Ich habe mir beim Schreiben einige Freiheiten genommen. Hauptsächlich bezüglich der Familie Black. Bei den Namen stütze ich mich auf den veröffentlichen Stammbaum dieser edlen Familie. Alle Rechte sind den jeweiligen Personen und Verlagen vorbehalten, die Geschichte dient der Unterhaltung der Fans und Befriedigung meiner eigener Fantasie. Ich entschuldige mich im Vorfeld für alle Fehler, die Ihr in den Texten finden werdet. Ich versuche mein Bestes, um sie loszuwerden, doch sie halten sich hartnäckig.

Ich freue mich über jede Frage, Bemerkung oder sonstige Rückmeldung. Die Geschichte ist ganz groß geplant ( über alle sieben Jahre hinweg) und das erste Jahr ist fast fertig.

Prolog

Für einen gut organisierten Geist ist der Tod nur das nächste Abenteuer

Was soll ich machen, Professor?"

"Was immer du willst. Kings Cross, sagst du? Ich denke du könntest in einen Zug steigen, wenn du es wolltest."

Und wohin würde er mich bringen?"

Vorwärts."

Vorwärts? Ja, er könnte in den Zug steigen und vorwärtsfahren. Wo und wann auch immer das sein mochte. Er würde all das, was war, hinter sich lassen.

Voldemort hat den Elderstab."

Ja, so ist es."

Und die Schlange ist immer noch am Leben."

Ja."

Und ich habe nichts, womit ich sie töten kann."

In Hogwarts wird jeder, der Hilfe sucht sie auch bekommen"

Nun, er war aber nicht in Hogwarts. Er war hier an diesem nebligen Ort, der vertraut und sicher wirkte. In Hogwarts waren andere. Ron, Hermine, Neville, Luna…. Er war hier. Wenn der Professor Recht hatte – und das hatte er meistens – dann konnte er hier etwas Neues beginnen. Er konnte weiterfahren. Schließlich hatte er genug getan, oder? Sein ganzes Leben schon kämpfte er bewusst oder unbewusst gegen Voldemort. Sein ganzes Leben schon. War das genug?

Er dachte darüber nach. Über die Kindheit bei den Dursleys. Über die Jahre in Hogwarts, über die Jagd nach den Horkruxen. Im Grunde wurde er seit seiner Geburt darauf vorbereitet Voldemort zu beseitigen. War es wichtig, dass er nie danach gefragt wurde, ob er mit machen wollte? Schließlich ging es darum einen den schlimmsten Verbrechern magischer und nicht magischer Welt zu stürzen. Er war in der Lage es zu tun. Spielte es eine Rolle, dass sein Leben so verlief, dass er gar keine andere Wahl hatte als in diesem verfluchten Wald zu sterben?

Der Professor wartete auf seine Entscheidung doch Harry zögerte. Mag sein, dass sein ganzes Leben manipuliert war, dass jedes Ereignis seines Lebens dazu beitrug, dort in dem Verbotenen Wald zu enden. Doch dieses Leben hat ihm auch Magie gebracht, Ron, Hermine, Hagrid, Hogwarts, mit all seinen Wundern, Freundschaften und Abenteuer. Eine wunderbar große wundervolle Welt. Eine Welt, die dabei war zu zerbrechen. Er musste sich nur entscheiden und er wurde zurückkehren und die Aufgabe zu Ende bringen, für die er geboren wurde. Er atmete ein und aus, ließ die Magie dieses merkwürdigen Ortes in sich hinein und entschied sich.

Kapitel 1

Man kann niemals zweimal in denselben Fluss steigen

Ich stieg in den Zug ein. Er blieb auf dem Gleis. Er entschied sich zu bleiben. Ich entschied mich für den Zug. Einen Augenblick lang schauten wir uns in die Augen und begriffen, dass wir nicht mehr derselbe Mensch waren. Ich war immer noch Harry James Potter, doch ich war nicht mehr er. Der Zug setzte sich ruckelnd in Bewegung und der andere Harry verschwand außer Sicht zusammen mit dem Professor und dem nebligen Bahnhof. Ich lehnte mich zurück und atmete durch. Der Nebel hinter dem Fenster war dicht und weiß. Weißes Nichts, das Alles werden könnte.

Wenn man auf einem Bahnhof steht, gibt es im Grunde drei Möglichkeiten. Man bleibt wo man ist. Man verlässt die Station, geht aus dem Gebäude und dann weiter in die Stadt, die einem vielleicht bereits vertraut ist. Man kann in einen Zug einsteigen und weiterfahren. Vorwärts dorthin, wo man noch nicht war. Irgendwann würde man dann wieder aussteigen und eine neue Stadt erkunden. Doch man könnte auch zurückfahren. Dorthin, wo man schon war. In eine Stadt, die man von früher kannte. Man würde dort aussteigen und sie mit anderen Augen sehen, mit den Augen eines Menschen, der das war, das was ist und dass was sein würde vergleichen könnte. Ich entschied mich für die dritte Möglichkeit. Harry für die erste. Vielleicht gab es auch einen dritten Harry, der sich dafür entschied weiter zu fahren. Aber ich wollte zurück.

Ich war mir sicher, dass ich mein Wissen behalten würde. Ich würde mein altes Leben neu beginnen und dieses Mal wissen, wohin mich meine Entscheidungen und Taten führen werden. Dieses Mal werde ich mein Leben selbst in die Hand nehmen und nicht brav darauf waren, dass sicherlich gut gemeinte Entscheidungen eines alten Mannes mich in den Verbotenen Wald bringen. Mag sein, dass ich jedoch gezwungen sein werde gegen Voldemort zu kämpfen. Aber dieses Mal zu meinen Bedingungen! Doch wie weit zurück sollte ich fahren? Zu meiner ersten Begegnung mit Hagrid? Zum meinem ersten Tag in Hogwarts? Nein. Ich müsste viel weiter zurück. Dorthin wo mein Wissen die größte Wirkung entfalten kann. Ich müsste an den Anfang. Dorthin wo alles begann. Der Zug hielt mit einem sanften Ruck wieder an und ich stieg aus. Der Nebel empfing mich und begann sich zu lichten. Die Welt machte einen Sprung und ich fühlte, wie ich fiel. Es wurde hell und laut und kalt.

Ich riss die Augen auf und sah die überwältigend große Welt vor mir. Der Blickwinkel war ungewohnt und alles wirkte leicht verschwommen. Mein Kopf tat weh und ich hatte Angst. Ich hatte gerade gesehen, wie meine Mutter starb. Wie Voldemort sie tötete, um an mich zu gelangen und dann habe ich zugesehen, wie etwas Grünes und zweifelsohne Tödliches mir entgegen flog, um dann an mir zu zerschellen. Eine Welle raste von mir zurück zur Voldemort, es gab einen heftigen Knall, das Haus erzitterte und der mächtige dunkle Zauberer verging in einem gleisend hellen Licht, wie eine Motte im Feuer. Nur ein Schatten blieb zurück, aber auch er war in wenigen Augenblicken verschwunden.

Jetzt war ich allein in einem halb zerstörten Haus. Was auch immer hier und jetzt passiert war, es hatte genug Energie, um dem Haus das halbe Dach wegzureißen. Die Zimmerdecke drohte jeden Augenblick einzustürzen, es war kalt und ich hatte Angst. Ich war also zurück. In dem Augenblick, der mein ganzes weiteres Leben bestimmen sollte. Im eigenen einjährigen Körper. Mein Verstand versuchte die Situation zu erfassen, doch dann trat er einen Schritt zurück, ließ den kleinen Jungen in den Vordergrund und ich fing an zu weinen. Aus Angst und Hilflosigkeit. Weil es mir kalt war und vor allem um meine Eltern, die ich auch dieses Mal nicht kennen lernen werde. Es half. Ein wenig. Durch den eigenen verzweifelten Schrei hörte ich Schritte. Jemand kam die Treppe hoch. Hagrid? Die Tür öffnet sich leise, ein hagerer dunkelhaariger Mann trat schwankend ein und fiel kraftlos neben meiner Mutter zur Boden. Diese Szene kannte ich. Ich wusste wie sie ausgehen würde und konnte dennoch nichts dagegen tun. Im Kummer, Schmerz und Schuldgefühlen gefangen sah der Mann nichts um sich herum. Außer der toten Frau in seinen Armen. Der Frau, die er geliebt und doch nicht retten konnte. Ich höre sogar auf zu weinen, um den Mann in seiner Trauer nicht zu stören. Für einen Augenblick drehte er sich zu mir um. Wir schauten uns in die Augen und ich konnte förmlich fühlen, welche Gedanken in ihm vorgingen.

Er könnte mich jetzt mitnehmen. Mich hier wegbringen und verstecken, als letzte Erinnerung an Lilly. Er könnte…. Er macht einen Schritt zurück. Bedeckte mit einer Hand die Tätowierung auf seinem Arm. Wir wussten beide, dass es immer noch da war. Dass Voldemort nicht endgültig Tod war. Mein Leben bei Snape würde kurz sein. Man würde mich finden und im besten Fall sofort töten. Es gab niemanden, dem Snape genug vertraute, um mich bei ihm zu verstecken. Noch ein Schritt zurück. Wusste Snape in diesem Augenblick, dass Albus Dumbledore seine eigene Pläne hatte? Bestimmt sogar. Er dreht sich um, kramte nach dem Bild und dem Brief, steckte beides ein und verschwand.

Für einen kurzen Augenblick überlegte ich mir, wie mein Leben bei Snape wohl sein könnte. Wäre er als Vater genau so wie er als Lehrer war? Hätte er in mir mehr als meine Eltern gesehen? Meine Gedanken wurden vom Brummen eines Motors unterbrochen, das von oben erklang. Sirius? Ich hörte das Motorrad landen und dann nur einen Augenblick später eilige Schritte auf der Treppe.

„James? James! Nein! Nein!" Ein dumpfer Schlag. Nur einen winzigen Augenblick später ist er an der Tür, seine weit aufgerissenen Augen erfassen den ganzen Schrecken der Situation und er erstickt fast an einem neuen Schrei.

„Lilly!" Er sinkt kraftlos zu dem Boden, seine Lippen formen Worte, die ich nicht hören kann. Er streicht ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Die Lippen bewegen sich stumm weiter. Ein Gebet oder ein Fluch? Dann blickt er hoch und sieht mich. Mein erwachsenes Ich macht wieder einen Schritt zurück und der kleine Harry fängt wieder an zu weinen.

„Bei den Göttern, Harry!" Seine Stimmte ist rau und zittert. Er steht auf und kommt taumelnd an mein Bett. Ganz sanft und vorsichtig berührt er meine Wange, als traute er sich nicht mich anzufassen. Ich nehme seine Berührung als Gelegenheit wahr endlich mit dem Weinen aufzuhören. Er streichelt mir über das Haar und mit einem letzten Schluchzer blicke ich zu ihm hoch.

Ich sehe jetzt schon nur verschwommen, aber ich erkenne ihn. Auch wenn dieser junge Mann, kaum Ähnlichkeit mit dem Sirius hat, den ich kannte. Dieser Mann hier war nicht in Askaban. Die Schuld und die Verzweiflung haben ihn noch nicht vergiftet. Die strahlend blauen Augen sind zwar voller Schmerz, aber sie sind frei vom Wahnsinn. Er hebt mich hoch und drück an sich.

„Harry, Harry! Du bist am Leben! Merlin sein Dank, du bist am Leben!" Ich halte mich an ihm fest, weil ich weiß, was jetzt kommen wird. Als Bestätigung hören wir ein vernehmliches Plop und dann Hagrid, der unten vor dem Haus steht und laut jammert.

Sirius zuckt zusammen, sieht sich im Zimmer um. Seine Augen suchen mach Dingen, die wichtig sein können. Unsicher packt er einige Sachen aus meinem Kinderbett zusammen als er nach einer Wickeltasche greifen will, stürzt ein Stück Decke ein und Sirius muss jäh zurückweichen, um nicht erschlagen zu werden.

„Keine gute Idee hier zu bleiben", murmelt er. „Ich bringe dich hier weg, Kleiner", verspricht er und verlässt vorsichtig das Zimmer. Den Körper meiner Mutter lasst er vor sich mit Hilfe des Zauberstabs schweben. An der Treppe sehe ich meinen Vater. Sirius lässt Lilly vorsichtig neben ihm auf den Boden sinken. James hatte nicht einmal seinen Zauberstab dabei! Warum? Warum waren meine Eltern so sorglos? Haben sie Peter so sehr vertraut? Oder hatten sie viel mehr Dumbledore vertraut? Schließlich war er es, der dazu beitrug, dass sie hier in England blieben, dass sie nicht einmal einen Gedanken daran hatten, das Land zu verlassen und sich – vielleicht sogar zusammen mit den Longbottoms – zu verstecken. Sie blieben. Weil sie sich verpflichtet fühlten gegen Voldemort zu kämpfen. Sich verpflichtet fühlten dem Orden treu zu bleiben. Jetzt waren die beiden Tot und Frank und Alice vermutlich bereits wahnsinnig. Auch sie fühlten sich verpflichtet Dumbledore die Treue zu halten.

Albus Dumbledore hatte einen Plan und er würde alles tun, um ihn zu verwirklichen. Er opferte, ohne mit der Wimper zu zucken die Bauer, um sein Speil am Laufen zu halten. Die Bauer. Wut und Trauer, brachten mich wieder zum Weinen. Mein Patenonkel tätschelte mir den Rücken in dem Versuch mich zu beruhigen.

„Sch, sch, Kleiner", flüstert er. „Ich weiß, wie dir zumute ist, aber wir müssen stark sein, wir beide." Ich versuchte mich zu beruhigen, aber das gelang mir nur schwer. Dieser Körper weigerte sich noch meinem Verstand zu gehorchen. Es reagierte noch ganz automatisch, jede auch nur so winzige Gefühlsregung fand sofort ihren Weg nach draußen. Und da ich im Augenblick hauptsächlich vor Angst, Trauer und Sorge geplagt war, konnte ich nur Schreien und Weinen.

„Sirius!?", donnert Hagrid. „Was hast du getan!?" Er zieht den Regenschirm, im dem er seinen Stab versteckt und zielt damit auf Sirius. „Gib mir Harry!"

„Den Teufel werde ich tun", erwidert Sirius ruhig. „Harry ist mein Patensohn!"

„Du hast James und Lilly verraten!" Das sitzt. Sirius zuckt wie unter einem Schlag.

„Hat Dumbledore das gesagt?"

„Er sagte mir, die Schutzzauber seien durch Verrat gefallen. Ich müsse kommen und den kleinen Harry hohlen, wenn er am Leben ist!" Er zweifelte, dass ich das hier überlebe? Er war sich nicht sicher?

„So, sagte er?", fragte mein Pate eisig. „Hat er auch gesagt, wer der Verräter war?" Der ruhige Ton und die scheinbar entspannte Haltung, verwirrten Hagrid offenbar, denn er ließ den Stab sinken. Doch er war sofort oben, als Sirius seinen eignen Stab hob.

„Ich schwöre bei meinem Leben und meiner Magie, dass ich James und Lilly nicht an Voldemort verraten habe", sprach er mit bebender Stimme und ließ an der Spitze seines Stabes ein Licht aufleuchten. Da er am Leben war und offenbar in der Lage seine Magie einzusetzen, sprach er die Wahrheit. Hagrid ließ den Regenschirm verschwinden und schaute auf einmal schuldbewusst drein.

„Peter, diese elende Ratte! Er hat sie verraten! Er hat sie umgebracht!" Ich fühle Sirius' Wut. Mehr noch ich teile sie, doch ich kann, ich darf nicht zulassen, dass er dem Impuls folgt, der in ihm heranreift.

„Ich bringe diesen Mistkerl um!", verspricht Sirius. Hagrid jammerte wieder los. Versuchte zu erklären, dass Dumbledore ihn geschickt hatte, um mich zu hohlen. Dass der Professor selbst an einem anderen Ort war, um nach den Rechten zu sehen und dass er, Hagrid ihm sofort Bericht erstatten sollte. Das er (Sirius) unbedingt mitkommen sollte, um dem Professor alles über Peters Verrat zu erzählen. Ich hörte ihm zu und hörte vor lauter Verwunderung auf zu weinen. Seine Worte fielen scheinbar zufällig, doch jedes Wort hatte seinen Platz. Jedes Schluchzten und Schnauben hatten ein Ziel. Sirius dazu zu bringen Peter hinterher zu stürzen.

„.. haben ihm vertraut und er hat alle verraten und nun sind Lilly und James tot!", klagte er. „Er war ein Freund und hat alle verraten! Warum nur haben wir ihm vertraut!" Die letzten Worte ließ Sirius erneut zusammenzucken, als hätte man ihn geschlagen. Verdammt! Hagrid wusste doch ganz genau warum man Peter statt Sirius als Geheimniswahrer ausgewählt hatte. Er konnte doch unmöglich so unwissend sein, wie er es gerade tat!

Sirius drückte mir die Lippen an die Stirn und wendete sich dem Halbriesen zu.

„Hagrid, du muss mir einen Gefallen tun und Harry ganz schnell zur Dumbledore bringen", meinte Sirius mit vor Wut zitternden Stimme. Der Halbriese schnäuzte sich in ein bettlakengroßes Taschentuch und blinzelte.

„Ich sollte mir den Ritter fahr'n", er klärte er. „Harry nehmen, den Ritter rufen und zur Professor Dumbledore fahr'n." Sirius schüttelte zweifelnd den Kopf.

„Zu gefährlich. Nimm das Motorrad!" Nein! Nein, nein, nein! Ich werde das nicht zulassen. Nicht schon wieder. Als Sirius mich Hagrid übergeben wollte, fing ich an zu schreien. Ich schrie und weinte und krallte mich mit allem was ich war an Sirius fest. Ich wand mich, als Hagrid mich fassen wollte und schrie noch lauter. Die beiden versuchten auf mich einzureden und mich zu beruhigen, doch ich schrie. Erst als Sirius zurücktrat und sich vor Hagrid abwand beruhigte ich mich, um zu zeigen, dass es mir recht war.

„Ich komme zurück", versprach er. „Ich komme zurück. Ich bin schließlich dein Pate…." Diese Worte scheinen etwas verschoben zu haben. Er fasste mich fester, drückte an seine Brust.

„Ja, dein Pate", sagte er leise, aber fest. „Ich habe mit meiner Magie und meinem Leben versprochen mich um dich zu kümmern. Ich habe bei der Magie meines Blutes und meiner Familie geschworen, dein wohl vor allem anderen zustellen." Als er sich wieder Hagrid zuwandte, fing ich vorsichtshalber wieder zu wimmern an.

„Ich bringe Harry Heim", sagte Sirius mit fester Stimme. „Meine Mutter wird sich damit abfinden müssen, dass sie jetzt einen Enkel hat." Etwas verschob sich in dem Mann. Ich fühlte es förmlich. Alte mächtige Magie, die ihr Haupt erhob und eins ihrer Kinder begutachtete. Wie schade, dass ich es nicht von der Seite sehen konnte, doch das was ich sah und fühlte, sagte mir, dass aus einem im Grunde sorglosen und rebellischen Jugendlichen in diesem Augenblick ein Mann wurde, der sich seiner Macht, Kraft und Verantwortung bewusst wurde.

Mit einem Wink des Zauberstabs wurde das Motorrad in die Luft gehoben und um einiges vergrößert. Ich drückte mich enger an meinen Paten und machte mich bereit erneut loszubrüllen.

„Du nimmst das Motorrad und fliegst damit zurück", es war keine Bitte. Nicht einmal ein Befehl. Es war die Feststellung einer Tatsache. „Trommle alle zusammen, die du finden kannst und führe sie so schnell wie möglich zur Frank und Alice!". Hagrid zögerte, wollte etwas einwenden.

„Hast du mich verstanden?!" Kalte Stimme. Ernst und eisig kalt. Eine Stimme die kein Widerspruch dulden würde.

„Frank und Alice", wiederholte Sirius. „Verstanden?" Hagrid nickte. Er war völlig durcheinander, doch er wagte es nicht zu diskutieren.

„Jetzt!" Ungeschickt stieg Hagrid auf das Motorrad und dieser schwang sich langsam in die Luft.

„Beeil dich, verdammt nochmal! Die beiden brauchen Hilfe!" Das Motorrad wurde immer schneller und schon nach wenigen Augenblicken verschwand es in der Nacht.

Zitternd atmete Sirius durch. Er strich mir über das Haar, entdeckte die Narbe und drückte seine Lippen dagegen.

„Alles wird gut, kleiner Mann. Du bis jetzt in Sicherheit. Ich werde mich um dich kümmern und um den Verräter kümmert sich ein anderer.

„Kracher!" Mit einem lauten Plopp erschien der Hauself, der unablässig den „elenden Verräter" und die Tatsche ihm gehorchen zu müssen verfluchte.

„Finde Remus Lupin und bringe ihn hier her. Und sei dabei höfflich!" Es war noch immer die beeindruckend ernsthaft-kalte Stimme, die den Elfen gehorchen ließ. Immer noch murrend verschwand er und kehrte nur wenige Augenblicke wieder zusammen mit desorientiertem Remus zurück. Etwas über Missgeburten und Blutsverräter krächzend verschwand der Elf wieder. Lupins Augen weiteten sich, sobald er begriff wo er sich befand.

„Bei Merlin", flüsterte er und sank auf die Knie. „Was hast du gemacht, Sirius? Was hast du nur gemacht?!" Warum waren alle so gern bereit Sirius als Verräter hinzunehmen? Oder lag es nicht an meinem Paten persönlich? Vielleicht war der Verrat so alltäglich geworden, dass man sich nicht mehr wunderte, wenn ein Freund zum Verräter wurde?

Erneut hob Sirius den Stab zu einem Schwur.

„Bei meinem Leben und meiner Magie schwöre ich, dass ich die beiden nicht verraten habe!", sagte Sirius fest und ließ dann ein Licht auf der Spitze des Zauberstabes erscheinen. Der Werwolf hob den tränenverschleierten Blick. Das winzige Licht am Sirius' Stab schien für ihn ein Wunder zu sein.

„Wir haben im letzten Augenblick getauscht. Peter und ich. Er ist der Verräter, Remus. Er hat die beiden an Voldemort ausgeliefert."

„Mir habt ihr wohl nicht getraut?", die Stimme klang bitter.

„Der Plan war etwas zu tun, was keiner erwartet hätte. Niemand sollte daran zweifeln, dass ich der Geheimniswahrer bin. Der Dunkle Lord, sollte im Falle eines Falles mich jagen und Peter wäre sicher. Der Verdacht Peter sei der Geheimniswahrer, sollte am besten niemals aufkommen." Remus nickte langsam und erhob sich. In seinem Blick erwachte das Raubtier.

„Geht es Harry gut?" Sirius nickte.

„Ich kümmere mich um ihn und du…."

„Ich jage Peter", diesen Lupin kannte ich nicht. Dies war nicht der fast schon schüchterne Professor, den ich kennen gelernt hatte. Dies war ein Raubtier, das ich zur Jagt bereit machte. Sirius nickte.

„Ich kehre nach Hause zurück. Wir sehen uns in zwei Tagen in der Heulenden Hütte wieder." Remus verschwand, ohne ein Wort zu sagen. Sirius schaute mir in die Augen und versuchte zu lächeln.

„Gleich wird es laut, Kleiner Mann. Gleich wird es wirklich laut."