18. Sahir POV
Ich höre ein leises Weinen. "Halt die Klappe, Aley!", faucht Skkylar plötzlich von der Tür her und das Weinen wird noch leiser. "Lass ihn in Ruhe, es scheint ihm nicht sonderlich gut zu gehen. Was hast du, Aley?", frage ich in die Dunkelheit hinein. "Rückenschmerzen…", wimmert der Blonde leise. "Bekommst du etwa deine Flügel?" - "Weiss nicht…" - "Wann hast du Geburtstag?" - "Weiss nicht…" - "Oh je…"
Ich stehe auf und setze mich auf Aleys Bett. "Dreh dich um", sage ich zu ihm. Er tut, was ich sage, und ich massiere vorsichtig seinen Rücken. "Ist es ein wenig besser als vorher?" - "Ja… Danke…"
Plötzlich kreischt er los.
"Was ist denn?! Bist du das etwa, Sahir? Was ist los?", fragt Ric panisch. "Nein, Aley bekommt seine Flügel." - "Oh nein. Tut weh, huh?" - "Mhmh", wimmert Aley, doch er beruhigt sich langsam. Er schläft wieder ein und ich lasse ihn allein.
"Uhm… Wenn du deine Flügel ausbreiten willst, dann musst du sie anspannen", sage ich am nächsten Morgen zu Aley, weil er verzweifelt versucht, sie zu beherrschen. Er sieht mich böse an. Er ist und bleibt einfach ein Einzelgänger.
###
Heute ist der sechste Geburtstag meines Sohnes. Er freut sich über die Scherzartikel, die ihm Lic (Godric), Al (Alaric), Sy (Skkylar), Lily (Liam), Baba (ich), Peter, Belle und Onyx ihm geschenkt haben.
Am Morgen finden wir auf Iskandars Bett ein Pergament und eine Phiole mit Zaubertrank. Er hat eingehüllt bei mir in meinen Flügeln geschlafen. "Hey, ist von euch wer gut in Tränken?", frage ich die andern. Peter hebt die Hand.
"Weisst du, was das ist?", frage ich ihn und strecke ihm die Phiole entgegen. "Das ist ein Gefährtentest für Cookie." Ich sehe Peter böse an, denn eigentlich habe ich meinem Jungen einen schönen, ernsthaften Namen gegeben und die anderen nennen ihn einfach 'Keks'.
""Willst du den Test jetzt machen?"", frage ich Iskandar. Ich spreche immer arabisch mit ihm. Er nickt und lächelt mich an. "Dann musst du dir ein Haar von dir geben" Im Gegensatz zu mir hat mein Sohn kurze Haare. Er meint, es sei uncool, wenn sie länger als fünf Zentimeter sind und er liebt es, beim Coiffeur zu sein. Er zupft sich ein Haar aus und legt es auf meine Handfläche.
""Was machst du jetzt damit?"", will er neugierig wissen. ""Sehen, wer dein Gefährte ist."" - ""Aber ich will nicht hier weg!"" - ""Musst du auch nicht, Süsser."" - ""Aber du sagst immer, dass Belle weg muss, wenn sie ihren Gefährten findet."" - ""Wie viele Male habe ich dir schon gesagt, dass du kein Veela bist?"" - ""Aber du hast gesagt, dass ich auch Flügel bekomme, wenn ich 16 bin!"" - ""Bekommst du auch. Machen wir jetzt einfach den Test, ja?"" Iskandar nickt bereitwillig.
Einige Sekunden lang halte ich unnötig die Luft an, dann klären sich die Buchstaben auf dem Pergament.
Gefährtentest von Iskandar Anarcén Sofiar Al Mecca (Dämon)
Eltern: Sahir al Mecca (Veela) & David Avery (Dämon)
Gefährte: Aley Nikolai Orlow (Veela)
Eltern des Gefährten: Liana Orlova (Veela) & Nils Orlow (Mensch (Vampir))
"Daddy, wer ist David?", fragt Iskandar, nachdem er für ein paar Minuten auf das Pergament gestarrt und alles entziffert hat. "Dave." - "Aber warum steht denn da David?" - ""Die anderen nennen dich ja auch Cookie, oder? Dave ist eine Abkürzung"" Ich bin eigentlich ziemlich konsequent, wenn es darum geht, dass Iskandar mit mir arabisch sprechen soll. Mittlerweile habe ich ihm auch das Schreiben beigebracht. Liam hat gleich mitgemacht und er freut sich nun, dass er seinen Namen schreiben kann.
""Und wer ist Aley? Etwa der, der immer dahinten sitzt?"" Iskandar zeigt zum hintersten Sofa, wo Aley missmutig ins Feuer sieht. ""Ich weiss nicht, ob er gemeint ist.""
"Aley, wie heisst du mit Nachnamen?", fragt Iskandar. Er klettert vom Sofa runter und tappst zu Aley hinüber. Aley sieht ihn irritiert an, antwortet aber trotzdem: "Orlow." - "Dann bist du ja mein Gefährte!", grinst Iskandar süss. "Wie bitte?!", ruft Aley etwas zu laut.
"Daddy hat einen Gefährtentest gemacht mit mir, sieh mal!" Iskandar tappst wieder zurück zu mir und ich gebe ihm den Test. Aley läuft ihm hinterher und streckt die Hand fordernd aus. Iskandar gibt ihm das Pergament strahlend. Aley sieht kurz darauf und verlässt kommentarlos den Raum.
"Daddy, mag Aley mich nicht?" - "Doch, ich glaube schon, aber er muss es wohl erst verdauen. Was willst du heute tun?" - "Baden." - "Baden? Meinst du, Sirius soll auch mitkommen?" - "Jaa! Und Lic und Ali!" - "Die haben aber wahrscheinlich gar nicht frei." - "Doch, habe ich", meint Ric, "und ich komme gerne mit." - "Ich auch", meldet Alaric.
"Können Liam und ich auch mitkommen?", fragt Skkylar. "Klar, oder?" Iskandar nickt heftig und kichert, als er an meinen Haaren zieht. Das ist seine Lieblingsbeschäftigung, wenn er in meiner Nähe ist.
"Belle, kannst du auch mitkommen?", fragt mein Sohn aufgeregt. "Klar, warum auch nicht; ich habe ja frei." Belle hat sich in den letzten Jahren von einem süssen, kleinen Mädchen in eine reife, hübsche junge Frau verwandelt. Ihre braunen Haare fallen in sanften Wellen zwischen ihren Flügeln fast zum Hintern runter. Ihren Lohn braucht sie meistens für irgendwelche Schönheitssachen oder für Kleider und sie ist dementsprechend ziemlich viel besser gekleidet als wir.
Eine Stunde später stehen wir zu siebt vor dem Freibad, das auch im Winter offen ist, weil eine magische Kuppel darüber liegt. Iskandar hüpft mit viel Enthusiasmus um uns herum und kann es auch beim Umziehen kaum erwarten, endlich ins Wasser springen zu dürfen.
Ric hat uns schon ein paar Liegestühle gesichert und ich gehe mit Iskandar erstmal dahin, um die Tücher hinzulegen. Dann quengelt er, endlich ins Wasser zu können. Ungeduldig reisst er an meinen Flügeln. ""Lass sofort meine Flügel los, Iskandar!"", sage ich bestimmt. Mein Geburtstagskind lässt los und beginnt zu schmollen. Aber nur, bis ich mit ihm ins Plantschbecken gehe.
Lange spielen Sirius und ich mit ihm, bis uns Belle irgendwann ablöst. Wir leisten den anderen Gesellschaft. Skkylar präsentiert gerade die schönsten Rückenplatscher, zumindest bis wir miteinander ausmachen, dass wir Ric ins Wasser werfen wollen. Er liest im Moment nämlich gerade konzentriert in seinem Veela&Master Buch.
Liam, Alaric und Skkylar schleichen sich an Ric an und nehmen dann Hand- und ein Fussgelenk in ihre festen Griffe. Ric wehrt sich nach Leibeskräften, doch das wirkt nicht viel.
Lachend werfen sie Ric zu uns ins Wasser. Dieser kreischt laut auf. Im Wasser zappelt er unnatürlich fest. Das Wasser ist gerade so tief, dass ich noch auf den Zehenspitzen stehen kann, aber Ric kann es scheinbar nicht.
Erst nach ein paar Sekunden leuchtet mir die Wahrheit ein: Ric kann nicht schwimmen. Skkylar scheint es auch zu merken, denn er springt Ric hinterher und holt ihn über Wasser. Ric hustet ungefähr eine Minute lang, während er sich an Skkylar klammert. Ich glaube, ich kann die eine oder andere Träne erkennen.
"Es tut uns Leid, wir wussten nicht, dass du nicht schwimmen kannst", murmelt Liam leise. Er legt vorsichtig eine Hand auf Rics Schulter, doch dieser schüttelt sie ab. "Lass mich!" Rics Worte hören sich krächzig und zitternd an. "Sei nicht auf Liam wütend, Ric, ich hatte diese Idee", murmelt Skkylar. Er setzt Ric auf einer der Sprudelliegen ab. Ric geht sofort aus dem Wasser und sitzt mit angezogenen Beinen auf den Rand. "Du weisst doch, dass ich Angst vor dem Wasser habe!", sagt Ric anklagend. "Nein, das wusste ich nicht. Es tut mir leid", widerspricht Skkylar sanft.
Liam setzt sich zu Ric hin und nimmt ihn sozusagen in den Flügel, doch Ric steht dann auf und läuft zu seinem Liegestuhl, wo er sich in sein Tuch einwickelt und uns vorwurfsvoll ansieht. Dann aber geht mein kleiner Sohn zu Ric und quengelt, bis er auf Rics Schoss genommen wird. Nun lächelt Ric wieder.
"Warum weinst du, Ricci?", fragt Iskandar vorsichtig. "Ich weine nicht." - "Aber da kommen Tränen aus deinen Augen." Ric grinst und knuddelt meinen Sohn durch. "Ich bin vorher sehr erschrocken, weil mich die anderen ins Wasser geschmissen haben und ich nicht schwimmen kann." - "Ich kann schwimmen, soll ich es dir beibringen?" - "Nein danke, weisst du, ich bin ein wenig wasserscheu." - "Aber warum? Wasser ist doch nicht böse!" - "Zu mir schon." - "Wieso?" - "Ich mag es nicht." - "Warum nicht? Wasser ist doch schön?" - "Ja, zum Ansehen schon." - "Kommst du mit mir Ball spielen?" - "Nein, tut mir Leid." - "Dann bleibe ich aber hier." - "Okay…"
Ric lässt Iskandar mit seinen Flügeln spielen, bis der doch das Gefühl bekommt, dass er weiterbaden sollte.
Noch einmal versucht sich Liam bei Ric zu entschuldigen und diesmal verzeiht der uns auch.
Am nächsten Morgen bekommt Iskandar zum ersten Mal eine Aufgabe. Er muss einfach Master Satanus Juniors Zimmer in Ordnung bringen und dafür hat er immerhin den ganzen Tag Zeit.
###
Iskandar kommt heute mit hängenden Schultern zu uns zurück. ""Was ist los?"", frage ich den Fünfzehnjährigen kontrollierend. ""Ich bekomme eine Strafe... Es tut mir leid, Dad..."" ""Wofür?"" - ""Ich habe eine Aufgabe nicht fertig machen können... Ich hätte die Wäsche machen sollen, aber ich habe zu spät angefangen und dann... Bist du sehr enttäuscht?"" - ""Warum sollte ich denn enttäuscht sein? Nur, weil du mal etwas nicht hingekriegt hast? Das ist doch kein Problem für mich, ich muss heute nämlich auch noch eine Strafe einsammeln gehen. Ich will nur nicht, dass du deswegen Schläge bekommst.""
Eine Stunde später gehen Iskandar, Onyx, Peter und ich zu Master Satanus. "Wer fängt an?", fragt der. Wir sehen uns kurz an. "Ich", meint Peter dann. Er zieht sein Shirt aus und lehnt sich gegen die Wand. Das meiste seines Gewichtes stützen seine Hände an der Wand ab.
Zehn gut gezielte Schläge bekommt Peter von Master Satanus. Er zuckt jedes Mal zusammen, doch er gibt keinen Laut von sich.
Als Peter weg ist, wendet sich Master Satanus uns zu. "Ihr drei. Wie kommt es, dass ihr am selben Tag eure erste Strafe erhaltet?" - "Keine Ahnung", murmelt Iskandar. Ich zucke nur mit den Schultern und so reagiert auch Onyx. Mein Sohn schafft es nicht, Master Satanus 'Master Satanus' zu nennen oder den Blick zu senken, wenn er mit ihm spricht.
"Na gut, wer zuerst?", fragt unser aller Master. "Ist es okay für euch, wenn ich zuerst gehe?", fragt Iskandar leise. Ich nicke nur und Onyx bejaht ebenfalls. Iskandar zieht ebenfalls sein Shirt aus und präsentiert Master Satanus ungewollt seine Muskeln.
Beim ersten Schlag zieht Iskandar überrascht die Luft ein und er zuckt stark zusammen. "Streck' deine Arme", weist Master Satanus Iskandar an. Iskandar zuckt bei jedem Schlag zusammen. Ich frage mich, was für ein Vater ich bin, der dabei zusieht, wie sein Sohn bestraft wird und trotzdem nicht einschreitet. Wie auch?
Iskandar hat bereits acht rote Striche auf dem Rücken und zwei kommen noch dazu. Ich sehe, dass Iskandar seinen Mund an seinen Oberarm drückt; vermutlich um zu verhindern, dass er einen Laut von sich gibt.
"Nächste Woche gibt es keinen Ausgang für dich. Du kannst gehen oder auf Sahir warten. Onyx, ich schätze, du bist dran." Onyx stellt sich, nachdem er sein Hemd ausgezogen, und Iskandar seins wieder angezogen hat, genau gleich an die Wand, während Iskandar im Zimmer bleibt.
Bei keinem der Schläge reagiert Onyx. Er zuckt nicht zusammen, er lässt keinen Laut los, er bewegt sich nicht einmal, bis er alle zehn Hiebe kassiert hat. Ohne die Miene zu verziehen, kleidet er sich wieder an und verlässt den Raum.
"Sahir. Mach nicht so ein Gesicht, ich bin nicht er." - "Ich weiss, Master Satanus", murmle ich und stelle mich ebenfalls an die Wand. Tatsächlich sind die Schläge im Vergleich zu Daves ziemlich lasch.
"Dreh dich um", meint Master Satanus nach den zehn Schlägen. Verwirrt tue ich, was er mir befiehlt. Ziemlich sanft fasst er nach meiner einen gepiercten Brustwarze. Leicht zucke ich zusammen.
"Ihr wisst schon, was für ein Veela ich bin, richtig?" - "Ja, deswegen stört es dich auch nicht, wenn ich das mache. Wie viele Piercings hast du noch?" - "22 andere, Master Satanus." - "Trägst du sie freiwillig?" Ich nicke kurz und keuche leise, weil er weiter meine empfindlichen Brustwarzen massiert. "Also hast du sie auch freiwillig machen lassen?" - "Nur das an der Lippe, Master Satanus. Die anderen wollte mein Master." Er lässt los.
"Trägst du auch Piercings, Iskandar?" - "Nein. Dad hat es mir noch nicht erlaubt." - "Warum?" - "Ich dachte, er sollte mindestens volljährig sein und die Erlaubnis von Euch haben, Master Satanus." - "Ach so. Meine Erlaubnis hättest du, wenn du das willst. Nun aber noch zu was anderem: Ich will, dass du Aley schnellstmöglich an dich bindest. Ich frage mich, warum du das noch nicht getan hast." - "Aley redet seit meinem sechsten Geburtstag nicht mehr mit mir und ausserdem bin ich erst 15", sagt Iskandar zögerlich. "Du willst ihn sterben lassen?" - "NEIN! Natürlich nicht, aber naja... Es ist nicht ganz einfach, jemanden zu mögen, wenn derjenige einem ständig aus dem Weg geht…" - "Ein Befehl tut keinem Veela weh", sagt Master Satanus, während er das Seil zusammenrollt. "Und wie? Soll ich ihm befehlen, mich zu mögen?" - "Das geht nicht. Verbiete ihm, sich vor dir zu verstecken. Ganz einfach. " - "Warum hast du mir überhaupt einen Gefährten gegeben, der mich nicht mag? Und Dad?" Ich verkrampfe mich, weil ich Angst habe, dass Iskandar dafür bestraft wird, doch das ist nicht so.
"Aley wäre fürs Leben gerne mit dir zusammen. Aber nach seiner ablehnenden Reaktion vor fast zehn Jahren hat er immer noch Angst davor, wieder zu dir zu kommen und dann zurückgewiesen zu werden." - "Ich glaube, du irrst. Aley interessiert alles viel zu wenig, als dass er sowas fühlen würde." - "Ich irre nicht und eigentlich ist Aley sehr gefühlvoll - wenn man ihn lässt. Ich gehe mal davon aus, dass er ein hoffnungsloser Romantiker ist."
"Und was ist mit Dads Master?" - "Wäre dein Vater den normalen Veela-Traditionen gefolgt und hätte somit keinen Freund gehabt, wäre alles ganz anders gelaufen." - "Das wars mir wert", sage ich überzeugt. "Ja, das weiss ich. Übrigens hast du eine neue Aufgabe ab morgen: Samael will dich haben" Ungläubig sehe ich Luzifer an. "Ihr wollt mich verkaufen?!" - "Nein, keine Sorge. Es ist mehr ein Leihen über die drei Tage, in denen er hier ist. Ich gebe dir mein Wort, dass es nicht so desaströs rauskommt wie letztes Mal." - "Okay..." - "Wenn man mich bitte nicht als Desaster bezeichnen würde - danke schön", meint Iskandar streng. Ich kichere leise und tätschle seinen Arm.
"Natürlich nicht, Kleiner. Wann muss ich morgen wo sein, Master Satanus?" - "Samael ist keiner, der früh aufsteht. Sei nach dem Mittagessen bereit, ihn ins Schloss zu lassen und bring ihn dann zu mir." - "Kennt er sich hier nicht aus, Master Satanus?" - "Das ist eine äusserst dumme Frage, wenn ich sage, dass du ihn zu mir bringen sollst, Sahir." - "Ja, tut mir leid." Ich verdrehe innerlich die Augen. Es gibt genau etwas, das Master Satanus aufregt und das sind Fragen, die seiner Meinung nach nicht nötig sind. Ich finde das ziemlich idiotisch.
"Nun gut, ihr könnt gehen"
###
Es klopft am Schlosstor und als ich auf meine Uhr sehe, ist es drei Uhr Nachmittags.
"Guten Tag, Master. Mein Name ist Sahir. -...", beginne ich, nachdem ich mich tief verneigt habe. "Ich weiss", sagt Samael belustigt und unterbricht mich so, "Bringst du mich bitte zu Luzifer?" - "Natürlich, Master. Bitte folgt mir."
"Guten morgen Samael", grinst Master Satanus breit. Samael sieht gespielt böse zu ihm. Wie es sich gehört, knie ich mich zu Samaels Füssen hin.
"Sahir, bereite doch kurz Samaels Zimmer vor", meint Master Satanus. "Wenn das okay ist, Master?" Ich sehe kurz zu Samael hoch und dieser nickt lächelnd. "Nachher kannst du irgendwas tun was du willst, ich rufe dich, sobald ich dich brauche." - "Ja Master."
Was er gemacht hat, während ich wartete, weiss ich nicht, jedenfalls ruft er mich um sieben zu sich. "Was kann ich für euch tun, Master?", frage ich, nachdem ich vor ihm hingekniet bin. "Nachtessen... Kannst du Pommes machen?" Ich muss ein Kichern unterdrücken. "Ja, selbstverständlich. Was darf ich dazu servieren?" - "Schnitzel!" Ich bin etwas überrascht über seine Essenswahl, aber was habe ich schon erwartet? "Sehr gerne. Ist das alles? Vielleicht noch etwas Gemüse, Master?" - "Ja nicht! Ich mag kein Gemüse. Übrigens kannst du mich ruhig duzen. Ausser wenn Luzifer da ist, sonst macht er noch Hackfleisch aus mir." - "Danke, ich werds mir merken." - "Okay."
Ich stehe auf und gehe, um das Essen zuzubereiten.
Während Samael isst, warte ich in den Quartieren auf den nächsten Befehl, der erst Stunden später kommt.
"Zieh dich aus", sagt Samael, als ich wieder vor ihm knie. Kurz denke ich daran, dass mein Freund das nicht toll finden wird, allerdings... was soll ich machen? Sirius weiss, dass ich ein Sklave bin.
Langsam ziehe ich mich ganz aus, ohne auch nur einmal vom Boden aufzusehen oder mich zu erheben.
"Und nun zieh mich aus." Hastig löse ich die Schnalle seines Umhangs, falte diesen ordentlich zusammen und öffne dann Samaels Hemd. Erschrocken ziehe ich meine Hände zurück, als ich die Narben sehe, die seine Brust überqueren.
"Nimm darauf keine Rücksicht und mach weiter", sagt Samael nach einer Weile ruhig. Ich sehe ihm kurz ins Gesicht, dann murmle ich eine Entschuldigung und mach weiter. Vorsichtig nehme ich ihm seine Hose ab und dann auch noch die Shorts.
"Die Kette?", frage ich, als ich das zweitletzte unnatürliche Ding an ihm sehe. "Abnehmen." Ich streife sie ihm über den Kopf. "Der Ring?" - "Den kannst du lassen. Sag mal, was hast du schon alles getan?" - "Ich verstehe nicht..." - "Im Bett, meine ich." - "Ziemlich viel." - "Also nicht nur Blümchensex?" Ich kichere leise: "Nein..." - "Wunderbar! Leg dich hin." Ich lege mich nun etwas verunsichert ins Bett. Ich frage mich, was er von mir verlangen wird.
Samael ist ein wahrer Künstler mit seinem Mund. Er versteht es, mich damit zu verwöhnen. Schon bald kann ich nicht einmal mehr an Siri denken, sondern nur noch an die Zunge, die mich ausgiebig leckt. An die Zähne, die mich mit meinen Piercings reizen und an die Lippen, die die sanften Bisse wieder gut machen.
Anschliessend spricht er einen Verhütungszauber auf mich und verschafft auch sich Erleichterung.
Geschafft liegt er auf mir und atmet schwer. Als er sich von mir runter rollt, hole ich erstmal tief Luft, dann setze ich mich auf.
"Soll ich gehen, Master?" - "Bleib ruhig." Ich robbe etwas von ihm weg, sodass ich nicht auf seinen Flügeln liege. Dann rolle ich mich zusammen und lege meine Flügel über mich.
Ich hätte nicht mitmachen dürfen.
Ich hätte es nicht geniessen sollen.
Was wird Sirius sagen?
Was denkt sich jetzt nur mein Sohn?
Ich verspanne mich irgendwie ziemlich. Ich will auf keinen Fall, dass mich Samael heute noch mal anfasst.
"Du hast Schuldgefühle" Ich nicke nur. Samael scheint zu kichern, doch er gibt keinen Ton mehr von sich.
###
Ich wache in seinen Flügeln auf und zapple gleich mal weg von ihm. Wie es meine Pflicht ist, warte ich vor dem Bett kniend, bis Samael aufwacht. Zwischendurch setze ich mich hin, denn es ist ganz schön anstrengend, vier Stunden zu knien.
Samael wacht auf, als die Feuer einmal flackern, was bedeutet, dass es eins ist.
"Sahir, du bist doch nicht die ganze Zeit hier gekniet, oder?", fragt er verpennt. "Nicht ganz, um ehrlich zu sein", sage ich entschuldigend. "Gut... Welche Zeit haben wir?" - "Eins." - "Viel zu früh", murmelt Samael und legt sich wieder zurück.
Ich gebe das Knien auf und setze mich hin, sodass ich an die Wand lehnen kann. Es dauert ewig, bis Samael dann wirklich aufsteht. In der Zwischenzeit habe ich gelangweilt angefangen, kleine Zöpfe in meine Haare zu flechten.
"Willst du Frühstücken?", frage ich leise. "Nein danke. Ich muss in einer Viertelstunde bei Luzifer sein." - "Okay. Willst du danach was essen?" - "Gerne. Machst du mir ein Sandwich?" - "Gerne, aber wann kommst du zurück?" - "Um halb neun."
Um Punkt halb neun Uhr steht Samael wieder im Zimmer und ich stelle ihm einen Teller mit vier verschiedenen Sandwiches hin.
"Hey! Woher weisst du, dass ich scharfen Salami mag? Hast du einen sechsten Sinn oder kannst du Magen lesen? Oder gleich meine Gedanken?" - "Eigentlich habe ich einfach Master Satanus Junior gefragt", schmunzle ich. Samael sieht enttäuscht aus. "Oh... Das geht natürlich auch."
Samael benimmt sich irgendwie recht kindisch. Ausser wenn es um Sex geht. Obwohl ich es gestern genossen habe, habe ich jetzt ein unangenehmes Stechen im Unterkörper, weshalb ich immer meine Hand darauf liegen habe.
"Hast du Bauchschmerzen?", fragt Samael zwischen zwei Bissen mit gerunzelter Stirn. "Ja, aber es ist nicht so schlimm." - "Wirklich nicht?" - "Es ist schon okay", wehre ich ab. "Bist du sicher? Ich beherrsche gute Heilzauber." Ich nicke kurz, doch er fragt weiter: "Hast du was Falsches gegessen?" - "Ich habe gar nichts gegessen", antworte ich.
Er sieht mich eine Weile an, also ergänze ich: "Es liegt an gestern." - "Ich hab dir so weh getan?!" - "Nein, ich habe es genossen, aber es war schon ziemlich heftig." - "Oh... Es tut mir leid... Aber du willst trotzdem keine Heilung?" - "Nein. Ausser, wenn du das heute Abend wiederholen willst." - "Das will ich." - "Dann gerne." Ich stehe, nackt wie ich immer noch bin, auf und vor ihn hin. Zögerlich nehme ich meine Hände von meinem Bauch.
Nach dem Heilen betrachtet Samael mich für eine Weile. "Kannst du mir verraten, wie du auf die Idee gekommen bist, deine Hände zu piercen?" - "Es war nicht meine Idee, aber wenn du dich ausziehen würdest, könnte ich dir zeigen wofür die gut sind." - "Nicht jetzt... Ich möchte lieber noch etwas mit dir plaudern. Über deinen Sohn zum Beispiel?" Dieses Thema ist mein absoluter Favorit.
"Wenn du das gerne willst." - "Wie alt ist er?" - "15 einhalb." - "Hat er seinen Gefährten schon gefunden?" - "Ja. Es ist Aley. Ein anderer Sklave hier. Er ist ungefähr 30 Jahre alt und ein Veela." - "Magst du ihn?" - "Er ist ein wenig merkwürdig, aber das sind wir vermutlich alle. Er ignoriert aber meinen Sohn." - "Schlechte Voraussetzung. Was ist mit deinem Freund?" - "Warum weisst du von ihm?" - "Setz dich ruhig. Luzifer hat mir davon erzählt. Hat dein Freund nichts dagegen, wenn du mit anderen…?" - "Sirius weiss, dass ich ihn liebe und dass ich es nicht tun würde, wenn es nicht mein Job wäre." - "Wann siehst du ihn das nächste Mal?" - "Am Samstag. Hast du keine Beziehung?" - "Nein. Ich hatte mal eine, aber die ist davon gelaufen. Ich bin eben zu kindisch." - "Hast du keinen Gefährten?" - "Doch. Ich hatte einen Vampir, aber der ist schon lange tot. Ausserdem gefällt es mir besser, single zu sein, denn auf diese Weise kann ich mir von meinem Brüderchen Sklaven leihen, ohne dass jemand eifersüchtig ist." Samael grinst mich an und legt seine Hände auf meine Hüfte. Ich bin immer noch nackt.
Er fragt: "Also nochmals die Frage: Wofür sind die Handpiercings gut, ausser um deine eleganten Hände zu betonen?" Elegante Hände? Na ja. "Man kann mich wegen ihnen mit einer einfachen Schnur ziemlich effizient fesseln und für den zweiten Punkt musst du dich ausziehen, dann zeige ich es dir."
Per Zauber entledigt er sich seiner Kleidung und legt sich dann auf die Matratze zurück. Ich verstehe meine Aufgabe schon. Ohne zu Zögern beginne ich, ihn zu massieren. Erst nur seine Brustwarzen (die das einzige sind, was an seinem Oberkörper keine Narben trägt), dann aber auch sein Glied.
"Ich glaube, ich habe den Grund verstanden", meint Samael leise keuchend, als ich meine Hand um seine Erektion lege und sie so mit den Piercings stimuliere.
Grinsend frage ich: "Willst du auch den Grund für mein Zungenpiercing wissen?" Samael sieht mich unkonzentriert an, dann nickt er. "Ja bitte."
Seit fünfzehn Jahren habe ich keinen Blowjob mehr gegeben, doch Samael scheint das ziemlich egal zu sein. Er geniesst meinen Mund um seine Eichel und meine Zunge mit dem Piercing in dem kleinen Schlitz. Ich bin froh, dass er mich nicht führt.
"Heiliger Merlin...", stöhnt Samael und ich unterbreche. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass du heiliger bist als Merlin, Erzengel." - "Mach bloss weiter, Veela." - "Zu Befehl", grinse ich und wende mich wieder seinem stehenden Kumpel zu.
Plötzlich sagt er: "Stopp! Stopp, ich..." In dem Moment schmecke ich auch schon, wie er in meinem Mund kommt. Ob es einen Grund gibt, dass ich nur bei den Avery-Männern und deren Freunde bei einem Blowjob das Bedürfnis zu erbrechen habe?
Pflichtbewusst lecke ich Samael sauber und krabble dann zu ihm hoch. "Hast du noch mehr Piercings, deren Funktion du mir zeigen kannst?", fragt er hoffnungsvoll. "Ja, aber dafür müsstest du fitter sein", grinse ich mit einem Blick auf sein erschlafftes Glied. "Das dürfte zu schaffen sein. Leg dich verkehrt auf den Rücken."
Er setzt sich zwischen meine Beine und streicht mit seinem Zeigefinger über meine feuchten Schamlippen bis zum Kitzler, dann über die andere Schamlippe wieder nach unten. An jedem Piercing zupft er leicht, dann spüre ich ein heftiges Ziehen am empfindlichsten Punkt meines Körpers. Reflexartig kneife ich meine Beine zusammen. Samael fragt: "Ein jeder Veela hat einen extra erogenen Punkt. Wo ist deiner?" - "Genau... da", keuche ich und dann öffne ich meine Beine zögerlich wieder.
"Aber das ist doch bei jedem Veela so?" - "Bei mir ist's aber heftiger und es ist nicht der einzige Punkt. Mein Hals, mein Nacken, das Schlüsselbein und die Brust gehören auch noch dazu. Und die Unterseite meiner Handgelenke." - "Wirklich? Wie viele Male kannst du kommen, bis es brennt?" - "Einmal", brumme ich leise. "Wetten, dass ich dich dreimal in einer Minute kommen lassen kann?" - "Vielleicht?" - "Was hältst du von Spielzeugen?" - "Eine Menge. Hast du was da?" - "Ich bin ein Zauberer, weisst du?" - "Okay, aber die Wette ohne Hilfsmittel."
Samael grinst. Er fragt vorsorglich: "Willst du nicht erst deine Piercings entfernen? Sonst werden es mehr als drei." - "Ich komme damit klar." - "Wollen wir ja sehen. Ich habe eine Minute Zeit. Bist du bereit?" Ich grinse ihn an, dann nicke ich und lege mich zurück. Mit einem Klebefluch befestigt er meine Beine am Bett, dann beginnt er plötzlich damit, meinen Kitzler in einer atemberaubender Geschwindigkeit zu reiben.
"Oh Merlin!", stöhne ich laut und spanne meinen ganzen Körper an. Es geht nicht fünfzehn Sekunden, bis ich das erste Mal komme und ab da beginnt es, unangenehm zu werden. Trotzdem komme ich noch einmal. Es tut weh. Ich komme noch einmal. Ich will, dass er aufhört. Ich komme noch einmal und ich sehe, dass er mit seinem Stab eine Stoppuhr anzeigt. ERST 30 SEKUNDEN?!
"Ahhhhhhhu!", rufe ich beim sechsten Mal und gleich nach dem siebten Mal nimmt er mich, ohne mir Zeit zum Durchatmen zu lassen. Wieder komme ich nicht zu Atem, da Samael sein Glied direkt mit seinem Mund ablöst. Nach exakt fünf Minuten lässt er mich frei. Sofort kugele ich mich zusammen und lege meine Flügel um mich. Samael kichert leise und zieht mich an seine Brust.
"Gute Nacht, schöner Veela", grinst er und löscht dann das schummrige Licht. Ich schlafe noch, bevor ich antworten kann.
Ich muss Samael am nächsten Nachmittag zu Master Satanus begleiten, wobei ich fast nicht laufen kann, weil sich meine Lustperle anfühlt, als wäre jemand mit Sandpapier drüber gegangen.
"Sahir sieht fix und fertig aus", lacht Master Satanus. Ich gucken ihn kurz böse an. "Er hat mich herausgefordert", lacht Samael. "Was, habt ihr euch unter den Tisch gesoffen?" - "Nein, nein, das geht dich nichts an, Verehrtester. Danke, dass ich die drei Tage hier bleiben durfte." - "Immer doch. Ich habe dir schon einige Male angeboten, hier zu wohnen." - "Ich denke darüber nach." - "Wirklich?" Samael nickt. Ich will dann aber nicht sein Lustsklave sein, Leute!
###
"Dad? Was ist mit dir los?", fragt Iskandar, als ich am Abend ins Sklavenquartier gehumpelt komme. "Du scheinst mir ein wenig... überreizt, mein Lieber", grinst Ric. "Ach, was du nicht sagst. Kennst du ein Mittel dagegen?" Mein Sohn sieht uns verständnislos an.
"Etwas Kühles, glitschiges, aber lass es lieber. Es sieht witzig aus, wenn du versuchst herumzulaufen." - "Ach Ric, du bist doch ein echter Freund", sage ich sarkastisch. "Ich weiss, ich liebe dich auch" Ich schenke ihm einen bösen Blick.
"Dad, was meint Ric mit überreizt?", fragt Iskandar neugierig. ""Es tut weh"", brumme ich nur zurück.
"Was würde ich dafür geben, Arabisch zu können, nur um zu hören, wie man einem Fünfzehnjährigen das Wort 'überreizt' beibringt", murmelt Ric leise.
""Geht es? Soll ich Delmore holen?"", fragt Iskandar fürsorglich. ""Nein"", grummle ich und lasse mich gegen die Schulter meines Sohnes fallen. Sofort vergräbt er seine Finger in meinen Flügeln, wie er es schon als Baby gern gemacht hat. "Pfoten weg von meinen Flügeln", brumme ich. "Aber warum?! Ich tu dir doch nicht weh, oder?" - "Nein, aber du kannst nicht einfach die Flügel von Veelas anfassen." - "Bei Ric darf ich, bei Liam darf ich, bei Ali darf ich, bei Belle darf ich und Aley ist mein Gefährte, also darf ich sowieso, nur bei dir darf ich nicht und du bist mein Dad! Und mir würde es nicht im Traum einfallen, einen Fremden zu berühren!"
"Lass ihn doch, Sahir", meint Ric. Ich seufze und nicke. "Erziehung bringt eh nichts mehr…" - "Schön, dass du das nach fünfzehn Jahren auch endlich einsiehst, Dad", kichert Iskandar, dann wird er ernst, "Übrigens muss ich dir noch was sagen." - "Was denn?" - "Also Aley und ich haben uns letzte Nacht darauf geeinigt, dass wir zusammen sind..." - "Körperlich auch?" - "Nein. Aley! Ich habe es Dad gesagt!", ruft Iskandar zu Aley. dieser steht auf, kommt zu uns und verneigt sich dann tief vor mir, wie es Sitte ist. "Willkommen in der Familie", grinse ich. "Danke", murmelt Aley. Er scheint nur wenig begeistert.
"Bist du jetzt bei uns?", frage ich den blonden Veela. "Klar, wo denn sonst", grinst Iskandar. Aley hatte schon den Mund geöffnet und den Kopf geschüttelt, doch weil Iskandar für ihn schon ja gesagt hat, schliesst er den Mund wieder.
Keine Sekunde später stehen Liam und Skkylar in der Tür und sehen uns schräg an. "Muss das sein, Cookie?", fragt Skkylar ungehalten mit einem Blick auf Aley, dann setzt er sich, Liam nimmt er auf seine Schoss. Sie sind immer noch gleich verliebt wie vor 16 Jahren.
"Sei nicht so gemein, Master", weist Liam ihn zurecht, "Willkommen zurück, Sahir, du sieht ziemlich kaputt aus." - "Danke schön, Liam, das hört man gerne", gebe ich sarkastisch zurück. "Hat er dich etwa nicht schlafen lassen?" Liam grinst dreckig, während er Skkylars Arme um sich zieht. Wie immer ist Liam reich geschmückt. Skkylar schenkt ihm Unmengen von Schmuck. Ich besitze noch meine Piercings und den Haarschmuck, der logischerweise irgendwie magisch an meiner Kopfhaut verankert und deshalb nicht rausgewachsen ist.
"Was hat er mit dir gemacht?", fragt Ric grinsend. "Dies und das", gebe ich ungenau Auskunft, "Wir haben viel geredet." - "Geredet, ja? Und wie viele Körperteile von ihm waren währenddessen in dir?" - "Halt die Klappe Godric Gryffindor!"
Die ganze Mannschaft bestehend aus Iskandar, Ric, Skkylar und Alaric lacht mich aus. Ausser Aley. Er sieht mich skeptisch und/oder angeekelt an. Er wird schon noch sehen, wie es ist, ein Veela mit Partner zu sein.
"Das ist genug Information für mein ganzes Leben, Dad, danke", sagt Iskandar kichernd. "Beschuldige Ric, nicht mich. Eine Frage, Iskandar: Würde es dir etwas ausmachen, den Segen für euch beide vom Lord meiner Familie abzuholen?" - "Sicher nicht", sagt mein Sohn sofort, "Wer ist unser Lord?" - "Mein Grossvater...", sage ich zögerlich, "Aber erstens müssen wir dafür nach Mecca reisen. Ich kann Dad fragen, ob er uns begleiten würde. Zweitens musst du beweisen, dass du stärker, schneller und mächtiger bist als Aley. Das mit dem Mächtig könnt ihr sein lassen, da ihr beide nicht zaubern könnt." - "Aha. Und was ist, wenn ich das nicht bin?", fragt mein Sohn skeptisch. "Dann darf Aley im Schloss wohnen - Klappe, Iskandar, ich bin noch nicht fertig. Also dann bekommt der Lord Aley. Du wirst aber sowieso von Master Satanus' Magie wieder zurückgebracht, also keine Angst, was das angeht." - "Und was bringt uns dieser Segen?" - "Wenn ihr ihn nicht habt, werdet ihr nie zusammen nach Arabien reisen können, da man das Gefühl hätte, dass du Aley jemandem gestohlen hast, Iskandar. Ihr bekommt beide den selben silbernen Armreif, um eure Zusammengehörigkeit zu beweisen." - "Und wie macht man dieses Kräftemessen?" - "Ziemlich unspektakulär - ihr macht Armdrücken. Um zu zeigen, dass du schneller bist, macht ihr ein Wettrennen." Iskandar sieht mich ungläubig an. "Arabien ist schräg", fasst er zusammen. Ja, ich gebe zu, mein Sohn war noch nie in meinem Heimatsland.
"In Russland ist das genau gleich. Können wir das vielleicht da auch noch machen?", fragt Aley leise. "Russland?", fragt Iskandar verwirrt. "Das ist ein Land auf der Erde, wo ich herkomme." Irritiert hebe ich die Augenbrauen, als Aley seine Hand nach der Wand ausstreckt. Auf einmal kommt daraus ein roter Strahl hervor, der sich an der Wand festklebt und sich verfärbt. Erst später erkenne ich eine Karte der Erde mit den politischen Grenzen.
"Wow, woher kannst du das?", fragt Skkylar beeindruckt. Aley zuckt mit den Schultern und erklärt: "Mir war 20 Jahre lang langweilig. Master Satanus Junior hat mir mal gezeigt, wie ein Muggelcomputer funktioniert und da dachte ich, dass ich mich ja in das Kommunikationssystem der Muggel einhacken kann. Meine freien Tage habe ich alle in einem Muggelcafé mit Computern verbracht und geübt. Mittlerweile gibt es auch ein Hexnet der Zaubererwelt, in das ich mich auch hacken kann." - "Nicht schlecht", murmelt Skkylar, "Brauchst du deine Kräfte auch für deine Aufgaben?" - "Nein. Master Satanus hat gesagt, dass ich meine Kräfte behalten kann, solange ich sie nicht für meine Aufgaben brauche und ihm den Zugang zu meiner Magie gewähre, damit er auch in das Kommunikationssystem kann. Sonst zieht er mir Manschetten an, damit ich meine Magie nicht mehr nutzen kann." Skkylar nickt nachdenklich und Aley wendet sich seinem Bild an der Wand zu.
"Also das da", Aley zeigt auf eine riesige weisse Fläche auf dem Bild, "Ist Russland. Meine Familie und ich haben ganz im Norden, in Sibirien, gewohnt. Das ist hier. Und nebenbei der kälteste bewohnte Ort der Welt. Naja. Seit meine Familie da weg ist, ist es nicht mehr bewohnt. Das hier", ein grüner Fleck, "Ist Saudi-Arabien. Hier kommt Euer Vater her." Ich runzle die Stirn, als ich höre, dass Aley Iskandar mir 'Ihr' anspricht, doch ich sage nichts.
"Und wo sind wir?", fragt Iskandar. Aley zoomt zurück bis wir alle Planeten des Sonnensystems sehen und scrollt dann mit Gesten bis zum Plutomond Charon. Da zoomt er uns wieder rein, bis wir uns selbst sehen.
"Das ist ja fantastisch!", kommentiert Ric begeistert. "Danke, schätze ich", murmelt Aley. "Jetzt weiss ich auch, warum die USA Russland nicht mag", kichert Al. "Warum?", fragt Iskandar verwirrt. "Weil die scheinbar schon den Kleinsten das Spionieren beibringen!"
Danach entbrennt eine Diskussion zwischen Skkylar, Al und meinem Sohn über Politik.
Ich frage meinen zukünftigen Schwiegersohn: "Aley, kannst du also russisch?" - "Ja, warum?" - "Nur so. Ich mag diese Sprache." Aley lächelt leicht. "Soll ich dir sie beibringen?" - "-Kein Bedarf, aber danke.-" Ja, ich kann russisch sprechen. Aley klappt der Mund auf, dann grinst er mich breit an. Ich glaube, ich habe ihn noch nie grinsen sehen.
"Noch eine Sprache? Wirklich?", fragt Liam. "Ich kann noch zwei andere: Spanisch und Französisch - ach, noch Latein, das habe ich vergessen." - "Ist das nicht ein wenig unfair? Ich lebe schon 50 Mal länger als du und ich kann nicht mal in einer Sprache schreiben", lacht Ric. Ich lächle und zucke mit den Schultern. "Ich sage nicht, dass ich perfekt Russisch, Französisch, Latein oder Spanisch kann. Solltest du nicht eigentlich noch Angelsächsisch oder Latein können?" - "Hab's verlernt", brummt Ric unzufrieden. Ich lache heiter. Wie kann man nur seine Muttersprache verlernen?
"Also könnten wir uns den Segen von meinem Familienoberhaupt auch holen?", fragt Aley mich unsicher. "Wenn dein Master nichts dagegen hat?" Aley sieht mich skeptisch an, doch dann nickt er. Er geht zu den drei Diskutierenden und zupft sachte an Iskandars Ärmel, dann wartet er ein paar Minuten geduldig, bis Iskandar sich ihm zuwendet. "Was ist?", fragt mein Sohn ungeduldig, obwohl Aley nicht nochmal um Aufmerksamkeit gebeten hat. "Können wir jetzt auch von meinem Familienoberhaupt den Segen holen?" - "Ja." - "Danke." Aley sieht sehnsüchtig zu 'seinem' Sofa hinüber, doch dann setzt er sich auf das einzige freie Sofa in unserem Kreis.
###
Ein paar Wochen später reise ich mit Aley und Iskandar zu Dad und mit ihm dann nach Mecca zu meinem Grossvater. Dieser begrüsst Iskandar (Er sieht sein Urgrosskind zum ersten Mal) und Dad ziemlich kühl, dafür flippt er beinah aus, als er Aley und mich sieht. Iskandar stellt ihm Aley vor und Grossvater nickt skeptisch.
"Lass uns sehen, wie gut du für diesen Veela geeignet bist, Iskandar. Du wirst ihn in Stärke und Schnelligkeit besiegen müssen. Nur dann bin ich mir sicher, dass du genug mächtig bist, um diesen Engel zu beschützen. Erst Armdrücken", sagt Grossvater in gebrochenem Englisch. Mit Magie lässt er einen Tisch erscheinen und die Jungs setzen sich hin. Auf los setzt Iskandar seine ganze Kraft ein und besiegt Aley ohne Anstrengung. Aley kichert leise: "Ihr müsst meine Hand nicht durch den Tisch schlagen." Auch in Geschwindigkeit ist Aley meinem Sohn hoffnungslos unterlegen. Auf russische Weise läuft es genau gleich ab, nur scheint der dortige Patriarch Aley wirklich zu mögen, jedenfalls fallen sie sich gleich in die Arme.
Als wir nach Hause kommen, ist keiner in den Quartieren.
