Trigger Warnung!
Das Kapitel enthält Szenen, die triggern können.
"Could you find a way to let me down slowly?
A little sympathy, I hope you can show me
If you wanna go, then I'll be so lonely
If you're leaving, baby let me down slowly
Let me down, down
Let me down, down
Let me down, let me down
Down, let me down, down
Let me down
If you wanna go, then I'll be so lonely
If you're leaving, baby let me down slowly" - Alec Benjamin (Let me Down slowly)
"Wuffteft du daff-", begann Alphard mit vollem Mund. Felicity boxte ihn in die Seite. Ich musste lachen. Der arme Alphard musste mit uns zweien schon echt viel mitmachen.
Er sah uns verständnislos an.
"Waf?" Noch mehr Gelächter unsererseits. "Alphard...", begann ich leise. "Würdest du mit mir zu Slughorns Party gehen?", fragte ich schließlich, ein Lachen unterdrückend. "Nur als Freunde", fügte ich hinzu.
Er schüttelte vehement den Kopf. "Vergiss es, bei Riddle, dir und Abraxas mische ich mich nicht ein" Ich schürzte die Lippen. "Bitte. Komm schon!", bat ich ihn. "Nope, Effy. Ich will nicht auch noch Riddles Zorn auf mich ziehen"
Na toll.
"Dann gehe ich eben alleine", maulte ich. Just in diesem Moment war der Teufel höchstpersönlich aufgetaucht und ließ sich wie selbstverständlich neben mich sinken. Ich beäugte ihn kritisch.
"Uhh, Riddle. Das ist nicht dein Abschnitt vom Essenstisch", stellte ich fest. Riddle ignorierte mich gekonnt. "Hast du dich nur hierher gesetzt, um mich zu ignorieren?", hakte ich nach. Er nickte, hielt jedoch dann inne.
"Du kannst so kindisch sein, Riddle", seufzte ich. Er drehte sich zu mir. "Aber ich weiß, du magst es", sagte er und begann zu essen.
Ich stieß ihn in die Seite. "Hey Riddle, ich würde heute Abend doch mit dir hingehen", meinte ich zu ihm
Sein Kopf schnellte nach oben.
Er hielt kurz inne, ehe er sagte, "Graygrove, ich würde liebend gerne mit dir hingehen, aber ich habe jetzt schon Claudia gefragt", erklärte er unter dem Essen. Es war schon seltsam den zukünftigen dunklen Lord bei so etwas menschlichem, wie essen zu beobachten.
Aß Lord Voldemort eigentlich später in seinem Leben noch?
Meine Miene verriet nichts, doch innerlich war ich am kochen. Natürlich nur, weil die arme Claudia keine Ahnung hatte, auf wen sie sich da einließ. Ja das war es. Redete ich mir zumindest ein.
Riddle schmunzelte. "Habe ich da etwa einen wunden Punkt getroffen?" Ich verdrehte die Augen. "Riddle, du wünscht dir das vielleicht...", spottete ich. Er grinste mich schon wieder so umwerfend an. Das Lachen war so wunderschön, dass es selbst Grindelwald besänftigt hätte.
"Graygrove, ich habe schon längst gewonnen", wisperte zu mir. Ich schüttelte den Kopf. "Hast du nicht", entgegnete ich entschieden. Riddle grinste immer noch, doch wo es zuvor offen war, war es jetzt triumphierend.
"Ich muss dich nur küssen und du zerfließt in meinen Händen wie Butter"
Jetzt war es an mir, die Augen zu verdrehen. Aber eine kleine Stimme in meinem Kopf sagte, dass er vielleicht gar nicht so Unrecht hatte.
...
Ich ging also alleine zu Slughorns Party. Jedoch nicht, ohne eine von Abraxas komischen und wunderschönen Pillen zu nehmen.
Apropos Abraxas vermied mich wie die Pest. Ich wusste nicht, was los war. Ich hatte ihn den ganzen Morgen gesucht.
Ich trug ein weißes Tea Kleid, das ich mir von Felicity ausgeliehen hatte.
Mein Atem setzte aus.
Riddle sah umwerfend aus. Er trug zwar wieder nur einen einfachen Anzug, aber der gab ihm eine Aura von Autorität.
Unsere Blicke trafen sich. Er schien keinerlei Notiz von Claudia neben ihm zu nehmen, die ihn gerade zu textete.
Er zwinkerte mir zu. Tom Riddle hatte mir gerade zugezwinkert. Ich spürte sich etwas in meiner Brust regen. Und wollte am liebsten über mich selbst die Augen verdrehen. Jetzt fing ich schon an, wie Riddles Fanclub.
"Der Nachtisch!", rief Slughorn glücklich. Und klatschte in die Hände, als Birnen Eiskreme erschien.
Wir aßen alle artig auf. Heute war es besonders langweilig gewesen. Besonders, weil Abraxas nicht bei mir saß und mit mir über Slughorn herzog. Er saß bei seinen anderen Freunden. Unsere Blicke trafen sich auch ab und zu.
Sein Blick war einfach nur leer.
Ich machte mir Sorgen, dass Riddle irgendetwas mit ihm gemacht hatte.
Dann hieß es tanzen. Riddle nickte mir zu. Ich stand also auf, doch bevor ich bei ihm war, stand er schon mit Claudia eng umschlungen und sie küssten sich innig.
Bei dem Anblick zerbrach etwas in mir. Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Ich stürmte impulsiv zur Tür heraus.
Es tat so weh.
Nein. Nein. Nein. Nein.
Riddle war ein Arschloch.
Ich konnte die Tränen nicht mehr verhindern, die sich ihren Weg über mein Gesicht bahnten. Ein Schluchzen entwich mir.
"Graygrove! Bleib hier", ertönte seine harsche Stimme. Gerade die wollte ich nicht hören.
Ich schüttelte den Kopf und wich von ihm zurück. "Effy. Du weißt, dass ich nur dich bisher so nahe gelassen habe" Ich zuckte mit den Schultern. War mir doch egal, wen er wo küsste.
Oder war das mir egal?
Die Art, wie sich mein Herz zusammen gezogen hatte, wie die Schmetterlinge ertrunken waren und mir übel geworden war. Das war nicht die Wirkung der Pille.
Konnte es tatsächlich sein, dass ich mich in Tom Riddle auf irgendeine Art und Weise verliebt hatte? Der Gedanke ließ mich erschaudern. Das konnte doch aber nicht sein. Ich verliebte mich niemals! Und schon gar nicht in den dunklen Lord.
Riddle mochte manchmal ganz passabel sein, so hatte er doch schon bereits zweimal getötet.
Mindestens.
Ich lief weg. Ich wusste nicht, was mit mir los war. Die Stimmen in meinem Kopf waren so laut auf einmal.
Riddle folgte mir. "Effy, was ist los?", fragte er mit sanfter Stimme und hob seine Hand um vermutlich meine Tränen wegzuwischen. Ich zuckte zusammen, weil ich etwas anderes von ihm erwartet hatte.
Ein Ausdruck von Verletztheit huschte über sein Gesicht. Doch so schnell, wie er gekommen war, war er auch wieder verschwunden.
"Effy, bist du okay?", wiederholte er besorgt. Ha! Als ob er besorgt sein könnte! Ich verengte die Augen. "Na los! Geh doch zu deiner bescheuerten Claudia", schrie ich und deutete in die Richtung, aus der wir gekommen waren. Riddle rollte mit den Augen.
"Effy, was hast du wieder genommen?",wollte er wissen.
Er hielt meine Hände fest an die Wand gedrückt. Ich mochte nicht, worauf das drohte hinaus zu laufen.
"Nichts", ich reckte mein Kinn. Er schnaubte. "Genau. Deswegen hast du auch Abraxas alleine da drin gelassen"
Ich schnaufte ein. Böser Fehler. Mit dem Sauerstoff atmete ich nämlich auch meinen Lieblingsduft ein. "Riddle?", fragte ich sanft. Ich war wie betrunken.
Dabei hatte ich nur zwei Gläser Champagner getrunken.
Es musste an der Pille liegen. Das war die einzige Erklärung. Mein Herz klopfte wie verrückt. Noch mehr Schmetterlinge in meinem Bauch.
"Hm?", murmelte er.
"Ich glaube, ich liebe dich"
Riddle schien alles erwartet haben, nur nicht das. Seine Hand, die in meinem Haar verweilt war, erstarrte.
"Du...Du liebst mich?", hakte er erstaunt nach. Ich nickte und noch mehr Tränen bahnten sich ihren Weg über mein Gesicht. Ein weiterer Schluchzer entwich meiner Kehle.
"I-Ich gehe jetzt", brachte ich aufgebracht hervor und windete mich aus seinen Armen heraus. "Effy, warte!", rief er, doch ich war schon um die nächste Ecke gebogen.
Ich rannte bis ich nicht mehr konnte. Und schließlich stand ich vor dem Mädchenklo im zweiten Stock. Ich öffnete die Tür und rannte zu einem der Waschbecken. Ich wollte in diesem Moment nichts mehr, als dem Basilisk ins Gesicht zu schauen. Doch da das nicht ging, transfigurierte ich einfach ein Papierhandtuch in eine Rasierklinge.
Ohne groß nachzudenken, begann ich meine Arme aufzuschneiden. Das Blut floss bald wie in Strömen und vermischte sich mit meinen Tränen.
"Oh Gott, wie konnte ich nur?",:
stieß ich hervor. Wut packte mich auf mich selbst. Weil ich Riddle gesagt hatte, was ich mir selbst so lange ausgeredet hatte. Ich liebte ihn doch nicht! Ich durfte nicht! Ich konnte nicht! Es durfte einfach nicht sein.
"Ich bin so dumm! Dumm! Dumm! Dumm!" Mit jedem Wort schlitzte ich mir weiter die Arme auf. Das Blut begann schon zu koagulieren und bildete dicke Tropfen.
Mein Kleid sah richtig schlimm aus.
Tu es, rief die Stimme in meinem Kopf.
Du bist nichts wert.
Meine Hand begann zu zittern. Allgemein zitterte ich am ganzen Körper. Ich hob die Klinge an mein Handgelenkinneres, an die Stelle an der mein Puls gerade noch kräftig schlug und begann zu schneiden.
Ich zuckte zusammen. Der Schmerz war enorm. Niemand sagte einem das, das das so weh tat.
Blut spritzte mit einem Mal hervor und ich spürte meine Lebenskraft aus mir heraus fließen. Fasziniert starrte ich auf die rote Farbe die da aus mir spritzte.
Ein Schluchzer gepaart mit vielen, vielen Tränen brach aus mir heraus. Ich sank zu Boden.
Ich liebte Lord Voldemort. Da verdiente ich es nicht zu leben.
Allmählich wurde es dunkel um mich herum. Mir wurde schwindelig.
"Alle immer auf Myrtle! Alle auf die arme- Oh Mein Gott!", rief die maulende Myrtle.
...
"Wo ist sie?", hörte ich jemanden von draußen aufgebracht fragen. "Da drin, Tom. Da ist so viel Blut!", stieß sie hervor.
Die Tür wurde geöffnet und schnelle Schritte erklangen. Jemand schlitterte auf mich zu.
...
Tom hatte fast das ganze Schloss abgesucht nach ihr und war fast schon bereit, aufzugeben, als die maulende Mrytle ihm entgegen geflogen kam. Heulend.
"Tom! Zum Glück. Da drin ist eine Schülerin, die sich die Pulsadern aufgeschnitten hat!", rief der Geist.
Tom schüttelte den Kopf. Das war nicht Graygrove, oder?
Nichtsdestotrotz begann er zu rennen und kam vor der Mädchentoilette zum Stehen.
"Wo ist sie?", fragte er. Er versuchte jede Emotion aus seiner Stimme heraus zu halten.
"Da drin, Tom! Da ist so viel Blut!"
Er stieß die Tür auf und es hätte ihm fast den Atem verschlagen, wäre er nicht Lord Voldemort.
Überall um sie herum war Blut. Auf den Waschbecken, auf dem Boden und ihr weißes Kleid war mittlerweile rot.
Er schlitterte die letzten Schritte auf sie zu. Es war ihm egal, dass sein Anzug dreckig werden würde.
Er kniete sich neben sie und versuchte auszumachen, welche die Hauptwunde war. Was mit dem vielen Blut gar nicht so einfach war.
"Effy?" Er schüttelte sie sanft. Er konnte die Panik nicht aus seiner Stimme heraus halten. Sie reagierte schon nicht mehr.
Dann endlich fand er die größte Wunde. Doch ein Episky half nicht dagegen. Also tat er das einzige, das ihm einfiel, er hielt ihr Handgelenk fest umschlossen.
Er registrierte gar nicht, dass er in Blut kniete, alles was er registrierte, war Graygrove.
Sie war so schrecklich blass geworden.
Irgendwie schaffte er es, sie hochzuheben und gleichzeitig ihr Handgelenk weiter abzurücken.
"Graygrove, wir haben eine Abmachung. Du stirbst hier jetzt nicht", zischte er ihr zu, während er zum Krankenflügel eilte.
Madam White schien um drei Nuancen blasser zu werden, als sie ihn erblickte. Sie deutete wortlos auf ein leeres Bett und Tom ließ sie dorthin ab und sank neben sie auf den Stuhl, ihr Handgelenk noch immer umklammert.
Er zitterte. Aber er hatte auch noch nie so viel Blut gesehen. Er wusste, was sie da versucht hatte. Er war ja nicht dumm. Die Frage war, wieso?
Die Medihexe bat ihn den Arm loszulassen, doch Tom erklärte ihr, was passiert war und weswegen das nicht ging.
Die Hexe half ihm, einen Druckverband anzulegen. Immer wieder murmelte sie ein "Oh Gott, oh Gott", vor sich hin.
Dann endlich saß der Verband und Tom sank auf den Stuhl neben ihr und fuhr sich durch die Haare. Sein Blick glitt zu ihr.
Sie schien mehr zu wissen, als ihr gut tat. Immer wenn sie zu seiner linken Hand an den Platz sah, wo normalerweise der Ring wäre, schien sie blasser zu werden. Was genau wusste sie?
Und ihre Worte, die sie schon fast gehaucht hatte... Sie liebte ihn also? Oder war das nur die Pille gewesen, die sie zweifellos von Abraxas haben musste? Seine Lippen verzogen sich zu einem Grinsen. Er hatte fast gewonnen. Natürlich gewann er immer.
Doch das Grinsen verschwand, als er sie wieder anblickte.
Er musste schlucken. Beim Gedanken, sie beinahe verloren zu haben, wurde ihm fast schlecht. Nicht, dass Graygrove eine Trophäe war, aber sie war so speziell, dass er sie haben musste.
Um. Jeden. Preis.
Sie war der einzige Mensch, den er halbwegs wertschätzte. Die anderen ertrug er bloß. Er wollte und konnte die lockige Unbeständige nicht gehen lassen.
AN:
So ein neues Kapitel :)
Lauter heavy stuff passiert!
Ich hoffe, ihr mögt es :)
LG, H.
