Hallo zusammen, es tut mir wahnsinnig leid für die Verspätung!
Ich konnte mich bei einfach nicht mehr anmelden, ich hoffe dass mit dem hochladen nun alles so funktioniert wie es sollte.
Ich bring euch heute nur schnell das neue Kapitel und bringe mich dann in Sicherheit.
Ich würde euch ja viel Spass wünschen, doch das wäre unangebracht.
Bitte schickt mir keine Heuler.
Eure K4mik4tz3
,,..." jemand spricht
/.../ jemand denkt
~...~ Parsel
35. Kapitel Grindelwalds Lager
Hermine pov
Der Wind pfiff in ihren Ohren und zerrte an ihren Kleidern, und auch wenn sie es normalerweise liebte auf Stupser zu reiten, konnte sie heute keine Freude dafür empfinden. Es war nicht nur die Tatsache, dass sie eine irrsinnige Mission erfüllen wollten oder dass Tom verschwunden war. Es war die Angst, ihre Freunde in den Sicheren Tod zu führen. Sie blickte von ihrer Hand, die den Stein hielt nach hinten zu ihren Freunden. Sac, Abraxas, Tobias und Andrew flogen je auf ihren Besen. Während Andrew und Sac das Schlusslicht bildeten, flog Abraxas neben ihr und Tobias mitten in der Formation ihrer anderen Freunde, welche alle wie sie selbst auf Thestralen ritten.
Es war eine Überraschung gewesen, was sie erlebt hatten, als sie die Ländereien von Hogwarts durchquert hatten, um durch den dunklen Wald die Gründe von Hogwarts zu verlassen. Sie hatten diesen Weg wählen müssen, da das Tor, durch welches man sonst auf Hogwarts gelangte mit einem Zauber versehen war, welchen jeden Schüler aufhielt, der es zu solch einer Uhrzeit durchqueren wollte. Wieder einmal war Hermine froh gewesen, das Buch „eine Geschichte von Hogwarts" so oft und in so vielen Varianten gelesen zu haben. Sonst hätte ihre Rettungsaktion bereits dort geendet. Als sie sich dem Waldrand genährt hatten, war plötzlich die Thestralherde herausgetreten. Sac hätte vor Schreck fast angefangen zu schreien, doch Tobias konnte ihm noch rechtzeitig den Mund zu halten. Es war allerdings schon ein etwas unheimliches Bild gewesen, so viele Thestrale in der Nacht aus dem Wald treten zu sehen.
Hermine hatte sich aus der Gruppe gelöst und war zu ihnen hingelaufen. ,,Hallo zusammen, es ist schön euch zu sehen." hatte sie gesagt, als sie plötzlich h wieder dieses warme Gefühl durchströmte, welches sie mittlerweile als Hogwarts identifizieren konnte. Dieses hatte ihr mitgeteilt, dass es die Thestrale gebeten hatte sie mit zunehmen. Als sie dies ihren Freunden sagte, waren diese zuerst skeptisch gewesen, besonders da Tobias, Magenta und Miranda die Wesen nicht sehen konnten. Doch da sie alle bereits wussten, dass sich Hermine gut mit den Thestralen verstand, war nicht wirklich viel Überredungskunst nötig. Hermine war nur froh, dass die Herde von Hogwarts informiert worden waren und sie sie nicht noch in der Nacht im Ganzen Wald suchen mussten. Sie hatte schliesslich selbst auch die Idee gehabt mit den Thestralen nach Tom zu suchen.
Sie hatten einander geholfen aufzusteigen und nachdem Hermine den Stein aus ihrem Beutel gezogen hatte, stiegen sie zusammen in die Luft hinauf. Es war eine eher bewölkte Nacht, doch das kam ihnen nur zu Gute. Sie stiegen über die Wolkendecke, wo der Mond hell schien und sie sich gut sehen konnten und dann folgten sie dem orangen Strahl ins Ungewisse.
*****
Sal pov
Er hing mehr in den Ketten, als das er stand. Der Blutverlust machte ihm mittlerweile wirklich zu schaffen. Er hatte sein Zeitgefühl verloren, doch er benötigte entweder seinen Blutstein, oder das Blut seines Gefährten. Beides war jedoch im Moment nicht erreichbar für ihn. Ric sah er zwar, dieser lag immer noch vor ihm auf dem Gras. Er machte sich Sorgen um seinen Bindungspartner, seit sie hier waren, war dieser immer wieder unter Schlafpulver gesetzt worden und noch kein einziges Mal aufgewacht. Er selbst hatte ab und zu etwas Brot bekommen, doch seinem Geliebten hatten sie einfach ein paar Nährtränke eingeflösst. Es war nicht nur die Tatsache, was diese Behandlung mit dem Körper des Elben anrichten konnte, es waren auch die Gespräche im Lager, welche ihn beunruhigten. Er hatte gehört, dass sich die Anhänger von Grindelwald bereits darüber stritten, wer den blonden Schönling erhalten würde, wenn Sal nicht mehr benötigt wurde. Doch diese Gefahr war noch nicht allgegenwärtig.
Das grössere Problem, beziehungsweise seine grössere Sorge, war vor wenigen Stunden bewusstlos ins Lager geschleppt worden. Er hatte nur den schwarzen Haarschopf gesehen, doch er würde seinen Sohn auch unter noch stärkeren Drogen jederzeit wiedererkennen. Er hatte gewütet und getobt, bis sie auch ihn ruhig gestellt hatten. Seit er aufgewacht war, versuchte er sich zu beruhigen, das die Zeit noch zu kurz gewesen war, als dass Tom etwas geschehen sein konnte. Grindelwald spielte zu gerne mit seinen Opfern. Er musste ihnen das Gefühl geben, das sie wehr- und nutzlos waren. Ausserdem hatte er Sal ja Blut abgenommen, also ging er davon aus, dass er ein Ritual geplant hatte und Rituale, egal ob weiss- oder schwarzmagisch benötigten Zeit zur Vorbereitung.
Überrascht bemerkte er, dass er bereits mehrere Gedankengänge ohne Problem ausführen konnte. Die Himbeerknollenwurz verschwand langsam aus seinem Blut, sie hatten das Interesse an ihm verloren, seit Tom hier war. Er hoffte einfach, dass die Droge schneller aus seinem Körper verschwinden würde, als sein Blut. Denn wenn er zu schwach werden würde, könnte er dennoch nichts unternehmen, auch wenn sein Verstand und seine Magie wieder funktionieren würde. Er stemmte sich gegen seine Ketten, doch diese rührten sich keinen Millimeter. Er versuchte Ric oder Tom zu erreichen, doch mehr als ein kurzes Flackern gelang ihm noch nicht.
Da öffnete sich das Zelt und seine Gedanken und seine Pläne lösten sich ins Nichts auf, denn gerade wurde Tom durch das Lager auf einen runden Platz am Rand geschleift. Er wurde grob von zwei Männern an den Armen gezogen, während sein bewusstloser Körper widerstandslos mitgeschleift wurde. Sein Vampir tobte in seinem Innern, doch er erreichte seinen Magikern nicht. Fassungslos musste er mitansehen, wie sein Sohn, wie ein Tier an einen Pfahl gebunden wurde. Er wollte sich losreissen und zu seinem Sohn eilen, doch er schaffte es nicht.
Er beruhigte sich etwas, als die Männer von Tom abliessen und wieder zurück ins Lager gingen. Sein Magen knurrte von den Essensgerüchen, die zu ihm herüber wehten, doch er verschwendete keinen Gedanken daran. Er starrte seinen Sohn an, welcher zusammengesunken an dem Pfahl hing. Er versuchte sowohl über seine Verbindung, wie auch seinen Gedanken ihn zum Aufwachen zu bekommen und so vergingen bange Stunden, in denen ihre Peiniger wie jeden Abend tranken und feierten.
Auch als die Nacht sich über das Lager legte und Stille einkehrte, liess er seine Augen keinen Moment vom Haarschopf seines Sohnes, immer in der Hoffnung, dass er sich regen würde. Auch wenn ihm speiübel wurde, weil sie ihm die Himbeerknollenwurz wieder verabreicht hatten, verharrte sein Blick auf der sich verzehrenden Gestalt. Doch Tom regte sich nicht und so verging die Nacht.
*****
Hermine pov
Sie hatte keine Ahnung, wie lange sie bereits geflogen waren, als der Strahl sich anfing nach unten zu neigen. Sie zeigte den anderen an, dass sie wieder in die Wolkendecke reinfliegen sollten. Alle folgten ihr und so flogen sie etwa noch fünf Minuten knapp unter der Wolkendecke, bis sie in der Ferne ein Lager ausmachen konnten. Der Morgen war noch nicht angebrochen und nur die einzelnen Feuerscheine liessen es in der Ferne erahnen. Hermine lenkte Stupser gegen Boden und ihre Freunde folgten ihr hinterher. Im Schutz eines Waldes landeten sie und stiegen von ihren Flugobjekten. Ihre Glieder waren alle steif und unbeweglich nach dem langen Flug.
Sie streckte sich kurz und zwang sich zur Ruhe zu kommen, bevor sie, wie vor vielen Jahren, begann verschiedene Zauber auf die Umgebung zu werfen, um sich und ihre Freunde vor der Entdeckung zu bewahren. Wie gerne hätte sie jetzt Harry bei sich gehabt, er hätte sicher eine Idee gehabt, wie man Tom befreien könnte oder jedenfalls das Glück heil wieder herauszukommen. ,,Ich habe in der Ferne ein Lager entdeckt. Wir sind alle müde und hungrig, bevor wir uns daran machen Tom und seine Eltern zu befreien, sollten wir einen Stärkungstrank nehmen und etwas von dem Essen, welches wir eingepackt haben. Ich werde derweil das Lager auskundschaften und euch danach Bericht erstatten." Sagte sie in die Runde, als sie fertig mit den Schutzzaubern war. Sie hatte immer noch die Hoffnung, ihre Freunde aus der Sache heraushalten zu können. ,,Vergiss es, wenn jemand das Lager auskundschaftet bin ich das, ich bin auf meinem Besen weniger auffällig als du auf deinem Thestral." Machte Andrew ihren Plan so gleich zu Nichte.
Ein Rascheln in der Nähe liess sie alle verstummen und ihre Zauberstäbe ziehen. Sie hörten einen Körper sich durch das Blattwerk eines Busches schieben und richteten ihre Zauberstäbe darauf. Das Blätterwerk teilte sich und herauspurzelte ein schwarzer Fellhaufen und rollte vor ihre Füsse. ,,Shadow! Was machst du hier?" rief Hermine erschrocken und hob den Schattenwolf auf, um dessen Hals war Nagini geschlungen und jetzt flog auch noch Firis aus einem nahen Baum herab. ,,Könnt ihr denn nicht hören?! Wisst ihr eigentlich wie gerne ein Tierhändler jemand von euch in die Hände bekommen würde?! Denkt ihr ich habe euch aus lauter Spass gesagt ihr sollt zurückbleiben!"
,,Hermine, ist schon gut, sie haben sich einfach Sorgen gemacht." Sagte Mia sanft und zog sie etwas von den Tierwesen weg, welche alle ganz geknickt aussahen. ,,Aber ich habe keine Zeit auf sie aufzupassen. Was mache ich wenn einem von ihnen was passiert?" fragte verzweifelt. Der Stress, die Angst und der Druck Tom zu finden forderten ihren Tribut. Mia zog sie in ihre Arme und tröstete sie, während Andrew sich unbemerkt in die Luft erhob, um das Lager auszukundschaften.
Die Tierwesen sahen sich schuldbewusst an und kuschelten sich dann an Hermine an, um sie zu trösten. Es war ein witziges Bild, wie Hermine in Mias Arme hing, während ein Phönix auf ihrem Kopf sass, eine weisse Schlange sich ihr Bein hinaufschlängelte und ein Schattenwolf sich an ihre Kniekehlen drückte. Doch keinem in der Gruppe war nach lachen, so gaben sie ihnen etwas Freiraum und verteilten das Essen, welches sie dabei hatten. Sie assen schweigend und warteten auf die Rückkehr von Andrew.
*****
Andrew pov
Er warf noch einen letzten Blick auf seine Freunde, während er aufstieg und richtete dann seinen Blick in die Richtung, in welche Hermines Suchzauber gezeigt hatte. Er warf einen Unsichtbarkeit und Bemerk mich nicht Zauber auf sich und flog hinauf unmittelbar unter die Wolkendecke. In der Ferne konnte er bereits ein paar Zelte ausmachen. Seine Hände klammerten sich schmerzhaft an das kühle Holz. Seine Finger fingen bereits an zu schmerzen, doch nur so konnte er das Zittern unterdrücken, welche sie befallen hatte. Langsam flog er näher zu dem Lager.
Der erste Schrecken und der erste Eindruck vom Lager war eine Grosse Grube, welche am Waldrand gegraben worden war. Duzende Kadaver lagen darin herum, vor lauter Körper konnte er nicht genau erkennen, was für Wesen da genau lagen, doch er wollte es eigentlich nicht wirklich wissen. Am liebsten wäre er einfach umgekehrt. Ihm war speiübel, er hoffte einfach, dass er sich nicht übergeben musste. Das wäre ja wirklich oberpeinlich, wenn er sich verraten würde, weil erbrechen würde. Er flog eine Schlaufe um auf keinen Fall in die Ausdünstungen dieser Grube zu geraten, auch wenn er dafür zu hoch flog. Sicher war sicher, schliesslich wusste auch keiner von ihnen, wie hoch die Schutzbanne hinauf ragten.
Seine Augen suchten fieberhaft das Lager ab. Viele verschiedenfarbige Zelte, dazwischen hochgestapelt immer wieder verschlossene Holzkisten, über deren Inhalt er nicht näher nachdenken wollte. Dann sah er ihn. Seine Hände zuckten und er sank gut einen Meter hinab, bevor er seinen Besen wieder im Griff hatte. Er wünschte sich, dass er sich täuschen würde, doch das schwarze Haar der leblosen zusammengesunken Gestalt, war unverwechselbar. Zulange war er mit Tom in die Schule gegangen, hatte ihn zuerst heimlich bewundert, bevor er in die Gruppe aufgenommen worden war. Er hatte immer zu ihm aufgesehen, zu diesem stolzen, intelligenten jungen Mann, welcher von der ersten Klasse an alle um den Finger gewickelt hatte, die ihm hilfreich sein konnten. Er hatte voller Neid beobachtet, wie sich diese kleine Gruppe gebildet hatte, niemals hätte er gewagt zu hoffen, darin Anschluss zu finden.
Und doch wurde er aufgenommen, nicht weil er der Erbe seiner Familie war, wie er zuerst gedacht hatte. Sondern weil er ein Wesen wie sie war, damals war er kurz vor der Verwandlung als er aufgenommen wurde und das war sein Glück. Ein stolzer Schattendämon, nun ja stolz hätte er darüber sein sollen.
Doch sein Vater hatte ihm von klein auf gezeigt, was es für diesen hiess ein Schattendämon zu sein, lange bevor er seine Verwandlung durchgemacht hatte. Verängstigt hatte er als Fünfjähriger auf das Feuer gestarrt und den Schreien gelauscht. Sein Vater hatte schon immer eine seltsame Vorstellung von Erziehung gehabt. Seine Mutter hatte ihn geboren und damit ihren Teil an ihm, in ihren Augen, erfüllt.
Niemand würde je verstehen, dass ein Haus voller Schattendämonen, welche dem Element Feuer mächtig waren, ein Haus sein konnte, ihn dem Kinder das Gefühl hatten zu erfrieren. Er hatte den Tag herbei gesehnt, an dem er nach Hogwarts gehen konnte. Wo er verdrängen konnte, was für ein Monster in ihm steckte. Wo er sich endlich hinter Büchern verschanzen konnte ohne auf den Kampflatz geschleift zu werden. Wo er einfach vergessen konnte, dass bei seinem sechzehnten Geburtstag ein Lodernder Dämon in ihm erwachen würde.
Es wurde ihm unerträglich heiss bei dieser Erinnerung an seine Verwandlung, obwohl er in dieser Höhe und bei dem Kühlen Wind eigentlich fror. Aber damals, dachte er wirklich er würde sterben. Er war sich sicher gewesen, dass nach der Verwandlung nur noch ein Haufen Asche von ihm übrig sein würde. Er hatte gebrannt und gebrannt, bis auf die Knochen, auch sein Bett hatte diese Prozedur nicht überlebt. Doch zum Glück waren sie da gewesen als er die Augen aufschlug. Sie hatten ihm hochgeholfen, das Bett repariert und ihm voller Anteilnahme auf die Schulter geklopft, bevor sie ihm geholfen hatten auf seinen weichen Knien in die Grosse Halle zu gelangen.
Er war erstaunt und verängstigt darüber gewesen, dass sein inneres Wesen eine Frau war, er dachte zuerst an ihm sei etwas falsch und er hatte sich dafür geschämt, er hatte sich lange gegen die Verbindung gewehrt. Hatte sich geweigert nach Hause zu gehen, aus Angst, sein Vater würde es erfahren und ihn verstossen. Doch Ignis, sein Inneres Wesen, hatte erklärt, dass sie die sanfte Seite an ihm sei. Dass sie das verkörperte, was er gegen aussen immer verstecken musste, sie konnte ihn von ihnen wärmen, damit er nach Aussen kalt und hart wirken konnte. So wie auch jetzt. Die sanfte Wärme holte ihn aus seinen drüben Gedanken und liess ihn wieder auf das hier und jetzt konzentrieren.
Er starrte noch einen Moment auf die zusammengesunkene Gestalt seines Schulfreundes und richtet seine Aufmerksamkeit dann auf das umliegende Lager. Mehrere eiserne Käfige erregten seine Aufmerksamkeit und dort an Fusse der Felswand, an welche sich das Lager schmiegte, erkannte er einen zweiten Schwarzkopf. Das musste Salazar sein, der angsteinflössende Aristokrat, der ihn nicht mehr einschüchtern konnte, seit er gesehen hatte wie er reagiert hatte, als Tom vorletzten Sommer vom Besen gefallen war.
Damals hatte er dass erste Mal gesehen, wie Vaterliebe aussehen sollte und er hatte sich geschworen, dass wenn er einmal Kinder haben würde, er das Feuer als Wärme und nicht als Waffe weitergeben würde. Der Griff um das blanke Holz seines Besens verstärkte sich, während er sich innerlich schwor sich, dass er nicht nur Tom, sondern auch Salazar befreien würde und wenn er das ganze Lager niederbrennen musste.
Er prägte sich noch einmal alles ein, wo das Lager verlief und wo welche Zelte standen, dann drehte er sich um und flog zu seinen Freunden zurück.
*****
Newt pov
Sie hatten sich in drei Gruppen aufgeteilt, er war in der Gruppe, welche versuchte sich über die rechte Seite des Lagers über die Felswand zu nähern. Sie waren zu dritt mit den Besen über den Kamm geflogen und jetzt von aussen den Felsen entlang gelaufen, die Sonne ging gerade auf und alles war noch ruhig im Lager. Nelson hatte die Führung übernommen und schnupperte in der Luft, um mögliche Angreifer frühgenug zu erkennen. Während er selbst den Beutel mit den Scherzartikel noch einmal abtastete. Sie hatten das Glück, dass sich neben ihnen ein Fluss befand, so sah man Magenta nicht, welche sich auf diesem Weg ins Lager schleichen wollte. Sie war nicht so stark im Zaubern wie sie anderen, doch sie war fast unverwundbar im Wasser. Der einzige Grund, dass Elliot zugelassen hatte, dass seine Bindungspartnerin mit ihnen mitgeht.
Nun kauerten sie also hinter der Biegung zum Lager und warten darauf, dass Andrew von oben das Lager mit Feuerwerk beschoss. Er hatte Zweifel an dem Plan gehabt, doch am Ende, hatte er erkennen müssen, dass es ihnen unmöglich war, unbemerkt in das Lager einzudringen, um die Gefangen zu befreien. Abraxas konnte zwar durch seine Veelageene die Schutzbanne auflösen, doch es gab keine Garantie, dass diese nicht Alarm schlugen. Es war ebenso ziemlich unwahrscheinlich, dass sie Tom so ausgestellt wie er war, unbemerkt befreien konnten.
Die einzige Möglichkeit also war, das Lager so weit abzulenken, dass sie gar keine Zeit hatten sich auf die Gefangenen zu konzentrieren. Er und seine Gruppe sollten so viele wie möglich befreien, damit sie so viele Hände wie möglich hatten, die ihnen halfen. Denn die anhand der Zelte liess sich schnell abschätzen, dass sie heillos in der Unterzahl waren. Wenn sie es allerdings schafften Salazar und Godric zu befreien und diese mitkämpfen konnten, war der Waldelbe ein starker Verbündeter. Wenn auch nur ein Bruchteil dessen, was ihm seine Grossmutter über dieses Volk erzählt hatte stimmte, könnte dieser ohne Probleme einen Graben zwischen ihnen und ihren Angreifern erstellen.
Während also Andrew die Feuerwerkskörper von seinem Besen aus zündete, würden sie das Finsternispulver dazu benutzen die Gefangenen zu befreien ohne gesehen zu werden. Magenta würde sie durch ihre Wassermagie zusätzlich vom Rest des Lagers abtrennen. Nelson wiederum konnte sie trotz der Finsternis zu den Gefangenen führen, wo er, Newt, dann seine Knacker Fähigkeiten unter Beweis stellen sollte. Die meisten magischen Schlösser waren zwar gut gegen Magie abgesichert, doch mit den normalen Muggelmethoden bekam man sie meist leicht auf.
Das musste schon seine Mutter lernen, als er als kleiner Junge immer wieder den Vorratsschrank geknackt hatte. Zwar waren dann die Hauselfen bestraft worden, doch dieses kleine Hobby hatte er über alle Jahre nicht ablegen können. Wenn er ein verschlossenes Schloss sah, juckte es ihn in den Fingern, auch wenn es als Reinblut weiter unter seinem Niveau schien solche Methoden zu benutzen. Nicht einmal der Crutiatus seines Vaters hatte dieses Bedürfnis aus ihm heraushexen können.
Er umfasste den Beutel fester, als Nelson leise einen Tempus flüsterte. Noch 3 Minuten, dann würde die Aktion beginnen. Sein Blick glitt kurz zum Hals von Nelson, wo eine unruhige Nagini aufgeregt zischelte. Nelson sollte sie zu Salazar bringen oder solange auf sie achtgeben, bis sie Tom befreit hatten. Er hoffte, dass bei Tobias und seiner Gruppe alles gut gehen würde, dieser würde zusammen mit Abraxas und Elliot von der anderen Seite angreifen und Andrew würde von oben alles bombardieren, was ihm vor den Zauberstab kam. Hermine hätte zwar wegen ihren Werwolffähigkeiten lieber Miranda in dieser Gruppe gehabt, doch diese weigerte sich von ihrer Seite zu weichen und da Abraxas die Schutzbanne am besten direkt am linken Rand des Lagers auflösen sollte, war es zu dieser Konstellation gekommen.
Jeder hatte in den Übungskämpfen Hermine kämpfen gesehen und wusste, dass sie sich verteidigen konnte, Miranda sowieso, diese hatte bereits in der zweiten Schulstufe ihre diverse Buhler erfolgreich auf Abstand gehalten. Dennoch war keinem von ihnen wohl dabei gewesen, die beiden alleine Tom befreien zu lassen, aber der Plan sah vor, dass sie nur hingingen und dann gleich wieder abhauten. Ausserdem war sich Newt sicher, dass Hermines Schattenwolf und ihr Phönix auch auf ihre Gefährtin aufpassen würden.
Er hatte keine Zeit mehr sich weitere Sorgen zu machen, mit einem klirrenden Geräusch brach vor ihnen die Schutzzauber zusammen und er beeilte sich das Finsternispulver zu werfen, als er von der anderen Seite die schwarze Wolke aufsteigen sah und gleichzeitig mehrere Böller von oben in die Zelte krachten.
Wie vereinbart ergriff er die Schulter von Nelson und liess sich von ihm durch den Schwarzen Rauch ziehen. Hermine hatte bei der Wirkung nicht untertrieben, er konnte nichts sehen, nur die harte Steinwand an seiner Schulter gab ihm die Bestätigung, dass sie sich in die richtige Richtung bewegten. Er spürte, wie Nelson seine Hand nahm und auf ein kühles Eisen an der Wand legte, sofort drängte er sich an ihm vorbei und begann das Schloss zu knacken. Es war schwierig, wenn man nichts sah, doch er konnte sich nicht überwinden seine Augen zu schliessen.
Er dachte bereits, dass er es nicht schaffen würde das Schloss zu knacken, doch dann klickte es und das Schloss glitt aus seinen Händen auf den Boden, während ein schwerer Arm ihm auf die Schulter fiel. Er ignorierte diesen, suchte mit den Händen über die Schulter des Angeketteten das zweite Schloss am anderen Handgelenk und löste auch dieses.
Unterdessen knallte und rumste es ununterbrochen im Lager. Er hörte Männer schreien, Dinge umfallen und zerbrechen, doch er konzentrierte sich nur auf seine Aufgabe. Nur flüchtig schlich sich ein Lächeln auf seine Züge, bei dem Gedanken, dass Andrew wohl gerade seine helle Freude hatte. Als er das zweite Schloss geöffnet hatte, wäre er von dem unerwarteten Gewicht fast umgefallen, doch er stemmte dagegen und schaffte es, den Körper sanft ins Gras abzulegen. ,,Es hat noch mehr." Hörte er Nelson an seinem Ohr sagen und schon wurde er weitergezogen. Er erstastete einen Eisenkäfig und knackte auch hier das Schloss, dieses Mal fiel er wirklich, als der Insasse sich gegen die Tür warf und diese plötzlich aufschwang.
Er landete hart auf dem Boden und rappelte sich schnell wieder auf. Verzweifelt suchte er blind nach dem Dietrich, denn er fallen gelassen hatte, doch er konnte ihn in der Dunkelheit und auf dem Grasboden einfach nicht finden. Panik stieg in ihm auf, während er hektisch das trockene Gras absuchte. überraschend wurde er angerempelt und erneut zu Boden geworfen, neben ihm explodierte etwas und er hörte Holz splittern. Männer und Frauen schrien. Verschiedene Tierwesen drehten durch und versuchten aus ihren Käfigen auszubrechen. Es war ein riesen Tumult. Und er mitten drin. Er schloss verzweifelt seine Augen.
Und auf einmal war es hell. Es war so hell, dass er kurz seine Augen, trotzdem, dass sie geschlossen waren vor Schmerz zusammenpressen musste. Irgendwo hörte er Nelson schmerzverzehrt aufheulen und zu Boden gehen. Ein Druck kam auf und vertrieb die Dunkelheit. Auf einen Schlag, war nichts mehr von dem Pulver in der Luft und ihre Umgebung schmerzhaft hell. Sie waren entdeckt worden, doch das hatten sie erwartet. Nicht umsonst, hatten er und Tobias das Pulver gewissenhaft in vier Haufen aufgeteilt. Es sollte ihnen nicht nur den Zugang ins Lager, sondern auch die Flucht daraus ermöglichen. Er sah das Aufblitzen von Metall vor sich im Gras, mit zittrigen Fingern hob er den Dietrich auf.
Hektisch sah er sich nach dem nächsten Käfig um, er erhob sich und stürzte darauf zu. Gerade als er ihn erreicht, es war ein junges schwarzhaariges Mädchen darin, dass schrecklich weinte, traf sein Blick auf eine Person, welche stolz in Mitten des Trubels stand. Er erstarrte. Er kannte diesen Mann, der die gehobenen Hände gerade wieder senkte und dann durch die Trümmer lief, als sehe er sie gar nicht.
Er hatte ihn bei sich zu Hause gesehen. Sein Vater hatte lachend mit ihm Whisky getrunken und über Geschäfte diskutiert, während er hinausgeschickt worden war, weil die Erwachsenen etwas zu bereden hatten. Er erinnerte sich an das blasse Gesicht seiner Mutter, nachdem der Gast gegangen war. Er schluckte schwer. Der Dietrich wog nun eine Tonne in seiner zitternden Hand.
Grindelwald war aufgetaucht.
*****
Abraxas pov
Mit gerunzelter Augenbraue bedachte er das Problem vor sich. Es würde nicht schwierig werden, die Banne zu lösen. Das war nicht das Problem, das Problem war, dass es ihm zu einfach erschien.
Veelas hatten eine natürliche Begabung Banne zu lösen, besonders wenn sie die selbe Magieart aufwiesen. Die Banne vor ihm waren eindeutig schwarzmagisch. Zwar hätte sich jeder weissmagische Fluchbrecher des Ministeriums die Zähne daran ausgebissen, doch sein Vater hatte ihm an verregneten Sonntagen schon um einige schwierigere Aufgaben gestellt. Er besah sich die Banne erneut, dieses Mal mit seinen magischen Augen. Zwischen den zwei obersten Schichten war ein Tötungszauber und zwischen den zweitletzten ein Alarmzauber gewebt, das war also der Hacken an der Geschichte. Jede Berührung bedeutete den Tod und jede Lösung der Banne ein Alarm. Aber das war nichts, was sie aufhalten konnte. Sie rechneten schliesslich von Anfang an damit, entdeckt zu werden.
,,Noch zwei Minuten." Knurrte Elliot missgelaunt, dem Wasserwesen passte es gar nicht, dass er nicht in der selben Gruppe wie seine Nixe war. Abraxas konnte ihn verstehen, er wäre auch lieber bei Mia und Hermine gewesen. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn der jungen Lichtelbe was passierte. Dann war es egal ob sie Tom befreiten oder nicht, er würde ihn dafür töten. Sein Freund war ziemlich eindeutig gewesen mit seiner Drohungen, was er von dem Malfoyerben erwartete, falls Tom mal Abwesend war. Als ob sich die junge Frau nicht selbst verteidigen konnte. Genau wie die Lestrange, doch mulmig war ihm schon, beim Gedanken was ihr alles zustossen könnte. Doch sollte irgendjemand auch nur eines ihrer wunderbaren blonden Haare beschädigen würde er eigenhändig...
Der Tempus des Zabinierbes zeigte nun 7:00 und Abraxas riss sich aus seinen Gedanken und konzentrierte sich auf seine Arbeit.
Den Tötungszauber hatte er schnell gebrochen, es war ganz einfach, wenn man die Banne Drumherum löste, hatte dieser keinen Halt mehr und verpuffte. Doch wenn sie an der vorletzten Schicht angekommen waren mussten sie schnell sein. ,,Tobias, sobald wir das Lager erreichen musst du unbedingt das Pulver werfen. Sonst werden wir sofort entdeckt." Beide nickten grimmig und stellten sich so hinter ihn, dass sie jeweils eine Schulter von ihm packen konnten. Er würde sie durch die Dunkelheit führen, mit seinen Veelaaugen war dies kein Problem, jedenfalls wenn man eine schwarzmagische Veela war.
,,Schliesst dann Sicherheitshalber auch eure Augen." Raunte er als er die nächste Schicht ablöste. Die beiden ergriffen seine Schulter. Während Tobias das Pulver in der Hand hielt, hatte Elliot seinen Zauberstab fest umschlossen. ,,Der Alarm beginnt in drei, zwei, eins." Eine halbe Sekunde, nachdem die Banne gefallen waren, waren sie schon fast beim Lager. Sie waren jung und flink, keine zwei Sekunden später hatte Tobias das Pulver geworfen und als sie das Lager betreten hatten und der Alarm losging, waren sie bereits vom schwarzem Nebel umgeben.
Es war schwierig darin zu sehen, doch er hatte nicht umsonst Stundenlang in den Malfoyischen Kerkern verbracht. Dort gekauert und darauf gewartet die Signatur einer Ratte, einer Fledermaus oder eines Knarl zu finden. Ja sein Vater wollte, dass er in seinen Veelagenen bestens ausgebildet war. So oft er ihn dafür verflucht hatte, so sehr war er ihm jetzt gerade dankbar. Während er seine Freunde zu den Magiesignaturen in der Nähe führte, konnte er es sich nicht verkneifen kurz zur strahlend weissen und goldenen Magieisgnatur am anderen Ende des Lagers zu sehen. Auch die zwei waren unterwegs. Er betete zu Merlin, dass ihnen nichts passieren möge und konzentrierte sich darauf seine beiden Freunde sicher zum nächsten Zelt zu bringen.
„Jetzt!" raunte er ihnen zu und erhob selbst seinen Zauberstab um eines der Zelte einstürzen zu lassen. Ein Lächeln bildete sich auf seinem Gesicht, als er die Männer darin schreien hörte. Er hörte jetzt auch hektische Rufe und rum Getrampel. „Sie haben uns entdeckt, lassen uns sie gebührend begrüssen." Hörte er Tobias sagen und dann war kurz ein helles Flackern neben ihnen zu sehen, als dieser irgendeinen der Scherzartikel losliess. Er konnte nicht sehen was es genau tat, doch anhand der Schreie hatte der Vampir sein Ziel getroffen. Währendessen war das Wasserwesen an seiner anderen Schulter schweigend eine Wasserfontäne nach der Anderen. So konnten sich auf jeden Fall keine der Angreifer ihnen nähern. Mit einem Bombarda traf eine Magiesignatur und sah wie diese zu Boden ging.
Er wollte gerade den nächsten zu Merlin schicken, als er eine riesige Magiesignatur am anderen Ende entdeckte. Die Magie flog über das gesamte Lager und verdrängte gewaltsam die Dunkelheit. ,,Achtung, schliesst die Augen." Rief er seinen Freunden zu und das keine Sekunde zu spät. Grelles beissendes Licht legte sich über sie und er hörte einige der Angreifer erschrocken und schmerzverzehrt aufschreien. Als das Licht abflaute öffnete er die Augen wieder und besah sich das Schlachtfeld um sie herum. Sie hatten für einige Zerstörung gesorgt, wie er mit Genugtuung feststellte. Doch sie durften sich nicht darauf ausruhen.
Drei Männer stürzen sich auf sie, blieben erschrocken stehen und konnten nur knapp einem rieseigen Feuerdrachen ausweichen, welcher von oben auf sie zugerast kam und sich dann seinen Weg durch die Zelte frass. Er winkte Andrew kurz dankbar zu und konzentrierte sich auf die nächsten Angreifer. Während Tobias die drei mit irgendwas bewarf, was diese im Boden versinken liess.
Aus einem der wenigen noch stehenden Zelte stürzte gerade ein Mann heraus, er einen schwarzen Umhang mit dem unverkennbaren Söldnerzeichen. Er benutze keinen Zauberstab und war sich mit erhobenen Armen auf sie. /Ein Werwolf/ erkannte er sofort an den goldenen Augen, wenn dieser ihn zu fassen bekam konnte es anhand dessen Kraft doch schwierig für ihn werden.
Ein Eisspeer traf den Mann direkt in die Brust und schleuderte ihn von ihnen weg, bevor er sie erreichen konnte. ,,Ich hasse diese Söldner." Knurrte Elliot und warf direkt einen waren Eis Hagel auf das noch stehende Zelt, bis dieses zusammenbrach. Abraxas kommentierte dies mit einer erhobenen Augenbraue. ,,Diese Schweine haben meinen Onkel und seine Familie getötet um an ihre Knochen zu kommen." Knurrte Elliot nur und warf mit einer Wasserwelle einen weiteren Angreifer um.
Verbissen kämpften sie weiter.
Ausweichen, parieren, zurückschlagen.
Abraxas hatte keine Zeit für andere Gedanken, jede Unachtsamkeit wurde bestraft und keiner von ihnen kam ohne Wunden davon.
Doch sie hielten sich trotz der Überzahl gut.
Da riss ihn ein Schrei aus seiner Konzentration, welcher ihm bis ins Mark ging.
Hermine pov
Sie fühlte sich sofort an den Krieg zurückerinnert. Nur waren sie dieses Mal die Angreifer, doch das Adrenalin pumpte genauso heftig durch ihren Körper, wie damals, als sie bei den Verteidigern von Hogwarts gewesen war. Bilder aus ihrer ersten Schlacht wollten sich vor ihr Sichtfeld schieben, doch sie sperrte sie resolut in eine Kiste in ihrem Geist.
Jetzt war nicht die Zeit in alten Erinnerungen zu versinken. Sie konnte es sich nicht leisten unachtsam zu sein. Sie hielt sich krampfhaft an Mirandas Schultern fest und hatte ihre Augen ebenso krampfhaft geschlossen. Seit die Schutzbanne gefallen waren und das Finsternispulver zum Einsatz gekommen war, war sie sowieso ganz auf die Sinne von Mia angewiesen. Es wäre verschwendete Mühe gewesen, zu versuchen in der Dunkelheit etwas zu sehen.
Sie vertraute darauf, dass ihre Freundin sie mit ihren Werwolfsinnen so schnell wie möglich zu Tom bringen würde. Sie wusste, dass niemand in diesem Pulver etwas sehen konnte und durch das Knallen und den Schreien war es auch unmöglich etwas anderes zu hören. Das Zeitgefühl war ihr abhandengekommen, Minuten kamen ihr vor wie Stunden. Ihr Herz schlug so laut und heftig in ihren Ohren, dass sie selbst ihre eigenen Schritte nicht wirklich war nahm. Nur den Zug an ihrer Hand, die wage Richtung, geführt von der jungen Slytherin vor ihr, half ihr bei der Orientierung.
Nur ihr inneres Wesen war im Moment so ruhig wie schon lange nicht, es hatte erkannt, dass sie nicht gelogen hatte. Sie war hier, sie hatte Tom gefunden und sie würde alles tun um ihn hier heraus zu holen. Sie strauchelte über einen Stein, denn sie nicht hatte sehen können und ihre Hand rutschte von der Schulter. Eine schreckliche Sekunde strauchelte sie blind voran, doch dann packte Mia sie an der Hand und zog sie weiter. Auf einmal war ein helles Licht überall, es frass sich durch die Dunkelheit und vertrieb diese mit roher Gewalt. Mia winselte und hielt sich schmerzverzerrt ihre Augen zu. Hermine hatte ihre Augen von Anfang an geschlossen gehabt, dass kam ihr nun zu Gute.
Das Licht blendete sie zwar ebenso, doch ihre Augen gewöhnten sich schnell wieder, nachdem das Licht erloschen war und die Morgensonne wieder die einzige Lichtquelle war. Sie übernahm die Führung, nun zog sie ihre blinde Freundin hinter sich her und direkt hinter einen Grossen Stein. Sie konnte in der Nähe einen Holzpfahl sehen und einen bewusstlosen Körper daran. Sie wusste einfach, dass das Tom war. Im Schutz des Steines wagte sie es darüber zu linsen. Sie sah den Pfahl und die daran angebundene Gestalt jetzt deutlich. Es war wirklich Tom. Und es war nicht mehr weit, vielleicht zehn Meter und dann wäre sie bei ihm.
,,Ich sehe Tom. Ich werde ihn holen. Bleib du hier!" Sagte sie bestimmt und drückte Mia an den Schultern auf den Boden, die Lestrange wollte sie aufhalten, doch da sie immer noch nichts sehen konnte, entzog sie ihr einfach ihre Hände und erhob sich wieder. ,,Shadow. Pass auf Mia auf." Rief sie, während sie den Schutz des Steines verliess. Der Schattenwolf erschien aus einem nahen Schatten und stellte sich beschützend vor die junge Frau, breitbeinig stand er dort und knurrte bedrohlich, obwohl noch keine Gefahr ersichtlich war. Mia war durch ihre überempfindlichen Sinne immer noch ausgeschaltet.
Hermine sah nur Tom, er war es eindeutig. Auf dem Weg zu ihm passierte sie einen runden Kreis, der aus verbranntem Gras bestand. Überreste vergangener Rituale, verwitterte Zeichen waren fast verbleicht noch im Gras zu erkennen, doch darauf war sie keinen zweiten Blick. Sie musste zu Tom. Als sie ihn endlich erreichte, konnte sie nicht anders, als ihm eine Strähne vom Gesicht zu streichen. Seine Stirn war warm wie von Fieber, kleine Schweisstropfen bildeten sich darauf. Ihre Hand fühlte sich kalt auf seiner Haut an.
Als er sich nicht regte, untersuchte sie die Ketten, mit denen er angebunden war, doch bevor sie sie lösen konnte hörte sie einen sirrender Fluch auf sie zuschiessen und konnte nur noch knapp ausweichen. ,,Da erwartet man Auroren und was findet man? Kinder? Also sag mir Kind, wieso greifst du mein Lager an? Hast du Todessehnsucht?" Sie hatte immer gedacht, dass Serverus Snape und Lucius Malfoy eindrücklich und bedrohlich waren. Doch im Gegensatz zu Gellert Grindelwald, wie er da lässig auf sie zu geschlenderte, wirken diese beiden wie ein müder Abklatsch. Sie konnte die Boshaftigkeit dieses Mannes in seinen Augen sehen, so wie man den Wahnsinn immer in Bellatrix erkannt hatte.
Wenn man Gellert Grindewald beschreiben sollte, fiel einem wahrscheinlich zuerst das Wort Macht ein. Das war es, das er ausstrahlte, doch mit so einer Kälte, dass es sie fast schauderte. ,,Bist du stumm, mein schönes Kind?" fragte er weiter und zwirbelte nachlässig seinen Zauberstab in seinen Händen, es war ersichtlich, das er in ihr keine Bedrohung erkannte. Die Angst kroch ihr durch die Glieder und schnürte ihr den Hals zu. Selbst wenn sie gewusst hätte, was sie erwiedern sollte, hätte sie es wahrscheinlich nicht geschafft es auszusprechen.
Seine Magie war so pechschwarz, dass sie fast stank. Es war schwer in seiner Magie, die ihn umgab zu atmen und alleine diese reichte aus um ihre Knie von alleine zum Zittern zu bringen. Er hatte noch nichts getan und dennoch kam es ihr vor, als kämpften sie bereits. Ihr Blick flackerte kurz zu Tom, der Fluch hatte ihn nicht getroffen, doch er regte sich immer noch nicht. ,,Ach ich verstehe, du und deine Freunde haben versucht euren Freund zu retten. Schade, dass es nicht geklappt hat." Höhnte er und sein Arm peitschte nach vorne.
Sie warf sich zur Seite, der Boden war hart und das verbrannte, spröde Gras darauf wie Sandpapier auf ihrer Haut. Doch es kümmerte sie nicht, so schnell sie konnte warf sie sich erneut zur Seite und rappelte sich wieder auf, doch Grindelwald war schnell. Obwohl es so schien, als ob es ihm keine Mühe kosten würde. ,,Flink bist du ja, willst du mir nicht verraten wer du bist?" Sie liess sich nicht auf das Geplänkel ein, ihr Schutzschild hielt dem nächsten Angriff nur kurz stand bevor er zerbrach und der von ihr geworfene Bombarda wurde einfach mit einer Handbewegung weggefegt. ,,Bist du vielleicht wirklich stumm, mein schönes Kind?" verhöhnte er sie weiter, als sie einem lilafarbenen Fluch auswich, erwischte sie dieser am Bein und sie stürzte.
Sie keuchte schmerzverzerrt, und griff an die getroffene Stelle, ihre Handfläche färbte sich daraufhin sofort rot. ,,Schön und stumm. Ich kenne ein paar Freunde, die sicher ihre helle Freude an dir hätten." Hörte sie noch undeutlich, mehr aus Instinkt heraus rollte sie sich zur Seite, ein Stein verletze sie an der Handinnenfläche, doch sie stemmte sich wieder in die Höhe. Mit einem nachlässigen Schlenker ihres Zauberstabes heilte sie die Verletzung an ihrem Bein, als bereits der nächste Fluch auf sie zugeflogen kam.
Sie hörte Mia „Expelliarmus" schreien und verharrte erschrocken. Eine Sekunde später erklang die Erwiderung von Grindelwald mit einem gerufenen Crutiatus und dann der unverkennbare Schrei ihrer Freundin über die Wiese. Sie warf ihre Vögel auf Grindelwald, er wurde nicht verletzt, doch er liess von Mia ab und wendete sich wieder ihr zu. „Deine Freundin schreit schön, wollen wir doch einmal sehen, ob wir dich nicht doch auch zum Schreien bekommen." Erleichtert sah sie, wie sich Mia wieder hinter den Stein rettete und wich dem Crutiatus aus.
Ihr Feuerstrahl wurde zur Seite gefegt, genau wie die Plagegeister und die Eisgeschosse. Er schoss einen wahren Hagel auf sie mit Steinen die in der Umgebung lagen und sie konnte sich nur hinter ihrem Schild verstecken. Ein Donnern erklang und lenkte sie beide kurz ab, sie sahen kurz zum Lager, wo gerade irgendwo etwas explodiert war. Sie sah den Feuerwerkskörperdrachen der Weaslyzwillinge sich durch das Lager fressen und Zelte in Brand stecken. Doch Hermine hatte keine Zeit für einen weiteren Blick, denn Grindelwald hatte ihre Unachtsamkeit genutzt.
Ein Wasserstrahl schlängelte sich wie eine Schlange zuerst um ihre Beine und umfing sie dann komplett, er wuchs immer weiter an und schwoll zu einer Blase heran. Sie verlor ihren Halt unter ihren Füssen und wurde in die Luft getragen, während die Wasserblase nun auch ihren Kopf einschloss. Verzweifelt versuchte sie sich daraus zu befreien, doch keiner der Zauber half. Ihr wurde die Luft knapp und ihre Sicht verschwamm bereits. Hektisch strampelte sie in der Wasserblase, doch es gab kein Entkommen. Ihre Hand wurde klamm und der Griff um ihren Zauberstab löste sich langsam. Der feine Holzstab entglitt ohne Zutun ihren Händen und ihr Sichtfeld wurde bereits an den Rändern schwarz. Kurz flackerte das Bild von Tom vor ihren Augen auf. Da schoss ein roter Blitz auf Grindelwald zu und griff ihn an.
Während die Wasserblase sich auflöste und sie aus der Luft zu Boden stürzte, sah sie wie Firis von Grindelwald mit einem Zauber weggeschleudert wurde. Der kleine Phönix landete hart auf der Erde und regte sich nicht mehr. Sie selbst knallte mit voller Wucht auf den Boden, die kleinen Steine auf der Wiese bohrten sich in ihr Fleisch, ihre Knie und Handflächen brannten wie Feuer und fühlten sich schlagartig taub an. ,,Ein hübsches Kind, mit lästigen Freunden. Aber dein kleiner Freund hier kann ich für viel Geld verkaufen. Also danke dafür." Lachte er höhnisch, während sie hustete und sie versuchte auf zustehen, doch ihre Beine gehorchten einfach nicht.
Sie sah ihren Zauberstab vor sich liegen und versuchte ihn zu ergreifen. Ihre Hand zitterte dabei so sehr, dass sie das schmale Holz fast nicht zu fassen bekam. ,,Es ist zwar schade um dein hübsches Gesicht, doch langsam wird es langweilig." Sagte er und sie schluckte erschrocken. ,,laminae milia" * hörte sie ihn schreien. Sie versuchte erneut aufzustehen, als der blaue Strahl bereits auf sie zu flog.
Voller Schreck beobachtete sie den blauen Strahl in seinem Flug, etwa zwei Meter vor ihr stoppte er und wuchs zu einer grossen Wand heran. Während sie versuchte einen Schutzschild um sich zu errichten, erkannte sie bereits wie sich aus der blauen Wand Schwerter zu bilden schienen.
Eine schreckliche Sekunde lang geschah nichts, nichts regte sich. Kein Atemzug verliess ihren Körper und dieser war gefangen, starr vor Schreck. Die Schwerter selbst schienen auch zu verharren. Undeutlich hörte sie irgendwo Metall zerbersten, doch sie konnte ihren Blick nicht von ihrem Todesurteil abwenden.
Dann ging alles sehr schnell.
Während die Klingen auf sie zurasten und sie jeden Moment erwartete getroffen zu werden, schob sich ein Körper zwischen sie und die Geschosse.
Fassungslos sah sie dabei zu, wie der schlanke Körper von Schwertern durchbohrt wurde.
Das Blut spritze und traf sogar ihre Wange, doch sie konnte sich nicht rühren, während Tom zu Boden ging und sich langsam eine Blutlache unter ihm bildete.
Die Schwerter verschwanden mit dem erledigen ihrer Aufgabe von selbst und liessen nur grosse Löcher zurück, aus denen immer mehr Blut sickerte.
Und ihre Welt blieb stehen.
*laminae milia Latein tausend Klingen
