Hallo ihr Lieben,

entschuldigt bitte, dass das Kapitel einen Tag zu spät kommt, aber ich habe es gestern einfach nicht geschafft. X.X

So und jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen!


Böse alte Onkel

Genervt verdrehte Peter innerlich sicherlich schon zum hundertsten Mal die Augen. Diese Kinder und ihr fröhliches Beisammensein waren nicht zum Aushalten. Den ganzen Abend versprühten sie zwischen Essen und Alkohol so viel Liebesbekundungen und herzliche Umarmungen, dass ihm schon die Zähne schmerzten. Gerade waren sie doch wirklich dabei rührselige alte Geschichten auszutauschen. Wen interessierte es, ob Stiles immer schon vorher gewusst hatte, was er geschenkt bekam oder das Scott zu blöd war, leise eine Treppe runterzugehen und so immer erwischt wurde, wenn er die Geschenke schon früher aufmachen wollte.

Aber das alles würde sich ändern dachte Peter sich. Sobald er wieder Alpha war, würde er eine härtere Gangart anschlagen. Dann hörte dieses sentimentale Geflenne endlich auf. Doch dafür musste er noch etwas länger den lieben netten Onkel spielen, ermahnte er sich. Er würde das hier schon durchstehen, denn es war für einen größeren Plan.

"Hey Isaac." vernahmen da seine guten Werwolfsohren einige Plätze neben ihm. "Ist mit dir alles ok?" fragte Stiles. "Klar, wieso nicht?" fragte Isaac irritiert zurück. "Na, du warst doch die letzten Tage häufig mit Peter unterwegs. Ist dabei nichts passiert? Hat er irgendetwas versucht oder angestellt?" Jetzt war Peters Aufmerksamkeit geweckt. Bewusst bemerkte er das kurze Zögern vor Isaacs Antwort und auch das leichte Zittern seiner Stimme. "Nein, nichts Ungewöhnliches. Wir waren einfach nur einkaufen und haben zwischendurch einen Kaffee getrunken." Sehr brav, dachte sich Peter. Isaac erwähnte mit keinem Wort seine vielen kleinen Annäherungsversuche.

"Wirklich nicht?" fragte Stiles noch einmal eindringlich nach. "Ich meine nur, er führt doch immer etwas im Schilde. Ist dir nichts aufgefallen?" "Nein." kam es fest von Isaac und so musste sich Stiles mit dieser Antwort zufrieden geben.

Es war schön zu sehen, wie sein Plan gedieh und es zauberte ihm ein befriedigtes Lächeln ins Gesicht. Alle Anwesenden, selbst Derek und Stiles schienen ihm inzwischen zu Vertrauen, sie fanden keinen Grund ihn in Frage zu stellen und freuten sich sogar über seine Anwesenheit. Besonders Chris, Natalie und Isaac war er schon unter die Haut gegangen. Bei Natalie war es einfach gewesen, sie fand ihn einfach heiß. Chris hatte er mit einer Menge gutem Scotch und einigen für Peter unwichtigen Informationen über böse übernatürliche Kreaturen überzeugt. Bei Isaac hatte Peter sich schon etwas mehr ins Zeug legen müssen, aber für ihn hatte er in seinem neuen Rudel auch einen ganz besonderen Platz vorgesehen und zwar in seinem Bett.

Die unschuldige Art des kleinen Welpen hatte es ihm in den letzten Wochen angetan und es juckte ihm in den Fingern, mit ihm sehr unanständige Dinge anzustellen und zuzusehen, wie er ihn in die Schwärze zog. Seine nächste Aufgabe würde sein, Lydia zu überzeugen. Dafür hatte er sich auch schon etwas überlegt. Für den klugen Rotschopf musste es etwas dramatisches sein. Sie würde er am Besten überzeugen können ihm zu vertrauen, wenn er sie rettete. Dabei müsste es zwar wirklich gefährlich sein und leider müsste auch sein Blut fließen, damit es überzeugend wirkte, aber das würde er in Kauf nehmen. Die kleine Banshee war nützlich, er wollte sie dabei haben.

Derek war zwar ein harter Brocken, da er bereits oft erlebt hatte, dass man Peter nicht trauen durfte, aber auch das sollte kein Problem darstellen. Denn Peter hatte wohl weißlich, maßgeblich daran mitgeholfen, dass Derek sich endlich mit seinem Gefährten verband, dass musste er dem begriffsstutzigen Idioten nur noch klar machen. Und mit Derek hatte er auch Stiles, auch wenn er es noch nicht wusste.

Es war eins der Dinge, die zum Gefährtenbund gehörten. Durch das Besiegeln des Bundes, band sich der Gefährte nämlich auch an den Alpha des Partners und wurde automatisch zu seinem Beta. Stiles war dann also auch mit ihm verbunden und musste ihm gehorsam leisten. Aktuell war zwar Scott noch der Alpha, aber das würde sich bald ändern. Durch Stiles hatte er dann auch den Sheriff auf seiner Seite, ging ihm durch den Kopf, fehlte nur noch Melissa, aber das würde durch Scotts Tod passieren.

Breit grinsend stieß ihn eben dieser an. "Amüsierst du dich?" wurde er etwas lallend angesprochen. Der Wolfswurz im Eggnog schien zu wirken. Stiles hatte ihn extra darum gebeten, damit alle an diesem Abend etwas entspannen konnten und er war dem nur zu gerne nachgekommen. "Natürlich, ich warte nur noch auf die Babyfotos, damit ich für immer geschädigt bin." gab er triefend vor Sarkasmus zurück und brachte Scott damit schallend zum Lachen. Der hatte wohl schon zu viel Eggnog getrunken, ging es Peter durch den Kopf, aber besser so für ihn. Wenn sie alle betrunken wären, musste er wenigstens nicht mehr penibel darauf achten keine Miene bei dem Mist hier zu verziehen. Es würde dann eh niemand mehr auf ihn achten.

Schweifend ließ er seinen Blick durch die Runde gehen. Sie alle waren fröhlich und unachtsam, sie fühlten sich sicher und wohl und das trotz seiner Anwesenheit. Ein Grinsen breitete sich wieder auf seinem Gesicht aus, es lief alles sehr gut.

Sein Blick blieb auf Derek haften, der gerade mal wieder Stiles einen Kuss in den Nacken gab und verstohlen mit ihm unter dem Tisch Händchen hielt. Sein Neffe war wirklich nicht zu beneiden. Zwar hatte Derek keine Wahl gehabt, nachdem seine wölfische Seite sich für Stiles entschieden hatte, aber so kitschig musste man sich nun auch nicht verhalten. Ständig klebte Derek an Stiles und tauschte mit ihm Zärtlichkeiten aus. Peter wusste, dass ein gebundener Wolf sich den Rest seines Lebens wie ein pubertierender Teenager seinem Partner gegenüber verhalten würde, aber das musste doch nicht so ausgelebt werden.

Würde Peter dieses grausame Schicksal einmal ereilen, wusste er genau wie er mit den übersteuerten Hormonen umgehen würde. Bei ihm gäbe es keine Streicheleinheiten und Küsschen in den Nacken. Er würde seinen Partner hart ficken, wenn er geil war und sich danach wieder seinen Plänen zuwenden. War ja nicht auszuhalten mit ansehen zu müssen, was für einen verliebten Trottel das aus Derek machte.

Sein Blick ging weiter zu Allison, die gerade mit Lydia tuschelte. Sie war der Dreh- und Angelpunkt seines Plans. Die süße kleine Allison, sie war so unschuldig und würde als Erste sterben. Durch ihren Tod, würde er Scott in der Hand haben. Es fügte sich alles so gut zusammen.

Das überraschende Auftauchen von Russel hatte seinen Plan ein ganzes Stück voran gebracht. Der verrückte Trottel war ihm gerade recht gekommen. Eigentlich hatte Peter auf einen streunenden Omega gewartet, aber mit Russel konnte er gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Er hatte den schwerverletzten Irren problemlos einfangen können und damit Derek und Stiles einen großen Gefallen getan und er hatte dadurch gleich auch seine Bezahlung für den `Doc´.

Dieser selbsternannte Wissenschaftler hatte für seine Giftmischung ein übernatürliches Versuchsobjekt als Bezahlung verlangt, dass Peter ihm nun wesentlich früher liefern konnte als gedacht. Was Russel nun für Qualen erleiden würde, war ihm egal, er hatte ihn einfach in den unteren Etagen des Krankenhauses abgeliefert und seine Ware entgegengenommen. Ein Pülverchen, dass sicher verwahrt in seinem Appartement lag und auf seinen Einsatz wartete.

Oh, wie sehr er sich darauf schon freute. Jetzt musste er nur noch überlegen, wann der richtige Zeitpunkt dafür war. Das Mittel würde Scott die Sinne vernebeln und ihn sich auf Allison stürzen lassen. Es war mit Allisons DNA gemischt, damit nichts dem Zufall überlassen wurde. Die Halluzinationen würden ihn dazu bringen seine Freundin als Gefahr anzusehen und ihn zwingen sie zu töten. Wenn er dann wieder zur Besinnung käme, würde er in Allisons Blut baden und erkennen, was er getan hatte. Es würde ihn zerreißen!

Peter war sich sicher, dass Scott es nicht überstehen könnte, seine große Liebe getötet zu haben. Er würde sich innerlich zerfleischen und Peter würde da sein um ihm den einzigen Ausweg zu zeigen. Er würde ihm einflüstern, dass er nur durch einen Selbstmord Buße tun konnte und dann würde er da sein, wenn es soweit wäre. Man konnte zwar einem wahren Alpha seine Macht nicht stehlen, aber er konnte sie im Moment seines Todes verschenken und darauf setzte Peter. Er würde Scott so lange bearbeiten, bis er in Peter einen Vertrauten und würdigen Nachfolger sehen würde und ihn dann über die Klippe stoßen und falls der kleine Scheißer den Mut dafür nicht aufbringen würde, könnte er immer noch Chris´ Wut anstacheln, damit dieser den Tod seiner Tochter rächte.

Am Ende würde auf jeden Fall alles darauf hinauslaufen, dass Peter wieder der Alpha war und das Rudel übernehmen würde. Ein befriedigtes Gefühl breitete sich in ihm aus. Es war berauschend sich vorzustellen, wie alles seinen Gang nahm.

Aufmerksam nahm er weiterhin die Gespräche bei Tisch war und machte immer mal wieder einen seiner unterhaltsamen Kommentar, als sich das Gesprächsthema langsam den Silvesterplänen zuwandte. Peter überlegte gerade, dass es besser wäre nicht in der Stadt zu sein, wenn Scott Allison tötete, als ihm ein besserer Plan offeriert wurde.

"Allison und ich werden die nächsten Tage bei meinem Dad in L.A. sein." berichtete Scott. "Ich habe ihm versprochen wenigstens nach Weihnachten bei ihm vorbeizuschauen." "Ich freue mich schon richtig darauf!" warf Allison mit einem Lächeln ein. "Ich habe vor jeden Tag shoppen zu gehen und Scott hat mir versprochen mich überall hin zu begleiten." Scott verzog leidend das Gesicht und alle fingen an zu lachen. "Was man nicht alles für die Liebe opfert!" stellte Peter fest und klopfte Scott auf die Schulter, der ihn daraufhin halb lächelnd, halb leidend ansah. "Ich wünsche euch viel Spaß in L.A." wünschte Peter ihm und wusste nun genau, wann er dafür sorgen würde, dass Scott das Mittel zu sich nahm. Wichtig war dabei nur, dass er hier gesehen wurde.

Die folgenden Gespräche waren leicht und spaßig. Alle zogen Scott damit auf, was er doch für ein verliebter Trottel war und Allison warf sich schützend für ihn ins Gefecht. Sie hatten Spaß und lachten viel, bis sich die Stimmung plötzlich änderte. Alle hatten schon viel zu viel Alkohol getrunken und es bedurfte nur einer unbedachten Äußerung und alle wurden melancholisch. Es war das Erwähnen von Allisons verstorbener Mutter, dass den Stein ins Rollen brachte. Jeder steuerte eine kleine Geschichte über eine geliebte verschiedene Person bei und Peter war nicht der Einzige, den das vom Tisch vertrieb. So etwas wollte er sich nicht antun, wo er gerade in Hochstimmung war und so folgte er Isaac auf den Balkon.

"Wird dir das da drin auch zu viel?" fragte er den Jüngeren, als er sich ganz dicht hinter ihn stellte. Instinktiv wollte Isaac ein Stück von Peter abweichen, aber er stand schon an der Brüstung und wurde auf beiden Seiten von Peters Armen eingekesselt. Er versteifte sich. "Ja...ich...ich möchte gerade nicht an meinen Dad denken." entgegnete er mit dem Blick auf die Stadt vor ihm gerichtet. "Das kann ich sehr gut nachvollziehen." redete Peter sanft weiter. "Mir steht auch nicht der Sinn danach an die Menschen zu denken, die gegangen sind." Zärtlich streichelte er mit den Fingerspitzen über Isaacs Arm und fühlte mit Begeisterung wie der Jüngere erzitterte.

"Ist dir kalt?" fragte er nicht ohne Hintergedanken. "Nein..nein, es geht schon!" kam es unbehaglich von Isaac. "Keine Angst, ich werde dir nichts tun, Kleiner, ich will dir nur helfen." Flüsterte er mit seiner verführerischsten Stimme, schloss seine Arme um Isaac und legte sein Kinn auf seine Schulter.

Er konnte riechen, dass Isaac fliehen wollte, aber als Peter nichts weiter tat, als sich an Isaac zu kuscheln, ließ die Anspannung des Jüngeren nach. Peter wusste genau wie er Isaac knacken musste. Mit Kontinuität, Dreistigkeit und süßen Worten, brach er Stück für Stück seine Schalen auf. Isaac verlangte es nach Sicherheit und Stabilität und die konnte Peter ihm geben. So schnell würde er dieses Häschen nämlich nicht aus seinem Bett lassen, wenn er es erst gefangen hatte.

In der Vorstellung seiner erfüllten Träume sah Peter glücklich auf Beacon Hills, das bald ihm gehören würde und drückte sein neustes Spielzeug fest an seine Brust.


Jetzt bin ich gespannt was ihr sagt. Hat es euch gefallen? Sind noch Fragen zu Peters Plänen offen? Wer möchte ihn töten? XD

Ich hoffe ihr hattet auch mit diesem Kapitel viel Spaß und wünsche euch ruhige und erholsame Tage bis Silvester!

Für mich geht es nun nahtlos mit dem Special weiter. Der Plot steht und es kann losgetippt werden! ^^

Liebe Grüße

Zira