Jennifers Bewusstsein kam mit einem Schlag zurück. Zuerst verstand sie nicht wo sie war und was um sie herum geschah. Zuerst war da nur dieser Nebel der ihre Sinne trübte. Es war als würde sie eine Wolke sehen… Oder nein… Also würde sie in einer Wolke stehen. Etwas stimmte damit aber nicht. Sie sah nur diesen Nebel und dieses helle Licht. Und es dröhnte schrecklich. Das passte aber alles nicht zusammen. War sie das? War sie dieses etwas in diesem Licht aus Nebel? Erst mit der Zeit fühlte sie auch etwas. Dieser Zustand… Dieser Ort, es fühlte sich bedrohlich an. Hatte sie Angst? Ja. So fühlte sich Angst an. Aber… Das war nicht dass was sie kannte! Sie war doch viel mehr als dieses etwas in diesem großen Nichts?! Ja! Ihr Name… Sie hieß Jennifer. Sie hatte einen Namen. Als Jennifer versuchte in diesem Halbtraum auf ihre Hände zu blicken konnte sie es nicht. Es war als wäre sie ein Teil dieses Nebels. Ein Teil dieser hellen strahlenden Wolke, aber sie hatte Angst… Moment! Weitere Erinnerungen durchfluteten sie und immer eher verstand Jennifer, dass sie zwar Teilweise bei Bewusstsein war, sie sich aber noch aus diesem Zustand holen musste, damit sie wirklich erwachen konnte. Und sie versuchte es mit aller Macht! Es war als wäre sie in einer Zwangsjacke und schaffte es nicht trotz jeder Bewegung, sich frei zu bekommen. Und sie ring heftig mit sich. Erst als sie glaubte einen wiederstand zu spüren, bemerkte sie, dass sie nun auch hören konnte- Richtig hören konnte. „Bleib ruhig", diese Stimme! War das… War das Guide? Wieder versuchte sie sich zu rühren, und da nahm sie dann alles wesentlich besser war. Seine Hände mussten auf ihren Armen liegen, denn sie spürte seinen Griff um diese. Er drückte sie zurück. Versuchte sie still zu halten. Aber sie hielt doch still? Wozu musste er so drücken? „Jen, es ist alles in Ordnung. Kämpf nicht." Was? Sie versuchte still zu sein, aber was Jennifer in diesem Moment nicht verstand war, dass ihr Körper nicht ihr gehorchte. Zumindest nicht dem wachen Teil. Der noch halbbewusstseinslose Teil, wollte aufstehen. „Jen."
Jen? Jennifer blinzelte mehrmals, aber ihre Augenlieder waren so schrecklich schwer. Auch ihr Mund war unheimlich trocken. Guide war hier? Träumte sie noch? Sie konnte ihn riechen! Ja… Aber… Nein. Wie sollte das sein? Warum war er hier? Das musste einfach ein Traum sein. Wo war sie? „Hm…" seufzte sie leicht und hörte nun auch endlich ihre eigene Stimme. „G-Guide?"
„Streng dich noch nicht an. Geh es langsam an."
„Warum?", fragte sie müde und probierte abermals ihre Augen zu öffnen. Warum sollte sie… Was… Und wo war sie? „Wo?" fragte sie und musste schlucken, weil ihr Hals so trocken war.
„Du bist auf Atlantis", sagte Guide ihr und legte eine Hand an ihre Wange. Seine Wärme zu spüren tat unheimlich gut. Ihr war kalt. Sie wollte mehr von seiner wärmer fühlen. „Bemüh dich nicht zu sehr", sagte er ihr. „Geh es langsam an."
Langsam? Jennifer holte tief Luft und schaffte es dann letztlich ihre Augen zu öffnen. Erst blendete sie noch alles, aber dann sah sie seine Umrisse und blickte ihn dann einen ganzen Momentlang an. „Guide du bist…"
Guide hatte sich an Jennifers Seite begeben, als Beckett zurückgekommen war und seinen Sohn an sich genommen hatte. Seitdem war er da gewesen und hatte fast drei Stunden lang an ihrer Seite verweilt, bis die ersten Reaktionen von ihr kamen. Und jetzt sah sie ihn an und er wusste nicht was er tun sollte. Er wusste nur, dass sie wegen ihm mehr durchmachen musste, als man es von einem Partner erwarten könnte. Er hatte sie sprichwörtlich zwei Mal durch die Hölle gehen lassen. Und wegen ihm war sie Schwanger und hatte eine furchtbare Geburt ertragen müssen. „Ich bin zurückgekommen", sagte Guide letztlich und fuhr mit seiner Hand über ihre Haare. „Ich habe es versprochen."
„Guide?" Jennifer Wollte sich aufsetzten, aber ihr Körper gehorchte ihr noch nicht so richtig. Was war nur mit ihr los? „Guide du bist…" Er war zurück? Warte… „Du erinnerst dich?" ihr Herz fing schneller an zu schlagen.
„Es tut mir Leid Jen." Guide setzte sich nun zu ihr aufs Bett und lehnte sich soweit runter, dass er seine Stirn an ihre lehnen konnte. „Ich habe dich im Stich gelassen." Jennifer schloss ihre Augen als sein Atem ihre Nase kitzelte. Die Wärme die er ausstrahlte war genau, dass was sie jetzt brauchte. „D-Du erinnerst dich." Sie musste lächeln und öffnete ihre Augen wieder, als er sich ganz leicht von ihr löste, damit er in ihre Augen sehen konnte.
„Ich war lange weg", sagte Guide. „An einem Ort, an dem ich dich nie wissen möchte. Weder dich noch meine Kinder. Ich habe dir gegenüber mein Wort nicht halten können und dich verletzt."
„Guide." Jennifer hob ihre Hand und versuchte ihn von sich zu drücken. Sofort gab er ihr nach und setzte sich aufrecht hin. Anschließend, weil es noch schwierig war sich selbst zusetzten, stellte sie mit einem Knopf ihr Kopfende höher. Als sie so etwas saß und sich in den Kissen zurücklehnen konnte, griff sie mit ihrer Hand nach seinem Arm und hielt ihn fest. „Du hast dein Versprechen gehalten Guide. Du bist jetzt hier."
„Zu welchem Preis…" sagte er nachdenklich und sah auf ihre Hand runter. „Ich habe dich beinahe getötet Jennifer."
Jennifer musterte ihn eingehend und behielt ihre Hand wo sie war. Als Guide dann seine andere Hand auf ihre legte drückte sie seinen Arm ganz leicht. Ja. Ja was passiert war, war schrecklicher als das was Rodney mit ihr getan hatte und das obwohl sie einverstanden gewesen war.
Damals… Damals als Rodney von Königin Death entführt worden und zu einem richtigen Wraith verwandelt worden war, hatte Jennifer alles dafür gegeben etwas zu tun um ihm im falle des Falles helfen zu können. Darum haben sie es so schnell geschafft dieses Virus zu entwickeln. Sie war bis zur Erschöpfung daran gesessen und hatte, als sie Rodney endlich befreit hatten, ihn sogar von sich selbst nähren lassen. Er hatte es nicht gewollt. Er war absolut dagegen, aber dann war der Hunger doch größer gewesen. Bevor Rodney sich an ihr genährt hatte, hatte sie es Guide versuchen lassen. Sie hatte es selbst versuchen müssen. Niemals hätte sie es mit ihrem gewissen vereinbaren können, einen anderen Menschen das machen zu lassen. Und bei Guide war sie sich sicher gewesen, das er sie retten würde. Bei jemand anderen hätte er es nicht getan. Guide war so… Sanft gewesen. Es hatte furchtbar wehgetan, aber er hatte sie für eine kurze Zeit zu sich geholt und es dann wiedergegeben. Dieses Gefühl der Vereinigung war so… Berauschend gewesen und es hatte ihr Angst gemacht. Und dann… Dann als sie Rodney hatten und er am Verhungern gewesen war, hatte Jennifer keine Möglichkeit gesehen, als sich ihm anzubieten. Sie hatte ihn geliebt und ihm helfen wollen. Und es war das schlimmste Erlebnis ihres Lebens gewesen. Sie war so froh gewesen, das Ronon dabei gewesen war. Er hatte zwar mit ihr darüber gestritten und hatte sie mit Rodney alleine gelassen, weil er sich das nicht hatte mit ansehen können aber… Am Ende war er doch da gewesen und hatte sich um sie gekümmert.
Nur Rodney… Sie hatte ihn danach nicht mehr so sehen können wie davor. Sie wusste, dass sie mit ihm direkt darüber hätte reden sollen, aber sie hatte es nicht tun können und als er ihr dann seinen Lebensplan offenbart hatte… Sie hatte es nicht tun können. Als Rodney wieder Menschlich wurde und ihr direkt einen Antrag gemacht hatte, war sie vollkommen… Nein. Sie war sich in dem Moment absolut klar gewesen das sie einen anderen Weg gehen wollte. Sie hatte sich ein Leben auf Atlantis als Ärztin dort nicht vorstellen können. Auf Ewig dort zu sein, Verheiratet mit Rodneys Kinder und Medikamente auszugeben oder mal einen ausgerenkten Arm wieder einzurenken. Sie hatte mehr gewollt. Mehr als das. Sie wollte etwas bewirken. Und dann war sie auf dem Hive und alles hatte sich so schnell geändert. Zwar hatte sie anfangs gedachte das sie und Rodney sich wieder annähern könnten aber… Es ging nicht. Es hatte nicht gehen können, weil ihr Verstand, ihr Herz… Bereits da an Guide gedacht hatte. An diesen Moment als er ihr Leben genommen und in sich aufgenommen hatte. Sie hatte schmerzen ertragen, aber im nachhinein als er es ihr zurückgegeben hatte, da… Da hatte sie sich unglaublich gefühlt. Sie war verängstigt gewesen aber… Es war unglaublich gewesen. Und von da an war ein Stein ins Rollen gekommen. Er war auf so eine andere Art und Weise in ihr Leben getreten und sie hatte nicht aufhören können an ihn zu denken. Hades und Persephone. Eine verbotene Frucht die einen Zwang an einem Ort zu bleiben, aus welchem es kein Ausweg gab. Vielleicht rührte die Geschichte der beiden aus diesem hier. Vielleicht lag der Ursprung bei den Wraiths und Menschen. Von Menschen die dieses Geschenk erhalten hatten und dann an der Seite ihres Hades blieben. Wenn auch nur um ihn zu dienen. Wer wusste das schon?
Und dann… Dann als Guide sie in die Wanne gedrückt hatte, hatte sie gespürt das es nicht er gewesen war, der das tat. Sie kannte seine Augen. Sie kannte seine Seele. Sie hatte gewusst, das dieser Guide nicht ihrer war. Es war eine Person gewesen die nicht hatte Guide sein können. Guide hätte das nie getan. Da war sie sich absolut sicher. „Was ist dir passiert Guide?" fragte Jennifer nach einer Ewigkeit und drückte seinen Arm noch etwas fester. Er behielt seine Hand auf ihrer und übte sanften druck aus. Er sah von ihr Weg und sein langes Haar versperrte ihr ein Blick auf sein Profil. „Du erinnerst dich daran, was dir passiert ist? Richtig?"
„Ich erinnere mich", sagte er leise, fast schon flüsternd und der Gedanke daran ließ sein Herz rasen. Die Panikattacke Stunden zuvor hatte noch einen leichten Hauch in seiner Seele hinterlassen. Aber er durfte sich dem jetzt nicht hingeben. Nicht jetzt. „Nicht jetzt", sagte Guide wiederum und sah Jennifer nun wieder an. „Später, wenn du dich erholt hast."
Jennifer musterte ihn schweigsam und rieb seinen Arm letztlich, ehe sie sich von ihm löste und ihre Hände in ihren Schoß legte. Tief Luftholend nickte sie und sah ihn wieder an. „Okay, dann später." Als se beide schwiegen behielt Jennifer ihn im Auge. Guide wirkte… Bedrückt? Er wollte das Gespräch nicht etwa verschieben, weil er keinen Grund sah es ihr zu sagen, sondern… Weil es ihm Angst machte? So hatte sie ihn noch nie zuvor gesehen. So… Gebrochen. Sie hatten ihn gebrochen. „Wir können einander mal… Sprechen", sagte Jennifer mit festerer Stimme und suchte seinen Augenkontakt. Erst wich Guide diesem aus, aber dann sah er sie lange an. „Du solltest dich noch ausruhen", sagte er schließlich weiterhin recht leise.
Jennifer musste lächeln und schüttelte ihren Kopf. „Seit wann willst du einem ruhe gönnen?"
„Du hast die ruhe verdient", sagte Guide überrascht und rückte näher zu ihr. Als er das tat hob sie ihre Hand wieder und legte diese an seine Wange. „Wer sagt mir, das ich nicht einfach nur Träume? Warum sonst sollte ich auf Atlantis sein und du hier bei mir. Ich habe…" ihre Stimme blieb ihr im Hals stecken. „Ja… Es kann nur ein Traum sein und gleich wache ich auf."
Guide schloss seine Augen als sie ihn berührte. Er hatte sich so sehr danach verzehrt ihre Nähre spüren zu können. Von dem Moment als er sich hatte erinnern können, war jede Sekunde der Trennung wie Körperliche Schmerzen für ihn gewesen. Und jetzt war sie nicht einmal wütend auf ihn? „Willst du aufwachen?" fragte Guide sie zurück und öffnete seine Augen wieder. „Oder hier noch bei mir bleiben?"
„Guide." Jennifer musste lächeln und schüttelte ihren Kopf. „Es ist nur ein Traum und nicht echt, also welchen Sinn hätte es, darin zu verweilen?"
Dass sie so logisch dachte, wunderte ihn nicht. Es sah ihr einfach schrecklich ähnlich. Deshalb beugte er sich vor und küsste sie vorsichtig. Jennifer erwiderte den Kuss ebenso sanft und legte ihre Arme um seinen Nacken. „Du bist so Groß, selbst wenn wir beide sitzen", sagte sie gegen seine Lippen und küsste ihn noch einmal. Guide mochte es das Jennifer wesentlich kleiner als er war. Er mochte es das Gefühl zu haben, sie erst recht beschützen zu müssen. Sie war körperlich schwächer, sie war keine Kämpferin in diesem Sinne. Sie war Klein. Er musste sie beschützen. Er wollte sie beschützen. Auch vor ihm selbst. Er schlang beide Arme um sie und rückte näher, wobei er den Kuss intensivierte. Er hatte sie vermisst. Den Duft ihrer Haare. Ihrer Pheromone. Alles an ihr. „Jennifer." Guide löste sich wiederwillig von ihr und legte beide Hände an ihr Gesicht, während er seine Stirn an ihre lehnte. „Ich werde dich nie wieder gehen lassen. Verstehst du das?"
Jennifer hörte die Dringlichkeit in seiner Stimme und legte ihre Hände auf seine großen Schultern, während er ihr so nahe war. „Du bist zurück", sagte sie Atemlos und da kapierte sie, das sie nicht träumte. Das hier war viel zu Real und sie wollte sich darauf einlassen. „Du bist hier."
„Ich bin bei dir." Guide löste sich noch nicht und wünschte sich, sie hätte noch die Möglichkeit sich Mental mit ihm zu verbinden. Aber diese Gabe war nun mit der Geburt ihres Sohnes fort. Er wollte ihr aber unbedingt so nahe sein und das machte ihn innerlich gerade fertig. Er brauchte ihre Aufmerksamkeit. Ihre Nähe. Ihren Verstand der seinen beruhigte und seine Angst milderte. Aber… Wenn er tief Luft holte und in ihre Augen sah, verlor er sich darin, als wäre er bereits in ihren Bann gezogen worden. Ganz ohne diese Verbindung. Er teilte mit Jennifer eine andere Verbindung die ihn nicht minder befriedigte. Es war einfach nur… Anders. „Danke", sagte Guide und löste sich dann von ihr damit sie beide sich wieder ansehen konnten. Dennoch blieben seine Hände wo sie waren. Sein Daumen strich sanft über ihre Lippen und er blickte lange auf diese, ehe er seine Augen hob und wieder in ihre sah. „Wofür?" fragte sie verwirrt und lächelte. „Du bist hier Guide. Und wir beide schaffen das. Wir haben genau genommen so viel zu tun! Das große Treffen steht an und wir können jetzt gemeinsam vorsprechen. Ich dachte erst ich muss es alleine tun und glaub mir, ich hatte Angst davor." Sie kannte zwar schon einige der Königinnen, aber dennoch… Ohne Guide das voran zu bringen, wäre verdammt schwierig. Als Guide sie aber so seltsam ansah, blinzelte sie einmal. „Was ist? Habe ich etwas Falsches gesagt? Warte…" Jennifer griff nach seinen Händen und zog diese von ihrem Gesicht. Seine rechte Hand hielt sie extra sanfter fest als die andere, weil sie instinktiv schon wusste, dass die rechte Hand wesentlich empfindlicher war, als die andere. Verwirrt sah sie sich im Raum flüchtig um. „Guide was machen wir…" hier? Sie waren auf Atlantis?
Guide dachte einen ganzen Momentlang nach und schluckte am Ende leicht. „Jen, das große Treffen hat bereits stattgefunden. Es wird Aktuell hier auf Atlantis fortgesetzt."
„Was?" aber… Und da fiel es ihr wie Schuppen vor den Augen. Ja! Ja! „Moment! Ich war auf dem Weg dort hin, aber ich hatte solche schmerzen und… Ich dachte ich packe es, aber… Ich hatte… Meine Fruchtblase ist geplatzt!" nun war sie vollkommen wach und alarmiert. Ihr Händedruck wurde fester und leicht zuckte Guide dabei zusammen. Die Lippen an seiner Hand waren einfach so empfindlich, aber er hielt es aus. „Ja sie ist geplatzt", sagte Guide. „Du erinnerst dich?"
„Ember hat mich-" Jennifer musste tief Luft holen und sah auf ihren noch angeschwollenen Bauch runter. Es fühlte sich plötzlich so anders an. So leer. „Ich wurde bewusstlos, nachdem du gekommen bist. Ich träume nicht… Es ist echt. Ich… Guide wo… Wo ist unser Sohn?"
Guide löste seine Hände von ihren und erhob sich langsam, dabei sah er ihr unentwegt in die Augen. „Sei unbesorgt", meinte Guide nun wieder so Selbstsicher wie sie ihn kannte. „Er schläft. Es geht ihm gut." Guide drehte sich um und schob einen kleinen Brutkasten näher an ihr Bett.
Jennifer konnte in den Brutkasten sehen, als dieser direkt neben ihr stand. Während Guide vorsichtig den Deckel öffnete konnte sie nur auf das weiße Haar des Jungen sehen und auf seine si Alien artige Hautfarbe, er hatte eine menschlich anmutende Hautfarbe. Allerdings ging diese ganz leicht ins Grüne und er war so Blass wie Papier. Sie sah seine Adern. Sie sah wie er protestierte als sein Vater ihn aus diesem warmen Nest holte und ihr dann entgegen hielt. Jennifer konnte nichts tun, als ihren Sohn anzusehen. Er war hier. So Klein und kräftig. Seine Schreie wurden lauter und wesentlich protestierender, während er seinen Kopf hin und her wandte. Er suchte instinktiv nach Nahrung. Er musste furchtbar Hungrig sein. „Guide er…" ihr fielen die Worte. Sie konnte nicht von dem Neugeborenen weg sehen. Er strampelte mit seinen Beinen und seine Hände waren zu Fäusten geballt. Jennifer hob vorsichtig ihre Hand und berührte mit einem Finger die Hand des Jungen. Seine Haut war etwas kühl aber unheimlich Zart. „Er ist so Klein", sagte sie plötzlich und musste vor Glück lachen, während sich einzelne Tränen in ihren Augen sammelten. Glücksgefühle breiteten sich in ihr aus und sofort streckte sie auch ihre andere Hand nach dem Jungen aus, weshalb Guide ihr half das Kind in die Arme zu schließen. „Shhh…" sagte sie sofort leise zu ihrem Sohn. „Alles ist gut, du musst nicht weinen", sprach sie ihn an und blickte zu Guide hoch, ehe sie zurück zu ihrem Baby sah. Sie nahm sehr wohl war, das Guide sich dicht zu ihr ans Bett setzte, aber in ihrem ganzen Herzen war sie gerade nur bei ihrem Sohn. „Ich hatte immer angst!" sagte Jennifer plötzlich und sog den Duft ihres Sohnes ein. Er roch nach Baby. Unschuldig und süß. Er trug einen Strampler, der von der Erde stammen musste. „Ich hatte Angst und mich gefragt ob ich Liebe für dieses Kind empfinden kann. Ob es wirklich so sein kann Guide. Teyla hatte die gleichen Ängste damals bei Torren und ich garantierte ihr, dass sie ihn sofort lieben würde. Ich habe damals selbst nicht so recht geglaubt", gestand sie ihm und musste lächeln als ihr Sohn sich tatsächlich beruhigte. „Und jetzt liebe ich ihn. ich habe ihn sofort geliebt." Jennifer war jemand die sehr vorsichtig mit ihren Gefühlen umging und keine Leichtfertigen Entscheidungen traf. Aber ihre Mutterinstinkte waren sofort hochgefahren und haben ihr derartige Glücksgefühle beschert, die sie so in ihrem Leben noch nicht erfahren hatte. „Guide er ist so… Schön."
Guide hob seine Hand um mit seinem Finger ihre Tränen fort zu streichen. „Er ist mein Sohn", sagte er als Antwort und hörte sie lachen. „Und deiner", warf er danach noch ein. „Er ist ein Wraiths."
„Und ein Mensch", sagte Jennifer und beobachtete wie er seine Hand nun auf den Kopf seines Sohnes legte. „Er ist mehr Wraiths wie Mensch. Er ist das was wir brauchen. Unsere Zukunft." Jennifer sah ihn dann an und konnte in seinen Augen die liebe für seinen Sohn sehen. Er war Stolz und er musste es nicht Großartig sagen. „Er hat Hunger", sagte Guide nun und schaute Jennifer nun ebenso in die Augen. „Ja… Du hast recht." Sie wusste wie das getan werden musste und dennoch war sie Nervös. Sie hatte schließlich nie so richtig mit Kindern zutun gehabt. Jedenfalls nicht Intensiv. Sie brauchte einen kurzen Moment um ihr Oberteil zu lösen, aber als das Geschafft war versuchte sie dem Jungen zu helfen in eine gute Position zu kommen, damit er trinken konnte. Seine kleinen Lippen um ihre Brust kitzelten sie im ersten Moment. Und als er dann von dieser kräftig saugte, musste sie fast wieder weinen. „Er trinkt gut!" sagte sie und schaute Guide noch einmal an. „Wie lange hat er warten müssen?"
„Vier Stunden."
„Das ist zulange…" Besorgt musterte sie ihren Sohn wieder.
„Es geht ihm gut. Jetzt wird es ihm gut gehen." Mit seiner Mutter an seiner Seite.
„Hat Dr. Beckett etwas gesagt?" fragte sie schließlich nach und ging sicher das ihr Sohn in ruhe weiter trank. „Geht es ihm gut?"
„Es geht ihm gut. Er war etwas unterkühlt, darum musste er im Brutkasten bleiben."
„Jetzt ist er warm."
„Jetzt ist er bei dir. Er spürt deine Nähe", sagte er. „Darum geht es ihm nun gut."
„Er kann mich fühlen?"
„Er kann uns beide spüren." Guide hob seinen Finger und streichelte mit dieser die Wange des Jungen. Sofort wurde sein Saugen dadurch stärker. „Er ist zufrieden."
„Das ist schön", murmelte Jennifer und merkte auf als ihr Sohn nach einiger Zeit aufhörte zu trinken und leise protestierte. Er schien noch Hunger zu haben. „Du bekommst mehr. Mach dir keine sorgen. Du hast solange warten müssen nicht war?" fragte sie ihn und rieb sanft seine Wange mit ihrem Finger. „Erst musst du aufstoßen, dann bekommst du mehr." Sie zog den Ärmel ihres Krankenhaus Hemdes wieder an und legte ihren Sohn auf ihre Brust, ehe sie seinen Rücken klopfte und auf sein Köpfchen runter sah. Sein Haar war unglaublich lang und stand flauschig ab. „Er ist süß, nicht wahr?"
„Er ist ein kleiner Blade", sagte Guide und betrachtete seine Familie. Diesen Moment wollte er nie wieder vergessen. „Er ist trotzdem Süß", sagte Jennifer und schaute ihn an.
„Ich habe dich noch nie so erfüllt gesehen", sagte Guide plötzlich und holte tief Luft. Er musste das hier beschützen! Er durfte nicht wieder versagen. Nicht wie die Letzten Wochen und schon gar nicht so wie bei Snow. Er musste allen drei Schritte voraus sein und das immer. Für immer.
„Wir haben unseren Sohn endlich hier. Er ist hier. Unsere Zukunft. Hast du das geplant? Damals als du mit mir angefangen hast zu schlafen? Wolltest du das hier ausprobieren?"
„Ich spielte mit dem Gedanken", gab er zu. „Aber es lag nicht in meiner Absicht. Und dennoch ist er jetzt hier-" Guide wurde unterbrochen als sein Sohn einmal kräftig aufstieß. Jennifer spürte ihr Oberteil Nasswerden, weshalb sie ihn wieder in liegende Position brachte. „Fängt ja schon einmal gut an. Er hat etwas Milch gespuckt."
Guide schwieg und beobachtete wie der kleine protestierte, weil er weiter essen wollte. Deshalb zog Jennifer sich nun ihre andere Kleiderhälfte aus dem Arm und stillte ihn mit der anderen Brust. Er war so ungeduldig, das er ein paar Anläufe brauchte, bis er sich an ihr richtig festgesaugt hatte, um gut Milch zu bekommen. Seine glucksenden Züge waren dabei deutlich zu hören. Guide erhob sich und holte ein kleines Handtuch von einem der Tische und kam damit zurück zu Jennifer, damit er ihr die Flüssigkeit vom Hemd wischen konnte. „Häng es mir über die Schulter", bat sie ihn dann sofort. „Wenn er dann wieder aufstößt und Milch rauskommt, wird es gleich aufgefangen."
„Du machst das sehr gut", sagte er anerkennend und zufrieden.
„Ich kenne nur die ganze Theorie aber im Praktischen… Irgendwo ist es Instinkt."
„Instinkte die bei unserer beider Arten Gleich ist."
„Ja. Das scheint wohl so." Jennifer sah irgendwann wieder zu ihrem Sohn und rieb seine Wange, da er wohl eingeschlafen war. Sofort sog er dann weiter kräftig an ihre Brust und brachte sie damit zum lächeln. „Was ist… Was ist passiert?" fragte Jennifer nachdem sie den Jungen gestillt hatte und er friedlich in ihren Armen schlief. Sie wollte ihn nicht aus den Armen legen. Sie konnte es Momentan einfach nicht.
„Wegen dem Treffen? Es lief recht gut. Es wird Aktuell hier auf Atlantis fortgesetzt."
„Hier? Dann müssen wir dort hin."
„Wir müssen gar nichts", entschied Guide. „Du bleibst hier und erholst dich. Alles andere spielt jetzt keine Rolle."
Jennifer blickte von Guide zurück zu ihrem schlafenden Sohn. „Hast du ihn getragen?"
„Das habe ich lange", sagte Guide. „Behalte ihn ruhig bei dir."
„Du kannst ihn nehmen", sagte sie ihm mit fester Stimme. „Ich weiß dass du ihn tragen willst."
Guide verzog seine Lippen, was ganz eindeutig ein lächeln war. Deshalb reichte sie ihm seinen Sohn und beobachtete wie Vorsichtig Guide diesen an sich nahm. Zufrieden schlief das Baby einfach in seinen Armen weiter und Jennifer brachte das nun auch zum lächeln. „Dir steht das Guide."
Der alte Wraith Commander blickte seine Gefährtin in die Augen und holte tief Luft. Das kleine Neugeborene in seinen Armen und Jennifer in direkter Sichtweite, lies sein altes Herz schneller schlagen. Er hatte seinen Sohn im Arm. Jennifer war hier. Alles war gut. Jetzt im Moment war alles gut.
„Guide?"
„Hm?"
„Ich will ihm einen Namen geben", sagte sie leise und legte ihre Hand auf sein Bein. „Einen Namen den er tragen kann, bis er sich seinen Namen verdient hat."
Guide dachte nicht lange darüber nach und nickte schließlich. „Einverstanden."
Erleichtert lächelte Jennifer und sah auf den weißen Haarschopf ihres Sohnes. „Ich würde ihn nämlich ungern Jahrzehnte lang Kleiner rufen oder Baby oder so etwas."
„Wie du wünscht." Guide würde ihr das natürlich gewähren. Sie sollte bekommen, was sie sich wünschte.
Jennifer hatte mit wesentlich mehr Gegenwehr gerechnet aber sie war natürlich froh darüber dass er ihr da zustimmte. „Euch wird jetzt nichts mehr passieren", sagte Guide während er zu seinem Sohn runter sah. „Ich beschütze euch beide."
Sie wusste dass ihm die ganze Situation zu schaffen machte. Er war in den letzten Wochen nicht für sie da gewesen. Allerdings machte Jennifer ihm dafür keine Vorwürfe. Was auch immer ihm wiederfahren war musste schlimm genug sein. Sie würde es ihm nicht noch schwerer machen. Dazu gab es keinen Grund. „An was für einen Namen hast du gedacht?" fragte Guide schließlich und sah zu ihr. „Du solltest einen Namen haben bevor Sheppard wieder auf Ideen kommt…"
Jennifer musste lachen und nickte. „Ja. Ich kenne einen Namen." Jennifer griff nach der kleinen Hand ihres Sohnes. „Kit. Es bedeutet Hoffnung."
