„Hmm, riecht gut hier. Was gibt's denn?" frage ich meine Mutter, als ich in die Küche komme. Stumpf antwortet sie: „Möhreneintopf." Lecker… Ich bin kurz davor zu sagen, dass ich doch keinen Hunger habe, als sie mir forsch zu ruft: „Deckst du bitte den Tisch? Essen ist gleich fertig." Hab ich denn 'ne andere Wahl? Aber auch den Kommentar verkneife ich mir und sage stattdessen brav: „Okay, Mum." Schnell zücke ich meinen Zauberstab, um das Geschirr auf den Tisch zu verteilen. Kaum sieht sie mich, wird sie mal wieder zu Furie. „ELINA SCHMIDT NIMM SOFORT DEN STOCK RUNTER! UND WIE OFT SOLL ICH DIR NOCH SAGEN DU SOLLST MICH MUTTI NENNEN!", schreit sie mich mit ihrer grellen Stimme an. Ich gebe unseren 'Wer kann den anderen länger böse anstarren' Wettbewerb nach. Es hat eh keinen Sinn, sie wird so oder so gewinnen. Solange du deine Füße unter meinen Tisch packst, habe ich das Sagen, höre ich sie innerlich schon wieder keifen. Argh! Genervt drehe ich mich weg und fange an den Tisch auf Muggle Art zu decken. „Fräulein du brauchst gar nicht erst die Augen so zu verdrehen!", fährt sie mich an. Jetzt reicht's! Doch bevor ich etwas erwidern kann, sagt Granny vorwurfsvoll "Sei doch nicht immer so streng zu ihr Gwendolyn! Du weißt es ist nicht leicht für sie, für keinen von uns." Allerdings ignoriert Mum ihren den Kommentar bewusst und ruft mit übertriebener Freude: "Vati ist da!". Übertrieben, weil die beiden es selten überhaupt schaffen ein vernünftiges Gespräch zu führen. Meistens erzählt sie ihm von den neusten Tratsch und Klatsch, den sie von anderen Hausfrauen erfahren hat oder weist mich und Granny zurecht und er brummt nur zu stimmend und fragt ab und zu nach einem Bier. Stumm decke ich den Tisch weiter, während Mum sich gekünstelt dafür interessiert wie sein Tag lief und das Essen auf den Tisch serviert. Warum tut sie sich das selbst an? Granny sitzt bereits am Tisch und versucht sich auf den Tagespropheten, getarnt als Wochenzeitung, zu konzentrieren. Als wir zusammen am Tisch sitzen, versucht Mum wie erwartet eine ganz normale Konversation zu führen. Weiß Merlin wo sie auf diese verrückte Idee gekommen ist, jedenfalls hat sie sich in den Kopf gesetzt, unsere Familie zu einer typischen deutschen Familie zu machen. Was auch immer sie gegen unsere Britische Herkunft hat. Jedenfalls liest sie deswegen einen Haufen "Die Gute Ehefrau" Ratgeber und versucht alles was da drinnen steht auch in die Realität umzusetzen. Absoluter Schwachsinn, wenn man mich fragt, was aber eh keiner macht... Granny ist davon auch nicht begeistert, weil sie denkt, dass Mum sich selbst deswegen aufgibt. Dad scheint es ja nicht unbedingt zu gefallen, aber er akzeptiert es. "Hab einfach ein wenig Geduld, das wird schon wieder. Aber vielleicht tut es ja unserer Familie auch ganz gut etwas normaler zu werden.", pflegt er stets zu sagen. Vielleicht würde das funktionieren, wenn wir normal wären, aber das sind wir nicht! Granny und Mum kommen aus England. Mum ist ein Squib, das heißt sie kann nicht zaubern, Granny dagegen schon, genauso wie ich. Dad ist ein Muggle, der einzige 'normale' von uns.
Kurz bevor ich 11 wurde, sind wir damals irgendwie in die DDR geflohen, um den kommenden Zauberer Krieg zu entgehen. Merkwürdigerweise habe ich keinerlei Erinnerungen daran, die offizielle Variante lautet allerdings, dass Mum und Dad aus politischen Gründen her geschickt wurden, ich in Deutschland geboren wurde und Granny einfach mitgekommen ist. Genauere Informationen habe ich nie erhalten. Da haben auch meine etlichen Fragen nichts daran geändert. Verflucht nochmal, ich weiß noch nicht einmal wie meine Eltern sich kennengelernt haben! Wenn es nach Mum geht, ist dass auch gar kein Problem, denn wir sollen die Vergangenheit einfach so vergessen und so tun als sei das hier, schon immer unser Leben gewesen. Dass heißt ich kann eigentlich nur Schulenglisch und Magie gibt es nicht. Doch ich kann es einfach nicht oder ich einfach will nicht. Es gibt nicht viel woran ich mich aus England erinnere, aber ich weiß, dass ich glücklich war. Manchmal träume ich davon, wie ich mit einem kleinen Jungen mit weißblonden Haaren spiele. Aus Neugier fragte ich mal beim Frühstück nach, ob dass irgendwem was sagt. Dad hatte keinen Plan wovon ich rede, was eigenartig ist, da sowohl Mum als auch Granny aussahen als hätten sie einen Geist gesehen. Natürlich habe ich keine Antwort bekommen und das Essen wurde einfach früher beendet. Mit Granny verbringe ich viel Zeit zusammen. Meistens sind wir auf dem Dachboden, reden Englisch und sie bringt Zaubern bei. Natürlich ist der immer noch andauernde Zaubererkrieg ein sehr präsentes Thema. Irgendwann habe ich keinen Nerv mehr für diesen unsinnigen Monolog meiner Mutter übrig genug und frage stattdessen Granny "Wie sieht's in England aus? Haben sie endlich Voldemort besiegt?" Granny schaut ertappt über den Rand ihrer Wochenzeitung, welche sie immer noch verkehrt rum hält. Mum reißt ihre Augen und fängt schon wieder an mit ihrer Ansprache "Elina Schmidt..." doch weiter kommt sie nicht, denn ich fahre ihr dazwischen."Mein Name ist Elane Haven und nur weil du kein Interesse mehr daran hast, was in Großbritannien vor sich geht, heißt es noch lange nicht, dass alle anderen genauso denken! Es ist immer noch meine Heimat!", meine Stimme ist tatsächlich weniger laut als ich erwartet hätte, dafür klingt sie umso verbitterter. „Du kannst dich doch gar nicht mehr daran erinnern!", zischt sie mir zu. Wessen Schuld das ist, muss ich wohl gar nicht erst fragen. Es hängt einfach so, wie unausgesprochenes Geheimnis zwischen uns. Unsere Namen ist aber noch so 'ne Sache, die Mum nicht passen. Sie klingen zu sehr Englisch. Also was haben wir damit gemacht? Na klar, sie geändert, als wäre das nichts Besonderes. Aus Elane Haven wurde Elina Schmidt, aus Gwendolyn Haven wurde Greta Schmidt, und aus Abigail Haven (Granny) wurde Agathe Hafen. Dads Nachnahme wurde lediglich eingedeutscht also Tom (Smith) Schmidt.
Granny lässt sich von der angespannten Situation nicht stören und antwortet stattdessen "Es sieht schlimm aus, es verschwinden immer mehr Menschen, Chaos entsteht. Vom Orden hört man nicht mehr viel und Du-weißt-schon-wer wird immer mächtiger." Sie sieht traurig aus. England bedeutet ihr eine ganze Menge und sie kennt da auch einen Haufen Zauberer und Hexen. Ich kenn ihn nicht, aber ich weiß Grandpa lebt dort auch noch und kämpft gegen Voldemort. "Wie ist das möglich? Warum macht Dumbledore denn nichts?!" sage ich kopfschüttelnd. Es ist vermutlich nicht mehr als ein Flüstern gewesen, dennoch war es zu der jetzt herrschenden Stille verdammt laut. Es ist eine ätzende Stille. Granny ist mit ihren Gedanken komplett in England, Mum sieht aus als könne sie mich glatt erwürgen, weil ich es nicht ansatzweise schaffe, mich an ihre Regeln zu halten und Dad ist mal wieder hin und hergerissen. Und wie immer ist Dad die unparteiische Schweiz die mit Deutschland sympathisiert, Mum Deutschland. Granny England, die immer mit Deutschland konkurriert, aber letztendlich trotzdem gewinnt. Und ich wäre Frankreich, ein ewiger Dorn Deutschlands. "Was machen wir denn jetzt dagegen? Ich meine wir können doch nicht einfach dabei zu schauen, wie unsere Heimat zerstört wird!" frage ich immer noch verwirrt nach. Wie konnte ich nur so arrogant sein und einfach annehmen, dass nur weil Dumbledore, Minerva McGonagall etc. alle zusammen gegen die Todesser kämpfen, auch gewinnen werden und ich nichts dabei zu tragen müsste. „WIR?! Wir halten uns da schön raus. Es schaffen es ja noch nicht einmal alle von uns sich wie Deutsche zu benehmen, da werden wir auch nichts gegen irgend so einen Vollidioten ausrichten können!", bestimmt und ergänzt: „Kannst du es denn nicht wenigsten ab und zu versuchen nicht an England zu denken, Elane? Kannst du dich nicht einfach mal mit dem zufrieden geben, was du hast? Warum musst du alles immer so kompliziert machen?" Dabei klingt sie so enttäuscht und müde. Weil es nicht einfach ist! Hätte ich am liebsten geschrien. Ihre Worte machen mich krank. Sie ist zufrieden, wie es ist, wie es den anderen in England geht, wie es Granny oder mir dabei geht, es ist ihr egal. Aufgrund meiner leicht verschwommenen Erinnerungen weiß ich nicht, ob sich schon immer so war, aber irgendwas sagt mir, dass es nicht so ist. Wie auch immer so wie sie jetzt ist, fällt es mir schwer sie noch wirklich zu respektieren. "Ich werde nach England gehen!" schießt es wie aus der Pistole aus mir heraus. Schon oft hatte ich darüber nachgedacht, dennoch habe ich mich mit den Satz selber überrascht. Ich hatte es nicht geplant, dennoch bin ich froh die Entscheidung getroffen zu haben.
Granny ist die Erste, die das Schweigen bricht: „Bist du dir sicher?" „Vermutlich ja. Nein. Ja!" stottere ich. Es macht das Ganze aber nicht besser. Im Gegenteil Mum sieht aus als würde sie jeden Augenblick explodieren. "Ja, ich bin mir sicher! Die Menschen dort brauchen Hilfe und ich kann helfen. Du hast mir genügend beigebracht, um nicht nur mich selbst zu verteidigen. Hier hält mich eh nicht wirklich und wenn wir ganz ehrlich sind, pass ich einfach nicht hier rein." "Was erhoffst du dir davon mitzukämpfen?" kritisch schaut Dad mich an. Vor Verwunderung über seine Teilnahme am Gespräch brauche ich eine Sekunde ehe ich reagieren kann."Nichts. Ich will einfach nur das Richtige zu tun. Mir ist bewusst, wie naiv das klingen muss, aber es ist so. Außerdem will ich mir später nicht vorwerfen müssen, nichts getan zu haben." Granny nickt zustimmend, man kann ihr aber auch ansehen, dass sie am liebsten mitkommen würde, doch sie hatte Grandpa versprochen auf Mum aufzupassen und ihre Knie machen ihr immer mehr Probleme. Sie tut mir echt leid, sie vermisst ihn wirklich und kann nichts tun, um ihn wiederzusehen. Alles was ich weiß ist, dass Grandpa geschäftlich viel gereist ist, sie sich deswegen nur sehr selten gesehen haben und er deswegen nicht mit nach Deutschland kommen konnte. Ich glaube ihr, auch wenn ich ihn nie kennengelernt und Mums bösen Vermutungen nach, soll sie sich das Ganze nur ausdenken, damit sie nicht akzeptieren muss, dass er sie damals verlassen hat. Meiner Ansicht nach ist die einzige, die sich was ausdenkt Mum, wenn sie glaubt, dass wir hier alle glücklich werden... „Na dann, worauf wartest du noch? Deine Sachen packen sich nicht von selbst!" "Danke" flüstere ich Granny kaum hörbar zu. Dad und Mum tauschen sich ein paar Blicke aus bis Dad mich fragt "Und du bist dir da ganz sicher? Auch dass du alleine klarkommst?" "Ja bin ich mir. Wirklich." "Okay, ich kann's nicht gut heißen, aber wenn es dein Wunsch ist, will ich dir nicht im Weg stehen." Dad sieht zugleich traurig als auch unglaublich stolz aus. Wow! Erstaunlich was erst passieren muss, damit er sich mal am Geschehen beteiligt. Nur Mum war ungewöhnlich ruhig. "Ihr seid doch alle bescheuert! Meine Tochter wird nicht in den Krieg ziehen!" sie überlegt kurz bevor sie weiter redet "Du wirst erst nächste Woche 18 und solange bestimme ich noch über dich! Und selbst wenn ich dich nicht aufhalten kann, die Stasi kann es!" sagt sie während, sie völlig übergeschnappt zum Telefonhörer sprintet. "Petrificus Totalus!" höre ich meine Großmutter rufen. In der nächsten Sekunde erstarrt Mum und fällt zu Boden. "Pack deine Sachen! Du musst heute noch los", befehlt Granny mir. Wie auf Kommando sprinte ich los und es dauert dank meine Magie nur wenige Sekunde bis all meine Sachen fein säuberlich gefaltet in meinen Koffer liegen. Ohne Schwierigkeiten, lasse ich ihn schrumpfen, sodass ich ihn in einen kleinen Rucksack packen kann. Mit gepackten Sachen stehe ich im Wohnzimmer.
"Danke für alles, ich werde euch alle so vermissen!" sage ich. "Ich weiß, Honeydrop. Du schaffst das! Das weiß ich. Und wenn du du-weißt-schon-wen triffst, dann zeig ihm was ein rechter Haken ist." sagt Granny mir zum Abschluss, während sie mich umarmt. Dankbar lächle ich ihr zu. Sie wusste schon immer, was sie sagen musste, um mich aufzumuntern, obwohl sie mit diesem Spitznamen echt aufhören muss! Nun gut, damit werde ich wohl in nächster Zeit eh kein Problem haben. Mein Blick wandert runter zu Mum, die immer noch wie erstarrt da liegt. Mein Magen dreht sich um. Es ist schlimm sie so zusehen, so verrückt. Dad guckt auch ziemlich durcheinander, anscheinend hat er genauso wenig eine Ahnung davon, was in seine Frau gefahren ist wie ich. Zur Verabschiedung nicke ich ihm lediglich zu. Er war noch nie der Typ für Zärtlichkeiten. Dann drehe ich zum Kamin um und das Letzte was ich höre, ist wie Granny ruft: „Nun mach schon!"
Das nächste was ich sehe sind krumme und schiefe Häuser links und rechts von mir. Tatsächlich erinnere mich an diese Straße, ich war hier mit Granny einmal nachdem wir schon nach Deutschland gezogen sind, weil ich ausversehen meinen Kessel zerstört hatte. Damals war alles noch heller, freundlicher und bunter. Etliche Menschen haben sich durch Gasse gedrängelt, es war eine laut, ausgelassene Stimmung. Alle waren gut gelaunt und freundlich. Es war perfekt. Doch davon sieht man nicht mehr viel. Die Läden sind alle geschlossen und viele Scheiben sind zerstört. Auf einmal trifft es mich wie ein Schlag ins Gesicht. Hier herrscht Krieg. Ach wirklich Elane, Blitzmerkerin. Deswegen bin ich doch auch da, oder etwa nicht? Jetzt bleibt nur noch die Frage offen, was ich jetzt mache? Wo werde ich heute schlafen? Es war für mich so selbst verständlich jeden Tag nach Hause zu kommen, dass ich gar nicht daran gedacht habe. Beim genaueren Betrachten bemerke ich tatsächlich noch einen offenen Laden. Es ist ein großes weißes Gebäude und mit goldenen Buchstaben steht Gringrotts drauf. Gringrotts? Was war das nochmal? Ach ja! Die Zaubererbank! Granny hat mir doch extra so ein Schlüssel dafür gegeben. Verlies 564 meinte sie glaub ich... Vor dem Eingangsportal bleibe ich stehen, meine Hände fangen an zu zittern und meine Handflächen sind nassgeschwitzt. Noch hat mich keiner gesehen, ich könnte mich einfach umdrehen und zurück gehen. Und was dann? Willst du dann als die Versagerin zurück gehen und alles tun was Mami will? Fragt eine gehässige Stimme in meinen Kopf. Nein. Keine Ahnung wo meine plötzlichen Zweifel aufkommen, aber jetzt ist es zu spät. Jetzt muss ich da durch. Bei Merlin warum muss es so schwer sein das Richtige zu tun? Aber noch viel wichtiger, warum fällt es mir so schwer in dieses verdammte Gebäude zu gehen? Verwirrt von mir selbst öffne ich diese riesige Tür und gehe so selbstbewusst wie möglich rein.
Hier drinnen merkt man nichts vom Krieg, alles ist vergoldet und Prunkvoll ausgestattet. In der Mitte des Saales hängt ein gigantischer, mit Kristallen besetzter Kronleuchter. Als ich den Weg entlang laufe, sitzen links und rechts von mir Kobolde. Wie ich diese Viecher nicht ausstehen kann! Hinterhältige, gemeine Zwerge. Granny hat mir viele Geschichten über sie erzählt und auch mein erstes aufeinander treffen mit ihnen war sehr eigenartig. In Erinnerungen versunken bemerke ich kaum wie ich beinahe in ein jungen, schwarzhaarigen Mann hinein laufe. Er ist komplett schwarz gekleidet und er sieht nicht gerade freundlich aus. Er hat irgendwas Mystisches an sich, das meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. "Entschuldigung! Ich hatte nicht aufgepasst!" entschuldige ich mich sofort bei ihm. Überrascht dreht er sich zu mir um. Anscheinend hat er wohl mit keiner Reaktion gerechnet, Seine schulterlangen, fettigen Haare fallen ihn dabei ins Gesicht. "Können sie mir vielleicht helfen? Ich bin neu hier..." Irritiert schaut mich der Fremde mit seinen schwarzen Augen durch dringlich an. "Ich helfe keinen Schlammblütern", unterbricht er mich. Okay, dass sieht nicht gut aus. Mich beschleicht das Gefühl, dass er auf der dunklen Seite steht. Mist! Es wäre aber schon ziemlich klischeehaft, dass er dunkle Klamotten trägt, schwarze Haare und schwarze Augen hat und auch noch auf der dunklen Seite steht. Zieht er sich vielleicht absichtlich so an? „Hast du etwa vor dich dem dunklen Lord anzuschließen oder warum stehst du hier noch rum?", blafft er mich an. Sein Blick während er redet ist einfach nur böse. Wie kann jemand nur so viel Wut und Hass in sich haben? Ich meine, ich habe ihm halt gerade echt noch nichts getan und er behandelt mich wie seinen Erzfeind."Touché. Wollte dich gerade genau dasselbe fragen, nur halt für die andere Seite. Nur mal so unter uns, machst du das eigentlich absichtlich? Ich meine, dass deine Klamotten farblich auf den Namen, die Dunkel Seite abgestimmt sind? Oder ist das so ne Art Uniform?" sage ich süffisant. Man kann ihn ansehen, wie sehr ihn meine Worte aufregen. Deshalb kommt es wenig überraschend, dass er seinen Zauberstab zückt. Selbstverständlich tue ich es ihm gleich, da ich wenigstens meinen ersten Tag hier gerne noch überleben würde. „Ich warne dich du dreckiges Schlammblut. Noch so ein Kommentar und kommst hier vielleicht nicht mehr lebend raus." „Es ist echt schon fast ein wenig traurig, wie berechenbar du bist. Erst die dunklen Klamotten und dann drohst du mir mich umzubringen." Seine Augen verdunkeln sich, doch bevor er angreifen kann, geht die Tür auf und ein anderer Mann kommt herein. Er hat braune, wild zerstreute Haare und trägt eine große, runde Brille. Der Fremde mir gegenüber dreht sich um und erstarrt. Die beiden schauen sich hasserfüllt an: „SNIVELLUS! LASS SIE GEHEN!" brüllt der Neuankömmling und gesellt sich mit gezückten Zauberstab auf meine Seite. Das Gesicht meines Gegners verzieht sich zu einer noch hassverzerrteren, bösartigeren Grimasse und genauso schnell und leise wie eine Fledermaus verschwindet er.
"Ist alles in Ordnung bei dir? Was wollte er von dir?" fragt mich der Fremde. "Ja, danke es geht mir gut. Bin mir nicht ganz sicher, aber sein letzter Plan war glaube ich mich umzubringen.", sage ich leicht selbstironisch. Wenigstens müssen wir beide kurz darüber lächeln. „Oh ja, die Todesser sind alle nicht ganz dicht. Du kommst nicht von hier richtig?" Ich schüttele den Kopf. „Was machst du dann hier?", fragend schauen mich seine großen Augen an. „Als Kind habe ich hier gelebt. Meine Mutter ist damals mit mir nach Deutschland geflohen, wegen dem Krieg. Nun ja, als ich hörte wie sich die Lage verschlechtert hat, wollte ich helfen und jetzt bin ich hier." Amüsiert schaut er mich an: "Die Flucht hat ja dann nicht so viel gebracht. Ein Glück für dich, weiß ich genau wo du hin musst!", flüstert er mir ins Ohr. Ich zögere einen Moment, er sieht aufrichtig aus, aber ich kenne ihn überhaupt nicht. "Hey keine Sorge, ich bin James, James Potter und da wo ich dich hinbringe gibt es einen Haufen Leute, die gegen ihre Eltern rebelliert haben." sagt er mi mit einem zwinkern im Auge. "Elane Haven schön dich kennenzulernen."
