Es war der nächste Morgen, der Sandra zwischen Romantik und Erotik hin- und herwarf. Sie hatte kaum wirklich tief geschlafen, denn sie hatte nachts immer wieder den Körperkontakt zu Felix gesucht, selbst wenn ihre Fingerspitzen nur seinen Arm berührt hatten. Irgendwann in den frühen Morgenstunden, als sie mit dem Rücken zu ihm lag und schlaftrunken versucht hatte mit ihrer Fußsohle irgendwie in Kontakt mit ihm zu gelangen, hatte es dem müden Anwalt offenbar gereicht, er hatte sich eng an sie gelegt, seinen Arm um sie geschlungen, und sie an sich gezogen. Mit einem seligen Lächeln, warm, und behaglich, war Sandra dann endgültig tief und fest eingeschlafen.
Sie wachte durch das schrille Klingeln des Weckers auf, auch wenn Felix sofort auf die Aus-Taste schlug, sich dann wieder an sie kuschelte, und leise grummelnd sofort wieder einschlief.
Sandra wünschte sich auch so einen gesunden Morgenschlaf wie Felix ihn scheinbar hatte. Sie gähnte leise und streckte sich ganz vorsichtig, bevor sie sich wieder entspannte. Sie konnte Felix' Atem in ihrem Haar spüren und lächelte mit geschlossenen Augen. Hatte sie sich schon jemals so geborgen gefühlt? Sie konnte sich nicht erinnern. Am liebsten hätte sie ihr Pflichtbewusstsein ignoriert und wäre den ganzen Tag so liegengeblieben. In dieser wunderbaren kleinen perfekten Welt, in der nur das Bett und Felix' Arme existierten, in denen sie lag und noch leicht verschlafen ruhte. Doch es dauerte keine fünf Minuten, bis der Anwalt selbst ihr einen Strich durch die Rechnung machte. Sie spürte, wie sein Unterbewusstsein sich durchschlug und ihn qualvoll aus dem Schlaf holte. Auch er streckte sich einmal ausgiebig, dann ließ die Muskelspannung wieder nach, er schnaufte leise, und vergrub seine Nase in ihrem Haar, während er sie noch ein wenig enger an sich zog.
So ganz schien er noch nicht wach zu sein. Sandra allerdings riss die Augen auf, als sie an ihrem unteren Rücken etwas spürte, das ihr einen Schauer über den gesamtem Körper laufen ließ. Sie schluckte und versuchte sich nicht zu bewegen, aber es war sinnlos. Sie hatte genau gespürt, was da los war, und im Bruchteil von Sekunden schossen ihr wieder diese Szenen aus der Dusche durch den Kopf, seine geschlossenen Augen, sein gesenkter Kopf, seine Hand, und…
Er bewegte sich erneut leicht und Sandra biss sich auf die Unterlippe. Sie versuchte sich an verschiedene Studien zu erinnern, die sie beiläufig zum Thema morgendlicher Erektion gelesen hatte, war sich aber nicht mehr sicher, ob es tatsächlich an sexuellen Träumen lag, oder nur an zu voller Blase. Insgeheim hoffte sie natürlich auf ersteres. Aber was auch immer der Auslöser gewesen war, die Situation war jetzt nunmal so, wie sie war. Sandra fing an ihr Becken leicht zu bewegen, als wolle sie sich nur eine angenehmere Schlafposition suchen. Sie spürte die deutliche Reaktion. Felix schnaufte erneut und lockerte seine feste Umarmung ein wenig. Sandra hielt inne. Sie brauchte ihn schlaftrunken, denn vielleicht baute sein Unterbewusstsein das Ganze dann ja in einen Traum ein, und er konnte nicht sofort den Moralapostel spielen. Als er sich wieder einigermaßen beruhigt hatte, fing sie an sich ganz langsam und rhythmisch gegen ihn zu bewegen. Nicht so heftig, dass sie ihn damit hätte aufwecken können, aber genug, damit er es spüren konnte. Sie fühlte deutlich, wie er härter wurde und hörte seine Atmung schneller gehen. Dann spürte sie plötzlich wie seine Hand träge auf ihre Hüfte rutschte. Sandra schluckte, sie lagen hier beide nur in Unterwäsche. Nur zwei kleine Stückchen Stoff, die sie von dem trennte, was sie gerade so sehr wollte.
Als sie ihn leise stöhnen hörte, war sie selbst bereits so erregt, dass sie sich sicher war sofort in einem Orgasmus aufzuflammen, würde er sie auch nur kurz an einer bestimmten Stelle berühren.
Als sie spürte, dass er immer unruhiger wurde, rückte sie schweren Herzens ein kleines Stück von ihm weg und drehte sich schnell auf den Rücken. Sie schloss die Augen und streckte sich, als wäre sie gerade aufgewacht.
Felix gähnte herzhaft und öffnete die Augen. „Guten Morgen"
„Guten Morgen", gab sie so schläfrig wie möglich zurück.
„Dass man aber auch immer bei den schönsten Träumen aufwachen muss", seufzte der Anwalt und rieb sich die Augen.
„Was haben Sie denn geträumt?"
„Das verrate ich Ihnen nicht. Aber der Traum war sehr… intensiv." Er grinste und blickte dann verträumt hoch an die Decke. „Kennen Sie so Träume, die sich real anfühlen?"
Sandra schmunzelte. „Ja. Tut mir leid, dass Sie aufgewacht sind, bevor er zu Ende war."
„Oh ja" Felix nickte. „Und mir erst"
Irgendwie fühlte Felix sich innerliche unruhig, obwohl er bei Gott nicht wusste, wieso er dieses Gefühl haben sollte. Der fabelhafte Traum von heute Morgen ließ in kaum noch los. Er kannte solche realen Träume im Halbschlaf zwar, aber es war schon sehr lange her, dass ihn einer so sehr verfolgt hatte wie dieser. Was ihn auch wunderte, war, dass Sandra ihn deswegen nicht gelöchert hatte. Normalerweise war sie immer neugierig und wollte alles wissen, dieses Mal hatte sie nach seinen Anspielungen allerdings nur gegrinst. Felix hegte die Befürchtung, dass sie wirklich wieder zurückrudern wollte und er wusste beim besten Willen nicht, wie er sie davon abbringen konnte. Sie zum Essen einzuladen hatte bereits etliche Male nicht so funktioniert, wie er es sich gewünscht hatte, und was anderes wollte ihm nicht einfallen. Kino vielleicht. Felix schüttelte den Kopf. Er war keine Dreizehn mehr.
Was war nur mit ihm los? Früher hatte er nie Probleme damit gehabt Frauen zu verführen, aber bei ihr schien er auf Granit zu beißen. Felix war drauf und dran auf alle zaghaften Gesten zu pfeifen, zu ihr hinüberzugehen, und sie als die seine zu erklären – ohne Widerrede, ohne Wenn und Aber. Aber ein solches Neandertalerverhalten lag ihm einfach nicht. Er wollte etwas Cleveres, etwas, womit sie nicht rechnete. Etwas, das sie so überraschte, dass sie einfach nicht Nein sagen konnte. Felix zermarterte sich das Gehirn. Und das schon seit Stunden. Einmal war Biene in sein Büro gekommen, um ihn zu fragen, ob er noch einen Kaffee wollte, war aber gleich wieder gegangen, als sie ihn brüten gesehen hatte. Vermutlich hatte sie geglaubt er hinge über einem wahnsinnig wichtigen Plädoyer. Dass er hier gerade seine privaten Probleme sortierte, hatte sie kein bisschen geahnt. Normalerweise war Biene es gewöhnt, dass beide ihrer Chefs absolut furchtbare Laune hatten, wenn sie sich gezofft hatten. Aber es war nur Felix, der grüblerisch wirkte. Sandra war der Sonnenschein in Person.
Felix lehnte sich zurück, massierte seinen Nacken, und seufzte. Er kam hier einfach nicht weiter. Vielleicht doch der Neandertaler? Sein Blick glitt zu seiner Bürotür. Seine Füße zuckten, als er bereits aufstehen wollte, sich dann aber wieder dagegen entschied. Er frustrierte sich gerade selbst. War er derjenige, der alles verkomplizierte? War er daran schuld, dass niemand der beiden richtig in die Puschen kam?
Felix sehnte sich nur noch nach seiner Wohnung, nach Stille, und nach einer warmen Dusche. Erneut streckte er sich. Dann schoss ihm ein Gedanke in den Kopf und er grinste.
Es war ein arbeitsreicher Tag gewesen und vor allem ein produktiver. Sandra war absolut guter Dinge und lächelte fröhlich, als sie ihren Schreibtisch aufgeräumt hatte, und nach ihrer Aktentasche griff. Irgendwie hatte sie Lust noch etwas mit Felix essen zu gehen und dabei vielleicht ein paar Andeutungen in seine Richtung abzulassen, die ihn – wenn er clever genug war – erahnen ließen, dass das heute Morgen nicht nur ein Traum gewesen war. Sandra hoffte nur, dass er schaltete. Sie würde es ihm nicht auf dem Silbertablett servieren. Sie hatte für ihren Geschmack schon genug gewagt heute.
Mit einem atemberaubenden Lächeln öffnete sie ihre Bürotür. Biene blickte auf und wurde sofort von der guten Laune angesteckt.
„Endlich Feierabend", seufzte Sandra zufrieden und trat in den Empfangsraum.
„Ja, heute war ein langer Tag"
„Das stimmt. Aber auch ein sehr produktiver!" Die Anwältin fischte sich ein Bonbon aus der kleinen Schale, die Biene auf dem Schreibtisch abgestellt hatte. „Ich hab richtig Lust jetzt noch ausgiebig was essen zu gehen"
„Das ist eine gute Idee", lächelte die Sekretärin. „Vielleicht Chinesisch?"
„Oder Indisch!", gab Sandra mit leuchtenden Augen zurück, bevor sie auf Felix' Bürotür zuging und Biene zuzwinkerte. „Mal sehen was der Chef dazu sagt"
Hinter der geschlossenen Bürotür fand Sandra allerdings nur ein dunkles Zimmer und gähnende Leere vor. Verwirrt drehte sie sich zurück zu Biene.
Diese zuckte mit den Schultern. „Felix ist schon vor einer halben Stunde weg, ich dachte er hätte dir Bescheid gegeben"
„Nein, hat er nicht" Die Enttäuschung in Sandras Stimme war nicht zu überhören, aber sie entschied sich, dass ihr das nicht den Tag verderben würde. „Naja, egal. Dann eben gleich nach Hause."
Biene lächelte. „Ja. Essen kann man ja auch bestellen."
„So ist es" Sandra schob sich das Bonbon in den Mund, winkte ihrer Sekretärin noch einmal kurz zu, und verließ dann die Kanzlei. Sie vermutete, dass Felix in der Kneipe war mit Otto. Dann hatte sie ja noch genug Zeit Essen zu bestellen, und ein paar Kerzen in Felix' Wohnung aufzustellen, und was ihr sonst noch alles einfiel.
Mit einem siegessicheren Grinsen stieg die junge Anwältin die Treppen hinab.
Erneut blickte Sandra auf den Display ihres Handys und seufzte. Der Empfang in diesem Treppenhaus war einfach grauenvoll. Sie grummelte leise und ließ ihr Handy in ihre Aktentasche gleiten. Dann musste sie eben von Felix' Festnetz beim Inder anrufen und das Essen bestellen und Felix dann unter irgendeinem Vorwand nach Hause holen. Sandra war absolut zuversichtlich, dass das ein magischer und schöner Abend werden würde. Gut gelaunt schloss sie die Wohnungstür auf, betrat das warme Vorzimmer, und entledigte sich ihrer Schuhe und ihres Mantels. Als sie die kleine Zwischentür zum Wohnzimmer öffnete, war sie ein wenig verwirrt, als sie das gedämpfte Licht bemerkte. Ach verflixt, Felix war schon zu Hause. Nichts mit Überraschung. Sandra überlegte kurz. Naja, vielleicht konnte sie ihn dann wenigstens noch überreden, dass sie etwas essen gingen, wenn sie es schon nicht hier gemütlich zaubern konnte.
Als der Gedanke verflog, bemerkte sie, dass die Lichtquelle sich nicht im Wohnzimmer befand. Verwirrt blickte sie sich um, und sah dann, dass die Badezimmertür einen winzigen Spalt offen stand. Erst dann nahm sie wahr, dass das Wasser leise plätscherte. Sandra drehte sich um und streckte ihre Hand schon in Richtung Lichtschalter im Wohnzimmer aus, als sie plötzlich etwas kaum Merkliches wahrnahm, aber ihre Nackenhaare stellten sich innerhalb von Sekunden auf. Sie ließ ihre Hand wieder sinken, drehte sich um, und richtete ihren Blick in Richtung Badezimmertür. Erneut drang das ruhige aber bereits bekannte Geräusch an ihr Ohr.
Sandra biss sich auf die Unterlippe und schlich so vorsichtig sie konnte auf die Geräuschquelle zu. Sie schloss lächelnd die Augen und schluckte, als sie wieder ein leises Stöhnen vernahm. Konnte es wahr sein? Würde sie erneut Zeugin dieses heißen Augenblicks werden?
Sandra legte ihre Finger vorsichtig an die Badezimmertür und drückte sie ein kleines Stückchen auf. Ein erotischer Laut entrang sich Felix' Kehle. Aber Sandra konnte ihn noch nicht sehen. Sie schluckte nervös. Es war risikoreich, denn er hätte sie jederzeit erwischen können, und wahrscheinlich hätte er ihr dann den Hals umgedreht. Aber nun, da Sandra schon wusste, was sie erwartete, wollte sie es nur umso mehr.
Todesmutig schob sie die Tür noch ein kleines Stück weiter auf. Sie konnte nun schon gut die Hälfte des Duschbereichs sehen, aber immer noch keine Spur von ihrem Partner. Sandras Fantasie setzte sich rasant in Bewegung und vor ihrem geistigen Auge, sah sie ihn diesmal an der Duschwand lehnen. Von dieser Vorstellung beflügelt, übte sie erneut ein wenig Druck auf die Tür aus.
„Sandra"
Sie erschrak beinahe zu Tode und machte einen Satz zurück. Felix öffnete die Tür mit Schwung zur Gänze und sah ihr mitten in die Augen. „Was dachten Sie denn, was Sie vorfinden, wenn Sie hier spannen?"
„Ich spanne doch nicht!", rechtfertigte Sandra sich sofort. „Ich habe nur gedacht Sie..."
„Ja?"
Erst jetzt fiel Sandra auf, dass er splitterfasernackt war. Der Anblick löschte jeglichen Wortschatz aus ihrem Gehirn und sie starrte ihn nur mit offenem Mund an.
„Kann es sein..." Er ging einen Schritt auf sie zu. „Dass Sie sich erhofft hatten hier etwas zu sehen, was Ihnen gar nicht so unbekannt ist?"
Sandra spürte förmlich, wie ihr die Röte ins Gesicht schoss und sie wandte ihren Blick schnell ab und zu Boden. „Nein"
Er ging einen weiteren Schritt auf sie zu. „Soll ich Ihnen mal was sagen?"
Sandra hätte am liebsten die Augen zugekniffen, so sehr rechnete sie damit gleich von ihm angebrüllt zu werden. Wieso zum Teufel war sie nicht vorsichtiger gewesen?
„Wenn ich das nochmal mache, dann gemeinsam mit dir. Und nicht nur als Zuschauerin."
Überrascht blickte sie auf und der Blick aus seinen blauen Augen traf sie unvermittelt. Sie war noch sprachloser als zuvor und fühlte sich wie gelähmt. Woher wusste er…? Hatte er sie gerade…? Und wann war er ihr so nahe…?
Sandras tausende von Gedanken lösten sich in einem dichten Nebel auf, als Felix ihr Gesicht in die Hände nahm und seine Lippen sanft auf die ihren legte. Das Gezeter ihrer Moral in ihrem Kopf klang nur wie durch eine Wand, ein dicker Schleier aus vernebelten Gefühlen und leichter Überforderung, und die Skepsis, ob das hier gerade alles wirklich passierte, oder sie nur träumt.
Als Felix' Zunge mit ihrer zu spielen begann, und der Kuss intensiver wurde, schlang Sandra ihre Arme um seine Hüften. Seine Haut war warm und feucht, vermutlich hatte er tatsächlich schon unter der Dusche gestanden.
Es dauerte einige Sekunden, bis Sandra ihre Hände zurückzog und begann ihre Bluse aufzuknöpfen. Felix löste sich erstaunt von ihr und sah sie fragend an.
„Zurück ins Badezimmer", flüsterte Sandra leise aber bestimmt. Der Anwalt trat einige Schritte zurück, gefolgt von seiner Partnerin. Als sie beide wieder im Raum standen, warf er die Tür zu und beobachtete, wie Sandra eilig aus ihrer Bluse schlüpfte und sie achtlos zu Boden gleiten ließ.
Ohne, dass es sie auch nur irgendwie Überwindung gekostet hätte, trat sie wieder an ihn heran und legte ihre warmen Lippen auf seine Brust, die sie mit hunderten von sanften Küssen übersäte. Felix schloss für einige Sekunden genussvoll die Augen, dann umfasste er sie, machte sich kurz am Verschluss ihres BHs zu schaffen, und ließ die Arme wieder sinken, als das Kleidungsstück runterrutschte und auch zu Boden fiel. Sandra schob es mit dem Fuß zur Seite und ließ ihre Lippen wieder zurück nach oben wandern. Als sie sich erneut leidenschaftlich küssten, umschlang Felix ihren nackten Oberkörper und zog sie mit sich zurück unter die Dusche, ohne weder die Umarmung noch den Kuss zu unterbrechen. Dass Sandra noch nicht vollständig nackt war und ihre restliche Kleidung dadurch patschnasse wurde, war ihnen beiden egal.
Felix' Hand wanderte über ihren nackten Rücken hinab und zog dann den Reißverschluss ihres Rockes auf. Sandra spürte, wie er an ihren Beinen hinabglitt und auf den nassen Fließen landete.
Sie stöhnte überrascht auf, als Felix sie mit einem einzigen Schritt nach vor gegen die Duschwand drückte und dann langsam in die Knie ging, ohne einen einzigen Zentimeter ihres Oberkörpers vor seinen Lippen und seiner Zunge zu verschonen.
Sandra konnte sich nicht erinnern, wann sie jemanden zum letzten Mal so sehr gewollt hatte. Als Felix' Zunge rund um ihren Bauchnabel kreiste, verhakte er seine Finger links und rechts im Bund von Sandras Höschen, und zog dieses dann mit einer geschickten sanften Bewegung nach unten. Sie vergrub ihre Hand in seinen Haaren und ihre Atmung ging tiefer und schwerer, als Felix sich hinkniete, eines ihrer Beine anhob und auf seine Schulter legte.
Sandra stöhnte laut auf und rutschte mit dem anderen Bein beinahe weg, als seine Zunge eine Stelle traf, die vor Lust bereits wild pochte und offenbar nur darauf gewartet hatte berührt zu werden. Sandra versuchte vergeblich irgendwie Halt zu finden, aber ihre Beine zitterten unerbittlich. Felix wusste ganz genau, was er tat. Sie konnte nicht fassen, was ihr alle die Jahre entgangen war. Das kreisende Spiel seiner geschickten Zunge trieb sie fast in den Wahnsinn. Als sie leise seinen Namen stöhnte, merkte sie, dass er selbst unruhiger wurde, aber auf eine gute Art und Weise. Zwischen den rhythmischen Zungenschlägen, begann er nun auch hier und da ein wenig zu saugen, und trieb sie damit beinah über den Rand ihrer unbändigen Lust.
Sandra wusste nicht, wie lange er das Ganze noch weiterführen wollte, aber sie wusste, dass sie sich nicht mehr allzu lange zurückhalten konnte.
Das nächste, schon etwas lautere, „Felix", das sie stöhnte, klang eher nach einer Warnung, als nach einem erregten Aufschrei. Ein kurzes Lächeln huschte über seine Lippen und er erhöhte das Tempo, in dem er sie nach allen Regeln der Kunst verwöhnte.
Ihr Stöhnen wurde regelmäßiger und nach wenigen Sekunden zu einem erregenden Dauerton, den Felix am liebsten für immer in seinem Kopf abgespeichert hätte.
Als er spürte, wie ihre Hüften zu beben begannen, hielt er sie zur Unterstützung fest, während er sie mit einem letzten gezielten Spiel seiner Lippen über die verführerischen Klippen der Lust stieß. Ihr Bein drohte beinahe von seiner Schulter zu rutschen, so sehr bebte ihr Körper. Felix' Küsse fanden ihren Weg vorsichtig zurück auf ihre Oberschenkel, dann weiter hinauf zu ihrem Bauchnabel, während Sandra schwer atmend versuchte wieder halbwegs zu sich zu kommen.
Mit sich selbst zufrieden richtete Felix sich langsam auf und küsste ihre Halsbeuge, bevor er vorsichtig an ihrem Ohrläppchen knabberte. Ihrer Körperreaktion zufolge, vermutete er, dass ihr erstes gemeinsames Abenteuer hier nun langsam endete und war umso überraschter, als Sandra ihn eng an sich zog, und ihre Arme auf seine Schultern legte.
„Sandra...", setzte er leise an.
Etwas Verspieltes und Verführerisches blitzte in ihren tief dunkelbraunen Augen auf. „Du denkst doch wohl nicht, dass du einfach so ungeschoren davonkommst, oder?"
Er hatte keine Zeit zu antworten, denn Sandras Hand hatte ihn bereits umfasst und an eine Stelle geführt, von der er oft genug geträumt hatte. Er schloss die Augen, als die Intensität ihrer Hitze und Enge ihn vollends traf.
Sandra umschlang ihn mit ihren langen Beinen und sah ihm zu, wie er sich komplett in dem Gefühl dieses Moments verlor. Es erregte sie so unheimlich ihn zu spüren und gleichzeitig zu sehen, wie er langsam aber sicher immer mehr an Verstand einbüßte, als sie sich um ihn zusammenzog, nur um Sekunden später wieder locker zu lassen.
Felix biss sich auf die Unterlippe, er hatte gar nicht geahnt wie sehr es ihn erregt hatte Sandra zum Orgasmus gebracht zu haben. Er fürchtete nun, dass es bei ihm auch nicht allzu lange dauern würde. Krampfhaft versuchte er sich weniger darauf zu konzentrieren, wie verboten gut sie sich anfühlte. Sandra schmunzelte leicht, als sie ihm ansah, wie sehr er sich anstrengte noch durchzuhalten. Sie spürte, dass er immer schneller und ruppiger wurde, dass er teilweise aus dem Rhythmus geriet und die anfangs sanften Bewegungen immer härter und fordernder wurden, nur darauf aus, endlich Erlösung zu finden.
Sie spürte, dass auch sie noch einmal dieses Gefühl erleben würde, allerdings liebte sie es ihn so fast wehrlos zu sehen. Sie hatte ihren Moment der Schwäche schon gehabt, nun war es an ihr die Verführerin zu sein.
Sie zog sich enger an ihn, ihre Lippen an sein Ohr. „Felix"
Es war ein leises Stöhnen, das so sehnsüchtig klang, dass er spürte, wie er leicht zu zucken anfing.
„Mhm", stöhnte er zurück. Seine Stimme war unfassbar tief.
Sandra lief ein Schauer über den Rücken. Dann schluckte sie und holte Luft. Es war Zeit ihn endlich zu erlösen. Und sich selbst auch.
Sie hauchte einen sanften Kuss auf sein Ohrläppchen. „Ich will, dass du kommst"
Das war alles, was es noch gebraucht hatte. Felix spürte, wie seine Knie zitterten, er selbst hörte sich wie aus weiter Ferne laut aufstöhnen, und dann breitete sich dieses fast schwindelerregende Gefühl in seinem gesamten Körper aus. Es waren die letzten paar erbarmungslosen und harten Stöße, die auch sie erneut in andere Sphären hob.
Beide zitterten kraftlos, als sich das Gefühl ihrer Orgasmen langsam legte. Sandra glitt vorsichtig von ihm runter und mit einem erschöpften Lächeln, versanken die beiden erneut in einem leidenschaftlichen Kuss.
In einen von seinen Bademänteln eingehüllt, lag Sandra auf der Couch in Felix' Armen. Sie nahm einen Schluck aus ihrem Weinglas und grinste dann in eine unbekannte Ferne.
„Na?", flüsterte er leise. „Gehts dir gut?"
„Wie sollte es mir nicht gut gehen, Felix?", antwortete sie und lachte. „Auch wenn meine Beine noch ein wenig wacklig sind"
Er konnte sich ein stolzes Grinsen nicht verkneifen. Einen kurzen Moment nachdem sie aus der Dusche gestiegen waren, hatte er tatsächlich Angst gehabt, dass Sandra einen Rückzieher machte. Aber dem schien nicht so. Sie hatte kaum eine Sekunde von ihm abgelassen und er hatte es über die Maßen genossen.
„Felix..." Sie drehte das Weinglas in ihren Händen.
Der Anwalt war etwas alarmiert, da ihr Tonfall ziemlich nachdenklich klang. „Ja?"
„Ich wollte heute eigentlich noch mit dir essen gehen" Sie sah ihn an und grinste. „Hast du Lust?"
Er überlegte kurz und seufzte dann. „Wirklich? Nochmal anziehen und nochmal raus?"
„Ach komm schon" Sie schwang die Beine vom Sofa und erhob sich. „Unser erstes gemeinsames Essen als Paar?"
Er blickte sie kurz mit offenem Mund an und konnte nicht fassen, dass sie das gerade gesagt hatte. Dann lächelte er, stand auf, zog sie an sich und küsste sie. Als er wieder von ihr abließ, nickte er und sah ihr tief in die Augen. „Gut. Aber..."
„Aber?"
„Da wir jetzt ein Paar sind und du ja eine sehr emanzipierte Frau bist..." Er trat einen Schritt zurück und grinste. „Darfst du heute zahlen!"
Mit diesen Worten lachte er los und lief in Richtung seines Schlafzimmers.
„Oah FELIX!", rief sie und sprintete ihm lachend hinterher.
