"All the good girls go to hell
'Cause even God herself has enemies
And once the water starts to rise
And Heaven's out of sight
She'll want the Devil on her team

My Lucifer is lonely" - Billie Eilish (All the good girls go to hell)

Heute war es soweit. Slytherin gegen Ravenclaw stand an.

Und im ganzen Schloss tummelten sich die Gerüchte, dass sich Riddle trotz seines schweren Sturzes erneut auf den Besen schwingen würde, da Flint erneut krank war. Er würde dann, aber nicht wie beim letzten Mal, als alleiniger Treiber spielen, sondern hatte wohl Unterstützung von Mulciber.

Abraxas spielte auch, als Sucher, und ich war darauf gespannt, wie gut die beiden miteinander klarkommen würden.

Allerdings wunderte es mich schon, was Riddle dazu veranlasst hatte, wieder zu spielen.

...

Ich wusste nicht, was los war. Schon beim aufs Spielfeld laufen warfen sich Abraxas und Riddle dunkle Blicke zu.

Als sie sich dann alle in die Lüfte erhoben, flogen die beiden immer wieder aneinander vorbei, wie wenn sie den jeweils anderen am liebsten vom Besen stoßen würden.

Dann war der Anpfiff.

Abraxas ließ von Riddle ab und Riddle flog in eine der Ecken des Feldes, den Schläger erhoben, während Malfoy dem Schnatz hinterhersauste.

Ich betete innerlich, dass sich der Sturz vom letzten Mal nicht wiederholen würde.

Mein Blick hätte an Abraxas kleben sollen, doch stattdessen konnte ich nur Riddle anschauen. Ich hatte jeden Moment Angst, dass sich der Unfall wiederholen könnte. Das redete ich mir zumindest ein.

...

Tom und Abraxas starrten einander finster an, als sie aufs Spielfeld liefen. Was in der Umkleidekabine passiert war, schien nur kurz vor einem Faustkampf gewesen zu sein.

Tom rümpfte die Nase. Dass er sich auf die niedere Muggelkampfart herabließ...
Nicht zu glauben.

Denn in der Umkleidekabine hatte Abraxas zuerst herumgestänkert, dass er nicht mit einem Schlammblut in einer Mannschaft sein wollte und hatte dann noch großspurig mit Graygrove angegeben. Tom hatte einfach nur gesagt, dass das Spiel wichtiger war, als seine Männergeschichten.

Abraxas war daraufhin ausgetickt und hatte zwar nichts von der Kammer des Schreckens gesagt, hatte aber gesagt, dass Graygrove viel zu gut für ihn war. Dass er nur ein dreckiges Schlammblut sei, das aber niemals sie haben würde.

Tom hatte daraufhin entgegnet, dass Graygrove kein Preis war und dass er kein Interesse an ihr hatte. Was ja auch so war, denn schließlich benötigte er keinerlei Liebe noch andere niedrigere Gefühle. Das nach ihrem Suizidversuch war ein...Einknicken seinerseits gewesen, über dem er jedoch drüber stand.

Daraufhin hatte Abraxas den ersten Schlag abgefeuert, der ihn voll in die Rippen getroffen hatte.
Tom war daraufhin auf Abraxas losgegangen, der ihm immer wieder sagte, dass Graygrove zu gut für ihn war und irgendwie schien Tom das nur noch mehr anzustacheln.

Mulciber hatte sie schließlich auseinander gebracht. Und nur mit dem Kopf geschüttelt.

...

Riddle wehrte Klatscher um Klatscher ab. Und er schien nicht zu ermüden. Ab und zu kam es mir so vor, als würde sein Blick an mir hängen bleiben. Es schneite in dicken Flocken, was die Sicht nochmals erschwerte.

Riddle hatte schon zwei Ravenclaws nach unten geschickt, die Dumbledore mit einem Arresto Momentum auffing.

Doch plötzlich kam Abraxas zu ihm angeflogen und schien ihn wegen irgendetwas anzugreifen.
Riddle blieb ruhig. Abraxas stänkerte weiter und es kam so weit, dass der Slytherin seinen Zauberstab hervorzog. Niemand der Quidditch spielte, hatte seinen Zauberstab dabei!

Ich hielt den Atem an. "Was wird denn das jetzt?", fragte Felicity neben mir genauso planlos. Alphard neben mir schien sichtlich angespannt.

Abraxas begann auf den scheinbar ungeschützten Riddle Flüche abzuschießen, denen der Siebzehnjährige gekonnt auswich.
"Was tust du?", konnte man ihn fragen sehen. Durch den Wind war es schwer zu verstehen.

"Ich sorge dafür, dass sie frei von dir ist", zischte der Blonde. Oh nein, es ging doch nicht wieder wegen mir, oder?

Abraxas begann weiterhin Riddle zu versuchen vom Besen zu stoßen mit den verschiedensten Flüchen. Alle schauten, glaube ich, nur noch dahin.

"Abraxas, lass das!", schrie ich nach oben. Während Abraxas das kalt ließ, war Riddle für den Moment so abgelenkt, dass der Blonde einen guten Hieb platzieren konnte, der Riddle... Oh mein Gott! Riddle hing nur noch an seinem Besen.

"Abraxas jetzt ist gut", fauchte der Dunkelhaarige und funkelte seinen Mitspieler böse an.

"Die beiden buhlen um dich", kicherte Felicity. Alphard nickte grimmig. "Zum ersten Mal muss ich Felicity recht geben. Die beiden buhlen um dich. Selbst Riddle, auch wenn er es nicht merkt", bemerkte Alphard an.

Mein Blick glitt wieder nach oben, wo Riddle noch immer am Besen hing. So passiv, wie er war konnte er unmöglich Interesse an mir haben, oder? Er hatte es selbst gesagt, da war nichts.

Ein kollektives Raunen ging durch die Runde, als Riddle es irgendwie wieder schaffte, auf seinen Besen hochzuklettern und Abraxas, der ebenso perplex war, den Zauberstab abzunehmen und ihn mir zuwarf. Aber nicht ohne ein Zwinkern.

Hinter mir hörte ich mehrere Mädchen wutentbrannt reden. "Wieso immer Graygrove? Was hat sie, das ich nicht habe?"

Ich verdrehte die Augen und verstaute Abraxas Zauberstab in meiner Zauberstabtasche in meiner Jacke, die ich von Dumbledore bekommen hatte.

Jetzt konnte das Spiel normal weiter gehen. Riddle hatte seinen Schläger aufgehoben. Abraxas war weggeflogen in Richtung des Schnatzes.

Doch ich hatte keinerlei Zweifel, dass das für Abraxas noch Konsequenzen nach sich ziehen würde.

...

Das Spiel war vorbei. Slytherin hatte verloren. Doch auf dem Spielfeld standen noch Riddle und Abraxas, die sich anschrieen, die Besen in der Hand und die andere Hand erhoben.

Sie wirkten, wie kurz vor einem Faustkampf. Ich entschuldigte mich von meinen Freunden und sprintete aufs Feld.

"Ihr beide seid solche Idioten. Seht euch doch an! Wie ihr hier aufeinander losgeht!", schrie ich. "Was ist nur los mit euch?!"

Abraxas und Riddle waren beide vor mir zurück gewichen. Ich trat auf den Blonden zu. "Und du? Weißt du eigentlich, dass du ihn hättest umbringen können?", rief ich immer noch hitzig. Riddle hatte die Arme verschränkt und beäugte die Szene amüsiert.

"Genau das war ja der Plan", zischte Abraxas. Ich hob eine Augenbraue. "Niemand ist es wert, dafür nach Askaban zu gehen!", meinte ich entsetzt. Was für eine Lügnerin ich doch selbst war!

Doch bei dem Gedanken an einen toten Riddle zog sich mein Herz schmerzhaft zusammen.

"Weißt du eigentlich, was er genau mit mir gemacht hat? Er hat mich vor den Basilisk gestellt!Schlammblut oder nicht, ist mir sowas von egal. Aber was mir nicht egal ist, ist, dass er ein kranker, kranker Mensch ist, der es auf meine Freundin abgesehen hat", platzte es aus ihm heraus.

"Beruhige dich doch erst einmal, Abraxas", versuchte ich ihn zu beschwichtigen.

"Beruhigen? Ich?Mich? Hast du mir gerade eben zugehört?" Ich nickte. Riddle stand immer noch da, wie eine schmunzelnde Statue. Eine wunderschöne Statue. Die Quidditch Uniform stand ihm wirklich gut.

"Malfoy, ich habe keinerlei Interesse an deiner "Freundin"", mischte sich jetzt Riddle mit ein. "Sei still Riddle, ich versuche hier die Situation zu entschärfen", meinte ich genervt und massierte mir die Schläfen.

Abraxas schien meine Beschwichtigungsversuche so aufzufassen, dass ich auf Riddles Seite war. Was ich nicht war. Die beiden führten sich auf, wie die reinsten Höhlenmenschen!

"Effy, du musst mal eine Seite wählen!", fauchte mein "Freund". "Und was, wenn ich nicht wählen will?", hakte ich nach.

"Dann sind wir geschiedene Leute", zischte Abraxas und lief weg. Ich konnte meinen Mund nicht öffnen, um ihm zu sagen, dass ich ihn wählen würde, denn das wäre eine glatte Lüge!

So blieben nur noch Riddle und ich übrig. Es war kalt. Ich trug nur einen Rock mit Strumpfhosen und Stiefeletten. Wir schwiegen uns an, ehe Riddle sagte, "Ich finde es gut, dass du ihn dazu gebracht hast, mich in Ruhe zu lassen"

Meine Augen wurden groß. "Und du!", fing ich an,"Es ist einfach nur krank jemanden vor den Basilisk zu stellen, siehst du das nicht?", knurrte ich und piekste ihn bei meinen Worten in die Brust. Er war ein wenig zurück gewichen.

"Graygrove, er hatte es verdient. Du hast selbst schon gesagt, dass er ein Reinheitsfanatiker ist", versuchte Riddle seine Aktionen zu verteidigen. Ich riss die Augen auf. "Ja, er braucht einen Denkzettel, aber doch nicht so einen!", rief ich entrüstet.

Er trat näher an mich heran. "Graygrove, ich muss mich hier nicht vor dir rechtfertigen", grollte er. Ich konnte mich nur noch auf seinen Duft konzentrieren. Er ergriff mein Handgelenk und schob die Jacke zurück. Seine Berührung war kalt auf meiner Haut, kälter als der Schnnee draußen. Er nickte nur und ließ meinen Arm wieder absinken. Es war nur noch ein dünner roter Strich zu sehen.

"Weißt du, was du verdient hast, Riddle?" Den Tod. Ich bückte mich und formte den Schnee in Sekunden zu einem Schneeball und warf ihn dem dunklen Lord voll ins Gesicht.

Riddle spuckte den Schnee aus, der ihm in den Mund gegangen war. "Graygrove, du wirst es bereuen", sagte er nur und schwang den Zauberstab wortlos. Ein Kugelhagel aus Schneebällen kam mir entgegen geflogen! Ich fiel zu Boden. "Stop, Riddle! Ich ergebe mich", schrie ich lachend.

"So so, du ergibst dich also?", fragte der Slytherin grinsend.

Ich nickte schwach und wedelte mit der Hand wie mit einer weißen Flagge in der Luft herum.

Er ergriff sie und wollte mich hochziehen, doch ich warf mich dagegen und zog uns beide zu Boden.

"Graygrove, eines Tages werde ich dich höchstpersönlich töten", presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Ich lachte nur und stieß ihm mit dem Ellbogen zwischen die Rippen. Riddle konnte mir keine Angst mehr machen, jetzt, da ich dem Tod in die Augen geblickt hatte.

"Du findest das auch noch lustig?", fragte Riddle jetzt mit deutlich mehr Emotion in der Stimme.
Ich nickte und lachte erneut. Riddle formte mit dem Zauberstab einen Schneeball und warf diesen voll in mein Gesicht. Die eisige Kälte machte mich hellwach. Ich schlang ein Bein um seine Hüften und drehte uns so, dass ich auf ihm lag.

Mit meinen Beinen hielt ich ihn fest umklammert, sodass er nicht weg konnte. "Graygrove, wieso finden wir uns eigentlich immer wieder in denselben Positionen wieder?", stöhnte er. Dieselbe Frage stellte ich mir auch.

Riddles Haare waren tropfnass. Und seine Uniform war komplett durchnässt. Ich lag schwer atmend auf ihm und konnte die Konturen seiner Bauchmuskeln spüren.

Wenn man das im falschen Kontext las, hätte man etwas falsches denken können.

"Riddle, ich gehe dann mal", murmelte ich und stand etwas unelegant auf. Riddle blieb einen Moment noch kurz liegen, ehe er sich ebenfalls aufrappelte.

Er griff nach seinem Besen und lief mir hinterher. "Warte Graygrove!", rief er.

"Hör zu, ich gebe zu das mit Abraxas war etwas über das Tor hinaus geschossen", meinte er. Sein Gesichtsausdruck war offen und verriet nichts Böses.

"Was meinst du, Riddle? Das eben oder das mit der Kammer?", hakte ich wütend nach. Er seufzte. "Beruhige dich bitte, Graygrove!", bat er mich. Ich rollte mit den Augen ehe ich ging.
"Mein Name ist Effy!", erklärte ich ihm zum gefühlt tausendsten Mal.

"Okay, Effy. Graygrove, wie auch immer. Das mit der Kammer könnte etwas übertrieben gewesen sein. Und den gewünschten Effekt hatte es auf deinen "Freund" ja auch nicht", gab er zu. "Jedenfalls währte der nur kurz"

Ich hob eine Augenbraue.

"Gut, dass du es selbst realisiert hast", meinte ich grimmig. Riddle nickte. "Nur, wie soll ich ihn sonst gefügig machen? Alle anderen scheinen sich unter Angst erst recht zu fügen", dachte der Erbe Slytherins laut.

Meine Augen wurden groß. Hatte er mich gerade etwa nach Rat gefragt? Der große Lord Voldemort?

"Das ist doch ganz einfach. Ich finde es witzig, dass du noch nicht drauf gekommen bist, ehrlich gesagt" Riddle verzog das Gesicht.

"Mögen, Riddle, wenn man jemanden richtig gerne mag, folgt man ihm überall hin" Er nickte nachdenklich.

"Also würdest du mir zum Beispiel überall hin folgen?", wollte er mit einem süffisssantem Grinsen wissen. Ich stöhnte auf. "Das war eine Hypothese, Riddle", seufzte ich.

Riddle trat noch einen Schritt auf mich zu. "Dann ist es also nicht so, dass du es kaum erwarten kannst, wieder von mir geküsst zu werden?", raunte er in mein Ohr. Ich war wie gelähmt. Seine Lippen fanden meinen Hals und küssten herunter bis zu meinem Schlüsselbein. Mein Atem ging schwer.

"Du...Du kannst es doch selbst kaum erwarten, Riddle", stieß ich angestrengt hervor. Er lachte leise in sich hinein und begann an der Haut zu saugen. Meine Finhernägel gruben sich in meine Handballen. Ein Stöhnen entwich meiner Kehle.

Endlich ließ er von mir ab. Seine Augen sahen mich forschend an, durchbohrten mich fast.
"Und Effy, habe ich jetzt gewonnen?", fragte er leise.
Seine Lippen waren gefährlich nahe an meinen. Ich reckte das Kinn.

"Nein"

AN:
So wieder ein Kapitel fertig!
Meine Zaubertranksachen habe ich übrigens aus meiner Replika vom Buch des Halbblutprinzen :)
Was habt ihr heute noch geplant? Ich gehe heute mit meinem Freund in den neuen Star Wars!
LG, H.