Nachdem Alabaster aufgebrochen war, hatte kurze Zeit schweigen im Raum geherrscht. Die Königinnen waren unruhig, man spürte sorge, Nachdenklichkeit und teilweise furcht vor dem unerwartetem. Alabasters Vorschlag war nicht verkehrt. Sie alle m Raum wussten wie schwierig die kommenden Jahre werden würden. Aber sie wussten alle auch, dass sie diesem Vorschlag zusammenzustimmen mussten. Ob es ihnen nun gefiel oder nicht. Wie sich aber letztlich alles einspielen würde, war eine andere Frage. Menschen vergaßen schnell, das stimmte. Menschen änderten aber auch alle 30 Jahre ihre Art des Zusammenlebens. Alte Generationen starben und jüngere wählten ihre Zukunft Neu. So wie sie nun nach knapp über 11 000 Jahren. Farseer faltete seine Hände auf dem Rücken zusammen und er sah einmal in die Runde. Guide war nun nicht hier, genauso wie die Anführerin dieser Runde. Aber ihre engsten Verbündeten sprachen sich nun dafür aus, sich in Atlantis zu versammeln. Er verstand die Zurückhaltung der anderen Königinnen- Diejenigen die noch unentschlossen dem ganzen Gegenüber standen waren verunsichert. Ihre Berater sprachen leise zu diesen und auch die Commander der einzelnen anderen Schiffe mischten sich hin und wieder ein. Nur er selbst blieb ruhig. Letztlich trat er mit seinen fast 10 000 Jahren vor und brachte so alle zum Schweigen. „Ich kenne Guide nun fast mein ganzes Leben lang. Seine Methoden waren schon immer anders und riskant. Aber sie haben immer ihre Wirkung gezeigt. Wir Wraiths werden immer Wraiths sein. Aber auch ich sehe, dass wir uns ändern müssen, wenn wir überleben wollen. Die Lanteaner sind jeder Zeit dazu in der Lage uns auszulöschen. Heute hätten sie Gelegenheit dazu gehabt. Aber sie haben es nicht getan und werden es auch nicht tun. Ihre Fair One ist ein Beispiel dafür. Sie will Gleichberechtigung. Sie will Leben. Farseer stoppte für den Moment und sah in seine Handfläche, ehe er diese Anhob und allen zeigte. „Wir ernähren uns von Menschen. Ohne sie sterben wir- ohne sie geraten wir wieder in Kriege die unser eins auslöschen. Etwas was unsere ersten Mütter nie gewollt haben. Sie wollten das wir Leben und wir müssen diese Möglichkeit ergreifen. Jetzt haben wir die Gelegenheit die Dinge Grundlegend zu ändern. Ich war anfangs Skeptisch als ich von der Beziehung zu Guide und Fair One gehört habe, aber nachdem ich mit ihr gesprochen habe wusste ich wieso Guide das tat. Es kann funktionieren, so unterschiedlich wir auch sind. Betrachtet eine Möglichkeit das jeder einzelne von uns jeder Zeit die Möglichkeit hat sich zu nähren. Dazu muss nicht immer eine enge Beziehung eingegangen werden. Aber viele Blades die nicht in dem engen Kreis der Königin stehen, können so auch etwas erfahren, das ihnen sonst vielleicht für immer verwehrt bliebe." Farseer dachte für den Bruchteil einer Sekunde an seine verlorene Königin. Als sie starb, war auch sein Herz gestorben. Aber schnell verdrängte er die klaffende Wunde in seiner Seele und sprach weiter. „Wir können Menschen auf den Hives haben, die so jeder Zeit da wären. Und wir können weiterhin von Welt zu Welt reisen um dort Freiwillige für kurze Zeit an Bord zu holen. Ganz nach Alabasters Plan. Ihr Hive ist das Beste Beispiel dafür, dass es funktionieren kann."

„Oder jeder nimmt sich eine Welt", sagte Quest nun. „Es gibt mehr Welten wie wir Hives noch haben. Wir könnten uns an einzelne Welten Binden."

„Da müssen die Menschen mit sprechen", sagte Ronon dazu und blickte von Farseer zu Quest. „Wenn ihr das alles Akzeptiert ist der nächste Schritt, dass ihr mit den Welten Verhandelt. Dieses Model, was ihr da aufbaut und euch ausdenkt muss erst akzeptiert werden, von beiden Seiten." Als dann Schweigen herrschte kam Perlmutt auf Farseer zu und reichte ihm ihre Hand, die er direkt annahm und sich leicht verneigte. „Farseer hat mein Leben gerettet", sagte Perlmutt und schenkte ihm ein lächeln. „Er rette mich vor Menschen die mit diesem Denken nicht einverstanden waren. Aber sie sprechen nicht für alle Menschen. Transparents ist jetzt Wichtig. Wir sind Menschen trotz allem überlegen. In vielem. Es liegt in unserer Verantwortung ihnen all das Begreiflich zu machen und ihnen ihre… Angst zu nehmen."

Farseer wusste das Perlmutt Jung war, aber sie wäre eine Geeignete Königin für diese neuen Wege. „Und der Weg dazu", sagte Farseer. „Ist Atlantis. Ich sage wir nehmen das was She who knows many things gesagt an und gehen dorthin. Sie sind der Schlüssel zu den ganzen Welten."

Light Breaking erhob sich nun und nickte zustimmend. „Ich stimme dem zu."

„Wir auch", sagte Rain und blickte wieder zu seiner Königin. Sie war wach, wirkte aber alles andere als Fit…

„Wir auch", sagte Quest und blickte zu den ganzen Wraiths Commander die ohne Königinnen waren. „Und ihr?"

„Wir kommen auch."

Ronon war es der nun auf Perlmutt zu Schritt und eine Hand auf ihre Schulter legte. „Wir werden das Gate anwählen. Dann könnt ihr uns folgen." Das war alles verrückt. Zu Verrückt. Aber er wusste wie Wichtig das hier für seine Tochter sein würde.

Als Ember Ayesha antraf, lehnte sie im Flur an einer der Wände. Sie war Müde, aber sie war nicht Schwächlich. Erleichtert kam er bei ihr zum Stehen und wollte nach ihren Händen greifen, als er bemerkte, dass seine Hände noch voller Blut waren. „Ember." Ayesha musste lächelte und stellte sich aufrecht hin. „Ist alles gut gegangen?"

„Jennifer ist bei Beckett und Guide hat seinen Sohn. Darum wollte ich nach dir sehen."

„Du hattest es wohl sehr Eilig hm?" fragte sie und deutete auf seine Hände. Aber er hatte auch etwas Blut auf der Kleidung und genauso im Haar. „Wie wäre es, wenn wir erst einmal zu mir gehen und du dort ein Bad nimmst?"

„Das klingt sehr gut." Er beobachtete wie sie loslief und da sie nickt wackelte, schritt er beruhigt hinter her. „Und dir geht es wirklich gut? Königin Alabaster hat viel von dir genommen."
„Es geht mir gut. Zumindest besser als Weir. Aber wir sind unverwüstlich. Alabaster ist mit ihr bereits in ihrem Büro. Ich hatte zu dir gewollt."
Das Ayesha ohne nachzudenken geholfen hatte war wieder recht Typisch für sie. Dennoch war Ember sehr froh, dass es ihr gut ging. Als sie ihr Zimmer erreichten ging Ayesha ins Bad und ließ dort bereits Wasser ein, während Ember zumindest schon mal seine Hände Wusch. „Ich habe noch nie eine Geburt mitgemacht. Zumindest nicht so eine", meinte er und blickte zu ihr rüber. Ayesha saß auf dem Wannenrand und beobachtete ihn mit einem Lächeln. „Du hast das ziemlich gut gemacht, dafür das du mit dieser Art von Geburt keine Erfahrung hattest. Und er war so Klein", murmelte sie. „Aber auch so niedlich. Später wenn das Baby sich erholt hat und Jennifer auch, sollten wir nochmal vorbeigehen."

„Gewiss, das werden wir." Ember fing an sich seine Sachen auszuziehen und stellte amüsiert fest, dass seine Gefährtin ihn dabei genau im Auge behielt. Als er Nackt war erhob Ayesha sich und kam direkt auf ihn zu, ehe sie ihn an der Schulter griff, ihn zu sich runterzog und ihn küsste. „Du hast das wirklich gut gemacht", sagte sie anerkennend und deutete zum Bad. „Das hast du dir verdient."

„Ember stieg in die Wanne und lehnte sich sofort zurück. Ein heißes Bad war und würde immer absolut entspannend sein und das Beste war das seine Ayesha bei ihm war. „Ich werde mich umziehen", sagte sie ihm daraufhin. „Und wenn du Fertig bist, leg dich doch zu mir ins Bett."

„Das werde ich gewiss machen."

Ayesha sah noch einmal zu ihm, ehe sie in ihr Zimmer trat und tief Luft holte. Sie wollte jetzt einfach nur eines. Tief schlafen. Darum zog sie sich um und wollte gerade in ihr Bett, als es an der Türe klopfte. „Ayesha? Ich bin es Radek."

„Einen Moment." Ayesha trat zu ihrer Türe und entsperrte sie für Radek. Überrascht über sein auftauchen bot sie ihm an rein zu kommen, aber Radek schüttelte seinen Kopf. „Ist Ember bei dir?"

„Er ist im Bad. Er muss sich waschen. Jennifer hat ihr Baby bekommen."
„Oh!" Überrascht stotterte Radek und rückte seine Brille zurecht. „G-Geht es ihr gut?"

„Dr. Beckett sieht noch nach ihr, aber ich denke sie wird es schaffen", lächelte Ayesha. „Ich habe ihren Sohn nur kurz gesehen aber…"
„Ayesha." Radek spähte etwas in ihr Zimmer und blickte sie dann ernst an. Erst da fiel Ayesha auf, dass Schweißperlen seine Stirn herunter tropften. „Können wir woanders reden?"

„Hm?" Ayesha dachte kurz darüber nach und trat dann in die Flur. Als die Tür sich hinter ihr schloss sah sie Zelenka fragend an. „Ist etwas passiert?"

„Wie man es nimmt." Zelenka sah sich im Flur um und beschloss Ayesha endlich die Wahrheit zu sagen. „Ich mag Ember", sagte Zelenka. „Und er meinte es bestimmt nicht böse oder hatte schlechte Absichten. Er liebt dich schrecklich."

„Ich weiß das er mich liebt. Was ist den passiert? Hat er jemanden umgebracht?" fragte sie halb im Scherz und schüttelte ihren Kopf. Etwas stimmte mit Radek nicht. Aber was es war… „Nun sag was hat er angestellt?"

„Der Schmuck den er dir schenkt. Es sind… Er… Er kann dich damit anpeilen. Die Sensoren… Ich…" Er holte einen Armreif von Ayesha aus ihrer Tasche. „Ich war in deinem Zimmer und habe das hier untersucht. Du bist damit auf der Erde gewesen."
„Du warst in meinem… Was?" Atemlos sah Ayesha ihn an und schüttelte ihren Kopf. „Wovon redest du da? Weist du was du da behauptest?"
„Ich behaupte es nicht Ayesha. Ich habe es nicht geglaubt. Ladon Radim hat es mir gesagt und ich musste Bewiese gegen diese Behauptung finden. Ich wollte Ember selbst fragen, aber ihr wart lange nicht hier und… Es… Es stimmt. Es hat die Daten gespeichert wo du dich überall befunden hast. Und… Er hat so einen Weg… Zur Erde gefunden. Aber er hat das gewiss nicht getan um die Daten weiter zu geben! Er mag dich, er liebt dich!"

Ayesha hatte ihren Mund zu einem dünnen strich verzogen. Wieso sollte Radek sie belügen wollen? Ember und er waren gute Freunde. Brüder sogar in Embers Worten. Zunächst schluckte sie, während sich alles in ihr umdrehte. „Darum geht es nicht." Sagte sie während sie bereits die Ohrringe auszog die Ember ihr geschenkt hatte. „Darum geht es nicht Radek!" sagte sie lauter und vollkommen enttäuscht. „Er hat mich ausspioniert! Er hat mein Vertrauen ausgenutzt um mich kontrollieren zu können!" woher diese plötzliche Wut kam, wusste Ayesha nicht. Vielleicht lag es daran, dass ihr nicht gut war und sie sich schrecklich müde fühlte. „Gib mir das." Sie nahm das Armband von Radek und verschwand geradewegs wieder in ihr Zimmer. „Ayesha!" rief Radek ihr nach und wischte sich über die nasse Stirn. Verdammt. Er hatte gehofft, Ayesha hätte vielleicht… Nein. Er hatte geahnt das ihr das nicht gefallen würde. Verdammt Ember. Wieso hatte er das nur getan?

Als Ayesha in ihrem Zimmer stand, zog Ember sie bereits an. „Was wollte Radek?" fragte er und zog sich sein Hemd über und genau da roch er regelrecht ihre Wut. Verwirrt drehte er sich zu ihr um und musterte sie. Sein Blick fiel auf den Schmuck den sie in ihrer Hand trug und ihn derart zornig ansah, das ihm fast schlecht wurde. „Liebes was ist geschehen?" fragte er und kam langsam näher. „Erklär mir wieso du das getan hast", sagte sie ihm direkt und legte den Schmuck mit Wucht auf den nächsten Tisch. „Und was du mit diesen Daten getan hast oder vorhast zu tun?!"

„Welche Daten? Ayesha was…" Embers Verstand raste genauso wie sein Herz. Jetzt musste er ganz genau überlegen, was er als nächstes sagen würde. Die Wahrheit wäre natürlich das Beste, aber auch das Gefährlichste… Er hatte erwartet das sie so reagieren würde. Ihr ganzer Körper war angespannt und sie war auf Streit aus. „Hast du nichts dazu zu sagen?!" hörte er sie wütend fragen.

„Doch- Ja", sagte er und holte tief Luft. „Der Gedanke dich zu verlieren, war für mich schrecklich", sagte er. „Ich wollte, im Notfall wissen wo du bist. Wir wussten nicht wo die Erde liegt und ich… Ich habe mich gefragt was wäre, wenn du dort bist und ich hier. Wenn du nicht zurückkannst, warum auch immer. Ich wollte dich dann finden."
„Ember hier geht es um mehr als das was du willst oder ich! Diese Daten… Sie… Was wenn sie in die Falschen Hände kommen? Abgesehen davon das du absolut nicht darüber nachgedacht hast, hast du es mir verschwiegen! Ich habe auch Pflichten Ember und eines davon ist es den Weg zur Erde geheim zu halten! Weißt du in welche Lage du mich gebracht hast? Ich bin Soldat Ember! Ich muss… Und dazu… Du hast mein Vertrauen einfach missbraucht!"

„Du musst es keinem sagen und ich werde alle Daten löschen", versprach er ihr. „Ich werde das lösen."

„Ich soll meine… Ich soll es verschweigen? Sie anlügen? Weißt du welche Konsequenzen das für mich haben kann, wenn es rauskommt? Ember ist dir klar was du hier getan hast? Du hast mich benutzt!"

„Ich habe dich nie benutzt ich wollte nur deine Sicherheit immer-"

„Meine Sicherheit? Hast du einmal versucht mit mir darüber zu sprechen? Es mir zu sagen? Du hättest es mir nie gesagt", sie hatte ihn einfach unterbrochen. Und sie sah ihn am Ende so enttäuscht an, das es ihm das Herz brach. „Ich habe zu deinem Wohl handeln wollen. Ich wollte alles tun um dich zu beschützen."

„Es ist besser, wenn du gehst", sagte sie plötzlich. „Ich weiß gerade nicht, ob das hier echt ist", sagte sie und man hörte ihre Stimme zittern. „Ich weiß nicht ob das nicht von Anfang an dein Ziel gewesen war. Guide hätte es bei Jennifer schon tun können, aber er hat das nie gewagt. Du aber… Du hast schon einmal dein Hive hintergangen und dann Infos an diese andere Königin gebracht zusammen mit den drei ZPMs die du gestohlen hast."

Ember öffnete seinen Mund, schloss diesen aber wieder. Ja. Damals hatte er sich Guide angeschlossen und hatte geholfen die Replikationen zu zerstören- Sie waren eine Allianz aus Reisende, Wraith und Lanteanern. Und ja. Damals hatte er Guide verraten, weil er einer anderen Königin hatte dienen wollen. Er hatte ihr Favorit werden wollen und dafür alles getan. Aber jetzt… „Wie soll ich dir beweisen, dass ich das nicht vorhabe", fragte Ember letztlich. „Wie soll ich…"

„Ich muss das melden", sagte Ayesha und er sah ihre Augen feucht werden. „Nur die Zeit wird zeigen ob du wirklich die Wahrheit sagst."

„Was soll das heißen?" fragte Ember zögerlich und machte einen Schritt auf sie zu. Ayesha aber trat einen Schritt zurück und verschränkte ihre Arme vor der Brust. „Ich muss über alles nachdenken", sagte sie ernst. „Und ich will das wir solange Abstand halten."

„Nein das möchte ich nicht. Ayesha wir sollten reden."

„Wir haben geredet und ich sehe gerade kein Positives Ende für dieses Gespräch darum sollten wir es sein lassen."

Ember wollte auf sie zu gehen, aber er unterließ es dann lieber. „Ich liebe dich. Wirklich. Du kannst mit mir mitkommen und sehen das ich alle Aufzeichnungen zerstören werde."

„Wie soll ich dir glauben? Du hast mich von Anfang an belogen. Ich dachte du schenkst mir etwas, weil du es wirklich wolltest, dabei ging es dir nicht um mich, sondern alleine darum die Kontrolle über alles zu behalten."

„Du liegst Falsch, wenn du denkst es wäre nicht… Ayesha hör mir doch zu. Ich wusste, es war ein Fehler aber ich habe es nicht gewagt dir die Wahrheit zu sagen. Weil ich wusste wie du reagieren würdest."

„Also hast du gehofft es fällt niemandem auf? Ember…" Ayesha schüttelte ihren Kopf. „Ich habe sehr viel Geduld und sehr viel Verständnis für dich aufgebracht. Auch als wir im Hive waren und du mich hast stehen lassen als wäre ich irgendeine Frau die dir zu nahegekommen ist! Da hat es mir meine Würde und mein Herz gebrochen. Aber ich habe Geduld und Verständnis für dich aufgebracht. Was wäre, wenn ich es mit dir getan hätte? Wenn ich dich so behandelt hätte? Wenn ich Informationen von dir abgezweigt hätte um deiner willen, so wie du es sagst?"

Ember öffnete seinen Mund und schloss diesen direkt wieder. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit öffnete er seine Lippen wieder. „Ich hätte dir vergeben, weil du meine Königin bist", sagte Ember leise aber ernst. „Weil ich dich liebe."

Ayesha machte das noch wütender. „Willst du damit sagen, dass ich gerade übertreibe?"
„Nein ich will sagen, dass du über mich entscheiden kannst wie es die gefällt. Weil du meine Welt bist. Alles wofür ich kämpfe und atme. Für dich". Versuchte er es ihr zu erklären.

Ayesha verlor sich in seinem Blick und seinen Worten, aber sie schnappte sich schnell wieder und trat von der Türe weg. „Geh jetzt Ember. Ich will das du gehst."

„Wo soll ich hin?" fragte er zurück. „Wo soll ich warten?"
„Was denkst du… Denkst du in einer Stunde komme ich und habe mich beruhigt? So läuft das nicht! Geh verdammt!" schrie sie am Ende. „Geh auf dein Hive und komm nicht unter meine Augen! Ich muss… Ich muss das alles erst einmal begreifen! Das… Du… Du hast mein komplettes Vertrauen missbraucht Ember!"

Sie würde ihm nicht vergeben. Ember hatte es schon gewusst, als er ihr die Dinge geschenkt hätte. Sie konnte nicht verstehen in welcher Dringlichkeit Wraith einander lieben konnten und welche Grenzen sie für diese überschritten. Wie auch? Sein Herz schlug ihm so schwer in seiner Brust, das er glaubte ihm würde alle Luft wegbleiben. Er sah sie an und wusste, dass er gehen musste. Er wusste, er hatte ihr Herz gebrochen und noch mehr als das. Darum schritt er zurück zum Stuhl und griff sich seinen Ledermantel. Als er diesen hatte trat er zur Türe und blieb dort noch einmal stehen. Ember sah Ayesha an, aber sie blickte zur Seite. Er wollte sie nicht aufregen. Oder sie noch wütender machen. Also öffnete er die Türe und schritt auf die Flur. Dort blieb er eine Minute lang stehen und holte tief Luft um sich zu beruhigen, ehe er loslief. Wohin genau wusste er nicht. „Ember!" Ayeshas Stimme hielt ihn auf. Sein Herz raste vor Erwartung und sofort drehte er sich um, aber es war vergebens. Ayesha kam mit großen Schritten auf ihn zu und drückte ihm einen Lederbeutel in die Hand. Er wusste was darin war ohne nachfragen zu müssen. Seine Geschenke an ihr. Alle Geschenke die er ihr je gemacht hatte. „Ayesha…" Ember sah von dem Beutel zu ihr hoch und musterte sie eine ganze Zeitlang. Sie weinte. Tränen liefen ihr über das Gesicht und es gab für Ember nichts Schrecklicheres als zu wissen, dass er dafür verantwortlich war. Er konnte ihr nichts mehr sagen ohne ihr weiter weh zu tun. Darum verneigte er sich vor ihr und schritt dann wieder weiter.

Ayesha sah Ember nach bis dieser um die nächste Ecke gebogen war, ehe sie selbst sich zurück in ihr Zimmer schleppte. Dort als die Tür hinter ihr sich schloss, lehnte sie sich an diese und presste ihre Hände auf ihr Gesicht. Dann auch entwich ihr ein schluchzen und weitere Tränen fanden den Weg aus ihren Tränenkanälen. Sie hatte wirklich gehofft er würde es abstreiten und das Radek sich getäuscht haben musste. Das konnte einfach nicht wahr sein. Gerade im Moment brauchte sie das hier. Diesen Zusammenbruch. Sie liebte ihn schrecklich. Aber er hatte Dinge getan die nicht so einfach zu verdauen waren. Zumindest nicht für sie. Sie brauchte einfach Zeit um das besser verstehen zu können und sie musste… Sie musste es melden. Und sie hatte Angst vor der Entscheidung die dann das Komitee fallen könnte.