Hallo zusammen, ähm ja, da ist wohl vor zwei Wochen etwas schief gegangen... Es tut mir mega leid, dass ihr dieses Kapitel erst heute bekommt!
Dafür lade ich gerade zwei Kapitel hoch, hoffentlich ist das ein kleiner Trost ^^''
Viel Spass, ich kann euch versprechen, die nächsten Kapitel werden spannend. Bin schon gespannt, was ihr dazu sagt. Eure K4
,,..." jemand spricht
/.../ jemand denkt
~...~ Parsel
32. Kapitel zurück in Hogwarts oder das GesprächHermine pov
Die rote Lokomotive pfiff laut, als sie auf dem Gleis ankamen. Sie beide waren immer noch unter ihrer Tarnung verborgen. Da sie die magische Rüstung leider doch noch nicht vollständig beherrschte, hatte Ric zur Sicherheit eine auf sie gesprochen. Sie würde ein paar Wochen halten und ihr so Zeit geben, sie doch noch vollständig zu meistern. Es nagte an ihr, dass sie sich mit ihrer Wesensmagie so schwer tat, aber genauso schwer fiel es ihr, ihren inneren Schild hinunter zu lassen. Sie konnte dieses fremde Wesen nicht einfach in ihren Geist lassen, alles sträubte sich in ihr dagegen.
Sie hatte sich zu lange und zu viel Mühe damit gegeben, dass Niemand in ihren Geist gelangen konnte, dass ihre Schild, ihre innere Bibliothek ihr so vertraut waren, dass es sich einfach falsch anfühlte, jemand fremden hinein zu lassen. Tom hatte es Zähneknirschend akzeptiert, es war nun mal nicht seine Entscheidung. Sie wusste zwar, dass er am Liebsten die Bindung direkt vollzogen hätte, doch da dieses fast wie eine Heirat war, konnte sie ihn vorübergehend besänftigen. Er würde sich zwar nicht ewig mit der Ausrede begnügen, dass es zu schnell ginge, doch so hatte sie sich erst einmal etwas Luft verschafft.
Sie hatte sowohl mit Ric, wie auch mit Sal, über die Bindung geredet und es beruhigte sie überhaupt nicht, dass die Oklumentikschilde keine Wirkung haben würden. Manchmal wünschte sie sich, dass sie ihr Hirn einfach ausschalten könnte, denn dann wäre die Sache um einiges einfacher. Sie würde nichts lieber tun, als sie unwiderruflich an Tom zu binden, mit Haut und Haar. Aber sie konnte einfach die Konsequenzen nicht einschätzen, wenn er ihre Erinnerungen sehen würde.
Der grösste Teil von ihr, brannte mit Inbrunst für die Theorie, dass Tom so niemals der dunkle Lord werden würde. Doch die kleine nervige Stimme in ihrem Kopf, welche nur al zu gerne in den unpassendsten Momenten irgendeinen ihrer früheren Lehrer zitierte, wies sie immer wieder darauf hin, dass die Vergangenheit nicht verändert werden konnte und durfte. Ausserdem war sie vielleicht einfach auch nur ein bisschen ängstlich, nicht nur, dass sie Tom und ihre Slytherin Freunde seit fast einem Jahr anlog, sie wusste einfach auch nicht, wie sie ihnen die Wahrheit sagen sollte.
Wie sagte man jemandem, dass er der schrecklichste und hässlichste dunkle Lord werden würde, denn die Zauberergemeinschaft je gekannt hatte?
Wie erzählt man jemandem, dass dessen Schwiegertochter sie irgendwann fast zu Tode foltern würde?
Wie sagte man jemandem, dass dessen Sohn irgendwann dem Reinblutwahnsinn verfallen würde?
Oder wie erzählt man jemandem, dass sein Sohn durch seine Cousine getötet wird?
Und wie erzählte man jemandem, dass man alles getan hatte, um ihn irgendwann tot zu sehen?
Nein, sie konnte es nicht. Ein Vergessenszauber war viel reizvoller, aber sie war leider auch zu feige oder zu stolz, diesen Schritt zu tun. Und irgendwie wäre sie auch nicht mehr Hermine, wenn sie ihre Erinnerungen nicht mehr hätte. Auch wenn sie auf die eine oder andere Erinnerung wirklich gut hätte verzichten können.
,,Mine, kommst du?" wurde sie aus ihren drüben Gedanken gerissen. Tom hatte ihre Koffer bereits ins Innere der Lokomotive gebracht und wartete jetzt an der Tür, dass sie endlich einstieg. Eine Sekunde lang, schoss ihr der Gedanke durch den Kopf, dass es für sie viel einfacher wäre, wenn sie jetzt einfach abhauen würde. Doch dieser Gedanke verdrängte sie schnell wieder. Sie war immer noch irgendwo tief in sich eine Löwin und daher würde sie jetzt nicht kneifen. Sie hätte sowieso keine gute Alternative, wo sie hinkönnte. Und wenn sie ehrlich war, genoss sie jede Sekunde, welche sie mit Tom verbringen konnte.
Gedankenversunken hatte sie das Abteil erreicht, dass Tobias und Abraxas für sie reserviert hatten. Sie blieb an der Abteiltür stehen und beobachtete, wie Tom ihren Koffer auf die Ablage stemmte. Nachdem die Jungs das Abteil zu ihrer Zufriedenheit vergrössert hatten, liessen sie sich auf ihre Plätze fallen und begannen über ihre Ferien zu reden. Hermine wartete allerdings immer noch sehnsüchtig auf Mia und liess ihren Blick immer wieder über den Bahnsteig wandern. Sie erschrak sich etwas, als Tom plötzlich durch die Absperrung kam. Sie benötigte einen Moment, um sich daran zu erinnern, dass es der Golem von ihm war. Sie beobachtete ihn fasziniert bei seinem Weg über den Bahnsteig und in den Zug hinein. Er hatte einen starren Blick und sah nicht nach rechts oder links.
,,Mine!" Blonde Locken versperrten ihr die Sicht auf den Tom Golem und sie wurde in eine Umarmung gezogen. ,,Mia, ich freue mich dich zu sehen." Sagte sie glücklich und umarmte ihre Freundin zurück. Zusammen gingen sie nun ins Abteil, wo sie die Anderen begrüsste und sich mit Mia niederliess. Sie waren gerade mitten in den Begrüssungen und Erzählungen über die Ferien, als die Abteiltür aufging, Tom hinein kam. Er veränderte irgendwie seine Struktur, so dass seine Haut aussah wie Erde, als der gesamte Körper so aussah, zerbröselte er und zurück blieb nur ein kleiner Erdhaufen. Mit einem Wink von Toms Zauberstab, waren die Überreste des Golems auch bereits wieder verschwunden und Nichts erinnerte mehr an ihn.
Die Fahrt war amüsant, Jeder hatte viel zu erzählen, es wurde gelacht und geneckt. Besonders Magenta und Eliot wurden aufgezogen, da die Beiden über die Ferien die Bindung vollzogen hatten. Offiziell heiraten und es im Ministerium eintragen lassen, wollten sie allerdings erst nach der Schule. Sie hätten zwar nach den ursprünglichen Schulregeln ein Einzelzimmer zugute, doch sie hatten beschlossen, dass es für das letzte Jahr, den Papierkram und die Konfrontation mit dem stellvertretenden Schulleiter nicht wert war. Dennoch waren sie alle der Meinung, dass dies noch gebührend gefeiert werden sollte und begannen bereits auf der Zugfahrt mit der Vorfeier. Verschiedene Feuerwerke explodierten so in kurzer Zeit in dem mit Schallschutzzaubern versehenen Abteil. Als die junge Verkäuferin mit dem Süssigkeitenwagen ankam, kauften sie alle etwas ein, legten allerdings auch vieles für die Feier später auf die Seite. Nach und nach beruhigten sich die Slytherins aber wieder und es wurde ruhiger im Abteil.
,,Hey Tobias, ich habe gehört, deine Eltern haben die hirnrissige Idee, dass du deine Cousine Walburga verheiraten sollst." ,,Cousine zweiten Grades bitte. Aber ja ihr habt Recht, diese dämliche Idee haben sie." sagte er mit grimmigem Gesicht. Es herrschte eine kurze bedrückende Stille, bevor Nelson zögerlich fragte. ,,Ist dein Vater immer noch so schnell mit dem Crutiatus Fluch?" Tobias nickt grimmig. ,,Nachdem seine Frau gestorben ist, will er nun unbedingt seine zwei Kinder unter die Haube bringen. Mein Cousin Cygnus hat er bereits jetzt mit der jungen Druella Rosier verlobt, obwohl beide noch nicht einmal zur Schule gehen. Ich habe immer noch die Hoffnung, dass Walburga irgendwann in diesem Jahr in Durmstrang eine Treppe runterfällt. Ich dachte es sei ein Segen, dass wir nicht auf die selbe Schule gehen, aber jetzt kann ich gar keinen Unfall organisieren." Sagte er grimmig und alle nickten zustimmend.
,,Ist Walburga den so schlimm?" fragt Hermine nach, welche die junge Black schliesslich noch nicht kennengelernt hat. ,,Abgesehen davon, dass sie überhaupt keinen Modegeschmack besitzt und sich immer in die schlimmsten Outfits quetscht…" beginnt Mia, „… ist ihre Stimme so Nerv tötend, dass wir sie in unserer Kindheit regelmässig stumm gehext haben." Beendete Nelson ihren Satz. ,, Das schlimmste ist, dass sie einfach nicht begreifen will, dass ich meinen wahren Namen hasse. Ich nenne mich ja nicht zum Spass Tobias, aber nein, sie beharrt einfach darauf mich Orion zu nennen, obwohl oder gerade weil sie weiss, wie sehr ich das hasse." Grummelte Tobias, die anderen warfen noch die eine oder andere schlechte Eigenschaft seiner Zukünftigen ein, doch Hermine hörte nur noch mit einem Ohr zu. Ihr war gerade aufgefallen, dass ihr Freund Tobias, wenn sein wirklicher Name Orion war, er der Vater von Sirius und Regulus Black sein würde. Und dem zu Folge war die erwähne Walburga, das schreiende, zeternde Bild im Grimmauldplatz 12, welches sie jedes Mal auf das Übelste beschimpft hatte. Sie wusste natürlich nicht, wie Walburga jetzt aussah, aber in ihrer Zeit war es keine schöne Frau und die Stimme war wirklich Nerv tötend gewesen.
Irgendwann kamen die Unterhaltungen dann wieder auf die Ferien zurück und sie spielten verschiedene Spiele. Während Abraxas mit Tom das obligatorische erste Schachspiel durchführte, hatte sich die anderen zusammengesetzt um Dumbledore explodieren zu spielen. Hermine hatte sich lieber ein Buch genommen und genoss einfach die Atmosphäre, während sie ihre Freunde beobachtete.
Firis war leider bereits vorgeflogen, doch Shadow hatte sich im Schatten unter den Sitzbänken zurückgezogen. Mia bekam sich fast nicht mehr ein, als sie ihn entdeckt hatte und knuddelte ihn die halbe Zugfahrt über, was dieser allerdings gerne über sich ergehen liess. So sass die Lestrange mit dem schwarzen Wolf auf dem Schoss da und spielte mit einer Hand, während sie mit der anderen ihm über den Kopf fuhr. Hermine fragte sich, ob es an ihrem Werwolf lag, dass sie so an ihm hing, doch dann zuckte sie mit den Achseln. Eigentlich spielte es gar keine Rolle warum, die Hauptsache war, dass sie sich vertrugen.
Sie lehnte sich wieder zurück, ihre Schulter streifte dabei Toms und er lächelte sie kurz an. Sie lächelte zurück und lehnte ihren Kopf an seine Schulter, während sie einfach nur den Moment hier mit ihren Freunden genoss.
Hogwarts pov
Da! Er konnte die Rauchsäule sehen. Bald würde die rote Lokomotive endlich in Hogsmead einfahren und dann ginge es nicht mehr lange, bis seine Hallen endlich wieder mit Schülern gefühlt waren. Oh wie er sich auf dieses Schuljahr freute. Waren seine Fenster in der Eingangshalle eigentlich sauber genug? Hätte er das Gras etwas grüner machen sollen? Hatten die Hauselfen auch wirklich genug darauf geachtet, dass sich keine Kitzpurfel im Schloss befanden? Und hatten sie daran gedacht, dass bei der 13 Treppe sich der Stoff der 356 Stufe gelöst hatte? Sie hatten sich wirklich Mühe mit seiner Reinigung gegeben, wie er nach seinem Erwachen bemerkt hatte, doch was wäre wenn sie einen Raum ausgelassen hatten?
Und das vierte Rohr von links in der dritten Etage tropft immer noch, wie er gerade bemerkte. Was wäre, wenn dort ein Schüler ausrutschte und sich verletzte? Was würden wohl für neue Schüler kommen? Ach er war immer so aufgeregt vor einem neuen Schuljahr, er konnte es kaum erwarten. Und natürlich war er sehr gespannt auf die junge Miss White, vielleicht hatten sich die Banne um sie endlich aufgelöst. Was sie wohl über die Ferien getan hatte? War der Slytherinerbe auch nett zu ihr gewesen? Wenn nicht, würde er ihn irgendwo im Kerker einsperren. Aber bestimmt war er nett gewesen, wenn sie nämlich wirklich Bindungspartner waren hatte er ja fast keine Wahl. Oh dieses Jahr würde wirklich spannend werden.
Seine Fenster erzitterten vor Freude, als er das aufgeregte Schnattern der Schüler näher kommen hörte. Der Weg von Hogsmead war lang und während Hagrid mit den Erstklässlern durch die Abkürzung im Wald ging, wanderten die anderen gemütlich den bekannten Pfad hinauf. Er beobachtete die Hauselfen dabei, wie sie immer wieder mit einem Plopp verschwanden, um dann mit einem Koffer in einem der Schlafzimmer aufzutauchen und wieder zu verschwinden. Das stetige Ploppgeräusch machte es ihm nicht einfacher sich zu beruhigen. Die Hauselfen, welche nicht für die Koffer verantwortlich waren, wuselten aufgeregt in der Küche hin und her. Nicht selten stolperte eine in ihrem Eifer und es ging etwas scheppernd zu Bruch.
Dusza, die älteste Hauselfe von Hogwarts und momentan die Oberhauselfe, sass mit ihren 148 Jahren, wie es sich gehörte auf einem Sessel und überwachte das Ganze. Obwohl er langsam das Gefühl hatte, dass sie nicht mehr ganz so gut sah. Doch da es noch ausreichte um einem ungeschickten Jungelfen mit ihrem Stock auf den Kopf zu schlagen, weil er den Pudding fallen liess, schien es noch nicht so schlimm zu sein.
Immer wieder verspürte er ihre nur zu vertraute Elfenmagie, wenn sie aus einem Handgelenk locker zerbrochene Teller und Tassen wieder reparierte. Es brauchte auch nur ein Räuspern von ihr, um etwas Ruhe in die Küche zu bringen, genug damit die Küchenhauselfe zur Ruhe und Besinnung ausrufen konnte.
Das würde allerdings nur ausreichen, bis die ersten Schülern das Schlossportal erreicht hatten, danach würden sie wie jedes Jahr in dieselbe Hektik verfallen. Er erhellte nachsichtig die Lampen in der Küche etwas, um ihnen seine Anteilnahme mitzuteilen. Abby, eine noch sehr junge Hauselfe, blieb darauf stocksteif stehen und starrte mit grossen runden Augen auf die Lampe über ihr. ,,Nicht starren, los Mädchen bring die Schüsseln in die Vorratskamme." Erklang da Dusza's Stimme und schnell eilte die junge Hauselfe davon.
Er richtete seine Aufmerksamkeit weg von der Küche und durch das Schloss, die meisten der Lehrer waren bei ihren letzten Vorbereitungen. Der Direktor, lief in seinem Büro auf und ab und rezitierte immer wieder seine Rede, warum wusste er nicht genau, denn es schien die selbe zu sein, wie in den letzten Jahren. Der Kräuterkundelehrer hatte gerade seinen Rundgang in den Gewächshäusern beendet und beeilte sich nun, in seine Gemächer zu kommen um sich für das Fest vorzubereiten. Die Krankenschwester, Madam Belton, ging das dritte Mal in dieser Woche ihren Tränkevorrat durch, um ja sicher zu gehen, dass sie alles hatte, was sie benötigte. Ausserdem warf sie immer wieder einen Blick auf das einzige gefüllte Bett im Krankenzimmer. Der Verteidigungslehrer, Mister Verron, hatte auf seiner Exkursionsreise den Fehler gemacht, sich mit einem Riesen anzulegen und hatte sich halb tot zurück ins Schloss geschleppt. Doch er sollte bereits in der nächsten Woche bereits wieder unterrichten können.
Madam raue Pritsche versorgte gerade ein junges Einhorn, welches beim letzten Vollmond auf die Welt gekommen war. Es war ein lustiger Anblick, sie in ihrer Fest Robe mitten im dunklen Wald stehen zu sehen. Die Wahrsagelehrerin, Madam Mopsus, war wie immer in ihrem Turm, doch durch die ganzen Räucherstäbchen konnte er sie kaum ausmachen. Die Astronomielehererin, Madam Milben, hatte es endlich geschafft aus ihrem Bett zu steigen, nachdem sie gestern unbedingt einen Kometenschauer beobachten musste.
Der Lehrer für die Besenstunden und Quidditchslehrer aller Häuser, hatte seine Inspektion der Schulbesen auch beendet und machte sich auf den Weg wieder ins Schloss. Der Aramantiklehrer war der Einzige, welcher bereits fertig war und in seinem Büro darauf wartete in die Grosse Halle zu gehen. Die zwei fehlenden Lehrer, Pfossor Slughorn und Professor Marange, waren noch sehr beschäftigt, er vermied es genauer in den Raum hineinzusehen, die Geräusche waren für ihn bereits verstörend genug. Nun er konnte nur hoffen, dass sie vor der Eröffnung in der Halle sein würden.
Der Hausmeister hatte bereits angefangen alle verbotenen Gegenstände vor sich hin zu murmeln, wie jedes Jahr hoffte er, dass er sie auch endlich einmal aufzählen konnte. Was allerdings nicht der Fall sein würde da sie einfach viel zu lang war, obwohl die Liste seit dem Jahre 1914, als sie auf mysteriöse Weise verbrannt war, noch nicht wieder auf ihre volle Länge angewachsen war. Ach war das ein schönes Jahr, als es keine verbotenen Gegenstände gab und fast jede Woche etwas in die Luft geflogen ist.
Eine Bewegung am Rande seines Sichtfeldes riss ihn aus seinen Erinnerungen, die ersten Schüler betraten gerade die Schlossgründe. Ein wohliger Schauer rieselte durch ihn hindurch. So viele aufgeregte und freudige Emotionen prasselten auf ihn ein. Er fühlte das selbe, wie viele der Schüler auch, ein Gefühl von nach Hause kommen, nur dass es bei ihm die Schüler waren, welche dieses Gefühl in ihm auslösten. Aufgeregt suchte er nach der Gruppe Slyhterin, unter der sich sicher auch die junge Miss White befand.
Als er sie endlich erblickte, fiel ein Druck von ihm, welchen er noch gar nicht bemerkt hatte, dass er da war. Etwas tief in ihm atmete erleichtert aus, eine Empfindung, die er nicht ganz verstand. Doch er verweilte nicht bei diesen Gedanken, sondern liess seine Blicke immer wieder über alle Schüler wandern. Schliesslich waren sie alle seine Schützlinge und er sollte keinen bevorzugen. Die Erstklässler hatten mittlerweile auch den See erreicht und stiegen etwas ängstlich in die Boote. Ein fast unhörbares Kichern prasselte durch die leeren Dachböden, als er den jungen Kraken im See beobachtete, der von den Grindelows fast nicht aufgehalten werden konnte, da er unbedingt sehen wollte, was da an der Oberfläche passierte. Immer wieder riss er aus und schwamm unter den Booten hin und her, bis er wieder eingefangen wurde. Zum Glück hatte er die Oberfläche nie durchbrochen, sonst hätten sich die Schüler bestimmt sehr erschreckt. Na, das konnte ja noch etwas werden, mit dem neuen Seebewohner.
Seine Flügeltüren öffnete er wie immer, sobald die ersten Schüler den Kies auf dem Platz davor betraten. Verzückt lauschte er dem Schnattern, der Jungen und Mädchen, während sie durch die Vorhalle und danach in die Grosse Halle strömten. Am liebsten wäre er vor Freude gehüpft, doch das ging mit einem mehreren Tonnen schweren Fundament eher schlecht. Ha, das wäre doch einmal eine Schlagzeige für den Tagespropheten: ,,Hogwarts hüpft bei der Eröffnungsfeier in die Luft." Vielleicht würde man dann endlich wieder etwas mehr Aufmerksamkeit auf magische Häuser und ihre Bedürfnisse richten. Schlimm genug, dass solche Dinge nicht mehr in Schulen gelehrt wurden, doch mittlerweile hatten die Meisten vergessen, dass so etwas überhaupt möglich war. Was glaubten sie eigentlich, wer all die wunderbaren Dinge in ihm bewegte? Glaubten sie Magie alleine reiche aus, damit sich die Rüstungen auch sinnvoll bewegten? Oder dass die sich bewegenden Treppen, nur von Magie alleine gehalten und bewegt wurden? Nicht zum ersten Mal, wünschte er sich einen Hals, damit er seinen Kopf schütteln könnte. Doch so blieben die oberen Etagen wie seit tausend Jahren unbewegt.
Er hörte ein Lachen, dass ihm einen Schauer durch die tragenden Mauern jagte. Miss White legte ihren Kopf zurück und lachte über etwas, was die junge Werwolffrau gesagt hatte. Dann richtete sich ihr Blick auf seine Eingangsfenster und ein zärtliches Lächeln erschien. Während sie alle die wenigen Treppenstufe in die Eingangshalle hinaufgingen, strich sie sanft mit ihren Fingern über seinen kalten Stein, eine Wärme schoss daraufhin durch seine Aussenmauern. Dann passierte sie die Tür und setzte den ersten Fuss in sein Inneres. Als ihr Fuss den Boden berührte, hatte er das Gefühl, dass ein Stoss durch ihn hindurch ging. Es war wie ein Tropfen auf einer spiegelglatten Wasseroberfläche, die Berührung schlug Wellen, bis in den hintersten Bereich seines Seins und Wesens. Von den Gefühlen überwältig, hätte er fast nicht mitbekommen, dass die junge Frau ins Straucheln gekommen war und jetzt vom Slytherinerben sanft in die Halle geführt wurde. Wie wirkte irgendwie leicht abwesend, doch er selbst hatte Mühe sich auf etwas anderes zu konzentrieren, als die unsichtbaren Motten, welche durch seine Kerker zu schwirren schienen.
Es lag immer noch eine magische Rüstung auf ihr, doch sie war eindeutig neuer und die vertraute Magiesignatur konnte eindeutig nur von Godric Gryffindor stammen. Er hatte sehr gute Arbeit geleistet, wenn er nicht so alt wäre und bereits so viele verschiedene magische Rüstungen gesehen hätte, wäre es ihm nicht aufgefallen. Er war sich sicher, dass jede Person sie in seinem Schloss immer noch für einen Menschen hielt. Was noch viel erstaunlicher als ihre Rüstung war, war das Wesen, welches in ihr geschlafen hatte. Er hatte seit hunderten von Jahren keine Lichtelbe mehr gesehen und die letzte, welche durch seine Hallen wanderte, erlitt leider ein tragisches Schicksal. Angst war etwas sehr gefährliches und Angst wurde meistens durch Dinge ausgelöst, die man nicht kannte oder verstand. Als die junge Frau damals überraschend ihre Umwandlung durchlebt hatte, hatte dies zu einer wahren Massenpanik geführt. Sie wurde verfolgt und mit Zaubern beworfen. Er hatte es nur in letzter Sekunde geschafft, sie schwer verletzt durch einen Geheimgang aus dem Schloss zu schaffen. Er hatte sie danach nie wieder gesehen und konnte nur hoffen, dass sie es überlebt hatte.
Sein Blick lag immer noch auf Hermine, welche jetzt mit ihren Freunden am Slytherintisch sass. Er bemerkte an ihr, dass sie anscheinend noch nicht im reinen mit ihrem Wesen war, sie besass im Moment noch zwei Magiekerne, dass für ihre menschliche Magie und die Wesensmagie. Es war zwar normal, dass die beiden Kerne jeweils eine Zeit benötigten, bis sie sich komplett verschmolzen hatten, doch wie er erkennen konnte, waren bei ihre beide Kerne noch von einander getrennt. Enttäuschung machte sich in ihm breit, sie war zwar jetzt erwacht, doch immer noch nicht ihr reines Wesen. Er fragte sich, was für Gründe sie hatte, sich gegen ihr inneres Wesen zu stellen.
Er hatte noch nie so wenig von der Eröffnungsfeier mitbekommen, wie an diesem Abend. Als er sich Stunden später endlich aus seinen Überlegungen reissen konnte, bemerkte er mit Schrecken, dass er nicht wusste, was für Schüler dieses Jahr eingeteilt worden waren. Wenn er die Möglichkeit gehabt hätte, wären seine Aussenmauern wahrscheinlich errötet. Doch so war er der Einzige, der von seinem ungeheuerlichen Verhalten wusste und das war auch gut so. Schnell besah er sich die einzelnen Gemeinschaftsräume, er nahm sich hierfür viel Zeit, obwohl er sich lieber auf den Kerker konzentriert hätte.
Er betrachtete die bekannten und noch genauer die unbekannten Gesichter. Auch einige neue Haustiere waren dazugekommen. Da er ein schlechtes Gewissen hatte, da er den neuen Hausbewohnern zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat, fokussierte er sich auf seine Aufgaben. Er unterwies die Haustiere per Telepathie und teilte ihnen allen mit, wo sie hin durften und welche Ecken sie besser meiden sollten. Auch besah er sich jeden Erstklässler genau. Immer wieder wanderten seine Gedanken jedoch zur Braunhaarigen, welche es sich mit Mia auf ihrem Bett gemütlich gemacht hatte und aufgeregt von ihren Ferien erzählten.
Erst als er den Entschluss fasste, bereits in dieser Nacht sich mit ihr zu unterhalten, konnte er sich vollständig auf die anderen Schlossbewohner konzentrieren. Erleichtert atmete er aus, als alle Bewohner in ihren Betten, oder wie der Hausmeister auf dem Boden, schliefen und Ruhe in seinen Mauern einkehrte.
Hermine pov
Hermine lag im Bett und blickte zu ihrer schlafenden Freundin hinüber. Die Leuchtkugel war goldene Schimmer auf das blonde Haar der Lestrange. Es war ruhig im Zimmer und nur einzelne Atem oder Schlafgeräusche waren ab und an zu hören. Sie jedoch liess ein Gedanke nicht los, den sie seit Stunden verfolgte. Als sie in die Eingangshalle getreten war, hatte ein seltsames Gefühl sie beschlichen. Es war auf der einen Art, das vertraute Heimkommen Gefühl, dass sie immer hatte, wenn sie nach Hogwarts kam. Doch es war heute um einiges stärker gewesen, so stark, dass sie kurze Zeit die Orientierung verloren und von Tom in die Grosse Halle geführt werden musste. Doch das zweite Gefühl, war wie ein lautloser Donner gewesen, der durch ihren Körper gehallt hatte. Einen Moment hatte sie geglaubt einfach durch den Boden der Eingangshalle zu fallen. Es war sehr seltsam, doch viel weniger beängstigend gewesen, als es ihrer Meinung hätte sein sollen. Sie konnte sich einfach nicht erklären, was genau passiert war und dies raubte ihr den Schlaf.
Sie musste allerdings doch eingeschlafen sein, denn sie hatte einen seltsamen Traum. Sie lag immer noch in ihrem Bett und blickte zum grünen Stoff an der Decke, die kleine Lichtkugel warf flackernde Schatten auf die Vorhänge um sie herum und der kleine goldene Schnatz schoss munter von einer Ecke zur anderen. Ein Blick zur Seite zeigte ihr, dass sogar Mia noch neben ihr schlief. Wie ferngesteuert schob ihre Bettdecke zur Seite und stieg aus dem Bett. Der Steinboden unter ihr fühlte sich kalt auf ihren nackten Füssen an und beschwor eine Gänsehaut auf ihren Armen. Es war ein seltsames Gefühl, sie sah alles durch ihre Augen, doch war irgendwie versetzt. Sie hatte keinen Körper, obwohl sie sich mit diesem fortbewegte. Sie lief wie an Fäden durch den Schlafsaal und dann durch den leeren Gemeinschaftsaal. Sie steuerte den Geheimgang in der Ecke an, der Stein gab ein schabendes Geräusch von sich als die Wand zur Seite glitt.
Der Kerkergang lag wie ein schwarzes Loch vor ihr. Keiner der Fackeln erhellte sich, als sie an ihnen vorbei ging. Ihre Füsse fanden von alleine ihren Weg zu einem Wandvorhang, auf dem eine alte Darstellung von Hogsmead zu sehen war. Sie wusste nicht woher, aber sie wusste, dass sich dahinter ein Geheimgang befand. Schweigend stieg sie die vielen Treppenstufen nach oben, bis sie an eine Steinwand stiess, welche von selbst sich öffnete. Sie befand sich jetzt im dritten Stock, wie sie anhand der Fenster erkennen konnte.
Es war wie, wenn sie sich unter dem Imperius Fluch befinden würde, doch ohne dieses Eiskalte Gefühl, dass man dabei immer hatte. Übung mit diesem Zauber hatte sie ja dank den Unterrichtsstunden von Alastor "Mad-Eye" Moody, beziehungsweise Barty Crouch Junior, welcher diesen Zauber nur zu gerne an ihnen getestet hatte. Das Gefühl, dass sie hier leitete, war warm und einladend und versprach ihr, dass ihr nichts geschehen würde. Deswegen wehrte sie sich auch nicht gegen das Gefühl, ausserdem war sie gespannt, wo die Reise hinging.
Sie lief den Gang im dritten Stock entlang, als plötzlich aus einem anderen Teil des Schlosses ein Scheppern ertönte und man kurz darauf das unverkennbare lallende Fluchen des Hausmeisters hörte. Wahrscheinlich hatte er in seinem Rausch wieder einmal eine Ritterstatue umgeworfen. Ihr Herz pochte dennoch in ihren Ohren und ihre Hände waren schweiss nass, eine Gänsehaut legte sich auf ihren gesamten Körper. Das war der Moment, als sie begriff, dass sie gar nicht träumte, sondern wach sein musste. Das wirklich ein Zauber auf ihr lag und sie keine Ahnung hatte, wer dies getan hatte.
Panik wallte in ihr auf, doch ein Schaben an der Wand riss sie aus diesem Strudel. Eine Wand glitt zur Seite und ihre Füsse liefen einfach los, sie kannte den Geheimgang, sie hatte sich darin einmal vor Dumbledore versteckt. Ihr Körper wendete sich allerdings nicht wie damals gegen rechts, sondern gegen links zu einer anderen Mauer. Sie beobachtete, wie ihre Hand sich auf einen Stein legte. „Honorem et officium" (1) hörte sie sich selbst sagen und die Wand sprang zur Seite.
Dahinter kam ein Studierzimmer zum Vorschein, in der Mitte stand ein runder Tisch mit vier Stühlen daran. Ein grosser schwerer Kronleuchter hing über dem Tisch, doch die Kerzen waren bereits vor langer Zeit hinunter gebrannt. Genügend Licht hatte der Raum dennoch, da eine Wand vollständig aus Glas bestand und den Blick über die Ländereien freigab. Die Wände links und rechts waren aus Stein, doch mit vielen verschiedenen Bildern versehen, fremde ferne Landschaften waren darauf abgebildet. Dahinter mussten die Gänge und Klassenzimmer liegen. Das fremde Gefühl, was sie befallen hatte, fiel von ihr ab und hinterliess ein Gefühl des Verlustes. Dennoch trat weiter in das Zimmer hinein. Durch das eher trübe Licht, konnte sie vollständige Schönheit der Bilder nicht ganz erkennen, doch die Malkunst war bemerkenswert. Besonders wenn man beachtete, dass die Gemälde bereits mehrere hundert Jahre alt sein mussten. Sie drehte sich um und stockte.
Die letzte Wand zierte nur ein einzelnes Bild, doch es war riesig. Sie fühlte sich einen Moment an Malfoy Manor erinnert, doch der Maler der Malfoys, hatte nicht das selbe Talent besessen, wie der Maler dieses Werkes. Vor ihr erstreckten sich Hogwarts und seine Ländereien in voller Pracht. Es war nicht nur das Schloss, sondern auch der dunkle Wald, Hogsmead und sogar das Quidditchfeld darauf zu sehen. Man hatte das Gefühl, dass sich die Wolken und das Gras bewegten, oder dass sich jeden Moment eines der Fenster öffnen würde. Sie hatte bereits jahrelang magische Bilder gesehen, doch dieses hier hatte eine ganz andere Dimension. Man hatte das Gefühl reingreifen oder hindurch treten zu können. Der massive Holzrahmen, der das Ganze umfasste, war verziert mit Allerlei magischen Wesen und Tierwesen. Sie erkannte, Zentauren, Nixen, Feen, Zwerge, Kobolde, Trolle, Drachen, Acromantulas, Hauselfen und noch andere, welche sie nicht benennen konnte. Sogar verschiedene Elben waren abgebildet, welche Feuersäulen oder Wasserfontänen zauberten.
Ehrfurchtsvoll für sie mit ihrem Finger die Schnitzerei einer Veela in Rage nach. Wahrscheinlich hätte sie sich stundenlang nur den Rahmen ansehen können und hätte dennoch nicht alles entdeckt. ,,Ich frag mich nur, warum hier keine Menschen abgebildet sind." Murmelte sie gedankenverloren, während ihre Augen den Rahmen nach eben diesen absuchten. -*Weil es zu dieser Zeit keine Menschen mit magischen Fähigkeiten in Hogwarts gab.*- erklang eine Stimme, vor Schreck stolperte sie einen Schritt zurück und fiel dann zu Boden. Den Blick erschrocken und ungläubig auf das Bild gerichtet. ,,Was?" fragte sie ängstlich und blickte sich schnell im Raum um, als sie sich wieder erhob, doch es war niemand zu sehen.
Der Raum lag ruhig und leer vor ihr. /hab ich es mir nur eingebildet?/ fragte sie sich. ,,Hallo?" fragte sie zögerlich in den Raum und hätte sich dafür selbst ohrfeigen können. In den wenigen Horrorfilmen, die sie bereits gesehen hatte, hatte sie sich immer darüber aufgeregt, dass das Opfer genau mit solchen Fragen auf sich aufmerksam gemacht hatte. Denn jetzt würde die Stelle kommen, an der entweder nichts geschah, oder der Mörder aus einer dunklen Ecke trat. Misstrauisch musterte sie alle dunklen Bereiche des Zimmers, doch anscheinend sprang kein Fredy Krüger oder wie die alle hiessen hinaus.
/Habe ich mir die Stimme etwa nur eingebildet?/ Sie drehte sich wieder zum Gemälde um ,,Vielleicht werde ich auch langsam verrückt, wenn ich bereits Stimmen höre" murmelte sie vor sich hin. -*Ich hoffe nicht, das wäre sehr schade*-erschrocken sprang sie erneut ein paar Schritte zurück. ,,Was zur Hölle. Wer bist du?! Komm raus und zeige dich!" rief sie und drehte sich mit gezücktem Zauberstab wieder in den Raum. Die Spitze ihres Stabes warf ein sanftes Licht in die Dunklen Flecken, doch es war niemand hier. -*Ich fürchte, das geht nicht, ich besitze nämlich keine Beine. Sehen tust du mich eigentlich immer, doch ich dachte das Bild hinter dir, sei ein guter Ersatz*- Sie drehte sich sofort wieder um und trat langsam von dem Bild weg, doch nichts sprang daraus hervor. Als sie mit dem Rücken an einen der Stühle stiess, erklang die Stimme erneut. -*Setzt dich doch.*- überfordert mit der Situation, zog sie den Stuhl hervor und liess sich darauf nieder, ohne das Bild aus den Augen zu lassen.
/Hat sich die Fahne auf dem Turm gerade bewegt?/ ,,Wer bist du?" fragte sie nach einem Moment der Stille zögerlich wieder in den Raum hinein. -*Ich Ghul aber auch. Entschuldige, es ist eine Ewigkeit her, seit ich mit jemandem Gesprochen habe. Ich vergesse immer, dass ihr so versessen auf Namen seid.*- Erklang die Stimme erneut und jetzt war sie sich wirklich sicher, dass sie sie sich nicht einbildete. Doch sie konnte nicht sagen, ob die Stimme männlich oder weiblich war, noch ob alt oder jung. -*Als ich erschaffen wurde, nannte man mich Pignus (2), doch seit nun mehr als tausend Jahren bin ich unter dem Namen Hogwarts bekannt.*- Hermine war froh, dass sie bereits sass, diese Nachricht hätte ihr eindeutig den Boden unter den Füssen wegezogen. Doch irgendwie fiel es ihr schwer, an den Worten zu zweifeln. Irgendetwas an der Stimme vermittelte ihr, dass es die Wahrheit war.
Ihr fiel das Buch wieder ein, welches sie vor Ewigkeiten im Raum der Wünsche gefunden hatte, ,,Magische Bauten und ihre Rituale" von Mangnasius Anderson war der Titel gewesen. Sie hatte bereits damals vermutet, dass Hogwarts ein Bewusstsein hatte, doch sie hätte niemals gedacht, dass es dazu fähig war, auf diese Art mit jemandem zu sprechen. ,,Dann warst es wirklich du, der mich in diese Zeit zurück geschickt hat." Stiess sie irgendwann heraus. ,,Aber wieso?" fragte sie in den leeren Raum. -*Ich befürchte, diese Antwort kann ich dir nicht geben. Da ich es noch nicht getan habe, ist es mir nicht möglich mich daran zu erinnern. *- Erwiderte er und sie errötete vor Scham, da ihr das eigentlich hätte klar sein sollen.
,,Warum bin ich dann jetzt hier?" versuchte sie von ihrer vorherigen Frage abzulenken. -*,Weil ich ergründen will, ob du die bist die ich denke oder du vorgibst zu sein. *- Erwiderte die körperlose Stimme und sie runzelte ihre Stirn. ,,Ich verstehe nicht." ,-*Das ist nicht ungewöhnlich, wenige haben die Fähigkeit zu erfassen, was in meinen Hallen geschieht, weil sie nicht sehen und dies soll auch deine erste Aufgabe sein. Dann wird erkennbar werden, ob du bist wer du scheinst oder ob dein Sein ist nur Schein. *- /Spricht er absichtlich in Rätseln?/ fragte sie sich.
,,Wer glaubst du den gebe ich vor zu sein?" versuchte sie es auf eine andere Weise. -*Solltest du nicht wissen wer du bist und wer du vorgibst zu sein?*- /na toll.. das hat nun mal gar nichts gebracht./ ,,Ich bin Hermine White. Ich weiss allerdings nicht für wen du mich hältst." Erwiderte sie, sie glaubte für einen kurzen Moment ein tonloses Seufzen zu hören. -*Ihr seid immer so versessen auf Namen, doch dabei sagen Namen selten genug über eine Person aus, als dass es als Erklärung reicht. Wie auch immer, bestehe die erste Aufgabe, dann werden wir weitersehen. Öffne deine Augen und erblicke, was die Wenigsten sehen. Wenn du dies geschafft hast, werden wir wieder miteinander sprechen. Du solltest jetzt jedoch in deinen Schlafraum zurück, die Nacht ist schon fast vorbei. Gib acht in der vierten Etage, schleicht Mister Peramor herum. Entschuldige mich nun, dieses Gespräch hat mich erschöpft. Bis dann kleine Schlange und gute Träume. *-
Schleichend und stumm vor sich hin fluchend suchte Hermine zu tiefer Nachtzeit einen Weg durch die dunklen und leeren Gängen. Mister Peramor war sie zum Glück nicht begegnet, ihre Schritte waren durch ihre nackten Füsse fast nicht zu hören. Doch durch diese und das leichte Schlafhemd war ihr bitterlich kalt, auch wenn es eigentlich Hochsommer war. Sie konnte wirklich nur hoffen, dass sie niemandem begegnen würde, da ihr Aufzug keiner war, mit dem sie vor einem Lehrer erscheinen wollte. In dieser Zeit würde ihr sicherlich noch ungebührliches Verhalten angehängt, neben den Strafen, dass sie sich überhaupt um diese Zeit in den Gängen aufhielt.
Sie seufzte tonlos, das Gespräch war wirklich sehr interessant gewesen und sie hätte sich noch sehr gerne weiterhin mit Hogwarts unterhalten, doch ebenso wollte sie nur noch in ihr Bett und sie fragte sich, ob dieses Gespräch wirklich gerade jetzt hatte stattfinden müssen. Hätte er es oder sie nicht einen Zeitpunkt aussuchen können, wo sie danach nicht nur in einem Baumwollkleidchen durch die Schule schleichen musste? Hätte er ihr nicht zumindest den Morgenrock anziehen können?
Sie strauchelte und hüpfte stummfluchend auf der Stelle, weil sie sich einen Zeh an einer Bodenfliese gestossen hatte. Als der Schmerz abgeklungen war schlich sie leise weiter, ob es Zufall oder Schicksal war konnte sie hinterher nicht mit Bestimmtheit sagen, doch sie war gerade kurz vor den Kerkern, als sie leise Fusstritte hörte. Sie verharrte auf der Stelle und lauschte angestrengt. Sie konnte ein leises Tuscheln vernehmen und huschte schnell in eine Nische. Sie warf einen Verschleierungszauber auf sich, der sowohl ihre Gestalt, ihren Geruch und auch ihre Temperatur verschleiern würde. Einer der nützlichen Zaubern, die sie von Ric gelernt hatte.
Sie verharrte mit heftig schlagendem Herzen, während sie die Schritte eindeutig näher kommen hörte. Kurz darauf schoben sich acht Schatten an ihrem Versteck dabei. Einer der Schatten war kurz an der Nische verweilt, doch huschte danach schnell weiter. Auch nachdem die Schritte verklungen waren, konnte sie sich noch nicht rühren. Was hatten Tom und ihre Freunde mitten in der Nacht in den Gängen verloren? Wohin wollten sie so heimlich?
Sie spielte einen kurzen Moment mit dem Gedanken, ihnen nach zu gehen, doch sie verwarf die Idee bald wieder. Erstens hatte sie zulange gewartet, als dass sie ihnen jetzt noch einfach so folgenden könnte. Ausserdem würden sie sich hauptsächlich über Geheimgänge fortbewegen, in die sie ihnen nicht einfach folgen konnte ohne zu riskieren, dass sie entdeckt werden würde. Und dann war noch dieser kleine Teil in ihr, welches Todesangst hatte bei dem Gedanken, dass sie ein Todessertreffen veranstalten könnten. Ihre Knie fingen so sehr an zu zittern, dass sie sich an der Wand abstützten musste.
Hatte Tom wirklich bereits begonnen seine Anhänger hinter sich zu scharren?
Hatte sie sich wirklich so sehr täuschen lassen?
Sie schüttelte entschlossen ihren Kopf, um die Gedanken zu vertreiben. Gerade sie und gerade heute, hatte kein Recht sich über das Verhalten und die Geheimnisse eines anderen Gedanken zu machen. Sie selbst hatte sich vor nicht einmal einer Stunde aus dem Gemeinschaftsaal geschlichen und mit Hogwarts selbst ein Gespräch geführt. Keiner in dieser Schule kannte ihren wahren Namen und nur ein paar wenige wussten überhaupt, dass sie kein Mensch war. Sie war nicht in der Position jemandem vorbehalte zu machen.
Sie stiess sich von der Wand ab und schlich weiter Richtung Slytheringemeinschaftsraum. Sie nahm dort den geheimen Eingang, der Gemeinschaftsraum lag dunkel und leer vor ihr und so gelangte sie ohne weitere Mühen in ihr Bett. Dort stellte sie fest, dass Mia mittlerweile die komplette Decke für sich beansprucht hatte, doch mit einem ungesagten Zauber liess sie einfach deren Decke in ihr Bett schweben und kuschelte sich danach in diese. In ihrem Kopf spielte sich zwar immer wieder das seltsame Gespräch von vorhin ab, dennoch schlief sie schnell ein.
Salazar pov
Bereits als er das Haus sah, wusste er, dass es eine schlechte Idee gewesen war her zu kommen. Doch wen sein Geliebter ein Tier in Not wusste, so war er fast nicht zu bremsen. Keine zehn Hippogreife bekämen seinen Seelenpartner dazu ein hilfloses Tier im Stich zu lassen. Er war sich auch sicher, hätte er sich geweigert bei diesem Treffen teil zu nehmen, wäre Ric alleine hier her gekommen und das war wirklich keine Option. Er scannte sowohl mit seinen Augen, wie auch mit seiner Magie die Umgebung ab, ein Herzschlag, welcher eindeutig von einem Tier war, im Erdgeschoss, eine menschliche Zauberersignatur war im Obergeschoss. Dies würde dieser Mister Prevara sein, er hatte ihnen mitgeteilt, dass er im Haus auf sie warten würde. Der graue Kies, welcher vom windschiefen Eiseneingangstor hin zum ausgeblichenen Haus führte knirschte unheilvoll unter ihren Schuhen. Aus dem Augenwinkel sah er, wie Ric seinen Stab zog, seinen hatte er bereits vor dem Apparieren gezogen gehabt, schliesslich wusste man nie.
Die Aussenfassade des zweistöckigen Hauses war wohl einmal weiss gewesen, doch nun war sie fleckig grau und bröckelte überall ab. Die Holzstufen knarzten laut auf, als Ric diese erklomm. Sal warf einen Blick über die Nachbarschaft, doch auch die Gegend war dumpf und grau. Es war ein ehemaliges Arbeiterviertel und der Staub und Dreck zierten jeden Zentimeter des verlassenen Viertels. Ein ekelhaftes Knarren riss ihn wieder ins hier und jetzt. Ric hatte die Haustür geöffnet und beim Geräusch schmerzhaft die Schultern hochgezogen. Die offene Tür offenbarte einen grauen und schmutzigen Flur dahinter. Man konnte ein paar Fussabdrücke im Staub erkennen, welche sowohl ins Hausinnere, wie auf eine Treppe nach oben führten und von Mister Prevara stammen mussten. Dieser hatte in seinem Brief erwähnt gehabt, dass er dieses Haus geerbt doch noch nie benutzt hatte. Laut den Unterlagen, die er überprüft hatte, stimmte diese Geschichte.
Gerne hätte er mehr Zeit mit seinen Nachforschungen gehabt, doch im Brief stand, dass das Tier verletzt sei und Hilfe brauche. Ein Demigus war nicht nur einfach ein magisches Wesen, erstens war es wahnsinnig schwierig einen zu fangen und zweitens war nicht nur sein Fell pures Gold wert, für die Innereien und die Augen würden viele Tränkemeister ein Vermögen hinlegen. Ein Demigus in den falschen Händen würde nicht lange überleben.
Ein weiterer Grund, warum sie nicht noch länger hatten warten können. Zumindest hatten sie die Ferien mit Tom und Hermine noch verbringen können. Er freute sich für seinen Sohn, dass er seine Bindungspartnerin gefunden hatte, obwohl es ihn wie ein Billywickstachel störte, dass er einfach keine Informationen über sie gefunden hatte.
White war zwar ein recht bekannter Name in der Muggelwelt, doch der Name Hermine war es nicht. Er glaubte zwar nicht mehr, dass sie ihm und seiner Familie schaden wollte, doch dass sie ihm auch keine Informationen über diesen Harry geben wollte, half ihm nicht gerade sich zu beruhigen. Seine Spitzel hatten ganz England nach einem Harry mit seiner Beschreibung gesucht, doch auch diese Suche verlief sich im Sand. Diese beiden Personen schienen einfach nicht zu existieren. Da er den Jungen nur doch den Spiegel gesehen hatte, war es ihm auch nicht möglich gewesen, zu erkennen, ob er ein magisches Wesen unter einer Rüstung oder ein einfacher Mensch war.
Er hasste es, wenn er etwas nicht wusste und dass diese beiden es geschafft hatten, einen Weg zu finden seine Banne und Zauber zu umgehen um miteinander zu kommunizieren und sie ihm nicht einmal sagen wollte wie, kratzte sehr an seinem Ego. Er unterstellte ihr nicht einmal Böswilligkeit, aber wenn sie nichts Böses wollte, wieso konnte sie den nicht erzählen wie sie es gemacht hatte? Das selbe galt für diesen Harry, er verstand ja, dass Hermine ihn schützen wollte, doch wenn er keine bösen Absichten hatte, drohte ihm ja von Sal und Ric keine Gefahr, also könnte sie ihm zumindest den Familiennamen mitteilen.
Aber nein, sie hatte sich ausgeschwiegen und nicht einmal auf seinen einschüchternden Blick reagiert. Er fragte sich, wer sie unterrichtet hatte, dass sie sein Blick, den jeden anderen in die Knie zwang, so überhaupt nicht zu kümmern schien. Nicht nur, dass sie sich davon nicht beeinflussen liess, sie starrte genauso störrisch zurück. Wiederum war dies auch gut, da sein Sohn jemanden an seiner Seite brauchte, der ihm ab und zu die Meinung sagte und ihm die Stirn bot. Egal was ihn mit diesen beiden noch erwarten würde, er war sich sicher, dass es nicht langweilig werden wird.
Er konzentrierte sich wieder auf seinen Geliebten, dieser war mittlerweile weiter ins Hausinnere vorgedrungen und schlug Zielsicher den Weg ein, woher er die Magiesignatur des Demigus erkennen konnte. Er hätte sich zwar lieber zuerst nach oben begeben, um diesen ominösen Mister Prevara in Augenschein zu nehmen, aber niemals würde er Ric in dieser Situation alleine lassen. Die Holztür knarrte bedrohlich laut, als Ric diese öffnete. Im schmutzigen Wohnzimmer lag ein Sesel am Boden, der Sofatisch stand schief, da ihm eines der Beine fehlte und die Sofagarnitur bestand mehr aus Löchern als aus Stoff. Durch die zum Teil abgedeckten Fester gelangte nur wenig Licht in das Zimmer und alles in ihm schrie Falle, doch da stand auch ein leerer Eisenkäfig, in dem eine Tasche in der Luft schwebte. ,,Shhh, alles gut mein Kleiner, wir holen dich hier raus und dann werden wir uns um dich kümmern." Hörte er Ric mit der Tonlage sagen, in dem er immer mit Tieren redete. Sal beeilte sich näher an ihn zu gelangen, da er den Käfig zuerst untersuchen wollte, bevor sie versuchten ihn zu öffnen.
Er trat neben Godric und führte gerade eine komplizierte Schleife aus, als er hinter sich das unverkennbare Plopp einer Hauselfe hörte. Er drehte sich blitzschnell um, doch mitten in der Drehung hörte er bereits das zerbrechen einer Flasche und als er sich zu der Hauselfe umgedreht hatte, wurde er bereits von rosarotem Rauch eingeschlossen. /Schlafrauch/ dachte er schockiert, doch durch seine Drehung hatte er einen Windhauch erzeugt, der den Rauch bereits um sie herum verteilt hatte. Er hörte Ric zu Boden gehen, während er selbst schwankte. Sein Vampir wollte ausbrechen, doch sein Körper gehorchte nicht mehr.
Als er selbst zu Boden ging hörte er noch die piepsige Stimme der Elfe. ,,Holly tut sehr leid. Meister hat befohlen."
Dann wurde alles schwarz.
(1) Honorem et officium – Latein Ehre und Pflicht
(2) Pignus – Latein Sicherheit
