Hallo Zusammen,
ich weiß, ich habe euch eine Ewigkeiten warten lassen. Das tut mir leid. Wie ich schon mal sagte, das hier ist meine erste FF und ich hätte wirklich nicht gedacht, dass da so viel Arbeit hinter steckt.
Und deshalb möchte ich jetzt erstmal DANKE sagen. Ich weiß, die ersten Kapitel sind katastrophal. Aber diejenigen, die das hier lesen, sind bei mir und dieser Geschichte geblieben. Ich habe nach dem letzten Kapitel gesehen, dass das noch ein paar von euch sind. Also Danke, ich hab euch lieb.
Und danke, dass einige von euch ein Kommentar da gelassen haben. Danach ist man als Autor im 7. Himmel unterwegs. Vielleicht möchte der ein oder andere ja noch mal eins da lassen.
Ich kann euch nicht versprechen, wie schnell ich immer die neuen Kapitel da habe, aber ich werde die Story und euch nicht vergessen.
Und jetzt zu einem anderen wichtigen Punkt. Ich plane viel was den restlichen Teil der Geschichte angeht und würde gerne zu einem Punkt eure Meinung wissen. Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich das Trimagische Turnier veranstalten soll.
Eigentlich möchte ich, dass Harry noch mehr mit seinem Bruder und dessen Freunde aneinander gerät bevor er sich (vielleicht =P ) von seiner Familie abwendet. Und es würde mir auch in anderen Punkten gut weiter helfen.
Nur leider habe ich kein Interesse, stark in die Tiefe zu gehen, was das Turnier angeht. Deshalb wird Harry auch nicht daran Teilnehmen. Bei Viktor bin ich mir noch unschlüssig ob er ein Kandidat ist / wird.
Vielleicht könnt ihr euch ja mal Gedanken darüber machen.
Auf jeden Fall geht es jetzt mit der Story weiter. Wenn ihr mich fragt,eines der besten Kapitel überhaupt. Vor allem aber das längste bis jetzt.
Eure SammyyP
Das zweite Jahr Teil 4
Harry,
um ehrlich zu sein war ich ein bisschen beleidigt, dass du nach Silvester so schnell abgehauen bist. Du hast dich noch nicht mal richtig verabschiedet von uns..
Mum und Dad hatten richtig Angst zu Lily und James zu gehen und ihnen zu sagen, dass du schon wieder zurück nach Durmstrang bist.
Wie ist denn das Gespräch mit Albus gelaufen? Hat er was bestimmtes gesagt?
Ich zähle auf jeden Fall schon die Tage bis du zurück kommst. Und ich bin mir sicher, dass deine Eltern sich dann wieder vertragen haben..
Bitte antworte mir Harry,
Jamie
Traurig schaut Harry auf den Brief den er heute von Jamie bekommen hatte. Vielleicht hätte er sich ein bisschen mehr für Jamie zusammenreißen sollen. Immerhin ging es ihm schlechter als Harry. Aber wie sollte Harry auf Jamie acht geben, wenn er selber keine Kraft mehr hatte?
Harry konnte sich einfach nicht mehr ständig mit seiner Familie anlegen nur um seine Entscheidungen zu rechtfertigen. Damit würde ab heute Schluss sein. Sein Leben war bis auf das familiäre in Ordnung. Er hatte die besten Noten überhaupt. Er hatte Freunde. Die Schule machte ihm Spaß. Seine Probleme kamen nur durch das überzogene Verhalten seiner ganzen Familie.
Genervt legte er den Brief von Jamie beiseite. Er würde ihm heute Abend antworten. Stattdessen machte er sich wieder an die Arbeit.
Calypso, Dimitri und Viktor würden alle erst morgen wieder kommen, weil sie die letzten Tage noch bei ihren Familien verbracht hatten. Harry hatte diese Zeit genutzt, um den Rennbesen fertig zu stellen. Deutlich schneller als er selber damit gerechnet hätte. Wenn der Besen jetzt noch die letzten Testflüge mit Viktor überlebte, mussten sich Harry und Viktor nur noch Gedanken um die Vermarktung machen.
Harry hatte keine Lust, Nimbus oder sonst wem seine Rechte an dem Besen zu verkaufen. Also mussten sie wahrscheinlich eine Firma gründen. Harry hoffte, dass er dazu bereits alt genug war. Oder zumindest Viktor. Sonst würden die nächsten Schwierigkeiten auf ihn zukommen.
„Warum genau musst du uns inmitten eines Schneesturms aus dem Schloss ins Freie schleifen?" fragte Calypso am nächsten Tag genervt. Harry hielt sie am Arm und zog sie durch den Schneesturm hinter sich her. Anders wäre sie nie im Leben freiwillig mit nach draußen gekommen. Erst recht nicht wenn sie gewusst hätte dass das Quidditchfeld sein Ziel war.
„Das würde ich auch gerne wissen Harry." rief Viktor von weiter hinten. Er und Dimitri versuchten mit Harrys schnellem Schritt mitzuhalten und bahnten sich einen Weg durch die Schneeböen.
„Er läuft Richtung Quidditchfeld. Er ist durchgeknallt" hörte Harry Dimitri rufen.
Harry ignorierte seine Freunde einfach und zog Calypso weiter hinter sich her bis er durch das Schneetreiben das Schloss nicht mehr sehen konnte. Dann blieb er stehen und drehte sich zu seinen Freunden um. „Er ist fertig." grinste er triumphal. Warum bis zum Quidditchfeld laufen wenn es hier auch funktionierte?
„Du bist fertig?" fragte Calypso ärgerlich und rieb sich den Arm an dem Harry sie hinter sich her gezogen hatte. Sie hatte zwar die dicke rote Robe von Durmstrang an, aber sie schien trotzdem durch den warmen Stoff und den integrierten Wärmezaubern zu frieren. Verdenken konnte Harry ihr das nicht. Ihm selber blies der Sturm auch um die Ohren und er war froh über den dicken Schal den er trug.
„Nein, nicht ich. Der Besen." rief Harry fröhlich über den Sturm hinweg.
„Fertig? So richtig fertig?" fragte Viktor und Harry konnte die Freude im Gesicht seines Freundes sehen. Dimitri kam hinter Viktor weg und schaute Harry überrascht an. „Du hast gar nicht gesagt, dass du schon so weit bist!"
„Ist doch egal. Wo ist er?" fragte Viktor aufgeregt.
Harry griff in seine Umhangtasche und holte sein geschrumpften Rennbesen hervor. Ohne ein Wort oder einen seiner Zauberstäbe vergrößerte sich der Besen wie von alleine. Am Ende hielt Harry ihn auf seinem rechten Zeigefinger balanciert. Selbst das rege Schneetreiben um ihn herum konnte den Besen nicht aus seiner Hand reißen.
Viktor kam sofort einen Schritt auf Harry zu und nahm ihn den Besen vorsichtig aus der Hand.
„Traust du dir in dem Wetter einen Testflug zu? Ich glaube zwar nicht, dass was schief geht, aber es ist deine Entscheidung." sagte Harry grinsend.
Viktor schaute ihn nur wie doof an. Anstatt was zu sagen schwang er ein Bein über den Besen und stieß sich vom Boden ab.
In einem irren Tempo stieg Viktor höher und höher. Die Sturmböen schienen den Besen nichts auszumachen. Harry wusste, dass das an einer Reihe von Zaubern lag, die er zur Traktion des Besens eingearbeitet hatte. Sein Stabilisationszauber und somit sein Besen war ein wahres Meisterstück geworden. Als er ihn gestern das erste mal fertig in der Hand hielt, wusste Harry, dass es eine lange Zeit nichts besseres auf dem Markt geben würde.
Er, Harry James Potter, hatte den Quidditchsport revolutioniert. Zusammen mit seinen besten Freunden Viktor Krum, Dimitri Makarow und Calypso Rosier.
Ganz weit über sich hörte Harry Viktor wie irre schreien. Nicht aus Angst oder Panik, sondern aus purer Freude und Adrenalin. Er sah zu Dimitri der ihn mit dem breitesten grinsen überhaupt anschaute.
„Ihr habt es wirklich geschafft." sagte er und umarmte Harry stürmisch.
„Ja, das haben wir." sagte Harry stolz.
„Wahnsinn." sagte Calypso und schüttelte ungläubig den Kopf. Auch sie kam zu Harry und nahm ihn in den Arm.
Viktor über ihnen war schon längst aus ihrer allen Blickfeld im Schneesturm verschwundenund flog wie wild durch den Schneesturm.
Wenig später saßen sie alle gemeinsam in Viktors Zimmer. Der Besen lag wie ein Heiligtum quer auf seinem Bett während sie es sich auf Sitzsäcken und Sesseln drum herum gemütlich gemacht hatten.
„Wie nennen wir den Besen denn jetzt?" fragte Viktor und schaute Harry neugierig an.
„Darüber habe ich mir wirklich nie Gedanken gemacht." lachte Harry und zuckte mit den Schultern.
„Und wenn ihr ihn wirklich Victory nennt?" fragte Dimitri dazwischen und sah den Besen noch einmal an. „Der Name passt irgendwie. Er sieht mega aus."
Harry schaute zu Viktor rüber um zu schauen was dieser davon hielt.
„Für mich wäre das in Ordnung. Victory in der Seekers Edition. So könnten wir und noch weitere Rennbesen offen halten falls wir expandieren wollen." überlegte Viktor.
„Okay, ich bin dabei" grinste Harry. „Dann müssen wir uns jetzt nur noch um die Vermarktung kümmern. Habt ihr da Ideen?" fragte Harry in die Runde.
„Also das Erste um das ihr euch meiner Meinung nach kümmern müsst ist die Frage, ob ihr selber hinter der Firma stehen wollt oder nicht. Denn die müsst ihr so oder so gründen. Eine Firma." sagte Calypso.
„Ich lasse den Besen doch nicht von jemand anders verkaufen. Natürlich gründen wir eine Firma." sagte Viktor entrüstet.
„Das meinte ich auch gar nicht Viktor. Schalte dein Gehirn ein. Wollt ihr als die Erfinder bekannt werden? Oder gründet ihr die Firma und setzt einen Strohmann in eure Geschäftsführung? Denn egal wie einfallsreich ihr seit. Am Ende seit ihr beide nur Schüler und müsst eure Zeit auf Durmstrang verbringen. Ihr könnt euch nicht um das tägliche Geschäft kümmern. Also habt ihr die Wahl, eure Namen erstmal im Dunkeln zu lassen und später in die Öffentlichkeit zu treten." erklärte Calypso ernst.
„Wenn ich ehrlich bin Viktor, finde ich die Idee mit dem Strohmann ganz gut. Ich habe keine Ahnung wie meine Eltern auf diese Sache reagieren. Geschweige denn der Rest der Menschheit. Es kann sein, dass man uns in der Geschäftswelt noch nicht ernst nimmt. Ein Strohmann wäre da ganz praktisch findest du nicht? Außerdem könntest du dich weiter um deine Quidditchkarriere kümmern und ich mich um meine schulischen Leistungen." sagte Harry und fand die Idee wirklich gut.
„Hmm. Okay, ihr habt mich überzeugt. Aber wer würde euch als Strohmann vorschweben?" fragte Viktor und sah in die Runde. Aber allen voran beobachtete er Harry.
„Ich weiß nicht. Auf jeden Fall will ich niemanden aus England dafür haben. Derjenige wäre viel zu abgelenkt vom Krieg. Ich will jemand, den wir auf längere Sicht an Bord hätten." sagte Harry bestimmt und überlegte wer dafür in Frage kam.
„Bevor ihr euch um diese Frage kümmert, müssen wir uns erstmal um was anderes kümmern." sagte Dimitri und stand auf. Er ging zu Viktors Schreibtisch und griff sich ein leere Rolle Pergament und eine Feder. „Als erstes müsst ihr eine Firma gründen. Dafür gibt es bestimmte Richtlinien die erfüllt werden müssen. Die Richtlinien können je nach Nation anders sein. Also England würde ich jetzt ausschließen aufgrund von Harrys Bedenken. Aber wie wäre es mit Bulgarien, Russland oder Spanien?" fragte Dimitri und setzte sich wieder in ihren Kreis.
„Kennst du die genauen Vor- und Nachteile je Nation?" fragte Harry.
„Nicht ganz. Aber das lässt sich in der Bibliothek schnell raus finden." sagte Dimitri schulterzuckend.
„Recht hat er. Dann müssen wir klären, ob ihr in eurem Alter überhaupt schon eine Firma gründen könnt. Sonst muss euer Strohmann mehr rechte bekommen als gedacht." sagte Calypso und Dimitri erweiterte die To Do Liste.
„Ich würde den Strohmann nicht die Firma gründen lassen." sagte Viktor ehrlich. „Vielleicht können unsere Väter das machen. Dann bleibt es in der Familie." überlegte er laut und sah zu Harry.
„Ich weiß wirklich nicht wie meine Eltern darauf reagieren Viktor. Vielleicht machen sie Probleme." warnte Harry vorsichtig.
„Wieso sollten sie Probleme machen. Ihr Sohn hatte eine geniale Erfindung mit der er jetzt reich werden kann. Warum sollten sie dir im Weg stehen?" fragte Viktor.
„Ich weiß nicht. Ich kann die zwei nicht mehr einschätzen. Vor allem jetzt wo sie sich getrennt haben." sagte Harry unglücklich.
„Wir machen es so. Wir erkundigen uns, ob ihr die Firma schon alleine gründen könnt. Wenn ja, dann ist alles gut. Wenn nicht, dann müssen wir eventuell deine Eltern ins Boot holen Harry. Die Entscheidung hat ja noch ein paar Tage Zeit." sagte Calypso und Dimitri machte weiter Notizen.
„Wie wollt ihr die Firma denn nennen?" fragte Dimitri dazwischen.
„Bleiben wir komplett bei Victory? Das ist ein einfacher und leicht zu merkender Name." fragte Viktor mit einem verschmitzten Lächeln.
„Wäre okay für mich." sagte Harry. „Oder warte, wie wäre es mit Victory Industries. Kurz VI. Das hat was meiner Meinung nach. Noch dazu wirkt das Kürzel wie eine römische 6"
„Finde ich gut. Der Name hat wirklich was." grinste Viktor aufgeregt.
„Okay, dann halte ich das fest. Wir gehen gleich noch hoch in die Bibliothek und erkundigen uns zum Thema Firmierung. Dann könnt ihr euch entscheiden, wann und wo ihr genau eure Firma gründet. Habt ihr schon mal weiter gedacht? Wie wollt ihr in die Massenproduktion gehen? Wollt ihr mehr Besen kreieren?" fragte Dimitri weiter.
Harry blickte etwas ratlos zu Viktor rüber. Viktor sah genau so ratlos aus wie Harry sich fühlte.
„Was hältst du von einer Massenproduktion? Oder traust du es dir selber zu die Besen zu produzieren?" fragte Viktor vorsichtig.
„Ich denke dass Durmstrang dazwischen grätschen wird. Selbst wenn ich alles hier hätte würde es schwer werden. Ich denke wir müssen das outsourcen." überlegte Harry.
„Damit ist Harry schon beim nächsten wichtigen Punkt. Wie wollt ihr das finanzieren wenn ihr eure Väter nicht an Bord holt? Ihr müsstet mit dem Holz für die Besen in Vorkasse treten. Wenn ihr dann jemand engagiert der euch die Zauber auf die Besen legt, müsst ihr den auch noch bezahlen. Genau wie euren Strohmann." sagte Dimitri und schrieb weitere Punkte auf seine Liste.
„Dimitri hat recht. Selbst wenn wir unser Erspartes zusammen kratzen. Das wird nicht reichen. Unsere Familien müssen uns eine Finanzspritze geben. Oder wir müssen einen anderen Investor finden, aber den müssen wir wahrscheinlich später beteiligen." sagte Viktor ernst.
Harry stöhnte gequält auf. Er war zwar stolz auf seinen Besen aber er war sich noch nicht sicher, ob er seiner Familie dieses Geheimnis erzählen wollte. Doch so wie es aussah, würde er da nicht drum herum kommen. „Ich kann meinen Eltern nicht einfach so in einem Brief mitteilen, dass ich ein Besen kreiert habe und den jetzt vermarkten möchte. Die töten mich.. Wir müssten das in den Sommerferien erledigen Viktor." sagte Harry und war selber enttäuscht noch so lange warten zu müssen.
Doch Viktor überraschte Harry mit seinen nächsten Worten. „Das ist vielleicht gar nicht so verkehrt. Wir können jetzt alles vorbereiten und bis ins kleinste Detail planen. So stellen wir unsere Eltern vor vollendeten Tatsachen und wirken viel engagierter und selbstständiger. Außerdem können wir uns in der Zwischenzeit um weitere Modelle kümmern. Mit der Seekers Edition werden wir nicht weit kommen. Es wäre besser wenn wir auch direkt eine Chasers, Keepers und Beaters Edition kreieren. Damit könnten wir dann ganze Quidditch Mannschaften ausstatten. Was am Ende mehr Umsatz bedeutet."
„Damit wäre die Frage geklärt, ob wir expandieren oder nicht." sagte Harry trocken und Dimitri lachte.
„Oder ist das zu viel?" fragte Viktor unsicher und sah aus, als hätte Harry ihm ein Brett über den Kopf gezogen.
„Nein nein. Alles gut Viktor. Ich denke der Stabilisator ist gut genug und muss pro Variante nur minimal abgeändert werden.. Wie sieht es bei dem Design aus? Da hast du den besseren Überblick." fragte Harry und ging im Kopf bereits seine nächsten Schritte bezüglich des Stabilisators durch.
„Ich denke dass ich es bis zum Sommer schaffe geeignete Designs für die anderen Varianten zu kreieren." sagte Viktor zuversichtlich und grinste aufgeregt.
„Okay, noch was um das wir uns kümmern sollten?" fragte Harry in die Runde. Er war begeistert, was aus seiner kleinen Idee vor einem Jahr geworden war. Aber ohne seine Freunde wäre er nie so weit gekommen wie er es jetzt war.
„Ich denke das war es erstmal. Weitere Fragen kommen bestimmt wenn wir in der Bibliothek waren und die Firmierung nachgeschlagen haben." sagte Calypso und stand auf.
„Abmarsch Jungs!" sagte sie in ihrer besten Sklaventreiberstimme.
„Mr. Potter, bitte kommen Sie kurz nach vorne." sagte Professor Rosier am Ende der Stunde als Harry und Dimitri bereits damit beschäftigt waren ihre Sachen zusammen zu packen. Albrecht stürmte bereits mit einer beeindruckender Geschwindigkeit an ihnen vorbei und verschwand im Korridor.
„Ich warte draußen auf dich." sagte Dimitri augenzwinkernd und warf sich seine Tasche auf den Rücken. Harry selber ließ seine Tasche auf dem Tisch stehen und drängte sich an seinen anderen Mitschülern vorbei nach vorne zu Professor Rosier.
„Sir" sagte Harry respektvoll und blieb vor dem Pult stehen.
„Mr. Potter. Mir ist aufgefallen, dass sie in letzter Zeit einen neuen Zauberstab zu benutzen scheinen." stellte Professor Rosier fest. „Darf ich fragen was der Grund dafür ist?"
„Umm, ich habe mir vor einigen Monaten einen neuen Zauberstab gekauft, weil mich dieser zu sich zu rufen schien." sagte Harry lahm und verfluchte sich innerlich. Vor ihm stand ein unberechenbarer Professor der wahrscheinlich auf Voldemorts Seite stand und auch noch Calypsos Vater war und Harry schaffte es nicht in ganzen Sätzen zu reden. Wunderbar.
„So, der Zauberstab hat Sie also zu sich gerufen, einfach so?" höhnte Professor Rosier mit erhobener Augenbraue.
'Scheiß drauf ' dachte Harry. „Ja Sir, ich war mit einem Freund auf dem Katharinas Walk. Der Zauberstab scheint genau so gut zu sein wie mein vorheriger. Nur dass ich mit diesem besser dunkle Flüche ausführen kann." erklärte Harry ruhig.
„Verständlich, wenn ich das richtig sehe, dann haben Sie jetzt einen von Gregorowitsch. Er verwendet mächtigeres Holz als Olivanders. Daher sind Sie auch besser geworden in meinem Unterricht. Ich erwarte, dass Sie das Niveau halten werden Mr. Potter." sagte Professor Rosier mit einem gefährlichen Unterton.
„Ich hoffe, dass ich Sie nicht enttäusche Professor." sagte Harry respektvoll und blickte seinen Professor fragend an.
„Das hoffe ich auch Mr. Potter. Gestatten Sie mir noch eine weitere Frage? Wissen Ihre Eltern um ihren neuen Zauberstab?" fragte er.
Wieder komplett ins Schwarze. „Nein Sir." antwortete Harry wahrheitsgemäß.
„Dachte ich mir. Sie können gehen Mr. Potter. Wie gesagt, ich möchte dass Sie auf ihrem jetzigen Niveau bleiben." sagte Professor Rosier und Harry nickte ihm zu. Dann drehte er sich um, griff seine Tasche und ging nach draußen zu Dimitri der immer noch im Flur auf ihn wartete.
„Was wollte Rosier von dir wissen?" fragte Dimitri.
„Ihm ist der Elderstab aufgefallen." sagte Harry und zuckte mit den Schultern. Das ganze Gespräch war irgendwie komisch gewesen. Warum sollte Professor Rosier ihn zurück halten nur um ihn nach seinem neuen Zauberstab zu fragen?
„Komisch" sagte Dimitri und schüttelte mit dem Kopf. „Vielleicht brennen langsam aber sicher seine Sicherungen durch?" fragte er eindeutig hoffnungsvoll.
Harry lachte laut auf. „Lass das bloß nicht Calypso hören."
„Calypso ist voll und ganz in die Firmierung vertieft. Im Handumdrehen hat sie dir alles wichtige aufgeschrieben und du und Viktor musst dich euch nur noch für das richtige Land entscheiden." sagte Dimitri.
„Ja, und dafür bin ich ihr auch echt dankbar. So können Viktor und ich uns auf die anderen Besen konzentrieren." sagte Harry erleichtert als sie in Sorokins Klassenzimmer ankamen. „Hast du schon was zum Thema Massenproduktion in Erfahrung gebracht?"
„Jup, ich bin fast fertig. Dann kann ich euch einen vernünftigen Überblick geben." grinste Dimitri als er sich auf seinen Stuhl fallen ließ. „Aber bisher sieht es gut aus was ich gefunden habe."
„Hey Harry, habt ihr ein Problem damit, wenn wir uns zu euch setzten?" fragte Victoria Greengrass und deutete auf die freien Plätze links neben Harry.
„Klar, warum nicht?" fragte Harry und rückte etwas zu Dimitri auf um Platz für Victoria und Zoe zu machen.
„Wieso seid ihr hier? Ihr seid doch normal in einem anderen Kurs?" fragte Dimitri dazwischen.
„Sorokin hat uns gebeten dazu zu kommen." sagte Victoria und zuckte mit den Schultern.
„Wir haben von euren Streit gestern Abend mit Robins gehört. Ist alles gut bei euch?" fragte Zoe und sah Harry besorgt an.
Harry konnte sich sein breites Grinsen nicht verkneifen und Dimitri neben ihm fing an zu lachen. „Dann habt ihr auch gehört, dass Robins die Nacht im Krankenflügel verbracht hat." sagte Dimitri fröhlich.
„Das haben wir, was ist denn passiert?" fragte Victoria ungeduldig.
„Robins meinte, dass wir einfache Ziele seien. Aber er hat nicht damit gerechnet, dass Dimitri und ich ihm jeweils ein Bein brechen würden. Also musste er über Nacht im Krankenflügel bleiben um sich seine Knochen nach wachsen zu lassen." erklärte Harry immer noch grinsend.
„Und das findest du gut Harry?" fragte Victoria. „Ich hätte dich anders eingeschätzt."
„Wieso ist das jetzt mein Fehler?" fragte Harry und setzte sich aufrecht in seinen Stuhl. Dimitri hörte ebenfalls auf zu grinsen und schaute ungläubig zu den Mädels.
„Robins hat angefangen. Wir haben uns nur verteidigt. Selbst die Professoren Larsen und Perez mussten das einsehen." verteidigte Dimitri sich und Harry.
„Ihr hättet Robins auch einfach entwaffnen können. Ihr hättet ihm nicht gleich die Beine brechen müssen. Das ist das einzige was ich dazu sage. Ich hätte halt anderes von dir erwartet Harry." sagte Victoria und sah Harry komisch an. Wenn Harry es nicht besser wüsste ein wenig traurig.
Harrys Gewissen zuckte kurz als hätte er sich an irgendwas verbrannt. Unterdrückte das schlechte Gefühl aber auf der Stelle. „Robins stellt uns schon seit Monaten nach. Vielleicht hört er ja jetzt mal auf." verteidigte Harry sich weiter. „Wenn wir ihn nur entwaffnet hätten, dann hätte Robins es nicht gelernt."
„Wenn du meinst Harry." sagte Victoria und drehte ihren Kopf nach vorne zur Tafel.
„Was macht ihr da?" fragte Calypso und setzte ihre Tasche vor Zoe auf den Schreibtisch.
„Sitzen" sagte Zoe provozierend.
„Das ist aber mein Platz." sagte Calypso deutlich und verschränkte ihre Arme vor der Brust. Ihre Augen schienen deutlich zu blitzen als sie Victoria und Zoe anschaute.
„Dann musst du dir eben einen andern suchen." sagte Victoria in einem genervten Tonfall.
„Ich kann euch auch da raus fluchen. Dann liegt ihr die nächsten Tage im Krankenflügel." sagte Calypso herausfordernd und nahm ihren Zauberstab locker aus ihrer Umhangtasche.
„Ah, ich sehe schon woher Harry seine ausgezeichneten Manieren hat." sagte Victoria und erhob sich elegant aus ihrem Stuhl. „Komm Zoe, wir suchen uns woanders einen neuen Platz." sagte sie und griff ihre Tasche.
Als die zwei Mädels weg waren ließ sich Calypso auf den Stuhl neben Harry nieder und schaute Harry direkt an. „Was wollten die hier?" fragte sie.
„Was willst du hier. Du hast doch normal jetzt frei." mischte Dimitri sich wieder ein.
„Professor Sorokin hat wohl einen Termin außerhalb der Schlossmauern nachher. Deshalb hat er unsere zwei Kurse zusammen gelegt. Jetzt sagt nicht, euch ist nicht aufgefallen dass es voller als normal hier ist?" fragte Calypso und zog ihre Augenbraue hoch.
„Natürlich ist uns das aufgefallen Calypso." sagte Harry mit hoch gezogener Augenbraue.
„Sicher doch Harry." sagte Calypso zuckersüß.
„Seit wann hast du denn den Elderstab nicht mehr unter einem Illusionszauber?" fragte Calypso als Harry mit ihr zusammen an einem Tisch in der Bibliothek saß.
„Keine Ahnung. Ich glaube seit den Ferien. Ich habe es einfach vergessen, weil der Elderstab schon so normal für mich ist. Er gehört einfach dazu. Und in Dunkler Magie ist er einfacher als der Weißeichestab." erklärte Harry ihr.
Sie saßen zusammen mit Viktor am Tisch. Dimitri wollte sich noch schnell ein Buch holen und würde gleich wieder da sein, damit sie sich weiter um die Firmierung kümmern konnten. Harry hatte die Zeit genutzt um Calypso über das kurze Gespräch mit ihren Vater zu informieren.
„Ja, ich denke der Punkt ist klar. Der Elderstab ist einfach mächtiger was dunkle Flüche angeht. Aber ich dachte du wolltest den erstmal geheim halten?" fragte Calypso.
„Wie gesagt, ich habe es einfach vergessen. Aber was soll schon schlimmes passieren? Dann wissen die anderen halt, dass ich zwei Zauberstäbe habe. Die Professoren können diese Info nicht nach draußen Tragen wegen dem Schwur um Datenschutz. Und nicht viele der anderen Schüler hier kommen von England. Das sind aus allen Stufen allerhöchstens 30. Meine Familie hat ausgenommen von den Greengrasses zu keinen von denen Kontakt. Und zu den Greengrasses auch nur ganz selten und dann auch nur oberflächlich." sagte Harry schulterzuckend. Ihm war es mittlerweile wirklich egal. Das nächste Projekt das er voran treiben würde wären die zwei Zauber die man gleichzeitig aussprechen konnte.
„Das stimmt auch wieder." überlegte Calypso und sah Harry an. „Aber mein Vater könnte es Lucius Malfoy erzählen." deutete sie vorsichtig an.
„Mit dem redet mein Vater so gut wie gar nicht. Die einzige Kommunikation mit dem wären wohl eher Beleidigungen." sagte Harry. „Außerdem, was hilft es Malfoy wenn er meinem Vater sowas sagt? Er würde einen Beweis haben wollen und den kann Lucius Malfoy ihm nicht geben ohne deinen Vater zu offenbaren." sagte Harry.
„Trotzdem komisch. Vielleicht bekomme ich ja was aus meinem Vater heraus." überlegte Calypso.
„Wäre zumindest gut wenn du es versuchst Calypso." sagte Harry.
„Ich würde nicht so viel da drüber nachdenken Harry. Professor Rosier lässt sich eh nicht in die Karten schauen. Auch nicht von seiner Tochter." sagte Viktor und schaute Calypso grinsend an.
„Wenn du meinst Viktor." sagte Calypso und wandte sich demonstrativ ihren Notizen zu.
Harry verdrehte leicht die Augen und sah das Dimitri beladen mit mindestens 10 Büchern zu ihnen zurück kam.
„Das ist mehr als ein Buch." sagte Harry grinsend.
„Ich weiß. Aber ich muss meine Hausaufgaben für Weltpolitik noch machen. Wie weit bist du damit?" fragte Dimitri.
„Fertig. Ich konzentriere mich eher auf die Klausur die wir schreiben." sagte Harry.
„Aber die schreiben wir doch erst nächste Woche." sagte Dimitri und sah aus, als hätte Harry ihm mit einem Brett auf den Kopf geschlagen.
„Äh.. nein. Die schreiben wir übermorgen. Wenn du willst gebe ich dir meine Notizen." sagte Harry schuldbewusst. Dimitri hatte sich in letzter Zeit mehr mit der Firmierung beschäftigt als mit dem Schulstoff.
„Okay, Deal. Morgen lernen wir zusammen die alten Gesetze auswendig." sagte Dimitri und warf den Stapel Bücher auf den Tisch ehe er sich auf seinen Stuhl fallen lies.
„Also ich bin für eine Firmierung in Griechenland." fing Dimitri direkt an und schob die Bücher beiseite. Er beugte sich nach unten wo seine Tasche stand und holte einige Rollen Pergament hervor. „Aber egal wo ihr gründet, einer von euch muss Volljährig sein." sagte er und sah entschuldigend zu Harry rüber.
„Die einzige Lücke zu diesem Punkt ist die britische Grauzone was Muggelgeschäfte angeht. Es wäre – nur in Großbritannien – für euch Möglich in der Welt der Muggel eine Firma zu gründen. Das müsste dann eine Art Briefkastenfirma sein. Ihr wollt schließlich nicht, dass die Muggel zu euch kommen und irgendwas kaufen wollen. Diese Firma könntet ihr komplett in unserer Welt aufbauen. Ihr müsstet allerdings Steuern und ähnliches an die Muggel abtreten. Außerdem können euch deren Behörden kontrollieren. Ich denke mal das sind alles Sachen, die ihr nicht wollt oder?" fragte Dimitri.
Harry und Viktor sahen sich kurz an und schüttelten dann gleichzeitig mit dem Kopf.
„Wir wissen auch gar nicht, wie sich das in der nächsten Zeit ändert. Außerdem denke ich nicht, dass Voldemort uns in Ruhe lässt, wenn wir eine Muggelfirma in unsere Welt integrieren. Es wäre nicht das erste mal, dass Voldemort solche Läden angreifen lässt. Zumindest in Großbritannien." fügte Harry hinzu.
„Recht hast du. Großbritannien ist das einzige Land, wo das auch überhaupt möglich ist. Alle anderen Nationen haben einen Riegel davor geschoben. Im Grunde hättet ihr Steuern hinterzogen. Denn in der Muggelwelt hättet ihr deutlich weniger gezahlt als in unserer Welt. Und ein Staat lebt nun einmal von Steuern. Wenn ihr die Steuern aber an die Muggel abgetreten hättet, wäre eure Nation mit nichts raus gegangen. Ich verstehe einfach nicht, wie Großbritannien das zulassen kann aber gut. Das ist wieder ein anderes Thema." sagte Dimitri schulterzuckend und breitete seine Notizen vor sich auf dem Tisch aus.
„Spanien und Griechenland haben relativ ähnliche Richtlinien. Aber in Griechenland zahlt ihr deutlich weniger Steuern. Denn in Spanien sind die Banken im Besitz der Familie Garcia wie wir wissen. Die können natürlich ihren eigenen Steuersatz etablieren. Und falls ihr jetzt meckern wollt, dass der Staat die Steuern erhebt und nicht die Bank, das weiß ich. Aber die Garcias haben so viel Einfluss, sie haben sogar ihre Finger in der Politik. Irgendwie haben sie es geschafft, nicht nur Steuersätze anzuheben, sondern auch sich Vorkaufsrechte und ähnliches anzueignen. Dadurch ist Spanien schwierig für euer Vorhaben." fasste Dimitri unglücklich zusammen.
„Naja, weiter im Text. Russland wäre auch nicht schlecht aber ich denke da kommt mein Patriotismus in die Quere. Die Steuern sind ebenfalls höher als in Griechenland. Nur dürftet ihr in Russland erst mit 21 eure Firma gründen. Das hat was mit mentaler Reife zu tun die mein Land gerne in Gründer sehen möchte. Vielleicht könntet ihr eine Ausnahmeregelung durch mein Vater bekommen aber das ist ehrlich gesagt auch nicht das gelbe vom Ei. Mein Favorit ist und bleibt Griechenland. Die Steuern dort sind so gering wie nirgends auf der Welt. Ihr habt relativ wenige Kriterien die ihr erfüllen müsst um die Firma zu gründen. Eigentlich braucht ihr nur eine Volljährige Person und eine gute Buchführung. Nicht wie beispielsweise in Deutschland. Dort habt ihr so viel Bürokratie. Ihr müsstet euch in etlichen Ministerien anmelden und eine Richtlinie nach der anderen Erfüllen. Da ist es in Griechenland schon einfacher. Meldet die Firma beim Ministerium an und die erledigen den Rest für euch. Und wenn ihr eure Väter die Firma gründen lasst, braucht ihr nur eine Person einstellen die sich um die Buchführung kümmert bis ihr das selber machen könnt. Oder einer eurer Väter macht das.." sagte Dimitri und legte eine Rolle Pergament in die Mitte sodass jeder seine Notizen zu Griechenland sehen konnte.
„Also mein Vater wird nichts mit dem Tagesgeschäft zu tun haben wollen. Er hat gar keine Zeit dafür." sagte Viktor und schaute Harry fragend an.
„Mein Vater hat auch keine Zeit dafür. Er ist mit seinem Job als Leiter der Aurorenzentrale so oder so ausgelastet. Also brauchen wir auf jeden Fall eine verlässliche Person die sich um die Buchführung kümmert und das Tagesgeschäft übernimmt." fasste Harry zusammen.
„Dazu kommt, will einer von euch nach Durmstrang komplett die Zügel in die Hand nehmen? Oder lasst ihr euren Strohmann auch danach die Geschäfte alleine regeln?" fragte Calypso.
Harry stöhnte gequält auf und stütze sein Kopf mit den Händen ab. Er war dabei seine eigene Firma zu gründen. Nur leider war das nicht so ganz seine Vorstellung was er nach der Schule machen wollte. Und er wusste das es seinem Freund nicht anders ging. Für ihn würde Quidditch auch an erster Stelle stehen. Aber sollte er wirklich jemand Fremdes an den Kopf seiner Firma setzen?
„Wenn ich Harry richtig deute, dann wollen wir uns beide nicht am Ende der Schulzeit hinter diesen Schreibtisch setzen." sagte Viktor und schaute zu Harry.
„Da gebe ich dir recht Viktor. Nur geben wir dieser Person etwas ganz besonderes. Irgendwas in mir sträubt sich dagegen Victory Industries an eine Fremde Person zu geben. Selbst wenn sie für uns arbeitet." sagte Harry ehrlich und richtete sich in seinem Stuhl wieder auf.
„Stimmt, diese Person müssen wir gut aussuchen. Sie muss auch einen Bombenfesten Vertrag von uns bekommen, sodass wir dessen Handlungsspielraum so weit wie möglich begrenzen. Aber anders wird es nicht möglich sein." sagte Viktor zähneknirschend.
„Hättest du denn jemanden im Kopf?" fragte Harry ihn. Er selber hatte eine ganze Zeit lang an Remus gedacht. Aber irgendwas in Harry war nicht begeistert von der Idee. Er wollte berufliches nicht mit privatem mischen.
„Nein, aber vielleicht kann ich durch meinen Vater an jemanden heran kommen. Das wäre dann auch eine Sache die wir später klären müssten." sagte Viktor.
„Das sehe ich anders. Also wenn du magst kannst du schon mal mit deiner Familie über unsere Pläne sprechen. Je eher dein Vater was gefunden hat desto besser für uns. Es ist besser, wenn ich meinem Vater direkt alles auf den Tisch legen kann. Dann hat er weniger Angriffsmöglichkeit." sagte Harry.
„Okay, also haben wir uns jetzt auf Griechenland geeinigt?" fragte Viktor und Harry nickte ihm zu.
„Alles klar. Dann kann das vom Tisch." sagte Dimitri und legte ein paar Rollen Pergament auf einen Stuhl neben sich.
„Was hast du zum Thema Massenproduktion Calypso?" fragte Dimitri.
„Ich habe mir ganz unverbindlich mal eine paar Angebote eingeholt zum Thema Holz Lieferungen. Ich habe einen Anbieter in Brasilien gefunden der recht günstig ist und gute Qualität hat. Das einzige was daran negativ ist, ist der Transport nach Europa. Wir müssten uns noch genau damit beschäftigen wie teuer der Transport nach Griechenland ist oder ihr müsst die Firma in Griechenland gründen und die Produktion vielleicht outsourcen. Aber selbst wenn euer Mann die Besen in Brasilien herstellt, dann habt ihr die Transportkosten nach Europa." sagte Calypso.
„Aber die letzteren Transportkosten könnten wir auf den Verkaufspreis drauf kalkulieren." sagte Harry.
„Das würde ich genial finden. Unsere Firma gründen wir in Griechenland. Hergestellt werden die Besen aber in Brasilien. Von Dort aus liefern wir sie dann in die ganze Welt. Auf Anweisung unseren Mannes in Griechenland.. Man könnte meinen wir verstecken uns." sagte Viktor.
„Irgendwie tun wir das ja auch. Aber wenn es wirklich günstiger ist im Ausland zu gründen und zu Produzieren,dann sollten wir das auch tun." sagte Harry.
„Denke ich auch. Ich werde zwar noch mal Kontakt zu dem Lieferanten aufnehmen und ein neues Angebot für eine Lieferung nach Griechenland erfragen aber da kommen auf jeden Fall zusätzliche Kosten auf uns zu. Brasilien wäre schon eine gute Lösung." sagte Calypso.
„Wie Teuer ist das Holz denn überhaupt?" fragte Viktor neugierig.
„20 Galleonen für den Meter an Holz." sagte Calypso und Dimitri pfiff durch seine Zähne.
„Das ist eine ganz schöne Stange Gold." sagte Dimitri.
„Wie schwer war unser Besen noch gleich Harry?" fragte Viktor.
„Für einen Rennbesen ist unser relativ leicht. Die Seekers Edition musste ja besonders wendig werden. Unser Prototyp hat jetzt ein Gewicht von 1,366 Kilo. Aber es ist ein bisschen weniger Holz, da wir ja auch die Borsten da dran haben." sagte Harry.
„Okay, lassen wir die Borsten jetzt mal beiseite und verrechnen nur das Holz. Dann sind wir vom Material her bei einem Verkaufspreis von ca. 35 Galleonen." rechnete Calypso schnell im auf einem Stück Pergament aus.
„Das ist ein Witz für einen Rennbesen." sagte Dimitri erstaunt mit großen Augen.
„Für den neusten Nimbus musst du 180 Galleonen hin legen. Nimmst du ein älteres Modell musst du auch noch stolze 100 Galleonen auf den Tischlegen." sagte Viktor baff.
„Weil ihr bei Nimbus die Marke mit zahlt. Deren Rennbesen haben alle ein Gewicht zwischen 1,5 und 2 Kilo. Wenn die einen teureren Lieferant haben okay, aber die schlagen schon einiges auf ihre Verkaufspreise auf. Wobei, wir werden auch ein bisschen Verlust am Holz machen weil wir was abschleifen. Für einen Besen werden wir also ein bisschen mehr an Holz brauchen als die 1,366 Kilo." sagte Harry.
„Die Frage ist nur wie machen wir das? Also für wie viel sollen wir unseren Besen letztendlich verkaufen?" fragte Viktor und schaute Harry an.
„Ich denke mal wir gehen preislich über Nimbus. Unser Besen ist besser. Wenn wir den günstiger verkaufen, dann machen wir auf lange Sicht den Markt kaputt." sagte Harry.
„So viel mehr könnt ihr aber auch nicht verlangen. Dann kauft niemand euch die Besen ab und ihr bleibt auf euren Kosten sitzen." warnte Dimitri.
„200 Galleonen. Das ist eine schöne Summe. Und auch nur 20 Galleonen über Nimbus. Dann können wir hin und wieder Angebote machen und auf 180 Galleonen runter gehen. Oder bei einer Bestellung wo eine große Menge bestellt wird, da können wir dann auch ein bisschen runter gehen." sagte Viktor.
„Leute, ihr verdient einfach mal 165 Galleonen pro verkauften Besen. Das ist der Wahnsinn." sagte Dimitri grinsend.
„Nicht ganz. Von den 165 Galleonen müssen wir auch unser Personal monatlich bezahlen. Wenn wir in einen Monat beispielsweise gar keinen Besen verkaufen dann müssten wir sofort auf unsere Rücklagen zurückgreifen. Und wir müssen den Kredit abbezahlen den wir uns aufnehmen müssen. Oder eben unsere Väter dann noch der Verlust des verschwendeten Holz bei der Herstellung." sagte Harry. „Aber recht hast du. Es bleibt einiges unterm Strich über für uns."
„Einiges" sagte Dimitri lachend. Harry konnte nicht anders und fing ebenfalls an zu lachen. Selbst Calypso konnte nicht an sich halten und viel in das fröhliche Lachen mit ein.
Viktor war der erste der sich wieder gefangen hatte. „Also, wie genau sind die nächsten Schritte?" fragte er.
„Du informierst deinen Vater über alles. Er soll sich nach einem Strohmann für uns umschauen. Calypso holt noch mal ein unverbindliches Angebot ein. Dann können wir entscheiden wo wir produzieren. Da fällt mir ein, am besten fragst du dein Vater auch nach jemanden der geschickt in Zauberkunst ist. Jemand muss die Besen ja herstellen. Wir zwei kümmern uns um die anderen Editionen."
„Klingt nach einem guten Plan." sagte Viktor.
„Okay, das scheint es ja für heute gewesen zu sein. Dann können Harry und ich uns jetzt mit Weltpolitik befassen." sagte Dimitri und sortierte wieder seine Unterlagen.
„Alles klar, ich muss auch noch einen Aufsatz für Kreation schreiben." sagte Viktor und fing an in seiner Tasche zu kramen.
„Ich gehe runter zu meinem Vater. Er wollte heute noch mal mit mir sprechen. Dann kann ich ihn auch direkt wegen deinem Zauberstab ausfragen Harry." sagte Calypso.
„Okay, aber mach das nicht zu auffällig." grinste Harry sie frech an.
„Treffen wir uns alle nachher zum duellieren?" fragte Calypso lediglich augenrollend.
„Machen wir." antwortete Dimitri ehe das Harry was sagen konnte.
Die nächsten Wochen vergingen wie im Flug. Ende Januar ging auf Durmstrang die Klausurphase los. Harry und seine Freunde rannten von einer Klausur zur nächsten. Ihre gesamte Freizeit ging in der Bibliothek drauf, wo sie zusammen an einem der großen Tische saßen und zusammen lernten.
Robins ließ sie zum Glück in Frieden. Wahrscheinlich weil er selber in Schulstoff erstickte. Allerdings musste Harry gestehen, dass Robins seit der Sache mit seinen Beinen ruhiger war. Wahrscheinlich hatte er nicht damit gerechnet, dass Harry und Dimitri so weit gehen würden. Oder er war enttäuscht, dass er und Dimitri straffrei ausgegangen waren. Egal woran es lag, Harry war froh. Ein paar ruhige Wochen auf Durmstrang taten ihm gut.
Noch immer stand er jeden Morgen früh auf um mit Viktor seine Runden um Kobbholmen zu drehen. Er hatte in den letzten Wochen einen Wachstumsschub bekommen. Er war mindestens 10 Zentimeter gewachsen. Und durch das tägliche Training hatte er den Ansatz eines schönen Sixpacks auf seinem Bauch. Seine Arme waren ebenfalls deutlich definierter. Wenn er im Sommer zu Hause war, musste er seine Eltern auf jeden Fall dazu überreden mit ihm neue Schuluniformen zu kaufen und generell eine neue Garnitur an Kleidung.
Professor Kiro war natürlich begeistert. Durch seine trainierten Muskeln war Harry neben Dimitri einer der besten Schüler in Schwertkampf geworden.
Hatte Harry im Anfang noch Respekt vor diesem Fach und vielleicht ein bisschen Nervosität so war das alles jetzt weg. Harry schmiss sich mit richtigen Elan in seine Kämpfe. In den letzten Wochen war er richtig gut geworden. Beim Schwertkampf geht es oftmals um die richtigen Bewegungsabläufe. Und Harry war mittlerweile in der Lage diese Bewegungen in Perfektion auszuführen und konnte sich somit auf die Dosierung seiner Kraft konzentrieren.
Am meisten hatte er Spaß, wenn er gegen Dimitri kämpfen durfte. Sie vertrauten sich gegenseitig und waren auf einem Niveau. So konnten sie bei einem Kampf beide aufs ganze gehen ohne sich sorgen um größere Verletzungen zu machen. Es war klar, dass einen die Klinge mal kurz tuschierte wenn man nicht genügend aufgepasst hatte, aber dafür konnten sie am Ende der Stunde zu Heilerin May gehen um ihre Wunden versiegeln zu lassen.
Viktors Vater hatte unwahrscheinlich gut auf die Idee mit dem Rennbesen reagiert. Harry nahm an dass Botschafter Krum froh war, dass Viktor an etwas anderen Interesse zeigte als Quidditch. Auch wenn es Rennbesen waren. Er hatte Harry sogar zu sich nach Hause eingeladen um ihn mal kennen zu lernen. Viktor war gerade dabei das alles zu planen. Er und Viktor würden wahrscheinlich während der Osterferien einen Tag nach Bulgarien reisen um sich mit seinem Vater zu treffen. Wenn es gut lief, konnten Harry und Viktor an dem Tag auch schon ihre Mitarbeiter für Strohmann und Massenproduktion kennen lernen.
„Wenn du uns besuchen kommst musst du unbedingt vorher bulgarische lernen."
Mit diesen Worten hatte Viktor Harry einen neuen Punkt auf die Agenda gesetzt. Wenn sie abends gemeinsam in der Bibliothek lernten und Harry mit seinen Sachen fertig war, dann sprach er den Sprachenzauber auf sich, Calypso und Dimitri und Viktor sprach dann nur noch auf bulgarisch mit ihnen. Es hatte ein bisschen Zeit in Anspruch genommen, aber mittlerweile fühlte er sich recht sicher was die Sprache betraf. Der Rest würde sicherlich noch kommen. Calypso hatte ihn überrascht, denn sie hatte die Sprache am schnellsten von ihnen gelernt.
Wenn Harry nach ihren gemeinsamen Treffen in der Bibliothek oder nach ihren Duellen in sein Zimmer zurück kehrte, versuchte er sich daran, mit beiden Zauberstäben gleichzeitig zu zaubern. Aber so wirklich wollte ihm das noch nicht gelingen. Wahrscheinlich weil er die Sache falsch anging. Aber er würde sich trotz allem nicht davon abhalten lassen. Irgendwie musste das doch möglich sein.
„Hast du schon deine Hausaufgaben für Kreation fertig?" fragte Calypso ihn als sie gemeinsam mit Dimitri in der Zeremonien Halle am Tisch saßen und frühstückten.
„Den Aufsatz schreibe ich heute Abend. Gestern war mir Kräuterkunde wichtiger." sagte Harry und nahm einen Schluck Wasser zu sich.
„Okay, irgendwie hatte ich dieses mal richtige Probleme bei dem Aufsatz." gestand Calypso zähneknirschend.
„Liegt vielleicht dadran, dass wir mit Schutzzaubern angefangen haben. Soweit ich das verstanden habe, sind diese deutlich schwieriger zu kreieren als normale. Sieht man ja auch. Schau dir die Vielfalt an Zaubern an und dann schau dir an, wie viele zum Schutz sind." sagte Harry.
„Schon, aber das muss nicht zwingend heißen, dass ich die Theorie dahinter nicht verstehe." sagte Calypso genervt. Mittlerweile kannte Harry Calypso gut genug um zu wissen, dass sie nicht von ihm genervt war sondern von der Theorie die sie anscheinend selber nicht so richtig verstand.
„Wie gesagt, ich schau mir das nachher an. Vielleicht können wir danach noch mal zusammen da drüber schauen." bot Harry ihr an. Merlin bewahre wenn Harry ihr Nachhilfe anbieten würde..
„Einverstanden." grinste Calypso.
„Ich bin mal gespannt ob wir heute die Klausur von deinem Vater wieder bekommen Calypso." sagte Dimitri.
„Also mein Kurs hat die Klausur schon zurück. Sie ist wohl generell sehr schlecht ausgefallen." sagte Calypso und ihr grinsen wurde breiter. „Er überlegt öfters kleinere Überraschungstest zu schreiben."
„Kleinere Tests schreiben anstatt Flüche zu lernen? Das sieht deinem Vater gar nicht ähnlich." überlegte Harry und zweifelte etwas.
„Ja, aber diejenigen die den kleinen Test nicht bestehen, werden Nachsitzen von ihm bekommen. Und glaub mir, sobald das bekannt wird, wird jeder mehr für Dunkle Magie lernen. Schließlich möchte keiner an seinen Füßen in den Kerkern aufgehangen werden oder ausgepeitscht werden." sagte Calypso triumphal.
„Okay Harry, ich hoffe wir zwei haben ganz gut abgeschnitten. Wenn nicht, dann setzen wir uns öfters mit Calypso zusammen. Auf Nachsitzen a la Professor Rosier habe ich keine Lust." sagte Dimitri bestimmt und biss in sein Brötchen.
„So schlimm fand ich die Klausur für Dunkle Magie auch gar nicht. Da fand ich Professor Sorokins Klausur über Tränke anspruchsvoller." sagte Harry ehrlich.
„Das sagt der, der eine Tränkegenie ist." sagte Dimitri kopfschüttelnd. „Wir anderen werden so was von durchgefallen sein wenn du sie schon anspruchsvoll fandest."
„Das sagst du jetzt und dann hast du am Ende auch bestanden. Du bist bisher noch durch gar nichts gefallen." sagte Harry zu Dimitri.
„Müsst ihr euch beim Essen über Klausuren unterhalten? Die Prüfungsphase ist vorbei." sagte Viktor der plötzlich hinter Harry aufgetaucht war und sich neben ihm an den Tisch setzte.
„Viktor, wo warst du so lange?" fragte Dimitri.
„Ich bin nach der Joggingrunde mit Harry noch runter zum Quidditchfeld um zu trainieren." grinste Viktor. „Ich darf schließlich nicht aus der Übung kommen. Ostern steht kurz vor der Tür. Danach ist es nur noch ein Katzensprung bis zu den Sommerferien und das heißt für mich, dass ich wieder für die Nationalmahnschaft spiele. Also zumindest an deren Trainingseinheiten teil nehme. Diesen Sommer sind schließlich nur die Testspiele für die WM nächstes Jahr."
„Quidditch." sagte Calypso und lies ihren Kopf in die Hände fallen die sie auf dem Tisch abgestützt hatte.
Harry und Dimitri grinsten sich über den Tisch hinweg an, während Viktor sich ungestört Rührei auf seinen Teller lud.
„Ich hoffe, dass euer Training nur zur Hälfte sinnvoll ist. Denn wenn wir es schaffen unseren Besen bis Ende des Sommers auf den Markt zu bringen, dann haben sämtliche Nationalmannschaften genügend Zeit sich für unsere Besen zu entscheiden. Das heißt, ihr werdet danach noch viel mehr trainieren müssen, um euch an die neuen Besen zu gewöhnen." grinste Harry frech.
„Das ist schon etwas ärgerlich aber wir stimmen unser können nicht nur mit dem Besen ein. Wir müssen auch als Team funktionieren. Gerade die Jäger. Deshalb schadet es nicht so viel wie möglich zu trainieren. Wenn wir dann schon ein gut eingespieltes Team sind, ist es später ein Klacks mit den neuen Besen zu trainieren." sagte Viktor zuversichtlich.
„Wie weit bist du denn mit den anderen Designs?" fragte Calypso um das Thema etwas von Quidditch abzulenken.
„Fast fertig. Mir fehlt nur noch das Design der Beaters Edition. Danach liegt es wieder an Harry." grinste Viktor und sah Harry herausfordernd an.
„Sollte ich bis zum Sommer schaffen." sagte Harry als der leise Gong durch die Halle ging der signalisierte dass der Unterricht in fünf Minutenlos ging.
„Oh verdammt, wir kommen zu spät." sagte Dimitri und stand wie vom Blitz getroffen auf.
Harry hatte gar nicht mitbekommen, dass es um sie herum immer leerer wurde als die anderen Schüler bereits zu ihren Kursräumen aufgebrochen waren. Er sprang ebenfalls auf und griff nach seiner Tasche.
„Nimm dir was mit und iss es unterwegs Viktor, wir sehen uns später." sagte Harry und ging zügig mit Dimitri los.
„Beeilt euch, mein Vater tötet euch." grinste Calypso während sie sich locker ihre Tasche um die Schulter legte.
Daraufhin rannten Dimitri und er die vielen Treppe hoch und den langen Korridor entlang bis zum Klassenzimmer für Dunkle Magie. Durch die Tür hatten sie es noch geschafft. Aber kaum das sie sich laut auf ihren Stühlen fallen ließen ging der zweite Gong der den Start des Unterrichts verkündete.
„Schön dass Mr. Potter und Mr. Makarow uns mit ihrer Anwesenheit ehren." sagte Professor Rosier höhnisch hinter Harry.
Er und Dimitri mussten an ihrem Professor vorbei gehetzt sein als sie zu ihren Plätzen geflitzt waren. Denn Professor Rosier stand ganz hinten in der Klasse neben den geschlossenen Türen und schaute herausfordernd in Harrys und Dimitris Richtung. „Vielleicht können wir die zwei für ihre Unpünktlichkeit heute als Versuchskaninchen für die neuen Flüche verwenden die wir heute lernen werden." sagte der Professor grinsend und verschloss mit einer kleinen Bewegung seines Zauberstabs die Tür.
Professor Rosier war niemand den man in dunklen Korridoren alleine begegnen wollte. Wenn der Professor sich aber in einen Kursraum zusammen mit seinen Schülern einschloss, dann konnte in dieser Unterrichtseinheit nichts gutes auf sie warten. Harry spürte sofort ein unschönes Gefühl in seiner Magengegend und sah sich vorsichtig um. Dimitri neben ihm ging es nicht besser, er schaut mit großen, entgeisterten Augen zu ihm rüber während Professor Rosier langsam zwischen den Tischreihen nach vorne zu seinem Pult schritt.
Als Harry sich weiter umschaute bemerkte er, dass nicht nur er und Dimitri sich unwohl fühlten, sondern dass die gesamte Klasse in Alarmbereitschaft war. Albrechts Augen schienen den Kursraum nach weiteren Fluchtmöglichkeiten abzusuchen während Schuster neben ihm saß und kreidebleich aussah. Alexander Kusmin und Louis Martin, die schräg neben Harry eine Reihe weiter vorne saßen schauten sich gegenseitig vorsichtig an und schienen sich unsicher was als nächstes passierte.
Professor Rosier schien von all dem unbeeindruckt zu sein. Er hatte sich elegant an seinen Pult gelehnt und beobachtete kurz seine Klasse.
„Eigentlich sind die Flüche die wir heute lernen nicht schlimm. Zumindest nicht im Vergleich zu anderen Flüchen die ich kenne. Um ehrlich zu sein, meiner Meinung nach sind diese Flüche lächerlich. Trotzdem scheinen einige Schüler in ihrem Alter – sagen wir mal prekär auf dieses Thema zu reagieren. Daher meine kleine Vorsichtsmaßnahme. Möchte jemand seine Vermutung darüber äußern was wir heute lernen werden? Nein?" fragte Professor Rosier nachdem niemand seine Hand gehoben hatte.
Harry fuhr eine Horrorgeschichte nach der anderen in seinem Kopf und blickte seitlich am Kopf des Professors vorbei. Seinem Blick komplett auszuweichen und auf seinen Tisch schauen war in diesem Klassenraum das eigene Todesurteil.
„Mr. Leroy, was denken Sie was wir heute besprechen werden?" fragte der Professor mit ungewöhnlich guter Laune in der Stimme.
„Ich weiß es nicht Professor." sagte Leroy mit erschrockener Stimme.
„Na gut. Dann eben anders. Wir werden uns heute mit den Unverzeihlichen Flüchen beschäftigen." sagte Professor Rosier und lies die Katze aus den Sack.
Harry wusste nicht, ob er erleichtert sein soll oder nicht. In seinem Kopf hatte er sich schon ausgemalt, wie sie heute Flüche lernen würden, die jemanden auf die qualvollste Art überhaupt töten würden. Die Unverzeihlichen waren alles andere als eine kleines Thema nebenbei aber der Professor hätte mit weitaus schlimmeren um die Ecke kommen können. Trotzdem, sein Dad würde vor Aufregung ausflippen wenn er wüsste was hier gerade passiert. Und danach würde er Professor Rosier in die letzte Hölle fluchen. Ein Glück würde Harry seinem Vater das niemals erzählen.
„Wie ich bereits sagte, sind diese Flüche im Vergleich zu anderen Flüchen die ich euch jetzt beibringen könnte ein Witz, fast schon harmlos. Aber aus irgendwelchen Gründen ziehen Eltern ihre Kinder so auf, dass sie diese Flüche intensiv fürchten und nach Möglichkeit noch nicht mal dessen Formeln können. Ein schwerwiegender Fehler wenn sie mich fragen würden. Zum Glück unterrichte ich auf Durmstrang. Ihre Eltern schienen das ein bisschen anders zu sehen sodass Sie zumindest im groben wissen, mit was Sie es zu tun haben. Kann mir also jemand von Ihnen sagen, was die Besonderheit an diesen Flüchen ist?" fragte Professor Rosier und schaute wieder aufmerksam in die Klasse.
Weiter vorne meldete sich Noah Fischer. Und Professor Rosier nahm ihn sofort dran. „Es gibt keine direkte Verteidigung gegen diese Flüche. Man kann ihnen lediglich ausweichen." sagte er.
„Gut. Und ich rate Ihnen allen, zu jedem Zeitpunkt in Ihrem Leben, weichen Sie diesen Flüchen aus. Nichts, und ich wiederhole es, nichts schützt Sie vor diesen Flüchen. Vielleicht haben deshalb so viele Angst vor diesen Flüchen, wer weiß. Mr. Serdinow ich könnte Sie hier und jetzt mit einem Fluch treffen, der Sie einen schweren Herzinfarkt erleiden ließe. Keiner Ihrer Kameraden wäre in der Lage Ihnen zu helfen. Ich würde Ihnen nicht helfen, weil ich Sie töten wollte. Dann würde mein Fluch Sie innerhalb weniger Minuten genau so töten wie es der Todesfluch tun würde. Wo ist der Unterschied ob ich Sie im Bruchteil einer Sekunde töte oder Sie vorher wenige Minuten leiden lassen würde?"
„Ich sage es Ihnen Mr. Serdinow. Weil sie bei jedem anderen Fluch die Möglichkeit haben es einigermaßen Rückgängig zu machen. Ihr Körper hatte zwar einen Infarkt aber mit genügend Zeit könnten Sie das hinter sich lassen wenn Sie jemand gerettet hat. Aber bei dem Todesfluch gibt es diese Möglichkeit nicht. Ich bin ehrlich zu Ihnen, der Todesfluch bringt Ihnen nur etwas, wenn Ihr Opfer schnell und lautlos sterben muss. Andernfalls gibt es genügen Möglichkeiten einen Menschen zu töten. Deshalb verstehe ich nicht, warum die Regierungen einen so großen Scheiß über diesen Fluch verbreiten. Meiner Meinung nach ist der Todesfluch lediglich eine Randnotiz in Ihren Unterlagen. Aber der Vollständigkeit halber werden wir uns gleich noch kurz mit dem Todesfluch beschäftigen."
„Kommen wir zum Folterfluch. Unter Berücksichtigung der eben genannten Punkten, was halten Sie vom Folterfluch Mr. Potter?" fragte Professor Rosier.
Harrys Magengegend zog sich schmerzhaft zusammen und aus irgendwelchen Gründen hatte er das Gefühl nicht Atmen zu können. Also auch nicht Sprechen zu können. Professor Rosier verlangte aber trotzdem eine Antwort von ihm. Also setzte er sich etwas aufrechter hin und atmete einem tief ein und wieder aus.
„Unter Berücksichtigung der eben erläuterten Punkten scheint der Folterfluch genau so Fehlinterpretiert zu werden wie der Todesfluch Professor." sagte Harry respektvoll aber mit fester Stimme.
„Ahh.. Und Ihrer Meinung nach Mr. Potter? Was halten Sie von dem Folterfluch?" fragte Professor Rosier weiter.
Harry überlegte tatsächlich einen kurzen Augenblick was er von diesem Fluch hielt. Jahrelang hatten sein Dad und Sirius ihm und seinen Geschwistern eingetrichtert, dass dieser Fluch böse ist. Dass man nach Azkaban kommt wenn man ihn auf anderen anwendet. Aber Harry kannte den Fluch nicht. Er hatte ihn nie gesehen und er hatte das leise Gefühl, dass sich das in der nächsten Stunde seines Lebens ändern würde. Aber egal was kommen würde, dieser Fluch lies andere unendliche Schmerzen erleiden.
„Ich denke ich halte diesen Fluch für unmenschlich." sagte Harry und schaute seinem Professor in die Augen.
„Sie halten es also für unmenschlich, wenn ich einer Person mit dem Folterfluch im Kopf schmerzen bereite? Denn nichts anderes tut der Cruciatus. Ich könnte anstelle des Folterfluchs einem Menschen die gesamte Haut weg ätzen um ihn zu foltern. Ohne Haut ist ein Mensch nicht lebensfähig. Ich würde ihn also so richtig Foltern und infolgedessen auch noch töten. Das würde ich unmenschlich nennen Mr. Potter, den Cruciatus nicht." sagte Professor Rosier höhnisch.
Nach diesen Worten ihres Professors verfiel die Klasse erstmal ins Schweigen. Harry sah vor seinem inneren Auge einen Mann am Boden liegen der sich vor Schmerzen wandte und um Hilfe schrie während seine Haut weg geätzt wurde. Auf diesen Fluch freute Harry sich schon richtig wenn Professor Rosier ihnen den bei brachte. Harry schaute kurz zu Dimitri rüber und sah, dass sein Freund ebenfalls etwas weißer im Gesicht geworden war. Plötzlich bereute Harry es, dass er heute gefrühstückt hatte.
„Ja, der Cruciatus verursacht gewaltige Schmerzen. Aber diese Schmerzen bilden wir uns lediglich ein. Unser Körper steht nicht wirklich in Flammen und unsere Muskeln werden auch nicht zerrissen obwohl es sich so anfühlt. Natürlich löst der Cruciatus posttraumatischen Stress aus. Ist der Fluch aufgehoben, tun die Muskeln in unserem Körper trotzdem weh, man fühlt sich erschöpft. Eine interessante Nebenwirkung mit der wir uns ein anderes mal bei einem anderen Thematik beschäftigen werden. Kommen wir also zu unserem letzten Fluch. Den Imperius." sagte Professor Rosier.
„Wir hatten es thematisiert, dass es Flüche in der Kategorie C gibt, die den Körper und den Geist angreifen. Der Imperius greift ganz eindeutig den Geist an. Deshalb ist er auch der Unverzeihliche der am schwierigsten auszuführen ist. Eben weil unser Geist so komplex und vernetzt ist. Der Imperius ist auch der einzige Fluch vor dem Sie sich einigermaßen schützen können. Gute Okklumentikschilde sind schon mal ein wichtiger Punkt. Und dennoch schaffen gute Okklumentiker es nicht immer den Imperius abzuschütteln. Dann gibt es noch Menschen, die instinktiv ihren Geist schützen können. Diese Zauberer haben ein Faible für dunkle Flüche der Kategorie C des Geistes. Sie lernen unheimlich schnell Okklumentik und danach Legilimentik, meist sind diese Menschen sehr willensstark. Also verlassen Sie sich nicht auf diesen Schutz. Denn es ist ein verschwindend geringer Bruchteil der Menschen die dem Imperius wirklich widerstehen können." erklärte Professor Rosier.
„Im Gegensatz zu den anderen beiden Flüchen gibt es nicht viele andere dunkle Flüche die dem Imperius ähneln. Eben weil diese Art von Zauber sehr schwer ist. Aber den Imperius kann jeder lernen. Sind Sie aber nicht gut im Umgang mit dem Imperius und ist Ihr Opfer besonders willensstark oder ein Okklumentiker, dann wird Ihr Imperius auf Dauer nicht erfolgreich sein. Darüber müssen Sie sich im klaren sein. Kaum jemand verwendet den Imperius der ihn nicht auch wirklich benutzen will. Also können Sie davon ausgehen, dass er immer gut angewendet wird und dass Sie kaum eine Chance haben werden sich davon los zu reißen. Aber das werden Sie später auch noch sehen." sagte Professor Rosier und stand auf. Er ging um seinem Pult herum zur Tafel.
„Ich bin leider dazu verpflichtet Ihnen im Bezug auf die Unverzeihlichen ein paar bestimmte Informationen zu geben. Aber ich bin mir sicher, dass Sie das bereits alle wissen. Also, verwenden Sie einen dieser Flüche bekommen Sie eine Lebenslange Freiheitsstrafe. Dies ist in jedem Land dieser Welt so. Es gibt eine wichtige Ausnahmen und das sind die Auroren der Regierung. Sollten Sie die Auroren einer Nation schwerwiegend angreifen so dürfen diese sich entsprechend wehren. Obwohl einige Nationen einen Riegel davor geschoben haben und ihren Auroren selbst dieses Recht aberkannt haben." sagte Professor Rosier und drehte sich wieder zu der Klasse um. Sein Blick fand den Harrys und Harry wusste genau, dass er über Großbritannien sprach. Der Blick seines Professors war hart, aber mehr konnte Harry nicht sagen. Es war schwer den Blick von Professor Rosier richtig zu deuten.
„Sollten Sie also nicht Ihren Lebensraum auf wenige Quadratmeter beschränken wollen empfehle ich Ihnen dringendst sich nicht erwischen zu lassen wenn Sie einen dieser Flüche ausgesprochen haben. Übrigens gibt es einige Schutzzauber die einen Alarm integriert haben der auf die Unverzeihlichen reagiert. Aber das ist etwas dass Ihnen Professor Juric beibringen wird. Ich habe mich bereits mit ihm diesbezüglich abgesprochen. Sie sollten aber vorsichtig sein was die Unverbindlichen in öffentlichen Gebäuden, Schulen und Regierungsgebäuden angeht." sagte Professor Rosier und lehnte sich wieder von vorne an sein Pult.
„So viel zur Theorie der Unverzeihlichen. Sie alle müssten mich mittlerweile gut genug kennen um zu wissen, dass es nicht dabei bleiben wird. Sie müssen wissen was auf Sie zukommt. Mr. Albrecht, wenn Sie bitte nach vorne kommen würden." sagte Professor Rosier.
Wenn die ganze Situation nicht so bedrohlich wäre, dann würden Harry und Dimitri jetzt lauthals lachen. Albrecht sah aus als hätte er einen Frosch verschluckt und sich gleich übergeben musste. Bisher hatte er sich auch noch kein einzigen Zentimeter auf seinem Stuhl bewegt.
„Ich will hier nicht ewig auf Sie warten Mr. Albrecht. Kommen Sie nach vorne." verlangte Professor Rosier.
Erst nach kurzen zögern ging Albrecht langsam nach vorne zu Professor Rosier. Seine Schritte waren alles andere als selbstsicher. Es sah viel mehr so aus als würde Albrecht zu seiner eigenen Beerdigung laufen. Professor Rosier stellte sich auf die freie Fläche rechts neben seinem Pult und wartete bis Albrecht ungefähr eineinhalb Meter vor ihm stehen blieb. Dann hob er blitzschnell seine Hand in der plötzlich sein Zauberstab war und sagte ruhig „Imperio!"
„Wie Sie alle sehen, auf Durmstrang gibt es keinen Alarm der darüber informiert das gerade ein unverzeihlicher gesprochen wurde." sagte Professor Rosier zufrieden und deutete auf Albrecht der vor ihm stand und aussah als wäre er in einer Art Trance.
„Schauen Sie sich Albrechts Augen genauer an. Die Pupillen sind leicht vergrößert. Natürlich könnte das auf die Lichtverhältnisse hinweisen aber Sie sollten das niemals unterschätzen in Ihrem Gegenüber. Die Pupillen sind der einzige Anhaltspunkt den Sie haben wenn jemand unter dem Imperius steht. Sobald Ihr Opfer ein Befehl bekommt und raus aus diesem Trance ist, sind die Augen wieder normal. Sie weiten sich erst dann wieder, wenn das Opfer dabei ist die befohlene Tat auszuüben. Achten Sie alle also genau auf Mr. Albrechts Augen."
„Mr. Albrecht Sie werden gleich wieder neben Mr. Schuster auf Ihren Platz sitzen und warten bis ich Mr. Makarow zu mir nach vorne rufe. Wenn dies der Fall ist stehen Sie auf, kommen nach vorne und setzen sich auf meinen Stuhl an den Pult." befahl Professor Rosier ohne das er noch mal seinen Zauberstab heben musste oder ähnliches. Als Dimitris Name viel spannte sich sein Freund stark an und ihre Blicke trafen sich ehe sie beide wieder nach vorne schauten.
In dem Moment als Professor Rosier aufgehört hatte zu reden klärte der Blick von Albrecht auf. Er war ganz klar aus seiner Trance erwacht, schien aber trotzdem verwirrt zu sein.
„Erinnern Sie sich daran was gerade passiert ist Mr. Albrecht?" fragte Professor Rosier mit einem breiten grinsen dass den Professor auf eine Ebene mit einem Verrückten stellte.
„N-nein. Sir." sagte Albrecht mit brüchiger Stimme. Harry hatte keinerlei Mitleid mit Albrecht. Allerdings hatte er nicht vergessen, dass er gleich Dimitri zu sich nach vorne rufen würde.
„Wie ihr seht, das Opfer bekommt nicht viel mit von den Dingen die passieren wenn man unter dem Imperius steht. Das verhält sich ein bisschen anders, wenn man für längere Zeit unter dem Imperius steht. Dann wird sich das Opfer an ein paar Dinge erinnern können, weil der Zeitraum viel größer ist und das Gehirn nicht einfach alles löschen kann. Das wäre es erstmal gewesen Mr. Albrecht. Sie dürfen sich wieder setzen." sagte Professor Rosier und nickte Albrecht zu.
„Erinnern Sie sich wirklich an gar nichts mehr Mr. Albrecht?" fragte Professor Rosier als Albrecht wieder neben Schuster an seinem Tisch saß.
„Ich weiß dass da eine Stimme in meinem Kopf war. Es hat sich alles so leer angefühlt. Ich weiß aber nicht mehr, was mir diese Stimme gesagt hat. Ich weiß aber das es gut war." sagte Albrecht jetzt selbstsicherer als er nicht mehr neben Rosier stand. Aber in Harrys Ohren hörte es sich zusammenhangslos an was Albrecht erzählte.
„Gut, diese Stimme werden Sie alle hören. Denn egal was Sie unter dem Imperius tun, diese Stimme wird dafür sorgen dass Sie es auch wirklich tun und sich obendrauf auch noch gut dabei fühlen." sagte Professor Rosier und schritt wieder zu der freien Stelle neben seinem Pult. „Mr. Makarow, würden Sie bitte nach vorne kommen."
Harry spürte und sah aus seinen Augenwinkeln dass sein Freund sich noch mehr anspannte. Aber noch bevor Dimitri sich bewegen konnte bemerkte Harry eine Bewegung weiter vorne im Klassenraum. Albrecht war tatsächlich aufgestanden. Als er sich kurz umdrehte um hinter seinen Stuhl weg zu kommen sah Harry ihn von vorne. Seine Pupillen waren wieder deutlich größer. Sein Blick ging leicht ins leere aber nicht so stark als der Zauber auf ihn gesprochen wurde. Wenn Harry nicht genau auf diese Anzeichen schaute, dann hätte er sie wahrscheinlich nicht mitbekommen und übersehen.
Albrecht ging ungefragt an Professor Rosier vorbei und würdigte ihren Professor noch nicht mal eines Blickes. Er zog den Stuhl hinter dem Pult hervor und setzte sich wortlos auf den Stuhl.
„Was tun Sie da Mr. Albrecht?" fragte Professor Rosier lauter und schaute Albrecht bedrohlich an. Harry konnte genau sehen wie Albrecht aus seiner Trance erwachte und sich erschreckte weil er plötzlich vorne auf Professor Rosiers Stuhl saß. Einem scheinbar erbosten Professor neben sich.
„I-Ich-ich weiß es nicht Professor." stotterte Albrecht. Harry konnte den Terror in seinen Augen sehen.
„Dass, Mr. Albrecht war der Imperius. Sie scheinen ein leichtes Opfer zu sein." sagte Professor Rosier und drehte sich von Albrecht weg zur Klasse hin. „Mr. Makarow, nach vorne bitte. Ich frage kein zweites mal."
Dimitri atmete einmal tief ein und schaute entgeistert zu Harry rüber. Harry versuchte mit seinem Blick zu zeigen, dass er nichts schlimmeres zulassen würde. Fragte sich aber im selben Moment wie genau er das anstellen sollte.
Als Dimitri nach vorne ging hatte er sein Gesicht weitaus besser unter Kontrolle als Albrecht es hatte. Würde Harry Dimitri nicht so gut kennen hätte er nicht vermutet, dass Dimitri innerlich angespannt war so locker wie er durch die Tischreihen nach vorne ging.
„Professor" sagte Dimitri und blieb vor Professor Rosier stehen.
„Mr. Albrecht, kommen Sie her. Versuchen Sie Mr. Makarow mit dem Imperius zu belegen." sagte Professor Rosier.
„W-wie bitte?" fragte Albrecht als er von dem Stuhl aufgestanden war.
„Sie haben mich schon verstanden Mr. Albrecht. Sie sollen versuchen Mr. Makarow mit dem Imperius zu belegen." sagte Professor Rosier scharf.
„Aber das ist illegal Sir." sagte Albrecht eingeschüchtert.
„Heute wird jeder in diesem Klassenraum die Unverzeihlichen Flüche aussprechen. Sollten Sie diese Flüche wirklich einmal brauchen ist es besser wenn Sie wissen was genau auf Sie zukommt." sagte Professor Rosier.
Albrecht blieb ein Stück vor Dimitri stehen und holte langsam seinen Zauberstab aus der Tasche. Dann schaute er Dimitri unsicher an. Aber schließlich bewegte er seinen Zauberstab und sagte
"Imperio"
Dimitris Pupillen waren genau wie Albrechts zuvor leicht geweitet. Der Imperio schien zu wirken.
„Befehlen Sie Mr. Makarow sich auf den Boden zu setzten." sagte Professor Rosier.
„Setz dich auf den Boden Makarow." sagte Albrecht.
Es dauerte einen Moment bis Dimitri sich bewegte. Seine Knie zuckten leicht als wollte er sich hinsetzen. Aber dann richteten sich seine Beine wieder und Dimitri stand immer noch gerade. Harry hatte das Gefühl als würde sein Freund innerlich kämpfen. Denn im nächsten Moment machte er wieder den Eindruck als ob er sich setzen will.
„Sehen Sie das? Der Imperio von Mr. Albrecht ist zu schwach für die willensstärke von Mr. Makarow. In gewissen Situationen können Sie sich das aber nicht von Ihren Opfern gefallen lassen. Deshalb sollten Sie sich sicher sein, dass Sie den Imperius sprechen können." sagte Professor Rosier und schwang seinen Zauberstab.
Dimitris Augen waren sofort wieder die alten und er schaute sich verwirrt im Klassenzimmer um. Seine Augen fanden Harrys und er nickte ihm beruhigend zu. Dann schaute Dimitri wieder zu Professor Rosier.
„An was können Sie sich erinnern Mr. Makarow?" fragte Professor Rosier.
„Ich habe ebenfalls eine Stimme im Kopf gehabt. Aber ich hatte kein leere Gefühl. Es war eher so als hätte ich auch noch eine Stimme. Und meine Stimme konnte gegen die andere sprechen." erklärte Dimitri.
„Gut, es ist ein gutes Zeichen wenn Sie widerstand ausüben können. Aber ich befürchte, dass das Mr. Albrechts schlechter Leistung zu verdanken ist. Mr. Albrecht, Sie können sich wieder hinsetzen. Mr. Fischer, kommen Sie bitte nach vorne." sagte Professor Rosier und Albrecht beeilte sich vorne weg zu kommen und setzte sich wieder neben Schuster.
„Mr. Makarow, jetzt versuchen Sie den Imperius auf Mr. Fischer" sagte Professor Rosier.
Im Gegensatz zu Albrecht zögerte Dimitri keine Sekunde. Selbst Harry hatte sich schon mit seinem heutigen Schicksal abgefunden. Was würde sein Vater wohl sagen, wenn er jemals herausfinden würde, dass Harry einen der Unverzeihlichen gesprochen hatte?
Wahrscheinlich würde er ganz Durmstrang verfluchen und Harry irgendwo einschließen sodass er niemals wieder die Sonne sehen konnte.
Dimitris Imperio war deutlich besser als Albrechts. Als Dimitri Fischer befahl drei mal in die Luft zu springen hatte dieser noch nicht mal gezögert. Dieses Muster führte Professor Rosier so lange durch, bis zum Schluss nur noch Harry über war.
„Mr. Potter" sagte Professor Rosier und Harry machte sich auf den Weg nach vorne.
Als Harry vorne angekommen war hörte er wie Jacob Jackson die Formel aussprach. Im selber Moment fühlte sich Harrys Kopf wie leer gefegt an. Nichts war wichtig, er interessierte sich für nichts.
Plötzlich war da eine Stimme in seinem Kopf. Gib Professor Rosier deinen Zauberstab.
Gib ihn ihm. Dein Zauberstab Du brauchst ihn nicht.
Aber in Harrys Kopf war eine zweite kleinere Stimme. Er fragte sich, warum er Professor Rosier seinen Zauberstab geben sollte. Der Mann hatte seinen eigenen und Harry brauchte seinen.
Gib Professor Rosier deinen Zauberstab drängte die Stimme weiter.
Nein, Harry wollte seinen Zauberstab nicht aus der Hand geben. Nein, sagte Harry noch mal und seine eigene Stimme wurde lauter.
Plötzlich fand Harry sich wieder zurück im Klassenzimmer. Seine Hand fest um seinen Zauberstab. Anscheinend war er einen Moment wirklich kurz davor gewesen ihn abzugeben. Harry war froh, dass er in der Lage gewesen ist, Jacksons Imperius abzuwenden. Natürlich hieß das nicht, dass er in Zukunft von jedem den Imperius abschütteln konnte, aber es war ein guter Anfang.
„Gut Mr. Potter. Mr. Jackson, Sie können sich wieder setzen." sagte Professor Rosier und gab Jacob ein Zeichen mit dem Kopf sich in Bewegung zu setzen.
„Mr. Potter, Sie versuchen den Imperius an mir." sagte Professor Rosier mit einem gefährlichen grinsen. Aus irgendwelchen Gründen rutschte Harrys Herz in seine Hose. Ihm wäre es deutlich lieber gewesen den Imperius an einem seiner Mitschüler auszuprobieren.
Schnell hob Harry seine Hand damit man ihm nicht vorwerfen könnte er hätte zu lange gezögert „Imperio!"
Harry spürte eine Art Verbundenheit zu seinem Professor. Die Augen von Professor Rosier waren ganz leicht geweitet. Normalerweise hätte Professor Rosier ihm jetzt gesagt was er seinem Mitschüler befehlen soll. Aber Harry musste sich wohl selber was harmloses einfallen lassen.
„Notieren Sie Mr. Albrecht und Mr. Schuster ein Troll für diese Unterrichtseinheit." befahl Harry und konnte das lachen seines besten Freundes bis nach vorne hören.
Harry konnte den kurzen Kampf von Professor Rosier sehen. Es war ein eindeutiger Sieg für den Professor. Einen Moment nach seinem Befehl wurden die Augen seines Professors wieder klarer und er schüttelte demonstrativ mit dem Kopf.
„Netter Versuch Mr. Potter." sagte der Professor belustigt.
Harry wartete geduldig dass Professor Rosier ihn wieder auf seinen Platz schicken würde. Aber stattdessen wandte sich Professor Rosier wieder der gesamten Klasse zu.
„Nun wissen Sie also wie es sich anfühlt unter dem Imperius zu stehen und Sie wissen wie man ihn selber spricht beziehungsweise wie man ihn richtig ausführt. Kommen wir also zu den nächsten Flüchen. Den Folterfluch und den Todesfluch, bei denen sollten Sie das genau so wissen bevor Sie diese Flüche leichtsinnig verwenden." sagte Professor Rosier und drehte sich wieder zu Harry.
„Ich werde Sie nun für wenige Sekunden mit dem Cruciatus belegen Mr. Potter. Also bereiten Sie sich da drauf vor." sagte Professor Rosier hart.
„Was?" brachte Harry noch erschrocken hervor ehe ihn ein höllischer Schmerz auf seine Knie fallen lies. Seine Muskeln fühlten sich an als stünden sie in Flammen, als wären sie vorher lang gezogen worden und jetzt mit brennenden Messern malträtiert würden. Harry krümmte seinen Oberkörper nach vorne und biss sich auf die Zunge. Gegen seinen ersten Schmerzschrei konnte er nichts mehr tun, aber er würde nicht schreiend vor seinen Mitschülern auf dem Boden liegen. Also versuchte Harry so leise wie möglich zu bleiben.
Es fühlte sich wie Stunden an bis der Fluch endlich endete. Als Harry nichts mehr spürte atmete er reflexartig tief ein. Seine Muskeln taten weh als hätte er tagelang mit Dimitri Schwertkampf trainiert und einen Schlag nach dem anderen abbekommen. Erst als er sich einigermaßen sicher fühlte stand Harry langsam auf. Er blickte in die entsetzten Gesichter seiner Mitschüler. Aber keins interessierte ihn so sehr wie Dimitris. Sein Freund hatte aus entsetzen seine Augen weit aufgerissen und setzte sich langsam wieder in seinen Stuhl. Er musste von seinem Stuhl aufgesprungen sein während Harry am Boden war.
Als Harry wieder ganz aufrecht stand dehnte er vorsichtig seine schmerzenden Muskeln und konzentrierte sich auf das ein und ausatmen.
„Wie fühlen Sie sich Mr. Potter?" fragte Professor Rosier wirkte aber kein bisschen besorgt.
Harry war fuchsteufelswild. Er spürte seine Magie um sich herum und er wusste, dass er sich arg zusammenreißen musste, damit Professor Rosier nicht seine gewaltige Magie um sich herum spürte.
„Fantastisch." sagte Harry mit seiner besten sarkasmusstimme.
Professor Rosier hob ledig eine Augenbraue und schaute Harry belustigt an. „Ganz wie der Vater." sagte Professor Rosier leise sodass nur Harry ihn hören konnte.
Harry wusste nicht was in ihn gefahren war aber er sah seinen Professor herausfordernd an. Professor Rosier lächelte lediglich und ging zu seinem Schreibtisch. Rechts daneben war eine Kiste die Harry noch gar nicht aufgefallen war. Professor Rosier öffnete sie und holte ein weißes Kaninchen raus. Langsam dämmerte es Harry was jetzt passieren würde.
Professor Rosier setzte das Kaninchen auf seinen Pult und sah Harry an. „Belegen Sie das Kaninchen mit dem Cruciatus. Und vergessen Sie nicht, dass es bei den Unverzeihlichen besonders wichtig ist, die Flüche auch zu wollen." sagte Professor Rosier.
Harry wollte das wirklich nicht tun. Alles in ihm schrie, dass es das nicht tun soll. Aber was blieb ihn für eine Wahl? Professor Rosier würde ihn hier nicht raus lassen ehe er nicht das Kaninchen gequält hatte. Harry fühlte sich in eine Ecke gedrängt. War der Imperius noch eine Art Spiel gewesen so war das hier bitterer ernst. Harry erinnerte sich an die verschlossene Tür, eine Flucht war definitiv keine Option.
Langsam hob Harry sein Zauberstab und sprach die Formel ohne es wirklich zu wollen. Er hoffte, dass das was brachte.
Das Kaninchen begann trotzdem wie wild zu zappeln und kreischte schmerzverzerrt. Wenn der Cruciatus keinen Machtrausch in ihm ausgelöst hätte, dann würde Harry sich unwahrscheinlich schlecht fühlen. Aber so war es nicht. Er fühlte sich großartig. Seine Macht floss durch seine Adern als würde er sich auf sie konzentrieren. Aber diesmal floss sie durch ihn weil er einen mächtigen Fluch ausgesprochen hatte. Harry fühlte sich unbesiegbar. Plötzlich verstand Harry warum viele Zauberer immer weiter in die Dunkle Magie abrutschten. Es war ein Rausch diese Flüche auszusprechen.
Harry hob den Fluch auf und senkte sein Arm. Professor Rosier schaute ihn neugierig und abschätzend an.
„Und nun den letzten Fluch Mr. Potter damit Mr. Makarow weiter machen kann." sagte Professor Rosier und ging bereits zu der Kiste neben dem Pult um ein neues Kaninchen aus der Kiste zu holen.
Harry wusste nicht, wie er sich in dem Moment fühlte. Er wusste nur, dass er keine andere Wahl hatte und hob wieder seinen Zauberstab.
Das letzte was Harry noch richtig wahrnahm war der grüne Blitz der durch den Kursraum blitzte.
