19. Alle lieben Nora West-Allen- Crisis Edition


Universum: Speedster-Pherormon-Verse, diese Fic ist eine Fortsetzung von „Present Tense" und die letzte Fic aus diesem Verse

Spoiler: Für die 2019/20 Staffeln des Arrowversums und für alle fünf Teile von „Crisis on Infinite Earths"

Pairings: Westhallen, Lauriver, Captaincanary, Snowstorm, Atomwave, Dyla, Clois, Cynco, Vergangenes Clark/Lois/Richard und Clark/Richard, Olivarry, Nora/Jason White, Kara/Kate, Coldflash, Erw. von Sara/Leonard/Barry/Iris/Eddie, Impliziertes Kate/Sophie und impliziertes Karamel

Warnings: Fix-It,Crack treated seriously,Multipler Character Death, universelle Vernichtung, Spoiler, Polyamory, Pheromone

Inhalt: Nora West-Allen, Thomas Sno,w und Connor Queen wurden aus einem ganz bestimmten Grund in die Vergangenheit gebracht, sie müssen nur noch herausfinden aus welchem, bevor das gesamte Multiversum vernichtet wird.


Jeder Versuch der Vorbereitung auf die bevorstehende Krise wurde dadurch erschwert, dass die Zeitlinie offenbar nicht gefestigt war, die Dinge, die Nora, Thomas, und Connor wussten, würden möglicherweise genauso wenig passieren wie die Dinge, die der Monitor wusste. Dem konnte man offenbar doch trauen, zumindest war Tante Lyla dieser Meinung.

Vor Jahren hatte der Monitor ihr das Leben gerettet, und sie betonte, dass er nur ihrer aller Bestes im Sinn hatte. Und immerhin gab er ihr sogar Superkräfte, also mochte das vielleicht sogar stimmen, aber Tatsache war, dass er Noras Dad und Onkel Oliver einen vorzeitigen Tod während dieser Crisis prophezeit hatte. Und diese Idee konnte er sich abschminken, danke vielmals.

Also war Nora nach wie vor misstrauisch und wurde umso misstrauischer, als sie sich zusammen mit ihrem Dad und den anderen auf Tante Karas Erde wiederfand um dort einen Brückenkopf gegen den Anti-Monitor und seine Anti-Materiewelle zu errichten. Onkel Oliver, Tante Laurel, und Connor waren auch hier – zuvor hatten sie Familienzeit nachgeholt wie es schien und waren vom Monitor mitten aus einem Ausflug herausgebeamt worden. Tante Sara und Onkel Ray waren auch hier, allerdings ohne ihre jeweiligen Partner, und von Tante Caitlin, Onkel Ronnie, und Thomas gab es genauso wenig eine Spur wie von Martin Stein, Onkel Ralph, oder Onkel Cisco. Dafür war Batwoman hier, obwohl sie kaum jemanden kannte, und von allen Anwesenden nur Tante Kara zu vertrauen schien.

„Was soll das, warum sind wir nicht alle hier?", wollte Nora von Lyla wissen, „Wir haben Echo extra für diese Krise rekrutiert, und was ist mit Thomas? Wozu wurde er in diese Zeit geholt, wenn nicht für das hier?!"

„Ich habe hergeholt, wer hier sein muss. Im Laufe unseres Kampfes werden sich uns andere anschließen, aber im Moment läuft dieser Erde die Zeit davon. Diejenigen, die hier sind, müssen ausreichen", erklärte Lyla.

„Das ist doch Unsinn, warum sollten wir nicht alle Kräfte, die uns zur Verfügung stehen einsetzen?", wollte Nora wütend wissen.

„Nora", rief ihr Vater sie zur Ordnung, „Wir haben keine Zeit zum streiten. Diese Erde ist in Gefahr."

Noras Blick fiel auf Onkel Clark und Tante Lois, die von Lyla gerade noch in letzter Sekunde von Argo weggebeamt worden waren, bevor es zerstört worden war, und die ihr Baby irgendwo im Multiversum verloren hatten. Ja, es war wahr, diese Erde war in Gefahr, sie hatten keine Zeit zum streiten. Trotzdem war sie immer noch der Meinung, dass Lyla und Mar Novu diese ganze Sache falsch angingen. „Tut mir leid", meinte sie nur, „Sagt uns, was wir tun können um zu helfen." Sie kam aus einer Zeit, in der sie es gewohnt war die Senior-Heldin zu sein und das Sagen zu haben (auch wenn Connor niemals auf sie hörte) - sie musste sich erst wieder daran gewöhnen von Leuten umgeben zu sein, die besser in dieser ganzen Heldensache waren als sie.

Lyla erläuterte ihnen den Plan, und dann machten sie sich alle daran Erde-38 zu retten.


Letztlich gelang es ihnen nicht Erde-38 zu retten, doch sie konnten zumindest die Bewohner von Erde-38 evakuieren. All die auf der Erde angesiedelten Außerirdischen reaktivierten ihre Schiffe, stopften so viele Bewohner der Erde wie möglich hinein, und brachten diese dann nach Erde-1. Der Mars half ebenfalls mit. „M'gann und Mal haben sich gemeldet, eben ist das letzte marsianische Schiff in euer Universum gewechselt", meldete J'onn J'onzz.

„Der Rest muss wohl zu Fuß gehen", meinte Onkel Oliver.

Und genau in diesem Moment griffen die Schattendämonen an. Die anwesenden Helden versuchten ihr Bestes um die Bewohner von National City vor den Angriffen zu beschützen und so mehr Zeit für die Evakuierung zu ermöglichen. Der Monitor erschien und verkündete: „Oliver, es ist Zeit zu gehen!"

„Wurden alle Bewohner dieser Welt evakuiert?!", gab Oliver zurück.

„Nein", meinte der Monitor.

„Dann können wir noch nicht gehen!", meinte Oliver nur kurzangebunden und kämpfte weiter gegen die Dämonen. Connor warf Nora einen vielsagenden Blick zu. Sie seufzte. „Einverstanden, aber nicht etwa, weil ich an dir hänge, sondern weil es Oliver Queen ist", meinte Nora, rannte los, schnappte sich Oliver, und rannte ihn zurück nach Erde-1. Der Monitor hatte inzwischen die meisten Mitglieder ihrer improvisierten Heldengruppe auch gegen ihren Willen zurück auf ihre Heimaterde transportiert. Alle bis auf einen.

„Moment? Wo ist Connor?", wollte Laurel mit unfehlbarem Mutterinstinkt wissen.

„Connor ist noch auf Erde-38", gab Nora zu, „Er wollte, dass ich Oliver rette…."

Sie versammelten sich alle in StarLabs und starrten auf die Instrumente dort. Das Signal von Erde-38 war erloschen. „Nein, nein, nein!", schrie Laurel, „Wo ist Connor?! Wo ist mein Sohn?!"

Mar Novu erschien unter hellen Blitzen mit einem schwer verletzen Connor neben sich. Laurel gab einen spitzen Schrei von sich und war an Connors Seite, genau wie Oliver. „Ich hole Caitlin!", verkündete Noras Dad und war auch schon weg.

Nora stellte sich verunsichert hinter die Queens. Laurel und Oliver hatten sich über Connor gebeugt und flüsterten ihm beruhigende Dinge zu, aber er sah wirklich nicht gut aus. Er kann hier doch nicht einfach sterben, oder etwa doch? Ich meine, das ist nicht möglich, oder?

Denn eigentlich konnte es ihn gar nicht geben, zumindest nicht diese Form von Connor. In der Zeit, aus der sie kamen war Erde-38 niemals zerstört wurden. Tante Kara, Onkel Clark, sie lebten auf einer anderen Erde, nicht auf dieser Erde hier. Vielleicht würden sie und alle anderen von Erde-38 nach dieser Sache ja auf eine unbewohnte Erde ziehen und sich dort einrichten oder ähnliches. Ja, das musste die Lösung sein. Es musste irgendwo dort draußen eine Erde geben, deren Bewohner ausgelöscht worden waren, während ihre Infrastruktur immer noch existierte. Sie mussten sie nur noch finden und besiedeln, und in Zukunft würde diese Welt Erde-38 heißen. So muss es ja wohl auch laufen. Ich meine, diese Welt kann kaum ihre eigene Bevölkerung ernähren, die von einer, wenn man den Mars mitzählt, eigentlich zwei anderen Welten, kann sie nicht ebenfalls unterstützen….

„Durch Connor Queens Tapferkeit konnten zwei Milliarden mehr Bewohner von Erde-38 gerettet werden, als es ansonsten der Fall gewesen wäre", sagte der Monitor mit belegter Stimme, „Es tut mir wirklich leid."

Dann schrie Laurel noch einmal auf, und Nora konnte sehen, wie das Leben aus Connors Augen wich. Ihr Dad und Caitlin kamen zu spät. Oliver krümmte sich über die Leiche seines Sohnes und weinte. Und Nora konnte es kaum fassen: Connor war tot. Connor Queen war gestorben, hier in der Vergangenheit, obwohl es die Zukunft, aus der er eigentlich kam, vielleicht niemals geben würde.


„Ich kann nicht glauben, dass Connor tot ist." Thomas setzte sich neben Nora in der Lounge von StarLabs. Die Helden dieser Zeit waren unterwegs um die Waverider zu requirieren und sich weitere Schritte zu überlegen. Nun, zumindest manche waren es. Laurel und Oliver waren mit ihrer Trauer beschäftigt, irgendwo in Central City.

„Er war eine Nervensäge, aber er war meine Nervensäge, und er ist als Held gestorben", meinte Nora tonlos, „Er hat so viele Leben gerettet."

„Ich denke immer, dass ich, wenn ich bei euch auf dieser anderen Welt gewesen wäre, irgendetwas hätte tun können", sagte Thomas.

„Ich hätte etwas tun können, aber stattdessen habe ich getan, was Connor gewollt hat und habe Oliver gerettet und nicht ihn. Und das obwohl Mar Novu behauptet, dass Oliver während dieser Krise sterben wird", erwiderte Nora, „Und wenn er stirbt, dann wird Connor niemals geboren."

„Aber das kann doch nicht stimmen, Nora. Dass Oliver stirbt, meine ich. Dann hätte es keinen Connor gegeben, der all diese Leben gerettet hat", wandte Thomas ein, „Oder?"

„Irgendetwas stimmt hier sowieso nicht, Thomas", meinte Nora bedrückt, „Denk mal darüber nach. Kannst du dich erinnern, dass wir jemals von der Zerstörung von Supergirls und Supermans Heimaterde gehört hätten? Ich meine so ein großes Ereignis kann doch wohl kaum nicht in die Geschichtsbücher eingehen, oder?"

„Nun, vielleicht … haben unsere Eltern das alles vor uns geheim gehalten, weil sie wussten, dass wir dabei sein würden, und wir nicht zu viel darüber wissen durften um den Ausgang der Ereignisse nicht zu verändern?", schlug Thomas unschuldig vor.

„Das glaube ich nicht. Unsere Eltern würden niemals zulassen, dass Connor zu Schaden kommt. Mein Dad wollte, dass ich Connor eine Chance gebe und ihn in mein Team aufnehme, und er wollte das sicher nicht, um seinen Tod zu ermöglichen. Mein Dad würde nie zulassen, dass der Sohn seines engsten verstorbenen Freundes auch noch ums Leben kommt, wenn er das verhindern könnte", hielt Nora dagegen.

„Dann sind wir hier in einer anderen Zeitlinie? In einem anderen Universum?", wunderte sich Thomas.

„Nein. Ich glaube, dass es unsere Zukunft nicht mehr gibt, und dass der einzige Grund, warum wir beide noch hier sind und uns noch nicht aufgelöst haben, der ist, dass sich noch keine neue Zukunft gefestigt hat", erklärte Nora leise, „Aber das ist auch eine gute Nachricht. Es bedeutet nämlich, dass das Endergebnis von dieser Krise noch nicht feststeht, dass weder mein Dad, noch Oliver, sterben muss. Und dass wir vielleicht auch noch immer Connor retten können. Der Monitor hat uns aus einem bestimmten Grund in die Vergangenheit gebracht, davon bin ich überzeugt. Vielleicht war der Grund für Connor, dass er seinen Vater rettet. Wir beide werden auch noch bestimmte Aufgaben haben. Und wir dürfen nicht zögern sie zu erfüllen. Selbst, wenn wir sterben, wird es am Ende einen neuen Thomas Raymond und eine neue Nora West-Allen geben, die in der neuen Zeitlinie nach der Krise unsere Plätze einnehmen werden."

Thomas schluckte. „Das hört sich ja alles ziemlich düster an", meinte er, „Und ich dachte immer Superhelden-Crossover machen Spaß."

„Ich weiß nicht, das hier ist mein erstes", erwiderte Nora leise. Und wie es aussah, würde es auch ihr letzte sein.


Es stellte sich heraus, dass es sogenannte Paragons gab – sieben Personen im Multiversum, die die Existenz retten konnten. Sie mussten sie nur finden und versammeln. Letztlich stellten sich Kate Kane, Kara Danvers, Sara Lance, J'onn J'onzz, und Noras Vater als fünf dieser sieben Paragons heraus. Die restlichen beiden waren Ryan Choi aus dieser Zeitperiode, der von Noras Mom und Ralph rekrutiert wurde, und eine alternative Version von Superman aus einem anderen Universum, der seinen Sohn mit an Bord der Waverider brachte.

Die Rekrutierung der Paragons war nicht so einfach gewesen, wie sie es sich vielleicht gewünscht hatten, zwischenzeitlich hatte sich Lex Luthor mit dem Buch des Schicksals abgesetzt und versucht alle Supermans im Multiversum zu töten. Erde-38s Superman und seine Frau hatten ihn gemeinsam mit Noras Mutter verfolgt und gestellt und davon abgehalten den Paragon der Wahrheit, dem ausgewählten Superman, etwas anzutun. Nun saß Lex Luthor in der Zelle der Waverider, während alle anderen sich darüber wunderten, dass der neue Superman nicht aussah wie der Superman, den sie kannten, sondern wie Ray Palmer.

„Und bist du auch glutenintolerant?", wollte Onkel Ray von dem Neuankömmling wissen.

„Nicht, dass ich wüsste", erwiderte dieser.

„Das ist so seltsam", merkte Nora an.

„Wem sagst du das?", murmelte Onkel Mick neben ihr, „Und das Schlimmste an all dem ist, dass ich mir das hier bis ans Ende unserer Tage werde anhören müssen."

„Vielleicht hat es auch gute Seiten", bot Nora dem ehemaligen Kriminellen an.

„Und die wären?", wollte dieser wenig erfreut wissen.

„Rollenspiele?"

Mick runzelte die Stirn und klopfte Nora dann kameradschaftlich auf die Schulter. „Kleine, du gefällst mir. Ich weiß nicht, wie diese drei ewigen ernsten Pfadfinder jemanden wie dich produzieren und großziehen konnten, aber du gefällst mir", meinte er, „Was treibe ich eigentlich so in der Zukunft?"

„Na ja, sagen wir so, dieser Roman, an dem du schreibst, du solltest ihn dringend mal fertig stellen und dann verlegen lassen", erwiderte Nora.

„Oh? Hast du daraus die Idee mit dem Rollenspiel?"

Nora kam nicht dazu zu antworten, da John Diggle wütend herein gerauscht kam und verkündete: „Wo steckt meine Frau?!"

Ach, ja, das war ja auch noch.


Lyla Michaels war einfach verschwunden. Keiner wusste wohin. Nicht einmal der Monitor. Inzwischen waren die anderen aber nicht untätig gewesen. Team Flash hatte das Hauptquartier des Anti-Monitors gefunden und seine Anti-Materie-Waffe zerstört. Und sie hatten einen Superhelden namens Black Lightning aus einem Paralleluniversum mit aufs Schiff gebracht.

„Sein Universum wurde zerstört, und wir können jede Hilfe gebrauchen, die wir kriegen können", meinte Noras Dad dazu. Er war nicht gestorben, an seiner Stelle hatte sich ein anderer Barry Allen aus einem anderen Paralleluniversum geopfert. Das schien Dad ein wenig aus der Bahn zu werfen, während alle anderen einfach nur froh waren, dass er noch lebte. Inklusive Nora. Immerhin war sie einst nur in die Vergangenheit gekommen um zu verhindern, dass ihr Dad starb, und dieses Ziel schien nun endgültig erreicht zu sein.

„Jefferson, das hier sind meine Partner Iris und Eddie, und das hier ist unsere Tochter Nora", stellte Barry Black Lightning seiner Familie vor.

„Tochter? Ist sie nicht ein wenig alt dafür um eure Tochter zu sein?", wunderte sich Black Lightning.

„Oh, das höre ich öfter. Ich komme aus der Zukunft", erklärte Nora, „Bisher wurde ich noch nicht einmal geboren."

„Paralleluniversen, Zeitreisen … in Freeland musste ich mich nur mit Metas und Verbrechern herumschlagen", kommentierte Jefferson diese Tatsache etwas beunruhigt.

„Willkommen in unserer Welt", meinte Barry, „Im Moment ist mehr los als sonst, aber Zeitreisen sind für uns Teil eines normalen Dienstags."

Hoffentlich würden sie in Zukunft auch weitere normale Dienstage erleben können.

„Seht mal, wer wieder da ist." John Diggle hielt seine Ehefrau umklammerte und präsentierte sie den anderen auf der Brücke der Waverider. „Lyla. Wo hast du eigentlich gesteckt?", wollte Oliver wissen.

Lylas Miene spiegelte Verwirrung. „Ich weiß nicht. Einen Moment war ich noch da, und dann… ich kann mich nicht mehr erinnern", gab sie zu. Nora wechselte einen besorgten Blick mit Thomas. Das hörte sich gar nicht gut an. Jemand mit Lyla Michales derzeitigen Kräften sollte nicht einfach so verloren gehen und dann wieder auftauchen ohne zu wissen, wo er gewesen war.

Der Monitor erschien auf der Brücke. „Der Anti-Monitor ist noch nicht besiegt, aber ich habe einen Plan, der….", begann er, doch er kam nie dazu seinen Plan zu erläutern. Lylas Bewegung wäre den meisten Nicht-Speedstern wohl nicht aufgefallen, allerdings fiel sie offensichtlich Thomas auf. Er schoss Eis auf sie, noch während sie zum Angriff überging. Ihre Attacke galt dem Monitor. „Lächerlich, du kannst mich nicht aufhalte, keiner Eismann!", verkündete Lyla, mit einer Stimme, die so gar nicht nach Lyla klang, und mit glühenden Augen. Ein Energieblast schoss aus Lylas Händen und zersprengte das Eis um sie herum.

Sie griff Mar Novu an, doch dieser kam ihr zuvor und griff sie seinerseits an, und schoss Energie auf sie ab. „Es tut mir sehr leid, dass dir das passiert ist", verkündete er.

Auf einmal stand Pariah auf der Brücke. Nora wusste, dass das kein gutes Zeichen sein konnte. Pariah wurde vom Anti-Monitor kontrolliert, der ihm nur erlaubte Momente der größten Tragik zu beobachten und ihn nicht erlaubte sich einzumischen.

Lyla und der Monitor schossen immer noch Energieschübe aufeinander ab. Nora tat das Einzige, was ihr einfiel: Sie rannte zu Lyla, packte sie am Arm, und bettelte laut: „Tante Lyla, nicht! Ich bitte dich!" Und dann ließ sie ihre Pheromone auf die Frau los. Vielleicht würde es wirken, vielleicht wäre irgendwo in ihr immer noch die echte Lyla Michaels, und wenn ihre Pheromone auf diese wirkten, wenn auch nur für einen Moment, dann hätten sie vielleicht noch eine Chance.

Lyla erstarrte. Nur eine halbe Sekunde lang, doch diese reichte. Der Energiestrahl des Monitors traf sie und löste sie in Nichts auf.

„Nein!", schrie John Diggle.

„Ich fürchte, es ist noch nicht vorbei", meldete sich Gideon, die K:I. der Waverider, zu Wort, „Meine Sensoren registrieren Anti-Materie."

„Was? Wo?", wollte Barry besorgt wissen.

Gideon zeigte ihnen allen eine Darstellung der Erde, der Erde, die von Rot umschlossen wurde. Nein! Nein, das darf nicht wahr sein! Nicht nach allem, was wir durchgemacht haben! Nein!

„Es tut mir leid, das hier war anders geplant", verkündete der Monitor, und dann war er weg. Genau wie Pariah.


Wie sich herausstellte waren nicht der Monitor und Pariah diejenigen, die verschwunden waren, es war die Waverider zusammen mit all ihren Passagieren. Sie waren nicht mehr in Universum-1.

„Gideon, ist das…", begann Sara.

„Ja, Captain Lance, das hier ist der Vanishing Point. Wir sind zurück", erklärte die K.I..

Auf die vielen verwirrten Blicke hin, erklärte Sara: „Der Vanishing Point befindet sich außerhalb von Raum und Zeit. Hier hatten die Time Master ihr Hauptquartier, bevor wir sie zerschlagen haben. Sie sind geflohen, aber ihre Basis ist immer noch hier. Der Monitor muss uns hierher teleportiert haben, weil wir hier vor der Anti-Materie sicher sein würden."

„Die Anti-Materie. Ist das wirklich passiert? Habt ihr es auch gesehen? Wurde die Erde zerstört?", murmelte Barry schockiert.

Erde-1 war alles, was vom Multiversum noch übrig gewesen war, das wussten sie. Und wie es aussah, gab es nun gar kein Multiversum mehr. Alles, was davon noch übrig geblieben war, befand sich auf der Waverider.


Die letzten Überlebenden des Multiversums waren keine kleine Gruppe. Barry Alle, Iris West, Eddie Thawne, und Nora West-Allen bildeten die Reste der West-Allen-Thawne-Familie. Oliver Queen und Laurel Lance waren hier, John Diggle ebenfalls, wenn auch ohne seine Ehefrau. Sara Lance und Leonard Snart waren hier, genauso wie Ray Palmer und Mick Rory. Caitlin Snow und Ronnie Raymond und ihr Sohn Thomas Raymond waren genauso wie Cisco Ramon und Ralph Dibny an Bord der Waverider gewesen, als ihre Welt gestorben war. Kate Kane und Ryan Choi rundeten die Überlebenden von Erde-1 ab. Von Erde-38 waren Kara Danvers, J'onn J'onzz, Clark Kent, Lois Lane und ihr Baby Jonathan Samuel Kent hier. Und der immer noch eingesperrte Lex Luthor. Außerdem an Bord waren der andere Clark Kent und sein Sohn Jason, sowie der neueste Gast der Waverider Jefferson Pierce. Und dann war da noch der andere Cisco Ramon, Echo, der Breacher-Terrorist von einer anderen Erde, der zugestimmt hatte, mit ihnen zu arbeiten, als das Multiversum begonnen hatte unterzugehen. Cisco war mehr als nur ein wenig verbittert darüber, dass Gypsy und ihr Team bei den Versuchen, so viele wie möglich aus dem Multiversum zu retten, gestorben waren, sein böser Doppelgänger aber immer noch da war. Trotzdem waren sich alle einig, dass man Echo mehr vertrauen konnte als Lex Luthor, immerhin hatte der andere Cisco ihnen zuletzt tatsächlich geholfen, während Lex Luthor …. Nun sie wussten alle, was er getan hatte.

„Dass ich einmal so ende, zusammenpfercht mit den letzten Überlebenden der Menschheit und von Krypton. Ja, die Ironie entgeht mir nicht. Alle diese Krytponier und Halbkryptonier hier, ekelhaft", beschwerte sich Lex, bei jedem, der es hören konnte, doch zum Glück ignorierten ihn alle nach Kräften.

Die 28 Überlebenden hatten dringendere Sorgen. Trotz Waverider kamen sie von hier nicht weg. Vermutlich weil es keinen Ort gab, an dem sie noch reisen konnten. Da die Technologie der Time Master nicht mehr funktionierte, versuchten Barry und Nora gar nicht erst die Speed Force zu benutzen, vermutlich würden sie ähnliche Resultate erzielen.

„Aber was sollen wir jetzt tun?", wollte Jefferson Pierce wissen, „Ich meine, es muss doch noch etwas geben, das wir tun können, oder? Man kann doch nicht einfach von uns erwarten, dass wir den Rest unseres Lebens hier verbringen!"

Oliver räusperte sich. „Zum Glück haben wir ein paar der klügsten Köpfe des Multiversums hier. Ich bin sicher, zusammen wir uns etwas einfallen", meinte er dann im vollen Anführer-Modus.

„Ich wünschte Martin wäre hier", seufzte Ronnie.

„Oder Harry", stimmte Cisco ihm zu, „Im Moment würde ich sogar mit Sherloque Vorlieb nehmen."

„Kommt schon, Jungs, verkauft euch nicht unter Wert. Wir haben hier gleich zwei Cisco Ramons. Zwischen diesen beiden, Dr. Choi, Ray, Barry, den Kryptoniern und unseren Kindern aus der Zukunft, sowie unseren Ingenieuren und Zeitreisenden, wird uns sicher etwas einfallen um von hier wegzukommen und alles wieder in Ordnung zu bringen", meinte Iris optimistisch, „Immerhin sind alle sieben Paragons hier."

Lex Luthor räusperte sich lautstark. „Und Mister Luthor. Der hier genauso wenig Wurzeln schlagen will, wie wir anderen", fuhr sie fort, „Wir werden mit Sicherheit nicht lange hier festsitzen."


Die Waverider war ein geeignetes Habitat für 28 Leute. Irgendwann begannen sie sich häuslich einzurichten, wenn man das so nennen konnte. Nora lebte bei ihren Eltern, sie zogen in eines der Quartiere der Time Master. Caitlin, Ronnie, und Thomas zogen gegenüber ein.

Sara und Leonard sowie Ray und Mick blieben auf der Waverider, sie war ihr zu Hause. Kara und J'onn richteten sich ihre Kabinen ebenfalls dort an. Ihnen schien das Schiff Trost zu vermitteln.

Oliver und Laurel bezogen eines der kleineren Quartiere, die wohl für die niederrangige Angestellte der Time Master gedacht gewesen waren. Cisco und Ralph richteten sich ebenfalls in so einem Quartier häuslich ein, offenbar hatten sie beschlossen sich eine Junggesellen-Bude zu teilen.

Keiner hielt es für eine gute Idee sich zu weit zu verteilen. Kate bezog eine kleine Kammer, die einst möglicherweise einem Hausmeister gehört hatte, sie schien ständig zu trainieren und hielt sich zunächst von den meisten anderen fern, nur Kara besuchte sie ab und zu auf der Waverider. Clark und Lois wohnten Tür an Tür mit dem anderen Clark und seinen Sohn Jason. Ihre neuen Wohnungen lagen etwas weiter abgesondert von den anderen, vermutlich wollten sie wegen dem Baby-Geschrei rücksichtsvoll sein.

Jefferson Pierce, John Diggle, und Ryan Choi lebten jeweils alleine, anders als Kate beteiligten sie sich aber an dem Sozialleben am Vanishing Point, doch sie hatten ihre Familien verloren und waren entsprechend gebrochen. Ryan versuchte sich mit Arbeit bei Verstand zu halten, doch ausgerechnet mit Lex Luthor arbeiten zu müssen, verbesserte seine Laune nicht gerade.

Echo musste auf der Waverider leben, durfte sich aber frei am Schiff bewegen. Dieses Privileg genoss Lex Luthor zunächst nicht, doch im Laufe der Zeit sahen alle ein, dass er nirgendwohin fliehen konnte, sie saßen alle gemeinsam am Vanishing Point fest. Sie konnten nur alle gemeinsam entkommen, oder gar nicht.

Es war nicht immer leicht. Nur 27 andere Gesichter zu sehen, egal, wie sehr man diese Gesichter liebte, konnte mitunter anstrengend sein. Sie bissen sich aber irgendwie durch, immerhin blieb ihnen keine andere Wahl.

Als Jason nach einem lautstarken Streit mit seinem Vater „weglief", holte Nora ihn zurück. „Meine Eltern gehen mir auch manchmal auf die Nerven", erklärte sie ihm, „Aber am Ende vom Tag fällt mir immer wieder ein, dass ich sie liebe."

„Meine Eltern sind tot. Alle bis auf ihn!", erklärte Jason wütend, „Ausgerechnet er hat überleben müssen. Ich dachte, vielleicht wird es endlich besser, wenn wir mehr Zeit miteinander verbringen, wenn es keinen Planet mehr gibt, und kein Cape, aber … Wir müssen ständig bei ihnen sein! Dabei ist sie nicht Mom, und sie hat einen eigenen Clark Kent. Und er könnte es ruhig weniger offensichtlich machen, dass er in dem Baby eine zweite Chance sieht, das nachzuholen, dass er mit mir nie hatte! Dass er es mir vorzieht!"

„Wow, Jason, das ist …. Ich kann das verstehen, wirklich, aber ich glaube nicht, dass er Lois deiner Mom vorzieht oder Jonathan dir. Ja, vielleicht erinnert sie ihn an deine Mom, und ja vielleicht will er nachholen, was er mit dir versäumt hat, aber glaub mir, dein Vater liebt dich, das könnte ein Blinder sehen", versicherte ihm Nora, „Und vermutlich hat er keine Ahnung, dass du so empfindest. In einem anderen Leben, da hatte ich meinen Dad nicht mehr. Er ist gestorben, als ich noch ein Baby war. Stattdessen hatte ich nur Mom und Daddie, und ich konnte nicht verstehen, dass ihre Ehe zerbrochen ist, oder warum sie mir verschwiegen hatten, wer mein Vater wirklich war, oder warum sie meine Kräfte unterdrückt haben. Ich habe sie dafür gehasst, ich habe besonders meine Mom dafür gehasst. Dachte ich zumindest. Ich habe immer nur an mein eigenes Leid gedacht und keine Sekunde an ihres verschwendet. Erst, als ich in die Vergangenheit gereist bin, und meine Mom neukennenlernen konnte, als sie noch jung war, als sie Dad noch nicht verloren hatte, erst da wurde mir klar, wie viel sie verloren hatte, wie viel sie gelitten hatte, und dass es falsch von mir war immer nur an mich zu denken und niemals an sie. Ich habe gelernt mit ihr zu reden. Mit ihr und meinen Vätern, und dadurch haben wir gelernt einander besser zu verstehen. Keiner von uns kann Gedanken lesen. Na gut, J'onn kann es. Aber wir anderen, wir müssen miteinander reden um uns auszusprechen."

Jason seufzte. „Wir haben nie darüber geredet, was mit Mom passiert ist. Dad hat immer gesagt, dass wir es nicht ansprechen sollen, dass zu schmerzhaft für Vater ist, und jetzt, jetzt wo Dad auch weg ist, haben wir auch nie darüber gesprochen." Er schwieg für einen Moment. „Er sollte hier bei uns sein. Er wollte nachkommen, er hat's versprochen. Hat gesagt, er ist kein Held, und er kann sich nützlicher machen, indem er den Flüchtlingen hilft … Ich vermisse ihn so sehr." Jason drehte seinen Kopf weg und weinte.

„Jason, denkst du nicht, dass dein Vater ihn nicht auch vermisst?", fragte Nora vorsichtig und legte Jason eine Hand auf den Arm.

„Ja, das tue ich." Er stand hinter ihnen, und Nora dachte, dass er dank Supergehör ihr Gespräch wohl schon länger mit angehört haben hatte müssen. „Jason, ich hatte keine Ahnung, dass du … Ich vermisse deine Mom jeden Tag, das weißt du. Und ich vermisse Richard jeden Tag, seit wir hier angekommen sind, das schwöre ich dir. Und ich wollte nur … ich wollte nur den Rest der Familie zusammenhalten, schätze ich. Clark … denkt er hat versagt, er denkt, er braucht mich, verstehst du? Und keiner weiß besser wie er sich im Moment fühlt als ich. Und vielleicht brauche ich ihn und Lois ja auch. Kara ist anders, sie hat Hoffnung, sie hat ihre eigene Familie, sie braucht uns nicht so sehr, wie wir sie brauchen. Jonathan ist irgendwie dein Bruder. Oder zumindest dein Cousin. Ich dachte, wenn wir ihm nahe sind, dann ist das gut für uns alle. Aber wenn du willst, dass wir zurück auf die Waverider ziehen oder in ein anderes Quartier, dann verstehe ich das auch. Sag mir einfach, was du brauchst, Jason, und ich werde mein Bestes tun es dir zu geben, das verspreche ich dir."

Jason warf sich weinend in die Arme seines Vaters. „Ich will nur … ich will dich nicht auch noch verlieren! Du bist der Paragon der Wahrheit, du musst dich dem Monster stellen, das sie alle umgebracht hat, alle und jeden!", weinte er.

„Du wirst mich nicht verlieren, Sohn", versprach Clark, „Niemals. Aber du hast recht, ich muss mich diesem Monster stellen, und das werde ich auch. Denn nur ich habe die Macht dazu. Nur ich und sechs andere." Und mein Dad ist einer davon, fiel Nora ein. Doch solange sie hier festsaßen, spielte das eigentlich keine Rolle, nicht wahr?

Ein paar Tage später versuchte Jason Nora zu küssen, woraufhin sie ihm vorsichtig auseinandersetzte, dass sie nur Mädchen mochte. Er nahm es gefasst auf, zumindest tat er so, aber Nora fragte sich, ob das wegen ihrem Gespräch passiert war, wegen den Umständen, oder wegen etwas ganz anderem.

Thomas versuchte nicht sie zu küssen, aber Thomas war so was wie ihr Bruder. Als sie ihn fragte, ob er sie mehr mochte als sonst, sah er sie nur verwirrt an.

Nora dachte, dass Oliver dabei erwischt hätte, wie er ihren Dad sehnsüchtig anstarrte, aber vielleicht war das nur eine optische Täuschung gewesen. Vielleicht.

Sara, Leonard, Ray, und Mick waren beim Kartenspiel. Sie spielten ein seltsames Spiel namens „Die Crew der Waverider ist in Gefahr, was tust du?", das ziemlich selbst gemacht aussah. „Wir sprechen alle über unsere Gefühle und singen ein Lied über unsere Zuneigung zueinander. Boom. Damit ist Damien Dahrk aufgehalten. Her mit den Pot!", verlangte Sara gerade. Ich will gar nicht wissen, was die da spielen….

„Nora, setz dich zu uns", meinte Ray, als er sie sah.

„Hab mein Buch fertig geschrieben, hatte hier ja nicht viel anderes zu tun. Willst du es dir ansehen und mit der Version aus der Zukunft vergleichen?", wollte Mick wissen.

„Ähm, vielleicht später. Also, ich habe eine delikate Frage …. Ehm, hatte einer von euch in letzter Zeit mal das starke Bedürfnis meinen Dad …. zu vernaschen? Oder mich, was das angeht?", fragte Nora peinlich berührt.

Vier Augenpaare starrten sie an. „Igitt, Nora, du bist wie eine Nichte oder so was für uns!", beschwerte sich Sara, „Und was deinen Dad angeht … Also, nein, nie, das wäre falsch…. Und…."

„Barry ist so was wie mein Bruder", meinte Ray.

„Ich bin in festen Händen", brummte Mick.

„Mein Bedürfnis ist nicht stärker als sonst", meinte Leonard. Sara rollte nur die Augen. „Zum letzten Mal, nein, kein Fünfer, und das diskutieren wir sicher nicht vor Noras Ohren!", meinte sie dazu nur.

„Ihr … diskutiert so was? Ihr beide wollt mit meinen Eltern …. Wollt ihr das schon länger, oder ist das eine neue Entwicklung?" Nora war nicht gerade begeister über das, was sie hörte.

„Auf engen Raum bauen sich nun mal vermehrt Spannungen auf, jeder Art", meinte Sara beruhigend, „Aus demselben Grund treiben Kara und Kates es miteinander, das hat nichts mit deinen Kräften zu tun, sondern nur mit Hormonen. Jason ist ein junger männlicher Halbmensch, deswegen hat er dich geküsst, das ist alles. Und Ollie, nun der war schon immer irgendwie in Barry verliebt, ohne es zu wissen. Aber darüber musst du dir keine Gedanken machen. Er hat Laurel und liebt sie ehrlich, und dein Dad ist glücklich vergeben."

„Kate und Kara treiben es?!" Nora war entsetzt.

„Ihr schuldet mir jeder einen Fünfer", meinte Mick dazu.

„J'onn weiß mit Sicherheit davon", widersprach Sara.

Nora schüttelte nur ihren Kopf. „Sara hat recht, Nora. Du und dein Dad, ihr habt gelernt eure Kräfte zu kontrollieren", rief Ray ihr in Erinnerung, „Nimm es lieber als Kompliment, dass auch nach dem Ende der Welt noch jemand an dir interessiert ist."

Nora konnte das alles aber eben nicht so ruhig hinnehmen wie die Legends es offenbar taten. Sie wollte ihnen glauben, wollte nicht weiter darüber nachdenken, doch der Verdacht ließ sie nicht los, nicht wirklich. Ihre Eltern schienen ein regeres Sexleben zu besitzen, als unter den gegenwärtigen Umständen angemessen war. Und offenbar waren sie nicht die einzigen.

Es war Lex Luthor, der es ihr sagte. „Die Antwort ist ja", meinte er eines Tages in ihre Richtung, als sie an ihm und Ryan Choi verbeiging, als die beiden gerade versuchten etwas namens Oculus auseinanderzunehmen.

Nora hielt inne und fragte: „Die Antwort worauf?"

„Auf deine Frage. Ja, deine Kräfte und die deines Vaters haben sich potenziert, seit wir hier sind. Es ist nicht eure Schuld, ihr macht nichts anders als sonst auch. Eure Körper machen nichts anders als sonst auch. Aber ihr seid hier auf engsten Raum mit einer Hand voll Leuten gefangen, auf engstem Raum, mit immer derselben künstlichen Luft, eure Pheromone sind überall. Also ja, es beeinflusst die anderen. Eher unbemerkt, wie eine Art Hintergrundstrahlung, aber es ist da. Und je länger wir hier alle festsitzen, desto schlimmer wird es. Bald werden alle nur noch Sex im Kopf haben. Oder Liebe, oder wie immer du es nennen willst. Ein Grund mehr hier schnell wegzukommen. Ich habe keine Lust auf eine intime Nacht mit einer Heldin aus der Zukunft, ist nicht böse gemeint", meinte Lex.

Nora zog eine Grimasse. „Das würde niemals passieren. Selbst, wenn ich auf Männer stehen würde, wären Sie der letzte hier, auf den ich mich einlassen würde!", rief sie aufgebracht.

„Schätzchen, wenn du wüsstest, wie oft ich den letzten Teil schon gehört habe….", seufzte Lex nur, „Gib mir kein Versprechungen, die du nicht halten kannst."

„Okay, das reicht, wir müssen hier weg!", beschloss Nora.

„Und ich muss versuchen alles zu vergessen, was ich so eben gehört habe", murmelte ein sichtlich verstörter Ryan Choi.


Zum Glück erschien doch noch die Kavallerie in Form des Monitors, und er hatte das Buch des Schicksals mitgebracht. „Ich musste das Buch holen und hierher kommen ohne den Anti-Monitor herzulocken", erklärte er, „Ich habe das Buch studiert und weiß nun, was wir zu haben. Wir müssen zum Geburtsort der Zeit und uns dort dem Anti-Monitor stellen. Nora, deine und Barrys Kräfte könnten der Schlüssel zu unserem Sieg über den Anti-Monitor sein. Eure Kräfte werden nicht so auf ihn wirken, wie auf andere, doch als Harbingers besessen war, wurde der Anti-Monitor durch sie deinen Kräften ausgesetzt, das hat eine Lücke in seiner Verteidigung geöffnet, durch die er angreifbar wird. Wenn ihr ihn schwächt, und alle anderen seine Schattendämonen in Schach halten, dann kann ich ihn vernichten. Hoffe ich zumindest."

Das klang zumindest irgendwie nach einem Plan. Vielleicht war das endlich der Grund, warum sie hier war, vielleicht war es gar nicht Lyla gewesen, vielleicht war es Thomas gewesen, der wegen Lyla hier war, und sie war wegen dem Anti-Monitor hier.

Natürlich gab es Diskussionen. Ob diejenigen ohne Kräfte hierbleiben sollten oder nicht. Ob man Lex genug vertrauen konnte um ihn am Kampf zu beteiligen. „Wenn ihr denkt, dass Ronnie und ich mit dem Baby und Jason hierbleiben, während ihr anderen kämpft, irrt ihr euch!", verkündete Caitlin, „Dort, wo unser Sohn hingeht, gehen wir auch hin! Und ja, Iris und Eddie habe ich nicht mal erwähnt, weil jeder weiß, dass sie dorthin gehen, wo Barry hingeht, komme was wolle!"

„Du hast es versprochen, Dad", meinte Jason.

„Na gut, aber du bleibst mit Jonathan auf der Waverider, unter allem Umständen, verstanden?", gab Clark Kent nach. Damit war es klar, sie alle würden sich zum Geburtsort der Zeit begeben.


Der Anti-Monitor erwartete sie dort. Er hatte eine Armee von Schattendämonen bei sich. Letztlich waren nur die Kinder auf der Waverider geblieben, alle anderen kämpfen mit.

Die Paragons kämpften gegen die Dämonen, als wären sie dafür geboren. Barry, Kara, Kate, Sara, J'onn, Superman - die Dämonen schienen vor ihnen Angst zu haben, selbst vor Ryan Choi schienen sie Angst zu haben. Genau wie vor Lex Luthor, übrigens, der seine selbstgebastelte Waffe präsentierte, die auch wirklich zu wirken schien.

Die anderen hatten es nicht so einfach. Als Speedster kam Nora ganz gut zu recht. Genau wie der andere Superman, Thomas mit seinen Eiskräften, und Black Lightning, der seine Feinde einfach grillte. Laurels Schallschrei bewirkte auch einiges. Doch Olivers Pfeile trafen nicht immer, Micks Feuerkanone und Leonard Eiskanone waren nicht so wirksam wie sonst. Für jeden Dämon, den Ralph zerquetschte, tauchten drei neue auf. Die Kräfte der Ciscos schienen einander gegenseitig zu neutralisieren. Und über diejenigen, die mit Energiewaffen kämpften, wie Noras Eltern, Lois, und Ronnie schienen die Dämonen nur zu lachen. John Diggles Kugeln beeindruckten sie auch nicht gerade. Wir müssen uns beeilen, sonst werden wir hier alle sterben, erkannte Nora. Caitlin stand etwas verunsichert vor der Waverider, wie immer nicht in der Lage ihre Eiskräfte heraufzubeschwören.

„Los jetzt!" Nora und ihr Vater sausten nach vorne zum Anti-Monitor. Er wandte sich ihnen zu. „Ihr denkt, ihr könnt mich besiegen, nur weil ihr Speedster seid? Damit irrt ihr euch leider!", verkündete der bleiche Mann mit der schrumpeligen Haut.

„Wir wollten dich nur bitten aufzuhören, einzusehen, dass du verloren hast", sagte Barry, „Einzusehen, dass du das hier nicht tun musst."

„Du kannst dich gerne einfach ergeben", schlug Nora vor.

„Soll das ein Witz sein?", wunderte sich der Anti-Monitor.

„Nein, denn nicht sie werden dich besiegen, sondern ich, und du wirst es zulassen!", verkündete der Monitor und tauchte neben dem Anti-Monitor auf. „Vor Jahren habe ich dich geweckt, habe dich auf das Multiversum aufmerksam gemacht - es wird Zeit meinen Fehler wieder gutzumachen!" Der Monitor umklammerte sein Gegenstück. Nora ließ ihre Pheromone los, und spürte, dass ihr Vater dasselbe tat.

„Ergib dich, Mobius", sagte Barry, „Lass Mar Novu siegen."

„Siege Mar Novu, siege über den Anti-Monitor", fügte Nora hinzu.

Sie konnten sehen, wie sich die beiden Wesen, die aussahen wie Männer, aber keine Männer waren, umklammert hielten, wie sie einander Kraft raubten. Am Ende würde nur noch einer von beiden stehen, doch welcher von ihnen würde das sein?

Plötzlich sprang Oliver wie aus dem Nichts vor die Kämpfenden und schoss einen Pfeil ab, der sich direkt in den Kopf des Anti-Monitors bohrte. „Das ist für meinen Sohn, du Monster! Du hast dieses Universum zum letzten Mal im Stich gelassen!" Dann starb der Anti-Monitor, und es gab eine gewaltige Explosion.


„Was ist passiert? Wo ist Mar? Was sollen wir jetzt machen?" Alle starrten auf die Energie, die in Richtung Himmel schoss. „Was ist mit dem Multiversum?", wollte Laurel wissen.

„Wir müssen es zurückbringen!", meinte Sara.

„Aber wie?", wollte Black Lightning wissen.

„Damit!" Lex deutete auf die Energiesäule, „Das ist all die Energie, die Mobius absorbiert hat, als er das Multiversum zerstört hat. Wir müssen sie nutzen um das Multiversum zurückzubringen. Die Paragons müssen es tun, das hier muss ihre Aufgabe sein."

„Er hat recht", meinte Oliver, „Dafür wurdet ihr auserwählt. Konzentriert euch auf das, was ihr repräsentiert. Und schickt dann all das, was in euch ist, was euch erfüllt, mit einem kurzen gezielten Blick in Richtung der Energiefontäne."

Kara, Barry, Sara, J'onn, Kate, Ryan, und Clark sammelten sich und machten sich bereit.

„Aber wie sollen wir sicher gehen, dass das, was hier erschaffen wird, auch das richtige Multiversum ist? Unser Multiversum?", wandte Ray ein.

„Wir haben immer noch das hier." Caitlin hielt ihnen das Buch des Schicksals entgegen. „Hiermit kann man die Realität umschreiben, nicht wahr? Hiermit können wir kontrollieren, was dabei herauskommt." Lex und Karas Clark streckten im selben Moment die Hand nach dem Buch aus und sahen sich dann an. „Zusammen", meinte Clark.

„Einverstanden", sagte Lex.

Nora drückte den glatzköpfigen Mann den Arm und sagte: „Ich weiß, dass du uns dieses Mal nicht betrügen wirst, Lex. Immerhin bist du jetzt einer von uns." Dann ließ sie ihre Pheromone wirken. Superman mochte dem Mann vertrauen, sie hatte zu viel mit Eobard Thawne durchgemacht um den gleichen Fehler zweimal zu machen.

Die beiden Männer schlugen das Buch auf, und die sieben Paragons konzentrierten sich auf die Energiefontäne.

„Aber was ist mit Connor? Was ist mit unserem Sohn?", wandte sich Laurel an Oliver.

„Ich weiß es nicht", gab dieser zu, „Ich weiß es wirklich nicht."

Und dann wurde alles um sie herum weiß.


Jeder wachte dort auf, wo er hingehörte. Zumindest schien es so. „Komm schon, Nora, heute ist der Tag, an dem wir in die Zukunft zurückkehren!" Nora starrte Connor an und fragte sich, warum er es für nötig gehalten hatte einfach bei ihr zu Hause aufzutauchen und sie wach zu schütteln. „Ich will noch einen letzten Tag mit meinen jungen Eltern genießen, bevor ich dorthin gehe, wo sie alt und mies drauf sind!", verkündete er, „Nun, da es feststeht, dass es keine Krise im Dezember gibt, gibt es leider keinen Grund mehr für uns hier zu bleiben."

Keine Krise im Dezember, aber…..? „Offenbar", erklärte Oliver, „Können sich nur diejenige, die am Geburtsort der Zeit waren, an die Krise erinnern."

Vielleicht war das auch besser so. Wer erinnerte sich schon gerne an seinen eigenen Tod? Aber was war mit Connor los? Wieso war er so fröhlich, und …. Laurel und Oliver in der Zukunft am Leben? „Offenbar hat sich die Zeitlinie wieder einmal verändert", meinte Laurel mit einem geheimnisvollen Lächeln, „Ich bin einfach nur froh, dass Connor wieder lebt."

Nora ging es genauso. Doch bevor sie nach Hause konnte, musste sie sicher gehen, dass wirklich alles so war, wie es sein sollte. Nash Wells war wieder da, als wäre er nie weggewesen, die Krypta, die er gesucht hatte, gab es nicht mehr. Lyla lebte wieder und erinnerte sich an Nichts. Ihr Ehemann schien nicht vorzuhaben sie aufzuklären.

Black Lighting war dort, wo er hingehörte. Sein Universum schien nach seiner Aussage genauso zu sein, wie es zuvor gewesen war.

Jason und Clark erwarteten sie. Jason flog ihr förmlich entgegen. „Nora, Nora, Mom ist wieder da! Meine Mom lebt wieder!", erklärte er aufgeregt und drückte sie fest an sich (Offenbar hatte er immer noch einiges für sie übrig).

„Nichts hat sich geändert, und zugleich alles. Der Angriff auf den Planet hat niemals stattgefunden. Sie lebt noch. Sie alle leben noch", erklärte Clark unter Tränen, „Sie alle leben noch." Die Mutter seines Sohnes, der andere Vater seines Sohnes, sie standen verwirrt hinten, beobachteten das alles, hatten aber keine Ahnung, was los war. Vermutlich hatte er es ihnen gesagt, doch sie konnten es nicht verstehen, nur diejenigen, die am Geburtsort der Zeit gewesen waren, verstanden es.

Erde-2 war wohlauf, genau wie Erde-3, Cisco wurde mit Gypsy wiedervereint, Echo war verschwunden, wie von Geisterhand abgetaucht, vermutlich war er irgendwo dort draußen im Multiversum und stiftete hoffentlich keinen Unsinn.

Der letzte Stopp war Erde-38. Erde-38 lebte wieder. Alle Bewohner von ihr lebten wieder. Das alles hast du getan, Connor, und du kannst dich nicht einmal daran erinnern. „Niemand außer uns scheint sich an irgendetwas zu erinnern, was passiert ist", sagte Kara, „J'onn hat Alex und die anderen auf den neuesten Stand gebracht, aber der Zivilbevölkerung werden wir wohl besser vorenthalten, dass ihre Erde zerstört wurde, und sie alle gestorben sind."

„Und was ist mit Lex?", stellte Nora die wichtigste Frage, „Hat er uns irgendwie betrogen?"

Clark schüttelte den Kopf. „Die Welt hält ihn immer noch für tot. Alles ist so, wie es war, bevor die Krise begann", meinte er, „Aber ich bin überzeugt davon, dass er irgendwo dort draußen ist und darauf wartet Ärger zu machen. Und so soll es auch sein." Das stimmte vermutlich.

„Und was wird jetzt aus dir und Kate?", wollte Nora dann noch von Kara wissen.

Diese errötete leicht. „Nun, Fernbeziehungen sind nicht leicht aufrecht zu halten, und ihr Herz schlägt für eine andere. Und ich … nun ich habe da auch jemanden, dem mein Herz gehört, und auf den ich warte. Eines Tages wird uns das Schicksal vielleicht wiedervereinen. Und bis dahin komme ich zurecht", meinte sie, „Wie immer eben."

Offenbar war wirklich alles in Ordnung und so, wie es sein sollte. Nur ein bisschen besser vielleicht. Damit war es wohl wirklich an der Zeit für Nora, Connor, und Thomas nach Hause zurückzukehren. Für immer.

Oder zumindest bis zu nächsten multidimensionalen zeitenübergreifenden Krise. Und die würde bestimmt kommen, doch sie alle, quer durchs ganze Multiversum, würden bereit sein sich ihr zu stellen. In jeder Zeit. Gemeinsam.


Fin.


A/N: Das hier war die letzte Fic aus dem Speedster-Pheromon-Verse. Wie immer ein Fix-It auf Crack-Basis. So hätte das Crossover enden sollen, also habe ich es in diesem Verse so enden lassen. (Ich bin kein großer Fan davon, dass sie den gesamten Arrowverse-Canon in die Tonne getreten haben, nur um Supergirl, Superman, und Black Lightning auf derselben Erde zu haben wie die Bewohner von der ehemaligen Erde-1).

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