Hallo zusammen, ich weiss es war gemein, aber manchmal muss das auch sein ;)
zu diesem Kapitel: sowohl der Titel, wie auch einzelne Szenen sind vom Lied Atme! von letzte Instanz inspiriert.
Ich habe es aber nicht ins Kapitel geholt weil der Text an manchen Stellen irreführend zum Storyverlauf gewesen wäre.
Aber hört doch mal rein :)
Jetzt viel Spass beim neuen Kapitel
Eure K4
,,..." jemand spricht
/.../ jemand denkt
~...~ Parsel
36. Kapitel Atme!
Hermine pov
Die Welt hatte aufgehört sich zu drehen. Alles stand still, ob für einen Moment oder eine Ewigkeit konnte sie im Nachhinein nicht sagen. Sie würde sich später gar nicht mehr wirklich an diese Situation erinnern können.
Ihr Verstand weigerte sich das Gesehene zu begreifen.
Ihr Herz zerbrach und versuchte dennoch verzweifelt weiter zu schlagen.
Ihr Wesen erstarrte zu Eis, unfassbar und zu tiefst erschüttert.
Sie bemerkte den nächsten Schlag gar nicht. Ihr Körper war nicht mehr existent. Weder die Verschiebung ihres Blickfeldes, noch den Aufschlag ihres Körpers registrierte sie. Sie sah nur das Blut, welches unaufhaltsam aus Tom herausfloss.
Alle Geräusche wurden von einem Tinnitus ähnlichen Geräusch überlagert. Wäre sie noch bei Verstand gewesen, hätte sie es mit dem Geräusch in Muggelfilmen verglichen, dass man hörte wenn der Protagonist einer Explosion ausgesetzt gewesen war. Doch ihr vernebelter Geist registrierte nicht einmal das Geräusch selbst. Sie hörte undeutlich Worte, schreiende Worte, die an sie gerichtet waren. Deren Sinn sie jedoch erst viel später begreifen würde.
,,Sieh was du angerichtet hast! All die Arbeit und die wertloses Ding machst sie mir zu Nichte! Wo soll ich nun einen anderen Körper herbekommen! Ich werde Dich… „ Ein Krachen und ein Beben erschütterte das Lager. Der Boden vibrierte, doch Hermine registrierte es nicht wirklich.
Es gab für sie nur Tom.
Tom der gerade starb.
„Verdammt! Muss das gerade jetzt sein?! Rückzug! Der Waldelb wird hier alles auseinandernehmen! Packt zusammen was ihr tragen könnt und dann weg!"
Sie sah wie sich die verschwommene Gestalt über Tom beugte. Sie wollte schreien, sich regen, irgendwas. Doch ihr Kopf war immer noch wie in Watte gepackt und ihr Körper bewegt sich nicht. Sie sah, wie die Gestalt etwas bei Tom machte.
Doch Tom rührte sich nicht.
Das Knacken einer Apperation erklang und mit ihr verschwand die Person bei Tom, es war das erste Geräusch, welches sie bewusst wahrnahm.
In ihrem Inneren zerbarst, gleichzeitig mit dem Geräusch, etwas.
Da war Licht, helles warmes Licht, es drang aus ihren Innern aus ihr heraus. Die weisse Tür in ihr war aus ihren Angeln gerissen und die Lichtgestalt trat heraus. Hermine hatte nicht mehr die Kraft sich zu wehren. Sie gab auf. Sie überliess dem Wesen in ihr die Kontrolle, sah nur noch als Unbeteiligte zu, während sie immer noch zu begreifen versuchte was hier geschehen war. Sie rollte sich hinter einem ihrer inneren Bücherregale eng um sich selbst und weinte.
Doch das Wesen riss nicht die Kontrolle an sich, sie suchte sie in ihrem Geist, fand sie und umschloss sie, durchströmte sie mit neuer Energie, verband sich mit ihr und sie wurden zu einem.
Sie spürte, wie das Wesen ohne Mühe die magische Rüstung von Ric zerbrach, so als bestünde sie aus Papier. Ihre Magie und die Magie des Wesens, welche nun eine gemeinsame war, drang durch jede Pore von ihr, von ihren Zehen über jede Blutzelle bis in die letzte Haarspitze. Als sie ihre Augen öffnete, war die Sicht so, wie sie sie noch nie gesehen hatte. Es war seltsam, so anders durch ihre eigene Augen zu sehen, doch Hermine fühlte das dies die einzig richtige Art war die Dinge zu sehen.
Die gesamte Umgebung um sie herum war durchzogen von verschiedenen Lienen. Grau, weiss und schwarz schlängelten sich kreuz und quer durch den Boden, durch die Menschen und Wesen um sie herum. Die Menschen und Wesen jedoch hatten alle ihre eigenen Farben, doch sie konzentriere sich nicht darauf. Tom war in ein schillerndes grün getaucht, durchzogen von schwarzen Fäden, das Muster waberte und pulsierte, doch mit jedem aufflackern wurde es schwächer.
Sie erhob sich, ihre Knie sollten schmerzen, doch Hermine war losgelöst und spürte keinen Schmerz. Es war, als wäre sie eine Puppe und bewegte sich von selbst. Es war nicht wie beim Imperius Fluch, der einem aufzwang, was der andere wollte. Es war ein Sog, sie wusste, dass sie ihm wiederstehen konnte. Wenn sie sich bewegen wollte, würde das Gefühl von ihr abfallen.
Doch sie wollte nicht, der Sog führte sie geradewegs zu Tom.
Sie kniete sich neben Tom hin. Sie hatte Angst den Blutverschmierten Körper anzufassen, sie wollte ihm nicht noch mehr Schmerzen zufügen. Voller Schrecken sah sie, dass dem jungen Mann sein rechter Ringfinger fehlte. Auch wenn seine anderen Verletzungen um einiges Schlimmer waren, schockierte sie der fehlende Finger ungemein.
Das schwarze Muster, welches Tom bedeckte, zog ihre Aufmerksamkeit dann doch von der Verstümmelung. Es war wunderschön anzusehen, filigrane Stränge, wie eine innere Tätowierung durchzogen den Slytherinerben. Feine Ranken, Kringel und Knoten durchzogen ihn von Kopf bis Fuss. Das schwarz hob sich gut von dem grünen Leuchten ab, aus dem Tom zu bestehen schien. Doch das Pulsieren wurde immer schwächer, die Abstände länger. Und Hermine begriff. Es war Toms Magie, zwar schwarz in der Magieart, dennoch nicht kalt und hart wie Grindelwalds Magie. Sie konnte nicht anders, als ihre Hand auf seinen Brustkorb zulegen, die Zeichen auf ihrer Haut stachen leuchtend weiss und grau als starker Kontrast davon ab.
Toms Magie reagierte, sie waberte auf und versuchte nach ihrer Magie zu greifen, doch es war nur ein kurzes Zucken, dann fiel sie wieder in sich zusammen. ,,Tom, Liebling wach auf." hörte sie ihre Stimme sprechen. Sie hatte es nur gedacht und schon ausgesprochen und Tom öffnete flackernd die Augen.
Rote, warme Augen sahen sie an, sie erkannte sofort sein Wesen darin. Sie ergriff seine Hand, welche bewegungslos auf seiner Brust lag. Ihre Verletzungen brannten, als sie mit seinem Blut in Verbindung gerieten, doch das war ihr egal. Sie durfte ihn nicht verlieren. ,,Bitte bleib bei mir. Ich werde versuchen dich zu heilen. Doch das kann ich nur, wenn du mir hilfst." Sagte sie eindringlich und liess ihre andere Hand über seinen Körper wandern, dass sie ihren Zauberstab verloren hatte registrierte sie gar nicht. Es war nur wichtig ihn zu heilen. Die Wunden schlossen sich langsam und zäh, doch sie gab nicht auf. ,,Wunderschön." Flüsterte er rau und sie sah ihm überrascht wieder in die Augen.
,,Du bist so wunderschön. Ich hätte so gerne mein Leben mit dir verbracht. Wir hätten so viel zusammen entdecken können." Sagte er und umfasste mit seiner freien Hand ihre Wange, es fiel ihr erstaunlich leicht, den fehlenden Finger nun zu ignorieren. Sie fuhr weiterhin mit ihrer freien Hand seinen Körper ab, doch es waren zu viele Wunden und sie schlossen sich nur langsam, während das Blut weiterhin unaufhörlich aus ihnen heraussickerte. ,,Wir hätten so viel zusammen erreichen können. Wir hätten das Castle mit Kinderlachen gefüllt. Ich wollte… mit dir so viel erleben und entdecken."
Ein weiteres Beben erschütterte den Untergrund, doch sie verliess mit ihrem Blick keinen Moment sein Gesicht. Er hustete schwer und ein Blutspeichel rann von seinem Mundwinkel hinab, seine Hand verliess ihre Wange und sank kraftlos wieder zu Boden. Doch der Griff der anderen Hand, mit der er immer noch ihre Hand hielt, war viel fester, als sie ihm zugetraut hätte. ,,Wieso habe ich mich nie getraut dir zusagen, dass ich dich liebe?" Fragte er schwach, versuchte sich etwas aufzurichten, doch sank kraftlos wieder zu Boden. Die Tränen brannten in ihren Augen und rannen ihr über die Wangen.
,,Weil ich ein blöder Sturkopf bin und zu viel Angst hatte. Ich liebe dich auch Tom! Schon bevor ich die Verwandlung durchlebt habe. Es tut mir leid, dass mich so sehr gewehrt habe. Ich möchte mein Leben auch mit dir verbringen. Ich will dich nicht verlieren. Deswegen musst du leben. Hörst du?!" Erwiderte sie eindringlich und ein schwaches Lächeln zierte sein Gesicht, während er erschöpft die Augen schloss.
Sie beugte sich vor, konnte den Drang nicht unterdrücken und küsste ihn auf die blutverschmierten Lippen. Ein goldenes Licht legte sich über die Beiden, doch sie bemerkten es nicht.
Ihr Bewusstsein galt in diesem Moment nur den Lippen des Anderen.
Ihr erster wirklicher Kuss und nun würde es ihr Letzter sein.
Ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen, bei diesem Gedanken.
Ihre Kehle schnürte sich zu, das Atmen fiel ihr schwer und sie schloss ergeben die Augen.
Doch dann war da ein anderer Gedanke, so klar und laut, als hätte er nur darauf gewartet entdeckt zu werden.
Es war ein Wissen, dass sie gar nicht besitzen konnte, so alt und geheim. Weitergegeben von Generation zu Generation, nirgends aufgeschrieben und längst von der Welt vergessen.
Doch es spielte keine Rolle, woher sie es wusste, wichtig war, dass sie nun begriff.
Ihr Griff um Toms Hand wurde fester, als sie ihre andere Hand über sein Herz legt. Sie schloss ihre Augen und suchte in ihrem Innern ihren Magielebensstrang und fand ihn.
Tief in ihrer Mitte fand sie ihn, ein grosser starker Strang reiner weisser Energie, so hell, dass sie die Augen hätte schliessen müssen, wenn sie dort welche besessen hätte. Sie griff danach, warm, fast heiss, pochte es zwischen ihren imaginären Fingern. Ihr pures Leben pulsierte darin. Sie zog ihn langsam aus sich hinaus, immer darauf achtend, dass er nicht riss. Sie zog beharrlich so lange, bis er so lang war, dass sie ihn von ihrer Hand in den Körper von Tom fliessen lassen konnte.
Dort suchte sie nach seinen Strang. Als sie ihn fand, hielt sie erschrocken inne. Der Strang war rissig und nur ein einzelner Faden hielt ihn noch am Leben. Eine falsche Bewegung und er würde reissen und damit Tom den Tod bringen. Doch sie durfte nicht zögern. Sie hatte bereits zu lange gezögert.
„Firis. Shadow." Rief sie und sie spürte, dass die Beiden neben ihr erschienen, sie sah sie nicht an, konnte keinen Moment ihre Augen von Tom abwenden. Doch sie spürte die strahlend weisse und die warme schwarze Magie ihrer Gefährten neben sich.
Wenn sie Tom retten wollte, benötigte sie die Energie dieser Beiden, seine schwarze Magie war bereits zu schwach und ihre weisse war noch zu hell um sich gefahrlos mit ihm zu verbinden. ,,Ich brauche eure Hilfe." Brachte sie noch heraus.
Da erklang aus ihrem Innern ein Ton, denn sie nicht zu ordnen konnte und den sie noch nie gehört hatte. Ihr Wesen in ihrem Innern hatte diesen Ton erzeugt und er hallte durch jede ihrer Poren. Sie war so erschüttert von diesem Ton, dass sie sich nicht mehr rühren konnte. Die Magiesignaturen vor ihr flackerten alle kurz auf, es war ein wunderschönes Farbenmeer, doch sie konnte die Schönheit nicht erkennen.
Dann waren da auf einmal Worte in ihrem Kopf. Worte einer Sprache, die sie noch nie gehört hatte. Doch sie zögerte nicht. Sie sang in der längst vergessenen Sprache, Worte welche sie nicht verstand und doch einfach klar waren. Wieder nahm sie diesen Zug in ihrem Innern war, der sich auf ihren Körper ausbreitete und ihre Finger lenkte, doch sie wehrte sich nicht.
Sie spürte undeutlich, dass um sie herum etwas geschah, doch sie konzentrierte sich nur auf den schwachen, schwarzen Lebensstrang von Tom. Sie liess ihre Finger mit ruhigen Bewegungen ihre Magie mit der Magie von Tom verweben. Zwang sich ruhig zu bleiben, auch wenn ihre Finger zittern wollten. Sie spürte die Magie ihrer Beiden Gefährten, wie sie ihr halfen und sie unterstützten. Doch ihr Bewusstsein wich keinen Moment von ihrer Aufgabe ab.
Strang um Strang verband sie seine gerissenen Fäden mit ihrer Magie, umwickelte und verknotete sie. Bis ihre Magie nicht mehr von seiner zu unterscheiden war.
Bis ihr Lebensfaden auch der seinige war.
Nie wieder würde sie ohne ihn leben können.
So wie er auch nicht mehr ohne sie bestehen würde.
Sie waren nun eins. Näher verbunden als es Bindungspartner normalerweise waren.
Ihre Lebenslinien flossen nicht nebeneinander, sondern miteinander.
Wo sie aufhörte begann er und wo er anfing endete sie.
Niemand würde die Lebenslinien je wieder trennen können.
Bereits jetzt begannen sich die beiden Stränge an den Stellen, wo sie verflochten waren, grau zu verfärben und zu einem Einzelnen zu verwachsen.
Ihre imaginären Hände zitterten heftig, als sie den letzten Knoten schloss und Toms Lebensfaden stark anfing zu pulsieren. Sie spürte das Pulsieren, und den damit verbunden Sog, als ihre Magie durch diese in ihn hineinfloss und als kleines Rinnsal seiner Magie, von ihm zu ihr zurückfloss.
Dann war der Sog in ihrem Innern plötzlich weg und das Gewicht ihres Körpers drückte wieder auf sie. Ihr Kopf dröhnte, ihr gesamter Körper schmerzte, sie spürte auch wieder ihre Wunden. Der Magiefaden entglitt ihren tauben Fingern, die so sehr zitterten, dass sie ihn nicht mehr halten konnte. Ihr Körper hatte, trotz der beiden magischen Wesen, zu viel Energie verwendet um Tom am Leben zu erhalten. Und die Magiearten benötigten nun auch eine Zeit, bis sie sich vollständig miteinander verbunden hatten.
Doch auch wenn ihr Geist ins Reich der Träume glitt und ihr Körper bewegungslos auf ihren Geliebten sackte, liess sie die Hand von Tom nicht eine Sekunde los, so wie er die ihre nicht los liess.
Mia pov
Sie stöhnte und streckte ihre Hände vor sich aus. Ihre Gelenke knackten schmerzhafte und sie lockerte ihre Muskeln, bevor sie überhaupt daran denken konnte sich auf zu setzten. Der Crutiatus von Grindelwald war um einiges heftiger gewesen, als sie sich hätte vorstellen können. Solche Schmerzen machte sie nicht einmal in der Verwandlung durch. Ihr Herz raste immer noch und ihr Hals brannte vor Feuer von ihren Schreien. ,,Geht es dir gut." Hörte sie eine Stimme und ihr wurde eine Wasserflasche unter die Nase gehalten.
Als sie aufblickte sah sie direkt in blaue Augen. Abreaxas sah wie immer wie aus dem Ei gepellt aus, in seinen schwarzen Hosen und dem engen schwarzen Pullover. Sie verdröngte ihre Gedanken, griff nach der Flasche und nahm einen Schluck. Dann fragte sie mit rauer Stimme. ,,Was tust du hier? Solltest du nicht bei deiner Gruppe sein?" ,,Ich kann eine Jungfrau in Nöten doch nicht im Stich lassen." Erwiderte er neckisch und blickte dann über ihre Deckung. Abraxas Gesicht erstarrte und schnell rappelte sie sich auf, um selbst darüber zu sehen. Wie hatte sie so dumm sein können und sich vom Geschehenen ablenken lassen können?
Hermine schien in Schwierigkeiten zu sein und hätte Abraxas sie nicht aufgehalten, wäre sie wieder hinter dem Stein hervorgerannt und sich auf Grindelwald gestürzt. Firis kam ihr zu vor und sie musste mitansehen, wie der Phönix zu Boden ging und liegen blieb. Shadow schoss hinter dem Stein hervor und holte den kleinen Phönix behutsam zwischen seinen Zähnen in ihr Versteck. Sorgsam untersuchte Mia ihn, doch Firis schien nur ohnmächtig zu sein. Da zog ein blaues Licht ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Kampf.
Fassungslos klammerte sie sich an Abraxas fest, während sie mit ansehen musste, wie sich Schwerter daraus bildeten, die ihre Freundin töten würden. Doch da war plötzlich Tom vor Hermine und Erleichterung durchflutete ihren Körper. Doch ihr Herz gefror zu Eis, als sie dabei zusah, wie nun er von den Schwertern durchbohrt wurde und regungslos, blutend liegen blieb. Sie wollte schreien, weinen oder sonst irgendwas tun, doch sie war wie gelähmt, genau wie ihre Freundin, welche sich nicht rührte. Grindelwald schien wütend zu sein, er schlug Hermine zu Boden und nur die Hände auf ihrer Schulter hielten sie noch zurück, auch wenn ihre Knie sie wahrscheinlich nicht getragen hätte.
Ein auf das Lager krachender Felsbrocken liess sie beide zusammenfahren. Er hatte sich einfach so aus der Felsspitze gelöst und war auf eines der Zelte am Rand gekracht. Hätte sie sich nicht an dem Malfoyerben festgehalten, wäre sie sicherlich wieder gestürzt. Ein schmerzverzehrter Schrei, zog ihre Aufmerksamkeit auf einen blonden Mann unterhalb der Felsspalte und dann bebte die gesamte Erde. Das komplette Lager wurde durchgerüttelt und mehrere tiefe Spalten rissen sich durch die Landschaft. Weitere Steine lösten sich aus dem Berg und fielen hinunter auf die Zelte. Männer schrien panisch und rannten durch die Gegend. Ein weiteres Beben, heftiger als die zuvor erschütterte den gesamten Platz.
Sie konnte sich auch nicht halten und fiel zusammen mit dem Malfoyerben hin. Als sie sich beide wieder aufrappeln konnten, war Grindelwald verschwunden und Hermine lief wie in Trance zu Tom. Sie hatte ihre magische Rüstung abgelegt und ihr weisses Haar glänzte im Licht und schwebte sanft vor lauter Magie um ihren Kopf. Es wäre ein schöner Anblick gewesen, wenn die Situation nicht so furchtbar und die Augen von Mine nicht so leer gewesen wären. Mia schlug eine Hand vor den Mund um ihre Schluchzer zu unterdrücken. Sie wollte zu ihrer Freundin und ihr beistehen, doch ihre Knie zitterten so sehr, dass sie es einfach nicht schaffte sich zu erheben. Stumm sahen die beiden zu, wie Hermine verzweifelt versuchte Tom zu heilen und sich schliesslich vorbeugte und ihn küsste. Ein goldenes Licht tauchte die beiden ein und sie mussten beide ihre Augen schliessen. Da fiepte Firis entschlossen und lenkte ihrer beider Aufmerksamkeit auf den Phönix in Mias Armen.
Firis war wach und sah entschlossen aus, ohne dass sie es verhindern konnte, ging der Feuervogel in Flammen auf und erschien neben Hermine wieder. Shadow, welcher die gesamte Zeit bei ihnen gestanden war, verschwand schneller in den Schatten, als sie es je gesehen hatte. Nun standen beide Tierwesen neben Hermine und Tom. Ein einzelner Ton schallte über sie hinweg, mit diesem Ton, erschien eine Blase und hüllte die vier ein. Der Ton hallte in Mias Körper wieder und sie konnte keinen Muskel mehr rühren. Es war, wie wenn sie für einen Moment von ihrer Magie getrennt wurde. Ein seltsames Gefühl, jedoch nicht schmerzhaft und sobald der Ton verklang war es schwierig das Gefühl in Erinnerung zu behalten.
Die kleine Blase, welche sich nun um ihre Freunde bildete, war milchig weiss, man erkannte die darin befindenden Personen fast nicht mehr. Da hörte sie auf einmal ein Lied, es war eine Sprache, welche sie nicht kannte und nicht verstand, doch sie fing ohne ihr Zutun an zu weinen. ,,Was ist?" fragte Abraxas besorgt, doch sie schüttelte nur den Kopf. ,,Hörst du es denn nicht?" fragte sie verwundert. ,,Nein ich höre nichts.." hörte sie Braxs murmeln, doch das Lied hatte sie bereits wieder in ihren Bann gezogen.
Firis stimmte nun ein Lied an, so etwas hatte Mia noch nie gehört. Es war eine andere Tonlage und doch gehörte es einfach zusammen. Während der Phönix nun begann hell zu leuchten, erhoben er und die Liebenden sich in die Luft. Sofort stellte sich Shadow unter die drei und stimmte seinerseits mit seinem Heulen in das Lied ein.
Ungläubig beobachtete sie den Schattenwolf, wie er immer weiter wuchs, seine Stimme änderte sich, wurde kräftiger und tiefer. Bis ein ausgewachsener Schattenwolf auf der Wiese stand und zur milchigen Kugel hinauf heulte. Schatten bildeten sich um seine Pfoten, waberten und flossen hinauf, zu kleinen Kugel. Als sie ihren Blick nach oben wandern liess, sah sie, dass Firis nun auch ein ausgewachsener Phönix war. Die Schwingen, welche weit gestreckt waren, erschienen riesig, wenn wann ihre Gestalt mit der vor ein paar Minuten verglich. Aus seinen Schwingen schien reines Licht zu kommen und auch diese flossen um die Kugel herum.
Beide Magiearten hüllten die zwei Schüler ein und eine graue grössere Kugel bildete sich daraus und legte sich um die Kleinere Kugel. Auch mit den guten Augen der Werwölfin konnte sie ihre Freunde nun nicht mehr erkennen. Die Grosse Kugel wurde immer heller und undurchsichtiger, zusätzlich waberten nun auch schwarze und weisse Schatten darin herum. Es war ein sehr einschüchternder Anblick.
Obwohl es sich nicht bedrohlich anfühlte, verfehlte es seine Wirkung nicht.
Es war einfach pure Magie. Die Magie war so stark, dass sie sie auf der Zunge schmecken konnte.
Abraxas zog unruhig an ihrem Arm, die äussere Kugel kam ihnen mittlerweile gefährlich nahe, doch Mia regte sich keinen Millimeter. Sie konnte ihre Augen nicht von ihren Freunden abwenden. Sie sah mehr Schatten als etwas anderes, doch sie liess sie keinen Moment aus den Augen. Auch wenn ihre Sinne ihr sagten, dass sie und Abraxas nicht mehr alleine hinter dem Felsen waren, konnte sie ihre Augen nicht von der grauen Kugel abwenden.
So fiel ihr auch sofort auf, als die Kugel an Form verlor und ihre Freunde darunter wieder sichtbar wurden. Die Haare von Hermine schwebten um ihren Kopf herum, als befände sich in der Kugel Wasser, doch sicherlich rührte dies von der Magie her. Ein heiserer schmerzverzehrter Schrei mischte sich mit einem ebenso schmerzhaften Heulen. Langsam verschwand die schwarz weisse Kugel und während das Paar zu Boden sank erlosch nach und nach auch die kleinere Kugel in ihrem Innern.
Firis ging in Flammen auf, die Stichflamme war grell und Mia schloss schmerzhaft ihre Augen.
Ebenso pulsierte Shadow so schwarz, dass es aussah, als ob er alles Licht in seiner Umgebung aufsaugen würde.
Als sie sie ihre Augen wieder öffnete, waren der Phönix und der Schattenwolf verschwunden und ihre Freunde lagen bewusstlos auf dem Boden. Endlich schaffte sie es sich zu erheben und eilte auf die Beiden zu. Ein schwarzhaariger Mann trat ihr auf der Hälfte in den Weg, doch sie schlug einen Haken und erreichte die Beiden Bewusstlosen. Ein blonder Mann war auch bereits zu den beiden gelangt, doch sie kümmerte sich nicht darum. Sollte er es wagen ihren Freunden etwas anzutun, würde er sie kennenlernen. Sie schmiss sich neben Hermine auf den Boden und zog den Kopf ihrer Freundin auf ihren Schoss, als sie bemerkte, dass sie noch atmete, richtete sie ihren Blick auf Tom, welcher vom blonden Mann versorgt wurde.
Ein Zischeln liess ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Schwarzhaarigen richten, welchen sie fast umgerannt hat. Sie erkannte Nagini, welche sich vertrauensvoll um dessen Hals geschlungen hatte. Dann musste dies Toms Vater sein. Gerade nahm der Schwarzhaarige sie von seinem Hals und liess sie zu Tom herunter, dort schlängelte sie sich sofort zum Gesicht des Bewusstlosen und untersuchte dieses mit ihrer Zunge. Eine Bewegung aus dem Augenwinkel liess sie wieder zu dem blonden Mann sehen. Als dieser Hermine anfassen wollte, knurrte sie ihn an.
Alte, braune Augen sahen sie an und irgendwas an ihnen liess ihren inneren Wolf winseln und sich verkriechen wollen, doch sie würde ihn sicherlich nicht Hermine einfach so berühren lassen. ,,Du musst Mia sein, Mine hat mir viel von dir erzählt. Keine Angst, ich würde niemals den Zorn meines Sohnes auf mich ziehen, indem ich sie verletze." Sagte er eindringlich, fasste in die dicken weissen Locken von Hermine und zog etwas Kleines heraus. Er hielt ihr die geschlossene Hand hin und etwas in seinem Blick liess sie, wie von selbst, ihre Hand hinhalten.
Etwas Leichtes und Warmes wurde ihr in die Hand gelegt und als sie sie öffnete sah sie ein nacktes Küken, nur wenige Zentimeter gross. Er fiepte leise, rollte sich dann zitternd in eine Kugel zusammen und schloss erschöpft die Augen. Der blonde Mann griff unter den zerrissenen Umhang von Tom und holte dort einen kleinen Fellball heraus. ,,Die drei haben sich völlig verausgabt. Als sie ihn gerettet haben" Sagte er zärtlich, während er den Welpen sanft in einen Umhang wickelte, welcher ihm der Schwarzhaarige hinhielt. ,,Unser Glück, hätte dich die erste Magiewelle nicht gelähmt, dürften wir sie jetzt wahrscheinlich in einer Spalte suchen." Sagte der schwarzhaarige und fuhr Tom einmal zärtlich durchs Haar. Dann nahm er Toms Hand zwischen seine und besah sich die blutrote Hand.
,,Du solltest das Küken so gut es geht wärmen und dann zu Hermine legen, wenn ihr wieder in Hogwarts seid." Sagte Blonde, während sie den Schwarzhaarigen dabei beobachtete wie er verschiedene Zauber auf die Hand von Tom wirkte. Sie wurde gereinigt und Mia zuckte zusammen, als sie sah, dass ihm ein Finger fehlte. Der Blonde hatte mittlerweile den Kopf von Tom auf seinen Schoss gezogen, wie es Mia mit Hermine getan hatte. Er schien nur Augen für die blasse Gestalt von Tom zu haben. ,,Sal, hast du nicht irgendwas was du ihm geben kannst? Seine Magie ist immer noch schrecklich schwach." Doch ein Kopfschütteln war die Antwort. ,,Sie haben mir zu viel Blut abgezapft, ich kann kaum zaubern und alle meine Tränke wurden mir abgenommen. Ich werde auch den Finger nicht retten können." ,,Ein kleiner Preis für sein Leben." Erfolgte als Antwort.
,,Sie können unsere verwenden." Erklang da eine weitere Stimme und Mia sah ihre Freunde auf sie zu kommen. Sie warf kurz einen Blick zum Lager zurück. Grindelwalds Schergen schienen alle geflohen zu sein. Ihre Freunde schienen die restlichen Gefangenen befreit zu haben, die sich nun entweder gleich davon machten oder in einem gewissen Abstand zu ihnen sie beobachteten. Ihr war das einerlei, sie machte sich nur Sorgen um ihre Freunde und besah sich diese nun genau.
Die Meisten schienen nur Kratzer abbekommen zu haben. Nur Andrew musste von Tobias gestützt werden, sein Bein war eine einzige blutige Masse. Und während Sac eine hässliche Wunde an der Wange hatte, war der Arm ihres Bruders blutgetränkt. ,,Was?" fragte sie schockiert, doch er winkte lässig ab. ,,Nichts was mit einer Nacht Schlaf und einem Heiltrank nicht behoben werden kann." Alle ihre Freunde zogen ihre Beutel hervor und sie verteilten die Tränke. Mia hätte einen Bessen fressen können, weil sie nicht selbst daran gedacht hatte.
Der Schwarzhaarige, welcher sich als Sal vorgestellt hatte, war überrascht über ihre Vorbereitung.
Nach genauer Musterung der Tränke rief er nach einer Hauselfe. Diese erschien mit einem lauten Plopp und brach laut in Tränen aus, als sie ihre Meister sah. Erst durch das Schluchzen über die Verletzungen, fiel Mia auf, dass Sal selbst auch schwere Verletzungen trug. Durch sein Verhalten und die schwarze Kleidung war es ihr vorher gar nicht aufgefallen.
Während die Hauselfe losgeschickt wurde bestimmte Tränke zu holen, drückte Ric seinem Mann resolut einen Trank in die Hände, welcher dieser kritisch betrachtete. ,,Mine hat sie alle gemacht." Gab Mia zur Auskunft, während sie anfing die zerschundenen Hände von Hermine mit verschiedenen Zaubern zu heilen. Firis hatte sie in Mangel einer besseren Alternative in ihrem Dekolletee gesteckt, so hatte der kleine Vogel Wärme und Hautkontakt ohne die Gefahr zerquetscht zu werden.
Sal leerte den Trank nach ihrer Bemerkung ohne ihm einen weiteren Blick zu schenken. ,,Ich bin immer wieder über diese junge Frau überrascht." Sagte Ric und fuhr nun Hermine sanft durchs Haar. Es ploppte und der Elf stand mit mehreren Flaschen da. Während sich Sal einen blutroten für sich zur Seite stellte, reichte er Mia zwei Flaschen für Hermine. ,,So viel Magie wie sie verbraucht hat, wird einer ihrer Tränke nicht reichen. Dies ist ein Trank, welcher ihre Magie schneller wieder auffüllt und dieser stoppt etwaige Blutungen und ihr hilft zu regenerieren." Sie liess ihren Blick noch einmal zu Nagini wandern, welche nun wieder vertrauensvoll an dessen Hals hing und ergriff nun die Flaschen. Behutsam flösste sie die Tränke Hermine ein und suchte im Gesicht ihrer Freundin nach einer Regung, doch sie wurde enttäuscht.
,,Wäre es nicht besser, wenn wir sie zuerst zu uns nehmen?" fragte Ric dann in die Stille, doch Sal schüttelte gleich den Kopf. ,,Ich verstehe deinen Wunsch, mir geht es gleich. Doch sie werden bestimmt einen Tag schlafen und wenn sie beide einfach so aus Hogwarts verschwinden wird es irgendwann auffallen." ,,Aber es wurde bestimmt schon bemerkt." Erwiderte Ric.
,,Als wir gestern aufgebrochen sind, war das nach der Sperrstunde. Heute ist Samstag und auch wenn die Schüler ihren Tag wahrscheinlich nicht in Hogsmead verbringen dürfen, denke ich die Lehrer sind zu abgelenkt um unserer Verschwinden bis jetzt zu bemerken. Hogwarts ist so gross, dass wir immer noch behaupten können, wir hätten uns irgendwo dort versteckt. Unsere Gruppe ist schliesslich bekannt dafür sich nicht im Gemeinschaftsaal aufzuhalten. Falls sie dennoch von einem Lehrer vor Montagmorgen entdeckt werden, können wir sagen sie seien zusammengebrochen. Schliesslich weiss jeder dass sie bei dem Angriff auch dabei waren. Doch wenn Hermine plötzlich verschwunden ist, nachdem sie gestern eindeutig von den anderen Schülern gesehen wurde, könnte das bestimmt auffälliger sein." Erläuterte Abraxas seine Überlegungen und reichte ein paar belegte Brote herum. Er verteilte sie zuerst an ihre Freunde und dann ging er zu den anderen Gefangenen und verteilte bei ihnen das restliche Essen. ,,Aber auf die Thestrale bekommen wir sie so garantiert nicht." Warf Tobas kauend ein, biss erneut von seinem Sandwich ab und half dann Abraxas die befreiten Gefangenen mit Essen und Tränken zu versorgen.
,,Lasst das Zurückreisen unsere Sorge sein." Sagte Sal und erhob sich.
*****
Sal pov
Er hatte es endlich geschafft, Ric wach zu bekommen. Er hatte keine Ahnung, was genau alles seinem Geliebten eingeflösst worden war, doch es war eindeutig nicht leicht gewesen ihn zu wecken. Nagini, welche um seinen Hals lag, hatte ihn in der Zwischenzeit berichtet was hier eigentlich vorging. Nie hätte er gedacht, dass die Freunde seines Sohnes sich aufmachen würden ihn zu retten. Stolz flammte in seiner Brust auf, bei dem Gedanken, dass die Jahrelangen Predigten von ihm und seinem Mann doch noch Früchte getragen hatte und sein Sohn endlich Freunde hatte. Dass sich diese dann für ihn auch bereitwillig in Gefahr gebracht hatten steigerte den Respekt vor diesen Jugendlichen ungemein.
Er warf kurz einen Blick zu dem jungen Mann, welcher eifrig von Käfig zu Käfig ging um die Gefangenen zu befreien. Hinter ihm war eine schlanke junge Frau, welche aus einem nimmer endenden Krug Wasser an die Befreiten verteilte. Er wusste, dass Newt hier auch irgendwo war, doch den Werwolf hatte er bis jetzt nur gerochen und nicht gesehen. Immer wieder waren kleinere Explosionen zu hören und man sah hier und da Zauber durch die Luft fliegen. Doch die Kämpfe schienen sich eher auf die andere Seite des Lagers zu beschränken.
Erfreut beobachtete er seinen Partner wie er sich regte. ,,Ruhig, du bist noch sehr geschwächt." Hielt er ihn auf. Mit schnellen Worten erklärte er ihm was geschehen war. Ric richtete sich sofort auf und in seinem geschwächten Zustand konnte er ihn nicht aufhalten. Dadurch wurde dieser allerdings auch erst auf seinen Zustand aufmerksam und er half ihm hoch. Auch wenn er es nie zugeben würde, war er froh, dass Ric ihn stützte. Gerade wollte er sich nach seinem Wohlbefinden erkunden, als dieser erschrocken auf keuchte. Beunruhigt folgte er seinem Blick, wusste er doch, dass in dieser Richtung Tom war.
Er sah mehrere zerstörte und umgeworfene Zelte, durch eine so entstandene Lücke hatten sie die volle Sicht auf das Geschehene. Er sah ein blaues Licht, und Schweiss breitete sich auf seiner Stirn aus. Er kannte dieses Licht, er kannte es nur zu gut. Er sollte sich erheben und rennen, doch er konnte nicht. Alte Erinnerungen flackerten durch seinen Geist, Schreie, Blut und die toten Augen seiner Mutter. Als Tom von den Schwertern durchbohr wurde, war es, wie wen er selbst durchbohrt werden würde. Er war starr, doch die wabernde Magie neben ihn riss ihn schnell daraus hervor. Schnell drehte er sich wieder zu seinem Mann um.
Ric kochte. Seine Magie waberte unkontrolliert um ihn herum und liess sein Haar schweben. Seine Elfenohren waren dadurch deutlich zu sehen. Die Augen leuchteten golden und voller Zorn. Er wusste, er sollte seinen Geliebten aufhalten, sonst würde er die gesamte Umgebung verwüsten und damit alle darin befindenden Personen. Doch er fühlte sich ausgelaugt und sein Körper fühlte sich so schwer an, dass er sich fast nicht bewegen konnte. Er wusste, dass dies durch den Schock seines Vampirs herrührte, dass er gerade seinem Sohn beim Sterben zugesehen hatte. Und er wusste auch, dass sobald dieses Gefühl abklingen würde, er sich Ric anschliessen und alles auseinander reissen würde, was ihm zwischen die Klauen kam.
Ein Ton erklang, welcher ihm bis ins Innerste durchbohrte und ihn komplett erstarren liess. Da er Ric immer noch ansah, konnte mit ansehen, wie dessen Magie einfach so verpuffte. Ein Zauber schräg hinter Ric wiederfuhr das selbe Schicksal, direkt im Flug verschwand er, ohne sein Ziel jemals zu erreichen, als hätte es ihn nie gegeben. Eine schreckliche Sekunde lang fühlte er sich so leer und Kraftlos wie noch nie in seinem Leben. Dann einen Atemzug später, spürte er seine Magie wieder durch sich hindurch fliessen.
Benommen taumelt er einen Schritt nach vorne, ob der plötzlichen Empfindung, die durch ihn floss. Ric war es, der ihn auffing und stütze, dennoch gingen sie kurz zu Boden. Gemeinsam richteten sich ihr Blick zu einer Kugel, die ihren Sohn und dessen Seelenpartnerin einschlossen. ,,Ich hatte nicht geglaubt, so etwas jemals zu sehen." Hauchte Ric, doch Sal fragte nicht nach, was dieser genau meinte, zu gebannt war er von der reinen Magie, welche aus der Kugel strömte.
Ungläubig beobachteten sie zusammen das Geschehen.
Als sich die Kugel nach einer Ewigkeit begann aufzulösen, konnte sie niemand mehr halten. So schnell sie konnten, eilten sie zu den beiden am Boden liegenden. Sal sah eine blonde junge Frau auf die Beiden zueilen und wollte sie aufhalten. Er hatte Angst, dass Ric sie angreifen könnte, da dessen Elfe und sein Vampir immer noch sehr aufgewühlt waren. Doch seine Reflexe waren durch seine Verletzungen fast nicht vorhanden und sie wich ihm einfach aus und warf sich neben Hermine zu Boden.
Erst als Sal wenig später einen Bluttrank zu sich genommen hatte, wurde seine Gedanken klarer und er konnte sich wieder auf die Umgebung konzentrieren. Die Hauselfen hatten keinen Zugang zum Raum wo er seine Blutsteine aufbewahrte. Die Freunde seines Sohnes hatten begonnen, die befreiten Gefangenen mit Essen und Tränken zu versorgen. Doch er versuchte immer noch den Finger seines Sohnes zu retten, doch mit den ihm zu Verfügung stehenden Materialen und dem Blutverlust, welcher sich nur langsam regenerierte, konnte er nur die Blutung stoppen, nicht jedoch den Finger wieder herstellen. Es war ein kleiner Preis, für das Leben seines Sohnes. Beim Anblick, der bewusstlosen Weisshaarigen und den beiden Gefährten der jungen Frau, wurde ihm wieder deutlich, wie viel höher der Preis hätte sein können.
Als alle Verletzungen soweit behandelt waren und es Zeit zum Aufbruch war, drückte er der jungen blonden Lestrange den Umhang mit Shadow in die Hände. ,,Hier pass gut auf ihn auf." sagte er und die junge Frau nickte ernst. ,,Zwei von euch müssen sie tragen." Sagte er und sofort waren Abraxas und Sac zur Stelle und hoben die Beiden Bewusstlosen auf. Da diese ihre Hände immer noch nicht losliessen, war es etwas schwierig, doch dann schafften es die Beiden, sich so zu platzieren, dass sie beide tragen konnten. ~Nagini, du wirst ihnen den Weg aus der Kammer zeigen. ~ bestimmte er und legte die Schlange um den Hals von Sac, der Tom auf den Armen trug.
,,Stellt euch alle in einem Kreis auf." bestimmte er und als dies erledigt war, biss er sich in den Daumen, während er auf Tobias zuschritt, verrieb er das Blut über seinen Daumen. Bei ihm angekommen, drückte er ihm den blutigen Daumen auf die Stirn, wo ein runder Blutfleck zurückblieb. Dies wiederholte er bei jedem, ausser seinem Sohn. Hermine hob er sich zum Schluss auf. Nachdem sich Ric von allen verabschiedet hatte und die magische Rüstung auf Hermine erneuert hatte, trat Sal auf den Malfoyerben zu. Er hauchte der Bewusstlosen in dessen Armen einen Kuss auf die Stirn und flüsterte leise ,,Danke viel Mals, dass du ihn gerettet hast." Dann drückte er sanft, das blutige Zeichen auch auf ihre Stirn. ,,So wenn ihr dann bereit seid, werde ich euch nach Hogwarts bringen. Nagini wird euch dann von dort aus führen. Passt auf, dass ihr nicht gesehen werdet und falls etwas sein sollte, Abraxas, deine Eule kommt durch unsere Schutzzauber." Nachdem alle ernst genickt hatten, trat Sal von der Gruppe weg und hob einen Arm. ,, Sigillum*." Eine schwarze Rauschwade hüllte die Gruppe ein und verschluckte sie, als der Rauch sich auflöste, blieb nur das leere Feld zurück.
,,Und jetzt?" fragte Ric in die Stille. ,,Jetzt kümmern wir uns zuerst um die anderen Verletzten und danach lassen wir dem Ministerium einen Nachricht zukommen. Aber ich will sicher gehen, dass wir nichts zurücklassen, was nicht in die Hände dieser dilettantischen Einrichtung fallen könnte." Ric nickte, zauberte dann einen Tisch und Stühle herbei und drückte seinen Mann resolut darauf. ,,In Ordnung, doch du wirst zuerst noch einen Bluttrank nehmen und etwas Essen." Die Hauselfe, welche immer noch etwas verloren neben ihnen stand klatschte begeistert in die Hände und der kleine Tisch fühlte sich mit so vielen Köstlichkeiten, dass er fast unter der Last brach.
Sal warf seinem Mann einen bösen Blick zu, doch dieser lächelte nur süss, griff sich eine Honigtasche und schlenderte zu einer Gruppe Elben in der Nähe. Vom Todesblick in seinem Rücken liess er sich überhaupt nicht beeindrucken und begann herauszufinden, wer alles in die Hände von Grindelwald gefallen war und wer noch Hilfe brauchte. Salazar würde nie zugeben, wie dankbar er war gerade etwas zu sitzen. Der Portalzauber nach Hogwarts mit so vielen Personen war nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Zu gerne würde er sich seinen Geliebten schnappen und nach Hause gehen. Dann konnte er sich auch wirklich überprüfen, dass es ihm gut ging. Sein Blut würde er im Moment nicht annehmen können, da dieser selbst zu schwach war und ihn wahrscheinlich das restliche Schlafpulver in dessen Blut umhauen würde. Er nahm einen erneuten Blutbildungstrank. Nach und nach kamen die anderen Befreiten an den Tisch von Salazar und griffen sich auch etwas zu Essen, diesem wurde es bald zu gefüllt am Tisch und er erhob sich um seinen Mann zu suchen.
Er fand ihn wenig später bei den Tierwesen, die Schüler hatten ganze Arbeit geleistet. Keiner der Käfige war noch gefüllt. Doch dennoch hatte es nicht jedes Tierwesen überlebt. Gerade bedeckte Ric einen Abraxer mit einem Tuch, seinen freien Arm um ein unsichtbares Wesen geschlungen. Anscheinend hatte er den Demigus gefunden. ,,Wie kann ich helfen?" Fragte er seinen Geliebten und gemeinsam suchten sie weiter nach Verletzen. So schwierig es ihnen auch fiel, durften sie die Kadaver nicht verschwinden lassen. Dies waren immer noch Beweismittel.
Es wurde ein langer Tag, bis die beiden endlich nach Hause teleportieren konnten.
Es hätte wahrscheinlich noch länger gedauert, hätte Salazar nicht einen Teil der Vampire gerufen, die dann geholfen hatten die Verwundeten und Befreiten nach Hause zu bringen.
Doch das kleine schwarzhaarige Mädchen, welches er bei Grindelwald gesehen hatte, konnte er nirgends finden. Auch aus dem Lager hatte sie keiner gesehen.
*****
Tobias pov
Sie hatten gedacht, es sei schon schwer gewesen, sich aus dem Schloss zu schleichen, doch wie er und seine Freunde feststellen mussten, war es mit zwei Bewusstlosen Personen, die sich zudem an den Händen hielten, noch schwieriger unbemerkt durch das Schloss zu gelangen. /Das einzig Gute ist, dass wir den Weg nicht noch suchen müssen./ dachte er, während er der weissen Schlange durch die Unterirdischen Gänge von Hogwarts folgte.
Nagini hatte sich, sobald sie sich in der Halle aus Stein materialisiert hatten, von Sac gelöst und war auf dem Boden gekrochen. Er hatte sich irritiert eine Statue angesehen, welche Sal zeigte, als Magenta beim Anblick des Basilisken angefangen zu schreien. Warum dieser davon nicht wach geworden war, verstand er zwar nicht, doch er freut sich einfach, dass es nicht geschehen war. Es war schon etwas gruselig, Nagini durch die Kammer zu folgen, zumindest war sie sauber und trocken.
Als sie an eine Wand kamen auf dem eine grosse Runde Scheibe mit mehreren Schlangen abgebildet waren, zischte Nagini etwas. Fasziniert beobachtete er, wie die Schlangen sich zu regen begannen und die Tür aufschwang. Er half Abraxas und Sac mit ihrer Last durch die Öffnung zu kommen und leuchtete dann weiter den Weg aus. Durch ihre Last war ihre Gruppe so langsam, dass auch Andrew, der mittlerweile von Nelson gestützt wurde, den Anschluss nicht verlor. Vor einer weiteren Steinwand hielt die Schlange an und blickte zurück. Tobias fragte sich gerade worauf sie wartete, als er begriff, dass sie sicher gehen wollte, dass alle anwesend war. Irgendwie wurde ihm Nagini unheimlich, er hatte zwar schon gewusst, dass sie eine magische Schlange und intelligent war, doch es so deutlich vor Augen geführt zu bekommen, war etwas ganz anderes.
Als sich die Steinwand vor ihnen öffnete, linste er vorsichtig um die Ecke und winkte dann den anderen zu, damit sie ihm folgten. Sie kamen in einem Gang in den Kerkern heraus, Tobias benötigte einen Moment um sich zu orientieren, doch Nagini schlängelte schon weiter. Erst als sie mehrere Meter Vorsprung hatte, erkannte er, wo sie sich befanden und eilte der Schlange hinterher, um die Tür zu ihrem geheimen Klassenzimmer zu öffnen. Für Abraxas und Sac war es sehr schwierig durch die Tür zukommen und die Anderen wurden nervöser je länger sie auf dem Gang standen. Erst als sich die Tür hinter dem letzten Mitglied der Gruppe geschlossen hatte, konnten sie alle ausatmen. Sie hatten es geschafft. Sie waren unbemerkt wieder nach Hogwarts gelangt.
Schnell verwandelte er eines der Sofas in ein grosses Bett, damit Sac und Abraxas ihre Last darauf ablegen konnten. Die beiden Bewusstlosen hatten sich immer noch nicht gerührt und ihre Hände waren immer noch miteinander verbunden. Nicht einmal, als Mia zu ihnen trat und zuerst Nagini vom Boden, dann den Schattenwolf aus dem Umhang und zuletzt das Küken zu ihren Freunden aufs Bett legte, zeigten diese irgendeine Regung. Gewissenhaft deckte der blonde Lockenkopf die Beiden zu und achtete darauf, dass die Tierwesen nahe aber sicher bei ihnen lagen.
Dann betrachtet sie die Beiden und zückte ihren Zauberstab. Mit einem kurzen Schlenker, zauberte sie einen Vorhang zwischen das Bett und den Rest des Raumes. So hatten sie zumindest etwas Privatsphäre. Als sie zu den anderen zurückkehrte, hatten diese bereits Verbandsmaterialien aus ihren Schlafräumen und Essen aus der Küche organisiert. Und so versorgten sie ihre letzten Wunden und besprachen das eben Erlebte, während sie darauf warteten, dass ihre Freunde wieder aufwachten.
