,,..." jemand spricht

/.../ jemand denkt

~...~ Parsel

33. Kapitel Hogsmead

Tom pov

Als er am nächsten Morgen beim Frühstück am Slytherintisch sass, wurde ihm wieder einmal sehr schnell bewusst, dass er die Lärmenden anderen Schüler eindeutig nicht vermisst hatte. Er liess seinen Blick vom Slytherintisch über die anderen Haustische wandern und stellte sich einfach immer wieder die Frage, wie man so wenig Schamgefühl haben konnte. Davon war reden mit eindeutig gefülltem Mund noch eines der harmloseren. Kein Slytherin hätte zum Beispiel den Gemeinschaftsaal mit einem halbgeschlossenen Hemd verlassen, doch bei den Löwen schien das bei den Jungs der neuste Trend zu sein.

Mit einem Grinsen beobachtete er einen verstrubelten Potter dabei, wie er über seinem Brot einschlief. Er knallte mit voller Wucht auf sein Teller und schreckte sofort wieder hoch, doch dabei hatte er sein Marmeladenbrot an der Wange kleben. Jetzt konnte sich Tom nicht mehr beherrschen und musste loslachen. Die anderen wurden dadurch natürlich auf Potter aufmerksam und kurz darauf lachte der gesamte Slytherintisch über das witzige Bild. /Vielleicht ist es doch nicht so schlecht/ dachte sich das Slytherinerbe, während er von seinem Honigbrötchen abbiss. Sacharias musste so heftig lachen, dass er von der Bank fiel und dabei Tobias mitriss. Doch die beiden störten sich nicht daran und lachten einfach auf dem Boden weiter.

Sie konnten sich erst beruhigen, als Professor Slughorn zu ihnen kam und ihnen die Stundenpläne verteilte. Mit einem Seufzten bemerkte er, dass sie auch dieses Jahr auffallend viele Stunden mit den Löwen zusammen hatten. Das konnte ja noch lustig werden. Sie hatten zwar sowieso noch eine Rechnung mit Potter offen, doch genau so hatte auch dieser mehr Gelegenheiten ihrer Gruppe und vor allem Hermine das Leben schwer zu machen. Er und die anderen Jungs haben gestern Nacht beschlossen, dass sie sich bei dem Löwen für den Angriff auf Hermine in den Ferien definitiv rächen würden.

Doch zuerst würde er jetzt mit den anderen in die Kerker ihre Taschen holen gehen um danach zu den Gewächshäusern zu laufen, wo ihre erste Stunde stattfinden wird. Vielleicht hatten sie ja Glück und Potter wurde von einer Teufelsschlinge erwürgt, für das Wiesel musste er sich auch noch etwas ausdenken, das Grinsen das dessen Gesicht zierte war am frühen Morgen eine Zumutung und raubte ihm den letzten Nerv. ,,Wollen wir los?" fragte ihn Hermine, er nickte, trank seinen letzten Schluck Kaffee aus und erhob sich danach um mit seinen Freunden gemütlich zum Unterricht zu schlendern.

Nach dem Kräuterkundeunterricht, den Potter leider überlebt hatte, durften sie zurück ins Schloss und dort in den vierten Stock rennen, um noch pünktlich zu Verwandlung zu kommen. Zum Glück hatten sie alle ihre Bücher bereits dabei, weil es ihnen nicht gereicht hätte noch in den Kerker zu rennen. Sie hatten diese Stunde leider auch schon wieder mit den Löwen, doch da diese sich nicht beeilten, waren die Schlangen zu Stundenbeginn alleine im Klassenzimmer. Was den Vorteil hatte, dass Dumbledore ihnen keine Punkte abziehen konnte, weil er sonst den Löwen auch welche abziehen müsste. Erst zehn Minuten nach Unterrichtsbeginn trudelten die Löwen ein und der Unterricht konnte wie gewohnt von statten gehen. Da es die erste Stunde war, lasen sie sowieso nur in den Büchern.

Das war immer noch besser, als die Klasse, die bei Professor Slughorn die erste Unterrichtstunde haben würde, diese würde wie jedes Jahr zuerst die Zutaten sortieren und einlagern müssen. Da es dem Professor in den Sommerferien noch nie möglich gewesen war dies vor zu bereiten. Im Stillen fragte sich Tom sowieso, wie lange ihr Hausvorstand noch in Hogwarts bleiben würde. Ihr Zaubertränkelehrer war zwar einer der eher jungen, doch er benahm sich eher so, als ob er nächstens in den Ruhestand gehen wolle. Ihm konnte dies eigentlich egal sein, er war nur froh, dass er in seinem letzten Jahr nicht noch einen neuen Lehrer bekommen würde.

Beim Mittagessen war er nicht der Einzige, für den der Tag eigentlich schon gelaufen war, aber zwei Schulfächer hintereinander mit den Löwen waren auch ziemlich anstrengend. Zum Glück hatten sie am Nachmittag nur noch Pflege magischer Tierwesen mit den Adlern. Morgen würde der Schrecken mit den Löwen bei Aramantik und alte Runen weitergehen, danach noch Zauberkunst bevor diejenigen die blöderweise Wahrsagen gewählt hatten in den stickigen Turm mussten.

Am Mittwochmorgen hatten sie zwei Stunden Geschichte der Zauberei wieder mit den Löwen und danach eine Stunde Zauberkunst zumindest diese hatten sie mit den Dachsen. Am Nachmittag hatten die Jungs nur zwei Stunden Aramantik mit den Löwen, danach hatten sie für den Tag frei. Die Mädchen mussten noch in den Hauswirtsschafts Unterricht. Und keiner von ihnen war darüber begeistert. Er fragte sich, wie lange es dieses Mal gehen würde, bis Hermine Strafarbeiten bekommen würde.

Am Donnerstagmorgen dann Zaubertränke, gefolgt von einer Stunde Kräuterkunde. Am Nachmittag hätten sie eine Stunde Verteidigung gehabt, doch da sich Professor Verron noch nicht in der Lage sah, zu Unterrichten hatten sie eine Freistunde, bis sie am Abend dann Astrologie haben würden.

Dadurch war ihr erstere Unterrichtsstunde am Freitag etwas später, was Verwandlung direkt am Morgen allerdings nicht besser machte. Am Nachmittag standen dann ein letztes Mal Verteidigung und Zaubertränke für jeweils zwei Stunden an und dann konnten sie endlich ins Wochenende starten.

Was ihm dieses Jahr noch bevorstand waren natürlich die ganzen Vertrauensschüler und Schulsprechersitzungen und die Kontrollgänge an den Abenden. Aber das wäre zu bewältigen, obwohl die Schulsprecherin aus Ravenclaw etwas nervig war. Seit Miss Lovegood erfahren hatte, dass er der Schulsprecher sein würde, hatte sie sich in den Kopf gesetzt ihn mit ihren Veelagenen gefügig zu machen. Sehr zum Missfallen ihres Zwillingsbruders, bei welchem die Veelagene nicht ausgebrochen sind und der sich im Gegensatz zu seiner Schwester im Haus der Löwen und in Potters Clique befand.

Er hätte sich den Posten lieber mit Hermine geteilt, bei der er sicher sein konnte, dass sie die Arbeit sauber und korrekt ausgeführt werden würde. Von Celina Lovegood wusste er wiederum nur, dass sie sehr viel Wert auf ihr Aussehen legte.

Die Zeit würde zeigen, wie die Zusammenarbeit funktionieren würde.

Salazar pov

Das erste was er bemerkte, als er wieder zu Bewusstsein kam, war ein nerv tötendes piepsendes Geräusch, dass allerdings nur in seine Kopf zu existieren schien. Sein Mund war staubtrocken und fühlte sich wattig an, als er schluckte brannte sein kompletter Hals. Seine Augenlieder waren schwer und er benötigte einen Moment bis er sie öffnen konnte. Er sah seine Beine, wie sie an einen Stuhl gefesselt waren, doch er konnte seinen Blick nicht fokussieren und farbige Punkte zogen immer wieder über sein Blickfeld. Er hatte unglaubliche Mühe auch nur einen Gedanken richtig zu fassen. Sobald er sich konzentrierte fing die Umgebung an sich zu drehen. Hinzu kam ein Himbeerartigen Geschmack, der sich in seinem Mund ausbreitete. /Himbeerknollenwurz/ schoss ihm als einzelner Gedanken durch den Kopf. Er kannte dieses Knollengewächs, jeder Zaubertränkemeister hatte dieses in der Ausbildung kennenglernt. Es wurde auch gerne Squibwurz genannt, weil es nach der Einnahme fast unmöglich war einen Zauber zu wirken. Viele Zaubertrankstutenden feierten damit richtige Partys und nicht wenige wurden irgendwann abhängig von der Wurzel.

Allein dieser Gedankengang hatte ihn ungemein viel Kraft gekostet. Sein Blickfeld stand mittlerweile auf dem Kopf und die farbigen Punkte drehten munter Kreise vor sich hin. Ihm war so speiübel. Er wusste nicht wo er war und zwang sich seine Augen offen zu halten. Er wollte seinen Kopf heben, doch stattdessen blickte er immer weitre auf seine Beine. Erst als er sich vornahm auf seine Beine zu sehen hob er den Kopf langsam. Doch viel mehr als das Innere eines Zeltes und einen weiteren umgeworfenen Stuhl erkannte er nicht, bevor eine weitere Übelkeitswelle über ihn hinwegschwappte.

/Ric/ schrie es ihn seinen Gedanken und seine Atmung beschleunigte sich hektisch. Dies war ein Fehler wie er wusste, anscheinend hatten sie ihm zur Sicherheit zu viel Wurz gegeben und sein Körper versuchte nun den Giftstoff los zu werden. Er wusste dass das Erbrechen es nicht schaffen würde die Giftstoffe aus seinem Körper zu bekommen, da diese bereits schon lange in seinem Blut waren. Also schluckte er die Galle wieder hinunter und versuchte noch mehr von seiner Umgebung zu erkennen. Doch diese drehte sich mittlerweile so sehr, dass es unmöglich war irgendeinen Anhaltspunkt auszumachen.

Hermine pov

Sie sass mit ihren Freunden am schwarzen See. Während Magenta und Elliot die letzten warmen Tage ausnützen und im Wasser herumtollten, lagen die anderen nur im Gras und genossen die Sonne. Es war der zweite Tag dieses Schuljahres und keiner von ihnen hatte so viele Hausaufgaben, dass sie sich gleich daransetzten mussten. Hermine wusste schon jetzt, dass sich das bei ihr garantiert morgen wieder ändern würde, wenn sie die erste Stunde bei Madam Merange gehabt hatte. Sie konnte diese Frau immer noch auf den Tod nicht ausstehen. Diese teilte sich diesen Posten sogar mit Umbrigde und obwohl die die Schüler mit einer Blutfeder gequält hatte, wusste sie nicht mit Sicherheit wer der beiden sie schlimmer fand.

Sie seufzte und zupfte einen Grashalm aus, um ihn dann zwischen ihren Fingern zu drehen, die andere Hand vergrub sie in das weiche Fell von Shadow. Der kleine Schattenwolf liebte das Schloss mit seinen vielen Verstecken bereits jetzt. Sie war sich sicher, sobald er die Scheu vor dem Ort verloren hatte, würde er Stundenlang durch die Gemäuer wuseln. Sie hatte ihn noch nicht offiziell gemeldet, weder Sal noch Ric hatten ihr mit Bestimmtheit sagen können, ob der Direktor einen Schattenwolf als Haustier erlauben würde oder nicht. Sie ging allerdings stark davon aus, dass Dumbledore eindeutig was dagegen haben würde. Er störte sich ja bereits an ihrem Phönix Firis, und dieser war ja eindeutig ein weissmagisches Tierwesen, wohingegen Schattenwölfe nun mal in die Kategorie Schwarzmagie gehörten.

Sie blickte sich irritiert um, sie konnte es nicht erklären, doch irgendwie hatte sie dieses nervöse Kribbeln im Nacken, das sie normalerweise nur hatte, wenn Harry und Ron wieder einmal etwas ausheckten. Sie vermisste ihre Freunde, obwohl sie jetzt gerade umgeben war von Freunden. Über die Ferien war sie abgelenkt gewesen von all diesen fremden Eindrücken und der Offenbarung, dass die beiden Gründer noch lebten. Zusammen mit ihrer Verwandlung und dem brechen des Fluches, hatte sie nicht wirklich Zeit gehabt sie zu vermissen. Doch hier auf den vertrauten Ländereien war die Sehnsucht mit voller Wucht zurückgekehrt.

Entschlossen, sich nicht den Kopf über Dinge zu zerbrechen, die sie nicht ändern konnte. Lenkte sie ihre Gedanken zum Gespräch mit Hogwarts. Sie hatte Niemandem davon erzählt. Sie hatte einfach das Gefühl, dass Hogwarts das nicht wollte. Und vielleicht war dies auch eine Art Test. Wer wusste das schon, schliesslich konnte er sie auch überall beobachten ohne dass sie das überhaupt bemerken würde. Sie wartete auf das schlechte Gefühl bei diesem Gedanken, doch es kam nicht. Nach einem Moment begriff sie auch woran dies lag. Es war einfach schon immer so gewesen. Seit sie Hogwarts betreten hatte war das Bewusstsein da gewesen. Es hatte sich nichts geändert, ausser dass sie es jetzt wusste. Doch diese Erkenntnis half ihr nicht bei ihrer Aufgabe.

Sie rief sich seine Worte in Erinnerung. Er sagte: Öffne deine Augen und erblicke, was die Wenigsten sehen. Doch was hatte er damit gemeint? Sie hatte ihre Augen schliesslich immer offen, ausser sie schlief. Und das er sagte, dass es nur Wenige erkennen konnten, hiess das doch, dass es nicht jeder schaffte. Bedeutete das, dass dies so eine Wesensgeschichte war? Vielleicht eine Fähigkeit, die nur Wesen besassen? Zu ihrem Wesen würde sie allerdings da nichts dazu finden, die Lichtelben galten als ausgestorben und Hogwarts besass keine Bücher mehr über sie.

Sie hatte vom momentanen Hogwarts Bibliothekar, Mister Clearwater, erfahren dass das Ministerium alle Bücher zu diesen Wesen vor langer Zeit eingezogen hatten. Er selbst sei damals noch ein junger Knabe und Schüler gewesen. Doch das grauenhafte Bild, wie die Auroren die halbe Bibliothek auseinander genommen hatten, hatte ihn nie mehr losgelassen.

Vielleicht war das der Grund, dass er jeden Schüler immer misstrauisch beäugte, sobald dieser die Bibliothek betrat. Doch im Gegensatz zu Madam Pince drohte er nicht mit Verhexerei oder belegte die Bücher mit Zauber. Er schrie dafür die Bibliothek zusammen, wenn er jemanden erwischte wie er ein Buch schändete oder gar in der Bibliothek ass. Das hatte allerdings den Vorteil, dass die Bibliothek die meiste Zeit nicht so voll war wie in ihrer Zeit.

Sie würde sich morgen ein paar Bücher über magische Wesen durchlesen, vielleicht fand sie ja einen Hinweis was mit der kryptischen Nachricht von Hogwarts gemeint war. Heute wollte sie einfach die Sonne und ihre Freunde geniessen, da dies ihr letztes Schuljahr war, würde der Lernstress frühgenug beginnen.

Sie musste sich ein Grinsen verkneifen bei dem Gedanken an die ungläubigen Gesichter von Harry und Ron, wenn sie erfahren würden, dass sie einmal freiwillig aufs Lernen verzichtete. Bestimmt hätten sie sie direkt zu Madam Pomprey geschleppt.

Sal pov

Mit einem kalten Wasserguss wurde er geweckt. Er schnappte laut nach Luft und röchelte ein wenig, weil er sich verschluckt hatte. Als er die Augen aufriss, bemerkte er, dass er immer noch unter der Wirkung der Droge stand, doch sich das Umfeld weniger drehte, als das Letzte Mal.

,,Da macht man sich auf die Suche nach dem letzten Nachfahren von Salazar Slytherin und was findet man, den ehrenwerte Salazar Slytherin höchst selbst." Erklang eine gehässige Stimme neben ihm. Er wollte den Kopf drehen, was auch gelang, doch da er ihn nicht heben konnte erkannte er nur ein paar braune Schuhe, welche unter einer zerrissenen dunkelbraunen Hose hervorschauten. ,,Wer hätte sich gedacht, dass sich Salazar Slytherin unter dem Namen Gaunt versteckt und überhaupt noch lebt." Sal benötigte einen Moment um das Gesagte zu begreifen. Nicht viele wussten, dass Lord Gaunt im Rat der Vampire der echte Salazar Slytherin ist. Nur der innerste Zirkel wusste darüber Bescheid. Er konnte sich nicht vorstellen, dass jemand von ihnen ihn verraten haben sollte.

,,Ist es nicht eine Schande dich so zu verstecken? Wenn ich deine Fähigkeiten hätte, hätte ich schon lange die Zauberwelt unterworfen. Doch ich denke, dein Bindungspartner hat dich weich gemacht. Ein schwacher Waldelb, ich hätte nicht gedacht, dass du etwas beschützerisches an dir hast. Die Geschichten von dir zeigen da ein anderes Bild. So kann man sich in dem grossen Salazar Slytherin täuschen." Ein Tritt an den Stuhl brachte diesen zum Umfallen und er landete schmerzhaft auf dem Boden. Von der neuen Position konnte er immer noch nicht viel mehr von seinem Entführer sehen. ,,Es war viel zu leicht dich in eine Falle zu locken. Ich wusste, ich musste nur diesen dämlichen Elben einfangen und schon bekäme ich dich. Aber ich habe nicht geglaubt, dass es so einfach werden würde."

Der Entführer lief an ihm vorbei und hob den anderen umgeworfenen Stuhl auf um sich darauf zu setzten. ,,Doch ihr magischen Wesen seid immer so einfach zu fangen, wenn man weiss wie. Nicht war Masana?" säuselte er und fing dann an zu lachen. Sal hörte eine Kette in der Nähe klirren und ein Körper, der sich über den Boden zog. Er drehte den Kopf ein wenig, was nicht einfach war. Sein Blickfeld war immer noch voller farbiger Punkte. Doch er konnte in der Ecke des Zeltes ein junges Mädchen entdecken, welches eine Eisenkette um den Hals trug und sich in zerrissenen Kleidern ängstlich in die Ecke duckte. Ihre Erscheinung verzehrte sich immer wieder, ein Anzeichen, dass die Droge noch wirkte. ,,Ihr magischen Wesen habt immer irgendjemanden den ihr beschützen wollt. Das macht euch angreifbar. Ich habe das bereits vor Jahren erkannt und meine Schwachstelle ausgeschaltet, doch ihr versucht immer es zu retten und lauft wie blinde Niffler direkt in die Falle."

Ein schauriges Lachen erschall im Zelt und dann hörte er „Crutus" und die Welt versank im Schmerz.

Als der Schmerz abgeklungen war, tat ihm jeder Muskel weh. Der Crutiatus Fluch hatte zwar auf Vampire nicht so eine starke Wirkung, wie auf einen Menschen, doch angenehm war deswegen noch lange nicht. ,,So, es gibt eine Sache, die ich von dir will. Die Kette habe ich schon, doch wo ist der Ring von Slytherin? Sag es mir!" /Der Ring? Was will er mit dem Ring?/ schoss ihm durch den Kopf und dann versank die Welt erneut im Schmerz.

Hermine pov

Frustriert schlug sie das Buch zu. Sie hatte nichts gefunden, was ihr weiterhelfen würde. Sie rieb sich die Stirn um die Schmerzen aus ihrem Kopf zu vertreiben. Der Unterricht mit der Hexe hatte viele Nerven gekostet und sie wünschte sich dass sie dieses Fach einfach abwählen könnte. Oder sie zumindest ihre ehrliche Meinung mitteilen zu dürfen. Professor Snape hatte ihr Herumgefuchtel auch immer genervt, doch er hatte ihr zumindest ab und an die Gelegenheit gegeben, eine Überlegung einzuwerfen wenn sie nicht über bestimmte Zaubertränke, sondern über die Zutaten geredet hatten.

Doch die alte Hexe verzog jedes Mal ihr Gesicht wenn sie Hermine auch nur sah und wenn sie sie zwang im Unterricht etwas vorzutragen sah sie sie dabei jedes Mal an, als sei sie eine ekelhafte Ratte. Aber dennoch hatte sie sie in dieser Unterrichtsstunde ganze sieben Mal aufgerufen. Und mit keiner Antwort war sie zufrieden gewesen. Entweder sei es zu genau vom Buch oder dann zu frei vorgetragen gewesen. Hauptsache sie hatte es ihr nicht Recht machen können.

Mit ekelverzogener Miene blickte sie auf ihre Schultasche wo die Stricknadel und diese hässliche quietsch pinkige Wolle rausragten. Sie war sich sicher, dass diese bestimmt gut brennen würde. Doch sie sollte sich lieber daran machen die hässliche Wolle in einen Rollkragenpullover zu verwandeln. Sie betete zu Gott und Merlin, dass sie ihn dann nicht auch noch tragen musste. Vielleicht wollte Madam Merange aus ihnen allen kleine Kopien von sich selbst machen. Es schüttelte sie bei dem Gedanken.

Sie stand auf und brachte das Buch über die Fähigkeiten der Wesen zurück. Während sie auf ihrer Lippe rum biss überlegte sie, ob sie Tom nicht doch um Hilfe bitten sollte. Doch es fühlte sich wie Betrug an, schliesslich wurde die Aufgabe ihr gestellt und Hogwarts würde es sicher bemerken, wenn sie Tom fragte. Sie liess es lieber bleiben. Schliesslich hatte sie die Aufgabe erst vor drei Tagen erhalten. Wenn sie wirklich nicht mehr weiterkam, könnte sie immer noch Tom um Hilfe bitten.

,,Leute, ich habe Hunger. Wollen wir nicht langsam mal nach unten gehen?" fragte Sac gerade als sie wieder an den Tisch kam und alle stimmten zu. Sie sammelten ihre Sachen ein und machten sich auf den Weg in die Grosse Halle.

Sal pov

Jeder Knochen in seinem Körper schmerzte ihn. Der Boden unter ihm war nicht wirklich angenehm um darauf zu liegen. Sein Entführer hatte endlich von ihm abgelassen, er hatte ihm auch nicht wirklich gross die Gelegenheit gegeben zu antworten. Irgendwann schien er vor Schmerzen ohnmächtig geworden zu sein. Sein Schädel brummte, doch keine farbigen Flecken trübten seine Sicht, als er sich nun im dunklen Zelt umsah. Sein Blick blieb bei der kleinen zusammengekauerten Gestalt des Mädchens hangen. Er zuckte zusammen, als sie die Augen öffnete und Schlangenaugen ihn ansahen. ,,Esssss tussssst misssr leidssss." Zischte sie in gebrochenem Englisch.

Er verstand noch nicht wie sie schuld sein konnte, er hatte sie heute zum Ersten Mal gesehen, doch er bekam keine Gelegenheit darüber nach zu denken, da er ein schleifendes Geräusch sich dem Zelt nähern hörte. ,,Die Muggel haben ein Sprichwort. Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg zum Propheten kommen. Ein weiterer Beweis, wie dumm Muggel sind. Als ob ein Berg sich bewegen kann. Aber nun gut, ich will mal nicht so sein." Mit diesen Worten landete mit einem dumpfen Aufprall ein bewusstloser Ric neben ihm. ,,Da du dich so rigoros weigerst, meine Frage zu beantworten, dachte ich mir ich bringe dir einen Anreiz."

Sal versuchte zu Ric zu kriechen, er versuchte es so angestrengt, dass er fast erschrak, als er ein metallisches Klirren hörte und vorwärts kriechen konnte. Er hatte es geschafft die Ketten zu sprengen. Sofort fühlte er wie seine Magie durch ihn durchfloss, er konnte sie noch nicht fassen, es war noch zu viel von der Droge in seinem Blut, doch er spürte sie immerhin schon wieder. Doch bevor er Ric erreichte unterlag er wieder dem Schmerz des Crutiatus. Weitere Ketten legten sich um ihn und fesselten ihn dieses Mal direkt auf den Boden. Sein Mund wurde aufgerissen und der nach Himbeeren riechende Trank in seinen Rachen gezwängt. Er würgte, doch am Ende hatte er etwas von dem Trank geschluckt und die Wirkung setzte sofort ein. Sein Blick war auf den Hinterkopf seines Bindungspartner gerichtet, während das Zelt Karussell fuhr und die bunten Flecken wieder in sein Sichtfeld traten. ,,Ich unterschätze immer wieder wie viel Kraft Vampire habt. Aber nicht mehr lange und ich werde selbst diese Kraft besitzen." Hörte er seinen Entführer nachdenklich raunen.

Er konnte ein Stöhnen nicht unterdrücken, als die Droge in seinem Blut anfing Wirkung zu zeigen und sich seine Umgebung anfing sich in alle Richtungen zu verziehen. ,,Ich weiss, es ist nicht angenehm, doch sei versichert, dass es mir genau so unangenehm ist wie dir." Hörte er die Stimme undeutlich. Sein Blick war auf Ric gerichtet, der zwar immer noch regungslos da lag, aber dessen Körper sich für ihn in alle Richtungen hin und her bog und nur eine wabernde Abbildung von Ric hinterliess. Wie wenn er aus Gummi sei und unsichtbare Hände hier und da an ihm zogen. Sein Vampir in seinem Innern lief gerade Amok was nicht wirklich half sich auf die Situation zu konzentrieren, doch er hatte nicht die Möglichkeit ihn zu beruhigen, so wie der Vampir keine Möglichkeit hatte aus zu brechen.

„Keine Angst, er schläft nur." Hörte er und er sah, einen braunen Schuh, der den Kopf von Ric sanft anstiess. Er knurrte und riss an den Fesseln, doch die Koordination seines Körpers gehorchte nicht und er sank wieder in den Staub. ,,Ooooh. Macht dich das wütend?" wurde er verhöhnt und erneut traf der Schuh auf Rics Kopf. Der Entführer liess von Ric ab und ging vor ihm auf die Knie, sein Kopf wurde an den Haaren hochgerissen. Jetzt konnte er seinen Entführer endlich erkennen.

Blonde Schulterlange Haare fielen in ein feines Gesicht, aus dem ihn blaue Augen höhnisch anfunkelten. Doch die Erscheinung verzehrte sich immer wieder so sehr, dass die genauen Gesichtszüge nicht auszumachen waren.

,,Keine Sorge, deinem kleinen Liebling passiert schon nichts." Säuselte der Mann. ,,Natürlich nur, wenn du schön brav bist und mir verrätst was ich wissen will. Du kannst ja unsre kleine Freundin Masana fragen, was geschieht, wenn man mich hintergehen will." Gackerte er und liess den Kopf ruckartig fallen. Sal schmeckte Blut in seinem Mund und er spuckte es aus, mit Genugtuung sah er, dass er den einen Schuh getroffen hatte. ,,Das war nicht sehr nett. Ich denke, es braucht etwas mehr, damit du mir glaubst." Zischte er und richtete seinen Zauberstab direkt auf Ric.

Tom pov

Es war Donnerstagmorgen und er hatte bereits jetzt Kopfschmerzen. Slughorn hielt vorne einen mehr oder weniger korrekten Vortrag über die Verwendung des Mondsteins. Da sie nur eine Stunde hatten, war klar gewesen, dass sie nur Theorie machen würden, aber Abbildungen hatten sie nur aus den Büchern, da es dem Zaubertrankprofessor irgendwie nicht möglich gewesen war die Zutatenbestellung in den Ferien zu tätigen. Genauso wenig war der Lieferant anscheinend fähig gewesen die Zutaten ins Schloss zu liefern und jetzt durfte seine Klasse morgen nach dem Mittagessen sich auf den Weg nach Hogsmead machen, um sie abzuholen.

Ihm war schleierhaft warum ausgerechnet diese Klasse dies machen musste. Schliesslich war Freitag der letzte Tag in der Woche und die Löwen und die Dachse der siebten Klasse hatten bereits Zaubertänke gehabt, aber nein, diese beiden Klassen hatten nur Theorie gehabt und jetzt durften die Schlagen und die Adler morgen Nachmittag in der Freistunde von Verteidigung und in Zaubertränke diese blöden Zutaten holen gehen.

Es war ein Wunder, dass bei dieser Arbeitsmoral ihr Hausvorstand immer noch Unterrichten durfte. Es war schliesslich nicht das erste Mal, dass so etwas vorkam. Zu gut erinnerte er sich noch an die erste Stunde in der fünften Klasse, als sie zwei Stunden lang Eidechsengedärme hatten sammeln müssen. Professor Slughorns Begründung war immer, dass sie das auch lernen mussten um gute Zaubertrankmeister zu werden. Doch jeder wusste, dass dies eine Ausrede war, unbearbeitete Zutaten waren einfach billiger. Die halbe Klasse hatte sich irgendwann übergeben müssen und im Minutentakt wurden Reinigungszauber gesprochen um die übelriechenden Gerüche der Kadaver zu vertreiben.

Seufzten machte konzentrierte er sich wieder auf das Buch vor ihm. Warum Professor Slughorn den gesamten Text des Buches auch noch vorlas, obwohl sie alle mitlasen war ihm ebenso schleierhaft, wie die Tatsache, dass sie sich überhaupt mit dem Mondstein befassten, da dieses ja auch an den ZAZ vorgekommen waren. Ein Blick nach links liess ihn schmunzeln. Hermine schrieb gerade an ihrem Hauswirtschaftsaufsatzt und der Schmollmund denn sie dabei machte war so süss. Am liebsten hätte er sie an sich gezogen und geküsst. Aber sie hatten ausgemacht, dass sie ihre Beziehung noch geheim halten würden.

Erstens wollte Hermine noch nicht bekannt geben, dass sie ein Wesen war. Zweitens würden bestimmt einige Mädchen durchdrehen, wenn bekannt werden würde, dass er in festen Händen ist. Das hatte man bei Slughorns Weihnachtsparty vor drei Jahren gesehen, die erste und letzte zum Glück. Sie hatten alle in Begleitung antreten müssen und da er keine der Slytherin Tussen fragen wollte, Miranda ging mit Abraxas und Magenta mit Ellitot, hatte er eine Ravenclaw gefragt, mit der er sich gut verstanden hatte. Es war bereits auf der Party so ausgeartet, dass Dippet jede weitere solche Party verboten hatte. Doch die Wochen danach waren für das junge Mädchen trotzdem die Hölle gewesen, genau wie für Miranda. Nur hatte sich Miranda gegen die eifersüchtigen Hühner wehren können. Die Ravenclaw, er wusste ihren Namen nicht mehr, hatte kurz darauf die Schule gewechselt und war nach Beauxbatons gegangen.

Ausserdem wenn sie ihre Beziehung und ihre Bindung preisgeben würden, müsste er auch preisgeben, dass er ein magisches Wesen war und Dumbledore brauchte nun wirklich keinen Grund mehr um ihn zu bespitzeln. Bestimmt würde es auch dem Ministerium gemeldet werden und dann hätte er dort auch noch den ganzen Papierkram. Das Ministerium verstärkte in letzter Zeit immer mehr die Überwachung der magischen Wesen. Er fragte sich, wohin dies alles noch führen würde.

,,Bis Donnerstag nächste Woche möchte ich, dass ihr alle einen Aufsatz von drei Ellen über den Mondstein in verschiedenen Tränken verfasst. Bitte vergesst nicht, dass wir uns morgen nach dem Mittagessen alle in der Eingangshalle treffen und wir zusammen nach Hogsmead gehen." Beendete Slughorn endlich die Stunde und sie machten sich auf den Weg zu den Gewächshäusern um zum nächsten Unterricht zu gelangen.

Sal pov

Frustriert zog er an der Kette, die ihn an der Wand hielten. Doch sie gaben keinen Millimeter nach. Er blickte nach links, wo auf einem kleinen Holztisch ein bronzener Becher stand. Sein Blut tropfte von einer Wunde stetig dort hinunter. Was dieser kranke Irre damit vorhatte wusste er nicht. Doch Rituale oder Zaubertränke mit Blut, das gewaltsam genommen wurde, waren meist sehr bösartig.

Sein Blick schweifte nach rechts zum Boden, wo immer noch die regungslose Gestalt von Ric lag. Sie hatten seinem Bindungspartner immer und immer wieder unter Schlafpulver gestellt. Wahrscheinlich weil Elben nicht so stark auf die Himbeerknollenwurz reagierten und niemand voraussehen konnte wie eine rasende Elbe dann reagieren würde. Er wünschte sich, dass es bei Vampiren ähnlich wäre, doch leider war dies nicht der Fall. Die bunten Farbflecken waren mittlerweile wirklich lästig.

Er schaffte es nicht einmal eine Telepathische Verbindung mit Ric oder Tom aufzunehmen. /Tom hoffentlich geht es dir gut/ Er schämte sich, dass er seinen Sohn nicht beschützen konnte, doch hätte er nicht verraten wo der Ring sich befindet, wäre Ric getötet worden. Er würde hier rauskommen, seine Familie retten, seinen Peiniger töten und dann für den Rest seines Lebens die Schuld bei seinen beiden Familienmitgliedern abarbeiten.

Erneut versuchte er die Verbindung aufzubauen, doch unter der Droge war es fast unmöglich länger bei einem Gedanken zu verweilen. Sein Blick geisterte über die verschiedenen Käfige und Kisten, welche überall um ihn herum aufgebaut waren. Er und Ric waren rausgebracht worden. Sie hatten ihn an eine Felswand gekettet, welche neben dem Lager stand. Ric hatten sie einfach bewusstlos auf den Boden geworfen und ihm notdürftig eine Kette angelegt. Sie hatten nicht vor den Elben zu Bewusstsein kommen zu lassen.

Wo sie sich jetzt befanden, schien das generelle Lager zu sein, denn er konnte in mehreren Käfigen Personen erkennen. Fünf davon schienen Werwölfe zu sein, da ihre Käfige aus Silber bestanden. Aber er erkannte auch eine Veela, eine Sirene, der man den Mund zugeklebt hatte und einen anderen Vampir. Doch dieser war aus einem entfernten Clan und Sal kannte ihn nicht. Es war ein hager Junge, etwa in Toms Alter, mit ebenso schwarzem Haar wie sein Sohn. Es schmerzte ihn diesen in einem so kleinen Käfig zu sehen. Er konnte nur hoffen, dass Tom in Hogwarts gut genug geschützt war.

Das kleine Mädchen, dass er bereits kennengelernt hatte, kauerte in einem Käfig, der viel zu klein für sie war. Sie konnte nur geduckt darin sitzen. Unweit von ihr stand eine kleine geschlossene Holzkiste mit Löchern, an die immer wieder verzweifelt versuchte heranzukommen. Doch die Kiste stand genau so, dass sie nicht erreicht werden konnte. Er war sich sicher, dass noch andere magische Wesen vorhanden waren, als er sah. Hier standen auch viele Käfige mit magischen Tierwesen herum, dass er nur einen Teil des Lagers überblicken konnte.

Irgendwo hörte er gerade einen Hippogreifen schmerzhaft aufschreien, doch das war nichts Aussergewöhnliches. Über den gesamten Tag hinweg, hatte er immer wieder verschiedene Tierwesen und sogar magische Wesen schreien gehört. Unweit von ihnen war auch eine Kadaversammelstelle. Immer wieder hatte er Zauberer beobachtet, die dort tote Tierwesen abgelegt hatten. Schrecklich verstümmelt, mit fehlenden Gliedmassen oder Blutleer, je nachdem was als Zaubertrankzutat verwendet werden konnte. Er war froh, dass Ric dies nicht mitbekam, er wäre durchgedreht.

Doch Sal konnte nichts tun. Er war gestern Nacht hier her gebracht und angekettet worden und hatte seitdem so viel Tot und Leid gesehen und doch konnte er keinen Finger rühren. Hilflos hatte er beobachten und mitanhören müssen, wie sie die Tierwesen gequält und ausgenommen hatten. Das irre Lachen, welches die Anhänger des kranken Irren dabei ausstiessen hatte ihn selbst ganz krank gemacht. Er war ja auch Zaubertrankmeister, doch niemals hätte er so grausam gehandelt um an eine Trankzutat zu kommen.

Das einzig Positive, dass er während seiner Gefangenschaft erlebt hatte, war als sich eines der Abraxerpferde hatte losreissen können und drei der Männer totgetrampelt hatte. Doch nun lag es wie der Rest seiner Herde ohne Hufe und Mähne, blutleer auf dem Haufen. Er hörte eine Feuerkrabbe explodieren und hoffte nur, dass sie einen der Männer mitgerissen hatte. Doch als drei Männer wenige Minuten später kamen, den toten Hippogreifen auf den Haufen warfen, um die Einhornfohlen und einen Käfig mit Knarls abzuholen, sahen sie alle leider unversehrt aus. Er zog noch einmal an den Ketten, doch nichts rührte sich. Er konnte nicht einmal nach Hilfe rufen. Sein Mund war zugeklebt, wahrscheinlich das niemand erfuhr wer er wirklich war. Aber er musste etwas tun, er konnte Tom dieser Gefahr nicht einfach so ausgesetzt lassen. Wenn er doch nur Ric wecken könnte. Doch egal wie heftig er zog, er konnte die Fesseln nicht lösen.

Hermine pov

Wenig begeistert sah sie nach oben in den Wolkenverhangenen Himmel. Sie war nicht die Einzige, der das Wetter nicht behagte. Doch das war nicht einmal das Schlimmste. Das Schlimmste war wohl die alte Hexe, die mitgekommen war, um Professor Slughorn bei der Überwachung der Schüler zu helfen. Wer es glaubt. Die anderen Slyhterins und die Ravenclaw waren alle verdächtig still, während sie den beiden Lehrern hinterher Richtung Hogsmead liefen. Der Boden war mittlerweile rutschige und gab bei jedem Schritt ein matschiges Geräusch von sich. Es schien, dass der Regen beschlossen hatte an diesem Freitag alles nachzuholen was er durch die Woche verpasst hatte. Zum Glück hatten sie alle Wasserabweisende Zauber auf sich gesprochen, dennoch war der Weg sehr schwierig.

Das zweitschlimmste hing in Form einer blonden Veela am Arm ihres Freundes, weil sie nicht fähig war drei Schritte zu machen ohne umzufallen. Am liebsten hätte sie sie von ihm weggerissen, doch das durfte sie ja nicht. Ausserdem war die Vorfahrin von Luna, wie konnte es auch anders sein, eine der Lieblinge von Madam Merange. Und so wie sie die Beiden ansah war sie sehr zufrieden mit dem Bild. Ein weiterer Grund die alte Hexe zu hassen. ,,Denkst du, ich darf mich bei meinem Aufsatz nur über die Verwendung des Mondsteins wirklich nur in Zaubertränken befassen oder auch in anderen Bereichen?" fragte sie Flitwick von der Seite, der kleine Ravenclaw hatte zu ihr und Mia aufgeschlossen und lief nun neben ihnen. Letztes Jahr hatte er sich gelegentlich zu ihnen an den Tisch gesetzt, wenn sie und Mia in der Bibliothek gelernt haben. Gerne liess sie sich von den beiden Schulsprecher ablenken und wendete sich zu dem Ravenclaw um. ,,Deine Idee ist sehr interessant und bestimmt lesenswert.." begann Hermine .,, Doch du kennst Slugi, ihn interessieren nur Tränke…. Und Röcke…" beendete Mia die Frage, das Letzte sagte sie allerdings so leise, dass niemand anderes es hörte. Flitwick errötete bis in die Haarspitzen und hüstelte verlegen. ,,Mia, das sagt man nicht." Wies sie ihre Freundin zurecht, musste sich allerdings ein Lachen verkneifen.

,,Ich hatte eher die Verwendung in Zauberkunst gedacht. Ich habe herausgefunden, dass er auf verschiedene Zauber unterschiedlich reagiert." Murmelte der halb Kobold immer noch verlegen. ,,Lasst dich nicht von Mia ärgern Filius. Auch wenn Professor Slughorn deinen Aufsatz bestimm nicht zu würdigen weiss, bin ich mir sicher, dass Professor Perrimore dies anders sieht. Es wäre wahrscheinlich sogar ein gutes Thema für eine Meisterarbeit." Versuchte Hermine ihn aufzumuntern. ,,Meisterarbeit? Aber ich bin doch nicht gut genug um ein Zauberkunstmeister zu werden." Stottert er ganz erschrocken.

Hermine zog Slyhterinlike eine Augenbraue nach oben. ,,Ich bitte dich, ich habe gesehen, wie du den Drittklässlern die Zaubersprüche beigebracht hast, ich bin sicher, du wärst ein hervorragender Lehrer!" ,,Denkst du wirklich? Mein Onkel will, dass ich in Gringotts anfange, aber wenn ich ehrlich bin, konnte ich mich nie viel für das Finanzwesen begeistern. Ausserdem mag ich es nicht wie arrogant die Zaub.." erschrocken hielt er inne und starrte sie mit grossen Augen an. Sie lächelte nachsichtig blieb einen Moment stehen. ,,Ich weiss, ich finde es auch ungerecht. Doch irgendwann werden sie es hoffentlich lernen und bis dahin. Möge ihre Klingen stumpf bleiben." Sagte sie mit einem sanften Lächeln, lief weiter und liess einen sprachlosen Flitwick zurück.

,,Was war das?" raunte ihr Mia zu. ,,Oh nur eine Begrüssungsfloskel der Kobolde." ,,Es gibt Begrüssungsfloskeln bei Kobolden? Warum weiss ich das nicht? Und warum gibt es das bei Werwölfen nicht?" fragte Mia ganz entsetzt und Hermine musste anfangen zu lachen, sie konnte das Bild, wie sich Werwölfe in ihrer Menschform begrüssten wie Hunde nicht abschütteln. ,,Was?" Hermine kicherte immer noch, als sie sich etwas beruhigt hatte konnte sie ihr zuraunen. ,,Ich habe es mir nur vorgestellt und da ihr Werwölfe ja den Hunden nicht unähnlich seid, ergab es ein lustiges Bild." Prustete sie los und auch Mia konnte sich das Lachen nicht verkneifen. Doch Hermines Lachen verging ihr, als sie sah, wie Madam Merange missmutig zu ihnen beiden herüber sah. Schnell senkte sie ihren Blick und schloss wieder zu den anderen Schlangen auf, bevor sie der Lehrerin einen Grund gab sie zurecht zu weisen.

Sal pov

,,Ihr seid alle Nichtsnutze! Ihr hattet einen Auftrag und jetzt kommt ihr hier her und sagt mir, dass ihr sie nicht finden könnt? Keinen der Drei?" irgendwo ging etwas zu Bruch. Die anderen Gefangen lauschten und richteten sich etwas auf. Jeder war neugierig zu erfahren, was ihren Peiniger so in Rage versetzte. Ausser das kleine Mädchen im Käfig, wie er bemerkte. Dieses hatte sich ganz eng zusammengerollt und zitterte am gesamten Körper. ,,Wenn es diese dumme Schlange geschafft hat einen zu finden, wieso sind dann fünf meiner besten Männer dazu nicht in der Lage? Ihr seid eine Schande, Crutus!" schmerzerfüllte Schreie hallten durch das Lager, doch an den grimmigen Gesichter der anderen Gefangenen erkannte er, dass sie ebenso wenig Mitleid verspürten, wie er.

Nach einer langen Zeit wurde es ruhig im Zelt und die eisigkalte Stimme erklang wieder. ,,Bringt ihn hier her. Ich werde ihn befragen, er hat mir bereits verraten wo sein Sohn ist, vielleicht weiss er auch wo die anderen drei sind. Und schickt Darius zu mir. Sagt ihm, wenn er es immer noch nicht geschafft hat einen Wahrheitstrank herzustellen, kann er sich von seiner Tochter verabschieden!"

Sal hatte eine Befürchtung von wem sie sprachen und als er zwei grimmig dreinblickende Männer auf ihn zu humpeln sah, versuchte er sich hinter seinen Oklumentikwänden zu verschanzen. Er brauchte einige Übung, doch er hatte von klein auf gelernt seine Gedanken zu schützen, dass er es auch unter Himbeerknollenwurz hinbekam.

Und so verschwand sein Geist langsam in der Dunkelheit, während sein Körper zur nächsten Folterbefragung geschleift wurde. Als er ins Zelt getragen wurde, konnte er die restlichen Männer sehen, wie sie sich wieder vom Boden in die Höhe stemmten. Während er wieder auf einen Stuhl gefesselt wurde, waren die Stimmen schon sehr dumpf, doch er hörte noch wie der Anführer sagte. ,,Ihr Taugenichtse schliesst euch der zweiten Truppe an, unterstützt sie und sorgt dafür, dass die Mission erfolgreich ist. Wer sich von Kindern austricksen lässt soll gar nicht erst wieder hier auftauchen. Habt ihr verstanden!?"

Sein letzter Gedanke bevor er hinter seinen Mauern verschwand galt seinem Sohn und seinem Bindungspartner. Wenn er noch nicht wusste, wer Ric in Wirklichkeit war, würde er sich hüten es ihm zu sagen. Sein Peiniger durfte nicht erfahren, dass er gleich zwei der Gründer in die Hände bekommen hatte. Und er hoffte, dass sein Sohn auf sich aufpasste.

Hermine pov

Sie standen vor der Apotheke im Regen, während die beiden Lehrer drinnen waren und mit dem Verkäufer etwas diskutierten. Die blonde Veela hing immer noch an Toms Arm, was nicht half ihre Stimmung zu steigern. Hinzukam, dass sie anscheinend ihre Fähigkeiten einsetzte, so wie sie immer mehr von den anderen Schülern angegafft wurde. ,,Ärgere dich nicht, sie hat keine Chance." Raunte ihr da plötzlich Abraxas ins Ohr und legte ihr einen Arm um die Schulter. ,,Er ist richtig genervt" wisperte sie zurück, als sie Toms Blick bemerkte. ,,Ja, und ich mache es wahrscheinlich noch schlimmer." Antwortete Abraxas mit einem breiten Grinsen und zog sie noch etwas näher an sich heran. Jetzt erst verstand sie was er meinte und musste auch ein wenig Lachen. Sie sah wieder zu Tom hinüber, der Abraxas Todesblicke zuschoss.

,,Nicht mehr viel und er reisst sich los." Raunte ihr Abraxas zu, doch Hermine war sich nicht sicher ob sie wirklich eine Szene in Hogsmead verursachen wollte. Doch die Entscheidung wurde ihr abgenommen, als Mia sie aus Abraxas Armen zog, sie ihrerseits umarmte und bedrohlich. ,,Meins" zu Abraxas knurrte. Der Veela sah zuerst wahnsinnig überrascht aus, musste dann aber anfangen zu lachen. Glücklich kuschelte sich Hermine in die wärmende Umarmung der Werwolfsfrau und hoffte, dass sie alle bald aus dem Regen kommen würden.

,,So, es ist alles geklärt. Jeder von ihnen nimmt eine der Kisten und bringt sie im Schloss in das Zaubertrankklassenzimmer. Eine Hauselfe wird dort auf euch warten und die Zutaten in Empfang nehmen. Da ihr alle alt genug seid, solltet ihr es schaffen den Weg zurück alleine zu finden. Professor Merange und ich haben noch einige Besorgungen zu erledigen. Danach seid ihr alle Freigestellt, also hop hop, trödelt nicht und vergesst nicht den Aufsatz für nächste Woche." Mit diesen Worten rauschte ihr Lehrer davon und mit ihm die alte Hexe.

Die Schüler sahen sich etwas ratlos an und scharrten sich dann um die Ladentür. ,,Oh nein. So kommt ihr mir nicht in meinen Laden! Bleibt mit euren schmutzigen Schuhen gefälligst Draussen!" schnauzte der grimmige Apotheker sie an und levitierte die Kisten aus dem Laden auf die Strasse. Mit einem lauten Platsch landeten sie im Matsch und bespritzen die Hälfte der Schüler damit. Zum Glück waren sie Ravenclaw und Slyhterins, so wurde statt ein grosses Geschrei zu veranstalten, die Zauberstäbe gezogen und die Kleidung gereinigt. Jeder nahm sich eine Kiste, ausser Abraxas, dieser nahm zwei, weil Slughorn nicht einmal fähig gewesen war sich die korrekte Anzahl an Schülern zu merken.

Sie waren gerade am Zonks Scherzartikelladen vorbei als fünf vermummte Gestalten aus einer Seitengasse traten. Hermine dachte im ersten Moment es seien Todesser, doch sie trugen keine silbernen Masken und spätestens als sie ihre Zauberstäbe zogen war es auch egal wer sie waren. Und wieder war sie froh, dass sie mit den Adlern hier waren. Als die Angreifer ohne Grund anfingen Zauber auf sie zu werfen, hatten die meisten Schüler die gleiche Idee und liessen ihre Kisten zwischen sich und die Angreifer schweben. Das Geräusch von splitterndem Holz war zu hören und die Zaubertrankzutaten fielen in den Matsch, doch es kümmerte niemanden.

Jemand aus Ravenclaw rief. ,,Wir müssen hier weg, hier haben hier keine Deckung. Los in die Gasse, die Mädchen in die Mitte." Während die Jungs die Mädchen in die Mitte nahmen und Richtung Gasse steuerte, versuchte Hermine den Drang zu unterdrücken zu Tom zu rennen. Jetzt war nicht die Zeit für solche Gefühlsempfindungen, sie musste einen klaren Kopf bewahren.

Sie warf gerade einen Petrificus Totalus auf einen der Angreifer, als sie mit dem Rücken an jemanden stiess. Verwirrt drehte sie sich um und sah, dass die Mädchen nicht in die Gasse konnten, weil von dort auch Männer kamen. ,,Das bringt nichts. Wir müssen uns aufteilen." Rief sie und packte Mia am Arm und drehte sie zu sich um. Schnell warf sie einen Zauber, dass die Angreifer sie nicht hören konnte. ,,Hör mir genau zu! Lauf mit deiner Gruppe zum Honigtopf, dort im Keller beim dritten Fass von links ist ein Geheimgang. Nimm so viele mit, wie du kannst. Ihr gelangt darüber ins Schloss, wenn ihr an eine Steinmauer gelangt, ist das Passwort Dissendium. Sobald ihr das Schloss erreicht habt, informiert so schnell ihr könnt einen der Lehrer! Ich werde versuchen mit den anderen zur Heulenden Hütte zu gelangen und darüber zurück nach Hogwarts zurück zu kehren. Egal was passiert, bleib nicht stehen. Lauf weiter hörst du! Wir werden euch zuerst etwas Zeit verschaffen und dann selbst fliehen. Also los."

Währendessen hatten sich die anderen Mädchen um sie beide gescharrt und den Plan gehört. Die Jungen verteidigen sie noch immer gegen die Angreifer. Alle nickten grimmig und griffen ihre Zauberstäbe fester. Es gab zuerst eine kleine Diskussion, doch dann hatten sie sich in zwei Gruppen aufgeteilt. ,,Wir müssen uns den Weg frei räumen." Murmelte sie und richtet ihren Zauberstab ein Ende der Gasse. ,,Leute?" fragte sie in die Runde. ,,Bereit" kam die Antwort und sie sendete einen Patronus, der die Angreifer zuerst einmal zurücktaumeln lassen sollte, doch nichts geschah. Kein silberner Otter schoss aus ihrem Stab heraus. Sie fluchte leise. Auf der anderen Seite hörte sie Abraxaas und Nelson mehrere Schneideflüche werden.

Sie zauberte einen Schwarm Vögel, der die Angreifer aus der Gasse treiben sollte. Plötzlich gesellten sich zu ihren Vögel fliegende milchig schimmernde Einhörner. Erstaunt sah sie zur Seite und sah Fillius neben sich stehen. ,,Nicht ablenken lassen." Raunte er ihr zu und warf den nächsten Zauber. Auch die anderen Ravenclaws hatten sich wieder gefasst und setzten zum Angriff an. Als sie einen violetten Fluch auf sie zu fliegen sah, erschuf sie schnell einen Schild. Ein dumpfer Gong erklang, als der Fluch auf ihren Schild traf und ihr Schild zerschellte. Sie konnte dem Zauber mit einem Hechtsprung ausweichen, wurde aber dennoch am Oberschenkel erwischt. Sie fluchte und rappelte sich wieder auf. Fillius hatte sie währenddessen gedeckt gehabt und selbst einen Schutzschild errichtet, welcher um einiges Mehr aushielt als ihrer.

,,Verdammt, sie weichen nicht zurück." Fluchte sie und warf ein paar der übriggebliebenen Kisten mit einem Schwebezauber auf die Angreifer. ,,Beschiesst sie weiter." Rief sie und sprengte eine Hauswand neben sich. Durch das grosse Loch in der Mauer erkannte sie den Schreibwarenladen. Pergament und Federkiele flogen durch die Luft, doch das Geschäft war leer und sie konnte sehen, dass auch die Tür noch frei war. ,,Los hier rein." Rief sie einer verängstigten Ravenclaw zu und drückte diese durch das Loch.

Während nach und nach die anderen durch die Öffnung kletterten, schloss sie wieder zu den Angreifern ihrer Truppe auf und half ihnen die Stellung zu halten. ,,Fillius, ich möchte dass du die Gruppe zur Heulenden Hütte bringst. Ich kenne die Gerüchte, aber glaube mir, es gibt dort keine Geister, aber einen Geheimgang nach Hogwarts." ,,Bist du sicher?" ,,Ja. Ich werde die Nachhut sein und euch den Rücken decken." ,,Und ich werde dir helfen." Erklang es neben ihr. ,,Tom!" rief sie erleichtert und drehte sich zu ihm um. Sein Haar war ein einziges durcheinander, sie konnte nicht verhindern, dass sie ihm eine Strähne aus dem Gesicht strich um sich die Schnittwunde an seiner Augenbraue anzusehen. Doch sie war zum Glück nicht tief und schloss sich nach einem gemurmelten Zauber sofort.

,,Wir haben die Angreifer soweit geschwächt, dass die andere Gruppe bald durchbrechen kann und dann werden sie rennen, die hintersten werden darauf achten, dass sie nicht verfolgt werden. Abraxas wird sie mit Mia anführen und ich werde bei dir bleiben." Sagte er bestimmt und umfasste ihre Hand. ,,Gut, dann sorg ich für die Ablenkung." Mit diesen Worten richtete sie ihren Zauberstab auf das eine Ende der Gasse. ,,Abraxas, Mia zur Seite!" schrie sie und dann „Ventus" bevor sie sich um sich selbst drehte und in die andere Richtung den selben Spruch abfeuerte. Zwei Wirbelwinde schossen durch die Gasse, fegten an den sich an die Mauer klammernden Schüler vorbei und trugen die Angreifer aus den Gassen. ,,Los!" hörte sie Mia schreien und die erste Truppe rannte aus der Gasse. Tom half Hermine in den Schreibwarenladen zu steigen, wo Fillius bereits an der Tür stand und hinausspähte. Um Verfolger zu vermeiden zauberte Tom die Wand wieder heile, obwohl einige der Steine fehlten. Dann öffnete Fillius die Tür und die zweite Gruppe rannte Richtung heulende Hütte.

Sie kamen nur zwei Gassen weit, dann standen sie wieder ein paar Angreifern gegenüber. Sie schafften es, sie so aufzuhalten, dass ihre Gruppe weitergehen konnte, verloren allerdings den Anschluss zu ihnen. ,,Wir dürfen uns nicht trennen lassen. Los wir müssen zu ihnen aufschliessen." Rief ihnen Nelson zu, der auch zurückgeblieben war und zu dritte wichen sie rückwärts immer weiter nach hinten. ,,Wenn wir die Hauswand einstürzen lassen, können sie uns nicht mehr folgen. Wo bleiben nur die Auroren? Hat noch niemand gemeldet, dass hier ein Kampf stattfindet?" fluchte Hermine und warf eine Wasserfontäne auf ihre Angreifer. Als diese zu Boden gingen, packte sie die Hände ihrer Freunde und rannte mit ihnen weiter.

Sie lief in eine Seitengasse und mitten in einen Umhang tragenden Zauberer hinein. Vor Schreck liess sie die beiden los, konnte allerdings nicht mehr abbremsen und rannte dem Angreifer in die Arme. Dieser reagierte sofort und packte sie, sie versuchte sich loszureissen, schaffte es allerdings nicht. Sie wehrte sich mit Hand und Fuss, der Angreifer trug eine Silberkette, auf die sie allerdings nur einen kurzen Blick erhaschen konnte. Sie spürte wie sie ihre Wange daran aufkratze, bevor sie es endlich schaffte, ihm ihr Knie in die Weichteile zu rammen. Er fiel um wie ein Sandsack.

Sobald er am Boden lag wurde er von zwei Schockzaubern getroffen und Tom war bei ihr. Er riss sie herum und begutachtete sie genau. ,,Mir geht es gut. Wir müssen weiter." Versuchte sie ihn zu beruhigen und zur Eile anzutreiben, er sah nämlich so aus, als ob den Mann am liebsten gefoltert hätte. Doch sie rannten weiter und hatten die heulende Hütte bereits in ihrem Sichtfeld, als eine Explosion aus der andren Richtung sie zu Boden riss. ,,Das war in der Richtung von dem Honigtopf." Sagte Tom während er ihr hoch half.

Dann legte er ihr seine Hände auf beide Schultern. ,,Hör mir zu, ich werde losgehen und sehen, ob ich ihnen helfen kann. Du gehst zu der anderen Truppe und hilfst ihnen ins Schloss zu kommen." Sie wollte ihren Kopf schütteln doch er redete gleich weiter. „Du kennst den Weg, wenn die Lehrer hier her kommen haben die Angreifer keine Chance und Dippet wird sicherlich die Auroren benachrichtigen. Ich werde mich im Hintergrund halten und auf mich achtgeben. Versprochen. Doch irgendjemand muss die Lehrer informieren. Ich weiss du schaffst das." Sagte er, zog sie an sich heran und küsste sie stürmisch.

Dann drückte er sie in die Hände von Nelson, drehte sich um und rannte zurück. ,,Nein!" rief sie, doch Nelson legte ihr eine Hand auf den Mund, damit sie ihre Position nicht verriet. In ihr tobte ihr Wesen an der weissen Tür in ihrem Kopf, sie rüttelte und knallte so laut, dass Hermine einen Moment benötigte um sich wieder auf das hier und jetzt konzentrieren zu können. ,,Komm, tun wir was er gesagt hat, umso schneller wir sind, umso schneller können wir uns davon überzeugen, dass es ihm gut geht und ihm deswegen den Kessel heiss machen!" raunte er ihr zu und zog sie weiter Richtung heulende Hütte.

Als sie die Hütte betraten, wurden sofort mehre Zauberstäbe auf sie gerichtet. ,,Stäbe runter" rief Fillius, aber ein paar der Stäbe blieben auf sie gerichtet. ,,Sie hat gesagt, hier sei ein Ausgang, doch hier ist keiner! Sie ist eine Lügnerin! Es ist bestimmt eine Falle." rief Lovegood wütend und wollte ihr bereits einen Zauberspruch aufhalsen. Doch Hermine war gerade so wütend, das sie keinen Nerv für die blonde Schnepfe hatte. Sie wollte so schnell wie möglich ins Schloss und dort Tom die Ohren langziehen, weil er sie einfach so zurückgelassen hatte.

Mit einem ungesagten Zauber liess sie Lovegoods Zauberstab in ihre Hand fliegen, drückte sich durch die Gruppe und legte ihn in die Hand von Fillius. ,,Bitte geh zur Seite." Sagte sie während sie die Wand anstarrte, hinter der in 50 Jahren der Geheimgang führen würde. Sie hatte vergessen, dass Lupin noch gar nicht in der Schule war und dem zu folge die peitschende Weide noch nicht stand. Doch vielleicht war der Geheimgang doch bereits schon hier und die peitschende Weide wurde aus diesem Grund an ihren Ort gepflanzt.

Sie sprengte die Bodendielen mit einem Bombarda und tatsächlich kam ein Durchgang zum Vorschein. ,,Lumos" rief sie und warf die Leuchtkugel in den Schacht. Sie blickte noch einmal erbost zur Gruppe zurück und sprang dann in das Loch. Das Loch war etwas tiefer als in ihrer Erinnerung, doch sie liess sich nicht beirren und lief los, immer eine Wand an der Erdigen Wand. ,,Das war doch einmal ein Abgang." Hörte sie Nelson lächelnd sagen, doch sie reagierte nicht, schliesslich hatte dieser Tom geholfen sie weg zu bringen.

Sie wollte weitergehen, doch er hielt sie an der Schulter zurück. ,,Mir hat das genau so wenig gefallen wie dir, doch wir hätten beide das selbe getan, für diejenigen, die wir lieben. Wir dürfen ihm nicht böse sein." Sagte er ernst und sie atmete erschöpft aus, er hatte ja Recht, doch sie traute ihrer Stimme nicht, deswegen nickte sie nur. ,,Ich helfe den anderen hinunter." Sagte er und drehte sich wieder zurück. Hermine lief langsam weiter, bald hörte sie Schritte die zu ihr aufschlossen. ,,ihh ist das hier dreckig. Bah. Fürchterlich. Sag mal White, wo ist eigentlich Tom?" sie verdrehte nur die Augen und ignorierte Lovegood, im Stilen fragte sie sich, wie Luna so ein Goldschatz werden konnte, wenn ihre Vorfahrin so ein Ekel war.

,,Lass mich Fillius. Hey ich rede mit dir du Slytherin, ich bin Schulsprecherin, zolle mir gefälligst Respekt." Fauchte es hinter ihr. Sie drehte sich so schnell um, dass die blonde Ravenclaw erschrocken einen Schritt zurückwich. ,,Respekt vor dir? Nachdem, wie du dich gerade hier aufführst? Wir wurden verdammt nochmal von irgendwelchen Irren angegriffen. Die Hälfte von uns ist schwer verletzt. Und das Einzige was du tun kannst, ist dich zu beschweren, dass der Fluchttunnel für dich nicht mit Teppichen ausgelegt ist und dich zu fragen wo der Mann, der sich kein bisschen für dich interessiert, abgeblieben ist. Nein ich empfinde keinen Respekt für dich. Es gibt andere in dieser Truppe, welche ihn viel eher verdienen als du. Entweder du hilfst als gute Schulsprecherin endlich deinen Mitschülern und hältst deine dämliche Klappe oder ich werde dich hier und jetzt in diese Wand einbauen. Haben. Wir. Uns. Verstanden?" fauchte sie.

,,Du bist doch nur eifersüchtig, weil Tom mit mir zusammen sein will und dich noch nicht einmal beachtet." Erwiderte sie hochnäsig, Hermine verengte ihre Augen, sie spürte ihre Magie auf wabern und war kurz davor ihre Drohung wahr zu machen, als die blonde Nervensäge von alleine in sich zusammensackte. Überrascht blickte sie nach hinten, wo sie Fillius mit gezogenem Zauberstab stand. ,,Ich weiss, die Ehre gebührt dir, doch ich dachte mir, du könntest es bereuen wenn du sie aus Versehen umbringst." Versuchte er sich zu erklären. ,,Ich hätte sie nicht umgebracht. Ich hätte sie nur eingemauert und vielleicht vergessen, dass sie da ist." Erwiderte sie genauso ernst, sie sahen sich an und fingen gleichzeitig an zu lachen.

Doch es währte nur kurz. ,,Tomes, nimm du unsere liebe Schulsprecherin." Wies Fillius einen anderen Jungen an, welcher vortrat und die blonde Schnepfe schulterte. ,,Bereit wenn du es bist." Sagte Fillius, doch sie sah immer noch gegen Ende des Durchganges, erst als sie dort Nelson erkannte, welcher ihr signalisierte, dass er den Durchgang hinter sich geschlossen hatte, lief sie wieder los. Es war ein stummer Marsch, ab und zu hörte man jemanden straucheln oder einen Schmerzenslaut aussprechen, doch sonst wurde nicht geredet. Die verschiedenen Leuchtkugeln warfen gespenstische Schatten auf die Wände. Gerade als sich Hermine fragte, ob dieser Geheimgang vielleicht doch nicht ins Schloss führte, gelangten sie an dessen Ende.

Ein grosser Steinblock blockierte den Weg. Fillius trat neben sie und besah sich diesen. ,,Es ist ein normaler Fels, keine Magie darin." Murmelte er, sie war sich nicht sicher ob sie richtig waren. /Habe ich die anderen ins Verderben geführt?/ Da fühlte sie auf einmal eine Wärme in sich aufsteigen und vor ihrem inneren Auge sah sie ein Bild vor sich. Es waren die Gründe von Hogwarts und dort stand ein grosser Fels auf der Wiese. Sie wusste einfach, dass dies dieser Fels war. ,,Zur Seite." Sagte sie und hörte wie die Gruppe zurücktrat. „Vingardium Leviosa" sagte sie, der Felsen bewegte sich, doch nur sehr langsam und stockend. Schweiss trat ihr auf die Stirn und sie konzentrierte sich noch mehr. Doch erst als Fillius und Tobias neben sie traten und ihr dabei halfen schafften sie es, den Stein herauszuheben.

Hermines Beine zitterten vor Anstrengung, dennoch liess sie sich von Tobias hochheben und blickte aus dem Loch. Die Ländereien von Hogwarts lagen ruhig und leer vor ihr, es war noch nicht einmal so spät, sondern erst später Nachmittag. Der Überfall und ihre Flucht zurück hatten viel weniger lange gedauert, als es ihr vorgekommen war. Bevor sie den anderen hinaus half, warf sie einen Zauber über das Loch, so das alle mit der Zeit vergessen würden, dass sich dort ein Geheimgang befand. Sie konnte nicht riskieren, dass in ein paar Jahren neugierige Schüler durch diesen Gang krochen, weil sie von ihren Eltern davon erfahren hatten und am Ende auf einen Werwolf trafen. Als sie alle vor ihr standen, die einen weniger, die anderen stärker verletzt, erklang ein erleichtertes Lachen durch die Truppe.

,,Ich denke, wir sollten die Verletzten in die Krankenstation bringen. Wer soll die Lehrer informieren?" fragte Fillius sie. ,,Ich denke, du bist eine gute Wahl, unsere arme Schulsprecherin kann dies ja leider nicht übernehmen. Tobias, bist du verletzt?" Als dieser verneinte fuhr sie fort. ,,Am besten begleitest du ihn, dann haben wir aus beiden Häusern einen Zeugen." Die anderen nickten und halfen den Verletzten ins Schloss, Tobias und Fillius waren bereits losgerannt.

,,Was machst du?" fragte sie Nelson, der neben ihr stehen geblieben war. ,,Ich gehe in den dritten Stock und sehe nach ob die Anderen es mittlerweile geschafft haben." Antwortet sie und schob den Felsen mit einem Zauber langsam wieder Richtung Loch, er half ihr und gemeinsam schoben sie ihn wieder an seinen Platz. ,,Solltest du nicht auch in den Krankenflügel?" fragte er, während er zu ihr aufschloss und wies auf ihre Beinwunde. ,,Es ist nur ein Kratzer, nicht der Rede wert. Sonst kannst du wegen deiner Schulter gleich mitkommen."

Als sie vor der Statue der buckeligen Hexe angekommen waren, lag der Eingang noch verschlossen vor ihnen. ,,Ist es hier?" fragte er und sie nickte währendem sie den Eingang weiterhin nicht aus den Augen liess. Sie wünschte sich, sie hätte Harrys Karte, aber wenn sie noch überhaupt nicht im Geheimgang waren würde sie sie auch darauf nicht sehen. ,,Hoffentlich haben sie es in den Geheimgang geschafft." Murmelte sie und in dem Moment durchfuhr sie wieder dieses warme Gefühl. Sie wusste, dass ihre Freunde dort drin waren. Sofort stiess sie sich von der Wand ab und lief zur Hexe. ,,Dissendium" wisperte sie und der Buckel öffnete sich. Zur Sicherheit warf sie hier auch wieder den verzögerten Vergessenszauber.

Sie blickte herunter in das Loch, doch es vergingen noch endlose lange Minuten, bis sie plötzlich einen blonden Haarschopf entdeckte. ,,Mia" rief sie voller Freude und reichte ihrer Freundin die Hand. Nach und nach hatten sie alles Schüler nach oben geholt ,,Wo ist Tom?" fragte sie ihre Freunde, doch diese konnten nur mit den Schultern zucken, keiner hatte ihn gesehen. In diesem Moment erklang eine Durchsage, dass sämtliche Lehrer sich in der Eingangshalle einzufinden hätten.

So machte sich die Truppe auf den Weg in den Krankenflügel, da noch Unterricht war, waren die Gänge noch leer und sie kamen gut voran. Miriam Flint weinte die ganze Zeit leise vor sich hin, dafür war Annabella Parkinson verdächtig ruhig. Doch wirklich darauf konzentrieren konnte sie sich nicht, da der Blutverlust und die Zauber langsam ihren Tribut forderten. Im Krankenzimmer herrschte bereits reges Treiben, Madam Belton wuselte von einem Bett zum anderen und kam gar nicht mehr zum Stillstand.

Hermine hätte sich gerne auf eine der Bänke gesetzt, doch sie sah, dass im Moment jede helfende Hand gebraucht wurde. sie nahm sich nur einen der Aufpäppelungstränke bevor sie neben die Krankenschwester trat. ,,Kann ich helfen Madam Belton?" ,,Kindchen, Merlin sei Dank dir geht es gut. Im linken Bett, hat es den jungen McLaggen schlimm am Bein erwischt, wenn du die Holzstücke rausziehen könntest, kann ich die Wunde nachher verschliessen."

Sie machte sich auf den Weg zum Bett des Ravenclaws, dieser lag mit blasen schmerzverzerrtem Gesicht im Bett. ,,Hallo McLaggen, ich werde mich um dein Bein kümmern. Das wird jetzt weh tun, aber ich mache so schnell, wie ich kann." Er sah sie zuerst mit grossen erschrockenen Augen an, dann wanderte sein Blick gegen rechts und er nickte. Als sie sich umwandte, sah sie Fillius, der gerade reingekommen war und nun neben ihr stand. ,,Die Lehrer sind informiert, wir sind in Professor Dumbledore gerannt und mussten so nicht bis zum Direktor. Die Lehrer sind nun auf dem Weg nach Hogsmead und der Unterricht fällt für den Rest des Tages aus." Sie nickte, und richtete ihre Aufmerksamkeit auf die Arbeit, welche vor ihr lag. Während sie Splitter für Splitter aus den Wunden zog, machte sich Fillius selbst daran seinen Mitschülern zu helfen. Er war nicht so gut in Heilzaubern, doch er zauberte Betten herbei oder versorgte die Schüler mit Wasser.

Etwa eine Stunde später waren alle versorgt, auch Hermines Beinwunde war, nach einer Standpauke von Martha Belton, geheilt worden. Die meisten der Schüler waren mit dem Schrecken davon bekommen und nur vier mussten über Nacht auf der Krankenstation bleiben. Da die Lehrer noch nicht zurückgekehrt waren, wurde das Abendessen in den einzelnen Gemeinschaftsräumen eingenommen. Hermine und ihre Freunde waren gerade aus der Krankenstation getreten und auf dem Weg in die Kerker, als vor ihr plötzlich die vertraute Stichflamme erschien und Firis vor ihr auftauchte. Sie trug Nagini zwischen ihren Klauen, welche aufgeregt etwas zischte, während Firis genau so aufgeregt mit ihren Flügeln schlug.

Sie nahm Nagini aus den Klauen, Firis setzte sich sofort auf ihre Schulter. Sie achtete sich nicht darauf und hob Nagini auf Augenhöhe, die kleine Schlange sollte eigentlich bei Tom sein. ,,Ruhig Nagini, nicht so schnell. Sonst verstehe ich dich nicht." Sagte sie eindringlich und blickte die Schlange an, ohne auf ihre Freunde zu achten, welche sie überrascht und erstarrt anstarrten.

~ Sie haben Tom. ~ zischte Nagini.