Woolsey hatte schon so einige Gespräche geführt die einem auf den Magen schlagen konnte. Als er die Position
auf Atlantis übernommen hatte, haben diese eigenartigen Gespräche einen neuen Hochstand erreicht. Und jetzt befand er sich schon wieder in so einer prekären Situation. Und dabei ging es nicht einmal um dieses Wraithstreffen, welches gerade stattfand und er nicht mit dabei war. Sondern um ein ganz anderes Problem und um eine ganz andere Person. Ayesha Salawi saß vor ihm. Sie wirkte gefasst aber ihre Augen erzählten etwas Anderes. Sie fühlte sich verraten. Woolsey war niemand der gut darin war sich in andere Hineinzuversetzen, aber nachdem so Sachlich geschilderten Problem ihrerseits wusste er, dass sie sich verraten fühlte. Und es war keine Kleinigkeit die sie ihm erzählt hatte. Ember hatte ihr Vertrauen ausgenutzt um sie zu beschatten. Er war an Daten gekommen die ihnen alle das Genick brechen könnte. Es handelte sich hierbei nicht um ihren Alphastützpunkt der verraten worden war, sondern um das empfindlichste überhaupt. Die Erde. Ihre Heimat. Milliarden Menschen waren in Gefahr wegen dieser Handlung. Sie waren in Gefahr, weil Ayesha sich in einen Wraiths verliebt hatte.
Zugegeben. Er hatte selbst nicht gewusst, wie er über das alles denken sollte. Als die Sache mit Jennifer und Guide rausgekommen war, hatte er es selbst nicht glauben können. Ein Mensch und ein Wraiths? Aber es hatte bis Dato funktioniert. Guide hatte nie einen Peilsender an Jennifer gebracht umso die Daten von der Erde erfassen zu können. Und Guide traute man so etwas zu. Nach allem was dieser Abgezogen hatte… Aber dennoch hatte er Jennifer nie so etwas angetan. Gerade im Moment hielt dieser wohl seinen Sohn im Arm. Woolsey hatte gedacht das es funktionieren könnte. Das eine Brücke aufgebaut worden ist, die zu ihrer aller nutzen war. Die Sache mit Ember war fast schon ein Rückschlag. Nein. Es war ein Rückschlag.
Woolsey lehnte sich etwas vor und holte hörbar Luft. Beide Arme lehnte er auf seinem Schreibtisch ab und musterte Salawi genauer. Anschließend sah er auf ihren Bericht runter und griff sich diesen noch einmal. „Laut Ihrem Bericht, ist es nicht sicher ob Ember die Wahrheit sagt. Sie glauben ihm nicht."
„Ich will ihm glauben", sagte Ayesha sofort. „Aber ich…" sie schüttelte ihren Kopf und presste für den Moment ihre Lippen zusammen. Sie war bisher nur sehr selten alleine mit Woolsey gewesen und über so ernste Dinge hatte sie schon gar nicht mit ihm gesprochen. Aber er erschien ihr als die logischste Wahl dieses Problem zu besprechen. Dr. Weir wäre… Vielleicht zu Parteiisch? Woolsey sah alles aus wesentlich klarere Augen. „Ember liebt mich", sagte sie schließlich. „Aber ich weiß nicht ob er seine Art zu leben mehr liebt als mich. Ich kann nicht sagen, ob er wirklich nur gehandelt hat um ich nicht aus den Augen zu verlieren oder ob… Ob er nur einen Weg zur Erde finden wollte. Gute Dinge brauchten Zeiten. Es wäre typisch für Wraiths so zu handeln. Woolsey wusste das und Ayesha genauso.
„Ich werde darüber nachdenken müssen", sagte Woolsey. „Jetzt den Falschen Schritt zu gehen könnte alles zum Einsturz bringen. Aber… Was willst du tun?" fragte Woolsey die junge Frau und lehnte sich wieder zurück. „Miss Salawi. Sie sollten sich eventuell genauer Gedanken machen. Im Moment sehe ich für Ember keinen Grund warum er Sie hintergehen sollte. Alabaster ist für dieses Bündnis und so weit zu gehen…"
„Es wäre ja nicht das erste Mal das die Wraiths derartig mit uns gespielt haben, oder etwa nicht?"
„Das stimmt und ich bin der letzte der sein Handeln verteidigt, aber…"
„Welches Aber soll folgen? Ember hat mich benutzt!"
„Ayesha." Woolsey erhob sich um einen Tee in zwei Tassen zu schenken, ehe er ihr eine Reichte. „Sie sollten versuchen sich zu beruhigen. Natürlich ist nicht klar was Ember wirklich bezwecken wollte und das müssen wir mit seiner Königin besprechen, aber bis wir nichts Genaues über seine wahren Motive wissen, sollten Sie sich nicht aufregen müssen."
Ayesha blickte auf die Tasse Tee runter die sie nun in ihren Händen hielt und schloss für einen Moment ihre Augen.
Sie fühlte sich furchtbar. „Ich brauche eine Auszeit", sagte sie plötzlich und öffnete ihre Augen wieder. „Irgendwo ist mir das gerade zu viel." Sie wusste nicht woher dieses Emotionale Chaos kam. Sie hatte das Gefühl als stände alles vor einem Weltuntergang. Woolsey blieb so gelassen… Sah er etwas was sie nicht sah? Übertrieb sie das Ganze? Nein oder?
„Wenn Sie vom Dienst Freigestellt werden möchten, kriegen wir das hin", sagte Woolsey und dachte nach. „Es wäre zumindest gut damit du Zeit hast um dich zu sammeln."
„Wenn das geht ja." Ayesha trank einen Schluck von ihrem Tee. „Ich fühle mich schrecklich." Für sie stand die Welt einfach Kopf. Jegliche Logik hatte kein Platz.
„Sie haben doch Familie auf der Erde. Wann hast du sie zu Letzt gesehen?"
„E-Es ist Wochen her." Wenn nicht sogar schon einige Monate. Zu Letzt war sie dort als ihre Mutter beerdigt wurde.
„Vielleicht nimmst du dir ein paar Tage für dich und gehst deine Familie besuchen. In gut einer Stunde wird ohne hin die Erde angewählt."
„Das klingt gut." Das klang wirklich nach einer Lösung. Zumindest eine auf Zeit. Sie könnte runterkommen und klar über alles nachdenken. „Danke Mr. Woolsey."
„Ist schon in Ordnung miss Salawi. Ich kümmere mich um den Rest. Packen Sie ruhig Ihre Sachen zusammen."
Ayesha trank ihren Tee aus und nickte sofort. „Danke."
Als Ayesha gegangen war seufzte Woolsey leise für sich und dachte darüber nach. Er musste erst mit Radek reden und dann würde er Ember und auch die Königin selbst sprechen. Eine Kleinigkeit war das bestimmt nicht, aber Woolsey wusste das Ember Ayesha wirklich liebte. Es hatte ihn zugegeben anfangs gewundert, dass Ember bei jeder Möglichkeit Atlantis besucht hat. Fast ein ganzes Jahr ging das so, bis endlich rauskam was seinen Weg hier her so verlockend gemacht hatte. Es war Ayesha. Ayesha war der Grund dafür das Ember immer nach Atlantis hatte kommen wollen um bei irgendwelchen Projekten mitzuwirken. Die Junge Airman würde einfach Zeit brauchen und Woolsey würde schon dahinter kommen was wirklich stimmte. Seufzend erhob sich Woolsey von seinem Platz und verließ sein Büro. Radek befand sich gewiss in seinem Labor. Woolsey wollte sich beeilen damit ihm nichts dazwischenkäme. Zwar könnte er das ganze Thema etwas auf später verschieben aber… Eine Kleinigkeit war das alles nun mal nicht. Wenn er Radeks Meinung gehört hatte, wollte er weiter zur Königin. Alabaster musste etwas wissen. Nichts geschah auf einem Hive ohne das Wissen der Königin. Ohne Zögern begab er sich in seinen geliebten Aufzug und begutachtete die Steuerung. Was musste er noch gleich eingeben um zu Zelenka zu gelangen… Irgendwie stand er bis heute auf Kriegsfuß mit dieser Technik. Nervös drückte er immer wieder auf die entsprechende Stelle aber es tat sich nichts. Gerade als er aufgeben wollte setzte der Aufzug sich in Bewegung. Erleichtert seufzte Woolsey und straffte seine schmalen Schultern. In dem Gang der sich vor ihm erstreckte lagen die meisten Labore. Woolsey schritt diesen entlang und stoppte vor der offenen Türe zu Zelenkas Labor. Er räusperte sich und trat dann ein. Die Szene die sich vor ihm ergab ließ sein Blut gefrieren. Zelenka stand mit dem Rücken zur Wand und war leichenblass. Vor ihm stand Ember mit ausgestreckter Hand, sein Gesicht Wutverzerrt. Sein Fauchen drang bis zu Woolsey durch und im ersten Moment wurden seine Knie weich. Falscher Zeitpunkt? Richtiger Zeitpunkt? Sollte er jetzt nicht lieber Soldaten rufen?! Woolseys Gedanken fuhren Achterbahn. Er schluckte hart und versuchte sich aus seiner Starre zu lösen. „E-Ember!" sagte er mit versuchter fester Stimme, aber wie gewohnt überhörten die Wraiths ihn. Und vor allem dieser.
Ember hörte Woolsey, und er roch seine Angst, aber sein Augenmerk war auf Radek gerichtet. „Du bist mein Bruder!", fauchte Ember. „Warum hast du nicht mit mir gesprochen? Wieso hast du es ihr gesagt?!" er musste sich beruhigen aber er konnte es nicht. Schließlich ging es hier um seine Partnerin. Seine Gefährtin! Allein die Vorstellung sie verloren haben zu können war schrecklich und ließ ihn durchdrehen. „Hey", sagte Zelenka möglichst ruhig und zückte seine Brille zurecht als Ember plötzlich noch dichter vor ihm stand. Der Schweiß rann von Radeks Stirn runter und er probierte alles um mit Ember irgendwie reden zu können. „Ich hätte mit dir reden sollen du hast recht", stimmte Radek ihm zu und sah flüchtig zu Woolsey. „Ember bitte beruhig dich sonst wird Woolsey Soldaten dazu holen und wenn sie schießen… Bitte", bat er seinen Freund und legte seine Hand auf Embers Schulter. „Wir können alles in Ruhe klären."
Ember sah von Zelenka zu Woolsey und schloss dann lange seine Augen, ehe er einen Schritt zurück machte und beide Hände hinter seinem Rücken verschränkte. Anschließend machte er einen Schritt zurück und holte tief Luft. „Also". Sagte Woolsey und kam zögerlich näher. „Haben Sie sich beruhigt?"
Ember trat weiter zurück und konnte auf die Aussage keine positive Rückmeldung geben. Deshalb musterte er Woolsey kühl und schüttelte dann seinen Kopf, ehe er geradewegs das Labor verließ. Woolsey sprang ihm fast aus dem Weg als er sich ihm genährt hatte- Noch immer war dieser von eben verunsichert. Während Ember das Zimmer verließ lag ihm noch der Geruch von Woolseys Angst in der Nase.
„Oh man…" Radek fuhr sich über seiner nassen Stirn und blickte Ember nach. „Er wollte mir nicht wirklich weh tun. Denke ich", sagte Radek und blickte zu Woolsey. „Er ist nur Aufgeregt… Wegen etwas Privatem."
Woolsey musterte Radek und räusperte sich daraufhin. Ember würde ausrasten, wenn Ayesha zur Erde gehen würde. Er drehte ja jetzt schon durch. Er hätte das Ayesha nicht so schnell anbieten sollen… Vielleicht hätte er erst mit allen anderen Reden sollen. Mist. „Deswegen bin ich hier. Miss Salawi ist bei mir gewesen und erzählte mir was… Passiert ist."
„Ist sie das?" Atemlos schloss Radek seine Augen und begab sich dann zu seinem Stuhl wo er sich erst einmal setzten musste. Die Sache mit Ember und Ayesha lag ihm schwer im Magen. Ember war ein Freund für ihn geworden und in Embers Augen waren sie sogar Brüder und er hatte ihn verraten. Aber Ayesha gehörte zu ihnen, sie war ein Mensch wie er selbst. Und was Ember getan hatte war keine Kleinigkeit. Er hatte etwas sagen müssen. Selbst wenn er mit Ember gesprochen hätte, hätte er etwas zu alldem sagen müssen. So ging das nun mal nicht. Ember hätte versucht es ihm auszureden und er wäre vielleicht sogar erfolgreich dabei gewesen, aber trotzdem. Das er Mitschuld an derer Trennung trug, belastete ihn sehr.
Woolsey begab sich in Radeks Nähe und sah noch einmal hinter sich um sicherzugehen das Ember nicht doch zurückkam. „Du bist dir sicher, dass er nicht durchdrehen wird?"
„Er ist nur Aufgeregt aber er wird nicht durchdrehen. Ayesha und er müssen nur miteinander reden und das Problem unter sich klären. Aber… Das ist schon Heftig gewesen. Sie hat Ihnen also alles gesagt?"
„Ja das hat sie und ich finde auch, dass es Besorgniserregend ist. Darum wollte ich Ihre Meinung einholen Dr. Zelenka. Sie kennen Ember mit am besten und sie waren es die es Ayesha mitgeteilt hat… Aber nicht uns." Woolsey musterte Zelenka ganz genau. „Sie haben so Sensible Informationen einfach unter den Tisch gekehrt. Das wird noch ein Gespräch mit sich ziehen", warnte Woolsey ihn. „Aber dazu später mehr."
Radek seufzte wieder leicht. Ja er hätte es melden müssen. Aber er hatte gehofft das Ganze würde nicht solche Wellen schlagen… Ayesha hatte also mit Woolsey gesprochen. Woolsey war nicht gleich zum Komitee gerannt und ist zu ihm gekommen. Das musste man ihm anrechnen. Im Vergleich zu früher hatte er sich geändert. „S-Setzten Sie sich doch erst einmal."
„Nein Danke. Ich stehe lieber."
„Alles klar." Radek holte tief Luft und stand nun ebenso auf. „Und Sie wollen was genau wissen?"
„Ihre Einschätzung zu diesem Thema. Hat Ember so gehandelt, weil er… Ja… Krank vor Liebe ist. Oder war seine Intention von Anfang an die gewesen, dass er an die Daten kommen wollte? Den Weg zur Erde?"
„Also… Ich habe darüber sehr lange nachgedacht", sagte Radek zögerlich. „Wenn ich über das gesamte erste Jahr unserer Zusammenarbeit denke… Er… Ember er liebt Ayesha. Ich bin mir da absolut sicher. Ich glaube ihm, wenn er sagt, dass er diese Sender nur eingebaut hat um sie im Notfall finden zu können. Warum hätte er Ayesha dafür benutzen sollen?" sagte Radek. „Er hätte es mit mir viel eher machen können und außerdem wäre es für jemanden wie ihn kein Problem unsere Systeme zu überlisten, um an die Daten zu kommen. Das Ayesha verletzt ist verstehe ich. Ich habe auch viel Zeit gebraucht um mir klar zu werden das Ember so etwas nie tun würde. Seine Gefühle für Ayesha sind aufrichtig und ehrlich. Er hat nur diesen einen Fehler begangen."
Das machte Sinn. Für Woolsey gaben Radeks Worte viel Sinn. Natürlich würde er mit Ember selbst sprechen, aber vorerst war das hier eine Wichtige Stelle. Radek kannte Ember mit am besten. „Wie stehen Sie persönlich zu ihm?"
„Gehört das bereits zu meinem Teil des Verhörs?" fragte Radek zunächst trocken nach und schüttelte seinen Kopf. „Ember sagt ich bin sein Bruder. Er behandelt mich auch so. Ich hatte zugegeben Anfangs ein Problem damit, aber inzwischen meine ich sagen zu können, dass ich ihn kenne. Und in all der Zeit habe ich ihn schätzen gelernt. Er hat keine Schlechten Absichten. Er ist einfach nur viel zu sehr in Ayesha Verliebt. Für ihn ist sie seine ganze Welt. Und sie zu verlieren würde ihn denke ich zerstören."
Woolsey seufzte als er das hörte. „Danke erst einmal. Aber, eines Interessiert mich schon noch. Woher wussten Sie es?"
Zelenka presste seine Lippe zusammen und nickte leicht. „Ja… Ladon Radim hat mich auf Ayeshas Schmuck angesprochen. Ich dachte erst er wäre irgendwo Eifersüchtig
Es war spät. Rodney wusste das. Trotzdem stand er vor Jennifers Zimmertüre und dachte fieberhaft nach ob er anklopfen sollte. Vor fast zwei Jahren hatte sie beide sich getrennt. Nun hatte sie ein neues Leben angefangen. Eines das so ganz anders war, als er es sich je hätte vorstellen können. Er hatte sie unter
Zelenka presste seine Lippe zusammen und nickte leicht. „Ja… Ladon Radim hat mich auf Ayeshas Schmuck angesprochen. Ich dachte erst er würde spinnen, aber seine Vorwürfe machten schnell Sinn und im ersten Moment war ich überwältigt." Zelenka sah zu Boden und schüttelte seinen Kopf. „Würde Ember so etwas tun? Ich habe zwar mit ihm reden wollen, aber ich wusste er spricht sich daraus oder würde mich dazu bitten, es ihm zu überlassen mit ihr zu sprechen. Aber ich wusste auch, dass er zu viel Sorge hätte sie zu verlieren. Darum… Darum habe ich es Ayesha gesagt. Ich wollte erst noch einmal mit ihr sprechen bevor ich damit an Sie oder Dr. Weir getreten wäre."
„Darüber reden wir einander mal. Ich werde jetzt die Königin dazu bitten mit mir zu sprechen."
„Und ich versuche mit Ember zu reden", sagte Radek und erhob sich langsam. Er achtete nicht auf Woolsey und verließ das Labor. Der Schneeball war ins Rollen gekommen und trotz allem, hoffte er das Ember ihm das alles nicht zu übelnahm. Hoffentlich würde dieser sich beruhigen und mit sich reden lassen. Wo steckte er gerade wohl? In seinem Turm? Nein. Vermutlich war er auf einer der Terrassen und ließ die kalte Luft sein Gemüt kühlen.
Ember hatte ein schlechtes Gefühl. Er stand auf einer der großen Terrassen und umfasste das kalte Geländer mit seinen Händen. Er wollte das die Kälte seine Wut abkühlte und seinen Schmerz verdrängte. Aber es half nicht wirklich. Er hatte ein schlechtes Gefühl und wollte unbedingt noch einmal mit Ayesha reden bevor Dinge ins Rollen kamen die nicht mehr zu ändern wären. Er hatte einen Fehler begangen. Er wusste das und er würde sehr lange diesen Fehler bereuen. Er konnte nur hoffen das Ayesha ihn noch einmal sprechen wollen würde und das in absehbarer Zeit. Der Schmerz an seiner rechten Hand ließ ihn irgendwann dort hinschauen. Er drehte seine Hand einmal und blickte in diese. Seine Handlippen stachen unangenehm und sehnten sich nach wärme. Nach Leben. Nach Ayesha. Allein der Gedanke, dass wenn er seine nächsten Schritte unachtsam plant und sie damit verlieren würde, ließ sein Lebenswillen schwinden. Das einzige, dass er tun könnte, wäre sie zurückzugewinnen. Wenn auch diese Mission scheitern würde, was bliebe ihm dann? Er hatte es Ayesha gesagt. Er hatte sie gewarnt. Er hatte ihr erklärt wie Wichtig sie ihm werden würde. Vielleicht blieb ihm nichts Anderes als darauf zu warten, das sie ihm vergeben würde. Und wenn dann ihr Leben in den Jahrzehnten vorüber wäre, wäre es mit seinem ebenso. Eine Welt ohne sie. Ginge das? Ember musste wirklich ernsthaft darüber nachdenken und all seine Instinkte dazu ignorieren, weil es diese Option für ihn einfach nicht geben konnte aber… Er zwang sich dazu. Wenn Ayesha ihn nun abwies, was wäre dann? Es gab drei Möglichkeiten. Um sie kämpfen, was er eh tun würde oder… Er würde das Hive verlassen müssen. Er könnte zwar bleiben. Das wäre seine zweite Option. So könnte er Ayesha zumindest manchmal noch sehen. Nur damit wäre Ayesha gewiss nicht einverstanden. Also war da die Dritte Option. Er würde sich eine neue Königin suchen. Alabaster würde das nicht gut aufnehmen. Aber welche Königin würde das auch? Ember sah wieder hoch und überblickte die großen weiten Eisflächen. Seine schmerzende Hand umfasste wieder das Geländer und er wollte selbst einfach nur eine einfache Präzise Lösung finden. Woolsey machte ihm dazu sorgen. Ayesha hat mit ihm gesprochen, da war er sich sicher. Wozu sonst war er zu dieser Zeit zu Radek gegangen? Woolsey würde nach Radek mit ihm sprechen wollen oder er würde direkt mit Alabaster und Guide reden. Und wenn das geschah hatte er verloren. Guide würde nachdenken und die Option erwägen das er mit Vorsatz gehandelt hatte. Guide würde sich daran erinnern wie Ember sich in sein Team infiltriert hatte um für seine eigene Königin die ZPMs zu stehlen Guide würde das erwähnen. Ayesha wusste davon. Darum misstraute sie ihm so sehr. Guide würde ihm misstrauen. Damit würden die Lanteanern ihm misstrauen und Zelenka. Er hatte ihn ans Messer geleifert. Ein Teil in ihm war sich darüber im Klaren, dass Zelenka nur getan hat was er für richtig gehalten hatte. Als er glaubte etwas zu spüren, drehte er sich um. Zelenka öffnete gerade die Terrassentüre und trat zitternd ins Freie. „H-Hey. Es ist ganz schön k-kalt hier."
Ember drehte sich direkt wieder um und sah auf seine Kalte Hand runter. „Es ist okay."
„Werdet ihr nicht auch irgendwann Krank, wenn ihr solange in der Kälte seid? Dazu ohne ausreichend warme Kleidung?" Zelenka kam neben ihm zum Stehen und sah zu ihm hoch. „Ich meine ja nur."
„Die Lebensenergie der Menschen kann uns warm und gesund halten."
„Und wann hast du dich zu Letzt genährt?"
Ember sah flüchtig zu seinem Freund und blickte wieder hinaus auf das Eis. „Welche Rolle spielt das."
„Ember du bist wütend, ich verstehe das", sagte Radek möglichst ruhig und hoffte, das der Wraiths ihn nicht gleich wieder anspringen würde. Zumindest wirkte Ember nicht mehr all zu aggressiv.
„Ich bin enttäuscht von dir. Aber ich bin mir im Klaren darüber das ich dir nicht die Schuld für meine Fehler geben kann." Ember umspannte das Geländer wieder fester und löste sich gänzlich von diesem. „Gehen wir rein." Auch wenn er irgendwo diese Eiseskälte aushielt, so würde Zelenka das nicht lange können. Also begab er sich als erster zurück in das warme Innere der Stadt und steuerte mit Zelenka eine kleine Sitzgruppe auf.
Zelenka setzte sich als erster hin und erschauderte noch an der Erinnerung der Kälte die ihm draußen in die Glieder gekrochen war. „Es tut mir leid, dass ich dich nicht selbst angesprochen habe", sagte Radek und blickte Ember an. Der Wraiths sah nicht gut aus. Er war fahler als sonst und seine Augen zeigten einen Kummer den Zelenka nie kennengelernt hatte und das besorgte ihn. „Ich glaube dir inzwischen", sagte Radek dazu. „Es macht keinen Sinn wieso du solange mit ihr hättest spielen sollen, außerdem… Bist du sehr vorsichtig gewesen", sagte Zelenka leise. „Du wolltest Ayesha nie offenbaren was du für sie empfindest, ich habe dich dazu gedrängt."
„Ich habe ihr dennoch Schmuck geschenkt. Ich kann nachvollziehen wieso du dachtest ich hätte Hintergedanken."
„Ich hätte dir vertrauen sollen. Und dir zuerst zuhören müssen. Das Ayesha so wütend wird, habe ich nicht überdacht. Ich bin wohl einfach was Frauen anging sehr… Unerfahren."
Ember lehnte sich etwas vor und stützte beide Arme auf dem Tisch ab. „Ich liebe sie." Und er war verzweifelt.
Radek seufzte leicht und dachte lange nach. „Wenn wir in Tschechien Probleme haben trinken wir und ich glaube, wir sollten das auch tun. Ich habe Becherovka, das ist ein Kräuterbitterschnapps. Ich weiß nicht ob Wraiths betrunken werden, aber… Es hilft, wenn man gestresst ist."
„Becherovka?" Ember schüttelte erst seinen Kopf, ehe er noch einmal darüber nachdachte. „Wir können betrunken werden, wenn auch nur sehr kurz."
„Na dann." Radek erhob sich und wartete auf Ember, ehe er diesen auf sein Zimmer führte. Sie schwiegen größtenteils, aber das tat auch mal gut- Zelenka war zumindest froh, dass Ember nicht mehr allzu wütend auf ihn war. Sie waren beide schließlich Freunde und vielleicht auch irgendwo Brüder.
Rodney stand tief Luftholend vor Jennifers Zimmer und zögerte noch damit einzutreten. Er hörte das Baby weinen und Jennifers Stimme. Das da drin hätte seine Familie sein können. Jennifers würde seinen Sohn im Arm halten und gemeinsam würden sie versuchen den Jungen zu beruhigen. Er wäre bestimmt ein guter Vater geworden. Ein guter Vater und ein guter Ehemann. Rodney schloss seine Augen, weil er die sanfte Berührung von Kits Verstand wahrnahm. Dieses Gefühl war so unglaublich. Er fühlte die Reinheit und Unschuld des Jungen. Er fühlte wie der Kleine nach der Wärme seiner Mutter suchte und er fühlte seinen Hunger. Beinahe verlor sich Rodney in diesen Gefühlen als dann aber plötzlich diese kalte Wand in seinem Verstand wuchs und alles von ihm abschirmte. Guide. Er fühlte Guide. Sofort öffnete Rodney verlegen seine Augen und wusste in diesem Moment, dass Guide einen Teil seines Traumes hatte sehen können und das war… Er fühlte sich als habe Guide ihn nackt gesehen. Und kurz darauf ging die Türe zu Jennifers Zimmer auch schon auf und Guide stand in dieser. „Was willst du?" fragte der Wraiths Commander ihn barsch und Rodney musste im ersten Moment schlucken. „Jennifer sehen und ihr… Eurer Kind. Ich habe ein Geschenk dabei." Rodney hob das Spielzeug hoch und Guide warf einen Blick auf diesen, dabei drang ein knurren aus seiner Kehle. „Guide? Was ist denn?" Jennifers Stimme ließ den Commander innehalten, ehe er sich umdrehte und wieder in das Zimmer trat. „Mein Rivale ist hier."
„Rivale?" murmelte Rodney und wusste es irgendwo zu schätzen das Guide ihn als Ebenbürtig ansah, wenn es um die Gunst von Jennifer ging. Langsam trat Rodney ein und warf einen Blick auf Jennifer. Sie strahlte, und dennoch wirkte sie müde. Ihre Haare waren zu einem einfachen Pferdeschwanz zusammengebunden und ihre Wangen waren etwas rosig. Sie sah gut aus und in ihren Armen hielt sie das Baby. Ihren Sohn. Er jammerte leise. „Rodney schön dich zu sehen."
„E-Es ist auch schön dich zu sehen", sagte Rodney und räusperte sich ein paarmal, weil er glaubte einen Frosch im Hals zu haben. Dann kam er langsam näher und warf einen Blick in ihre Arme. „Er sieht aus wie ein Wraiths!" sagte Rodney überrascht und musste blinzeln. „Wow. Glückwunsch aber… Hast du dir mal Gedanken darum gemacht? Ich meine wie willst du mit ihm im Kinderwagen durch einen Park fahren? Oder überhaupt mal als Teenager in einem Einkaufszentrum? Oder…"
„Rodney." Jennifer unterbrach ihn sofort und musste lächeln. „Er wird nicht die Erde sehen können", sagte sie. „Zumindest nicht in ferner Zukunft- Er gehört hier her."
„Aber du nicht", warf der Wissenschaftler ein. „Guide hat dir dein ganzes Leben ruiniert! Hast du an deinen Vater gedacht? Oder deine Freunde auf der Erde? Du wirst nicht einmal das Grab deiner Mutter pflegen können oder eines Tages an der Beerdigung deines Vaters teilnehmen. Ist dir das klar?"
„Ja. Rodney." Jennifer sah auf ihr Baby runter und veränderte seine Position damit er sich erst einmal wieder beruhigte. „Mir ist das alles schon sehr lange klar. Das musst du mir jetzt nicht sagen."
Rodney schwieg als Guides neben Jennifer zum Stehen kam und ihn ebenso ansah. „Ja… Natürlich also… Ah… Entschuldigung". Rodney holte tief Luft und hob einen Zauberwürfel hoch. „Ich dachte mir das ihm das gefallen würde? Meine Schwester hat auch etwas besorgt aber das ist noch auf der Erde. Sie fand es wäre eine schlechte Idee dem Kind ein Zauberwürfel zu schenken, aber meine Nichte liebt also… Naja hier." Er reichte er Guide aber dieses nahm es nicht an, deshalb legte Rodney es nach kurzem Zögern auf dem Tisch im Zimmer ab. „Tut mir leid", sagte er abermals und seufzte. „Ich habe das total Falsch… Es freut mich natürlich für dich. Für euch beide." Er kam wieder näher und rieb seinen Nacken. „Geht es euch beiden gut?" fragte er Jennifer und deutete auf ihren Sohn.
„Uns geht es gut. Danke für dein Geschenk. Wir sind beide nur sehr müde."
„Ich verstehe! Ja es ist ja auch schon spät." Rodney schluckte und nickte dazu. „Ich gehe dann mal. Wir sehen uns bestimmt morgen?"
„Das werden wir bestimmt."
„Klar." Jennifer beobachtete wie Rodney wieder ging und seufzte am Ende leicht. „Wieso bist du so angespannt, wenn er da ist?" fragte sie Guide und setzte sich mit dem Baby im Arm hin, damit sie ihn füttern konnte. „Mir haben seine Gedanken nicht gefallen. Er denkt ständig an dich, wenn er dich sieht. An das was hätte sein können."
Er war Eifersüchtig? Jennifer sah von Kit rauf zu seinem Vater und musste etwas lächeln. „Ich habe deinen Sohn in meinen Armen Guide."
„Mich würde so etwas nicht aufhalten", sagte er wiederum und kam auf sie zu, ehe er auf sein Knie runterging, damit er nicht von oben herab auf sie sah. Seine Hand legte er auf ihr Oberschenkel und sah ihr dann in die Augen. „Streite dich nicht mit ihm, wegen etwas wovon Rodney träumt. Er wollte mich damals Heiraten und ich habe abgelehnt. Ich stehe zu meinem Wort und jetzt bist du da. Und Kit auch. Ich bin glücklich."
Guide suchte etwas in ihrem Blick, ehe er sich ganz setzte und sich mit dem Rücken an das Bett lehnte. Als Guide nun neben ihr aber auf dem Boden saß, hob sie ihre freie Hand und fuhr ihm damit über das Haar. „Ich liebe dich Guide."
Und er hatte ihre Liebe nicht verdient. Nicht nachdem er sie so im Stich gelassen hatte. Aber er wollte sich davon jetzt nicht runterziehen lassen. Stattdessen schloss er seine Augen und genoss die Nähe seiner Partnerin. „Sie liebte ihn. Was hatte er mehr erwarten können? „Guide?".
Guide sah zu Jennifer hoch und musste lächeln als sie ihm ihren Sohn reichte. „Du wirst auf uns aufpassen. Ich weiß das. Darum bin ich auch glücklich. Jetzt haben wir uns endlich wieder."
„Ich werde dich beschützen", versprach er ihr und beobachtete wie sie ins Bett kletterte. Er selbst war nicht müde, kam aber zu ihr aufs Bett und lehnte sich mit dem Rücken an das Kopfende. Kit hielt er im Arm, während Jennifer ihren Kopf auf seinen Oberschenkel ablegte und sein Bein mit ihrem Arm umschlang. Sie schlief gerne so bei ihm.
„Wenn ich ausgeschlafen bin, müssen wir an diesem Treffen endlich teilnehmen…"
„Das werden wir." Kit schlief bereits und Guide beobachtete seinen Sohn während Jennifer so dicht bei ihm lag und einschlief. Er würde sich das hier niemals mehr nehmen lassen. Nie mehr.
Sie waren alle übermüdet. Die Wraiths sowie die Menschen. Aber sie wollten diesen Tag noch rumbringen und zu Finalen Beschlüssen kommen. Es war gar nicht so verkehrt das sie alle hierfür auf Atlantis waren. Der Stadt an dem ihr aller Schicksal seinen Lauf genommen hat. Die Lanteanern würden als Zeugen dieser Zusammenkunft dienen. Alabaster hatte das Bedürfnis auf ihrem Fingernagel zu kauen, aber sie unterließ es und sah in die Runde. Die Jüngste hatte inzwischen Probleme sich zu konzentrieren. Ihre Gedanken schweiften zu verschiedenen Dingen ab, die absolut irrelevant waren. Silvertongue hieß das Mädchen. Sie war viel zu Jung. So Jung um nach wie vor mit Ihrem Darling spielen zu können. Gerade als die nächste Diskussion startete sah die Königin einen blassen Woolsey in den Raum kommen. Er blickte sich einmal um und straffte seinen Rücken, ehe er sie ins Auge fasste. Anschließend ging er zu Elizabeth und flüsterte ihr etwas zu. Als auch Weir zu ihr sah, wusste die Königin das etwas sein musste. Dennoch wartete sie auf das nächste Handeln der Personen. Es war Elizabeth die nun etwas vor trat. „Entschuldigen Sie bitte, aber wir müssten eine kurze Pause einrichten."
Vereinzelnd hörte man ein Schnauben und auch so waren die Gemüter ziemlich gereizt. „Es wird nicht lange brauchen", versicherte Weir. „Eine Halbestunde?"
„In Ordnung", sagte Alabaster nachdem sie sich Mental mit ihren Schwestern verbunden hatte, ehe sie sich erhob und auf Weir und Woolsey zu lief. „Königin Alabaster", Woolsey sprach sie sofort an und man sah ihm gleich die Schweißperlen auf der Stirn an. „Ich müsste sie sprechen. Es geht um Ember."
„Ember?"
„Vielleicht unterhalten wir uns irgendwo, alleine?" Woolsey sah Bonewhite der nun ebenso näher kam und neben der Königin stehen blieb. „Nicht alleine."
„J-Ja schon klar. Kommen Sie am besten in mein Büro. Elizabeth? Würden Sie hier weiter die Stellung halten?"
„Aber natürlich." Elizabeth beobachtete wie Woolsey mit den beiden Wraiths vor lief und sah selbst auf als Perlmutt und Ronon neben ihr zum Stehen kamen „Was ist los?" fragte der Satedaner sofort und musterte Weir.
„Nichts. Zumindest nichts wovon ich wüsste. Es geht um Ember", sagte Elizabeth.
„Dann geht es auch um Ayesha", sagte Ronon. „Vielleicht hatten beide Streit?"
„Ember war unruhig", sagte Perlmutt nachdenklich. „Ich habe mir schon überlegt ob er ein Problem mit Ayesha hat. Sein Kummer war für uns alle kurz zu fühlen. Aber er hatte sich schnell wieder unter Kontrolle."
Ronon musterte Perl, zumal sie ihm nichts davon erzählt hatte. Ob Ember sie angegriffen hatte? Oder war es nur ein Streit wie es Paare so hatten? Er wusste es nicht zu deuten. „Vielleicht sollten wir mit Ayesha reden", gab Ronon zu bedenken. „Und kommen so schneller zu Ergebnisse?"
„Wir warten ab", sagte Weir. „Lasst Woolsey regeln, was es auch immer zum Regeln gibt."
Perl nickte einverstanden und sah zu Ronon hoch. „Würdest du mich zur Kantine begleiten?"
Ronon sah von Weir zu Perl runter und seine Gesichtszüge wurden gleich sanfter. „Komm."
Weir sah beiden nach und musste etwas lächeln. Sie hatte Ronon bisher nur in Perlmutts Nähe so entspannt gesehen und sie konnte sagen, dass sie ihn schon lange kannte. Aber natürlich war das alles für sie auch sehr beunruhigend. Wenn Ronon Perl verloren hätte, wäre er vollkommen durchgedreht. Sie hoffte das die beiden auch in Zukunft so zusammenhalten würden.
Ronon sah an seine Seite runter als Perlmutt sich bei ihm einhakte. Ihre Diskussion einige Stunden zuvor hatte er schon wieder vergessen. Es lag vermutlich tatsächlich an ihrer Präsenz. Ronon hatte sich viele Gedanken darübergemacht, wieso er so auf sie fixiert war. Als er sie kennengelernt hatte, war es wie ein Schlag im Gesicht. Er hatte alle Warnsignale wohl innerlich übersehen, weil er ihr hatte Nah sein wollen. Dabei war das nur, weil sie eine Wraiths war. Königinnen konnten diese Art von Verlangen in ihren Wraithsgefährten auslösen, damit sie beschützt wurden. Es war eine Präsenz die sie einfach unbewusst ausübten. Aber Gefühle konnten sie nicht beeinflussen. Sie konnten nur wecken was in einem war. Die Anziehungskraft… Der Bann in welchem Königinnen einen ziehen konnte… Ronon sah auf den Weg wieder vor sich und wusste, dass es ihm gleichgültig war. Am Anfang als er all das rausbekommen hatte, war er in eine Krise geraten. Eine in welcher er sich nicht sicher gewesen war, ob Perlmutt ihn nicht nur einfach um den Finger hatte wickeln wollen. Jetzt wusste er das dem nicht so war. Sie konnte nichts dafür die zu sein die sie war, genauso wie er etwas konnte der zu sein der er war. Und trotzdem hatten sie sich zusammengerauft und sich gefunden.
Als sie beide die Kantine erreichten steuerte er mit ihr die Essensausgabe an. „Es wird viele Veränderungen geben", hörte er sie sagen während sie beide sie ihr Essen aussuchte. „Es wird für viele Schwer werden. Menschen und Wraiths."
„Die Wraiths werden nicht ihre Position aufgeben wollen, auch wenn es für sie gerade schlecht aussieht", sagte Ronon. Es waren zwar nach wie vor viele Wraiths übrig, aber nicht genug um ihre Macht über die Welten gezielt auszuüben. Etwas was er natürlich begrüßte, allerdings gab es da verschiedenes zu bedenken. Selbst wenn sich nun die Lage geändert hatte und die Menschen nun nicht mehr am Nährprozess der Wraiths sterben würden, gab es genug Welten die nicht vergessen würden unter welcher angst sie hatten leiden müssen. Viele würden ihre Chance nutzen sich nun zu Rächen. Diejenigen die schon immer die Wraiths gejagt hatten, würden damit nicht aufhören. Die Münze zu kippen, das Machtverhältnis zu ändern, war nun nur noch eine Frage der Zeit. Perlmutt, Jennifer und Teyla hatten schon daran leiden müssen Personen die ihm sehr nahestanden. Und es würde schlimmer werden. Sie wussten das. Die Wraiths wussten das. Und das machte ihm sorgen. Hier ging es auch um seine Zukunft. Die Zukunft seiner Tochter. Was aus ihr wohl werden würde? Ronon setzte sich mit Perl an einen der freien Tische und musterte sie einmal. „Und das wird zu Konflikten führen", murmelte Perl und sah auf ihren Teller. „Das mit uns war nur der Anfang. Es wird schlimmer kommen. Die meisten Welten nutzen bereits das neue Virus, aber nicht alle werden einverstanden sein. Es gibt Welten die selbst wir nicht betreten wollen."
„Das sind Welten die keiner betreten will", gab Ronon zu bedenken. Es gab Barbaren. Sprichwörtliche Barbaren die keine Scheu davor hatten ihres gleichen zu Essen. Welten von denen auch er als Runner Abstand genommen hatte.
„Das bereitet mir Kopfzerbrechen."
„Das kann ich nachvollziehen." Ronon legte seine Hand auf ihren Rücken und schloss kurz seine Augen. Als Perl sich plötzlich verkrampfte. Öffnete er seine Augen sofort wieder und schaute sie an. „Was ist los?" Perlmutt wirkte besorgt. Sie sah Ronon an und holte tief Luft. „Ember. Mit ihm ist etwas. Ich fühle… Schmerzen und Angst."
Sorry! Ich war leider Krank gewesen und hatte danach unheimlich viel auf der Arbeit zu tun.
Ich hoffe das pendelt sich jetzt wieder ein. Bleibt Gesund!
Liebe grüße
