Für eine bessere Zukunft

Der 12. Doktor konnte von dem Kolonieschiff fliehen und versucht sein Leben weiter zu leben, doch schon nach kurzer Zeit bemerkt er, dass ihm etwas Wichtiges in seinem Leben fehlt.

Prolog

Er hatte es lange Zeit vermieden, er hatte versucht weiterzumachen und zu verdrängen was er verloren hatte. Er reiste von einem Notruf zum nächsten und wartete geradezu darauf, dass jemand seine Hilfe brauchte. Er stürzte sich in seine Arbeit und gönnte sich keine Auszeit, nur um nicht über das nachzudenken, was ihm in seinen Herzen fehlte. Die Zeit verging und er wusste kaum noch wieviel Zeit vergangen war, seit er den Cybermen entkommen konnte. Waren er Monate, Jahre oder schon Jahrzehnte? Müde rieb er sich die Augen, als er unruhig in seiner Tardis hin und her lief. Kein Notruf ereilte ihn und seine Gedanken reisten zurück in die Vergangenheit. Er hasste es, wenn das passierte, denn er wusste wie sehr es ihm wehtun würde. Langsam und wie von selbst verließ er seine Tardis und ging den dunklen Korridor entlang, Richtung Tresorraum. Er hatte diesen Ort so lange gemieden und mit jedem Schritt spürte er, wie sich seine Brust zusammenzog. Ein Gefühl von Einsamkeit überkam ihn und er wollte nicht weitergehen. Doch wie von selbst lief er immer weiter, bis er vor der großen Tür stand, die zum Tresorraum führte. Er legte seine Stirn an das kalte Metall der riesigen Tür und atmete tief durch.

‚Kehre um'

Doch statt auf seine innere Stimme zuhören, entriegelte er die Tür und betrat den leeren Raum. Absolute Stille, eine Stille die ihn so unwirklich vorkam als würde er Träumen. Langsam durchquerte der den Raum und blickte auf das Klavier in der Mitte. Es war lange Zeit her, dass auf diesem Klavier gespielt wurde. Er setzte sich auf den Hocker und betrachtete gedankenverloren die dicke Staubschicht, die sich in den letzten Jahren gebildet hatte. War es schon so lange her? Er wusste es nicht. Vorsichtig klappe der das Fallboard hoch und seine Finger berührten die Klaviatur. Er war nie gut im Klavierspielen, anders als…..

Er schüttelte den Kopf um diesen Gedanken schnell wieder loszuwerden. Schon der Gedanke an ihren Namen ließ ihn innerlich zerbrechen. Er begann auf den Tasten eine Melodie zu spielen und auch wenn es eine fröhliche Melodie war, klang sie trauriger als jeder Grabgesang.

‚Ich hätte niemals wieder hierherkommen sollen'

Traurig und wütend auf sich selbst, klappte er das Fallboard wieder hinunter und stand auf, dabei fiel sein Blick auf das Bett. Die Bettdecke war aufgeschlagen und das Kissen war zerknautscht. Es sah aus, als hätte erst kürzlich jemand das Bett verlassen, nur der graue Schleier aus Staub ließen wissen, dass es lange her war, seitdem jemand in diesem Bett lag.

‚Niemals wieder! Ich werde niemals wieder hierher zurückkehren. Ich hätte nie hierherkommen sollen. Was bin ich nur für ein Idiot?'

Er wusste, er musste dieses Kapitel seiner Vergangenheit hinter sich lassen, sonst würde er früher oder später daran zerbrechen.

„Ich habe schon oft Leute verloren, die ich geliebt habe und ich habe…."

Noch bevor er seinen Satz beenden konnte, verstummte der Doktor und starrte mit großen Augen in die Leere des Raumes.

‚Die ich geliebt habe…'

Er hatte es sich nie gestatten auch nur an dieses Wort zu denken, geschweige denn es auszusprechen aber nun, nachdem er es laut gesagt hatte, überrannte ihn die Erkenntnis. Plötzlich sah er sie wieder vor sich, wie sie auf ihrem Klavier spielte, wie sie gemeinsam vor dem Kamin saßen und stundenlang redeten, wie sie Schach spielten. Er konnte ihre Stimme hören, ganz klar und deutlich. Ihre oft so unpassenden Bemerkungen die steht's einen sarkastischen Unterton hatten. Damals hatte er sie so oft deswegen getadelt, doch nun würde er alles geben, um eben diese fiesen kleinen Kommentare noch einmal zuhören.

Ja, er würde alles dafür geben und genau das würde er auch tun. Er war der Doktor und er rettete immer wieder das Universum, warum nicht einmal sich selbst retten? Er wusste noch nicht wie, aber er würde einen Weg finden, um sie zurückzuholen.

Er würde sie zurückbringen und als der Doktor diesen Entschluss fasste, spürte er wie all seine Energie wieder zurückkam. Er würde sich nicht eine Minute länger mit der Vergangenheit befassen, denn er musste dafür sorgen, dass er eine Zukunft haben würde, dass sie eine Zukunft haben würde, dass beide eine Zukunft haben würden.

Und das erste Mal seit vielen Jahren sprach er ihren Namen laut aus.

„Missy"