„Ember stopp!" Jennifer konnte nicht mehr. Ember eilte zu dem Haus, aber es war für sie einfach zu weit. Sie musste pressen und sie konnte es einfach nicht aufhalten! Entsprechen drückten sich automatisch ihre Beine auseinander und sie holte tief Luft. Ember sah zu seiner Laborpartnerin runter als sie gegen seine Arme Drücke und sich in Gebärender Position bringen wollte. Ihre Logik war ausgeschalten und reine Instinkte übernahmen die Kontrolle über dieses Geschehen. Aber das Haus war nur noch wenige hundert Meter entfernt! Als Jennifer unterdrückt schrie hielt er an und sah sich um. Das war alles hier nicht Ideal und er sah noch mehr Blut, dass nun zu Boden tropfte. Sehr schlecht. Er sah Ayesha und musterte sie für den Bruchteil einer Sekunde. „Zieh deine Jacke aus und leg sie zu Boden. Unter diesen Baum."

„J-Ja natürlich!" Ayesha zog sich ihre Jacke aus und legte diese unter einen Baum, der direkt am Wegrand war. Dort legte Ember dann die Ärztin hin und wieder brachte Jennifer sich gleich in Position. Der Wraith schluckte innerlich und versuchte die Ruhe zu bewahren. Das war alles verkehrt und Jennifer sollte an einem sauberen und sicheren Ort sein und nicht hier auf einem Planeten der ihnen unbekannt war. Ember sah von Rechts nach Links und bekam Blaze ins Auge der sie alle anstarrte. „Ich brauche die Hilfe meiner Königin!" sagte Ember ehrlich. „Bitte sagt ihnen das wir hier sind!"

„Natürlich." Blaze nickte und schritt zügig weiter zum Haus. Ember selbst sah zu Jennifer runter, die vollkommen angestrengt die Augen schloss. „Es ist viel zu schnell!" sagte sie und presste kurz darauf ein weiteres mal. Das pressen mussten aufhören. „Ayesha rede mit ihr", bat Ember seine Freundin, während er nun ganz auf diese Sache konzentriert war. Er hob Jennifer Kleid etwas an um zu sehen, wie weit das alles schon war, aber ihre Schenkel waren blutig und er musste sie letztlich berühren um zu erfühlen, was da vor sich ging. Danach legte er seine Hände auf ihren Bauch und ertastete die Position vom Kind. „Fair One du musst versuchen nicht zu pressen", sprach Ember auf sie ein. Ayesha kniete neben der Ärztin und hielt ihre Hand. „Es fehlt noch ein wenig bevor er durchkommen kann."

„Ich blute", sagte Jennifer Geistesabwesend und sah Ember in die Augen. „Wie schlimm ist es?"

„Es ist alles in Ordnung Fair One." Nichts war in Ordnung und er wusste, dass Jennifer das genauso wusste. „Es ist zu Früh Ember", sagte Jennifer weiter aber wesentlich heiser, als eine weitere Welle des Schmerzes über ihren Körper hinwegfegte. Sie schrie auf aber auch das klang wesentlich erschöpfter. „Das Kind kommt Wochen zu Früh."
„Es sind fast nur Sechs Wochen", sagte Ember. „Das Kind ist Stark und es will jetzt kommen. Du musst versuchen tief Luft zu holen und dich zu beruhigen. Ich kümmere mich um dich." Und das würde er auch tun. Er war nicht umsonst ein Meister seines Faches, auch wenn Jennifer ein Mensch war, er würde ihr helfen. Mit Alabaster zusammen bekäme er das hin und trotzdem sah er seine Hände leicht Zittern. Sie waren Rot von ihrem Blut und er wusste das sie sich hier gefährliche Infektionen zu ziehen könnte, wenn nicht sogar eine Sepsis. Aber gerade war der hohe Blutverlust wesentlich schlimmer. „Wenn ich es gewusst hätte", sagte Jennifer. „Dann wäre ich nicht gekommen. Ich habe sein Leben… Sein Leben in Gefahr gebracht."
„Du hattest deine Pflicht erfüllen wolle", sagte Ayesha damit Ember sich weiter um die Ärztin kümmern konnte. „Du hattest etwas bewirken wollen darum bist du hier. Für deinen Sohn und für meine zukünftigen Kinder. Du hast dich richtig entschieden." Ayesha strich ihre ein paar Haarsträhnen aus der nassen Stirn und lächelte. „Guide", sagte Jennifer plötzlich und drückte Ayeshas Hand. „Ist er hier?"

Ayesha sah von ihr zu Ember der daraufhin leicht nickte. „Ja Jennifer", sprach sie die Schwangere Frau an. „Er ist hier. Er wird bestimmt kommen."

Jennifer war sich nicht sicher ob er das täte. Er erinnerte sich schließlich nicht an sie und jetzt erst brach der Kummer darüber offensichtlich aus ihr aus. Tränen sammelten sich in ihren Augenwinkel und sie schüttelte ihren Kopf. Wenn sie starb, würde er sich um das Kind kümmern, sie wusste das. Aber das Kind würde nie erfahren wie sehr sie ihn gewollt hat und das er mehr ist als ein Forschungsprojekt gewesen war. Sie verlor Blut sie spürte das. Ihr Muttermund konnte nicht soweit geöffnet sein. Ihr Sohn kam zu früh und sie hatte Angst um ihn und nicht Angst um sich selbst. Guide… Guide würde nicht kommen. Nicht so wie er gerade drauf war und sie würde es auch nicht von ihm verlangen. „Jennifer!" Ayesha rüttelte ihre Schulter, da die Ärztin ihr nicht geantwortet hatte und teilweise apathisch wirkte. „Jennifer bleib wach okay? Sag mir etwas. Wie willst du ihn nennen? Hast du dir einen Namen überlegt?"
„Hm…" was wollte Ayesha? Einen Namen? „Nein… Nein ich…"

„Es gibt viele schöne Namen du hast dir doch bestimmt Gedanken gemacht", versuchte Ayesha sie wach zu halten. „Wie wäre es mit Loui oder Steven…" ihr fiel gerade nichts Besseres ein. „Oder Ben?"

Jennifer musste etwas lächeln. „Nein er… Er bekommt einen Namen wenn er es sich… Verdient hat."
Ember sah zu Jennifer hoch als sie das sagte und als die Ärztin wieder drohte zu pressen drang mehr Blut heraus. Ihre Vital Funktionen sanken von Sekunde zu Sekunde. Ember ballte eine Hand zur Faust und griff sich in seine Innentasche. Wenn er wollte, dass beide überlebten, müsste er das Kind selbst herausholen.

Blaze spürte sein Herz gegen seine Brust schlagen, als er das Haus erreichte und die Türe öffnete. Die Königinnen nahmen gerade alle wieder Platz und auch Guide schritt gerade an die Seite seiner Tochter. Dann glitt sein Blick zu seiner Königin, die seine Unruhe sofort wahrgenommen hatte /Meine Königin / sagte Blaze direkt. /Es gibt ein Problem / Moonwhite legte den Kopf schief und da Jennifer nicht herein kam, ahnte sie was das Problem war. Darum nickte sie und ließ ihn in die Mitte des Kreises treten. Blaze war noch nie umgeben von so vielen Königinnen gewesen und war entsprechen eingeschüchtert? Nein er hatte Ehrfurcht. „Königin Alabaster", sagte Blaze nun und neigte seinen Kopf.

„Moonwhites Consort. Du solltest unsere Fair One hier her begleiten. Und wo ist mein Matser of science biological?"
„Meine Königin verzeiht aber ich habe keine große Zeit für Erklärungen. Ungefähr drei Hundert Meter von ihr befinden sich die anderen. Eure Fair One erleidet wohl eine Sturzgeburt. Sie blutet bereits stark und eurer Master of science bilogical bittet um eure Unterstützung. Alabaster erhob sich noch während Blaze sprach. Sie blinzelte einmal und spürte dann den Horror der von Guide ausging. Er war in Schock. Sie hatte keine Zeit ihn anzusehen oder ihn zu fragen, ob alles okay war. Stattdessen schritt sie bereits los und verließ ohne weitere Worte das Haus. Guide blieb im ersten Moment zurück, folgte dann aber seiner Tochter nach draußen. Blaze selbst blieb in der Mitte des Saals stehen und sah seine Königin an. „Es ging ihr nicht besser, aber sie bestand darauf kommen zu wollen. Wir hatten ihren Zustand unterschätzt."

Moonwhite sagte zunächst nichts sondern sah nur einmal kurz in die Runde. Es war Light Breaking die nun ihre Stimme erhob. „Fair One ist es die dieses Virus entwickelt hat. Sie ist Guides Gefährtin und sollte heute hier ihre Arbeit und ihre Absichten genauer erklären."

„Sie gebärt gerade?" sagte eine andere Königin überrascht.

Teyla sah John und Weir an, während ihr verstand am arbeiten war, aber da meldete sich Elizabeth das erste Mal zu Wort und trat in die Mitte. „Ich bin Elizabeth Weir, ich leite die Atlantis Expedition. Dr. Keller oder auch Fair One wie ihr sie kennt, gehört zu meinen Leuten und ich muss sie dringend nach Atlantis bringen lassen."

„Sie wird den Weg nicht dort hin schaffen"; sagte Blaze dazu. „Wir konnten sie nicht einmal bis hier rein bringen. Sie gebärt jetzt", sagte er deutlicher und blickte Weir an, aber diese ließ sich nicht beirren. „In diesem Fall sind wir auf eure Hilfe angewiesen. Wenn ein Dart sie an Board nehmen könnte, würden wir sie nach Atlantis bringen können."

„Das Funktioniert nicht", sagte Quest. „Auf einen Dart aufgenommen zu werden ist in ihrem Zustand gefährlich."

„Dann ein Transportschiff. Etwas muss doch hier für den Notfall sein!"

„Das ist es. Allerdings ist es für unseren Schutz hier", meinte die Königin.

„Dr. Keller half mir meine Tochter zu empfangen", sagte Moonwhite nun. „Wir müssen ihr helfen. Sie dient nicht nur den Menschen. Sondern allen Lebewesen. Sie hat unsere Nahrungszufuhr verbessert. Wir schulden es ihr."

Weir sah Moonwhite dankend an und blickte nun in die Runde. „Jede Sekunde kann jetzt zählen. Bitte." Es herrschte schweigen und sie glaubte, dass die Königinnen sich nun telepathisch unterhielten. Letztlich erhob Silvertongue sich und nickte. „Mein Transportschiff ist nicht weit von hier. Mein Vater und ich werden euch begleiten."

„Du bleibst", sagte ihr Vater sofort, aber da warf seine Tochter ihm einen ernsten Blick zu. „Ich gehe mit." Sie wollte Atlantis sehen. Das wäre ihre Change.

Als das geklärt war verließ der Vater der Königin das Haus und Weir drehte sich zu ihren Leuten um. „Ich sehe nach Dr. Keller. John würden sie bereits zusammen mit Teyla nach Atlantis gehen und Dr. Beckett vorbereiten?"

„Das werden wir", sagte Teyla sofort ernst und blickte zu Darling und Torren. Beide Kinder sahen sie fragend an. „Torren wir müssen jetzt gehen." Und Darling… Smoke war zwar da, aber… diesen sah sie nun auch an. „Begleitet uns zurück nach Atlantis. Königin Alabaster wird gewiss auch dort hinkommen."

Smoke dachte darüber nach und nickte letztlich einverstanden. „Es gibt nach wie vor viel zu besprechen", sagte Quest nun ernst. Aber ohne Alabaster…

„Setzt das treffen bei mir auf Atlantis fort", sagte Weir dazu einladend. „Dort wo alles angefangen hat."

„Atlantis…" Die Königinnen sahen sich gegenseitig an. „Es wäre sicher", sagte Weir weiter. „Und Ihr seid ebenso Nachfahren dieser Stadt wie wir. Kommt dort hin." Sie trat Rückwerts und drehte sich dann um, damit sie auf die anderen stoßen konnte. Perlmutt griff sich Ronons Hand als dieser ebenso los wollte. „Warte hier"; sagte sie. „Wir brauchen hier jemanden, falls das Treffen nach Atlantis verlegt wird und du bist der letzte Zeuge dieses Treffens. Bleib", bat sie ihn und er wusste, dass sie recht hatte. Hin und her gerissen von der Situation blieb er bei ihr.

Guides Beine waren weich während er große Schritte auf Ember, Ayesha und Jennifer zu machte. Er hörte sie schreien und er hörte ihren Kraftlosen versuch zu atmen. Er roch ihr Blut und er fühlte ihre Erschöpfung. Dennoch wirkte es als sei er die Ruhe selbst. Als er bei der Gruppe ankam, kniete Alabaster neben Ember und sprach mit diesem. Ayesha hielt Jennifers Hand und sprach zu ihr, aber Jennifer selbst blickte rauf in den klaren blauen Himmel. Sie war blass und ihr Herzschlag war laut, aber sehr langsam zu hören. Er konnte nichts sagen, er wusste nicht was er sagen sollte. Es war seine Schuld das sie nicht in einem sicheren Hive lag und Gebar, oder auf Atlantis. Sie lag stattdessen hier weil sie eine bessere Zukunft für alle haben wollte. Vor allem eine für seinen Sohn. Ihren gemeinsamen Sohn. Er streckte seine Hände und spannte diese wieder an. Er fühlte sich… Er hatte… Angst? Guide sah auf ihre Lippen und ihre Nasenspitze. Dann sah er in ihre Augen und bemerkte wie diese ihn ebenso anblickten. Sie hatte ihn bemerkt. „Königin Alabaster, ein Transportschiff wird Jennifer nach Atlantis bringen. Wir müssen sie operieren." Weirs Stimme war zu hören und irgendetwas wurde noch gesagt, aber Guide kniete sich endlich an ihre freie Seite runter und legte eine Hand auf ihre Schulter. „Wir helfen dir. Du wirst das schaffen."

„Guide". Jennifer hob ihre andere Hand und legte diese auf seine als glaubte sie nicht, dass Guide wirklich hier war. Sie musste lächeln und dämmerte dann plötzlich weg. „Jen?" Guide übte sanften Druck aus, aber da rutschte ihre Hand von seiner. Sofort prüfte er ihre Vitalfunktionen und holte tief Luft. „Sie ist bewusstlos", jetzt erst sah er Ember an, der ein Messer in der Hand hielt und Guide ansah. „Wir müssen das Kind holen. Sonst ist es für beide zu spät."

Im ersten Moment wusste er nicht was er sagen sollte. Von Ember sah er zurück zu Jennifer und sah dann hoch zu Weir. „Es wird ein Transportschiff kommen?"
„Ja jeden Moment."

„Diese Zeit haben wir nicht. Der Junge könnte ersticken", gab Ember zu bedenken. „Er liegt nicht richtig. Das Risiko ist einfach zu hoch."

„Was schlägst du vor?" sagte Alabaster daher und musterte Ember. „Wir müssen es selbst holen. Jetzt. Ihr müsst Fair One heilen sobald es soweit ist."

„Ich werde viel Lebensenergie benötigen", sagte Alabaster. „Aber es müsste gehen."

Ayesha sah zu Weir hoch und blickte dann zu Jennifer runter. „Wenn sie Lebensenergie braucht, nehmt von mir was ihr braucht", sagte sie sofort. „Ich kann mich danach erholen."

„Und meines." Weir trat etwas näher. „Wenn es nur das ist um beide zu retten dann nehmt es auch von mir."

Ember sah Ayesha an und nickte ihr leicht zu, ehe er Jennifers Kleid höher schob und sein Messer anlegte. Er stoppte als Guides Hand an seinen Handgelenk schnellte. /Ich schaffe das / sagte Ember ihn beruhigend. /Es wird Funktionieren /

„Meine Königin nehmt euch die Lebensenergien jetzt. Ich werde eure Hilfe gleich brauchen." Er beachtete die anderen nun nicht weiter sondern Schnitt Fair One nun den Unterbauch auf. Er musste sehr Vorsichtig sein, damit er ihre inneren Organe nicht schädigte und ihr so mehr Kraft raubte. Als er das Kind erreichte, fühlte er eine gewaltige Ehrfurcht. Es war ein Wraiths, aber es rührte sich kaum. Die Nabelschnur lag um seinen Hals und wie er es erspürt hatte fiel dem Kind das Atmen schwer. Die Geburt hätte es so nicht überleben können. Er griff nach dem Jungen und gab Alabaster gleichzeitig zu verstehen, Jennifer nun wieder zu heilen. Als Ember das Kind im Arm hatte wickelte er die Nabelschnur von diesem und nach wenigen Sekunden schrie es dann endlich. Erleichtert sah er runter zu Jennifer und erkannte das auch ihre Wunden nun wieder heilten. Im nächsten Moment sah er zu Ayesha die am Baum saß und dort müde anlehnte, ehe er zu Guide blickte. Er hatte Jennifers Oberkörper angehoben und behielt sie im Arm. Ember blickte wieder runter zu dem Jungen und prüfte nach das ihm auch wirklich nichts fehlte, aber alles schien okay zu sein. Er war zwar früh geboren, aber er war nicht Klein. Er wirkte kräftig was anhand seiner schreie zu hören war. Sein Haar war weiß wie das seines Vaters, aber seine Gesichtszüge erinnerten ihn mehr an Fair One. Er würde ein intelligenter junger Mann werden.

„Jennifer." Guide hatte die Ärztin sofort zu sich genommen nachdem Alabaster sie geheilt hatte, aber noch erwachte seine Partnerin nicht. Er fühlte sich wie betäubt an. Er hörte seinen Sohn schreien und wusste dass es diesem gut ging. Jennifers Herzschlag war stabilisierte sich von Sekunde zu Sekunde, dennoch erwachte sie einfach nicht. Der Nährprozess war etwas unheimlich anstrengendes für den Menschlichen Körper. Auch das Geschenk zu erhalten konnte unwahrscheinlich anstrengend sein. Aber Jennifer hatte nicht nur das Geschenk in großen Mengen erhalten, ihre Wunden hatten sich schließen müssen und die Geburt war für ihren Körper obendrein Traumatisch- Guide wusste in diesem Moment, dass die Heilung alleine noch keine Gewissheit über ihren Zustand gab. Ihr Körper könnte an der Anstrengung sterben und das machte ihm furchtbare Angst. „Jennifer wach auf." Guide rüttelte sie sanft, aber Jennifer reagierte nicht. Halb in Panik zog er sich ganz in seine Arme und merkte auf als er weitere Stimmen hörte und Wind aufkam. Ein Schiff. Alabaster sagte etwas und wie als wäre er nicht ganz da, stand er mit Jennifer im Arm auf und betrat das kleine Transportschiff. Als er Platz nah, sah er wieder zu Jennifer runter und konnte endlich wieder in ihre Augen sehen. Sie sah ihn an, schweigend, müde aber nicht etwa wütend, wie er es vielleicht erwartet hätte. Er wollte ihr etwas sagen. Er öffnete seinen Mund, aber nichts kam heraus. Und sie schwieg ebenso. Dann schloss sie wieder für den Moment ihre Augen.

Ember hatte das Schiff gesehen und sich erhoben. Er behielt das nackte Baby im Arm und sah zu wie Alabaster Weir wieder auf die Beine half. Sie schien wesentlich schnell erholt zu sein. Ayesha wiederum… Seine Beine zitterten als er auf sie zu lief und bei ihr in die Hocke ging. „Ayesha. Hier, kannst du das Baby tragen? Dann helfe ich dir."

„Hm… Ja sicher." Ayesha fühlte sich gut und nicht etwa schlecht. Sie brauchte nur einen Moment, aber da erhob sie sich alleine und lehnte sich mit dem Rücken an den Baumstamm, wobei sie Ember ansah. „Es hat also geklappt?"
„Das hat es." Ember behielt das Neugeborene in einem Arm, während er mit seiner freien Hand nach Ayeshas Schulter griff. „Du hast ihr das Leben gerettet. Ihr und ihm."
„Es geht ihm gut?" Ayesha musste lächeln als sie das Baby sah.

„Ja. Es geht ihm gut." Ember sah zurück als das Schiff landete und er selbst mit de Baby und Ayesha in die Maschine stieg. Normalerweise würde er Guide das Baby zeigen, aber dieser war ganz auf Jennifer konzentriert und das war erst einmal auch gut so. Die Angst die er gefühlt hatte, hatte sein Mark gefrieren lassen. Es war eine Angst die Ember teilte. Eine Sorge die in der Zukunft lag und eine genau jetzt. Er wollte Ayesha nicht verlieren. Niemals.

Guide bekam das Theater um sich herum gar nicht mit. Er sah erst wieder auf als das Transportschiff über den Gateraum in die Jumperbucht kam und landete. „Guide?" Jennifers Stimme lenkte sofort seine Aufmerksamkeit wieder auf sie. „Du bist zurück?"
„Ich habe es dir versprochen", sagte Guide wiederum und blieb ernst. Kurz bevor er los war um nach Torren zu suchen, hatte er ihr versprochen zurück zu kommen.

„Das ist kein Traum", murmelte die Ärztin zu sich selbst und war noch vom ganzen geschehen verwirrt. Als die Türe des Schiffes sich öffnete und Beckett an ihre Seite geeilt kam, war sie vollkommen überrascht und verstand gar nicht, wieso alle so in Aufregung waren. Immerhin war Guide zurück, er erinnerte sich! Aber dann wurde ihr plötzlich schlecht, während Beckett sie untersuchte und das obwohl sie in Guide Armen lag. „Sie ist Transportbereit. Am Besten legt ihr sie auf die Liege", hörte sie wie Beckett das zu Guide sagte, aber sie selbst realisierte noch nicht, was genau hier abging. „Was ist los?" fragte sie Guide als dieser sich mit ihr erhob und sie aus dem Schiff trug. „Guide, was ist hier los?" sein besorgterer Blick machte ihr für die Sekunde Angst. Wieso war er besorgt? „Ich habe sie genährt", hörte Jennifer nun Alabaster sagen. „Sie hat sehr viel bekommen, aber ihr Körper ist vollkommen überreizt."
„Das ist nicht gut." Beckett sah von Alabaster kurz zu ihr. „Ember ich brauche noch mehr Infos, klär mich auf dem Weg auf", bat er diesen.

Wovon aufklären? Jennifer schloss kurz ihre Augen als sie auf der Liege lag, aber sie griff sofort nach Guides Hand, bevor dieser sich löste konnte. „Guide was ist los? Was ist mit mir passiert?"
„Du bist verwirrt", sagte Guide zu ihr. „Aber wir werden dir helfen. Du musst durchhalten."

„Durchhalten?" fragte sie müde. „Was ist… Los?"

Guide hatte Angst. Jennifers Körper war vollkommen überspannt. Ihr Herz raste, sie hatte sich sogar einmal übergeben. Sie atmete zu schnell. Das schlimmste war, das sie es nicht zu begreifen schien. Als Beckett und ein paar Helfer die liege anschoben folgte er diesen sofort. Ember sprach mit ihm und erklärte was er getan hatte. Und als sie eine Türe erreichten und die Liege reingeschoben wurde, drehte Beckett sich um und sah ihn und Ember an. „Ihr müsst hier bleiben. Ich versuche sie zu Stabilisieren." Guide wollte etwas sagen, aber da wandte Beckett sich ganz Ember zu und hob seine Hände. Was wollte der Arzt jetzt von Ember?! Er sollte, lieber Jennifer retten! „Es scheint alles okay. Aber ich sehe ihn mir gleich auch noch an. Hier in diesem Raum sich Handtücher und Decken. Vielleicht wickelst du das Kind besser darin ein." Und als Beckett das gesagt hatte, sich drehte und in dem Zimmer verschwand, hielt Guide den Atem an. Sein Sohn. Ja. Ember hielt seinen Sohn.

Ember wollte an Guide vorbei um in dieses Zimmer zutreten, damit er das Kind warm einhüllen konnte, aber dieser starrte ihn regelrecht an. „Commander", sprach er ihn an. „Ich muss vorbei."

Guide blinzelte und machte einen Schritt zur Seite damit Ember in das andere Zimmer konnte. Als er mit ihm wiederkam hatte sich der alte Commander zumindest etwas beruhigt und trat daher dichter auf Ember zu. „Er ist wohl auf", erklärte Ember ihm. Endlich schien Guide im hier zu sein. Ember war froh darum, und reichte dem alten Commander nach einem Moment seinen Sohn. „Beckett sollte ihn dennoch einmal ansehen."

Guide wusste nicht was er fühlen sollte, als er seinen Sohn das erste Mal berührte und ihn fest in seine Arme nahm. Der Verstand des Jungen war süß wie Honig und er war um die nähe die er nun spürte froh. Deshalb wimmerte er nicht mehr und schlief tief ein. Sobald er erwachte, würde er Hunger haben. Sein Sohn… „Commander…"
„Geh zu ihr. Ayesha", sagte Guide plötzlich und blickte Ember an. „Sie braucht dich jetzt."
„Danke." Ember drehte sich um und sprintete zurück, damit er seine Partnerin umsorgen konnte. Guide selbst lehnte sich an die nächste Wand und sah faszinieret zu seinem Sohn runter. Den kleinen Moment der Ruhe zusammen mit seinem Sohn, wollte er sich für immer abspeichern. Niemals wollte er das hier vergessen. Guide versuchte alles um sich herum zu verdrängen. Gerade gab es für ihn nur dieses kleine Geschöpf, das ihm so absolut ähnlich sah. Aber die Wahrheit holte ihn wie ein Schlag ins Gesicht ein. Sein Blick glitt zur Türe und er hoffte, dass Beckett seine Gefährtin Stabilisieren konnte. Er fragte sich ob Jennifers Herz diese Belastung standhielt und ob sie ihren gemeinsamen Sohn auch im Arm halten würde. Ob sie es denn könnte. Er war kein Narr und kein Idiot, Er wusste, dass er gerade auf guten Weg war, seine Gefährtin zu verlieren. Dieses Mal für immer und das macht ihm angst.