Hallo zusammen, ich habe euch ein neues Kapitel mitgebracht.
Es bleibt spannend. Ich wünsche euch viel Spass und würde mich über einen Kommentar freuen!
Liebe Grüsse, K4
,,..." jemand spricht
/.../ jemand denkt
~...~ Parsel
34. Kapitel EntführtIhre Schritte halten durch die leeren Gänge, sie war sich bewusst, dass ihr ihre Freunde folgten, doch sie hatte jetzt keine Zeit dafür, immer wieder ging ihr durch den Kopf, was Nagini gesagt hatte.
BUMM
~ Sie haben Tom. Sie sagten, er solle mitkommen, sonst töten sie die Anderen. Er hat mir befohlen mich zu verstecken. Ich wollte nicht, aber Tom sagte ich müsste. Ich habe mich versteckt bis alle weg waren, dann versuchte ich so schnell wie möglich hier her zu kommen. Firis hat mich zum Glück gefunden. Aber Tom ist fort. Ich konnte ihn nicht beschützen. ~
BUMM BUMM
,,Hermine, was ist den los?" hörte sie Mia schreien, während sie immer noch durch die Gänge rannte. Sie ergriff im Lauf eine Wandkante um die Ecke schneller zu schaffen und stiess die Tür zu den sich bewegenden Treppen auf. Da der Unterricht überraschend endete, waren noch viele Schüler auf den Treppen und nicht wie angeordnet in ihren Gemeinschaftsräumen. Viele der Treppen standen auch falsch und es war fast kein Durchkommen. Sie fluchte und wählte die Treppe für den dritten Stock. Sie hüpfte sie fast mehr hinunter, als dass sie lief.
BUMM
Sie wich gerade einem kleinen Huffelpuff aus, welcher die Treppe gerade betrat. Dieser liess vor Schreck seine Bücher fallen, doch sie sprang einfach darüber und eilte weiter. Endlich gelang sie in den dritten Stock. Sie rannte durch den Flur, ignorierte ihre Freunde und die Bilder die ihr nachriefen und rannte so schnell sie konnte zum Geheimgang, welcher hinunter in die Kerker führte. Schnell schob sie den Vorhang zur Seite und rannte diese Treppe hinunter.
BUMM
Sie musste etwas tun, sie musste einen Weg finden Tom zu helfen. Wenn sie in ihrem geheimen Raum war hatte sie genügend Ruhe um sich etwas auszudenken. Sie hatte dort auch alle Zutaten, die sie brauchen würde.
BUMM BUMM
Während sie aus dem Geheimgang wieder hinaustrat und fast eine Ritterrüstung umwarf versuchte sie sich an das Rezept für den Aufspührtrank zu erinnern. Es waren Ingwerwurzel, Skarabäus Käfer fein gehackt, dann…
BUMM BUMM BUMM
Sie stoppte im Schritt und schloss ihre Augen. Die hohen Bücherregale erschienen sofort vor ihren Augen.
BUMM
Sie wanderte durch die Regale um zur weissen Tür in ihrem Inneren zu gelangen.
BUMM
Als die Tür in Sicht kam, wurde das Klopfen lauter.
BUMM BUMM
Sie blieb vor der Tür stehen.
BUMM BUMM BUMM
,,Sei ruhig, ich kann mich so nicht konzentrieren!"
BUMM BUMM BUMM
,,Ich will ihn auch zurückhaben, aber es hilft mir nicht, wenn du jetzt rauskommst und ich keine Kontrolle mehr über meine Empfindungen habe! Ich brauche einen klaren Kopf um ihn zu finden!"
BUMM BUMM BUMM
„Es war nicht richtig mich so gegen dich zu sträuben, aber jetzt brauchen wir meinen scharfen Verstand und können nicht wegen dir in Rage verfallen."
BUMM BUMM BUMM
,,Weisst DU denn, wo du ihn suchen sollst?"
….
,,Hör mal. Ich will ich genau so sehr zurückhaben wie du! Aber dazu muss ich rational denken können und mich nicht von meinen Gefühlen überrennen lassen. Ich verspreche dir wenn das hier vorbei ist werde ich mich nicht mehr so gegen dich sträuben."
….. BUMM…
,,Versprochen"
Sie öffnete ihre Augen wieder und schrak zurück, weil Mia direkt vor ihr stand. Ihre Freunde hatten zu ihr aufgeschlossen. ,,Hermine was ist den los?" fragte Mia sie und umfasste ihre Schultern um ihr keine Chance zur Flucht zu geben. ,,Tom wurde von diesen Typen entführt." Sagte sie und riss sich los, doch sie wurde sofort wieder an einer Hand festgehalten. ,,Was hast du jetzt vor?" ,,Ich muss ihn finden!" sagte sie, riss sich endgültig los und rannte wieder weiter.
Im Kerker wurde sie von den anderen wieder eingeholt. ,,Du kannst ihn nicht alleine finden!" versuchte Abraxas sie zur Vernunft zu bekommen, sie schüttelte ihren Kopf. ,,Bei allem Respekt, doch ihr habt keine Ahnung was ich alles kann." Sie dachte dabei an ihre Suche nach den Horkruxen und den Einbruch bei Gringotts. ,,Er ist auch unser Freund, also lass uns bitte helfen!" Sie blieb stehen und sah sich ihre Freunde genau an. Wilde Entschlossenheit spiegelte sich in ihren Gesichtern. Sie wollte ablehnen, sie wusste schliesslich nicht, wer Tom entführt hatte und wie gefährlich diese waren. Doch würde sie es dann alleine schaffen? Langsam nickte sie, schliesslich hatte Abraxas Recht, sie alle machten sich Sorgen und sie alle hatten das Recht dabei zu sein. Ausserdem hatte sie jeden von ihnen bereits zaubern sehen und keiner war schwach oder schlecht darin. Ihre Chancen waren besser, wenn sie es gemeinsam versuchten.
,,Gut, aber was ich euch jetzt zeige, muss unter uns bleiben. Verstanden?" Die anderen nickten energisch und Hermine setzte ihren Weg fort. Mia schloss sofort wieder zu ihr auf, sie spürte die Blicke ihrer Freundin auf sich, doch sie hatte jetzt keinen Nerv dazu, ihr wollten die letzten Zutaten für den Aufspürtrank einfach nicht in den Sinn kommen. Sie hoffte, dass sie das Buch wirklich, wie gedacht, in ihrem geheimen Raum hatte.
Auf den letzten Metern vor ihrem Geheimraum ergriff sie die Hand von Mia und zog sie weiter, als ihre Freundin unter dem Zauber stehenbleiben und umdrehen wollte, um etwas Wichtiges zu erledigen, was sie vergessen hatte. Sie legte ihre Hand auf die Tür und öffnete sie nachdem sie die Zauber darauf gelöst hatte. Sie schob ihre verwirrte Freundin in den Raum, Mia sah sich interessiert um, weil sie nicht mehr unter dem Bemerk-mich-nicht-Zauber stand.
Hermine trat wieder aus dem Raum und pfiff mit zwei Fingern, sofort drehten sich ihre Freunde um, welche mitten auf dem Gang stehen geblieben waren und nun durch den Zauber wieder in den Gemeinschaftsraum zurück gehen wollten. Überrascht sahen sie sie an der unbekannten Tür stehen und kamen zu ihr, jetzt da sie wussten wo sie war, liessen sie sich auch nicht mehr so leicht von den Zaubern verwirren und so traten sie nach und nach in den Raum hinein. ,,Setzt euch hin und schliesst die Tür." Wies sie sie an, während sie bereits an einen der Schränke geeilt war und dort nach dem richtigen Buch suchte. Sie setzte Nagini unterwegs auf einen der Tische ab, Firis holte sich die Schlange und flog mit ihr auf einen der Schränke, sie wussten beide, dass sie Hermine jetzt nicht stören sollten.
Ihre Freunde sahen sich um, es war ein langer Raum, direkt rechts neben der Tür hatte es zwei Sofas aus dunklem Leder, zwischen denen ein kleiner Sofatisch stand, welcher unter seiner Bücherlast zu brechen drohte. Es hatte zwei grosse Arbeitstische im Raum, von denen einer mit Pergament und der andere mit verschiedenen Kräutern in Fläschchen überfüllt waren. Über die rechte Seite des Raumes waren getrocknete Kräuter aufgehängt, sowohl magische, wie auch Muggelkräuter. An der schmalsten Wand, gegenüber der Tür, waren Regale mit verschiedenen Zaubertrankzutaten in Flaschen. Auf der linken Seite standen vier Kessel jeweils über einem Feuer, zwei davon köchelten im Moment auch vor sich hin. Auf der rechten Seite der Tür standen zwei grosse verschlossene Schränke und in einem dieser beiden verschwand ihre Freundin gerade fast. Zwischen den beiden Schränken standen mehrere verschlossene und übereinander gestapelte Holzkisten.
,,Hermine, was ist das hier?" fragte Tobias, während er sich auf eines der beiden Sofas setzte. Auch die anderen sahen sich neugierig in dem Raum um. ,,Mein Rückzugsort." Murmelte sie, während sie ein Buch durchblättere und es wieder zurücklegte. ,,Verdammt, ich weiss es war doch hier irgendwo." Murmelte sie weiter und suchte weiter im Schrank. Als Abraxas eines der Bücher vom Sofatisch aufhob, erkannte er, dass sich die meisten Bücher mit Heilung beschäftigten, doch von den Autoren hatten sie noch nie etwas gehört. ,,Ihr könnt die Bücher über Heilung dort drüben auf den Tisch legen. In dem Haufen sollte allerdings noch irgendwo ein Buch über erste Hilfe sein, dass wäre vielleicht nicht schlecht." Sagte sie während ihre Freunde nur ihre Hand sahen, welche in die gemeinte Richtung des Tisches wedelte. Gleichzeitig erhoben sich die darauf befindenden Pergamentbögen, schwebten in den anderen Schrank, welcher von alleine aufschwang und sich danach hörbar verschloss.
Sie fingen an die Bücher auf besagtem Tisch zu stapeln, als Hermine freudig rief. ,,Hier ist es! Ha ich wusste doch, ich habe es dabei." Sie kam mit einem wahnsinnig dicken Buch auf sie zugeeilt. ,,Entschuldigt die Unordnung, ich bin gerade am Sortieren, welche Bücher zu Gringotts gebracht werden und welche nicht." Sie setzte sich neben Mia und schlug das Buch auf, nach kurzem Durchblättern hatte sie die gewünschte Seite gefunden. ,,Also irgendjemand muss mir etwas von Tom bringen, Blut, Haare, Speichel was auch immer. Seine Haarbürste wäre zum Beispiel gut." Sagte sie, Tobias wollte sich erheben um sie zu holen, doch sie hielt ihn auf.
Sie dachte einen Moment nach und sagte dann. ,,Wenn ihr wirklich mitkommen wollt, benötigt jeder von euch ein Outfit, das sowohl bequem, wie auch robust ist. Wichtig dabei ist, dass es schwarz ist und sowohl lange Arme, wie auch Beine besitz. Ja auch für euch Mädchen. Wer einen Besen besitzt, soll diesen auch holen und jemand müsste in die Küche um von dort Essen zu organisieren. Wir werden alle das Abendessen verpassen und ich will nicht, dass jemand wegen Hunger unkonzentriert ist. Wir werden auch nicht direkt jetzt aufbrechen können, wir sollten bis nach der Sperrstunde warten, dann vermisst uns keiner. So schwer es mir auch fällt, es hat keinen Sinn kopflos loszustürmen."
Sie sah erneut in das Buch. ,,Abraxas, hast du in deinem Zaubertränkekasten zufälligerweise Kartoffelbauchpilz und Löwenfischgräten?" Als dieser nickte besah sie sich wieder das Buch. ,,Gut den Rest habe ich hier. Ich würde vorschlagen, ihr holt die Dinge die ihr benötigt und ich bereite hier bereits alles vor." Sie war aufgestanden und zu dem leeren Kessel gewandert. Mit einem gemurmelten Zauberspruch flog das Buch gutlesbar neben ihr her. Als sie die Tür öffnen und wieder schliessen hörte sah sie kurz auf. Sie war alleine im Raum. Sie atmete erschöpft aus und fuhr sich einmal fahrig über das Gesicht. „Was tu ich hier? Es sind Kinder, die noch nie einen Krieg erlebt haben. Wir wissen nicht, wer Tom entführt hat, ich könnte sie alle in den Tod führen." Flüsterte sie erstickt.
Eine nasse Schnauze schob sich in ihre leere Hand und sie sah nach unten. Shadow, welcher mittlerweile gar nicht mehr so klein war, hatte sich aus einem der Schatten manifestiert. Die Pfoten waren noch etwas gross, doch sie konnte ihn nicht mehr einfach hochheben und rumtragen. Jetzt kamen auch Firis und Nagini vom Schrank herunter. Während Firis sich ihren Platz auf ihrer Schulter sicherte, schlang sich Nagini um ihren Hals. Es tat gut, dass die magischen Wesen versuchten ihr Kraft zu geben, doch die Wahrheit war, dass sie keine Ahnung hatte, was sie tat. Sie wusste zwar wie sie ihn finden konnte, doch was sie erwartete oder wie sie es schaffen sollte ihn zu befreien, wusste sie nicht.
,,Shadow, würdest du bitte vor der Tür warten und darauf achten, dass die Anderen diese auch finden?" bat sie den Schattenwolf, welcher noch einmal zutraulich um ihre Beine strich und dann unter dem Türspalt verschwand. Gedankenverloren strich sie Firis über den Kopf. Sie befürchtete, dass es ein Fehler gewesen war, ihre Freunde mit einzubeziehen. Doch vielleicht nahm sie sich selbst auch als zu wichtig, denn schliesslich hatte sie in ihren Kämpfen mit Todessern oft auch nur aus Glück überlebt. Und Harry, Ron und sie waren dabei um einiges Jünger gewesen.
Wie sehr wünschte sie sich jetzt eine Flasche Felix Felicitas.
Sie schloss die Augen und war wieder in ihrer inneren Bibliothek. Sie lief zur weissen Tür und legte nach kurzem Zögern ihre Hand darauf. ,,Denkst du wir werden es schaffen? Ich hoffe ich führe sie nicht alle in den Tod. Ich habe genug Tote für ein Leben gesehen." Es blieb still hinter der Tür, doch sie durfte sich nicht beklagen, schliesslich hatte sie ja gewollt, dass das Wesen Ruhe gab.
Sie öffnete ihre Augen wieder und fing an, alle Zutaten welche sie für den Aufspürtrank benötigte zusammen zu suchen und vorzubereiten. Sie arbeite routiniert und konzentriert, verband alle anderen Gedanken aus ihrem Bewusstsein. Nur noch die Zutaten waren existent.
Nach und nach trafen die anderen wieder ein, alle trugen in ihren Händen die von ihr vorgeschriebenen Kleidungstücke. Als Abraxas und Mia eintrafen rief sie die beiden zu sich an den Kessel. ,,Ich weiss, ihr werdet Fragen haben, doch ich werde sie nicht alle beantworten können. Ihr zwei seid gut genug in Zaubertränke, dass ihr diesen Trank brauen könnt." Sagte sie und reichte ihnen das Buch, die beiden sahen sich das Rezept an. ,,Von diesem Trank habe ich noch nie etwas gehört." Murmelte Abraxas während er sich die Zutatenliste ansah. ,,Könnt ihr auch nicht. Die Frage ist, schafft ihr es ihn zu brauen?" Nach kurzer Musterung des Rezepts und einem Blickaustausch nickten die beiden ernst.
Ein Poltern lenkte sie ab und sie richtete ihre Aufmerksamkeit auf das Sofa, Magenta hatte zusammen mit Tobias Essen aus der Küche geholt. Als sie die Paletten auf den Sofatisch stellen wollten ist ihnen ein Bücherstapel umgefallen. ,,Entschuldige Hermine!" rief Mag zerknirscht, doch Hermine winkte ab. ,,Ich hätte nicht so ein Chaos hinterlassen sollen." Sagte sie und kniete sich hin um die Bücher auf zu heben.
Zuunterst lag das kleine rote Buch, welches sie von Tom zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte. Es lag umgedreht aufgeschlagen da und die anderen Bücher waren drauf gefallen. Sie stellte die grösseren Bücher auf den Boden neben den Sofatisch und hob dann das kleine Buch sanft auf. Als sie es umdrehte, dass sie hineinsehen konnte, bemerkte sie, dass eine der Seiten beim Sturz gerissen war, traurig fuhr sie über den Riss und sprach einen Reparierzauber. Eine feine Linie blieb zurück, wie immer, wenn man Papier mit einem Zauber wieder zusammenklebte. Sie blätterte um, um zu sehen, wie schlimm es auf der nächsten Seite wirkte und erstarrte.
Es war die Seite mit der Geschichte der drei Brüder. Der Riss zog sich etwas in den Titel hinein, doch das war es nicht, was sie hatte erstarren lassen. Denn sie kannte diese Seite, so wie sie jetzt war, ganz genau. Sie hatte Stunden damit verbracht, sich dieses Märchen und diesen Riss anzusehen, als sie das Buch, nach Dumbledores Tod, geerbt hatte. Sie hatte in dem Riss irgendeinen Hinweis vermutet gehabt, wer hätte gedacht, dass er nur entstanden war, weil jemand es heruntergeworfen hatte.
Es gab nur noch eine Sache, wodurch sich das Buch von dem, welches sie erben würde noch unterschied. Sie blickte auf und entdeckte auf dem Tisch einen Kugelschreiber, er passte so wenig hier her an diesen Ort und diese Zeit. Doch wie ferngesteuert erhob sie sich, hob ihn vom Tisch auf und begann wie unter Zwang das Symbol zu zeichnen, welches an diese Stelle gehörte.
Sie machte zuerst das Dreieck, welches den Tarnumhang symbolisierte. Dann den Kreis für den Stein der Auferstehung. Und durchbrach diesen mit einem Strich, welcher für den Elderstab stand. Das Zeichen der Heiligtümer des Todes hob sich nun schwarz von der Buchseite ab, genauso wie sie es in fast fünfzig Jahren gesehen hatte.
Eine Erinnerung drängte sich in ihr Bewusstsein:
Nelson, Tom und sie in der Gasse, die schwarze Gestalt, welche sie gepackt hatte. Der Anhänger aus Silber, welchen sie nur kurz gesehen hatte, bevor er ihr die Wange aufkratzte.
Sie keuchte auf und ihre Beine gaben unter ihr nach, doch sie bemerkte es nicht, sie war immer noch fokussiert auf den Anhänger, welcher ihr Angreifer getragen hatte. Dem Zeichen der Heiligtümer des Todes.
Das Zeichen von Grindelwald.
Sie schluckte schwer. War es wirklich so? Hatte sie den bösartigsten Zauberer ihrer Zeit überlebt um sich nun in der Vergangenheit dem vorherigen Schrecken der Zauberwelt stellen zu müssen? Sie bemerkte undeutlich, dass sie an der Schulter gerüttelt wurde, doch sie reagierte nicht. Ihr Gehirn lief auf Hochtouren, während sie verzweifelt nach einem Beweis suchte, dass sie falsch lag.
Doch es gab einen Fakt, den sie nicht übersehen konnte. Grindelwald, war bevor Dumbledore ihn stellte, auf der Suche nach den Heiligtümern gewesen. Dumbledore hatte den Elderstab eigens bei der Verhaftung von Grindelwald erhalten. Und wenn ihre Theorie stimmte, würde es Sinn machen, dass er sowohl Salazar Slyhterin, wie auch Godric Gryffindor in seine Gewalt bringen wollte. Denn beide waren Erben der Heiligtümer, soweit diese Geschichte stimmte. Doch da Salazar seinen Ring und damit den Stein der Auferstehung an Tom weitergegeben hatte, war dies auch ein Grund ihn zu entführen.
Ihre Hände zitterten, sie konnte sich zu gut an die Schauergeschichten über Grindelwald erinnern. Als sie erfahren hatte, dass Lord Voldemort zurückkehren würde, hatte sie alles was sie über dunkle Zauberer finden konnte gelesen. Und über Grindelwald Schreckensherrschaft gab es genug Material. Er hatte diverse Zaubersprüche entwickelt oder eher gesagt entwickeln lassen. Er hatte mit Gewalt, Folter und Erpressung so viele Gräueltaten von anderen begehen lassen, dass das gesamte Ausmass seiner Taten auch in ihrer Zeit noch immer nicht ganz aufgedeckt war. Lord Voldemort war gefürchtet gewesen, weil mit dem Todesfluch um sich geschmissen hatte wie andre Süssigkeiten verteilten. Doch Grindelwald dagegen liebte die Folter, er liebte es seine Opfer über Tage und Wochen zu foltern, auch wenn er keine Informationen von ihnen benötigte. Er war in gewisser Weise Machtbesessener gewesen, als es Voldemort je gewesen war.
,,Hermine!" Sie schreckte auf und blickte Mia an, welche vor ihr auf dem Boden kniete und sie an den Schultern schüttelte. ,,Was ist los? Du bist blass wie ein Geist und warst nicht ansprechbar." ,,Ich…" sagte sie zerstreut, wich den Blicken ihrer Freunde aus und liess ihren durch das Zimmer wandern, bis das rote Büchlein wieder ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. ,,..ich hatte… mir ist klar geworden, dass wir es besser den Lehrern überlassen nach Tom zu suchen. Ich… ich meine wir sind nur Schüler. Wir werden ihn wahrscheinlich sowieso nicht finden. Das ist doch alles Unsinn… Am besten wir gehen alle wieder in den Gemeinschaftsraum und…"
,,Was hat dir solche Angst gemacht?" unterbrach sie Abraxas einfach, auch er war vom Kessel weg zu ihr gekommen. ,,Nichts alles gut. Ich denke nur, dass es keinen Sinn macht ihn zu suchen." Sagte sie und wollte sich erheben, doch eine Hand auf ihrer Schulter drückte sie wieder nach unten. ,,Hermine, so gern wir dich auch haben. Doch du stinkst richtig nach Angst." Sagte Nelson sanft aber bestimmt. Sie schluckte hart und ergab sich ihrem Schicksal. Einem Werwolf einzureden man hätte keine Angst, wenn er es riechen konnte, war ein unmögliches Unterfangen.
,,Wir können Tom nicht befreien." Brachte sie tonlos heraus. Sie meinte damit eigentlich ihre Freunde, denn sie würde sowieso gehen. Sie hatte keine Wahl, ihr Wesen hatte bereits jetzt nur noch einen dünnen Geduldsfaden, wenn sie nicht gehen würde, würde es früher oder später die Kontrolle übernehmen und selbst nach seinem Bindungspartner suchen. Und sie hatte keine Ahnung, was dann passieren würde. ,,Warum nicht?" fragte Mia sie und sah ernst an. Hermine konnte ein Zittern nicht unterdrücken.
,,Es ist Grindelwald" Es kostete sie unendlich viel Kraft den Namen auszustossen. Ein erschrockenes Zischen war die Reaktion ihrer Freunde.
Tom pov
Als er zu sich kam, schmeckte er Himbeere in seinem Mund, er versuchte mit Schlucken diesen Geschmack aus seinem Mund zu bekommen, doch weder den Geschmack, noch das wattige Gefühl konnte er so vertreiben. Er öffnete seine Augen, bunte Punkte flatterten über sein Sichtfeld, er wusste etwas stimmte nicht, doch er konnte sich nicht auf einen klaren Gedanken konzentrieren. Als er seine Hand bewegen wollte, um sich hoch zu stemmen, brauchte er mehrere Versuche, bis er es schaffte.
Es war ein Gefühl, wie wenn seine Gliedmassen nicht ihm selbstgehörten und machten was sie wollten. Es wäre vielleicht in einer anderen Situation witzig gewesen, doch ihm war klar, dass er damit ruhig gestellt werden sollte. Sein Vater hatte ihm von der Wurzel erzählt, dessen Namen er gerade nicht greifen konnte. Dafür war ihm umso präsenter, was sein Vater ihm angedroht hatte, sollte er diese Droge einmal freiwillig konsumieren.
Er drehte sich mühselig auf den Rücken und blieb erschöpft liegen, er versuchte sich zu erinnern, wie er in diese Situation gekommen war. /Hermine/ Sofort wollte er aufspringen, doch durch die Ketten und seinen nicht gehorchenden Gliedmassen sank er schnell wieder auf den Boden. Eine der Zeltwände öffnete sich und er wurde geblendet. ,,Oh wie ich sehe, ist unser kleiner Gast bereits aufgewacht." Hörte er sagen ohne den Sprecher erkennen zu können. ,,Wunderbar, wunderbar. Ach ich sehe schon, wir werden viel Spass miteinander haben." Hörte er eine tiefe, raue Stimme sagen und das Lachen, welches darauf folgte, liess ihn einen kalten Schauer über den Rücken jagen.
Ein blonder Mann mit stechenden blauen Augen schob sich in sein Sichtfeld und sah ihn von oben an. Das Gesicht über ihm verzog sich immer wieder in alle Richtungen und gab dem Mann ein schauderhaftes Aussehen. Da Tom noch immer auf dem Rücken lag, fühlte er sich noch mehr ausgeliefert, doch er konnte seine Gliedmassen einfach nicht kontrollieren, statt sich umzudrehen zuckte sein Arm nach oben. ,,Ja ich weiss, es ist etwas unangenehm, doch sei versichert, dass sich dies bald ändern wird."
Ein Schuh kam in sein Gesichtsfeld und drückte sein Gesicht zur Seite. ,,hmm.. viel besser. Wirklich viel besser. Dein Vater ist ja schon nicht schlecht, wenn man sein Alter betrachtet. Doch du bist ein ganz anderes Kaliber. Sehr schön und da du den Ring bereits erhalten hast und er dich akzeptiert bist du die perfekte Wahl." Tom hatte keine Ahnung wovon der Irre da redete. Aber er fühlte sich gedemütigt und wütend, er wollte diesem Abschaum an die Kehle springen, sein Vampir war ganz seiner Meinung und tobte in seinem Innern, doch er schaffte es nicht auszubrechen.
Ein Tumult ausserhalb des Zeltes liess seinen Peiniger aufblicken. ,,Oh ich glaube dein Vater ist erwacht, na dann will ich mal gehen und ihm versichern, dass es dir gut geht." Sagte er mit so einem bösartigem Grinsen, dass es Tom ganz schlecht wurde. Als er kurz darauf alleine im dunklen Zelt lag, bemerkte er, wie sehr sein Herz raste. Es schlug so laut, dass er fast nichts anderes wahrnehmen konnte. Er versuchte verzweifelt eine Telepathische Verbindung mit seinem Vater oder seinem Dad aufzunehmen, doch er erreichte sie einfach nicht. Er liess seinen Kopf wieder erschöpft auf den Boden sinken und schloss die Augen um den bunten Punkten zu entkommen. Sofort sah er eine lachende Hermine vor sich, mit dem Gefühl wie er sie umarmte und ihrem Duft in der Nase schlief er erschöpft ein.
Hermine pov
,,Bist du sicher?" fragte Tobias in die Stille, die sich nach ihrer Offenbarung auf die Gruppe gelegt hatte. Sie nickte und erklärte. ,,Ich habe das Zeichen bei einem der Angreifer gesehen, ich konnte mich nur zuerst nicht daran erinnern, weil alles so schnell ging. Aber da dieses Zeichen vorwiegend von Grindelwald Schergen getragen wird, bin ich mir ziemlich sicher." ,,Aber warum sollte er Tom entführen?" fragte Andrew in die Runde. ,,Ich vermute, wegen seinen Eltern." Sagte Hermine, mit ihren Gedanken schon einen Schritt weiter und die Jungs nickten nachdenklich.
,,Eltern? Er ist doch eine Waise?!" Warf Mag ein, doch Hermine ist eine Idee gekommen, welche sie sofort umsetzen wollte. Sie machte sich nicht einmal die Mühe vom Boden aufzustehen und rief ,,Tippsi." Es ploppte laut und die kleine Elfe stand vor ihr, sie sah sich schüchtern in der Runde um, bevor sie sich auf Hermine konzentrierte. ,,Junge Miss Hemine hat Tippsi gerufen. Was kann Tippsi für junge Miss Hemine tun?" ,,Tippsi, weisst du wo deine Herren sind?" ,,Tippsi darf nicht sagen." Sagte sie und beobachtete unruhig die anderen Schüler im Raum, während sie an ihrem linken Ohr zog.
Mit einer Handbewegung erschuf sie einen Abhörsicheren Schild, der sie beide einschloss und ihre Freunde ein paar Schritte von ihnen wegtrieb. Die junge Hauselfe trat überrascht einen Schritt zurück und besah sich den flackernden Schuld. ,,Hier kann uns keiner mehr hören. Tippsi es ist wirklich sehr wichtig. Tom wurde entführt und ich muss wissen ob Sal und Ric zu Hause sind." Sagte sie eindringlich und sah der Elfe in die Augen, damit diese sah, dass sie nicht log.
Die Ohren der kleinen Elfe fielen augenblicklich hinunter. ,,Ooohh nein. Armer kleiner Master. Master Slytherin und Master Godric Samstag nicht von ihrer Verabredung zurückgekommen. Quimbley sehr besorgt. Aber junger Master jetzt auch noch weg. Oh nein welch Unglück…" die kleine Elfe schluchzte und grosse Tränen kullerten über ihre Wange, um sie zu beruhigen legte sie ihr eine Hand auf die schmale Schulter. ,,Wir werden versuchen sie zu befreien. Gehe zurück und berichte es Quimbley. Ich weiss nicht, wie es ihnen geht, vielleicht brauchen sie Hilfe wenn sie wieder nach Hause kommen."
Sagte sie eindringlich und die Elfe nickte aufgeregt. ,,Wir bereiten vor. Wenn Masters zurück sind, Hauselfen um sie kümmern werden. Das ist, was Hauselfen tun." Die Kleine nickte so heftig, dass sie fast vornüber fiel. Sie hatte bereits die Hand zum Schnipsen erhoben, als ihr noch etwas einzufallen schien. ,,Junge Miss Hemine muss auf sich aufpassen. Junger Master sehr traurig wenn junger Miss Hemine etwas geschieht. Und Hauselfen auch." Gerührt antwortete sie ,,Ich verspreche es." Die Elfe nickte ernst, schnippte und verschwand mit einem Plopp.
,,Toms Eltern werden seit letzten Samstag vermisst." Liess sie ihre Freunde leise wissen, sobald sie die Blase aufgehoben hatte. ,,Aber warum sollte Grindelwald Tom und seine Eltern entführen?" fragte Mia. ,,Ich frage mich eher, wie er es geschafft hat." Erwiderte Abraxas und trat wieder an den Kessel, zündete das Feuer an und liess das Wasser aufkochen. ,,Nun, das heisst einfach, dass wir vorsichtiger sein müssen, was wir sowieso gewesen wären." Liess Tobias verlauten, schnappte sich eines der Sandwiches und biss herzhaft hinein. ,,Wir reden hier von Grindelwald! Das ist kein Spass!" stiess Hermine schockiert hervor.
,,Hermine, uns allen ist klar, dass das kein Spass ist. Wir hatten alle schon auf die eine oder andere Weise mit den Ansichten von Grindelwald zu tun. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass viele unserer Familien seine Ansichten gut finden. Wir wissen also auf was wir uns einlassen." ,,Die Ansichten zu kennen und im gegenüber zutreten sind zwei verschiedene Dinge." Versuchte sie sein Argument zu verkraften. Mia war es, welche dieses Mal das Wort ergriff. ,,Wir wissen, dass du schreckliche Dinge erlebt hast. Und auch, dass du uns sicherlich nur einen Bruchteil davon erzählt hast. Aber vertraue uns, dass wir das nicht leichtfertig tun. Tom ist auch unser Freund und wenn wir ihn retten können, werden wir es auch tun." Mit diesen Worten erhob sich die Lestrange und trat wieder zu Abraxas um ihm bei Brauen zu helfen.
,,Du hast doch bestimmt schon einen Plan, also was sollen wir tun, bis der Zaubertrank fertig ist?" Fragte Sac und reichte ihr die Hand um ihr beim Aufstehen zu helfen. Sie blickte in die Gesichter ihrer Freunde und ergriff die Hand. Wenn sie bei der Aussicht Grindelwald entgegen zu treten nicht Klein bei gaben, wollte sie erst recht nicht kneifen. Sie hatte Bellatrix überlebt, sie würde auch das hier überleben.
Sie zog ihren Zauberstab und liess die Holzkisten zwischen den Schränken zur Sofaecke schweben. ,,Da wir nun wissen, mit wem wir es zu tun haben, müssen wir uns vorbereiten. In diesen Kisten findet ihr verschiedene Stärkungs- und Heiltränke. Ich möchte, dass ihr Stoffbeutel beschwört und darin jeweils die Tränke verstaut. Jeder von uns bekommt dann so einen Beutel, so sind wir für den Ernstfall vorbereitet. Im linken Schrank findet ihr auch Mullbinden, Verbände und andere Utensilien zur Erst Versorgung, stellt auch davon jeweils ein Packet pro Beutel zusammen." Sie zeigte auf den Schrank.
„Dazu kommen noch diese zwei Tränke.'' Sie zog einen leuchtgelben und einen rosaroten Trank aus zwei Kisten. „Der gelbe erzeugt einen Nebel, welcher zur Ablenkung und zur Flucht dient. Der Rosarote ist ein sehr potenter Schlaftrank der zu Gas wird, wenn er mit Luft in Berührung kommt. Beide Tränke dürfen nicht geöffnet, sondern nur auf den Boden geworfen werden. Ihr solltet beide besser nicht einatmen." ,,Woher hast du al diese Tränke?" fragte Newt und besah sich den gelben Trank interessiert. ,,Gebraut. Aber für dich und Tobias habe ich etwas, was euch mehr interessieren könnte." Sagte sie und zog die abgegriffene Perlenhandtasche aus dem Versteck hinter dem rechten Schrank. Da man das Versteck nur mit ihrem Fingerabdruck öffnen konnte und das genaue Versteck hinter dem Schrank nicht einsehbar war, sorgte sie sich nicht darum, dass ihre Freunde es sahen.
Sie suchte eine Weile darin herum, bis ein Poltern erklang und sie leise fluchte. ,,Verdammt, schon wieder die Bücher. Das passiert mir auch jedes Mal." Ihre Freunde sahen sie nur stumm an, sie hatten heute bereits so viel von Hermine gesehen, dass sie fast gar nichts mehr überraschen konnte. ,,HA! Hier!" rief sie euphorisch und zog einen grossen geschlossenen Karton aus der Tasche, der niemals hätte hineinpassen dürfen. Sie stellte ihn ihren beiden Freunden vor die Füsse und kniete sich hin um ihn zu öffnen. Darin kamen verschiedene Alltagsgegenstände zum Vorschein.
,,Hier in dieser Kiste sind verschiedene Scherzartikel. Nein, ich werde euch nicht sagen wo ihr sie herbekommt und ihr dürft sie danach auch nicht behalten. Bei den meisten Sachen sind die Beschreibungen alle noch dabei, da ich sie geschenkt bekommen habe. Wenn etwas nicht beschriftet ist probiert es um Merlins Willen nicht aus! Ich habe keine Skrupel euch zurückzulassen wenn ihr wie ein Löwe brüllt oder leuchtet wie ein Weihnachtsbaum. Bedenkt, dass ihr nur die Scherze mitnehmt, die uns weiterhelfen könnten." Die beiden stürzten sich auf den Karton, sie konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, wurde sie doch an die beiden Rotschöpfe erinnert, die die Dinge entwickelt hatten.
,,Hermine diese Dinger sind genial!" rief Sac und zog gerade einen pinken Regenschirm aus der Kiste, um sich die Beschreibung anzusehen. ,,Nicht öffnen! Ich will nicht den gesamten Keller unter Wasser haben!" ,,Keine Sorge. Aber warum wurden dir diese Dinge geschenkt. Also Scherzartikel sind nichts, was ich dir schenken würde." Grübelte Tobias und besah sich einen Stoffhund, welcher jemanden mit Knochen bewerfen würde, wenn man auf das Halsband drückte.
Sie lächelte verlegen und zuckte nur mit den Schultern. Zu gut erinnerte sie sich daran, wie die beiden grossen rothaarigen Zwillingen in ihrem dritten Jahr vor ihr auf die Knie gefallen waren und sie um Hilfe gebeten hatten. Sie hatte sie ihnen nach langen Diskussionen gewährt, nachdem sie einen Vertrag unterschrieben hatten, dass sie ihr niemals einen Streich spielen oder einen der Artikel an ihr testen würden. Hinzu kam, dass sie die Erstklässler, aller Häuser, nicht als Versuchskaninchen benutzen durften. Die beiden hatten nach langen Verhandlungen eingelenkt und auch wenn sie sich auch danach ab und zu über die Scherze in die Haare gekommen waren, musste Hermine zugeben, dass sie in dem was sie taten genial gewesen waren.
Sie hatten es zum Glück auch niemandem erzählt, schliesslich ging es ihr dabei um die Herausforderung der Zauber der Streiche und nicht die Streiche selbst. Wie hätte sie es rechtfertigen sollen, dass sie als Streberin Granger den Chaos Zwillingen bei ihren Streichen half? Sie konnte sich auch vorstellen, dass Ron das Ganze nicht so gut aufgefasst hätte. Schliesslich hatte es ihm auch nicht gepasst, dass Harry den Zwillingen das Geld für ihren Laden gegeben hatte. Er hatte es gegenüber Harry nie erwähnt, weil er immer noch ein schlechtes Gewissen wegen dem Trimagischen Turnier gehabt hatte, doch es hatte in den Sommerferien nie einen Brief gegeben, die er an sie geschrieben hatte, in dem er es unerwähnt gelassen hatte. Auch wenn sie nie darauf eingegangen war.
Es hatte sich zwischen ihr und den Zwillingen über die Jahre eine geheime Freundschaft entwickelt, welche sich noch vertieft hatte, als sie angefangen hatten Artikel gegen Todesser zu entwickeln. Sie selbst hatte damals auch den Drang gehabt mehr zu tun, als ihnen die Erwachsenen zugetraut hatten. Schliesslich waren Harry, Ron und sie immer wieder in gefährliche Situationen geraten, wurden allerdings vom Orden des Phönix immer wie Kinder behandelt.
Fred und George waren zwar älter als sie, doch dennoch hatten sie erkannt, zu was sie fähig war und das der Krieg vor ihr nicht Halt machte, nur weil sie ein Kind war. Ausserdem hatte sie durch Harry und Ron die Gefahr öfter erlebt als viele andere. Deswegen hatten sie sie, obwohl sie nicht mehr in der Schule waren, um Hilfe gebeten. Und sie hatte einen ganzen Sommer lang ihre Zeit in der Winkelgasse verbracht. Ihre Eltern dachten sie sei bei Ron und dieser dachte sie sei mit ihren Eltern in Frankreich. Doch in Wahrheit hatte sie Stunden im Buchladen der Winkelgasse und im Keller von Weasleys Zauberhaften Scherzartikel verbracht. Sie hatten zusammen viele Dinge entwickelt.
Wie zum Beispiel das Finsternispulver, das Sac gerade aus der Kiste zog. Er besah sich den Beutel genau und las die Anleitung. ,,Unten steht G.W. F.W. H.G. sind das Seriennummern?" ,,Nein, das sind die Initialen der Entwickler. Und sei damit bitte vorsichtig, die Beschreibung bei diesem Produkt kann man nur als Untertreibung betiteln." Damit liess sie die beiden in Ruhe und ging zu den Kesseln, um zu sehen, wie weit Mia und Abraxas gekommen waren.
Dort angekommen, sah sie sich noch einmal ihre Freunde im Raum an. Tobias und Newt waren zwar mit Spass, aber dennoch nicht leichtsinnig dabei die Scherzartikel zu begutachten. Andrew hatte sich die Besen vorgenommen und untersuchte sie auf ihre Brauchbarkeit. Magenta, Elliott und Sac füllten die Beutel mit Zaubertränken und den anderen Utensilien. Im Kessel neben ihr köchelte ein senfgelber Trank, welcher etwa in einer halben Stunde fertig sein würde. Irgendwie kam sie sich gerade etwas nutzlos vor. ,,Komm, wir essen kurz etwas. Du hast heute Mittag schon so wenig gegessen." Flüsterte ihr Mia zu, drückte kurz ihre Schulter und schob sie danach zur Sofaecke.
Missmutig besah sich Hermine das Sandwich in ihrer Hand, bevor sie sich zwang kleine Bissen davon abzubeissen. ,,Denkst du, wir finden ihn?" fragte sie irgendwann leise. Sie spürte wie Mia sie ansah wich allerdings deren Blick aus, indem sie weiterhin auf das Essen in ihrer Hand starrte. ,,Ich bin sicher wir finden ihn und schaffen es ihn zu befreien. Wir wollen schliesslich nicht Grindelwald selbst besiegen, sondern nur Tom und seine Eltern befreien. Von denen ich übrigens immer noch nichts weiss." ,,Verschwiegenheitszauber" murmelte Hermine, zuckte entschuldigend mit der Schulter und bis ein weiteres Stück ab. ,,Mach dir nicht so viele Sorgen. Wir schaffen das." Sagte Mia und umarmte sie von der Seite. Hermine vergrub ihr Gesicht in ihren Locken und zwang sich nicht zu weinen.
Hogwarts pov
Voller Schrecken beobachtete er, wie die beiden Schülergruppen durch zwei Geheimgänge ins Schloss gelangten. Den Geheimgang zur Heulenden Hütte, den äussersten Rand seines Bewusstseins, war seit der Flucht der letzten Lichtelbe in seinen Hallen nicht mehr verwendet worden. Er fragte sich, woher Hermine diesen gekannt hatte, doch er war nur froh, dass er damals den Tunnel wirklich nicht hatte einstürzen lassen, sondern nur einen Stein über den Eingang gerollt hatte.
Vom anderen Geheimgang wusste er zwar, dass dieser in Hogsmead endete, allerdings wusste er nicht, ob die Schenke, die sich bei der Anlegung des Ganges am Ende befand, noch existierte. Doch dies alles war im Moment Nebensache, es waren verletzte Schüler ins Schloss zurückgekehrt und die Lehrer waren allesamt überstürzt aufgebrochen. Er wusste nicht genau was geschehen war, doch die Thestrale waren sehr unruhig, was anhand der Verletzungen der zurückgekehrten Schüler auch kein Wunder war. Thestrale konnten Blut über weite Distanzen riechen, ein weiterer Grund, warum schlechte Gerüchte über sie verbreitet wurden.
Er versuchte anhand der hektischen Gespräche herauszufinden, was genau geschehen war, doch bis jetzt konnte er nur herausfinden, dass die Schüler im Dorf angegriffen worden waren und jetzt ein Schüler vermisst wurde. Tom Slytherin, der Erbe von Slytherin und Gryffindor war nicht ins Schloss zurückgekehrt. Die Slytherin Siebtklässler bereiteten gerade alles für eine Rettungsaktion vor, er hätte sie gerne davon abgehalten, doch er war nicht so dumm, ein magisches Wesen davon abhalten zu wollen, seinen Bindungspartner zu retten. Besonders nicht, wenn dieses magische Wesen seine zukünftige Wächterin sein könnte.
Er hatte in seinem Leben schon viele magische Wesen und deren Bindungspartner beherbergt und so manches Zimmer wurde bei einem Streit oder Intrige zerstört. Er hatte aus seinen Fehlern gelernt. Er hatte nicht das Recht dazu, jemanden wirklich festzuhalten, wenn dieser es nicht möchte. Zwar hätte er die Möglichkeit dazu, wenn zum Beispiel der Direktor dies wünschen würde, doch da Hermine involviert war, würde er sich nicht gegen sie stellen.
Er beobachtete die Gruppe bei ihren Vorbereitungen, er hatte selten jemanden so schnell einen Plan zu Rechtlegen sehen. Viele seiner Bewohner waren erzürnt losgestürmt und er hatte sie nie wieder gesehen. Er hoffte, dass die gute Vorbereitung ein Zeichen sein würde, dass es die Gruppe wohlbehalten zurückschaffen würde. Er fragte sich auch, ob es den Lehrern gut ginge, diese waren schliesslich auch noch nicht zurückgekehrt. Doch wie immer, blieb ihm nur übrig zu warten und auszuharren. Doch er hasste warten, es war für ihn bereits in den Sommerferien fast unerträglich auf die Rückkehr seiner Schützlinge zu warten, wie sollte es erst werden, wenn er darauf warten sollte, dass seine Schüler von einer Rettungsaktion zurückkehrten?
,,Ich habe alle Besen kontrolliert, allerdings wird es für uns alle nicht reichen. Mit meinem Besen, haben wir nur vier Stück. Wir können zwar zu zweit fliegen, doch ich denke, dass wird mit dem Manövrieren schwierig, sollten wir in Gefahr geraten." Hörte er gerade den Greengrasjungen sagen, doch Hermine erwiderte, dass dies ein Problem sei, welches sie lösen könne. Aus reiner Neugierde linste er kurz in ihren Kopf, dies war etwas, was er normalerweise nie bei seinen Schützlingen tat, doch bei ihr machte er sowieso zu viele Ausnahmen.
Er musste sich unbedingt daran halten, dass sie zuerst die Prüfungen bestehen müsste, bevor er sie in sein Heiligstes liess. Es durfte einfach nicht noch einmal geschehen, dass er sich täuschen liesse. Er erkannte in ihren Gedanken, dass sie vor hatte, die Thestrale um Hilfe zu bitten und dass sie wahnsinnige Angst hatte. Er fand diese Idee gut, er war sich ziemlich sicher, dass sie der jungen Frau diesen Gefallen erweisen würden, hatten sie doch selbst einen Narren an ihr gefressen.
Um die Sache abzukürzen, setzte er sich mit der Leitkuh in Verbindung. Er erklärte ihr nicht nur, was im Dorf soweit er wusste vorgefallen war, sondern auch, was die junge Frau als nächstes dachte zu tun. Mit Freude und auch etwas Angst lauschte er der positiven Antwort und dass die Herde am Waldrand auf die Gruppe warten würde. Nun stand den Schülern wirklich nichts mehr im Wege, sofern nichts Unvorhergesehenes mehr geschah. Er würde sie nicht aufhalten und dass er nicht wusste, ob alle von ihnen zurückkehrten machte ihm wirklich Angst.
Hermine pov
Das Sandwich schmeckte wie Pappe, sie wusste, dass dies nicht an der Kochkunst der Hauselfen, sondern an ihr selbst lag. Sie zwang sich weiterhin Bissen für Bissen hinunter zu würgen und hoffte mit jedem Schlucken, dass es nicht wieder hochkam. Doch sie wusste, wie wichtig es war, dass sie etwas ass, sie wusste schliesslich nicht, wann sie die nächste Mahlzeit bekommen würde. Mit demselben Trotz spülte sie das Ganze mit schal schmeckendem Kürbissaft hinunter. Jeder in der Gruppe, welcher seine Arbeit beendet hatte, tat das Selbe, so dass am Ende alle auf den Sofas sassen und die Beiden am Kessel beobachteten.
Jeder fieberte dem Moment mit den gemischten Gefühlen von Erwartung und Angst vor dem Ungewissen entgegen. Nach einer kleinen Ewigkeit, löschte der Malfoyerbe das Feuer, während die blonde Lestrange den Kessel zur Seite schwenkte. ,,Noch 5 Minuten, dann können wir die Haare hinzugeben. Wenn das Rezept stimmt." Hörte man Abraxas die Stille durchbrechen. Keiner von ihnen zweifelte an der Richtigkeit des Rezeptes, dennoch stieg die Spannung bis sie fast nicht mehr auszuhalten war. Keiner von ihnen sprach in den nächsten Minuten ein Wort, jeder gab den Grad höchster Beschäftigung vor, auch wenn es sich nur um Handgriffe handelte, welcher sie bereits mehrere Male an diesem Abend ausgeführt hatten.
Es war Hermine, die diese bedrückte Stille durchbrach, indem sie aufstand und die Haarbürste vom Tisch nahm, welche Tobias dort hingelegt hatte. Sie spürte, wie alle Augen auf ihr lagen, als sie zum Kessel schritt. Doch was keiner der Anwesenden bemerkten konnte, war dass es nicht nur die Aufmerksamkeit der Klassenkameraden war, welche auf ihr lag. Ihr inneres Wesen und Hogwarts selbst, beobachteten jeder ihrer Schritte genau. So waren auch nur diese beiden Wesen, welche bemerkten, wie sehr ihre Knie zitterten und wie laut ihr nervöses Schlucken klang. Denn die Hand, welche die drei Haare in den Kessel warfen zitterten nicht, genau so wenig wie ihre Stimme, als sie flüsterte ,, quaerere et invenire" *
Der Zaubertrank veränderte langsam seine Farbe, bis er vom Senfgelb in ein tiefes dunkel Orange gewechselt war. Erleichtert atmete sie aus, als sie die letzte Umdrehung vollzogen hatte. Sie hoffte nur, dass es ihm gut ginge und sie alle heil aus der Sache wieder hinauskämen. Sie beobachtete den Trank dabei, wie er immer mehr schrumpfte, bis auf dem Boden des Kessels nur noch ein etwa Handgrosser oranger Stein übrig blieb. Ihre Finger zitterten etwas, als sie hineingriff und den Stein herausholte, er war warm in ihrer Hand und wie im Buch beschrieben fing er an zu leuchten und ein oranger Strahl zeigte zur Decke des Kerkers.
Es war so weit sie konnten Tom finden.
Sie sollten alle noch bemerken, dass es einfacher gewesen war nach dem Angriff in Hogsmead ins Schloss von Hogwarts zu gelangen, als es jetzt mitten in der Nacht unbemerkt wieder verlassen zu wollen. Sie hatten sich nachdem sie alles vorbereitet hatten in den Gemeinschaftsaal begeben, um kurz vor der Sperrstunde noch gesehen zu werden um keinen Ärger zu erhalten. Sie hatten erfahren, dass Slughorn bis jetzt noch nicht aufgetaucht war und keiner der anderen Schüler wirklich wusste, was geschehen war. Niemand hatte es für nötig gehalten die Schlangen zu informieren. Hermine wusste nicht, ob dies in den anderen Häusern auch der Fall war, noch ob sie überhaupt informiert werden würden. Den in ihrer Zeit war es Dumbledore gewesen, welcher die Schüler entgegen den Auflagen des Ministeriums über die Geschehen informiert hatte. Sie wusste nicht, wie Dippet das Ganze handhaben würde.
Sie fand es schon etwas seltsam, dass kein Lehrer im Gemeinschaftsaal aufgetaucht war. Die Schüler dermassen im Ungewissen zu lassen, war in ihren Augen nicht gut. Die Schüler hatten natürlich bemerkt, dass etwas vorgefallen war und hatten sie gefragt, sobald sie im Gemeinschaftsaal angekommen waren. Doch ein paar böse Blicke hatten sie zum Glück zum Verstummen gebracht. Das nächste Problem, die Schüler wieder aus dem Raum in ihre Schlafsäle zu bekommen, konnten sie allerdings nur mit einem starken Schlafzauber lösen. Sie überprüften nicht, ob es wirklich noch alle bis in ihre Betten geschafft hatten, bevor sie einschliefen, doch das war ihnen auch egal, es gab Wichtigeres zu tun.
Bei Firis, Nagini und Shadow war dies allerdings um einiges schwieriger, da die Tierwesen einfach nicht einsehen wollten, dass sie nicht mitkommen durften. Firis war immer noch zu klein und hatte ihren ersten Brandtag noch nicht gehabt, es war einfach zu gefährlich sie mitzunehmen. Das selbe bei Shadow, der Schattenwolf konnte zwar mittlerweile durch die Schatten wandeln, doch er war noch lange nicht ausgewachsen und für Gegner noch keine wirkliche Gefahr. Nagini war zwar giftig und konnte dank einem Zauber von Salazar ihre Grösse ändern, doch ihre ausgewachsene Grösse war immer noch weit von bedrohlich entfernt. Hermine hätte es nicht verantworten können, wenn einem von ihnen etwas zugestossen wäre, doch das wollten die Tierwesen einfach nicht einsehen. Irgendwann wurde es ihr zu bunt und sie wurde richtig laut. Sie hatte das Gefühl, dass es ihr Wesen gewesen war, welches in der Angst um ihren Bindungspartner, mit ihr durchgegangen war. Doch es hatte geholfen und die Tiere waren im Schlafsaal geblieben.
Das Schloss wirkte wie ausgestorben, man hörte nicht einmal den Hausmeister aus einer entfernen Ecke lärmen. Ihr Atem und ihre Schritte wirkten viel zu bedrohlich und laut in den leeren und dunklen Gängen. Langsam und mit Bedacht schlichen sie alle ganz in schwarz gekleidet durch die Schule, immer lauschend auf ein Geräusch. Ihre Herzen klopften ihnen allen bis in den Hals und auch wenn so mancher von ihnen bereits eine nächtliche Tour durch das Schloss gemacht hatte, so war für keinen von ihnen der Weg je so beängstigend gewesen.
Hermine war es, welche ihre Hand auf die Tür in der Eingangshalle legte. Sie spürte ein warmes Kribbeln und das eindeutige Klack Geräusch, beim Öffnen des Schlosses, liess nicht nur sie zusammenzucken. Die Tür schwang lautlos auf, etwas was sie sonst nie tat, sie gab normalerweise immer ein leises Quietschen von sich. Das lautlose Aufschwingen machte die Situation noch gespenstischer. Alle atmeten erleichtert aus, als sie auf der Aussentreppe standen und Sac die Tür lautlos wieder schloss. Das unverkennbare einrasten des Schlosses hallte über die spärlich beleuchteten Ländereien und gaben der Situation etwas Endgültiges.
Ängstlich lauschten sie in die Dunkelheit, doch kein Geräusch drang zu ihnen. Anscheinend hatte niemand ihre Flucht bemerkt, jetzt mussten sie nur noch das Gelände verlassen und konnten sich auf die Suche nach Tom machen.
* quaerere et invenire Latein Suche und finde
