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Da es immer wieder von euch gewünscht wurde, gibt es endlich ein Zusatzkapitel zu TMA. Dieses ist zwischen Kapitel 10 und 11 zu lesen.

Ich bin sprachlos, dass meine Geschichten nach all der Zeit noch gelesen werden. Danke für eure lieben Nachrichten und Mails.

Frohe Weihnachten!

houseghost

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Kapitel 10.1 (Bonuskapitel)

Aftermath

In Hermine brodelte es gewaltig und sie rümpfte die Nase.

Sie mich auch, Professor, flüsterte es rebellisch in ihrem Kopf.

Dabei hatte es kurz so ausgesehen, als wäre er des Kampfes müde geworden. Der Sarkasmus in seiner Stimme hatte an Gewicht verloren, aber das war auch schon alles. Snape hatte langjährige Erfahrung im Umgang mit allen nur erdenklichen Schwierigkeiten, die einen Großteil der Widrigkeiten seines entbehrungsreichen Lebens darstellten, von dem sie nur eine vage Vorstellung hatte. Er war, und darin unterschieden sie sich fast am meisten, Schmerzen gewohnt und bereit, die Niederlage einer gescheiterten, für ihn bedeutungslosen Ehe zu ertragen. Mit anderen Worten, ihm war egal, was sie machte und was mit ihr geschah, wohingegen Hermine mit einer zum Scheitern verurteilten Sache, an der sie beteiligt war, nicht umgehen konnte.

Was also nun? An Schlaf war nicht zu denken. Das blasse, von unordentlichen schwarzen Strähnen umrahmte Gesicht wirkte auf sie erneut entsetzlich verzerrt, obwohl er sich Mühe gab, sich zu verstellen. Natürlich vergeblich. Er versagte da, worin er sonst unübertroffen ein Meister war. Verhalten beobachtete er sie, wie ein Krieger seinen Feind beobachtet, um ihn wissen zu lassen, dass jedwede Konfrontation zwischen ihnen Opfer einfordern würde. Und weil sie Feinde waren, war er immer noch unermesslich wütend über ihre Dreistigkeit, was sie nur noch entbehrlicher für ihn machte.

Und das machte ihn umso unberechenbarer.

Sie schnaufte schwer und senkte den Blick. Aber nur kurz. Professor Snape war offiziell ihr Mann und dass er sich dagegen wehrte, änderte nichts.

Unvermittelt öffnete sie den Mund, dann holte sie fest entschlossen, die unangenehme Angelegenheit zu klären, Luft. "Professor ..."

Snape hob die Hand und schnitt ihr mit einer unwirschen Geste das Wort ab.

So wütend.

Und Hermine konnte nichts tun, als ihn seiner Wut zu überlassen. Ergeben in ihr Schicksal, genauestens aus diesen bohrend schwarzen Augen von ihm beobachtet, klappte sie den Mund wieder zu.

Sich im Selbstmitleid suhlend, seufzte sie. Was hatte sie anders erwartet? Dass er ihr dafür, dass sie ihn von seinen eisernen Prinzipien abgebracht hatte, freundschaftlich um den Hals fallen würde? Oder dass er sich vielleicht in sie verlieben würde? In hunderten von Jahren nicht. Noch nicht mal dann, wenn der Himmel über ihnen zusammenbrechen würde und sie die letzten beiden Menschen auf Erden wären. Nein, denn viel eher würde die verdammte Hölle zufrieren, in der sie gefangen waren.

Und sie verschlingen.

Dennoch schwelgte sie in dem berauschenden Gefühl ihrer Überlegenheit. Zu ihrer Schande, denn sie konnte es sich kaum eingestehen, dass sie es genossen hatte, ihn verletzlich und schwach zu sehen. Sie war mächtiger als gedacht. Sie musste nur richtig nachdenken.

Was sie in ihrer Verzweiflung ausführlich tat. Der Mann, der diese bedrohliche Stille über sie brachte, hatte Blut geleckt. Er hatte die wahren Sinnesfreuden am eigenen Leib gespürt. Die Erotik des verbotenen Augenblicks.

Schon die bloße Vorstellung, dass sie dafür verantwortlich war, fand sie außerordentlich betörend. Sie riskierte einen weiteren Blick, und so erniedrigend es auch war, gab sie sich gedanklich den Begierden ihres Körpers hin. Ihn zu verführen war kalte, ungezügelte Lust und sie würde es wieder tun.

Was sie zur unverbesserlichen, hinterhältigen Schlange von Eden machte und einen schmerzlichen Stich durch ihr Herz jagte.

Doch tat sie sich nicht selbst Unrecht damit? Sie hatte es sich nicht ausgesucht, ihn zu heiraten. Sie kämpfte wie er ums nackte Überleben.