ja, ich weiß auch, dass ich an der ganzen Bundsache gezweifelt habe, aber inzwischen habe auch ich eingesehen, dass das doch real ist. Und auch die Vorstellung von dir gebissen zu werden, hat mich in Panik versetzt. Wie könnte es auch nicht? Denn ein Werwolfbiss stellt immer gleich auch dein ganzes Leben auf den Kopf. Bei Peter hieß es damals Werwolf oder Tod und hierbei weiß ich ja noch nicht mal, was das alles für Auswirkungen haben wird. Ich meine, was passiert mit uns wenn wir diesen Bund schließen? Sind die Dinge, die Peter erwähnt hat die Einzigen oder gibt es noch mehr? Ist der Bund für immer? Was ist, wenn das mit uns nicht hält? Schädigt uns der Bund dann? Es gibt so viele offene Fragen. Wie kann ich da keine Angst haben und warum ist bei Werwölfen immer alles so endgültig?" redete Stiles sich in Rage und merkte gar nicht, wie ihm einen Träne über die Wange lief. Der emotionale Druck dieser Situation war einfach zu viel.

Ohne darüber nachzudenken, nahm Derek Stiles in den Arm und zog ihn an seine Brust. Er konnte nicht anders. Sein Gefährte litt und alles in ihm drängte ihn dazu Stiles zu beschützen. Aber Stiles wehrte sich nicht. Er schmiss sich seinerseits fast in die Umarmung und schlang seine Arme um Dereks Nacken, so dass er sein Gesicht in Dereks Halsbeuge vergrub.

Ein Hochgefühl durchströmte Derek und am liebsten hätte er geschnurrt. In diesem Moment war er einfach nur glücklich und wollte, dass es für immer so blieb. Doch nach einer kleinen Ewigkeit hob Stiles wieder seinen Kopf, aber er rückte nicht von Derek ab. Er hatte keine weiteren Tränen vergossen, aber er hatte diese Umarmung genauso gebraucht wie Derek, dass war dem Älteren klar.

Zärtlich strich Derek über Stiles Rücken und dieser legte seinen Kopf auf Dereks Brust. "Weißt du, es hätte alles gar nicht so weit kommen müssen." stellte Stiles ruhig klar. "Du hättest einfach nur mit mir sprechen müssen. Zusammen hätten wir eine Lösung für alles gefunden und ich hätte dir von Anfang an klar machen können, dass ich kein normales Leben möchte. Ich möchte ein Leben mit dir und mit allem was dazu gehört, ob es mir nun gut tut oder nicht."

Ergeben seufzte Derek. "Ich weiß...jetzt weiß ich es auch!" Stiles hob erneut seinen Kopf und sah Derek in die Augen. "Derek, ich bin dein Partner. Ich weiß, dass große böse Wölfe nicht über Ängste sprechen, aber teile sie bitte mit mir! Dafür bin ich da, dass macht eine Beziehung aus. Wir gehen durch alles und zwar gemeinsam!" Tief blickte auch Derek ihm in die Augen und nickte.

"Gut, das wir das geklärt haben." unterbrach Stiles den Moment. "Und jetzt küss mich endlich." Das ließ Derek sich nicht zweimal sagen. Ein Lächeln legte sich auf beide Gesichter, Derek fasst Stiles Gesicht mit beiden Händen und legte sanft seine Lippen auf die des Jüngeren.

Es war ein vertrautes und doch fremdes Gefühl. So lange hatte er die Lippen seines Gefährten nicht mehr auf seinen genossen, dass es ihm fast wie das erste Mal erschien. Ganz langsam bewegten sich ihre Lippen. Es lag soviel Sehnsucht und Liebe in diesem Kuss, dass Derek das Gefühl hatte, sein Herz würde gleich zerspringen. Sie wurden mitgerissen von einer Welle aus Emotionen und schon bald war ihnen der einfache Kontakt ihrer Lippen nicht mehr genug. Stiles öffnete als Erster seinen Mund und fuhr mit seiner Zunge über Dereks Unterlippe. Bereitwillig gewährte er seinem Gefährten einlass und sie vertieften den Kuss.

Innerhalb weniger Sekunden artete der Kuss aus und Stiles drängte sich weiter gegen Derek, bis er sich rittlings auf ihn setzte. Hände fuhren über jeden Zentimeter, der erreichbar war und Derek erfasste die Gier seinen Partner zu beanspruchen. Er legte seine Hände auf Stiles Hintern und zog ihn mit einem Ruck an sich heran. Ein Stöhnen verließ Stiles Lippen und automatisch begann er sein Becken an Dereks Schritt zu bewegen.

"Lass es uns jetzt tun!" raunte Stiles Derek ins Ohr und eine ganz andere Dunkelheit ergriff von ihm Besitz, eine verlangende und besitzergreifende.


Gefällt euch das Ende?

Ich bin schon ganz gespannt drauf wie es weiter geht, denn als nächstes kommt endlich das von mir lang ersehnte Lemon-Kapitel. :P~~~

Ich hoffe, von euch sind alle achtzehn, denn das wird nicht jugendfrei. :))

Ich bin gespannt was ihr über die Versöhnung der Beiden denkt. Schreibt mir doch!

Liebe Grüße

Zira