,,..." jemand spricht
/.../ jemand denkt
~...~ Parsel
30. Kapitel Vom Regen in die TraufeHermine pov
Sie beobachtete mit Argus Augen, wie sich die Bücher wieder reparierten. Sie hoffte wirklich, dass sie alle Schäden beheben konnte. Am liebsten würde sie Peter Potter erneut ein Buch über den Kopf ziehen, wie konnte er so unverantwortlich mit Büchern umgehen? Das der Fluch eigentlich sie treffen sollte, ignorierte sie vollkommen. Ihr Blick fiel kurz auf ihren Stab, seid ihrer Verwandlung funktionierte er nicht mehr richtig. Sie konnte zwar normal zaubern, doch er fühlte sich nicht mehr so an, wie er es Jahrelang getan hatte. Er war ihr irgendwie fremd geworden. Er gehörte auch nicht in diese Zeit und war wahrscheinlich noch gar nicht hergestellt worden. Vielleicht müsste sie bei Gelegenheit einen Neuen kaufen, doch dazu fehlte ihr das Geld und solange er funktionierte würde sie ihn weiterhin benutzten. Es war einfach etwas ärgerlich, nicht nur, dass sie das Gefühl hatte, dass ihr Körper gegen sie war seit ihrer Verwandlung, oder das Säuseln des Wesens in ihr. Jetzt richtete sich auch noch ihr Zauberstab gegen sie. Sie kam sich gerade von allem verraten vor, was ihr nicht half, den Sog, den Tom auf sie ausübte zu ignorieren.
Als das letzte Buch repariert wieder an seinem Platz stand, steckte sie ihren Zauberstab weg und machte sich auf den Weg zur Kasse. Tom folgte ihr, sie spürte seine Blicke auf sich, doch er schwieg. Wie immer akzeptierte er, wenn sie nicht über etwas reden wollte und sie war sehr froh darüber. Wie sollte sie auch erklären, dass ihr Stab keine Signatur besass, weil ihr der Stab erst in knapp 50 Jahren verkauft werden würde? Sie seufzte tonlos. Sie wünschte sich so sehr, endlich mit Jemanden darüber reden zu können, was ihr passiert war. Doch das würde erst gehen, wenn sie wieder in ihrer Zeit war, vorher waren die Konsequenzen einfach viel zu unvorhersehbar. Ein schmerzhaftes Ziehen bildete sich in ihrer Brust, doch sie ignorierte es.
Als sie Beide an den Verkaufstressen traten, hatten die Anderen bereits verschiedene Stapel gemacht und Mister Boltimor kassierte gerade die Bücher von Tobias ein. Er schien sich wieder erholt zu haben und hatte etwas Farbe im Gesicht. Als er sie erblickte lächelte er sie freundlich an. Es tat ihr weh, ihn so zu sehen. Er war als junger Mann recht ansehnlich und dennoch würde er niemals heiraten und Kinder bekommen. Sein ganzes Leben würde sich nur um Bücher drehen. War er auch in ihrer Zeit ein alter Mann, der viel kleiner wirkte, da er nur noch gebückt ging, hatte er seine Leidenschaft nie verloren. Sie hatte sich in ihrer Zeit oft für Stunden mit ihm in einem Sessel im Laden über verschiedene Bücher unterhalten. Mister Boltimor hatte ihr auch oft von seinem Leben erzählt.
Und sie hatte natürlich seine Hauselfe Pinna kennengelernt. Mister Boltimor hatte Pinna immer gut behandelt, sie trug auch immer saubere Kleidung, weil er wollte, dass sie ein gutes Bild machte, wenn sie in seinem Laden war. Die, in ihrer Zeit alte, Hauselfe war Hermine gegenüber zuerst sehr schüchtern gewesen, doch da Backen ihre grosse Leidenschaft war, hatte sich Hermine mit Backrezepten einen Weg in das Herz des kleinen Wesens bahnen können. Hermine hatte aufgehört zu zählen, wie oft sie damals in den Sommerferien in diesem Laden gesessen und währendem Lesen die selbstgemachten Kekse von Pinna gegessen hatte. Sie dachte mit etwas Wehmut an ihre Zeitlinie, während sie den viel zu jungen Mister Boltimor betrachtete. Sie riss sich aus ihren Gedanken und trat selbst auf den Tresen zu. Sanft legte sie das dicke Buch darauf ab, mit dem sie vorher so unsanft den Löwen erschlagen hatte. Sie würde es kaufen, nicht nur weil es interessant war, sondern weil es sich wirklich gut als Waffe eignete.
Sie war noch etwas in Gedanken, als sie danach gemeinsam aus dem Laden traten. Sie bekam nur am Rande mit, wie die Anderen etwas besprachen. Erst ein Räuspern von Abraxas riss sie aus ihren Erinnerungen. ,,Oh Entschuldigung. Was habe ich verpasst?" ,,Wir wollen zusammen noch in Ruhe etwas trinken, aber nicht in der Winkelgasse, weil es immer noch so voll ist. Kommst du mit?" ,,Ja warum nicht. Ein Tee würde mir jetzt auch gut tun." ,,Gut dann haltet euch an uns fest, Tom, Nelson und ich werden uns apparieren." Sie dachte sich nichts dabei und ergriff Toms Arm. Die Welt versank im Apparierchaos, sie wurde durch einen engen Schlauch gepresst und bekam wie immer etwas Angst, dass sie ersticken würde. Doch mit einem Plopp war das Gefühl vorbei und sie spürte harte Erde unter ihren Schuhen. Sie holte erleichtert Luft und sah sich um.
Am liebsten hätte sie geschrien.
Vor ihr lag in seiner reinsten Pracht Malfoy Manor. Es wirkte nicht wie das selbe Manor aus ihrer Zeit. Der Garten, beziehungsweise Park, der sich vor dem Gelände erstreckte war voll mit Blumen, Hecken, kleinen adretten Bäumen und Wasserspeier. Das Haus selbst erstrahlte in sanftem weiss im strahlenden Sonnenschein, viele Fenster waren geöffnet und eine leichte Brise liess die Vorhänge darin flattern. Die Luft war stickig heiss und das Haus versprach Abkühlung und lud zum Verweilen ein. Doch ihr lief es eiskalt über den Rücken, ihre Beine waren festgefroren und ihre Knie zitterten so sehr, dass sie jeden Moment umkippen würde. Sie spürte nicht, wie sie schliesslich nachgaben, zu gefesselt war sie vom Anblick und dem Schock. Eine warme Hand legte sich auf ihren Arm und verhinderte, dass sie zu Boden ging. Sie blickte in die besorgten Augen von Tom. ,,Hey alles in Ordnung?" fragte er. Sie nickte zaghaft, was hätte sie auch sagen sollen? Dass sie das Haus ihres Freundes nicht betreten wollte? Mit welcher Begründung? Die Anderen hatten sich jetzt auch um sie gescharrt und sahen sie beunruhigt an.
Sie schluckte trocken, versuchte etwas zu sagen, doch sie brauchte mehrere Anläufe bis sie herausbrachte. ,,En…Entschuldigung, ich hatte nicht mit dem Haus einer Reinblütigen Familie gerechnet." Brachte sie hervor, während sie Tom in die Augen sah und sich dachte /Es war hier! Hier haben sie es getan!/ Sie schaffte es in diesem Moment voller Panik einfach nicht sich normal zu verhalten. Und irgendwie schien er zu verstehen, was sie ihm sagen wollte. An was sie das Haus erinnerte, der Griff um ihren Arm wurde etwas fester. ,,Soll ich dich hier wegbringen?" fragte er und liess keinen Zweifel zu, dass er dies auf der Stelle tun würde.
Sie blickte zu ihren Freunden, die sie besorgt, aber auch eindeutig verwirrt musterten. Sie erkannte, dass sie aus dieser Situation wahrscheinlich nicht mit einer fadenscheinigen Ausrede davonkommen würde. Und wenn jemand ihr Vertrauen verdient hatte, dann diese Gruppe hier. Ausserdem würde Bellatrix erst in ein paar Jahren auf die Welt kommen und sie hatte die Eltern von Abraxas kennengelernt. Sie alle traf keine Schuld für das Verhalten ihrer Nachfahrin. ,,Nein, schon gut. Es ist unsinnig." Sagte sie und schüttelte den Kopf um die Gedanken zu vertreiben und damit ihr Strähnen ins Gesicht fielen, damit sie ihre Augen dahinter verstecken konnte. ,,Es macht dir Angst." Wiederlegte er ihren Versuch. ,,Ja, aber Angst sollte nie ein Grund sein um fort zu laufen." Beendete sie das Gespräch und strafte die Schultern.
Abraxas hatte sie nicht aus den Augen gelassen, während sie am Arm von Tom zum Haus geführt wurde. Sie konnte die Blicke der Anderen in ihrem Rücken fühlen, doch es war nicht bedrohlich. Es gab ihr Sicherheit und half die Angst runter zu schlucken. Sie würden nicht zulassen, dass ihr etwas passierte, da war sie sich sicher. Als die Holztür hinter ihnen ins Schloss fiel konnte sie sich dennoch ein Gefühl von Gefangenschaft nicht unterdrücken. Sie war sich sicher, dass der helle Marmor, die Samtvorhänge, welche als Bannen an den Wänden hingen und die glitzernden Kronleuchter nur für sie alleine bedrohlich und kalt wirkten. Abraxas führte sie weiter, durch das Gebäude zu einem Gästewohnzimmer, wie er sagte. Auf ihrem Weg kreuzten sie auch die Ahnengalerie.
An diesem Punkt wäre Hermine am liebsten schreiend aus dem Haus gerannt. Mehrere sich bewegende Bilder blickten zu ihnen hinab, sie sahen sich alle ähnlich und auch wenn die Gesichtszüge eindeutig in den früheren Generationen feiner waren, erkannte sie darin Lucius und Draco. Eine Gänsehaut bildete sich auf ihren Armen, sie war sich fast sicher, dass die Bilder ihr ihren ehemaligen Blutstatus ansehen und anfangen würden zu schreien. Doch nichts dergleichen geschah. Die meisten blickten eher langweilig, die die ihnen mehr als einen zweiten Blick zu warfen wirkten auch eher freundlich. Die wenigen weiblichen Bilder die hingen, lächelten eindeutig offener und neigten ihren Kopf zum Gruss. Dennoch war sie gleichzeitig froh und geängstigt, als sie ihren Weg beendet hatten.
Sie betete den ganzen Weg, dass es bloss nicht das selbe Zimmer sein würde, da sie damals den Weg nicht sehen konnte, wusste sie nicht in welchem Trakt es damals stattgefunden hatte. Ihr Herz klopfte den ganzen Weg wie ein Presslufthammer in ihrer Brust und sie war sich sicher, dass sie Tom weh tat, so fest wie sie sich in seinen Arm krallte. Sie hatte das Gefühl alles lief in Zeitlupe ab, als Abraxas an einer Tür stehen blieb und sie für die Gruppe öffnete. Doch dann fiel ihr ein Gebirge vom Herz, als sie in das Zimmer trat und sie nichts darin an den schlimmsten Tag ihres Lebens erinnern liess. Sie fühlte sich um Jahre gealtert und erschöpft, als sie in das Polster des mit weichem dunklem Samt bezogene Sofas sank.
Tom hatte sie immer noch nicht los gelassen und sie lehnte sich vertrauensvoll an ihn. Sie konnte nicht verhindern, dass ihre Augen dennoch den Raum nach Gefahren und Fluchtwegen absuchten. Eine Tür, drei Fenster, zwei grosse Sofa, die sich gegenüberstanden und dazwischen ein langer Tisch auf Kniehöhe. Die an zwei Wänden waren grosse Bücherregale angebracht, doch sie verwendete keinen zweiten Blick auf ihnen. An einer Wand war ein riesiges Bild von einer Burg auf einem grünen Hügel zusehen, welches in der Abendsonne erglühte. Es war so protzig und ihr fiel kein anderer Ausdruck als Malfoyhaft ein, dass sie sogar ein kurzes Lächeln zu Stande brachte, auch wenn es ihre Augen nicht erreichte. Als sie sich alle gesetzt hatten, zuckte sie zusammen, als ein Plopp erklang. Sie schämte sich fast dafür, als sie den kleinen Hauself erblickte, welcher sich so tief verneigte, dass sie Angst hatte er würde vornüber fallen.
Kurze Zeit später, als sie alle ein Butterbiere vor stehen hatte und ihr Blut nicht mehr unerträglich in ihren Ohren lauschte, fühlte sie sich genug gesammelt um sich der Tatsache zu stellen. Ihre Freunde hatten es verdient zu erfahren, was gerade in ihr vorgegangen war. Sie klammerte sich wie eine Ertrinkende an die Kühle Flasche, das kalte Glas brannte fast auf ihrer Erhitzen Haut und half ihr dabei sich darauf zu fokussieren, bis ihr Herz sich beruhigt hatte. Sie redete sich erfolglos ein, dass es nicht an Tom lag, während sie sich unbewusst noch etwas näher an ihn schmiegte. Sie sah Abraxas kurz in die Augen, doch sie wendete ihren Blick schnell wieder ab. ,,Es tut mir leid Abraxas, das Ganze hat nichts mit dir zu tun. Es liegt an deinem Haus." Durchbrach sie dann die Stille und starrte weiterhin auf die Flasche in ihrer Hand. sie war froh, dass keiner der Anderen sprach, denn so konnte sie genügend Mut fassen, um weiter zu erzählen. Sie atmete tief ein.
,,Als ich gesagt habe, ich sei ein Halbblut, war das gelogen." Nach einer Sekunde des Zögerns fuhr sie fort. ,,Ich bin als Muggelgeborene aufgewachsen, bis kurz vor meinem elften Lebensjahr wusste ich Nichts von der Magie. Es war ein ziemlicher Schock, um es gelinde auszudrücken und doch wie ein Befreiungsschlag. Endlich verstand ich, warum ich mit meinen Mitmenschen nicht auskam. Warum ich anders war, als sie. Ich war glücklich zu wissen, dass ich keine Abscheulichkeit, Freak oder Missgeburt war, sondern dass ich eine Hexe war." Sie schluckte kurz und schloss die Augen, als sie an ihre Grundschulzeit denken musste, wie oft, dass sie gehänselt und über den Schulhof gejagt worden war. Wie man ihr ihre Bücher entrissen und in den Teich geworfen hatte. All die seltsamen Dinge, die daraufhin geschehen waren, die Kinder die sie aus Angst gemieden hatten.
,,Meine Eltern mussten auch keine Angst mehr vor mir haben, weil mir Dinge passierten, die sie nicht verstanden. Ich dachte, ich hätte meinen Platz in der Welt endlich gefunden." Sie blickte kurz auf, sah in die Augen von Abraxas, dessen Augen seinem Enkel so ähnlich sahen, erwartete fast, den selben Hass und Abscheu darin zu sehen, den sie jahrelang ertragen musste, doch sie sah nur Verwirrung und Zuneigung. Sie konnte diesem Blick nicht standhalten und blickte wieder zu Boden. „Wie sehr ich mich doch täuschen sollte. Ich lernte bis zum Schulbeginn alles, was ich finden konnte. Ich wollte so unbedingt dazugehören, dass ich tagelang gelernt habe. Schliesslich würde es sicher Schüler geben, die das alles von klein auf kannten und ich wollte nicht als dumm gelten."
Ein wehmütiges Lächeln schlich sich auf ihre Züge. ,,Während der Hinreise musste ich jedoch lernen, dass ein Schlammblut wie ich, niemals von der Gesellschaft akzeptiert werden würde und ich nur geduldet werde. Ich floh aus einer Welt, in die ich nicht hineinpasste, wo man Angst vor mir hatte und mich mied.. und landete in Einer, die mich nicht haben wollte. Die mich nur als Eindringlich sah. Gezwungenermassen Geduldet, doch sicher nicht erwünscht. Doch ich hatte noch nicht aufgegeben. Ich lernte was ich konnte, ich war gut. Ich war Klassenbeste, sogar Jahrgangsbeste. Doch das spielte keine Rolle. Ich war lange Zeit alleine. Entweder wurde ich wegen meiner Leistungen oder meinem Blut gemieden. Ich weiss nicht was schlimmer war. Am Anfang taten mir die Schlammblut Beschimpfungen nicht wirklich weh, ich war jung und verstand die tiefere Bedeutung dahinter nicht. Dass ich eine Besserwisserin genannt wurde, tat damals fast mehr weh. Ich dachte es sind nur eifersüchtige Kinder. Schliesslich war das etwas wofür ich nichts konnte, etwas was ich nicht ändern konnte. Es spornte mich nur an, besser zu werden. Ihnen zu zeigen, dass sie falsch lagen. Doch diejenigen, die mich nicht für mein Blut hassten, hassten mich auch dafür, dass ich besser war als sie. Ich sah wie mich die Lehrer belächelten ob meinem Eifer. Die höhnischen Blicke meiner Mitschüler, wenn ich mich im Unterricht meldete. Das mitleidige Lächeln der Schulbibliothekarin, weil ich schon wieder den ganzen Tag allein in der Bibliothek sass…''
Sie wischte sich gedankenverloren eine Träne von der Wange, sie traute sich immer noch nicht aufzusehen und die Reaktionen ihrer Freunde zu betrachten. ,,Wenn einem nur lange genug etwas gesagt wird, fängt man irgendwann es zu glauben. Wenn man immer als minderwertig angesehen wird, beginnt man sich minderwertig zu fühlen. Kurz bevor es soweit war, lernte ich Harry kennen." Ein ehrliches Lächeln huschte über ihre Züge. ,,Er und Ron wurden meine Freunde. Die Ersten überhaupt in meinem Leben. Endlich hatte ich das Gefühl einen Platz zu haben. Es folgte ein paar turbulente Jahre, ich lernte mit dem Spott und den Beschimpfungen umzugehen. Lernte, das es keine Rolle spielte von wem die Beleidigungen kamen, ob von den Reinblutverfechter, die mich damit offen beschimpften, oder diejenigen die es unabsichtlich taten, weil sie erfreut überrascht waren, dass ich solche Dinge vollbrachte, trotz meiner Abstammung. Ihre Worte kümmerten mich nicht mehr… Dachte ich zumindest…"
Sie schluckte trocken beim Gedanken an das Folgende, schloss kurz gepeinigt ihre Augen. Kurz blitzt das Gesicht von Harry in verschiedenen Situationen vor ihr auf. Wie er sie sanft anlächelte, wie er stolz grinste, weil sie den Slytherins und Snape in Zaubertränke eins auswischte. Wie seine Augen zornig blitzten weil sie beleidigt worden war. Die Verständnisvollen Blicke, wenn er sie tröstete, weil sie eine Beleidigung doch tiefer getroffen hatte, als sie zugeben wollte.
Sie öffnete ihre Augen wieder, zwang sich ins hier und jetzt. Ihr Blick flackerte für eine Sekunde über die Gesichter ihrer Freunde, die sie doch eigentlich gar nicht kannten und ihr doch so viel bedeuteten. „Umstände, die ich euch leider nicht näher erläutern kann zwangen uns dazu, dass wir die Schule verlassen mussten. Harry, Ron und ich mussten vor ein paar Fanatikern fliehen. Wir irrten Monatelang durch das Land. Alleine auf uns gestellt, in ständiger Angst. In Kälte und Schnee. Ich weiss nicht, wie wir es schafften zu überleben. Wie es uns gelang, so lange unentdeckt zu bleiben... Doch dann.."
Sie schloss erneut ergeben die Augen, als sie kurz ihren eigenen Schrei in ihren Gedanken hörte, wieder das Blut in ihrem Mund schmecken konnte. Ihre Stimme klang brüchig, als sie weitersprach. „Wir wurden gefangen genommen und in einen Kerker geworfen. Alles aus dieser Zeit verliert sich in Schmerz und Angst. Noch heute sehe ich die grauen Wände vor mir, wenn mich die Angst zu erdrücken versucht. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass es ein Reinbluthaus gewesen war. Während sie mich folterten um an Informationen zu kommen, sagen sie mir immer wieder wie wertlos ich mit meinem Blut sei." Sie blickte kurz auf und sah nur Schock in den einzelnen Gesichtern, das hätte sie fast zum Beenden gebracht, doch sie wollte so ehrlich mit ihnen sein, wie sie nur konnte. Ihre Stimme wollte ihr nicht mehr gehorchen, sie versuchte es. Sie brachte die Folterung allerdings nicht über ihre Lippen. Sie würde es ihnen zeigen müssen. Ihr Arm zitterte, als sie das Goldkettchen an ihren Mund brachte und das Wort flüsterte. Das Kettchen fiel in ihren Schoss, doch sie benötigte noch einen Moment, bis sie sich soweit gefangen hatte.
,,Was ich von meinem unfreiwilligen Besuch zurückbehalten habe ist die Angst vor Fensterlosen Räumen und eine Narbe, die mich immer daran erinnern wird." Sie drehte ihren Arm herum und zischend wurde die Luft um sie herum eingeatmet. Tom hatte ihr seinen Arm um die Schulter gelegt und gab ihr Halt. Sie sah selbst auf die Narbe, sie war nicht mehr fett und violett. Doch sie war keineswegs schön, auch wenn die Buchstaben jetzt eher weiss waren, konnte man das Wort noch ganz deutlich lesen. Die sanften Streicheleinheiten von Tom auf ihrer Schulter halfen ihr, sich so weit zu fangen, dass sie weitererzählen konnte.
,,Als ich kurz nach meiner Flucht nach England gekommen bin, wollte ich nur noch vergessen. Ich schwor mir, dass ich nicht mehr anhand meines Blutes bewertet werden wollte. Ich wollte nie mehr Schlammblut genannt werden, doch auf keinen Fall wollte ich mich als Reinblut ausgeben... So wurde ich zum Halbblut… Ihr könnt euch meinen Schock vielleicht vorstellen, als ich dann nach Slytherin kam. Ich gestehe… Ich hatte in der ersten Zeit grosse Angst vor euch. Bis ich erkannt habe, dass ich denselben Fehler begangen hatte wie meine Peiniger. Ihr könnt nichts für eure Abstammung und eure Familien. Und dann wurdet ihr zu wirklich guten Freunden." Sie blickte auf und sah jedem in die Augen, bei Abraxas verweilte sie danach. ,, Ich weiss das Alles, aber dein Haus hat so etwas wie ein Rückfall verursacht. Es sieht dem damaligen so ähnlich und ich habe einfach Panik bekommen. Obwohl ich weiss, dass du so etwas nicht tun würdest. Es tut mir leid." Murmelte sie, Tom zog sie noch etwas näher an sich und sie vergrub ihr Gesicht an seinem Hemd.
Sie hörte einen kurzen Tumult und einen Stuhl umfallen, ängstlich zuckte sie zusammen. Doch dann waren da Hände, die sie sanft von Tom weg und an eine andere Brust hin zogen. Sie versteifte sich kurz vor Schreck, doch als ihr das vertraute Lavendelparfüm in die Nase stieg, schluchzte sie auf und klammerte sich an Mia fest. Sie hörte ihre Freundin undeutlich etwas murmeln, nur ab und zu verstand sie eine Verwünschung daraus. Es dauerte lange bis sie sich beruhigt hatte. Als sie sich soweit erholt hatte, hatte Abraxas unterdessen etwas Stärkeres hervorgeholt und sie stiessen schweigend an.
Keiner von ihnen wusste genau, was man in dieser Situation sagen sollte. Es gab keine Worte, die das getane wieder gut machten. Es gab keine möglichen Lösungsvorschläge. Worte konnten in dieser Situation nichts ausrichten. Und so schwiegen sie alle ein paar Momente in stiller Eintracht. Doch irgendwann wird auch eine Stille erdrückend und Sac war der erste, der sie brach. ,,Heftig… Echt heftig.. das ist echt…" ,,…krank?" bot Tobias an, Sac nickte und leerte sein Glas. ,,Für dich muss der Aufenthalt in den Kerkern die Höhle sein. Bei so wenigen Fenstern." Warf irgendwann Magenta nachdenklich ein, sie drehte ihr Glas in ihren Händen und beobachtete die bernsteinfarbige Flüssigkeit darin. Froh um einen kleinen Richtungswechsel nickte sie bedauernd. ,,Ja in der ersten Zeit kam ich mir in den Kerkern ständig gefangen vor. Zeitweise hatte ich Angst zu ersticken… Doch mittlerweile geht es. Dank Euch."
Dann wieder Schweigen. ,,Hast du deswegen die Kugel?" fragte Mia irgendwann, während sie ihr immer noch unablässig durchs Haar fuhr. Sie nickte, nahm selbst einen Schluck und genoss das Brennen in ihrer Kehle, das keine anderen Gedanken zuliess. ,,…und wegen Dir. Ich wollte nicht, dass so etwas wieder passiert." Murmelte sie in ihr Glas, ihre Freundin drückte sie noch etwas näher an sich. Wieder versank die Gruppe in Stille. ,,Was ich nicht ganz verstehe ist, wie deine Verwandlung da rein passt. Wenn deine Eltern Muggel waren." Warf Tobias irgendwann ein, auf die bösen Blicke hob er abwehrend die Hände und rief. ,,Was?! Ich habe ja nichts gegen ihre Eltern, aber wir alle sind neugierig, warum sie uns nicht sagen will, was für ein Wesen sie ist.." rechtfertigte er sich und sah sie entschuldigend an.
Sie konnte es verstehen, sie war ja auch neugierig auf die verschiedenen Wesen ihrer Klassenkameraden gewesen, bevor sie es erfahren hatte. Die Anderen sahen Tobias allerdings immer noch wütend an. Sie konnte nur hoffen, dass sie nun nicht beginnen würden, sie mit Samthandschuhen anzufassen. ,,Weil ich egoistisch bin." Erklang ihre Stimme. Alle sahen sie überrascht an, sie war nicht minder überrascht, dass sie ihren Gedanken laut ausgesprochen hatte. Sie räusperte sich und setzte sich etwas gerader hin. Sie stellte ihr Glas auf den Tisch, sie wollte nicht noch mehr Alkohol trinken. ,,Kann ich etwas Tee haben? Bitte?" fragte sie etwas kleinlaut und in der Hoffnung ablenken zu können. Abraxas sah sie berechnend an, zuckte dann kurz mit den Schultern und rief einen Hauselfen.
Nachdem diese das Gewünschte gebracht hatte, klammerte sie sich an die warme Tasse und wärmte ihre klammen Finger. Als die Anderen auch ihren Tee in den Händen hielten, war es ausgerechnet Mia die das Thema wieder zur Sprache brachte. ,,Wie hast du das vorhin gemeint?" fragte sie sanft, aber auch vorsichtig. Hermine wollte fast frustriert aufseufzen, doch sie hatten ein Recht es zu erfahren. Sie hatte sowieso schon zu viel gesagt. Wenn sie schon über ihr bisheriges Leben immer wieder lügen musste, konnte sie nicht von ihnen verlangen, dass sie ihre Freunde blieben, wenn sie nicht zumindest in dieser Sache ehrlich mit ihnen war.
,,Ich wusste nicht, dass ich Wesens Gene in mir trug, bis die Verwandlung einsetzte. Das heisst, ich hatte es geahnt und wieder verdrängt. Doch ich weiss bis heute nicht, wo in meinem Stammbaum sich die Gene eingeschlichen haben. Obwohl ich vermute, dass es mein Ururgrossvater war, da es ein Lied gibt, dass er von Generation zur nächsten weitergeben hatte. Doch es spielt eigentlich keine wirkliche Rolle und ich habe auch nicht die Möglichkeit es nach zu prüfen. Ich wurde also etwas von meiner Verwandlung überrascht."
Tom neben ihr unterdrückte ein Lachen. ,,Sie hat es zuerst geleugnet. Und behauptet das ein Fehler vorliege." Sie errötete und allgemeines Gelächter ertönte, es half die Stimmung aufzulockern und etwas von dem wahnsinnig drückenden Gefühl auf ihnen Allen zu mindern.
Sie funkelte Tom böse an und gab ihm mit einem Blick zu verstehen, dass es in dieser Geschichte auch etwas gab, von dem er nicht wollte, dass die Anderen es erfuhr. Er schien begriffen zu haben und hob als Zeichen seiner Kapitulation die Hände. Einen hämischen Moment spielte sie mit dem Gedanken den Anderen von seiner Kuschelattacke und dem Anknurren seiner Eltern zu berichten. Aber irgendwie war das Ganze dann doch zu persönlich. Die Slytherins hatten in ihrem Gelächter den kleinen stummen Schlagabtausch nicht mitbekommen. ,,Du hast es also geleugnet?" fragte Magenta das Thema wieder aufnehmend und Hermine nickte.
,,Ja, das Ganze war für mich sehr schwer zu verstehen. Ich habe mich zuerst auch nicht anders gefühlt. Ich hatte wirklich das Gefühl es sei ein Aprilscherz oder so." ,,Was ist ein Aprilscherz?" fragte Tobias dazwischen. ,,Eine Muggeltradition, am 1. April ist der offizielle Tag der Streiche." Gab sie gnädig Auskunft, Tobias und Newt sahen sich an und grinsten breit, doch sie gingen nicht näher darauf ein. Auch diese Beiden erkannten den Ernst der Lage. ,,Aber warum bist du egoistisch, wenn du uns nicht sagen willst, welches Wesen du bist?" fragte da Nelson, der bis jetzt nur schweigend zu gehört hatte. Sie nahm an, dass er und Mia am besten verstehen konnten, wie es war, plötzlich ein Wesen zu sein.
,,So wie ich Angst hatte, euch zu verlieren, wenn ich euch sage, dass ich eine Muggelgeborene bin, so habe ich Angst, euch zu verlieren, wenn ihr wisst, was für ein Wesen ich bin. Ich möchte nicht schon wieder auf mein Blut reduziert werden. Ich möchte einfachein mal Hermine sein." Er hatte seine Stirn bei ihrer Erwiderung gerunzelt. ,,Gut das kann ich bis zu einem gewissen Punkt verstehen, doch wir sind doch alle zum grössten Teil Wesen, du solltest doch wissen das wir niemanden dafür verurteilen. Und seien wir einmal ehrlich, wir Werwölfe haben, wie Schattendämonen nicht wirklich den besten Ruf beim Ministerium. Über die Vampire sagt niemand was, weil sie zu viel Angst haben, die Nixen und Nympfen werden nicht wirklich ernst genommen, weil sie die meiste Zeit ihres Lebens im Wasser verbringen. Veelas werden zwar von den menschlichen Zaubern hochgeschätzt, allerdings nur wenn sie weiblich und weissmagisch sind. Also dein Freundeskreis besteht nicht gerade aus denn in der Gesellschaft beliebten Wesen, was bringt dich dazu zu glauben, dass wir dich verstossen könnten? Es gibt fast nichts Schlimmeres als uns." Sie konnte ihn nur schweigend anstarren, zum Einem, weil sie ihn noch selten so viel hatte reden hören, zum anderen, weil er sich die Frage schon fast selbst beantwortet hatte. Das schien ihm in diesem Moment auch auf gefallen zu sein. Seine Augen wurden etwas grösser, fragender. Sie schluckte trocken und nickte einmal. Er stiess die Luft aus und stütze sich mit seinen Armen auf seinen Knien ab. ,,Jetzt bin ich aber neugierig." Sie sah ihm deutlich an, dass er überlegte welche Wesen als gefährlicher als Werwölfe und Vampire galten. Die anderen hatten auch verstanden und fingen an zu rätseln.
,,Doch eine Sierene?" ,,Ne ich sagte doch sie ist ein Sukkubus." Das von Tom geworfene Kissen landete mit viel Schwung im Gesicht von Tobias, der ein erschrockenes Geräusch machte. Tom hatte dabei nicht einmal seinen Arm von ihrer Schulter genommen. Kurz erfüllte Gelächter die Runde, bevor wieder Wesen aufgezählt wurden. Sie war etwas eingequetscht zwischen Mia und ihm, die beide nicht den Anschein machten, auch nur einen Zentimeter von ihr abzurücken, doch sie war froh darüber, sie halfen ihr gerade sehr mit ihrer Nähe. Es half die Kälte zu vertreiben, die sich seit dem Erzählen ihrer Vergangenheit in ihr angestaut hatte.
Hermine fand das Ratespiel zwar ein bisschen amüsant, besonders weil sie irgendwann mit unsinnigen Wesen wie zum Beispiel eine Sabberhexe, Troll oder eine Phynx, aber sie war die ganze Zeit nervös, das sie es zufällig erraten würden. Tom lehnte sich noch etwas näher zu ihr rüber, eine Gänsehaut breitete sich auf ihrem Körper aus und ihr inneres Wesen machte einen Luftsprung. ,,Na los, hab vertrauen in sie." hauchte er in ihr Ohr und sie biss sich auf die Lippe um nicht verzückt zu seufzen. Während die eine Hälfte von ihr sich in seine Arme schmeissen wollte, schaffte der andere Teil die gesagten Worte zu verstehen. Sie musste unwillig zugeben, dass er Recht hatte.
,,Nun gut, ich sage es euch. Doch bevor ihr dann schreiend davonläuft, denkt daran, dass ich besser im Zaubern bin als ihr!" Versuchte sie zu scherzen. Doch sie konnte die Angst hinter ihren Worten nicht ganz verstecken. Sie schloss kurz ihre Augen und ging in sich, als sie ihre magische Rüstung fand, zögerte sie einen Moment und stupste sie dann an, damit sie zerbrach, gleichzeitig sprengte sie die Verschleierungszauber, die sie auf sich gelegt hatte. Sie fand es einfacher, ihnen zu zeigen was sie war, dann musste sie es nicht sagen. Sie spürte ihre Rüstung von sich abfallen und das überraschte Luftholen ihrer Freunde.
Mutiger als dass sie sich fühlte öffnete sie ihre Augen, was ein weiteres tiefes Luftholen zur Folge hatte.
Abraxas pov
Dieser Dämlack Potter hatte ihnen den gesamten Ausflug mit seiner idiotischen Aktion verdorben. Wie konnte man auf die bescheuerte Idee kommen, eine Schulkameradin während der Sommerferien an zu greifen? Das Ministerium nahm es in letzter Zeit ziemlich ernst mit dem Gesetzt das Minderjährigen Zauberern verbot zu zaubern. Seit dem Vorfall in Frankreich, wo ein Drittklässler fast ein halbes Zaubererdorf abgefackelt hatte, weil er einen Zauber falsch ausgesprochen hatte. Sie warteten regelrecht auf Vergehen. Er fand das lächerlich, schliesslich hatten viele Zaubererfamilien, extra dafür Zauber. Es traf in der Regel nur Muggelstämmige Zauberer oder Reinblüter, die so schlampig vorgingen, dass sie es verdient hatten erwischt zu werden. Er kannte kein Wesen, das deswegen zur Rechenschaft gezogen worden war.
Obwohl er sich sicher war, dass das Ministerium es versucht hatte. Seit Grindelwald im Ausland so wütete und sich ihm auch immer mehr Wesen angeschlossen hatten, stieg das Misstrauen des Ministeriums gegen bestimmten Wesensarten. Dämliche Menschen, kaum leiteten sie das Ministerium ein paar Jahrzehnte und schon hatten sie vergessen, dass es ursprünglich die Veelas gewesen waren, die es gegründet und dann im Laufe der Jahre an sie übergeben hatten. Jetzt spielten sie sich auf, als ob sie etwas Besseres wären.
Sie hatten es natürlich auch bei seiner Familie versucht. Es war kein allzu grosses Geheimnis, das sein Vater sich für schwarzmagische Artefakte interessierte. Und sein Vater war gut, wenn es um das Aufspüren eben solcher ging. Er hatte eine Affinität zu schwarzer Magie und spürte sie auf Kilometer Entfernung. Ebenso wenig war es ein Geheimnis, dass das Ministerium solche Artefakte suchte um sie die in ihrer neuen Abteilung untersuchen zu lassen. Die Unsäglichen hiessen diese Mitarbeiter. Sie waren von höchster Wichtigkeit, so wichtig, dass keiner genau wusste was sie eigentlich genau taten. Auch die gesamte Abteilung war streng bewacht und durfte nur von den Unsäglichen betreten werden. Wäre ja alles schön und gut, doch das Ministerium glaubte, dass sie alles Recht dazu hatten die Artefakte einfach einzusacken.
Viele Artefakte, besonders wenn sie auf Wesensmagie basierten, wurden von Generation zu Generation weiter vererbt. Wie etwa der Gehstock seines Vater, der wie eine Schlange geformt war und in den mehrere nützliche Veelazauber eingewebt waren. Er würde diesen irgendwann erben und ihn dann an seinem Sohn weitergeben. Das Ministerium war so scharf auf solche Artefakte, dass sie es sich meistens einfach nahmen wen sie eines fanden und behaupteten es sei gefährlich oder verboten, obwohl sie selbst noch keine Ahnung hatten was es genau bewirkte. Doch sie hatten den Stab noch nie als solchen erkannt, obwohl sein Vater ihn immer überall hin mitnahm.
Sie hatten sogar schon ihr Manor durchsucht, aber selbstverständlich nichts gefunden. Er war damals kurz vor seinem Hogwarts Eintritt gewesen und hatte brav neben seiner Mutter im Salon gesessen, während sein Vater auf einem Sessel thronte und mit seinem Gehstock gespielt hatte. Zwei Auroren hatten sie überwacht, während andere Auroren ihr Haus durchsucht hatten. Sein Vater hatte den Stab immer wieder gezwirbelt und mit ihm gespielt. Er wusste es damals noch nicht, erst viele Jahre später, wurde ihm die Geschichte dieses Stockes erzählt. Abraxas hatte es damals das ungewöhnlich Verhalten seines Vaters nicht verstanden, oder warum seine Mutter sich die ganze Zeit ein Lachen verbeissen musste. Doch jetzt liebte er diese Geschichte und er konnte es kaum erwarten ihn irgendwann selbst in den Händen zu halten.
Dieses Ereignis war auch der Ausschlag, dass Malfoy Manor nun viele neue starke Zauberbanne auf sich liegen hatten. Einige sorgten dafür, dass keine Zauber das Grundstück verlassen konnten, was den netten Nebeneffekt hatte, dass man wiederum nicht nachweisen konnte, was für Zauber genau innerhalb der Mauern gesprochen wurden oder von wem. Das Ministerium hatte ohne es zu wollen eine neue Einnahmequelle für die Malfoys geschaffen, denn seine Mutter, welche auch eine Veela war, verstand sich auf das sprechen solcher Banne und sie war sehr stark. In den letzten Jahren hatte sie so einige hochrangige Häuser geschützt. Je länger er über das Ministerium nachdachte desto wütender wurde er, auch Mister Potter, der sich so sehr für seinen Sohn einsetzte arbeitete im Ministerium. Er war Abteilungschef der Buchhaltungsbehörde und kannte so manch schmutziges Geheimnis, er glaubte, dass er sich dadurch alles erlauben konnte.
Doch an den Malfoys hatte auch er sich bis jetzt die Zähne ausgebissen. Es war herrlich mit an zu sehen gewesen, wie er sich aufgeplustert hatte wie ein Pfau und sein Gesicht immer röter und röter geworden war. Abraxas hatte sich kurz gefragt, wie viele verschiedene Rotschattierungen er hinbekommen würde. Doch das Schönste, war das Erbleichen gewesen, als dieser erkannt hatte, mit wem genau er sich gerade angelegt hatte. Doch nichts verglichen mit Hermines Aktion mit dem Buch, er hätte ihr niemals zugetraut ein Buch für solche Zwecke zu missbrauchen. Er hatte das Glück, dass er so gestanden war, dass er es beobachten konnte. Sie hatte voll aufgezogen und ihm das Buch über den Schädel geschlagen. Er war umgefallen wie ein Flubbwerwurm. Er würde die Erinnerung davon später in seinem Denkdarium lagern und jedes Mal, wenn er schlechte Laune hatte, würde er sie sich ansehen. Oder wie sie Mister Potter die Anklagepunkte vor die Nase gehalten hatte, es war amüsant sie so zusehen.
Doch jetzt war es erst einmal wichtiger, dass sie Hermine hier rausbrachten. Zwar sagte sie es ginge ihr gut, doch nicht nur ihm war aufgefallen, dass sie blasser war und ihre Hände zitterten. Bestimmte hatte der Angriff sie an etwas erinnert. Wenn er könnte, würde er Potter noch eins über den Schädel ziehen. Doch die waren ja vorhin abgetakelt, obwohl bei seiner Mutter könnte es wirklich sein, dass noch ein Nachspiel folgen würde. Vielleicht hatten sie ja Glück und er fehlte nächstes Jahr, nun ja, die Hoffnung starb zuletzt. Er sah durch das Fenster hinaus in die Winkelgasse, es war immer noch brechend voll, sicher nichts, was Hermine jetzt durchmachen wollte.
Er verstand sowieso nicht, warum Hogwarts seine Briefe nicht früher losendete, so dass nicht alle in den letzten beiden Wochen sich in die Winkelgasse quetschen mussten. Er rümpfte die Nase, beim Gedanken daran, sich dort wieder hindurch drängen zu müssen. Die 'spuckende Kröte' würde sicher auch brechend voll sein, und die anderen Kneipen lagen in der Nockturngasse und boten eher härtere Sachen an. Am Abend amüsant, doch nichts wohin man mit Frauen an einem Nachmittag hinging. Ausserdem waren in letzter Zeit dort immer vermehrt Auroren anzutreffen, die nach ihrem Dienst einen über den Durst tranken. Er dachte immer noch darüber nach, während die anderen ihre Bücher bezahlten. Er würde sie alle mit zu sich nach Hause nehmen. Die Meisten waren schon einmal da gewesen und dort konnten sie den Tag in Ruhe ausklingen lassen. Sie hatten alle notwendigen Bücher und vieles hatten sie ja bereits anfangs der Ferien gekauft gehabt. Dennoch fragte er die Anderen zuerst, doch jeder war einverstanden, auch wenn Hermine zuerst nicht reagierte. Sie schien immer noch etwas durcheinander zu sein.
Er apparierte vor und öffnete die Appariersperre für seine Freunde, die kurz darauf folgten. Wie immer setzte sich Tobias in den Dreck und Hermine krallte sich an Tom, durch die Reise war sie noch ein ganzes Stückchen blasser geworden. Besorgt beobachtete er sie als sie hochblickte und sein Zu Hause erblickte. Er hätte nicht gedacht, dass sie noch blasser werden konnte. Doch ein Geist sah im Vergleich zu ihr richtig gesund aus. Er konnte anhand des Schmerzhaften Gesichtsausdrucks von Tom erkennen, dass sie seinen Arm regelrecht quetschte und sie zitterte am ganzen Leib, doch als er seinen Blick in ihr Gesicht warf stockte ihm der Atem. Nackte Panik war in ihren Augen zu lesen. Tom fragte ob alles in Ordnung sei, sie erwiderte etwas, was Abraxas nicht verstand.
Doch es schien etwas zu sein, dass seinen Freund dazu veranlassen wollte sie sofort von hier weg zu bringen. Er liess irritiert seinen Blick über das farbenprächtige Gelände schweifen, doch er konnte nichts erkennen, dass sie so geängstigt haben könnte. Hermine strafte sich und so setzte auch Abraxas sich in Bewegung. Er führte sie zu einen der Salons welcher für Gäste vorgesehen war. Seine Veelasinne sagten ihm, dass die Panik, welche Hermine ausstrahlte mit jedem Meter wuchs, den sie sich im Manor befand. Er war froh, dass er bereits vorgehabt hatte, einen der Salons im vorderen Bereich zu benutzen. Es war eines der kleineren Wohnzimmer, für Freunde und Familie. Etwas ihrer Spannung nahm ab, als sie den Raum betraten, doch sie war immer noch sehr verstört, als sie sich unauffällig an Tom lehnte.
Der Malfoyerbe unterdrückte ein sanftes Lächeln, seine Vermutung hatte sich also bestätigt. Seit Hermine White in die Schule gekommen war, hatte er die Veränderung von Tom beobachten können. Er war vom ersten Moment von ihr gefesselt gewesen, doch er hatte sich wohl selbst verboten darüber nachzudenken. Tom war vorher immer ein eher harter und abweisender Charakter gewesen. Er konnte charmant sein und jeden um seinen Finger wickeln, wenn es ihm einen Vorteil brachte, doch eigentlich kümmerten ihn seine Mitschüler nicht. Abraxas war sich auch dessen bewusst, dass er sich nur mit ihm angefreundet hatte, weil er sich nicht der älteren Vampirgruppe anschliessen wollte, die in Slyhterin war.
Abraxas als männlicher Veela und dadurch Verbindung zur schwarzen Magie war da eine gute Wahl gewesen. Nach und nach hatte er auch die anderen Jungs aus seinem Jahrgang zu sich geholt und sie waren über die Jahre zu einer festen Gruppe geworden. Es war bei jedem ein ähnlicher Grund gewesen, die Erwartung eines Anderen sich zu beugen. Seien es die Vampire, die glaubten ein Anrecht auf Tom zu haben, die Eltern von Sac und Newt, die sie in ihren Reinblutwahn erziehen wollten oder der Vater von Andrew, der aus seinem Sohn den perfekten Dämonen formen wollte. Sie hatten sich zusammengeschlossen, weil sie nichts voneinander erwartet hatten, ausser gegenseitige Loyalität und Freiheit von den auferlegten Zwängen. Die ersten waren die Wesen gewesen, als die Lestrangers zu Werwölfen wurden kamen Sac und Newt zusammen mit Nelson dazu. Doch es war für Tom auch über die Jahre immer eher eine Gemeinschaft gewesen und keine Freundschaft.
Es war einfacher Schwierigkeiten und Anfeindungen vorzubeugen, wenn man in einer Gruppe war. Alleine war man ein zu grosses Ziel gegen Attacken. Jeder der Jungen musste sich deswegen schon einmal gegen jemand anderes behaupten. Er konnte sich selbst an mache bedrohliche Diskussion erinnern, bevor er seine Verwandlung durchgemacht hatte. Doch jetzt nach fast sechs Jahren wurde ihre Gruppe akzeptiert und geduldet. Es war praktisch, wenn man Tom hatte, der so manch dunklen Zauber kannte um eine Meinung zu untermauern.
Die anderen hatten sie in Ruhe gelassen, aus Furcht und weil sie wahrscheinlich dem Irrglauben unterlegen waren, dass nach dem Schulabschluss sich das ganze auflösen würde. Wie sehr sie sich doch täuschten. Besonders nach diesem Jahr. Ja in diesem Jahr war alles anders gekommen. Tom der sich vorher immer als etwas Besseres ihnen gegenüber gefühlt hatte, hatte sich geändert. Sie waren in diesem Jahr endlich Freunde geworden. Nicht mehr nur Verbündete gegen den Rest. Sie hatten über die Jahre die Idee entwickelt, dass die verschiedenen Wesen besser miteinander zusammenarbeiten mussten, besonders da immer mehr Menschen in die Zauberwelt kamen. Sac und Newt würden sich ins Ministerium einschleichen um für sie Informationen zu bekommen, währendem die Anderen die verschiedenen Wesensvölker besuchen und von der Wichtigkeit überzeugen wollten. Toms Ziel war die Abspaltung der Wesen von den menschlichen Zauberer gewesen. Bis jetzt. Bis zu dem Tag, an dem die junge Frau mit Augen wie flüssige Schokolade in ihr Haus gekommen war.
Am Anfang waren alle an ihr interessiert gewesen, wie man das nun einmal war, wenn jemand Neues kam. Abraxas gestand sich ein, dass es auch bei ihm einen Moment gab, wo er sich zu ihr hingezogen gefühlt hatte. Doch dieser Moment war kurz gewesen, denn auch wenn er es leugnete, Tom war ihr vom ersten Moment verfallen gewesen. Abraxas mochte sie wirklich sehr, doch nicht als Gefährtin, behüte nein. Er würde Tom niemals in die Quere kommen, dafür behielt er seine Körperteile viel zu gerne bei sich. Umso beruhigter war er, als er jetzt nach ihrer Verwandlung keinen Sog zu ihr spürte. Sie war nicht seine Gefährtin und er durfte weiterleben, ohne sich einen blutigen Kampf mit dem Mann zu führen, der für ihn schon lange sein bester Freund war. Und er hatte ein paar Gallonen verdient, auch wenn das eigentlich keine Rolle spielte. Er war ein Malfoy, er hatte bis zu seinem Lebensende ausgesorgt, natürlich würde er trotzdem arbeiten, schliesslich konnte man nie genug Geld besitzen.
Er beobachtete die Beiden, wie Tom sich sanft um Hermine kümmerte. Nichts zeugte mehr von dem Mann den er jahrelang als kaltschnäuzig und uninteressiert erlebt hatte. Tom hatte sich lange gegen die Gefühle verweigert, Abraxas war sich fast sicher, dass er sie so gut verdrängt hatte, dass er es nicht einmal selbst wirklich mitbekommen hatte, geschweigen eine Diskussion darüber zu führen. Doch Abraxas hatte es bemerkt, wie unruhig er wurde, wenn er nicht in ihrer Nähe war, wie er in alte kaltschnäuzige Verhaltensmuster zurückfiel wenn er mit ihnen allein war. Wie seine narzisstischen Charakterzüge dahin schmolzen, sobald sie den Raum betrat. Allein die Tatsache, dass er sie in die Gruppe aufgenommen hatte, obwohl sie noch ein Mensch und dazu ein Halbblut gewesen war, sprach für sie alle Bände. Zuerst dachten sie es sei nur seine Neugierde, doch sobald sie mehr Zeit mit ihr verbrachten, merkten sie alle, dass sie sich ihr nicht entziehen konnten. Hermine White hatte etwas an sich, dass er weder benennen noch den Zauberstab draufhalten konnte.
Sie hatten sich alle viele Gedanken um diese junge Frau gemacht, doch auch jetzt ein Jahr später hatten sie fast keine Informationen über sie, eher noch mehr Fragen. Das seltsamste daran war allerdings, dass es sie alle nicht störte. Sie vertrauten ihr, obwohl sie nicht wussten warum. Es war wie ein Zauber, doch dieser sorgte auch dafür, dass sie gar nicht genauer darüber nachdachten. Solange sie in der Schule bei ihnen war, fühlte sich die ganze Situation einfach vollständig an. Jetzt war dieser Zauber zwar schwächer, doch immer noch vorhanden. Doch er hatte mittlerweile nicht mehr das Bedürfnis hinter all ihre Geheimnisse zu kommen, wenn sie sie ihnen erzählen wollte, würden sie ihr zuhören und für sie da sein. Solange würden sie es einfach alle geniessen, dass sie ihr Oberhaupt zu so guter Laune verhalf. Sie schien sich genügend beruhigt zu haben, um sprechen zu können.
Sie sah ihn direkt an und in ihren Augen lag so viel Schmerz, dass er unwillkürlich schlucken musste. Er hatte nicht gedacht, das etwas schmerzvoller sein könnte, als ihr Blick, doch da hatte er ihre Gesichte noch nicht gehört gehabt. Er war nicht der Einzige, der voller Unglauben zuhörte. Als sie ihnen mehr erzählte, als sie über das ganze letzte Jahr erfahren hatten. Und nichts davon war schön. Es schürte in ihm den Hass gegenüber den Menschen, wie sie so grausam sein konnten, doch er war klug genug zu erkennen, dass die Wesen mit ihrem Wahn auch nicht besser waren. Schliesslich hatten sie alles auch geglaubt sie sei ein Mensch. Er hatte die Anfeindungen betreffend ihrer Leistung und ihrer Abstammung selbst miterlebt.
Langsam kam in ihm der Gedanke auf, dass generelle System in der Zauberwelt geändert werden müsste. Es würde nicht funktionieren, wenn man sich schon in der Schule so bekriegte, wie würde es dann in der richtigen Welt aussehen? Als er diese scheussliche Narbe sah, sah wie jemand so grausam sein konnte dieses Schimpfwort in ihr Fleisch zu ritzen, obwohl es gar nicht der Wahrheit entsprach. Er wollte am liebsten aufspringen und etwas zerschlagen, doch er wusste nicht, gegen wen er seine Wut richten sollte.
Tom schien seine Wut zu spüren und als sich ihre Blicke kreuzten konnte er den selben tiefen Hass in ihnen erkennen. Tom war so wütend, dass das rot seiner Augen sogar durch die magische Rüstung zu erkennen war und doch spiegelte nichts in seiner Haltung diese Wut wieder. Er verstand sofort warum. Tom's Wut würde Hermine nicht helfen. Und er tat alles, um ihr die Situation einfacher zu machen, deswegen lehnte Abraxas sich zurück und zwang sich ruhig zu bleiben. Die letzten Worte von Hermine kamen gedämpft bei ihm an, es war eher sein Unterbewusstsein, dass sie vernahm, während er alles daran setzte ruhig zu bleiben. Mia riss ihn aus seinem Zorn, als sie aufsprang und zu ihrer Freundin eilte. Er nutzte die Gelegenheit um bei einer Hauselfe Feuerwisky zu bestellen. Als er zurück zur Braunhaarigen schaute, stahl sich ein Lächeln auf sein Gesicht, als er sah, wie Mia Hermine an sich gerissen hatte und Tom ihre Schulter trotzdem nicht freigab.
Er war währendem nächsten Teil der Unterhaltung immer noch sehr nachdenklich. Doch er musste diese Fragen stellen, die so drängend an ihm nagten. Ein wildes Ratespiel begann und so amüsant es auch war, er konnte vor Neugierde seinen Blick nicht von ihr abwenden. Er erwartete nicht wirklich eine Antwort von ihr und besonders nicht eine solche, wie er dann erhielt. Doch wie immer überraschte sie sie alle, indem sie ihre magische Rüstung ablegte und Stück für Stück ihr Wesen darunter zum Vorschein kam. Es fing damit an, dass ihre Haut heller und heller zu werden schienen, bei ihren Haaren geschah dasselbe, bis sie bei einem sanften Weiss mit silbernen Hauch verweilten. Fasziniert beobachtete er, wie ihre Gesichtszüge immer feiner und schöner wurden, bis es fast schmerzhaft war sie anzusehen. Für eine Sekunde war er überzeugt, sie sei eine Veela, obwohl ihre Magiesignatur das wiederlegte. Dann öffnete sie ihre Augen. Sie waren immer noch braun, doch es lag etwas Goldenes darin, sie schienen zu leuchten und so intensiv zu sein, dass es wie ein Wirbel wirkte. Es verschlug ihm den Atem. Sie strich sich nervös eine Strähne aus ihrem Gesicht und legte ihre Ohren frei, welcher eindeutig Elbischer Natur waren.
Mia hatte sich von ihr gelöst, als sie die Rüstung abgelegt hatte um ihre Freundin besser ansehen zu können und war noch ganz fasziniert von dem Anblick. Tom hatte immer noch den Arm um ihre Schultern gelegt und sass immer noch wie ein schwarzer Schatten neben ihr. Dadurch sah sie so fein und zerbrechlich aus, dass er Angst hatte, sie könnte zerbrechen. Ihre ganze Haut war so blass, wie sie es kurz nach ihrem Schock gewesen war, doch jetzt wirkte es nicht mehr krank, sondern eher wie Porzellan. Ihre Magie waberte um sie herum, sanft, lockend und mächtig, sie hatte irgendetwas Wippendes an sich, wie ein Tanz. Ein Tanz der Magie der sie umwob und umschmeichelte. /Wenn sie meine Gefährtin wäre, würde ich sie einsperren und nie mehr rauslassen./ Schoss ihm kurz durch den Kopf und musste dann lächeln beim Gedanken, dass das wohl niemand überleben würde, der es wagen würde es bei ihr zu versuchen.
Auch jetzt, da er sie unverschleiert sah, wusste er nicht sofort was für ein Wesen sie war. Doch es ging ihm im selben Moment auf, wie Magenta welche ehrfurchtsvoll flüsterte. ,,Du bist eine Lichtelbe." Er kannte Geschichten über diese Rasse. Seit Jahrhunderten hatte man keine mehr gesehen, sie galten als verflucht und es waren fast keine Informationen mehr über sie bekannt. Alles was in dieser Zeit noch von ihnen übrig war, war irgendwo im Ministerium eingelagert. /Ein Zauberstabmacher oder ein Tränkemeister würde morden um an ein Haar oder etwas Blut von ihr zu kommen./ Schoss ihm durch den Kopf und seine Faust ballte sich so heftig vor Wut bei diesem kurzen Gedanken, dass sich seine Nägel in seine Haut bohrten. Hermine, die seine Reaktion gesehen hatte, zuckte zusammen und liess sich schutzsuchend nach hinten fallen, die Arme von Tom umschlangen sie sofort, er spürte jetzt auch Toms Magie, die um sie herumwaberte. Die beiden Magiearten waren so unterschiedlich und doch so im Einklang, dass es einem fast im Herzen weh tat es zu beobachten.
,,Wir müssen sie beschützen." Brachte er den Gedanken hervor, der sich in seinem Kopf laut schreiend manifestiert hatte. Tom nickte grimmig und voller Entschlossenheit, während sich Hermine sichtlich entspannte. Immer noch wie in Trance beobachtete er die Beiden, die so unterschiedlich waren und doch so eindeutig zusammen gehörten. Als er seinen Blick über seine Freunde schweifen liess, sah die selbe grimmige Entschlossenheit auf jedem Gesicht. Er konnte Hermines Angst nachvollziehen und hätte er sie nicht gekannt, sondern nur als Lichtelbe gesehen, hätte er sich wahrscheinlich wegen den Geschichten vor ihr gefürchtet oder wäre durch ihr Aussehen und ihrer Magie der Gier verfallen. Doch es war Hermine. Sie war die mitfühlendste Person, die er je kennengelernt hatte. Sie hatte sich ihnen anvertraut und legte ihr Vertrauen in ihre Hände. Sie gehörte zu ihnen. Und niemand sollte ihr je wieder Leid antun.
An diesem denkwürdigen Tag im friedlichen Malfoy Manor, wurde der Grundstein für eine Verbindung erschaffen, die über Jahrzehnte bestehen und die Gesellschaft der Zauberei für immer verändern würde. Hätte Abraxas Malfoy zu dieser Zeit gewusst, was ihm und seinen Nachkommen noch bevorstand, welches Leid er miterleben und für das er auch mitverantwortlich sein würde, hätte er vielleicht gezögert. Doch es hätte nichts an seiner Entscheidung geändert. Die magische Welt musste eine Veränderung durch machen und er würde mithelfen, diese zu beginnen. Er würde alles dafür opfern und es doch nie bereuen.
Doch keiner der Anwesenden wusste davon, keiner ausser der Lichtelbe hatte überhaupt eine Ahnung, was die Zukunft bringen könnte. Und so war es an diesem warmen Sommertag nur eine Erkenntnis unter Freunden, die begriffen hatten, dass in der Welt in der sie lebten etwas falsch lief und das Versprechen, diejenige zu beschützten deren Wesen Andere nicht verstehen würden.
