20. Entzündete Narben


Universum: Kompass-Verse, das hier ist die Fortsetzung von „Entscheidungsfreiheit" und vermutlich die letzte Fic im Kompass-Verse

Spoiler: Für die 2019/20 Staffeln des Arrowversums und für alle fünf Teile von „Crisis on Infinite Earths"

Pairings: Gen, etwas Eobarry, platonisches Nora/Eobard, vergangenes Westallen, diverse implizierte andere Pairings

Warnings: Spoiler, Multipler Character Death, universelle Vernichtung, Eobard ist Eobard, Lex ist Lex, Angst, Depression

Inhalt:Eobard und Nora haben sich in die natürliche Ordnung der Dinge eingemischt und damit offensichtlich das Endes der Multiversums herbeigeführt. Doch zum Glück sind sie nicht als einzige der universellen Vernichtung entkommen.


Es hätte klappen müssen. Stattdessen war alles viel schlimmer geworden. Eobard Thawne war niemand, der Fehler gerne eingestand, doch zumindest war er immer schnell bereit seine eigenen zu korrigieren. Nur, dass sich dieser hier vielleicht nicht mehr korrigieren lassen würde, dass dieser hier vielleicht sein letzter sein würde. Er hatte einen kleinen Ausflug auf Erde-90 unternommen um mit den dort ansässigen Flash alias Barry Allen (nun eigentlich war er ein Doppelgänger von Herny Allen, aber das tat nichts zu Sache) ein kurzes Gespräch zu führen, und mehr musste er auch nicht tun. Das sollte alles lösen. Barry wollte sich unbedingt opfern. Nora und Eobard hatten nicht vor ihn sich opfern zu lassen, und voila die Lösung war einfach: Dann musste sich an seiner Stelle eben ein anderer Flash, ein anderer Barry Allen, opfern. Zum Glück war das Multiversum endlos, und es gab genug Kandidaten zur Auswahl, und zum Glück wusste Eobard genug über die diversen Varianten der Krise um zu wissen, wen es zu manipulieren galt.

Leider hatte seine Manipulation unvorhergesehene Folgen: Mit einem Mal änderte sich die Zeitlinie erneut (das war nicht die vorhergesehene Folge), und dann gab es kein Multiversum mehr (das war die unvorhergesehen Folge). Natürlich ging das Multiversum nicht unter, weil Barry Allen nicht gestorben war – das wäre lächerlich, in den meisten Varianten der Krise, inklusive der ursprünglichen, war Barry während der Krise nur verschwunden, nicht gestorben – es ging unter, weil zu viele Faktoren im Spiel waren, die die Zeitlinie destabilisierten und eine neue unerwünschte Variante der Zukunft erschufen, in der es … nun ja, keine Zukunft mehr gab.

Zum Glück kannte Eobard Mittel und Wege sich vor Veränderungen der Zeitlinie und der Realität zu schützen, genau wie seine Kompassgefährtin (nicht diese Art von Kompassgefährtin, das wäre falsch und ekelig, er meinte damit nur die Person, die ihm im gesamten Multiversum am nächsten stand, weil sie auf seinem Kompass stand). Allerdings konnten sie sich nicht ewig in der negativen Speed Force verstecken. Die Frage war nur, wo sie hinsollten.

Immerhin gab es kein materielles Universum mehr, es gab nur noch ein Anti-Materie-Universum, und dort konnte keiner leben, der nicht gerade der Anti-Monitor selbst war. Doch einen Ort gab es noch, an den sie sich begeben konnten, einen Ort, der Eobard schon einmal als Hauptquartier gedient hatte.

Allerdings waren sie an diesem Ort nicht alleine. „Ich glaub es nicht", murmelte Eobard.

Nora West-Allen kannte weniger Zurückhaltung. „Dad!" Sie fiel Barry Allen um den Hals. „Oh, mein Gott, Nora! Nora! Ich dachte du … ich dachte alle wären…" Barry brach stotternd ab und drückte seine Tochter fest an sich. Dann traf sein Blick auf Eobards. „Habt ihr euch in der negativen Speed Force versteckt?", wollte er wissen.

Eobard nickte nur und wartete auf die übliche tadelnde Ansprache. Stattdessen seufzte Barry nur, offensichtlich erleichtert. „Du hast sie gerettet", stellte er mit belegter Stimme fest, „Du hast meine Tochter gerettet."

„Nun, es ist nicht das erste Mal, oder? Ich habe dir gesagt, dass sie mir genauso viel bedeutet wie….", begann Eobard und brach dann ab, als er sah, dass Barry sich von Nora löst und stattdessen auf ihn zukam. Er machte sich auf einen Angriff gefasst, doch stattdessen umarmte Barry ihn. „Danke, danke, dass du sie gerettet hast", raunte Barry in sein Ohr. Dann fügte er mit gebrochener Stimme hinzu: „Die anderen sind alle tot. Iris, Cisco, Joe, Caitlin, die ganze Welt, jede Welt."

Eobard drückte Barry etwas hilflos an sich. Das hier hatte er sich Jahre lang gewünscht, nicht wahr? Barry Allen in seinen Armen. Barry Allen an seiner Seite. Barry Allen als gebrochenen Mann. Barry Allen, der sich an niemand anderen mehr als an ihn wenden konnte. Aber nun da er endlich hatte, was er sich immer gewünscht hatte, stellte er fest, dass die Kosten zu hoch gewesen waren. „Ich weiß, Barry", formulierte er mühselig, „Ich weiß. Es tut mir so leid." Er strich den anderen Mann tröstend über den Hinterkopf. Aber was sollte er schon sagen? Trost spenden war schon unter normalen Umständen keine seiner Stärken, und im Moment gab es tatsächlich überhaupt nichts, was er sagen konnte, um das alles hier besser zu machen.

„Hm-hm!", räusperte sich eine weibliche Stimme lautstark. Jetzt erst fielen Eobard die anderen Anwesenden auf, und er kam sich ertappt vor, als er sich von Barry löste. „Sara Lance, wie immer ist es keine Freude dich wiederzusehen", stellte er fest, als er White Canary in voller Montur und vermutlich bereit ihn zu verprügeln musterte.

„Das beruht wie immer auf Gegenseitigkeit!", meinte Sara spitz.

Eobard nickte auch der anderen Blondine, die neben Sara stand, zu. „Supergirl, Kara, wie ich sehe hast du es auch geschafft – mit intaktem Herzen, nehme ich an", meinte er.

Kara Danvers, die eine neue Uniform trug, musterte ihn nur kalt. „Meinem Herz geht es gut, danke der Nachfrage. Schon seit Monaten wollte es mir niemand mehr bei lebendigem Leibe herausschneiden", sagte sie.

„Und das muss Martian Manhunter sein! J'onn J'onzz, es ist mir eine Ehre!", wandte sich Eobard an den dunkelhäutigen Mann, der hinter Kara stand.

„Ich kann von mir nicht das gleiche behaupten", erwiderte der Mann nur.

„Und Dr. Choi ist auch hier!", stellte Eobard unbeeindruckt fest, „Das ist gut, damit kann ich arbeiten. Ich meine, Ryan Choi! Gut, Raymond wäre mir lieber gewesen, aber zusammen können wir beide uns alle hier vielleicht doch noch rausbekommen…."

Ryan Choi wirkte vor allem verwirrt und schien keine Ahnung zu haben, wen er vor sich hatte. Aber das war angesichts seines Alters auch nicht verwunderlich. „Und wen haben wir hier noch? Batwoman! Warum nicht, ich wollte dich immer schon mal treffen, nenn es morbide Neugierde! Und das ist …. Lex Luthor?! Entschuldigt die Frage, aber warum ist Lex Luthor hier?", brach Eobard schließlich verwirrt ab. Das war nicht gerade der Mann, den er zusammen mit den anderen hier erwartet hätte.

„Die gleiche Frage könnte ich Ihnen stellen. Wer zum Teufel sind Sie?", wollte Lex Luthor wissen, „Und wer ist das Mädchen?"

„Oh, das hier ist meine Tochter Nora. Also meine zukünftige Tochter aus einer alternativen Zeitlinie um genau zu sein", stellte Barry Nora den restlichen Anwesenden vor.

Batwoman kniff die Augen zusammen. „Haben alle Superhelden erwachsene Töchter aus der Zukunft als Sidekicks? Ist das etwas, worauf ich mich einstellen muss?", wunderte sie sich.

„Oh, wir hatten die Idee vor Oliver und Mia", versicherte Barry ihr.

„Und der Kerl? Ist das ein Doppelgänger von Pariah?", wunderte sich Batwoman weiter.

„Nash Wells, hah! Oh, nein, das hier ist nicht mein richtiges Gesicht, ich habe es mir nur ausgeborgt. Ich bin Eobard Thawne, ein Wissenschaftler und Speedster aus der Zukunft", stellte Eobard sich vor.

„Er ist der Reverse-Flash", fügte Sara hinzu, „Barrys Erzfeind."

„Er wollte mir einmal das Herz aus der Brust schneiden um es meiner Nazi-Doppelgängerin von einer anderen Erde einzusetzen", fügte Kara hinzu, wohl um zu verdeutlichen für wie böse sie ihn hielt.

„Das ist noch gar nichts. Einmal hatte er die ganze Realität umgeschrieben um sich selbst zum Herrscher der Welt zu machen, hat mich und mein Team praktisch versklavt, und wollte dann seine Partner bescheißen und das Artefakt, mit dem man die Realität umschreiben kann, zerstören, damit ihn ja niemand seine Macht wieder wegnehmen kann", erläuterte Sara den anderen seine Zeit mit der Liga der Verdammnis.

„Ich verstehe", meinte Lex Luthor, „Er ist also der Böse hier."

„Wirklich? Das muss ich mir von Lex Luthor anhören?", beschwerte sich Eobard, „Zumindest habe ich niemals beinahe die Erde vernichtet nur um Superman umzubringen."

„Das ist die Darstellung der Gegenseite", betonte Luthor.

„Leute, Leute, hört mal, ich weiß, dass viel gegen ihn spricht, aber Eobard ist nicht mehr so. Er steht auf meinem Kompass, okay? Er hat mich gerettet. Mehrfach", ergriff Nora das Wort und verteidigte ihn natürlich. Barry hätte ruhig auch etwas in Eobards Namen sagen können.

„Und er ist einer der klügsten Menschen aller Zeiten", fügte Barry doch noch hinzu, „Und jetzt, wo alle Welten tot sind, hat er keinen Grund sich gegen uns zu stellen. Er wird uns helfen."

„Damit hat Barry vermutlich recht. Abgesehen von Gehässigkeiten wie Kara das Herz herauszuschneiden geht es dem guten alten Eobard bei seinen Taten meistens um Selbsterhaltung. Er braucht das Multiversum genauso wie wir", meinte Sara.

„Danke, Captain Lance. Seht ihr, sogar sie, die mich hasst, weiß, dass ich nur hier bin um zu helfen", meinte Eobard dazu.

„Ihr meint also, dass wir ihm mehr vertrauen können als Lex? Nun, das bin ich sogar bereit zu glauben", meinte Supergirl bissig.

„Hey, ich bin ein Paragon, auserwählt dazu alles Leben zu retten!", warf Luthor ein.

„Er ist ein Paragon? Nein, das ist nicht … Natürlich die sieben Paragons! Darauf hätte ich selbst kommen können, aber Lex Luthor ist kein Paragon …" Eobard starrte die versammelte Gruppe nachdenklich an. „Superman ist ein Paragon. Der Paragon der Wahrheit. Und … Oh, ich verstehe…. Das ist … Das ist wirklich unverfroren. Ich meine, ich habe wie bereits erwähnt selbst schon mal die Realität umgeschrieben, aber sich zu einem Paragon zu machen? Noch dazu anstelle eines bereits existierenden …. Ich schätze das erklärt das Ende des Multiversums." Eobard schüttelte ungläubig den Kopf.

„Das geht mit Sicherheit nicht auf meine Kappe. Ich habe nur versucht zu helfen. Na ja und mein Leben gerettet, immerhin wurde nur die Paragons hierher gerettet, und als ich das gelesen habe, nun da musste ich an mich selber denken. Das kann doch wohl jeder verstehen, oder?", verteidigte sich Lex Luthor.

„Entschuldigt, aber was ist ein Paragon?", wollte Nora an dieser Stelle wissen, „Und was haben die mit dem Ende des Multiversums zu tun?"


Paragons waren offenbar auserwählte Individuen aus dem Multiversum, die besondere Eigenschaften verkörperten, und dazu bestimmt waren das Multiversum zu retten. Die sieben Leute hier waren die Paragons, wie es schien. Doch nun, da das Multiversum bereits zerstört worden war, schienen sie sich nicht so sicher darüber zu sein, was sie tun sollten um alles wieder in Ordnung zu bringen. Offenbar hatte Pariah sie zum Vanishing Point gerettet, nachdem der Monitor getötet worden war und Erde-1, die letzte überlebende Erde, vom Anti-Monitor zerstört worden war. Und nun saßen sie hier fest.

Noras Dad wollte via Speed Force entkommen, was Eobard für eine ganz schlechte Idee hielt und ihm auch sagte. „Das Multiversum wurde zerstört, was Einfluss auf die Speed Force hat, auch wenn wir nicht genau vorhersagen können welchen. Sie hat die diversen Universen miteinander verbunden, Universen, die es jetzt nicht mehr gibt. Wohin willst du überhaupt gehen, Barry? Die Anti-Materie hat das Zeitreisen via Speed Force schon vor der Zerstörung all der Dimension schwierig gemacht, jetzt wäre es noch schwieriger! Wir wissen nicht, was passieren würde, wenn du versuchst in die Speed Force zu gelangen. Du könntest darin gefangen sein und nie wieder herauskommen! Oder erst, wenn für alle anderen hier Jahre vergangen sind! Du könntest sterben! Es wäre einfach gefährlich und unverantwortlich es zu versuchen, gerade für dich als Paragon!", erklärte er wütend.

Nora hatte eigentlich damit gerechnet, dass sich ihr Dad nichts sagen lassen würde. Doch zu ihrer und offenbar auch Eobards ehrlicher Überraschung, meinte ihr Vater: „Du hast recht."

Nora und Eobard wechselten besorgte Blicke. Barry klangt so …. besiegt und niedergeschlagen, überhaupt nicht nach den Barry Allen, den sie kannten.

„Es ist besser, wenn wir die Time Master Technologie reparieren und mit ihr von hier wegkommen", fuhr Eobard fort, „Mit der Assistenz von Dr. Choi und Mister Luthor sollte das für mich kein Problem darstellen. Am Besten, ich gehe gleich an die Arbeit. Oder hat jemand Einwände?" Er sah die anwesenden Paragons herausfordernd an.

„Ich werde euch überwachen, nur zur Sicherheit", meinte Supergirl.

„Tu dir keinen Zwang an. Vielleicht kannst du uns ja was aufschmelzen", ätzte Lex Luthor.

„Eigentlich denke ich, dass uns ein Kryptonier ganz nützlich sein könnte, wenn es darum geht diese Technik zu reparieren. Also los, an die Arbeit!", meinte Eobard großzügig.

„Ich kann mich selbst verteidigen", erklärte Supergirl unbeeindruckt. Dann gingen die drei Wissenschaftler gefolgt von Supergirl los um brauchbare Technologie zu finden um von hier wieder wegzukommen.

„Ja, ehm, Sara, Kate, ich wollte da etwas mit euch besprechen", ließ sich Martian Manhunter dann vernehmen.

„Oh, ja, klar. Die Sache", meinte Sara.

„Die Sache? Welche Sache… oh, die Sache, ja, lasst uns gehen", erwiderte Batwoman, zunächst verwirrt, dann aber überzeugt und die drei ließen Nora mit ihrem Vater alleine.

Barry umarmte seine Tochter noch einmal. „Ich dachte, ich hätte dich verloren", sagte er, „Ich dachte, ich hätte alle verloren."

„Ich bin hier, Dad", versicherte ihm Nora.

„Und? Wie geht es dir, so? Der Schmerz, als die Erde zerstört wurde …. Hast du dich davon erholt? Ich meine, immerhin hast du noch Eobard, also ist dir besser ergangen als den meisten anderen, aber trotzdem….", wollte ihr Dad wissen.

„Der Schmerz, als ….? Dad, wovon redest du? Ich war in der Negativen Speed Force, als die Erde zerstört wurde. Was hätte ich spüren sollen, als…." Sie brach ab, als es ihr klar wurde. „Oh! Nein, nein, ich meine, nichts hat sich geändert, sieh selbst!" Sie krempelte ihren Ärmel hoch und zeigte ihrem Vater ihren Kompass. Der Name Eobard Thawne stand anstelle des Nordens darauf, ansonsten war er leer. „Ich wurde von sämtlichen Veränderungen der Zeitlinie abgeschirmt, genau wie Eobard", fügte sie hinzu, „Was ist …. Was ist passiert?"

Ihr Dad krempelte seinen Ärmel zu und zeigte ihr seinen Kompass. Er sah anders aus als sonst. Nora kannte den Kompass ihres Vaters sehr genau. Der Name Leonard Snart im Westen war schon lange rot-durchgestrichen. Doch im Norden prangte der Name Cisco Ramon. Im Süden der Caitlin Snow. Und im Osten Iris West-Allen. Es war aus Noras Perspektive kaum Zeit vergangen, seit sie mit ihrem Dad genau über diese Namen gestritten hatte und darüber, was er ihnen antun würde, wenn er sein Leben opferte. Nun war nicht er derjenige, der gestorben war. Nora hatte noch nie zuvor einen Kompass mit lauter Toten darauf gesehen. Der Kompass selbst war nicht mehr schwarz, er war knallrot, statt wie ein aus schwarzer Tinte gemachtes Tattoo wirkten die Nadeln wie Narben. Alle Namen waren durchgestrichen und rot. Aber auch die Haut unter den Kompass war gerötet und wirkte entzündet. Ihre Eltern hatte nicht oft darüber gesprochen, was passiert war, als sie eine ihrer Himmelsrichtungen verloren hatten, aber Nora wusste, dass sich nicht einfach nur die Namen Leonard Snart und Eddie Thawne durchgestrichen hatten. Sie wusste, dass es sich angefühlt hätte, als würde ihnen ihr Arm abfallen. Und nun hatte ihr Dad auf einen Streich seine drei restlichen Namen verloren. Nora berührte vorsichtig den roten Kompass. Barry zischte vor Schmerzen auf.

„Als sie starben ….als deine Mom starb …. Sie stand direkt vor mir, ich konnte sie beinahe berühren, als Pariah mich wegtransportiert hat, und dann …" Barry schüttelte den Kopf. „Ray hat immer geglaubt, dass unser Kompass uns irgendwo hinführen soll, weißt du noch? Dass unsere Himmelsrichtungen uns dorthin führen, wo wir hingehören, und dass wir durch sie mit allen verbunden sind, mit denen sie verbunden sind, und dass auf diese Weise die gesamte Menschheit miteinander verbunden ist. Als die Erde starb … es war, als könnte ich nicht nur sie drei sterben spüren, als war, als hätte ich alle anderen auch gespürt, als hätte ich Wally und Kamilla gespürt und die vierte Person auf den Kompassen von deiner Mom und von Caitlin, und alle von deren Kompassen, und … Ich dachte, ich sterbe auch. Den anderen ging es nicht viel besser. Und diese Entzündung…. Nora, was wenn ich ihre Namen eines Tages nicht mehr lesen kann? Was wenn sie verblassen? Was wenn ich sie alle … noch einmal verliere?"

Auf diese Frage hatte Nora keine Antwort.


Die Reparaturen dauerten länger als erhofft, wie es schien. Die Paragons waren dazu übergangen ihre Kompasse offen zu tragen. Vermutlich war das ihre Form der Trauern.

Saras krebsroter Kompass auf roter Haut zeigte die durchgestrichenen Namen von Nyssa al Ghul, Laurel Lance, Oliver Queen, und Leonard Snart. Soweit Nora das mitbekommen hatte, waren drei davon schon rot und durchgestrichen gewesen, bevor die Erde zerstört worden war. Trotzdem hatte es deswegen vermutlich nicht weniger wehgetan, als es passiert war.

Kara Danvers Kompass zeigte die durchgestrichenen Namen von James Olsen, Kal-El, Mon-El, und Alex Danvers. „Die Tatsache, dass er in der Zukunft war, weit weg von all dem, in Sicherheit, hat mich hoffen lassen, und als ich sah, dass er genauso rot und durchgestrichen ist, wie die anderen da …. Konnte ich nicht anders als zu denken, dass die Tatsache, dass ich der Paragon der Hoffnung bin eine Art kosmischer Witz sein muss, da ich keine Hoffnung mehr übrig habe", sagte Kara eines Tages leise zu Nora, „Denn, wenn es keine Zukunft mehr gibt, worauf soll man dann hoffen?" Nora wusste nicht, was sie darauf sagen sollte. Die Zukunft, aus der sie kam, gab es schon lange nicht mehr. Und nun gab es überhaupt keine Zukunft mehr, wie es schien.

Der Marsianer war ein Gestaltenwandler. In seiner eigentlichen Form war er grün, die er nun meistens annahm anstatt in seiner menschlichen Tarnung herumzulaufen. Auch die Namen auf seinem Kompass waren rot und durchgestrichen, die Haut darunter war nicht rot, sondern bläulich, offenbar zeigten sich Entzündungen bei grüner Haut durch blau an. Die Namen auf seinem Kompass waren vor allem marsianisch. Hank Henshaw allerdings sah nach einem menschlichen Namen aus. „Meine menschliche Gestalt. Sie zu tragen käme mir deswegen jetzt falsch vor", sagte J'onn, „Er war mein Feind, doch dank ihm konnte ich Jahre lang so viele Aliens retten und beschützen. Die anderen waren meine Liebsten: meine Frau, M'gann, meine Hoffnung auf eine Zukunft, mein Bruder. Dieser Name war lange Zeit verschwunden, und dann ist er wieder aufgetaucht. Er ist wieder aufgetaucht, als ich meine Erinnerungen an ihn zurückbekommen habe. Vermutlich war der Name immer da, ich konnte ihn nur nicht mehr sehen, so wie ich die Erinnerungen an ihn nicht mehr sehen konnte. Ich hatte ihn gerade erst wieder gefunden. Und jetzt ist er weg. Genau wie M'gann. Genau wie alle anderen Marsianer und Erdenmenschen und Aliens. Sie sind alle weg. Ich muss meditieren um den Gedanken daran ertragen zu können." Doch keine Meditation konnte diese Wunde heilen. Nichts konnte sie heilen.

Kate Kane, Batwoman, reagierte nicht mit Meditation, sondern mit Wut auf ihre Trauer. Sie trainierte und trainierte Nahkampfmanöver als könnte sie so den Anti-Monitor schlagen. Sophie Moore, Luke Fox, Renee Montoya, und Mary Hamilton-Kane standen durchgestrichen auf ihrem Arm und würden dort vielleicht nicht mehr lange stehen, ihr Kompass war entzündeter als der der anderen, vermutlich von ihrem vielen Training.

Ryan Chois Arm trug den Namen seiner Frau und von drei Leuten, die er nicht kannte, wie er selbst sagte. „Und nun werde ich sie nie mehr kennenlernen. Ist es seltsam um etwas zu trauern, das man nie hatte?" Nora, die ihr ganzes Leben lang um die heile Familie, die ihr im Kleinkindalter entrissen worden war, getrauert hatte, wusste, dass man das was man nie gehabt hatte sehr wohl sehr stark betrauern konnte.

Als sie Lex Luthors Kompass zu Gesicht bekam, waren von den vier Namen nur noch zwei zu lesen: „Lena Luthor", entzifferte sie voller Anstrengung, während „Clark Kent" noch relativ deutlich zu lesen war. Lex schien diesen Teil seines Kompasses weniger oft berührt zu haben als den Rest. Nora fragte nicht nach den anderen beiden Namen, wenn ein Teil von ihr sich doch fragte, welche Namen wohl auf den Kompass eines Mannes wie Lex Luthor zu finden waren. Anderseits war ihrer auf den Arm von jemandem wie Eobard Thawne zu finden.

Die schleppende Arbeit an dem Zeitreise-Teleporter der Time Master zerrten an ihrer aller Nerven. Lex wurde ausfallend zu Ryan, wenn die Dinge nicht so liefen, wie er es sich erhoffte, während Eobard keine Möglichkeit ausließ Lex darüber zu belehren, dass er nicht so schlau war, wie er dachte. Ihr Dad wurde immer stiller und trauriger, je mehr die Namen auf seinen Kompass zu verblassen schienen. Und dann hatten sie das Ding endlich repariert.

„Soweit so gut, aber wir haben nur Energie für einen Versuch", erklärte Eobard, „Wohin reisen wir?"

Das war eine gute Frage, nicht wahr? Es war ihr Dad, der die Antwort lieferte. „Nash. Er hat den Anti-Monitor befreit. Wenn wir ihn daran hindern, dann wird das alles hier niemals passiert sein", meinte er.

„Aber er hat seine Waffe doch schon. Dort drinnen, wo er eingesperrt ist", wandte Eobard ein, „Er hat den anderen Barry Allen. Erde-2 wurde zerstört, bevor er befreit wurde. Was hindert ihn daran von seinem Hauptquartier aus trotzdem alle anderen Erden zu zerstören?"

„Wir tun es", meinte Barry überzeugt, „indem wir seine Waffe zerstören und Barry befreien."

„Und der Anti-Monitor? Was machen wir mit dem?", wollte Eobard wissen, „Wie wollt ihr den besiegen? Mit euren paragonischen Kräften? Wie genau sehen die eigentlich aus?"

„Mach den Plan nicht schlecht, nur weil er nicht von dir kommt, Eobard", meinte Sara kalt, „Es ist ein guter Plan."

„Oh, wenn die Anführerin der Legends dieser Meinung ist, dann muss es ja wohl klappen, wenn man von unvorhersehbaren Schäden für das Raumzeitkontinuum absieht", ätzte Eobard.

„Es ist ganz einfach - wir zerstören seine Waffe, befreien seinen Gefangenen, und sperren ihn stattdessen woanders ein", meinte Sara, ohne auf ihn zu achten, „An einem Ort, von dem er nicht so einfach fliehen kann."

„Und was für ein Ort soll das sein?", wollte Kate wissen.

„Es gibt andere Dimensionen - ich meine als die, die wir kennen - wenn wir ihn in eine Dimension verbannen, aus der er nicht entkommen kann, kann er den anderen keinen Schaden zufügen", meldete sich Ryan zu Wort, „Ich habe diese Theorie über eine Mikro-Dimension…."

„Rays Schrumpfstrahl", erkannte Sara, „Wenn wir den Anti-Monitor damit soweit schrumpfen, dass er in diese Mikro-Dimension fällt, dann ist er dort gefangen. So wie Hank Pyms Frau in Ant-Man."

„Sagt mir bitte, dass unser bester Plan nicht von einer Comicverfilmung von diesem anderen Verlag inspiriert wird", meinte Lex ungläubig.

„Es könnte aber klappen", gab Eobard zu, „Es gefällt mir nicht, aber es könnte klappen."

„Könnt ihr Rays Schrumpfstahl nachbauen?", wollte Sara von ihm wissen.

„Ohne Palmers Hirn? Schwer, aber ja, immerhin stamme ich aus der Zukunft, so haben wir das Müllproblem unter Kontrolle bekommen", meinte Eobard, „Ich kann einen bauen."

Sara nickte zufrieden. „Damit steht dieser Plan", meinte sie, „Machen wir uns bereit."

„Wieso nur habe ich das Gefühl, dass das furchtbar schief gehen wird, und wir alle sterben werden?", ätzte Lex.

Barry nahm seine Tochter zur Seite. „Nora, das letzte Mal, als wir die Waffe des Anti-Monitors zerstören mussten, musste sich ein Speedster dafür opfern. Ich hätte es sein sollen, doch der andere Barry hat sich geopfert. Wenn ich es gewesen wäre, vielleicht wäre dann alles anders gekommen. Vielleicht hätte ich so alle gerettet. Wenn es diesmal soweit ist, dann musst du mich gehen lassen, so schwer es dir fällt. Der Monitor hat es mir gesagt, es ist mein Schicksal", sagte er.

Nora nickte. „Das Schicksal des Multiversums steht auf dem Spiel", meinte sie, „Ich habe nicht vor es in irgendeiner Form zu gefährden." Doch sie würde eher selbst sterben als zulassen, dass ihr Vater sich opfern würde.


Der Teleporter funktionierte. Sie kamen alle neun in einem Stück in der Vergangenheit an. Mitten in der Kanalisation von Central City. „Es hat geklappt!", stellte Sara fest, „Und ab jetzt gehe ich nie mehr ohne einen Zeitportal-Öffner aus dem Haus! Soviel Aufregung beim Zeitreisen vertrage ich nicht!"

„Schnell jetzt, wir müssen Nash aufhalten, bevor er den Anti-Monitor befreit!", meinte Barry und war auch schon weg. Nora und Eobard folgten ihm. Die Nicht-Speedster blieben einen Moment irritiert zurück. „Ich, ehm, sehe besser zu, dass ich sie einhole", meinte Kara und flog dann auch schon hinterher.

„Toll", meinte Sara, „Damit ist wohl für den Rest von uns joggen angesagt."

„Ich jogge nicht", meinte Lex Luthor würdevoll.

J'onn seufzte, packte ihn, und flog mit ihm davon.

„Ich jogge schon. Kein Grund mich zu tragen", versicherte Ryan den restlichen Paragons schnell. Sara bestastete ihren Kompass und zwang sich zugleich nicht darauf zu sehen. Wenn sie es tun würde, und er hätte sich verändert, wäre das wunderbar, doch wenn sie auf ihn blicken würde, und er hätte sich nicht verändert, nun das würde bedeuten, dass sie ein Zeitrelikt aus einer nichts-mehr-existierenden Zeitlinie wäre, und das wäre nicht erfreulich (vor allem, weil sie dieses Prinzip bisher keinem der Nicht-Speedster erklärt hatte), und im Grunde wollte sie das alles gar nicht wissen, bis es vorbei war. So oder so. „Los jetzt!", befahl sie. Und Kate, Ryan, und Sara rannten los.

„Nein!" Barry rammte Nash gegen die nächstbeste Wand. „Nicht öffnen!"

„Au! Das war nicht nötig", beschwerte sich Nash.

„Keine Zeit für Erklärungen, aber da drinnen ist das größte Monster aller Zeiten, und wir dürfen es nicht hinauslassen!", sagte Barry eindringlich.

„Dafür mag es ein bisschen zu spät sein", gestand Nash ein.

Oh, nein! Die Wand, die das Hauptquartier der Anti-Monitors hinter sich verbarg, leuchtete weiß auf. „Wir sind zu spät!", erkannte Barry. Und schon kamen ihm ein Schwarm Schattendämonen entgegengeflogen. „Ich hasse diese Kerle!", seufzte Kara und schoss ihren Laserblick auf die ersten ab, über die sie hinweg flog. „Bleib hier und rühr dich nicht!", wies Barry Nash an und schloss sich dann den Kampf gegen die Schattendämonen an. Nora und Eobard waren ebenfalls mit ihnen beschäftigt.

J'onn landete mit Lex Luthor, der etwas Unanständiges murmelte und dann mit der selbstgebastelten Waffe an seinem Arm auf die Schattendämonen schoss.

„Ich rette den Flash", rief Nora ihrem Vater im Vorbeilaufen zu und rannte dann in das Licht hinein. „Nora, nein!", rief Barry, doch es war schon zu spät. Immer mehr Schattendämonen schienen aufzutauchen. Inzwischen hatten auch Sara, Kate, und Ryan den Kampf erreicht und wehrten sich gegen die Schattendämonen.

„Ihr denkt, ihr könnt mich aufhalten? Ihr kleinen unbedeutenden Sterblichen?" Der Anti-Monitor erschien in der Kanalisation und hob gebieterisch die Arme. „Da irrt ihr euch!"

In diesem Moment tauchte eine Gestalt in Grün vor dem Anti-Monitor auf. „Sie vielleicht nicht. Aber ich", sagte eine vertraute Stimme.

Nein, das ist nicht möglich! Er ist tot! „Ich halte ihn auf. Rettet ihr das Multiversum!", forderte Oliver Queen, denn um niemand anderen handelte es sich bei den Neuankömmling, und dann stürzte er sich auf den Anti-Monitor. Barry sah Energiestöße zusammenprallen.

Die Tretmühle!, fiel Barry wieder ein.

Nora stand mit einem erschöpften Barry Allen von Erde-90 neben der Tretmühle. „Er hat mich gezwungen. Es war ein Testlauf, bei dem er mich gezwungen hat eine Erde zu zerstören", keuchte der Barry, „Und jetzt …." Die Tretmühle glühte. Barry hatte das schon befürchtet. „Das ist er, das ist der Moment. Es tut mir leid, Nora", verkündete Barry.

„Nein, mir tut es leid, Dad. Aber ich kann das nicht zulassen. Du bist ein Paragon. Ich aber bin nur ein Zeitrelikt", erwiderte Nora und sprang dann, bevor Barry irgendetwas tun konnte, auf die Tretmühle.

„Nein, Nora!" Eobard fegte an ihnen vorbei. Barry konnte nicht einmal blinzeln, und dann stand er wieder in der Kanalisation - der andere Barry hatte ihn nach draußen geschafft. „Es tut mir leid, aber es ist nicht sicher dort drinnen", erklärte er keuchend.

„Ach, und hier draußen ist es das?!"

Rund um sie herum kämpften die Paragons gegen die Schattendämonen, während Oliver immer noch mit dem Anti-Monitor rang. „Zeit für unseren Plan!", verkündete Sara, „Barry!"

Ja richtig. Der Plan…. Barry schnappte sich Ryan und stellte diesen direkt vor dem Anti-Monitor ab. Dann feuerte dieser die Waffe ab und schaffte es sogar an Oliver vorbeizuschießen und zu treffen. Der Anti-Monitor hielt irritiert inne. Und dann begann er zu schrumpfen, immer weiter zu schrumpfen, und weiter zu schrumpfen, bis er verschwunden war.

„Das war's! Ich glaub's nicht, wir haben-!", rief Ryan erfreut aus, doch er wurde von einem Blast, der aus der Kammer des Anti-Monitors kam, unterbrochen.

„Schnell, bildet eine Reihe!", bellte Oliver. Die Paragons reihten sich nebeneinander vor Nash Wells und dem anderen Barry Allen auf.

Und dann war es vorbei.


Was ist passiert? Nora rieb sich den Kopf. Eobard, dieser Bastard, hatte sie in die Negative Speed Force geschupft. Und war dann wohl selbst den Heldentod gestorben. Das werde ich ihm niemals verzeihen!

„Kein Grund sauer zu sein, kleine Läuferin."

„Eobard?" Sie blinzelte den vor sich stehenden Mann an. „Ein Zeitartefakt? Hast du eines geopfert oder bist du eines?"

Eobard half ihr auf die Füße. „Ich lasse immer ein Zeitartefakt in der Negativen Speed Force zurück, wenn ich sie verlasse, nur für alle Fälle", erklärte er, ohne auf die Frage einzugehen.

„Hat es geklappt? Ist die Krise vorbei? Wurde der Anti-Monitor besiegt?", wollte Nora wissen.

Eobard nickte. „Wir stehen auf einer noch existierenden Erde, also denke ich die Antwort auf deine Frage lautet ja", meinte er.

„Und die Paragons?"

„Ich habe keine Spur von ihnen gefunden. Die einzigen anderen Personen in dieser Kanalisation sind ein sehr verwirrter Nash Wells und Barry Allen von Erde-90", erklärte Eobard, „Offenbar hat unser Plan funktioniert."

Nora war nicht bereit einfach auf sein Wort zu vertrauen. Sie rannte los, so schnell sie konnte, sie rannte los quer durch die Stadt, direkt nach StarLabs. Dort saßen ihr Dad, ihre Mom, Caitlin, Cisco, Ralph, Joe und Cecile in der Lounge. Und sie alle waren am Leben. „Oh, mein Gott, Dad!" Nora fiel ihrem Vater in die Arme. „Wir haben's geschafft, wir haben's wirklich geschafft! Es ist vorbei, wir haben gewonnen! Wir haben gewonnen!"


Wie sich herausstellte, war Erde-2 vernichtet worden. Es hatte also doch Opfer gegeben, Milliarden von Opfern. Nicht alle Bewohner waren aber gestorben, der Flash von Erde-2, Jesse Quick, hatte ihren Vater und viele andere Bewohner evakuiert, als der Untergang begonnen hatte. Sie hatte nicht besonders viele retten können, aber so viele sie konnte, zumindest einige hundert Leute hatten es geschafft. Sie alle waren nun ohne Heimat und würden sich hier auf Erde-1 oder anderswo im Multiversum eine neue Existenz aufbauen müssen.

Es hätte aber schlimmer kommen können. Barry Allen und Oliver Queen würden nicht sterben, wie es ihnen prophezeit worden war, unendliche Welten würden nicht vernichtet werden, wie es ihnen gedroht hatte.

Die Mehrzahl der Paragons würde sich vermutlich niemals an die Ereignisse erinnern, die ihnen widerfahren waren. Als Zeitreisende würde Sara Lance unweigerlich ihre Erinnerungen daran zurückgewinnen. Barry Allen bei seiner nächsten Zeitreise vermutlich ebenfalls. Doch die anderen würden niemals wissen, dass sie auserwählt gewesen waren das Multiversum zu retten und bei dieser Aufgabe triumphiert hatten, dafür jedoch ihr Leben gegeben hatten.

Vielleicht war es ja besser so. Keiner würde sich an den Schmerz des roten Kompass' erinnern. Keiner würde sich daran erinnern Menschen verloren zu haben, die er niemals gekannt hatte und nun niemals kennen können würde.

Nora West-Allen erinnerte sich an alles. Und das war genug.

Und manchmal glaubte sie eine Präsenz zu fühlen, die von irgendwo dort draußen über sie wachte, eine bekannte und zugleich fremde Präsenz. Vielleicht also war sie doch nicht so alleine mit ihrem Wissen, wie sie dachte, vielleicht waren sie und Eobard doch nicht die einzigen, die das alles durchlebt hatten. Vielleicht.

Die gesamte Menschheit, die Bewohner des Mars, die Kryptonier – sie alle waren durch den Kompass auf ihren Arm miteinander verbunden, und vielleicht waren sie durch diesen auch mit denjenigen verbunden, die gestorben waren um sie alle zu retten. Selbst nach ihren Tod immer noch.

Ray Palmer, so wusste Nora sehr genau, würde dieser Gedanke gefallen.


Fin.


A/N: Ein weiteres Fix-It, wie ihr seht. Bisher waren die Nachwirkungen von Crisis ja eher interessant und amüsant bzw. sehr emotional in einem Fall, aber ich glaube nach wie vor, dass den meisten Zusehern noch nicht wirklich klar geworden ist, dass praktisch nichts aus den letzten viereinhalb Staffel von „Supergirl" mehr Canon ist. Bzw. die erste Hälfte der fünften Staffel ist auf jeden Fall nie passiert und jetzt kommt wohl die neue Variante davon, wobei der Vorteil den die Hauptcharaktere haben ist, dass sie sich an den ersten Durchgang erinnern, weil sie ihn in einer anderen Zeitlinie erlebt haben, was zwar ein interessantes Konzept ist meines Dafürhaltens nach aber trotzdem das Opfer nicht wert ist.

Wie auch immer, das ist halt meine Meinung.

Das hier ist vermutlich die letzte Fic aus meinem Kompass-Verse.

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