Das erste Quidditch-Match der neuen Saison kam diesmal unerwartet mit Hufflepuff als Gryffindors Gegner. Ein gewaltiger Sturm, beinahe so gewaltig wie Minervas Wutausbruch, als sie von der kurzfristigen Umdisponierung erfahren hatte, fegte an diesem Morgen durch die schottischen Highlands und auf dem Weg hinunter ins Stadion hatte Arian das Gefühl, trotz etlicher Regenschutzzauber schon bis auf die Knochen durchnässt zu sein. Pomona hatte sich zu Minerva gesetzt, um während des Spiels wild mit dieser zu diskutieren, und Filius hatte sich ihnen angeschlossen, um dieses Spektakel nicht zu verpassen. Nachdem Daniel nicht mehr da war, hatte Arian nun keinen Quidditch-Partner mehr, doch das störte sie im Moment wenig, war sie doch eh nicht ganz bei der Sache. Auf der anderen Seite der Ränge, bei den Slytherins, sah sie Severus, mal wieder geschnitten von der gesamten Lehrerschaft, still wie ein Fels in einem Meer aufgeregt durcheinanderwuselnder Schüler. Sogar auf diese Entfernung hatte er eine enorme Ausstrahlung. Sie seufzte innerlich. Sie vermisste ihn, es war nicht zu leugnen, da konnte sie nicht einmal sich selbst etwas vormachen.

Sie war mit Gedanken so weit weg, dass sie den Beginn des Spiels versäumte, und auch später wanderte ihr Blick immer wieder hinüber zu der großen, dunkel gekleideten Gestalt auf den Slytherin-Rängen. Der Regen wurde immer stärker, der Himmel immer bedrohlich finsterer; es entwickelte sich ein heftiges, ernstzunehmendes Gewitter – jedoch nichts, weswegen man ein Quidditch-Spiel abbrechen würde. Es war kaum möglich zu erkennen, was in der Luft geschah, und auch der Spielkommentar war beinahe nicht durch das Tosen des Windes zu hören.

Auf einmal wurde es seltsam still. Verwirrt sah Arian sich um, als auch schon eine eiskalte Welle aus purer Angst und Verzweiflung über sie schwappte – eindeutig Dementoren! Mindestens 100 Stück tummelten sich plötzlich mitten auf dem Feld wie ein Schwarm gestaltgewordener Albträume und starrten hungrig nach oben in Richtung der Spieler. Schüler um sie herum begannen zu wimmern und zu weinen. Für einen Moment war Arian komplett überfordert, dann sah sie, wie Severus auf der anderen Seite des Spielfelds seinen Zauberstab gezückt hatte und etwas Silbernes, Vierbeiniges daraus hervorbrach, dicht gefolgt von einem kleineren Tier aus einer anderen Ecke der Ränge. Sie riss ihren Zauberstab aus dem Ärmel und rief: „Expecto Patronum!"

Ein geflügeltes Pferd schoss aus ihrem Zauberstab und sprintete mit rasender Geschwindigkeit auf die Dementoren zu. Trotz der prekären Situation lächelte sie leicht. Schon immer war sie stolz auf ihren Granianer gewesen, waren magische Wesen als Patroni doch eher selten.

Plötzlich schrie jemand schrill und noch bevor einer der Lehrer wirklich etwas tun konnte, stürzte vor ihren Augen einer der Spieler von seinem Besen. Erschrocken hielt Arian die Luft an und vergaß dabei fast, sich weiterhin auf ihre silberne Stute zu konzentrieren. Das geflügelte Pferd flackerte für einen Augenblick, bis sie sich wieder gefangen hatte. Da stand Dumbledore auch schon auf dem Quidditch-Feld, schoss einen Patronus in einer vogelartigen Form auf die Dementoren ab und bremste den Sturz des Schülers mit einem machtvollen Zauber. Ohne lange zu zögern beschwor er eine Trage herauf, auf die er den Abgestürzten schweben ließ, und eilte mit seiner wertvollen Fracht hinauf zum Schloss. Die Dementoren konnten der vereinigten positiven Energie der Patroni schließlich nicht mehr standhalten und verzogen sich widerwillig wieder hinter die Grenzen des Schulgeländes. Arian konnte sich nur ansatzweise vorstellen, wie wütend Dumbledore jetzt sein musste…

„War das Potter?", flüsterte jemand nervös und schon ging das Gerücht wie ein Lauffeuer durch die Menge, dass es sich bei dem abgestürzten Schüler um den Gryffindor-Sucher handelte.

Zwischendrin hatte Cedric Diggory von Hufflepuff den Schnatz gefangen, verlangte aufgrund der Umstände jedoch eine Wiederholung des Spiels, die ihm Rolanda nicht gewährte. Regeln.

Da das Spiel nun sowieso vorüber war, liefen die Schüler so schnell sie konnten aus dem Regen zurück ins Schloss, die Geschehnisse von einem zum anderen verbreitend. Diggory diskutierte noch immer mit Rolanda, bis Oliver Wood ihm tonlos mitteilte, es gut sein zu lassen. Arian hatte den ehrgeizigen Gryffindor noch nie so niedergeschlagen gesehen.

Eine Stunde später wollte Albus seine gesamte Belegschaft im Lehrerzimmer versammelt haben, doch die meisten waren schon früher da, sobald sie in trockene Roben geschlüpft waren.

„Das war so unheimlich…" Charity hatte ihren Blick starr in ihre Teetasse gerichtet, die sie mit zitternden Fingern umschlossen hielt, und sprach so leise, dass man sie fast nicht verstehen konnte. „Ich habe meinen Patronus noch nie so schwach gesehen!"

„Welcher war deiner?", fragte Remus.

„Ungestaltlicher Nebel…", gab Charity zu.

„Kein Grund, sich zu schämen. Den meisten von uns ging es so. Wahrscheinlich sollten wir noch mehr üben", meinte Pomona versöhnlich. „Nun, bis auf Severus – deine Reaktionszeit möchte ich haben, mein Lieber!"

Severus überging ihr Kompliment, war ihm ein Gespräch über seinen Patronus schließlich sehr unrecht. „Albus gehört der Phönix. Minerva, ich nehme an, das war deine Katze?"

Minerva nickte grimmig.

„Die meisten von uns schaffen nur gestaltlose Patroni, das ist schon eine große Leistung", beschwichtigte Remus die übrigen, die etwas hilflos dreinblickten.

„Remus hat Recht. Ein Großteil aller Hexen und Zauberer kann überhaupt keinen Patronus heraufbeschwören", meinte Filius schulterzuckend.

„Ich zum Beispiel…", murmelte Hagrid in seinen Bart, woraufhin einige verkniffen grinsten. Hagrid, das war allgemein bekannt, durfte überhaupt nicht zaubern, auch wenn er es gelegentlich trotzdem tat. „Aba zu wem hat dann der Granianer gehört?"

„Granianer?", fragte Charity verwundert.

„'N extrem schnelles, geflügeltes Pferd", erklärte Hagrid. „Der eine gestaltliche Patronus war einer."

„Das würde mich in der Tat auch interessieren", sagte Severus. „Magische Wesen als Patroni sind schließlich äußerst rar."

Arian spürte, wie sie rot anlief. „Das war meiner…"

Ihre Kollegen, allen voran Remus, warfen ihr anerkennende Blicke zu. Vorsichtig wagte sie es, Severus in die Augen zu sehen, doch sie konnte aus seiner Miene nicht lesen, was er dachte. Sie hatten gerade ungeplanterweise wieder miteinander gesprochen… Konnte sie das als positives Zeichen verbuchen?

„Wie geht es eigentlich Mr Potter?", lenkte sie vom Thema ihres ungewöhnlichen Patronus ab.

Schlagartig verfinsterte sich Minervas Gesicht noch mehr. „Ihm ist zum Glück nicht viel passiert, aber sein Besen…"

„… der wurde in die Peitschende Weide geweht", erzählte Filius bedauernd. „Ich habe die Einzelteile aufgesammelt und Miss Granger gegeben. Da lässt sich allerdings nichts mehr reparieren."

Arians Quidditch-Herz tat bei dieser Nachricht weh. So ein teurer, wunderbarer Rennbesen! Die Schulbesen konnten damit wahrlich nicht mithalten, Potter würde einen neuen kaufen müssen, wenn er irgendeine Chance haben wollte. Nur welches Modell? Der Nimbus 2001 war gut, aber dank des neuen Feuerblitz in den Schatten gerückt – und keiner außerhalb des Profibereichs spielte ernsthaft mit dem Gedanken, sich einen Feuerblitz zuzulegen! Schon die Nimbus-Reihe war nicht gerade billig!

Ihre Kollegen diskutierten größtenteils noch immer über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Besenmodelle, als Dumbledore schließlich zur Tür hereinkam. Seine sonst so freundlichen, hellblauen Augen funkelten zornig.

„Kolleginnen, Kollegen – was heute vorgefallen ist, darf sich nicht wiederholen", verkündete er ohne viel Federlesen. „Für die Dementoren gelten nun noch strengere Auflagen und ich möchte Sie alle bitten, noch verstärkt Ihre Patroni zu üben."

„Warum sind die Dementoren überhaupt auf das Feld gekommen, Albus?", fragte Pomona beunruhigt.

„Bei so viel aufgewühlten Emotionen konnten sie wohl nicht widerstehen", antwortete der Schulleiter finster.

„Das ist so unverantwortlich! Dementoren an einer Schule! Das Ministerium sollte sie sofort abziehen!", ereiferte sich Filius. „Die hätten niemals herkommen dürfen!"

„Das wird Cornelius leider nicht tun", seufzte Dumbledore. „Ich habe schon oft mit ihm darüber gesprochen, doch er ist strikt dagegen. Der Schutz der Schüler liegt daher mehr denn je in unseren Händen. Bitte haltet auch besonders bei den Nachtpatrouillen Ausschau nach Ungewöhnlichem. Im Schlaf, wenn wir ungeschützt sind, sind wir am angreifbarsten."

Arian schauderte. Ausgerechnet heute hatte sie Nachtpatrouille… mit Severus… Unwillkürlich sah sie zu ihm hinüber. Ihre Blicke trafen sich in stillem Einverständnis: An ihnen würde kein Dementor kampflos vorbeikommen.

Am Abend gingen sie zunächst schweigend nebeneinander her, doch Arian war viel zu abgelenkt von Dementoren und möglichen Folgen, als dass sie sich groß darauf konzentrieren konnte, über die Spannungen zwischen ihr und Severus und Konsequenzen davon nachzugrübeln. Im Gegenteil, im Moment fühlte sie sich eher wohl dabei zu wissen, dass sie sich in seiner manchmal wahrhaft furchteinflößenden Gesellschaft befand.

„Meinst du eigentlich, wir sind gut genug vorbereitet, sollten alle Dementoren plötzlich auf die Schüler losgehen?", fragte sie irgendwann nachdenklich. „Bei einem Hogsmeade-Wochenende zum Beispiel?"

Severus zögerte mit seiner Antwort, dann meinte er vorsichtig: „Ich weiß es nicht. Nur gestaltliche Patroni können Dementoren tatsächlich vertreiben. Wie du gesehen hast, haben wir davon nur vier… Ob die Bewohner von Hogsmeade noch einen oder zwei beisteuern könnten, kann ich ebenso wenig sagen."

Arian seufzte kaum hörbar. „Das gefällt mir alles ganz und gar nicht. Ich wette, ich mach' heute Nacht kein Auge zu…"

Severus schwieg, beobachtete sie jedoch aus dem Augenwinkel. Sie war nicht die einzige, die aufgrund der Anwesenheit der Dementoren keinen Schlaf fand, doch bei ihm ging es nicht um ein paar Nächte über die Zeit hinweg verteilt. Seine Schlafstörungen waren, seit diese Kreaturen um Hogwarts stationiert worden waren, noch schlimmer geworden und wenn er nachts doch einmal wegdämmerte, suchten ihn üble Albträume mit solcher Intensität heim, dass er sich hinterher sogar noch elender fühlte, als wenn er sich mit Gewalt wachgehalten hätte. Schon allein bei der Vorstellung, ins Bett zu gehen, wurde ihm anders.

Bis zum Ende ihres Rundgangs sprachen sie kein weiteres Wort miteinander, doch das war für sie beide nur in Ordnung. Ihre Gedanken waren irgendwann zu den Ereignissen auf dem Astronomieturm und am Tag danach abgedriftet, was bei Arian unweigerlich wieder Verletztheit aufgrund der harten Zurückweisung und bei Severus kolossale Verwirrung ausgelöst hatte. Immerhin hatten sie zuvor aber wie anständige Menschen miteinander kommuniziert. Zum Schluss trennten sich mit einem einfachen „Gute Nacht" ihre Wege.

Severus blieb nach der Patrouille noch eine Weile vor seinem Kamin sitzen. Ein permanentes Frösteln begleitete ihn seit dem Quidditch-Match, doch er war bisher nicht dazugekommen, Schokolade zu essen. Vor seinen Kollegen und vor Arian hatte er sich diese Blöße nicht geben wollen, auch wenn Letztere zugegebenermaßen ganz normal gewirkt hatte. Fast sogar ein wenig zu normal, beinahe resigniert, warum auch immer. Dass ihr Patronus gestaltlich war, beruhigte ihn aus irgendeinem Grund – vermutlich, weil sie so einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Schule leistete – doch auch dass es sich dabei um ein magisches Wesen handelte, beeindruckte ihn wider Willen sehr. Schon einmal hatte er den begründeten Verdacht gehegt, dass sie mächtiger war, als man auf den ersten Blick annahm, und dies war ein weiterer Hinweis darauf.

Am darauffolgenden Montag wollte Severus allerdings selbst resignieren. Malfoy empfand sich endlich wieder als geheilt und nutzte diesen Umstand sogleich, um unter viel Gelächter seiner Mitschüler wahlweise nachzuspielen, wie Potter von seinem Besen fiel, oder um Dementoren nachzuahmen. Es kam, wie es kommen musste: Weasley konnte sich mitten während des Zaubertränke-Unterrichts nicht mehr zusammenreißen und warf dem Slytherin ein dickes, glitschiges Krokodilherz direkt ins blasse Gesicht, was Severus mit 50 Punkten Abzug belohnte.

Den frühen Abend nutzte er dazu, seinen Unterricht für die nächsten Tage vorzubereiten. Dabei wurde er allerdings durch einen ungewünschten Besucher gestört: Lupin.

„Severus, ich muss mit Ihnen sprechen", meinte er ernst, kaum dass er Severus' Bürotür hinter sich geschlossen hatte.

Severus sah von seinen Plänen auf, bot dem Kollegen jedoch keinen Platz an. Lupin setzte sich trotzdem, unaufgefordert.

„Ich habe heute einige Beschwerden von den Drittklässlern aus Gryffindor über Sie gehört. Haben Sie letzte Woche wirklich eine Stunde über Werwölfe gehalten, obwohl Sie genau wussten, dass dieses Thema noch nicht behandelt wurde? Und haben Sie ihnen zusätzlich zwei Rollen Pergament über Werwölfe als Hausaufgabe über das Wochenende aufgegeben?"

„Das habe ich", entgegnete Severus kalt. „Und keiner hat es für nötig gehalten, diese zu erledigen. Dies wird selbstverständlich Konsequenzen nach sich ziehen…" Da war eine winzige Spur Verteidigung in seiner Stimme, die er zu gerne verborgen hätte, doch Lupin so nahe vor sich zu haben, verunsicherte ihn insgeheim.

„Wird es nicht", unterbrach ihn Lupin überraschend scharf, „denn ich habe den Schülern gesagt, dass sie den Aufsatz nicht schreiben müssen. Ehrlich, Severus, wozu das Ganze? Nur um mich zu ärgern? Die Schüler können nun wirklich nichts für unsere… Vergangenheit."

„Ich weiß nicht, was Sie meinen, Lupin. Die Klasse ist schrecklich weit hinterher…"

„Nein, ist sie nicht. Das sind Kinder, keine Lernmaschinen. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie sich in Zukunft nicht mehr in meinen Unterricht einmischen und auch keine Andeutungen bezüglich meines… Zustands mehr machen würden, sonst sehe ich mich gezwungen, mit dem Schulleiter deswegen zu sprechen."

In Severus brodelte es. Wer lief denn hier herum und machte sich vor den Schülern über seine Kollegen lustig, obwohl er selbst eine wandelnde Gefahr darstellte? Da sollte er nicht einmal warnen dürfen? Es war immer noch genauso unfair wie zu seinen Schulzeiten!

„Tun Sie, was Sie nicht lassen können, Lupin, das tun Sie ja sowieso!", knurrte Severus. „Und jetzt scheren Sie sich und Ihren Pelz raus aus meinem Büro und irgendwohin, wo ich Sie nicht ertragen muss! Im Gegensatz zu manch anderen habe ich Unterricht vorzubereiten."

Lupin erhob sich mit einem abschätzigen Blick und verließ, ohne ein weiteres Wort zu sagen, das Kerkerbüro des Tränkemeisters.

Am liebsten wäre Severus anschließend gar nicht zum Abendessen erschienen, doch das wäre einem Schuldeingeständnis gleichgekommen, also begab er sich mit exquisit schlechter Laune hinauf in die Große Halle. Arian, bemerkte er, warf einen Blick auf ihn und schien sich dazu zu entschließen, ihn nicht anzusprechen. Eigentlich sollte es ihn beunruhigen, dass sie seine Launen so gut einschätzen konnte, doch an diesem Abend war er einfach nur froh darüber.

Zwei Wochen vor Weihnachten ließ Severus die Liste herumgehen, in die sich seine Slytherins eintragen konnten, wenn sie über die Ferien in Hogwarts bleiben würden – und einer der unangenehmsten Teile des Jahres stand für ihn an diesem Tag außerdem auch noch an: Er war für die alljährliche Untersuchung des Personals durch Poppy an der Reihe. Er hatte eine dumpfe Ahnung, was dabei herauskommen würde, und wusste, dass jegliches Leugnen sinnlos war, also ergab er sich ohne Widerrede seinem Schicksal.

Poppy untersuchte ihn routiniert und schweigend, sprach nur, um ihn auf etwaige Berührungen vorzubereiten. Trotz ihrer Bemühungen war Severus die Anspannung in Person und konnte es kaum erwarten, sich endlich wieder in seine Roben zu hüllen und zu verschwinden.

Als sie fertig war, setzte sich Poppy ihm gegenüber auf einen Stuhl und sah ihn ernst an. „Severus, du wiegst viel zu wenig", meinte sie bekümmert. „Und wann hast du zuletzt durchgeschlafen? Dein Körper ist schon ganz erschöpft von so wenig Regenerationszeit. Außerdem machen mir deine Leberwerte Sorgen… Was ist das, Alkohol und hochdosierte Tränke? Warum?"

Severus mied ihren Blick. Ja, richtig, alles zusammen, aber was sollte er denn tun, mit Dementoren überall, dem Werwolf in unmittelbarer Nähe und Black auf freiem Fuß? Nach Essen war ihm da einfach nicht und seine Erinnerungen taten ihr Übriges…

„Bitte, Severus, achte besser auf dich! Sonst übernehme ich das!"

„Kümmer dich um deine eigenen Sachen!", fauchte Severus halbherzig. „Kann ich jetzt gehen oder willst du mir noch länger irgendwelche Vorträge halten?"

„Du kannst gehen", sagte Poppy mit einem traurigen Ausdruck in den Augen.

Severus rauschte davon und die Schulkrankenschwester begann, die Akte des jungen Tränkemeisters, der ihr mit den Jahren so ans Herz gewachsen war, auf den neuesten Stand zu bringen. Es tat ihr in der Seele weh zu sehen, wie er sich selbst so kaputtmachte.