Als die Quarantäne vorbei war, wurden sie mit Jubel von der Indie empfangen. Es war wie ein riesiges Volksfest. Nur Hafwen war auf einmal unheimlich müde. Sie würde es nie zugeben wollen, aber die letzten Tage hatten sie wirklich angestrengt.

Sie war die harte Arbeit nun einmal wirklich nicht gewohnt. Es machte ihr Spaß, ja, sie fühlte sich auch zufrieden, aber es strengte sie unheimlich an. Am liebsten hätte sie sich in ihre Koje gelegt und eine Woche durchgeschlafen.

Am Morgen nach ihrer Ankunft wurde sie von Hornblower geweckt, der aufgeregt durch die Gänge huschte. Huschen war vielleicht nicht das richtige Wort dafür. Trampeln traf es eher.

Da sie nun einmal wach war, überwachte Hafwen strengstens, ob Bracegirdle das Tuch auch richtig band. Heute war die Leutnantsprüfung. Hornblower sah aus, als wäre er zu einem Empfang im Königshaus eingeladen.

„Wenigstens machen Sie dem Schiff keine Schande.", sagte Bracegirdle, als er fertig war.

„Danke, Mr. Bracegirdle.", erwiderte Hornblower. Der Blick der beiden fiel auf Hornblowers Hut. Bracegirdle sah nicht besonders erfreut aus, als er ihn sich ansah. Natürlich nicht. Er war zerbeult und platt gedrückt.

„Mein Hut!", rief Hornblower erschrocken aus.

„Ja… Ach. Setzen Sie ihn ab, sobald Sie können und, äh, tragen Sie ihn unterm Arm. Vielleicht bemerken sie es nicht."

Hafwen sah die beiden nur skeptisch an. Aber Hornblower und Bracegirdle schienen zufrieden zu sein.

„In meinen Augen sind Sie nun bereit.", meinte Bracegirdle.

„Danke, Sir."

„Finde ich auch.", meinte Hafwen und sprang von dem Balken, auf dem sie saß. Die drei gingen an Deck.

„Da kommt er! Ein dreifaches Hipp-Hipp-Hurra auf Mr. Hornblower!", rief Matthews, als er sie kommen sah.

„Hipp Hipp –" – „Hurra!" – „Hipp Hipp –" – „Hurra!" - „Hipp Hipp –" – „Hurra!"

„Und noch ein dreifaches! Hipp Hipp-", begann Oldroyd von Neuem.

„Hurra!" – „Hipp Hipp –" – „Hurra!" - „Hipp Hipp –" – „Hurra!"

„Viel Glück, Mr. Hornblower.", wünschte Matthews ihm noch, bevor er von Bord ging.

In letzter Zeit wurde Hafwen nur noch geweckt, wenn sie schlief. Diesmal war es der Großalarm, der sie weckte. Es musste so gegen Mitternacht sein, als der spanische Brander gesichtet wurde. Müde tappte sie an Deck, nur um mitten in ein riesiges Durcheinander zu geraten.

Hafwen sah verwirrt zu, wie die Männer die Spieren holten, um Abstand zu halten und wie der Brander plötzlich abdrehte.

Bevor sie sehen konnte, wie es dazu gekommen war, war ein kleines Feuer an Deck ausgebrochen. Sie lief mit den anderen Männern hin, um es zu löschen. Etwas später war ein Geschrei auf dem Wasser zu hören.

Da schwammen zwei Menschen im Wasser und ein Boot ruderte auf sie zu. Himmel, diese beiden mussten auf den Brander gegangen sein, um dessen Kurs zu ändern.

Hafwen versuchte gar nicht erst, zu erkennen, wer es war. Dafür war es zu dunkel und sie war zu müde. Es würde sich schon rumsprechen.