Nur ein kurzer Kapitel. Ich arbeite immer noch an den nächsten Kapiteln, es dauert also ein paar Tage, bis der nächste fertig ist.
Kapitel 22
Die Sache mit der Neugier und der Katze
Im Grunde kann ich nicht einmal mir selbst erklären, warum ich die Sache nicht auf sich beruhen ließ. Die Idee war mehr als idiotisch, aber sie ließ mir keine Ruhe. Die Kammer des Schreckens! Damals kam mir nicht ein Mal der Gedanke daran sie genauer zu untersuchen. Nachzusehen, was dort außer dem Basilisken versteckt war. Die Kammer wurde von Salazar Slytherin persönlich gebaut! Er machte sich also Mühe diese riesige Halle unbemerkt von anderen Gründern in die Schule einzubauen, um….Ja, warum tat er das? Um ein gefährliches Wesen dort zu verstecken? Einfach so für den Fall, dass jemand ein paar Jahrhunderte später das Vieh freilassen möchte, damit es „die Feinde des Erben" tötet?
Draco und ich haben genug zeit mit den alten Aufzeichnungen über die Geschichte der Schule verbracht, um zu wissen, dass es vor Myrte keine Angriffe auf die Schüler gab. Wenn der Basilisk also wirklich die ganze Zeit dort war, musste er sich in einem Art Tiefschlaf befinden oder es jagte im Verbotenem Wald. Ob magisch oder nicht, das Ding musste doch etwas fressen! Aber soweit ich wusste, hatte die Kammer keine Zugänge zum Wald. Soweit ich wusste.
„Die geheime Kammer von Salazar Slytherin?", fragte mich Draco, der über meine Schulter auf die vergilbten Seiten vor mir sah. „Du denkst doch nicht, dass es wirklich existiert?" Hermine verdrehte nur vielsagend die Augen. Neville und Susan waren noch nicht da, also saßen wir zu dritt in der Bibliothek. Die Hausaufgaben hatte ich bereits erledigt, also widmete ich mich den Dokumenten aus dem Archiv. Dort fand sich ein altes Bibliotheksbuch, das wahrscheinlich aussortiert und aus Versehen im Archiv gelandet war. Vielleicht aber wurde es auch absichtlich eingelagert, denn die Namensliste der Hexen und Zauberer, die dieses bestimmte Buch ausliehen, war beeindruckend. Unter anderem waren dort auch die Namen Albus Dumbledore und Rita Kimmkorn zu finden. „Mythen und Legenden rund um Hogwarts. Eine Untersuchung." Es war eine Sammlung von einzelnen Artikeln von einem halben Dutzend Autoren, die sich mit berühmten Legenden rund um die berühmte Schule der Zauberei und Hexerei beschäftigten. Ein gewisser Fior Firlan beschäftigte sich mit der „Kammer des Schreckens", die seiner Meinung nach ganz bestimmt existierte und das Erde des berühmten Gründers enthielt.
„Ich denke, dass es sie gibt", antwortete ich nach einer Weile. „Sie muss ja nicht immer geheim gewesen sein. Vielleicht war das früher ein ganz normaler Teil des Schlosses." Hermine blickte neugierig von ihrem Buch auf.
„Warum wurde es dann verschlossen?", fragte sie.
„Warum sind so viele Räume in Hogwarts leer?" Ganze Flure und Stockwerke", erinnerte ich sie.
„Weil dort nicht mehr unterrichtet…", sie stockte. „Du willst sagen, dass dort früher etwas unterrichtet wurde, was heute nicht mehr unterrichtet wird?"
Draco zog ein Stück Pergament aus seinen Aufzeichnungen. Eine Liste mit Fächern, die mit der Zeit von dem Stundenplan verschwunden sind. Wir führten sie, weil einige Schulregeln sich auf bestimmte Fächer bezogen und manchmal nur dort Anwendung fanden. Mit der Abschaffung des Fachs, konnte man auch die Regeln von der Liste der aktuell gültigen streichen.
„Dämonologie", schlug Draco vor. „Oder Grundsätze der Nekromantie. Beides ziemlich gruselig. Deswegen heißt es vielleicht auch „Kammer des Schreckens?"
Kein schlechter Gedanke. Dort unten konnte man ganz bestimmt hervorragend Dämonen und Untote beschwören. Platz wäre genug vorhanden. Was hätte Salazar – vorausgesetzt er hat die Kammer tatsächlich als Unterrichtsraum gebaut – seinen Schüler wohl beigebracht? Schwarze Magie ist das erste, was mir in den Sinn kam. Aber wer kann schon sagen, was damals als „schwarze" Magie galt. Immerhin stand Dämonologie über Jahrhunderte hinweg auf den Stundenplan. Gut, die meiste Zeit war das ein Zusatzfach, aber es wurde offen unterrichtet.
„Nach der Kammer wurde mehrfach gesucht", wand Draco ein, der immer noch mitlas. „Hier steht es gab sogar ein Team, das von dem Zaubereiministerium geschickt wurde. Professionelle Fluchbrecher! Sie haben hier alles nach verborgenen Räumen abgesucht."
„Was ist, wenn es nicht mit einem Fluch verschlossen wurde?", wand Hermine ein. Ihre Neugier war geweckt! Sie legte ihr Buch beiseite und kam zu uns an den Tisch. „Wenn es irgendwie anders versteckt wurde, werden Fluchbrecher es auch nicht finden." Interesse und Neugier blitzen in Hermines Augen auf. Ich konnte die Ideen in ihrem Kopf fast schon sehen. Oh, je! Wenn ich nicht aufpasste, werden wir in den nächsten zehn Minuten auf der Suche nach dieser verfluchten Kammer sein.
In den nächsten Wochen kamen wir immer wieder auf das Thema zurück und verwarfen es wieder. Ich war neugierig darauf, was man dort unten vorfinden würde, wenn man gründlich suchte. Ich fragte mich, ob Voldemorts Geist, der durch Ginny agiert hat, den Basilisken bewusst geweckt hat oder würde ihn jeder ungebetener Besucher wecken. Wenn das so war, war schon der Gedanke in die Kammer zu gehen gefährlich. Ich zweifelte, dass der Phönix mir auch dieses Mal zur Hilfe kommen würde. Es war gefährlich! Aber verdammt noch mal – war ich neugierig!
In den Weihnachtsferien hielt ich es nicht mehr aus und sprach mit Sirius.
„Ein Basilisk?", fragte er ungläubig nachdem ich ihm die Sache erklärt habe. „In der Schule ist ein Basilisk versteckt? Wirklich?!"
„Ich denke schon", antwortete ich verunsichert. „Auf jedem Fall schien es so zu sein, als ich dort war. Ich denke er jagt im dem Verbotenen Wald." Sirius sah mich forschend an.
„Und du willst in diese Kammer, um zu sehen, ob sich dort etwas Interessantes verbirgt", stellte er fest, als er meinen brennenden Blick sah. Ich nickte begeistert.
„Stell dir vor, was man dort finden kann!"
„Den eigenen Tod?", fragte mein Vater spöttisch. „Harry, ich bezweifle, dass es heute noch jemanden gibt, der mit so einem Biest umgehen kann!"
„Wirklich niemanden?"
„Es werden sich ein paar Verrückte finden lassen, die für Gold bereit sein werden den Basilisken zu töten, aber es sollte das Letzte sein, was wir in Erwägung ziehen." Ich wunderte mich.
„Du willst das Biest lebend fangen?"
„Es ist vielleicht der letzte seiner Art", erklärte Sirius Schulter zuckend. „Wenn es nicht sein muss, will ich das Vieh nicht töten."
„Du? Du willst in die Kammer gehen?" Jetzt war es an Sirius sich zu wundern.
„Du erzählst mir von so einer Riesensache und erwartest, dass ich dir ein paar Ratschläge gebe und dich dann mit deinen minderjährigen Freunden allein gehen lasse?" Nun ja, so etwas habe ich mit in der Tat vorgestellt. Nur dass ich allein gehen wollte.
„Und wie gedenkst du die Kammer „zu finden"?", fragte mich Sirius mit einem Grinsen. „So wie ich verstehe, wird es nicht auf die gleiche Weise funktionieren, wie beim letzten Mal." Nein, auf diese Weise wird es nicht funktionieren. Es gab kein Tagebuch, keine Ginny, die davon besessen war, keinen Geist, der in diesem Buch lebte. Es gab einen erschreckend mächtigen Voldemort, der sich dieses Teil seiner Selbst wiedergeholt hat und nun eine neue magische Welt um sich herum formte. Er sah sich als den Erben Slytherin. Vielleicht war in der Kammer, die sein Vorfahr hinterließ, etwas zu finden, das dem Dunklen Lord einen Dämpfer verpassen könnte. Oder ihn noch mächtiger machen, als es ohnehin schon war.
„Kannst du die Türen immer noch öffnen?", fragte mich Sirius nach einer Weile. „Du sprichst doch kein Parsel mehr. Oder?" Ich schüttelte verneinend den Kopf.
„Nein. Aber ich erinnere mich daran. Ich denke ich werde die richtigen Worte finden, um die Tür zu öffnen."
„Aber nicht, um mit dem Basilisken zu sprechen", schlussfolgerte Sirius. „Schade, Es wäre nützlich gewesen."
„Gibt es Zauber, die helfen können?" Sirius verzog unzufrieden das Gesicht. „Es gibt gewisse Möglichkeiten, aber die sind…. Wie soll ich nur sagen? Kompliziert und äußerst theoretisch."
„Das heißt niemand hat sie bisher ausprobiert?"
„Doch ein paar Idioten gab es schon, doch niemand von denen hat es zu einem erfolgreichen Versuch gebracht. Jedes Mal endete alles entweder mit einem großen Boom oder sehr unappetitlich."
„Woher weißt du so was?"
„Harry, mein Sohn, ich bin der Leiter der magischen Strafverfolgung! Es gehört zu meinen Pflichten so etwas zu wissen!" Sein Blick wurde auf einmal finster.
„Außerdem gab es bereits eine Anfrage von der „Höchsten Stelle" bezüglich aller stillgelegter Projekte, die mit Erforschung „ehemals verpönten" Fähigkeiten zusammenhingen."
„Was außer Parsel ist noch gemeint?" Sirius seufzte.
„Gezielte Verbreitung von Lykanthropie und Vampirismus, Nekromantie, Beschwörung von Dämonen", zählte er niedergeschlagen auf. „Kurz gesagt alles, was dem Dunklen Lord Vorteile bringen könnte. Er versammelt die Wesen um sich herum, die bisher als Ausgestoßene leben mussten. Er gibt ihnen gewisse Rechte und was noch wichtiger ist – Aufgaben. Er sichert sich so ihre Loyalität."
Was zweifelsohne gut funktioniert. Wenn er noch auf den Gedanken kommt die Hauselfen mit ein paar Zugeständnissen auf seine Seite zu ziehen – sind wir verloren!
„Also fällt der Ausflug in die Kammer aus?", fragte ich und mein Vater schüttelte den Kopf.
„Nein, ich stelle morgen ein Team zusammen und wir können übermorgen nachsehen, was dort unten los ist. Zum Fest wird alles wieder erledigt sein."
„Wie willst du es Professor McGonagall erklären?"
„Ich habe einen Befehl nach möglichen Gefahren für die Zauberwelt zu suchen", erklärte er leichthin. „Ich bin gründlich und will mich auch der Schule umschauen, um sicher zu gehen, dass den Kindern dort keine Gefahr droht." Ich grinste.
„Ich verstehe… und ich? Dad, ich will unbedingt dorthin! Und sag mir nicht, ich sein zu jung!" Sirius lachte.
„Wie wäre es mit einem Praktikum im Aurorat?", fragte er. „Ich nehme dich als einen Praktikanten mit. Ich kann das gleiche Angebot auch Neville machen, aber ich bin mir sicher, dass er ablehnen wird."
„Draco", murmelte ich. „Er wird mich hassen, wenn er erfährt, dass wir das ohne ihn gemacht haben."
„Ich kann ihm gern mitnehmen", meinte Sirius verschwörerisch. „Er muss ja nicht unbedingt in der Gruppe sein die, die Kammer „zufällig" findet. Das Schloss ist groß! Wenn du also möchtest, kannst du auch Hermine und Susan fragen. Ich teile sie den Gruppen zu, die weit genug von der Kammer weg sind." Gute Idee! Sie alle würden eine Aufgabe bekommen und die Möglichkeit mit richtigen Auroren zusammenzuarbeiten. Sie werden etwas von den Aufgaben einen Aurors kennenlernen. Ein aufregendes und relativ sicheres Abenteuer.
