"I saw you standing there, and I knew
I'm done for, it's over, I'm through
Playing games from the start
Sinking your nails in my heart

You bring out the worst in me
You bring out the worst in me

Looking back in my rear view
Nothing, no nothing can change you
I decided to play when I knew you were fire
It started off warm and now I hear the choir
Who do you think you are?
Leaving your keys in my car

You bring out the worst in me" - Unlike Pluto (Worst in me)

"Effy, ich würde dich gerne heute Nacht auf dem Astronomieturm treffen", das hatte er gesagt.

Ich verengte die Augen an mein Spiegelbild. Meine Nase war zu lang, meine Augen zu groß und mein Gesicht zu spitz und auf meiner Nase tummelten sich viel zu viele Sommersprossen. Eilig strich ich mir durch die Locken und überlegte, sie zu einem Dutt zusammen zu binden.

Gott, was tue ich hier eigentlich, dachte ich grimmig. Genau das wollte Riddle doch! Dass ich mir Gedanken über ihn machte! Und ich stand tatsächlich wie eine hoffnungslos verliebte Schülerin vorm Spiegel.

"Wo gehst du hin, Effy?", wollte Felicity verschlafen wissen. Ich deutete ihr an weiter zu schlafen und zog mir einen dicken Wollpullover über. Ich hatte keine Lust, mir eine Erkältung einzufangen.

...

"Hallo, Effy" Ich fuhr auf dem Absatz herum und stieß mit jemandem zusammen. Pfefferminze. Riddle.

"Hallo, Tom", zwang ich mich zu sagen. "Du bist spät dran", erinnerte er mich. "Wir haben keine Uhrzeit ausgemacht", konterte ich. Er lächelte leicht und zwirbelte wieder seinen Zauberstab in seiner Hand.

"Komm mit", befahl er mir mit Autorität in der Stimme. Ich folgte ihm die wackligen Stufen bis schließlich hoch zum Astronomieturm.

Riddle hatte eine weiche Decke auf dem Boden ausgebreitet und Kerzen so verzaubert, dass sie nun in der Luft schwebten.

War das ein Date?

Hatte ich womöglich einem Date mit Voldemort zugestimmt?

Ich ließ mich zittrig auf die Decke sinken. Riddles dunkle Augen schienen mich zu durchbohren. Letztendlich ließ er sich elegant neben mir herunter.

"Ich habe etwas für dich", sagte er. Ich sah ihn verwundert an. "Für mich?" Er nickte und schmunzelte. Dann zog er hinter seinem Rücken etwas hervor.

Meine Augen wurden groß.
Es war ein Niffler aus Plüsch. Mein Mund fiel auf. Hatte der Lord Voldemort mir tatsächlich ein Kuscheltier geschenkt?

"Ich habe auch etwas für dich", meinte ich und kramte seinen Pullover aus meiner Umhängetasche heraus.
Er winkte ab.

"Behalte ihn", begann er,"Der ist vom Waisenhaus. Ich könnte ihn nicht weniger mögen" Meine Augen wurden groß.

"Waisenhaus?", echote ich. Er nickte grimmig. "Meine Mutter -eine Squib wohlgemerkt- starb im Waisenhaus und brachte mich dort zur Welt. Sie hatte gerade noch genügend Lebensenergie übrig, um mich zu benennen. Tom Riddle nach meinem dreckigen Muggelvater", er spuckte die Worte fast aus," Und Vorlost nach meinem Großvater" Ich nickte betroffen. "Das tut mir Leid", ich konnte es nicht glauben, dass ich wieder Mitleid mit Riddle hatte. Ich wollte mir gar nicht vorstellen, wie schlecht die Zustände zu dieser Zeit in den Waisenhäusern wohl gewesen sein mussten. Mit dem zweiten Weltkrieg und dem Krieg gegen Grindelwald waren Budgets niedriger als normal.

"Woher wusstest du, dass ich Niffler liebe?", fragte ich erstaunt.
"In Zaubertränke hast du so ein Gesicht gemacht, als ich die Nifflerhaare in den Trank getan habe" Ich war überrascht. Ich wusste ja, dass Riddle eine gute Auffassungsgabe hatte, aber dass ihm das aufgefallen war?

"Dankeschön", murmelte ich leise und drückte das Plüschtier eng an mich.

"Ich habe es außerdem so verzaubert, dass es nach mir riecht", fuhr er ruhig fort.

Ich roch daran probeweise. Sofort stieg mir sein Aftershave und Pfefferminze in die Nase.

"Ich wusste, dass dir das gefallen würde", grinste er süffisant.

Ich schüttelte den Kopf. "Es ist ein schönes Geschenk", begann ich langsam, "Aber das hilft dir auch nicht zu gewinnen" Tom sah mich belustigt an.

"Aber, Graygrove. Ich habe doch schon längst gewonnen", sagte er, als wäre es ein Fakt, aber nicht ohne dieses selbstgefällige Grinsen.

Ich ließ den Niffler, den ich noch immer eng an mich gepresst hatte, los, so als hätte ich mich verbrannt. Mir lief es mit einem Mal eiskalt den Rücken herunter. Was machte ich hier, auf einem Date mit Voldemort? Der Mann war verantwortlich für den Tod meines Bruders.

"Hör mal zu, Riddle. Du denkst vielleicht du bist der tollste, aber lass mir dir eins sagen: Du bist nichts", zischte ich, die Wut hatte mich jetzt vollends übermannt.

Ich sah nur noch rot. Ich hatte meinen Zeigefinger auf seiner Brust und piekste ihn. Mein Atem ging schnell.

Anstatt darauf einzugehen, beugte er sich zu mir und sagte zu mir, "Hm, ich sollte dich öfter so aufregen" und küsste mich.
Mir fielen die Augen vor Überraschung auf, doch gegen meinen Willen schlossen sie sich alsgleich.

Riddle küsste mich mit roher Kraft. Sein Mund bewegte sich energisch gegen meinen, als habe er etwas zu beweisen. Ich wollte mich weiter aufregen, aber er hatte mich schon an die Decke genagelt und sein Mund auf meinem hatte mich zum Schweigen gebracht.

Langsam hörte ich auf Widerstand zu leisten. Mir wurde wieder so schrecklich warm, trotz der kalten Januarluft. Unsere Zungen kämpften um die Vorherrschaft. Riddles Hand hatte meinen Pullover hochgeschoben und ich zog ihn über meinen Kopf. Ich verfluchte mich dafür, keinen schöneren BH angezogen zu haben.

Seine Hände waren überall. Meine Haut brannte von den Berührungen seiner kalten Finger. Die Kälte der Luft störte mich kaum.

Ich verlor mich total in diesen Küssen. Mit jedem weiteren Mal, dass sich unsere Lippen berührten, durchzuckten mich mehr Blitze. Ich hatte schon Angst vor lauter Küssen einen Sauerstoffmangel im Gehirn zu haben.

"Riddle, warte. Warte", schaffte ich zwischen zwei Küssen zu sagen. Er hielt kurz inne. Seine Augen schienen durch mich hindurch zu brennen und er schluckte atemlos.

Unser Keuchen war das einzige Geräusch, das die Stille durchbrach.

Riddle legte den Kopf schief. "Was ist los, Graygrove?", fragte er sanft. Ich griff nach meinem Wollpullover und hielt ihn mir vor die Brust, obwohl ich sonst überhaupt nicht unsicher war.

Gott, was stellte er mit mir an?

"Riddle, ich brauche Luft", keuchte ich immer noch und zog meinen Pullover wieder an. Er sah fast ein wenig enttäuscht aus, als ich das Kleidungsstück wieder an hatte. "Ich fand das eben besser", grinste er.

Ich rollte mit den Augen. Natürlich war Lord Voldemort ein Mann. Alle Männer waren in dem Sinne gleich.

"Ich würde dich auch gerne mal mit etwas weniger... Schichten sehen", seufzte ich und biss mir in Gedanken an einen oberkörperfreien Tom Riddle auf die Lippe.

Riddles Blick glitt zu meinen Lippen, die vermutlich geschwollen waren vom ganzen Küssen.

Er sah aus, als würde er etwas überlegen. "Graygrove, würdest du mir bitte die Frage beantworten, woher du weißt was mein Ring ist?" Mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Riddle wollte mich so bearbeiten, dass ich ihm mein Geheimnis erzählte!

Riddle stand über mir und blickte auf mich herunter. Ich stand ebenfalls auf. "Riddle, das musst du meinem toten Körper fragen. Denn von mir wirst du keine Antwort erhalten", spottete ich.

"Das ließe sich arrangieren, Effy" Er war einen Schritt auf mich zugekommen und seine Lippen schwebten vor meinen. Ich konnte mich trotz seiner Drohung nur auf seinen Mund konzentrieren.

Anscheinend schien es ihm ähnlich zu gehen, denn er ging näher zu mir, sodass unsere Körper wieder eng aneinander standen. Sein Atem ging schneller, als ich meine Lippen sanft auf seine presste. Ich schlang meine Arme um seinen Hals und meine Hände gingen ihrer Lieblingsbeschäftigung nach, nämlich, seine Haare zu verstrubbeln.

Ich öffnete kurz die Augen. Riddles Augen waren geschlossen und seine Gesichtszüge entspannt. Seine eine Hand wanderte wieder unter meinen Pullover und strich zart über meine Haut. Ich musste am ganzen Körper eine Gänsehaut haben!

"Riddle, wir können das nicht tun", seufzte ich, als sich unsere Lippen kurz trennten um nach Luft zu schnappen. Ich strich immer noch durch sein Haar. Seine Hand unter meinem Wollpullover verkrampfte sich und drückte mich etwas grob zu sich.

"Nenne mir einen guten Grund", verlangte er von mir. Du bist Lord Voldemort. "Ich-Ich..." Riddle sah mich eindringlich an. Ich fühlte mich plötzlich ganz nackt. Nur im Hintergrund registrierte ich, dass es sich anfühlte, als würde etwas oder jemand, mit voller Kraft immer wieder gegen meinen Schädel rammen.

Ich riss die Augen auf, als mir klar wurde, was er da versuchte. Ich hatte erst eine Stunde bei Professor Dumbledore gehabt und die lief grauenvoll. Dumbledore war es ein leichtes gewesen, in meinen Kopf einzudringen. Zum Glück sah er nur Nicholas und mich.

Ich versuchte es abzuwehren, aber es fühlte sich so an, als wäre er jeden Moment mit dem metaphorischen Bohrer durch meine Schädeldecke durch.

"Riddle, was tust du da?", fragte ich mit zusammengebissenen Zähnen. Es tat höllisch weh. Vage registrierte ich, dass seine Augen nun komplett rot waren.

Und dann war er durch.

Ich hatte das Gefühl, ein Buch zu sein, das er mit Leichtigkeit durchblätterte.

Ich war Sechzehn. Und hatte mich mit Blaise Zabini in den Raum der Wünsche geschlichen. Wir küssten uns. Blaise hatte die Arme um mich geschlungen, und riss mir mein Oberteil vom Leib-

Wir atmeten beide schnell.
Riddle noch schneller als ich. Er stand an den Pfeiler gestützt und hielt sich den Kopf. Obwohl das, was er gerade getan hatte, eine vollkommene Invasion meiner Privatsphäre war, kam ich nicht umher, Sorge für den zukünftigen Lord zu empfinden.

Er ließ von mir ab, sank zu Boden und hielt sich noch immer den Kopf.

"Riddle?", fragte ich vorsichtig. Ich war überrascht, dass mir meine Stimme gehorchte.

Er nickte nur. Ich kniete mich zu ihm herunter. "Was ist los?", wollte ich besorgt von ihm Wissen. Seine schönen Gesichtszüge waren ganz verzerrt vor Wut und Schmerz.

"Lass mich in Ruhe, Effy", fauchte er und schickte mir ein wortloses und zauberstabloses Stupor entgegen, das mich auf meinem Allerwertesten landen ließ.

Ich stand auf, starrte ihn kurz an und rannte.

...

"Wir brauen heute den Aufpäppeltrank", klatschte Slughorn in die Hände. "Die, die es schaffen, ihn gut zu brauen, dürfen ihr Werk abfüllen und mitnehmen. Jetzt ist wieder die Zeit der Zauberergrippe. Da kann ein wenig Trank nicht schaden", lachte er.

Der Platz neben mir war verwaist. Ich fragte mich, wo er war. Riddle ließ den Unterricht nie ausfallen.

"Professor, wissen Sie etwas von Riddle?", fragte ich mit gerunzelter Miene. Der Professor nickte. "Ja, es scheint so, als habe ihr Freund eine ganz besonders heftige Migräne", erklärte er mir langsam.

"Wir sind nicht-" Slughorn riss die Augen auf. "-Nicht zusammen? Miss Graygrove, ein Blinder mit Krückstock würde sehen, dass Sie und Mister Riddle eine ganz besondere Verbindung haben" Ich schnaubte bei seinen Worten. Die einzige Verbindung, die wir hatten, war die, dass er meinen Bruder umbringen lassen würde.

Das schien dir gestern aber egal gewesen zu sein, sagte eine kleine Stimme neben meinem Kopf.

Ja, du hast mit Lord Voldemort rumgeknutscht, als gäbe es kein Morgen, stimmte eine andere Stimme mit ein.

Hure!

Schlampe!

Voldemorts kleines Flittchen!

Ich hielt mir die Ohren zu, sprang auf und rannte aus dem Klassenzimmer heraus und hoch in den Krankenflügel.

...

Tom versuchte zu schlafen. Sein Kopf dröhnte und hämmerte und wummerte und stach, wie wenn ein Messer in seinem Auge steckte. Er fragte sich, wie er vom Turm aus hierher gekommen war.

Das war alles ihre Schuld.
Sie hatte versucht, Widerstand zu leisten und dann das Bild, das aufgeploppt war. Sie in den Armen eines anderen. Nein, er war ganz und gar nicht eifersüchtig. Er war...Er suchte nach einem passenden Wort. Er war - Ihm wollte partout kein Wort einfallen. Aber er war ganz bestimmt nicht eifersüchtig.

Gerade weil Graygrove noch mit Abraxas anbandelte. Sie war ganz und gar nicht wie die anderen Mädchen hier. Ihre Augen, sie sahen immer aus, als hätten sie schon zu viel gesehen, zu viel, das sie jetzt gerne wieder vergessen würde.

Und die Schnitte an ihren Armen... Sie sahen jedenfalls nicht nach dunkler Magie aus. Er wusste nahezu jeden dunklen Zauberspruch und es gab keinen Spruch, der so gleichmäßige Schnitte verursachte. Er wollte denjenigen, der dafür verantwortlich war, ganz persönlich den Gar aus machen. Einfach weil er Foltermethoden, die physische Wunden hinterließen verabscheute.

Der Cruciatus Fluch war da schon besser geeignet.

Sein einziger Grund, weshalb er sie so geküsst hatte, ihre weichen Lippen so geküsst hatte war, dass er sie verwirren konnte, um dann in ihren Geist eindringen zu können.

Den Niffler zu verzaubern war ein Leichtes gewesen. Er hatte einfach nur ein paar Tropfen Amortentia auf das Plüschtier gegeben und eine gewagte Schätzung gemacht.

Seine Mundwinkel zuckten. Er war so kurz davor, das Spiel zu gewinnen.

Er hörte Gerenne und hob den Kopf. "Miss Graygrove", hörte er Madam White sagen. Er stöhnte innerlich auf. Dieses Mädchen schien ihn überall hin zu verfolgen.

Er hörte Schluchzen. Mehr Schluchzen. Er hob den Kopf, um etwas zu sehen. "Was ist los, Miss Graygrove?", wollte sie beruhigend von ihr wissen.

Graygrove, hatte das Gesicht in den Händen vergraben. Ihr ganzer Körper wurde von Schluchzern geschüttelt. Reflexartig setzte er sich auf, musste aber abbrechen, was er vorhatte, nämlich zu ihr zu gehen und herauszufinden, was los war. Sein Kopf brachte ihn noch um.
Metaphorisch gesehen natürlich. Physisch war er längst unsterblich.

Als sie sich beruhigt hatte, gab ihr Madam White einen Beruhigungstrank und etwas grünes. Er konnte nichts verstehen, was die beiden redeten, denn sein Kopf hatte ihn fast ausgeschaltet vor Schmerzen.

Alles war gut gelaufen, als er endlich in ihren Kopf eingedrungen war. Doch je länger er dort verweilte, desto schlimmer wurde es. Es fühlte sich an, als hätte sie Stacheldraht in ihrem Kopf. Oder eine dieser Bärenfallen, die zuschnappten und die sich in seinen Kopf verbissen hatte.

Und dieser Junge, den sie da wild geküsst hatte, wer war er gewesen? Er wusste nicht, weshalb ihn die Frage so beschäftigte. Sie war ihm doch eigentlich egal...

AN:
Neues Kapitel!
LG, H.