Vor ca. einer halben Stunde habe ich das 18. Chapi hochgeladen. Schaut doch kurz nach, ob ihr das nicht aus Versehen übersprungen habt. :)

19. Liam POV

Skkylar hat mir versprochen, dass wir am Sonntag und Montag irgendwohin gehen. Bei Master Satanus hat er extra darum gebeten, dass er den Fluch, der uns immer abends um elf ins Schloss zurückholt, deaktiviert. Er hat mir versprochen, dass wir nach Irland in eines seiner Ferienhäuser fahren und uns dort 'ein wenig uns selbst widmen' werden, wie er so schön sagt. Gleich am Morgen gehen wir dahin. Während er mir was zu Essen macht, räume ich unsere Koffer aus.

Gemütlich verbringen wir die erste halbe Stunde im Häuschen, dann höre ich ihn plötzlich nach mir brüllen. Etwas irritiert gehe ich die Treppen runter.

"Bequemt sich der gute Herr auch endlich hier runter? Gib mir deine Kette für die Rückreise!" Nun noch irritierter nehme ich sie mir ab und lege sie in seine fordernde Hand. "Was ist los?", frage ich verwirrt. "Du lässt dich etwas zu viel bedienen, Veela", behauptet Skkylar. "Was?! Ich habe die Koffer ausgepackt!", sage ich empört. Dann fühle ich plötzlich mein Gesicht brennen. Als ich die letzten Hundertstelsekunden geistig nochmals zurückspule, merke ich, dass er mich gerade zum ersten Mal geschlagen hat. Mit offenem Mund starre ich ihn an, dann wandert meine Hand zu der eben geschundenen Stelle.

"Skkylar, was...?", frage ich mit gebrochener Stimme. "Sprich mich gefälligst richtig an! Oder willst du dir nochmals eine fangen?" Ich senke und schüttle den Kopf. Nur, um nochmals geschlagen zu werden.

"Antworte mir!", befiehlt Skkylar. "Nein, ich will nicht nochmals geschlagen werden, Master Lynthiers" Zack!

Nochmals werde ich geschlagen und nun rollt mir auch die erste Träne über die Wange. "Ich heisse Slytherin." - "Es tut mir leid, Master Slytherin." - "Dass man dir auch immer alles sagen muss. Knie dich hin und nimm deinen Schmuck ab!" - "Aber..." Die vierte Ohrfeige. Also tu ich, was er sagt. Warum auch nicht? Ich bin sein Veela und er ist nunmal mein Master, also muss ich ihm gehorchen, auch wenn es weh tut. Trotzdem kann ich ein unhörbares Weinen nicht unterdrücken, als ich mein letztes Schmuckstück abnehme und es vor seine Füsse lege.

Ich knie schon lange hier, während Skkylar weiter kocht. Plötzlich entwischt mir ein Schluchzen und Skkylar dreht sich blitzschnell zu mir um. "Es tut mir leid, Master Slytherin", murmle ich schnell und ich ziehe schon den Kopf ein, weil ich Angst habe, dass er mich nochmals schlägt.

"Liam... Oh Merlin, was habe ich getan?!", flüstert Skkylar. Ich sehe ihn verwirrt an, doch ich traue nicht, meine Position zu verlassen. Skkylar sitzt zu mir und umarmt mich fest. "Es tut mir leid, Liam, ich weiss nicht, was über mich gekommen ist... Ich... willst du nicht aufstehen?" - "Schlagt Ihr mich dann nicht?" - "Nein, es tut mir so unendlich leid, mein Schatz. Ich liebe dich" Skkylar legt sanft seine Hand auf meine brennende Wange, doch ich drehe unwillig den Kopf weg.

Skkylar packt mich unter den Achseln und stellt mich auf die Füsse.

"Bekomme ich meinen Schmuck wieder?", frage ich ihn unsicher. "Das Erste, was du fragst, ist, ob du deinen Schmuck wieder bekommst?!" - "Ja Master Slytherin." - "Nenn mich bitte nicht so." - "Damit Ihr mich dann bestrafen könnt, sobald Ihr wieder in Eurem Schwachsinnsmodus seid? Aber sicher", sage ich sarkastisch, "Ich habe eine Idee: Ich schliesse mich jetzt in irgendeinem Zimmer ein, bis wir wieder nach Hause gehen. Bekomme ich meinen Schmuck jetzt oder nicht?" - "Nimm ihn. Es tut mir leid, Liam, ich wollte dir zwei schöne Tage schenken und nicht... Bitte verzeih mir." - "An jedem anderen Tag hätte ich dir verziehen und du hättest mir leid getan aber heute? Vergiss es. Lass mich bloss in Ruhe!"

Wütend trample ich die Treppe hoch und knalle die Tür hinter mir zu. "Oh...", murmle ich leise, als ich bemerke, in was für einem Zimmer ich gelandet bin. Es beinhaltet ein riesiges Bett und... Spielzeuge. Schnell verlasse ich das Zimmer und gehe in das, indem ich unsere Koffer ausgepackt habe.

Ich habe mich echt auf dieses Wochenende gefreut. Ich dachte, es würde wunderschön werden, aber jetzt... Ich möchte nach Hause.

Ungefähr um halb acht Uhr Abends kommt Skkylar rein und bleibt in der Tür stehen. Wütend fauche ich ihn an: "Hau ab. Ich sagte, ich wolle dich nicht sehen." - "Welchen Ton schlägst du mir gegenüber nur an, Veela?" - "Nein, nicht schon wieder", brumme ich leise und ziehe mir die Decke über den Kopf.

"Komm sofort da raus!", schreit mein Master. "Nicht, solange du die Absicht hast, mich zu ohrfeigen!" Im nächsten Moment spüre ich, wie meine Flügel auf schmerzhafte Weise zerquetscht werden und ich schreie auf. Sofort verwandle ich mich in meine menschliche Form, damit er meinen Flügeln nichts mehr tun kann.

"Verschwinde!", fauche ich, doch er faucht so mächtig zurück, dass ich gleich auf die Knie komme. Mein ganzer Körper zittert.

Ich zittere noch mehr, als er mich entkleidet, mir meinen Schmuck wegnimmt und über mich kommt. "Skky... Du weisst, was es ist, wenn du mich nimmst, ohne dass ich es will, oder?", frage ich fast lautlos, doch ich weiss, dass er es hört. "Deswegen versuche ich dich jetzt zu überzeugen." Er senkt seine Lippen auf mein Schlüsselbein und saugt zärtlich daran. Er weiss genau, dass das meine Schwachstelle ist. Trotzdem stosse ich ihn von mir weg. "Egal ob du normal bist oder nicht, ich will jetzt nicht mit dir schlafen! Ich will nach Hause!"

Skkylar schweigt und legt sich zu mir, doch ich stehe auf und verlasse, nackt wie ich bin, das Zimmer, um im anderen zu schlafen. Mir ist klar, dass ich keinen solchen Aufstand wegen ein paar Ohrfeigen machen sollte, doch ich kann es ihm leider nicht verzeihen.

Bis zum Nachmittag sehe ich Skkylar nicht mehr und das ist gut so. Unter seinem strengen Blick packe ich unsere Sachen zusammen. Immer, wenn ich nicht genug schnell bin, schlägt er mich. Ins Gesicht, auf den Hintern, auf den Rücken. Ich sage nie was, nur einmal, als er mit der flachen Hand auf die Nieren schlägt, kommt mir ein Wimmern über die Lippen. Zehn Minuten später bin ich fertig und will die Kette aus Skkylars Hand nehmen, doch er zieht sie weg und gibt mir die gefühlt tausendste Ohrfeige des Tages. "Darf ich sie bitte haben, Master Slytherin?" Skkylar legt sie mir um. Den Veelaschmuck habe ich nicht wieder angelegt. Er nimmt ihn mir ja doch wieder weg.

Schnell greife ich nach meinem Koffer und dem Anhänger. Kurz darauf komme ich in de kleinen Häuschen an und geben dem Dämonen die Kette zurück. Auf schnellstem Wege gehe ich aus dem Haus und fliege hoch, denn dahin kann er mir nicht folgen. Ich lande in der Bibliothek; das Fenster war offen und ich bin gleich reingeflogen.

"Hallo Liam, war's schön in Irland?", fragt Master Satanus freundlich. Ich schüttle den Kopf und er sieht mich verwirrt an. Eine Träne löst sich und rollt über meine Wange. "Nein? Bedrückt dich was? Ist was passiert?" - "Ich weiss nicht, was passiert ist, Master Satanus, aber mein Master war irgendwie nicht er selbst. Er war... aggressiv und dann war er plötzlich wieder normal..." - "Ach, deswegen hast du du eine rote Wange. Ich kann dir sagen, was passiert ist: Skkylar hat seine Menschlichkeit verloren." - "Für immer?" - "Das kommt auf ihn an. Setz dich."

Etwas unsicher setze ich mich gegenüber von Master Satanus hin. Er fragt besorgt: "Hat er dir sehr weh getan?" - "Naja... Verletzt bin ich nicht, Master Satanus, aber es hat schon weh getan." - "Brauchst du Delmore?" - "Nein, Master Satanus. Kann ich ihm irgendwie helfen?" - "Nein, nicht wirklich, aber mach einfach mit, sonst leidest du noch darunter. Wenn du dich nicht allein mit ihm in ein Zimmer traust, schläfst du eben bei den anderen. Für die nächsten paar Tage brauchst du seine Nähe nicht." - "Danke, Master Satanus." - "Gerne doch. Du kannst gehen."

Schnell eile ich in unsere Quartiere hinunter. Ich bin unendlich froh, dass mein Master mich nicht auf dem Weg abgefangen hat.

"Hey Liam, was hast du mit Skky gemacht?", will Ric wissen. "Warum meinst du? Hast du ihn heute schon gesehen?" - "Ja, er kam gerade hier durch. Und er hat geweint." - "WAS?!", rufe ich aus. "Ja, das dachte ich auch." Ich lasse meinen Koffer stehen und renne in unser Zimmer. Trotzdem lasse ich die Tür vorsorglich offen.

"Liam..." - "Du weinst ja!" Skkylar schaut zur Tür und erwidert: "Und du hast Angst vor mir." - "Du hast mich heute etwa 3000 Mal geschlagen. Natürlich habe ich Angst, aber ich will nicht, dass du weinst. Ich habe mit Master Satanus geredet. Offensichtlich hast du deine Menschlichkeit verloren." - "Ja. Manchmal. Jetzt ist sie gerade wieder da und ich kann mich an alles erinnern. Schlafe bitte heute Nacht bei den anderen und sag Cookie, dass er dich vor mir beschützen soll. Ich will dir nicht weh tun. Ich hoffe, das weisst du." - "Ich zweifle langsam etwas daran", sage ich kalt und verlasse dann das Zimmer.

Ein paar Minuten später kommt Onyx rein, dann Sahir, dann Belle, dann Cookie...

Am Abend bringt Aley jedem eine Lasagne zum Abendessen, die er vor sich herschweben lässt.

"Wenn ihr mal frei von hier wärt, was würdet ihr dann machen?", fragt Cookie auf einmal. "Ich würde Sirius heiraten", sagt Sahir, "Und dafür sorgen, dass du ein Geschwisterchen kriegst." Alaric antwortet: "Ich würde ein Restaurant aufmachen." - "Hm...", murmelt Onyx, "Ich würde zu meinem wahren Master zurückkehren und die Adressen meiner Kinder aus ihm rausprügeln." Ric sieht ihn grinsend an.

"Ich würde ein Kosmetikgeschäft aufmachen", sagt Belle. Wir anderen kichern und sie grinst breit. "Wenn ich frei käme, würde ich zum Grab meiner Frau gehen und da für immer und ewig bleiben", meint Peter. Ich glaube, nun bin ich dran. "Ich würde versuchen, Skkylar zu überzeugen, dass er mich heiratet."

"Ich würde sterben", meint Aley. "Was? Warum?!", fragt Cookie verwirrt. "Weil Ihr dann vermutlich nicht frei wärt und ich Euch zum Überleben brauche." - "Ja schon, aber jetzt mal ohne das", sagt Cookie schnell. "Ich würde Spion sein." - "Spion?" - "Hm. Ich habe gemerkt, dass ich mich auch in sämtliche Mobilnetze einhacken kann und ich kann alles abhören. Auch Floogespräche und so." Cookie sieht Aley beeindruckt an und dieser sieht ganz schön stolz aus.

Cookie fragt noch Ric: "Ric, was würdest du tun?" - "Mir einen neuen Master suchen", sagt mein Kumpel trocken. Die anderen schütteln synchron den Kopf. "Und du?", fragt Sahir Cookie. "Keinen blassen Schimmer. Deswegen frage ich ja."

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"Leute, kann ich mal kurz eure Aufmerksamkeit haben?", fragt Skkylar am Abend mit erhobener Stimme. Belle und Ric zanken aber fröhlich weiter, weshalb Skkylar ein majestätisches Fauchen loslässt. Sofort sind die beiden still. "Na geht doch. Ich würde sechs von euch gerne um einen Gefallen bitten. Beziehungsweise euch Veelas. Ihr habt vermutlich alle mitbekommen, dass ich gestern und vorgestern meinen menschlichen Verstand verloren hatte. Warum, weiss ich nicht. Ich habe ein Ritual gefunden, damit das nie wieder passiert: Es wird mich in einen Grimm zurück verwandeln."

"Aber dann bist du nicht mehr so stark und so schnell", gibt Ric zu bedenken. "Das nicht. Dafür bin ich dann menschlich. Ich will Liam nicht nochmal weh tun. Ich brauche einen Veela, an dem das Ritual durchgeführt wird. Das wirst du sein, Liam, und das heisst, ich brauche noch sechs, die helfen." Ich nicke bestätigend, obwohl ich nicht weiss, was auf mich zukommt. Ob es sehr weh tut?

"Ich helfe", meint Ric. Sahir, Aley, Al und Onyx stimmen ebenfalls zu. "Gut, danke Leute. Ich brauche noch jemanden, der den Spruch spricht. Es ist auf Latein." - "Das könnte ich ja machen. Belle, machst du auch mit?", fragt Ric. "Sicher", lächelt das Mädchen, "Die Zutaten hast du?" - "Ich gehe sie am Montag kaufen." - "Frag doch einfach Master Satanus", schlägt Sahir vor. "Dann verbietet er es sicher", widerspricht Skkylar. "Ich meinte Master Satanus Junior." - "Das wäre vielleicht möglich…"

Eine Viertelstunde später taucht mein Master mit Tizian wieder auf. "Kommt mit, es gibt ein Ritualzimmer mit einem vorbereiteten Pentagram. Das brauchst du doch, oder?", fragt Tizian eifrig. "Ja. Und ein Messer und fünf Kerzen, sowie eine Hand voll Lavendel." - "Haben wir alles da. Also, was müsst ihr tun?" Während Master Satanus Junior diesen Satz sagt, nimmt er die Zutaten aus einem Schrank und legt sie auf einen Tisch.

"Danke. Belle, Sahir, Alaric, Aley und Onyx stellen sich bitte auf je einen Zacken des Sternes. Liam in die Mitte und Ric, das ist dein Mantra. Hast du schon mal ein Ritual geleitet?" Skkylar gibt Ric, der nickt, ein Pergament. Skeptisch fragt er: "Vestra sanguis versus? Bist du sicher?" - "Natürlich bin ich mir sicher. Schaffst du das?" - "Klar." - "Und du musst beim dritten Mal-..." - "Ich weiss, ich leite nicht zum ersten Mal ein Ritual." - "Vielleicht, aber ich leite es zu ersten Mal nicht." - "Na gut. Stell dich in die Mitte, hopphopp!"

Was danach passiert, weiss ich nicht. Skkylar nimmt meine Hände, dann wird alles schwarz.

Skkylar liegt neben mir im Bett. Zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich ihn schlafen. "Skkylar!", rufe ich leise und rüttle an seiner Schulter. Langsam öffnet er die Augen. "Morgen", murmelt der Ex-Vampir, "Hat es geklappt?" - "Ja, ich denke schon."

Er gibt mir einen keuschen Kuss, den ich aber geniesse, dann erhebt er sich. "Oh man, ich habe tatsächlich nicht mehr so viel Kraft und Schnelligkeit wie vorher", murmelt er. "Geht es?" - "Jaja. Weisst du die Uhrzeit?" - "Es ist sieben Uhr morgens." - "Warum bist du dann schon wach?" - "Ich wollte wach sein, wenn du es bist. Wie fühlst du dich?" - "Müde und ausgelaugt, aber eigentlich gut. Ich will mich nochmals ganz ehrlich bei dir entschuldigen und dir versprechen, dass ich dich nie wieder schlagen werde. Hoch und heilig versprochen." - "Weiss ich doch. Ja, ich verzeihe dir." Diesmal bin ich es, der ihn küsst. "Danke Kleiner", lächelt er leise.

"Willst du Frühstücken? Zu Feier des Tages würde ich es dir machen." - "Du würdest es mir machen?" - "Klar." Skkylar grinst breit und erst dann merke ich, was er meint. Lachend sage ich: "Ach halt doch die Klappe. Willst du jetzt Frühstück oder nicht?" - "Gerne."

Gemütlich gehe ich in die Küche und mache Frühstück. Ein paar Minuten später kommt Sahir verpennt rein und setzt sich an den kleinen Tisch. "Guten Morgen, Schlafmütze", grinse ich fröhlich. Sahir gibt ein undefinierbares Brummen von sich.

Zuvorkommend mache ich ihm einen Kaffee. "Was ist denn mit dir los?", frage ich lachend. "Ich bin müde." - "Das seh ich, aber warum?" - "Konnte nicht schlafen." - "Warum?" - "Keine Ahnung... Ich habe mich nur gefragt, wie es gewesen wäre, wenn mein Master nicht gestorben wäre." - "Und die nächste Frage ist die nach dem Sinn des Lebens oder was?" - "Klar… Quatsch, wie geht es Skky?" - "Ihm gehts gut", sage ich lächelnd, nehme das Tablett und gehe zu jenem. Freudig stürzt er sich auf das Essen.