Das zweite Jahr Teil 5

In der Woche nach dieser intensiven Unterrichtseinheit von Professor Rosier hatte Harry das Gefühl auf Autopilot zu stehen. Dimitri ging es da wohl nicht anders.

Zum einen fühlte Harry sich komisch. Er hatte mitten im Unterricht, vor den Augen seiner Klassenkameraden den Todesfluch ausgesprochen. Auf Hogwarts hätte er an dieser Stelle ein lebenslanges Ticket nach Azkaban bekommen. Auf Durmstrang durfte Harry die Unverzeihlichen nicht nur selber ausprobieren sondern später auch noch Zeuge werden, dass jeder seiner Klassenkameraden das selbe tat.

In den letzten fünf Nächten war Harry in jeder Nacht schweißgebadet aufgewacht weil ein grüner Blitz durch seinen Traum geblitzt war. Danach war das wieder einschlafen unmöglich. Vielleicht war es der Schlafentzug der Harry so lange in dem Autopiloten lies. Vielleicht war es aber auch nur der Schock den Professor Rosier ihnen allen verpasst hatte.

Es hatte sich schnell herum gesprochen in ihrem Jahrgang das Professor Rosier mit den Unverzeihlichen angefangen hatte. Allerdings hatte es sich keiner getraut genau zu erzählen wie Professor Rosier das Thema lehrte. Trotzdem hatten die anderen gesehen wie verstört Harrys Kurs im Nachhinein war. Einige hatten sogar versucht den Unterricht mit fadenscheinigen Ausreden zu schwänzen damit sie sich das Thema selber in der Bibliothek beibringen konnten. Professor Rosier war davon überhaupt nicht begeistert gewesen. Er war tatsächlich los gegangen und hatte jeden einzelnen seiner Schüler eingesammelt die sich im Krankenflügel versteckt hatten. Unnötig zu erwähnen, dass diese Schüler Nachsitzen aufgebrummt bekamen für ihr Fehlverhalten den Unterricht zu schwänzen.

Die einzige die von all dem verschont wurde war Calypso. Wobei verschont nicht das richtige Wort war. Professor Rosier war ihr Vater. Harry hatte sich zwar nicht getraut zu fragen, aber er war sich sicher, dass Calypso an diesem Tag in der Schule nicht das erste mal mit diesen Flüchen konfrontiert wurde.

Selbst Dimitri der von seinem Bruder und seinem Vater schon vieles mitbekommen hatte war nicht vorbereitet gewesen. Er hatte besser reagiert als Harry. Das musste er seinem Freund lassen. Dimitri lief in den Tagen nach dem Kurs mit einer ausdruckslosen Maske durch Durmstrang die Harry so noch nicht gemeistert hätte. Harry wusste nicht, was in den Köpfen seiner Freunde los war, aber in seinem eigenen Kopf arbeitete es wie wild.

Harry hatte Angst. Er erinnerte sich an das gute Gefühl den Cruciatus ausgesprochen zu haben. Das blöde Kaninchen hat ihm in diesem Moment noch nicht einmal leid getan. Nun war das anders. Harry hatte Zeit gehabt darüber nachzudenken und er wusste nicht, ob er sich vor sich selber ekeln sollte oder nicht.

Schlimmer als das gute Gefühl bei dem Cruciatus war sein Gefühl beim Todesfluch gewesen. Er hatte gesehen wie das Licht in den Augen des Kaninchens aus ging. Im Bruchteil einer Sekunde war es weg. Sein Leiden beendet. Ein Leiden dass Harry ihm überhaupt erst angetan hatte. Und Harry hatte nichts gefühlt... Er hatte lediglich seine Macht durch seine Adern fließen gespürt. Er hatte sich unbesiegbar gefühlt.

Es war komisch mit seinen Freunden darüber zu reden. Harry fühlte sich, als hätte Professor Rosier ihm ein Teil seiner Unschuld geklaut. Aber eigentlich hätte Harry sich weigern können. Irgendwann hätte einer der anderen Professoren Harry aus dem Klassenzimmer befreit wenn er sich strikt geweigert hätte. Also musste Harry die Schuld quasi sich selber geben. Und das war eine Pille die ihm nicht schmeckte.

Anstatt also die Schuld bei sich selber zu suchen versuchte Harry weiter zu machen. In den Nächten in denen er nicht schlafen konnte arbeitete er an seinem neusten Fluch für Kreation. Sie hatten vor kurzem mit der Theorie der Schutzzauber begonnen. Im Gegensatz zu Calypso hatte Harry keine Schwierigkeiten mit der Theorie. Professor Berg hatte es zwar noch nicht von ihnen gefordert aber Harry hatte sich schon mal an die Kreation eines eigenen Schutzzaubers gewagt.

Sein Ergebnis war nicht das Beste, zugegeben. Aber Harry hatte eine andere Intention. Als sein selbst kreierter Zauber nichts besonderes war, hatte er es mit stabloser Magie versucht. Ähnlich wie bei dem Patronus konzentrierte Harry sich zwar nicht auf etwas glückliches aber auf ein sicheres Gefühl. In den ersten zwei Nächten hatte Harry eine Art rauchige Wolke um sich. Nachdem er die Formel ganz sein lies und sich auf seine Magie konzentrierte hatte er ein besseres Ergebnis.

In der Vierten Nacht stand Harry plötzlich in einer Blase die ihn von Kopf bis Fuß von allen Seiten schützte. Sein Schild schimmerte leicht bläulich, ansonsten war es durchsichtig. Es machte jetzt nicht den sichersten Eindruck von außen aber Harry hatte das Gefühl, dass es bombensicher war.

Ab der Fünften Nacht versuchte Harry eine Formel für dieses Schild zu finden, damit seine Freunde auch was von seinem Schutzzauber hatten. Aber das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Sobald er wieder seine Formel anwandte und sich auf den Weißeichenstab verließ war sein Ergebnis wieder schlecht. Also schwieg Harry erstmal bei seinen Freunden was sein neusten Zauber anging und versuchte die Formel zu verbessern.

„Krum Manor" sagte Viktor und verschwand in grünen Flammen die sich an ihm hoch schlängelten.

Nun stand Harry ganz alleine mit Professor Rosier in dem Kaminzimmer vom Professorenflügel.

„Einen Moment bitte Mr. Potter." sagte Professor Rosier als Harry einen Schritt auf den Kamin zugegangen war um Viktor nach Sofia, der Hauptstadt Bulgariens zu folgen.

„Sir" sagte Harry respektvoll und sah seinen Professor innerlich fluchend an. Warum musste auch ausgerechnet Romulus Rosier an einem Sonntag Morgen um halb zehn wach sein und die Tür zum Professorenflügel öffnen?

„Sie haben sich sehr gut geschlagen was die Unverzeihlichen angeht. Ich hätte mit anderem gerechnet." sagte Professor Rosier und Harry war überrascht. Sein Professor wirkte zum ersten mal in Harrys Beisein aufrichtig und vor allem schien er mal keine Hintergedanken zu haben.

„Danke Professor." erwiderte Harry immer noch respektvoll. Er wusste nicht was er mehr dazu sagen sollte. Er hatte beschlossen diese ganze Unterrichtsstunde einfach zu vergessen.

Professor Rosier sah Harry noch einen kurzen Moment abschätzend an. Für Harry war es unmöglich zu wissen, was genau in dem Kopf seines Professors los war aber er fühlte sich in keinster Weise bedroht. Das machte die ganze Situation irgendwie komisch und ungewohnt sodass Harry hoffte, dass der Moment bald vorbei war.

„Wenn Sie Interesse haben meine Tochter über die Sommerferien zu besuchen so haben Sie meinen Segen dazu." sagte Professor Rosier plötzlich und wechselte das Thema.

„O-okay. Danke Professor." sagte Harry ehrlich überrascht und vollkommen überrumpelt.

„Gut, und nun folgen Sie besser Mr. Krum." sagte Professor Rosier und deutete auf den Kamin hinter Harry.

„Das werde ich. Auf wiedersehen Professor Rosier." sagte Harry und wusste nicht wie er auf diese komische Interaktion mit seinem Professor reagieren sollte. Harry nahm eine Handvoll Flohpulver und stieg in den Kamin. Er schmiss das Pulver vor seine Füße und rief „Krum Manor"

Harry drehte sich eine gefühlte Ewigkeit im Kamin während er von Kobbholmen nach Sofia reiste. Hin und wieder sah er kurze schnipsel von dem inneren der Häuser die er durchquerte ehe er spürte wie sich das Ende seiner Reise ankündigte.

Elegant macht Harry im letzten dreh einen Schritt nach vorne und lief direkt in die Empfangshalle der Familie Krum. Als Harry nach oben schaute nahm er direkt die Größe des Hauses wahr. Die Eingangshalle war in etwas so groß wie die Küche und das Wohnzimmer von Godrics Hollow zusammen.

Viktor stand neben einem großen Mann der ihm stark ähnelte. Botschafter Krum war ein ganzes Stück größer als sein Sohn. Dafür war Viktor durch seine trainierten Muskeln breiter. Botschafter Krum hatte seine Haare wie Viktor kurz rasiert und hatte härtere Gesichtszüge als Viktor. Harry hatte nicht gedacht, dass das Möglich wäre.

„Guten Tag und herzlich Willkommen auf Krum Manor." sagte Botschafter Krum auf bulgarisch und kam einen Schritt auf Harry zu.

„Vielen Dank für die Einladung Botschafter Krum." sagte Harry ebenfalls auf bulgarisch und im selben respektvollen Ton den er bei Professor Rosier einschlug.

„Es ist uns eine Ehre. Viktor hat leider nicht viele Freunde mit nach Hause gebracht in den letzten Jahren." sagte eine Frau die plötzlich hinter Viktor und seinem Vater auftauchte.

Viktors Mutter war wunderschön. Sie hatte lange blonde Haare die Viktor definitiv nicht geerbt hatte. Sie fielen ihr in Wellen über die Schultern und reichten bis zur Hüfte runter. Sie hatte ein ovales Gesicht mit blauen Augen. Harry versuchte sich daran zu erinnern ob Viktor ihm gesagt hatte wie alt sie war aber ihrem Aussehen nach konnte sie kein Tag älter als 25 sein.

„Mutter" sagte Viktor in einen anklagenden Ton und schaute Harry verschmitzt an.

„Warum soll ich den Lügen. Ich bin froh deine Freunde endlich mal kennen zu lernen." sagte Viktors Mutter und kam direkt auf Harry zu.

Zu Harrys Verlegenheit nahm Lady Krum ihn direkt in den Arm. Etwas unbeholfen drückte Harry sie dann zurück. „Ich bin Mila und das ist mein Mann Bela." sagte Lady Krum und grinste ihn breit an. Harry hatte das starke Gefühl, dass sie genau wusste wie sehr sie ihn überrumpelt hatte. Und es störte sie kein bisschen. Hilfesuchend blickte er zu Viktor rüber der ihn ebenfalls breit angrinste. Verräter dachte Harry sich.

„Kommt, lasst uns in das Speisezimmer gehen, wir haben viel zu besprechen." sagte Botschafter Krum und ging voran zu einer Tür rechts von Harry.

„Komm" sagte Viktor breit grinsend und wartete bis Harry sich in Bewegung gesetzt hatte. Seine Mutter folgte ihnen ebenfalls ins Speisezimmer.

Der Raum war rechteckig und geschmackvoll eingerichtet. Der Boden war aus Holz und an den Wänden hingen rote Teppiche mit goldenen Verzierungen. Wenn Harry es nicht besser gewusst hätte, hätte er gedacht auf Hogwarts im Gryffindor Tower zu sein. Zumindest hatte er sich den Tower immer so vorgestellt nachdem was sein Dad und Sirius ihm erzählt hatten.

In der Mitte des Raumes stand ein meterlanger Tisch mit Stühlen an dem mindestens 28 Leute Platz fanden. Botschafter Krum war an das andere Ende des Tisches gegangen und hatte sich vor Kopf an den Tisch gesetzt.

„Vater, der Tisch ist lächerlich lang. Können wir nicht auf die Terrasse gehen?" fragte Viktor und blickte sehnsüchtig durch eines der Fenster nach draußen. Harry wagte ebenfalls einen Blick zu dem Fenstern und stellte fest, dass die Sonne hell schien und das Wetter gut war. Eine nette Abwechslung zu Durmstrang wo das Wetter immer noch dunkel und eisig war.

„Dort können wir später hingehen. Setzt euch. Darka!" rief Botschafter Krum zum Schluss lauter und Harry hörte das verräterische Plopp, dass die Ankunft eines Hauselfen ankündigte. Viktor hatte sich rechts neben seinem Vater gesetzt und Lady Krum ihm gegenüber auf die linke Seite vom Botschafter. Ganz kurz war Harry überfordert wo er sich hinsetzen sollte. Entschied sich aber für den Platz neben Viktor. Immerhin galt es als unhöflich wenn die rechte Seite vor der linken frei blieb. Ein Altes Gesetzt bei Reinblütern wie Harry in Weltpolitik gelernt hatte. Nicht zum ersten mal hatte Harry innerlich sein Dad verflucht die alten Bräuche so schleifen gelassen zu haben. Die Sitzplätze an Tischen mit Reinblütern zeigten ganz deutlich den Rang der Mitglieder am Tisch. Harry, das einzige Nichtfamilienmitglied hatte ganz zum Schluss sein Platz einzunehmen. Aber eben auf dem nächsten freien und das war der neben Viktor.

„Bring uns eine Kleinigkeit zu Essen und zu trinken. Irgendetwas besonderes Mr. Potter?" fragte Botschafter Krum.

„Danke Botschafter aber ich brauche nichts besonderes." erklärte Harry respektvoll und war mit seinem bulgarisch zufrieden. Er war froh, dass Viktor darauf bestanden hatte dass er erst bulgarisch lernte bevor er her kam. Zudem hatte Harry verwundert bemerkt, dass der Botschafter ihn trotz seines jungen Alters Siezte. Aber es war nicht an Harry dem Botschafter das du anzubieten. Auch wenn Lady Krum ihm bereits das du angeboten hatte war es unhöflich dieses Angebot einfach anzunehmen.

Der Hauself war bereits verschwunden und bereitete in irgendeinen Teil des Gebäudes ihr Essen vor.

„Ich hoffe die Reise war nicht zu unangenehm?" fragte Lady Krum freundlich in Harrys Richtung.

„Überhaupt nicht Lady Krum. Durch die langen Reisen nach Durmstrang mit dem Portschlüssel habe ich mich daran gewöhnt. Danke der Nachfrage." antwortet Harry wahrheitsgemäß.

„Das kann ich gut verstehen. Meine Eltern lebten während meiner Schulzeit in Afrika. Ich musste also jedes mal von Südafrika nach Durmstrang reisen. Ich dachte damals ich wäre Tage unterwegs gewesen." sagte Lady Krum lächelnd.

„Das ist in der Tat eine lange Strecke." sagte Harry anerkennend und hörte wieder das Plopp als Darka mit einer Platte voller Sandwiches und einem Obstteller auftauchte. Der Elf stellte alles auf den Tisch während ein zweiter Elf erschien der jedem eine Tasse Tee an die Seite stellte. Ohne dass jemand mit dem Elfen gesprochen hatte verschwanden die zwei wieder und ließen Harry mit den Krums alleine.

Lady Krum nahm sich eine Handvoll Heidelbeeren und blickte zu Viktor. „Wie läuft es auf der Schule?" fragte sie ihn neugierig und lächelte.

„Da gibt es nichts interessantes neues Mutter." sagte Viktor und grinste seine Mutter schräg an.

„Immer noch keine Freundin kennen gelernt?" fragte sie jetzt deutlich neugieriger während Botschafter Krum die ganze Situation zu beobachten schien. Harry konnte sich sein grinsen beim Thema Freundin nicht unterdrücken. Anscheinend hatte sein Freund eine gewisse Mrs. Greenie nicht erwähnt.

Lady Krum hatte sein kurzes Grinsen gesehen und rief lauter „Aha, da ist also doch was." und schaute Harry triumphal und auffordernd an.

Viktor stöhnte gequält auf. „Mutter, derzeit gibt es keine Frau in meinem Leben. Ich bin viel zu beschäftigt auf Durmstrang." sagte Viktor ausweichend.

„Würdest du das auch so sehen Harry?" fragte Lady Krum.

„Ich kann bestätigen, dass Viktor derzeit keine Freundin hat. Oder er hat sie mir auch verheimlicht." sagte Harry und schaute Viktor zum Schluss grinsend an. Schön, dass Viktor jetzt derjenige war der ein bisschen in die Bredouille kam.

„Aber da gab es jemanden, ja?" fragte Lady Krum grinsend und Botschafter Krum schien ebenfalls grinsen zu wollen. Riss sich aber zusammen.

„Ihr Name war Amanda Greenie. Aber das ging nur sehr kurz Mutter. Sie ist eigentlich nicht der Rede wert." sagte Viktor schnell bevor Harry etwas über Amanda sagen konnte.

„Greenie, ist sie zufällig die Tochter von Arnold Greenie?" fragte Botschafter Krum dazwischen..

„Nein, von dessen jüngeren Bruder Eduard." sagte Viktor vorsichtig. Jede Wette Viktor wollte das verheimlichen? Dachte Harry sarkastisch.

„Aber Eduard Greenie ist doch der Squib in der Familie. Was hat seine Tochter dann auf Durmstrang zu suchen?" fragte Botschafter Krum mit erhobenen Augenbrauen.

„Ich habe keine Ahnung Vater. Vielleicht haben sie ein paar Rechnungen gezahlt die Durmstrang offen hatte? Auf jeden Fall wurde sie angenommen." sagte Viktor schulterzuckend.

„Zu unserer Zeit hat Durmstrang wirklich nur die Reinblüter aufgenommen. Anscheinend hat sich das etwas geändert." sagte Botschafter Krum und schaute kurz in Harrys Richtung. Langsam kamen sie an den interessanten Themen an dachte Harry sich.

Viktor hatte das auch bemerkt. „Harry kommt aus einer alten und einflussreichen Familie in England." sagte er deutlich.

„Ich weiß. Aber das ist väterlicherseits soweit ich weiß. Mütterlicherseits sieht das anders aus. Was ihm zu einem Halbblut macht." sagte Botschafter Krum ohne auch nur in Harrys Richtung zu schauen.

„Na und, trotzdem wird Harry später der Kopf der Familie Potter sein. Und in der heutigen Zeit ist es nicht mehr so schlimm ein Halbblut zu sein. Viele Familien haben in den letzten Jahrzehnten ihre Dynastien dahingehend erweitert." verteidigte Viktor ihn.

„Natürlich, einige viele Familien haben in den letzten Jahren diese unglückliche Schwäche gezeigt. Mal sehen wie diese neue Generation darauf reagiert." sagte Botschafter Krum und Harry verstand nur bedingt was sein Gegenüber damit meinte. Allerdings fühlte er sich nicht unbehaglich in Botschafter Krums Nähe was schon mal ein gutes Zeichen war.

„Sollen wir nicht mal anfangen uns über eure Geschäftsidee zu unterhalten?" fragte Botschafter Krum nach kurzem schweigen am Tisch.

„Bela Liebling. Die Jungs sind gerade hier angekommen. Willst du wirklich sofort anfangen über das Geschäft zu sprechen?" fragte Lady Krum und wirkte nicht begeistert.

„Ich denke jetzt ist ein guter Zeitpunkt." sagte Botschafter Krum und nahm einen Schluck Tee aus seiner Tasse. „Dann erzählt mal, was ihr euch vorstellt."

Viktor und Harry schauten sich kurz an und Harry deutete seinem Freund anzufangen. Sein Vater, seine ersten Worte zu ihrer Firma.

„Wie ich dir schon in meinen Briefen erklärt habe Vater, haben Harry und ich einen Rennbesen entwickelt. An weiteren Modellen arbeiten wir zur Zeit, sodass wir im Sommer Vier verschiedene Rennbesen auf den Markt bringen könnten. Wir haben uns nicht nur mit der Thematik der Besen beschäftigt, sondern auch mit der Firmierung. Wir würden gerne in Griechenland eine Firma gründen und diese Besen gewinnbringend verkaufen." erklärte Viktor grob ihr vorhaben.

„Und ihr seid davon überzeugt dass der Besen mit Nimbus konkurrieren kann? Oder anderen Namenhaften Unternehmen. " fragte Botschafter Krum. Harry fragte sich, warum Viktor ihm erzählt hatte, dass seine Eltern begeistert waren wenn sein Vater gerade alles andere als Überzeugt aussah.

„Natürlich, ich bin den Besen selber schon geflogen. Das ist etwas ganz neues Vater. Wir haben das Potenzial zum Marktführer zu werden." sagte Viktor zuversichtlich.

„Ich bin ehrlich, ich hätte nicht die geringste Ahnung wie ich einen Rennbesen herstellen könnte. Daher bin ich überrascht, dass es einem zwölfjährigen und einem fünfzehnjährigem gelingt." sagte Botschafter Krum leicht sarkastisch und schaute Harry an.

„Sir, ein guter Rennbesen steht und fällt mit einem guten Stabilisator. Zum Glück habe ich eine Affinität zu diesen entwickelt. Auf diese Weise war ich dazu in der Lage einen geeigneten Stabilisationszauber für Viktors Design zu entwickeln. Ihr Sohn hat das nötige Know How für die praktischen belange, was der Besen braucht, welches Holz das beste ist. Ich habe mich um die Zauberkunst dahinter gekümmert." erklärte Harry mit ruhiger Stimme ohne auf die kleine Provokation einzugehen.

„Hexen und Zauberer haben jahrzehntelang geforscht und studiert ehe sie in der Lage waren, einen Rennbesen zu entwickeln. Warum ist ausgerechnet dir das gelungen?" fragte Botschafter Krum immer noch zweifelnd aber beharrlich.

Harry war einen kurzen Moment ratlos was er sagen sollte. Er wusste, dass er nicht der schlechteste Zauberer war, dass er eine beachtliche Menge an Macht besaß, aber es war definitiv nicht seine Stärke darüber zu reden. Zu Harrys Überraschung ergriff Viktor das Wort.

„Vater, ich hatte dir bereits erklärt was für ein Genie Harry ist. Du musst ihn eher mit einem jungen Merlin vergleichen. Er denkt anders als wir weswegen er wahrscheinlich so erfolgreich ist. Der Besen funktioniert. Ich bin ihn selber geflogen. Ich wäre nicht so dahinter, wenn ich nicht vom Besen überzeugt wäre. Wenn du Harry noch nicht vertraust weil du ihn nicht kennst, dann vertrau bitte mir und meinem Urteilsvermögen." sagte Viktor.

Botschafter Krum schaute von Viktor zu Harry und dann zurück zu seinem Sohn. Harry konnte unmöglich sagen, was in dem Kopf des Bulgaren vor sich ging aber er schien ernsthaft nachzudenken.

„Wenn ich so frei sein darf Botschafter.. Wie wäre es, wenn Sie sich selber von dem Besen überzeugen?" sagte Harry respektvoll.

„Ihr habt den Besen mitgebracht?" fragte Botschafter Krum überrascht.

Harry nickte ihm zu und griff in seine Umhangtasche. Wie er es gerne tat, hatte er den Besen geschrumpft und vergrößerte ihn stablos und ohne ein Wort zu sagen vor Botschafter Krums Augen. Aus den Augenwinkeln konnte Harry beobachten, dass Botschafter Krum interessiert eine Augenbraue hob. Viktor auf der anderen Seite versuchte sich ein grinsen zu verkneifen.

Anstatt den Besen auf den Tisch zu legen stand Harry auf und bot Botschafter Krum die Seekers Edition an. Botschafter Krum nahm Harry den Besen ab und begutachtete ihn genau während Harry sich wieder hin setzte.

Zum Schluss balancierte Botschafter Krum den Besen auf seinem Zeige- und Mittelfinger aus. „Er scheint eine gute Qualität zu haben." sagte er und Harry fand, dass es leicht anerkennend klang. Sein Blick ging kurz zu Viktor und dann zu Harry.

„Wisst ihr, das solche Besen erst getestet werden müssen bevor sie auf dem internationalen Markt verkauft werden dürfen?" fragte Botschafter Krum.

Nun war Harry tatsächlich überrascht. Aber als Harry genauer darüber nachdachte machte es Sinn und er könnte sich verfluchen, dass er nicht eher an sowas gedacht hatte.

„Nein, daran haben wir ehrlich nicht gedacht." sagte Viktor ehrlich überrascht und sah seinen Vater an.

„Ihr wollt eure Firma in Griechenland gründen? Dann muss der griechische Sicherheitsverein darüber schauen. Er kann euch die Freigabe für den internationalen Markt geben. Aber das wird ein paar Wochen in Anspruch nehmen. Das ist also Zeit die ihr – und im Umkehrschluss auch ich – mit einkalkulieren muss." sagte Botschafter Krum und Harry bekam erste Einblicke von den unternehmerischen Fähigkeiten seines Gegenübers.

„Wissen Sie wie teuer das wird? Denn das sind noch mal zusätzliche Kosten die wir einkalkulieren sollten." fragte Harry der diesen Punkt bereits in seinem Kopf auf die To Do Liste setzte.

„Das variiert. Aber Griechenland ist relativ günstig was solche Formsachen angeht. Nach Viktors Brief habe ich mich ein bisschen mit der Firmierung in Griechenland beschäftigt. Ich vermute mal, dass ihr euch wegen der geringen Kosten und den relativ schlaffen Regeln für das Land entschieden habt." sagte Botschafter Krum und Harry könnte schwören, dass er ein kurzes grinsen über das Gesicht des Botschafters zucken sah.

„Und wie genau habt ihr euch das mit der Gründung vorgestellt?" fragte Lady Krum die nun ebenfalls den Besen in der Hand hatte und ihn begutachtete.

„Harry und ich sind zu jung. Deshalb müssten Vater und Lord Potter die Firma für uns gründen. Wir wollten einen Anwalt einen magischen Vertrag ausarbeiten lassen, sodass nach erreichen der Volljährigkeit die Anteile automatisch auf mich und Harry übergehen. Sprich, du und ich unterschreiben einen Vertrag Vater und Harry und sein Vater unterschreiben den gleichen." erklärte Viktor.

„Wer soll sich um die Firma kümmern? Und wie sieht Lord Potter das ganze?" fragte Botschafter Krum und sah zu Harry.

Harry und Viktor sahen sich kurz an ehe Harry das Wort ergriff. „Mein Vater ist noch gar nicht im Bilde. Ich habe mich dagegen entschieden ihm das über einem Brief zu erklären. Ich wollte mit Viktor alles einfädeln und ihm dann alles erklären und ihn quasi vor vollendete Tatsachen stellen. Was die tatsächliche Geschäftsführung angeht wollten wir auf einen Strohmann zurückgreifen. Hatte Viktor das nicht erwähnt?" fragte Harry vorsichtig. Er war sich sicher, dass Viktor den Strohmann in seinem Brief erwähnt hatte.

„Ah, das erklärt einiges. Ich hatte vor kurzem das Vergnügen Ihren Vater kennen zu lernen. Nur ganz kurz und wir waren auch nicht alleine aber dennoch. Ich hatte ihn für einen hervorragenden Schauspieler gehalten als er auf meine letzte Anmerkung nicht reagiert hatte. Nun ja, egal. Das mit dem Strohmann habe ich natürlich nicht vergessen. Ich denke ich habe da auch jemand geeignetes aber dazu können wir später kommen. Lord Potter und ich sollen die Firma also offiziell gründen und sie euch mit erreichen der Volljährigkeit überschreiben. Keiner von uns hat was mit dem Tagesgeschäft zu tun, habe ich das richtig verstanden?" fragte Botschafter Krum nach.

„Ja, das ist richtig so Vater. Wann hast du Lord Potter getroffen?" fragte Viktor genau so überrascht wie Harry sich fühlte.

„Bulgarien steht derzeit im engen Kontakt zu Großbritannien." sagte Botschafter Krum und wirkte nicht erfreut. Harry würde gerne wissen was genau passiert war aber er wusste, dass es ihn nichts anging. Vielleicht erwähnte sein Dad ja was wenn Harry ihm von dem Besen und seinem Vorhaben mit den Krums erzählte.

Mit einem leisen Plopp erschien Darka plötzlich neben Botschafter Krum. „Botschafter Krum Sir, Premierminister Vucak ist für Sie im Kamin Sir." sagte der Elf eifrig.

Botschafter Krum sah einmal entschuldigend in die Runde. „Da muss ich leider , wie wäre es wenn du Mr. Potter ein bisschen das Manor zeigst und wir uns später noch einmal zusammen setzten." sagte Botschafter Krum.

„Das mache ich, bis später." sagte Viktor.

„Ich muss auch noch kurz was erledigen. Ich stoße nachher wieder zu euch." sagte Lady Krum und Viktors Eltern standen gemeinsam vom Tisch auf und gingen aus dem Raum. Viktor grinste Harry kurz frech an und deutete Harry aufzustehen.

„Lass uns zuerst nach draußen gehen. Ich habe die Landschaft hier vermisst." sagte Viktor.

„Okay, du gehst voran." sagte Harry und folgte Viktor nach draußen.

Die Landschaft um das Manor war beeindruckend. Harry und Viktor standen in einer Art Blase die sie komplett von der Außenwelt abschirmte. Außerhalb konnte Harry andere Häuser und Straßen sehen aber der Lärm der Stadt blieb ebenfalls fern.

„Das sind die Schutzzauber um unser Haus. Die Muggel können uns nicht sehen und wir konnten hier drin unser eigenes kleines Reich bauen." erklärte Viktor.

Das Grundstück um das Manor war groß. Harry vermutete, dass hier magisch nachgeholfen wurde. Anders hätte Harry es nicht verstanden dass mitten in der Hauptstadt eine so große Fläche verloren gegangen war ohne das ein Muggel es gemerkt hätte.

„Hinterm Manor ist sogar ein Miniquidditchfeld." grinste Viktor und Harry musste lachen.

„Also bei uns wird einfach immer im Garten gespielt." sagte Harry.

„Meine Eltern kommen selten hier raus. Und wenn, dann wollten sie nicht, dass ich über ihren Köpfen her fliege, also habe ich die Rückseite des Hauses bekommen." sagte Viktor und lief langsam los, wahrscheinlich zum besagten Quidditchfeld.

„Ich dachte dein Vater wäre begeistert. Das wirkte gerade nicht so." sagte Harry ehrlich als er neben Viktor her lief.

„Mach dir keinen Kopf. Mein Vater ist komisch gegenüber Fremden. Wenn ihr euch besser kennenlernt, dann ist er anders. Wahrscheinlich schaut er sich den Besen nachher heimlich genauer an. Vielleicht testet er ihn auch kurz. Dann wird er voll und ganz auf unserer Seite stehen.." sagte Viktor zuversichtlich.

„Okay, dann glaube ich dir mal." sagte Harry und bewunderte die gepflegten Beete von Lady Krum als sie neben dem Haus her gingen. Das ganze Anwesen strahlte eine gewisse gehobene aber ruhige Atmosphäre aus.

„Mein Vater ist eben durch und durch ein Geschäftsmann. Er kennt den Besen noch nicht. Deshalb ist er argwöhnisch. Ich denke nachher ist er anders. Dann könnte es nur nochmal beim Thema Finanzierung ungemütlich werden. Er wird auf gleiche Verhältnisse bestehen." sagte Viktor und schaute Harry vorsichtig an.

„Da finde ich nichts verwerfliches dran. Wir tragen beide das gleiche Risiko und verdienen beide gleich viel. Also sollten wir auch das gleiche finanzieren." sagte Harry schulterzuckend. Er hoffte nur, dass sein Dad da mitspielen würde.

„Ist dann nur die Frage wie viel dein Vater uns dazu gibt. Wenn wir im Anfang nicht viel haben, dann können wir erst mal nur eine kleine Reihe an Besen produzieren. Dann müssen wir eben mit dem verdienten Geld erstmal weiter wirtschaften, neues Holz bestellen und können erst danach was an uns auszahlen." sagte Viktor.

„Bei einer Firma kann man sich eh nur am Jahresende was auszahlen." erinnerte Harry Viktor grinsend.

„Jaaa schon gut." lachte Viktor. „Da, auf diesem kleinen Feld ist wahres Talent gewachsen." sagte Viktor breit grinsend und deutete auf sein wirklich kleines Quidditchfeld.

„Nicht schlecht." sagte Harry lachend und Viktor schlug ihm auf die Schulter.

„Komm, ich zeig dir was anderes, aber du darfst nicht lachen." sagte Viktor und ging quer über sein Quidditchfeld voran.

Harry beeilte sich zu folgen. Sie kamen am Rand der Schutzzauber an wo Botschafter Krum oder die Hauselfen Bäume gepflanzt hatten damit man das treiben von Muggel Sofia nicht sehen konnte. Die Bäume waren relativ dicht beieinander gepflanzt und gingen einige Meter hoch. Viktor lief noch ein kleines Stück neben den Bäumen her bis er plötzlich stehen blieb und mit einem grinsen nach oben zeigte.

Ganz oben, quasi in den Blättern versteckt war ein kleines Baumhäuschen. Harry konnte nicht an sich halten und fing laut an zu lachen. Viktor fing ebenfalls an und schlug Harry wieder leicht auf die Schultern. „Du solltest nicht lachen." sagte er gespielt entrüstet.

„Sorry" lachte Harry immer noch. „Aber das sieht wirklich nicht schlecht aus."

„Mein Vater hat das für mich gebaut. Zusammen mit meinem Großvater. Von innen ist es magisch vergrößert. Mein Lieblingsversteck als Kind. Und eindeutig die beste Aussicht auf mein Quidditchfeld." grinste Viktor.

„Das sind natürlich alles wahnsinnig gute Vorteile." grinste Harry breit.

„Komm" sagte Viktor und fing an, an einer versteckten Hängeleiter nach oben zu klettern. Harry unterdrückte dieses irreale Gefühl mit zwölf Jahren in ein Baumhaus zu klettern und folgte Viktor nach oben.

Als er in dem Baumhaus angekommen war musste Harry feststellen, dass das Baumhaus relativ elegant eingerichtet war. Wenn Harry nicht gewusst hätte, dass er in einem Baumhaus war, hätte er er nicht geglaubt. Die Wände waren natürlich mit Holz verkleidet. Der Raum war ungefähr 60 Quadratmeter groß und glich damit schon eher einer kleinen Wohnung als einem Baumhaus. In einer Ecke war eine riesige Sitzgruppe bestehend aus drei Sesseln und einer großen Couch. Genau wie das Speisezimmer in rot und Gold gehalten. In der Mitte war ein tiefer Wohnzimmertisch auf dem ein paar Quidditchmagazine lagen.

An den Wänden hing ein Quidditchposter nachdem anderen. Harry erkannte keinen der Spieler aber es mussten Spieler aus der bulgarischen Liga sein, denn Harry erkannte noch nicht mal die Mannschaftszeichen. Hinter der Couch war ein riesig großes Fenster mit Blick auf das Quidditchfeld.

Auf der anderen Seite des Raumes war eine kleine Küche. Wenn Harry in den Kühlschrank schauen würde, wäre dieser garantiert voll gefüllt, dank der Hauselfen. Und als hätte Viktor ihn gehört, ging er zu dem Kühlschrank und holte zwei gekühlte Butterbier daraus. Dann deutete er zu der Sitzgruppe und sie ließen sich dort gemeinsam nieder.

„Den Rest des Hauses zeige ich dir später. Aber viel besonderes kommt da nicht mehr. Vielleicht noch die kleine Bibliothek, aber du bist eindeutig besseres gewöhnt." sagte Viktor und öffnete die Flaschen bevor er Harry eine rüber reichte.

„Danke." sagte Harry und nahm die Flasche an.

„Was war vorhin los? Du hast arg lang gebraucht bis du da warst. Das kann nicht am Flohnetzwerk gelegen haben." sagte Viktor. Wahrscheinlich ahnte sein Freund schon, dass Harry noch ein kurzes Gespräch mit Professor Rosier hatte.

Harry stöhnte einmal gequält auf und nahm einen großen Schluck aus seiner Flasche. „Professor Rosier hat noch einmal kurz mit mir gesprochen." gab Harry also zu.

Viktor hob lediglich fragend seine Augenbrauen.

„Keine Ahnung. Professor Rosier hat noch mal die Stunde erwähnt in der wir die Unverzeihlichen besprochen haben. Er meinte, dass er was anderes von mir erwartet hätte und dann hat er mir erlaubt ihn in den Ferien zu besuchen. Oder viel mehr Calypso." sagte Harry und dachte wieder daran wie irreal das alles war.

Viktor schaute genau so verwirrt wie Harry sich fühlte. „Okaay, ich hab keine Ahnung was ich dazu sagen soll. Vielleicht hat sich Calypso irgendwie mit ihren Vater über dich unterhalten? Also so in Richtung, dass sie sich vielleicht ein bisschen mehr später mit dir vorstellen könnte." sagte Viktor und sah am Ende etwas mehr verstört aus.

„Kannst du dir vorstellen, dass Calypso mit ihrem Vater über solche Dinge spricht?" fragte Harry zweifelnd. „Ich weiß noch nicht mal, ob da wirklich was zwischen uns ist." gestand Harry.

„Sie wird zwangsläufig mit ihrem Vater über solche Dinge sprechen. Die Rosiers zählen zu den Familien, wo die Familienoberhäupter Hochzeiten arrangieren. Vielleicht hat Professor Rosier Calypso jemanden vorgeschlagen um sie aus der Reserve zu locken. Vielleicht hat sie dann erwähnt, dass du vielleicht auch eine gute Partie sein kannst." sagte Viktor zögerlich.

„Ich weiß noch nicht mal, ob da was zwischen uns ist. Ich mag sie, sie ist eine gute Freundin. Aber ich weiß nicht, ob da jemals mehr sein kann." sagte Harry ehrlich.

„In ein paar Monaten seid ihr beide Dreizehn, bei vielen geht es dann los. Ich hatte meine erste Freundin auch mit dreizehn. Und selbst wenn ihr dann noch nicht wollt oder ihr euch dabei nicht gut fühlt, ihr habt genug Zeit. Selbst wenn ihr euch am Ende doch nicht zueinander hingezogen fühlt und euch in jemand anderes verliebt. Ihr seid beide frei zu tun und zu lassen was ihr wollt." sagte Viktor. „Professor Rosier würde ich keinster weise mit in eure Überlegungen hineinziehen."

„Das ist ja alles schön und gut. Aber ich habe das Gefühl dass da mehr hinter der Sache mit Professor Rosier steckt. Warum noch mal die Unverzeihlichen erwähnen wenn es Rosier nur um Calypso gegangen wäre?" fragte Harry.

„Das ist in der Tat komisch. Was glaubst du worum es Rosier geht?" fragte Viktor.

„Keine Ahnung. Er hatte mich ja mal gefragt, ob ich einen neuen Zauberstab hätte. Dann, in der Stunde bei den Unverzeihlichen sollte ich ihm meinem Zauberstab aushändigen. Nicht wie die anderen etwas tun, nein, ich sollte ihm meinen Zauberstab geben und ich hätte es noch nicht mal gemerkt, weil man bei dem Imperius vieles vergisst. Ich würde gerne wissen, was Professor Rosier mit meinem Elderstab hat.." überlegte Harry. Er hatte nach der Stunde noch nicht mal mit Dimitri oder Calypso darüber gesprochen. Einmal weil er in einer Art Trance war und zum anderen weil es ihm erst Tage danach aufgefallen war, als er sein Schutzschild kreiert hatte.

„Vielleicht sollten wir uns mal mit den Elderstab befassen. Also nicht speziell mit deinem aber generell mit der Mythologie hinter Elderstäben. Vielleicht gibt es da etwas das wir nicht wissen. Aber der Professor eben schon." schlug Viktor vor.

„Das habe ich auch schon überlegt. Calypso konnte mir auch nicht wirklich was sagen warum ihr Vater sich dafür interessiert." sagte Harry schulterzuckend.

„Besuch die Rosiers doch wirklich. Dann lass aber den Elderstab bei dir zu Hause. Vielleicht verrät sich Rosier irgendwie." schlug Viktor vor.

„Das wird interessant. Ich habe zum einen das Problem meinen Eltern zu sagen wo genau ich bin. Den Elderstab kann ich auch nicht zu Hause lassen, falls meine Eltern den mal finden. Das heißt, falls meine Mum überhaupt da ist. Sie ist ja mittlerweile ausgezogen. Ich denke mal, ich lasse den Elderstab über die Ferien wieder auf Durmstrang." sagte Harry.

„Sag deinen Eltern doch einfach, dass du hier bist. Dass wir was wegen dem Besen zu klären haben." sagte Viktor.

„Mal schauen. Ich habe eh noch nicht viel für den Sommer geplant. Einfach weil wir die Firma gründen und den Besen vermarkten wollen." sagte Harry schulterzuckend.

„Ich werde daneben wahrscheinlich nur trainieren. Ich muss meine Mutter gleich mal fragen ob schon ein Brief vom Trainer hier angekommen ist. Es kann sein, dass ich Durmstrang schon eher verlassen muss um ins Trainingslager zu flohen." sagte Viktor.

„Dein Vater lässt dich dafür eher gehen?" fragte Harry verblüfft. Das hätte er nicht vom Botschafter erwartet.

„Er lässt mich nur gehen, wenn alle Prüfungen durch sind. Eigentlich verpasse ich dann nur das Abschlussfest und den Duellwettbewerb. Und der ist nicht wirklich interessant wenn du mich fragst. Wir duellieren uns genug untereinander." sagte Viktor.

„Auch wieder wahr. Dimitri ist verdammt gut in letzter Zeit geworden. Calypso musste richtig aufpassen als wir uns das letzte mal getroffen hatten." überlegte Harry.

„Das ist normal. Ihr habt mittlerweile viel mehr Flüche und Erfahrung eben weil ihr regelmäßig duelliert. Ihr musstet euch alle zwangsläufig verbessern. Einen Siebtklässler macht ihr vielleicht noch keine Konkurrenz aber mit der richtigen Stratege könnte sogar das was werden." sagte Viktor.

Mit einem leisen Plopp stand plötzlich Darka wieder neben Harry und Viktor.

„Darka, was gibt es?" fragte Viktor überrascht.

„Lady Krum lässt fragen, ob Sie ihr auf der Terrasse Gesellschaft leisten würden Master Viktor." sagte der Elf.

„Wir kommen gleich." sagte Viktor und der Elf verschwand wieder.

„Wie war das vorhin noch mit deiner ersten Freundin mit dreizehn? Ich denke deine Mutter wird begeistert sein." lachte Harry.

Viktor warf Harry als Antwort mit einem Kissen von der Couch ab.

Harry und Viktor hatten den ganzen Mittag und frühen Nachmittag mit Lady Krum verbracht. Als Viktors Mutter mitbekommen hatte, dass Viktor ihm das Manor noch nicht gezeigt hatte, war Lady Krum aufgesprungen und hatte diesen Part selber übernommen.

Sie waren also zu dritt durch das imposante Manor gegangen und Harry hatte Einblick in fast alle Räume des Manors bekommen. Was ihm stark auffiel war, dass die Farben wie schon im Baumhaus und Speisezimmer meist in Rot und Gold gehalten waren. Hin und wieder waren einige Wände mit Holz verkleidet gewesen oder es gab so riesige Fenster in den Räumen, dass dies überflüssig war.

Bei der Bibliothek hatte Viktor recht behalten. Sie warf definitiv nichts im Vergleich zu der in Durmstrang aber Harry musste auch erst noch mal eine Bibliothek finden die das konnte. Aber selbst die ungepflegte Bibliothek von Sirius schien besser zu sein als die in Krum Manor. Harry vermutete, dass er in dieser Bibliothek nur die absoluten Basics finden würde.

Am Ende der Tour hatten sie sich wieder auf der Terrasse eingefunden. Darka hatte den Tisch wieder mit Getränken für sie eingerichtet und zwischen ihm, Viktor und seiner Mutter war ein nettes Gespräch über Merlin, Quidditch und Zaubertränke entstanden. Es hatte sich herausgestellt, dass Lady Krum genau wie seine Mum einen Master in Tränke besaß. Noch heute braute sie verschiedene Tränke für das ansässige Krankenhaus.

„Tränke brauen wäre natürlich auch ein netter Zeitvertreib in meinem späteren Leben." sagte Harry ehrlich. „Ich denke dass es in diesem Bereich noch sehr viel unerforschtes gibt."

„Das denke ich auch. Aber das Forschen verlangt Zeit. Und man weiß nie, ob man am Ende etwas interessantes entdeckt hat, oder ob der Zaubertrank hoch fliegen wird." grinste Lady Krum schelmisch.

„Oh ja, ich denke jeder hat seine Geschichten von gescheiterten Zaubertränken." lachte Harry und Viktor verdrehte die Augen. Zu seinem Glück hatte seine Mutter nicht noch mal das Thema Freundin angesprochen.

„Aber das hätte ich jetzt wirklich nicht von dir erwartet. Bei Viktor weiß ich ja wie er sich seine Zukunft vorstellt aber bei dir hätte ich jetzt gedacht, dass du dich um die Firma kümmerst die ihr gründen wollt." überlegte Lady Krum und sah Harry neugierig an.

„Um ehrlich zu sein nervt es mich auch ein bisschen, dass wir die Firma an einen Strohmann abgeben werden. Ich werde mich auf jeden Fall regelmäßig mit den Büchern der Firma beschäftigen um demjenigen auf die Finger zu schauen. Aber ich denke nicht, dass ich glücklich werde wenn ich mich bis an mein Lebensende an diesen einen Schreibtisch setze. Ich denke ich bin ein wenig wie Sie Lady Krum. Ich denke in mir steckt ein Forscher." sagte Harry ehrlich.

„Und dann gehst du in Richtung Tränke?" fragte Lady Krum.

„Das weiß ich auch noch nicht. Tränke ist natürlich wahnsinnig interessant. Aber die Kreation von Zaubersprüche genau so. Ich denke dass ich mich nie komplett fest legen werde. Ich denke, ich werde einfach von meinen Projekten leben und in der Zwischenzeit das nächste starten. Und der Victory ist schon mal ein guter erster Anfang." sagte Harry.

„Das hört sich auf jeden Fall nach einem interessanten Leben an. Eine Mutter würde es natürlich lieber hören, wenn ihr Kind ein geregeltes Leben mit einem geregeltem Job in Betracht zieht. Aber es muss auch Ausnahmen zu der Regel geben." sagte Lady Krum lächelnd.

„Das kann ich mir vorstellen." lachte Harry. „Ich beneide Viktor und mein Freund Dimitri, die ihren Traumjob schon seit Jahren kennen und darauf hin arbeiten." gestand Harry.

„Dimitri war der Sohn von Aleksandr Makarow, dem russischen Zaubereiminister oder?" fragte Lady Krum.

„Genua der. Aber der zweite Sohn. Sein Älterer Bruder Wladimir geht in meine Klasse." erklärte Viktor.

„Verstehe" sagte Lady Krum. „Und was möchte Dimitri gerne nach Durmstrang tun?"

„Er möchte Anwalt werden. Er hat zwar noch nichts genaues gesagt, aber ich denke er wird in Richtung internationales Recht gehen." sagte Viktor.

„Kein verkehrter Weg." sagte Botschafter Krum der plötzlich hinter Harry aufgetaucht war.

„Es tut mir leid. Das hat alles länger gedauert als ich gedacht hatte. Ich hatte den Tag eigentlich anders geplant." sagte Botschafter Krum und kam an den Tisch heran. Harry sah, dass er den Victory in der Hand hielt und ihn vorsichtig am anderen Ende des Tisches ablegte, wo er niemanden stören konnte.

„Ich denke das ist kein Problem Liebling." sagte Lady Krum und der Botschafter ließ sich neben Viktor nieder. Im Gegensatz zu dem Gespräch am Esszimmertisch saßen hier alle wild durcheinander. Lady Krum saß vor Kopf mit Harry und Viktor rechts und links neben ihr. Kurz hatte Harry deswegen Panik, aber es schien sich niemand an der Sitzordnung zu stören und Harry erinnerte sich daran, dass Viktor sagte, dass sein Vater auch anders konnte.

„Den Besen habt wirklich nur ihr kreiert? Wenn der auf den Markt kommt, wird niemand kommen und sagen, dass er daran beteiligt war?" fragte Botschafter Krum und sah Harry und Viktor abwechselnd an.

„Nein Vater, das waren nur Harry und ich." sagte Viktor stolz.

„Gut, dann habt ihr meine volle Unterstützung. Ich habe mir erlaubt, einen kurzen Flug zu wagen und ich muss sagen, ich bin noch nie etwas vergleichbares geflogen. Es ist erstaunlich was ihr da geschaffen habt. Ich bin bereit euch finanziell für das Unternehmen unter die Arme zu greifen. In Form einer Geldspende an Viktor, damit ihr das Unternehmen ohne Fremdfinanzierung gründen könnt. Aber das nur, wenn Lord Potter dieselbe Summe an dich spendet Mr. Potter. Ich hoffe, dass wir das alles im Sommer klären können. Sollte dein Vater nicht einverstanden sein, dann müssen wir eine andere Art der Finanzierung finden." sagte Botschafter Krum.

Harry und Viktor strahlten beide über das ganze Gesicht. Viktor stand auf und drückte seinen Vater ehe er sich wieder auf seinen Stuhl setzte. „Danke Vater."

„Ich muss mich auch bedanken Botschafter Krum. Ich werde mich sofort bei Ihnen melden wenn ich mit einem Vater gesprochen habe, damit wir die restlichen Sachen klären können. Und ich danke Ihnen für Ihr vertrauen." sagte Harry glücklich.

„Lass endlich mal den Botschafter. Du bist hartnäckiger als manche Sekretäre die ich getroffen habe. So alt ist der Titel auch noch gar nicht." sagte Botschafter Krum grinsend und goss sich ein Glas Wein ein.

„Stimmt, Viktor hatte erwähnt, dass Sie vorher Leiter der magischen Strafverfolgung in Bulgarien waren." sagte Harry.

„Genau. Ein weitaus besserer Job wenn du mich fragst. Obwohl, seit ich Botschafter bin, lerne ich deutlich mehr Leute kennen." sagte Botschafter Krum.

„Bela hat den Job gewechselt auf Bitten des Bulgarischen Zaubererministers." sagte Lady Krum lächelnd.

„Dann war das wahrscheinlich eine ganz große Ehre. So weit ich weiß, kommt das nicht oft vor." sagte Harry anerkennend.

„Nicht wirklich, ich kenne den Zaubereiminister schon seit Jahren. Immerhin bin ich jahrelang in der Strafverfolgung tätig gewesen und habe hin und wieder eng mit ihm zusammen gearbeitet." sagte Botschafter Krum. „Wie sieht das in England aus? Arbeitet Lord Potter auch eng mit Minister Fudge zusammen?"

„Nicht wirklich. Die Dinge in England laufen zur Zeit etwas anders." sagte Harry.

„Das konnte ich bereits feststellen. Wie gesagt, ich war vor kurzem in England und ich hatte das Gefühl, dass die rechte Hand nicht weiß was die linke Hand gerade tut." sagte Botschafter Krum und wirkte dabei leicht verärgert.

„Das klingt ganz nach dem England von dem du mir erzählt hast Harry." lachte Viktor und grinste breit.

„Das ist ein politischer Albtraum Viktor. Wie soll ich meine Meinung kund tun und meinen Job machen wenn mein Gegenüber keine feste Meinung hat. Auf diese Weise kann keine vernünftige Diskussion entstehen. Am liebsten wäre es mir, wenn wir diese ganze Geschichte einfach abbrechen und ruhen lassen. Aber leider sind einige Leute in England zu festgefahren um das zu zulassen." sagte Botschafter Krum.

„Dir ist schon klar, dass wir gerade nur die Hälfte von dem verstehen was du sagt Liebling oder?" fragte Lady Krum herausfordernd und Botschafter Krum lächelte verschmitzt.

„Ich weiß nicht, ob ich den Jungs schon verraten soll was los ist." sagte er mit einem breiten Grinsen.

„Du weißt schon, dass es gemein ist sowas zu sagen Vater oder?" fragte Viktor rhetorisch.

„Ja" sagte Botschafter Krum immer noch mit einem breiten Grinsen. Harry war ehrlich überrascht wie anders sich Viktors Vater plötzlich verhielt. Vielleicht war das ganze am Vormittag nur eine Art Masche von ihm um zu sehen wie beharrlich Harry ist. Oder in wie weit er selber für sich und Viktor einstand.

„Also" harkte Viktor weiter nach.

„Ach, was soll's. Die Franzosen haben vorgeschlagen das Trimagische Turnier wieder aufleben zu lassen. Es soll aller Wahrscheinlichkeit nach in zwei Jahren in Frankreich stattfinden." sagte Botschafter Krum und überraschte Harry vollends mit dieser Information.

„Aber das Trimagische Turnier war doch eines der am gefährlichsten Turniere überhaupt. Warum will man das wieder ins Leben rufen?" fragte Viktor verdutzt.

„Den meisten geht es um die Tradition Viktor. Die Franzosen scheinen irgendwie auf die Idee gekommen zu sein, dass sie dieses Turnier wieder aufleben lassen wollen. Dafür haben sie sich mit einigen Briten an einen Tisch gesetzt und zusammen haben sie dann den Vorschlag international in die Wege geleitet. Deshalb sind ich und einige andere Botschafter damit beschäftigt viel nach England oder Frankreich zu reisen." sagte Botschafter Krum.

„Müsste nicht eher der norwegische Botschafter mit ins Boot?" fragte Viktor.

„Um dann den anderen genau zu verraten in welchem Land Durmstrang ist?" fragte Botschafter Krum zurück. „Wir vertreten Durmstrang mit einer Delegation. Die Botschafter aus Russland, Kasachstan, Weißrussland und Polen sind auch mit von der Partie. Norwegen lassen wir mit Absicht raus. Schulleiter Karkaroff hält die norwegische Regierung auf dem laufenden was alle wichtigen Entscheidungen angeht. Aber das Turnier wird so oder so nicht auf Durmstrang stattfinden."

„Verstehe. Also ist das schon alles in sicheren Tüchern?" fragte Viktor neugierig weiter.

„Nicht wirklich. Wir sind weit Entfernt von einer Einigung. Unserer Seite ist es relativ egal ob das Turnier wieder stattfindet oder nicht. Wir legen nur hin und wieder Vetos ein wenn es um spezielle neue Regelungen bezüglich der Sicherheit geht. Das größte Problem sind derzeit die Briten unter Schulleiter Albus Dumbledore. Wie gesagt, die Briten sind gespalten. Die eine Hälfte ist Feuer und Flamme und plant begeistert mit. Die andere Hälfte versucht alles um das Turnier aufzuhalten und mit Albus Dumbledore haben sie einen relativ großen Fürsprecher. Letztendlich ist es seine Schule und sein letztes Wort." erklärte Botschafter Krum. Harry konnte sich gut vorstellen, dass Albus nicht gerade begeistert war das Leben eines seiner Schüler zu riskieren für ein Turnier das wegen einer zu hohen Todesrate abgeschafft wurde.

„Zur Zeit ist alles ein großes Durcheinander bei dem keiner mehr einen Durchblick hat. Dein Vater ist auf der Seite der Abgeneigten Briten." sagte Botschafter Augenzwinkernd zu Harry.

„Hmm. Ich kann mir vorstellen dass mein Dad nicht sehr begeistert ist. Er setzt sich seit Jahren dafür ein, dass Großbritannien sicherer wird für mich und meine Generation." sagte Harry zögerlich. Innerlich wusste er aber ganz genau, dass sein Dad nur wegen Albus handelte.

„Ich gebe zu, die Lage in Großbritannien ist prekär. Aber ich halte sie derzeit nicht für gefährlich. Ich bin auf keinerlei Probleme gestoßen als ich in London war. Zugegeben, dieses politische Durcheinander ist ein Problem, aber das ist das Resultat jahrelanger falscher Führung. Man darf die Dunkle Magie nicht so stark beschneiden und hoffen das es keinen Aufstand gibt." sagte Botschafter Krum schon fast gelangweilt.

Aber diese Haltung sah Harry immer öfters. Er sprach hier mit dem Familienoberhaupt einer alten und einflussreichen Familie. Botschafter Krum war wie viele andere auch mit der Dunklen Magie aufgewachsen und für ihn war sie geradezu selbstverständlich. Das hieß nicht, dass er von ihr besessen war und wie ein verrückter auf die Straßen ging und tötete. Er genoss einfach die Macht die mit der Dunklen Magie einhergeht und schöpfte auf dieser weise sein ganzes Potential aus. Harry verstand einfach nicht, warum dass nicht auch in Großbritannien so problemlos möglich war.

„Oder wie schätzt du die Lage in England ein Harry?" fragte Botschafter Krum weiter nach einer kurzen Pause in der keiner gesprochen hatte.

„Vater." sagte Viktor warnend aber Botschafter Krum hob seine Hand und Viktor verstummte sofort.

„Dein Freund ist alt genug um eine eigene Meinung zuhaben und diese auch kund zu tun. Immerhin hat er sich für einen Engländer anders als die anderen Entscheiden als er nach Durmstrang kam." sagte Botschafter Krum und sah Harry neugierig und interessiert an.

„Ich denke, dass die Menschen in England angst vor der Dunklen Magie haben. Nach Deutschland hat England am meisten unter Grindelwald gelitten. Erst danach wurde die Dunkle Magie so richtig beschnitten. Als ich aufwuchs haben alle zu mir gesagt, dass es nichts schlimmeres gibt als die Dunklen Flüche. Man durfte sie noch nicht mal aussprechen oder erwähnen ohne dass man abwertend behandelt wurde. Familien die offen auf der dunklen Seite stehen werden geächtet, sie können sich nur durch ihren Einfluss beziehungsweise durch ihrem Gold retten...

Aber mittlerweile denke ich auch, dass das falsch ist. Wie kann ich mich gegen dunkle Flüche verteidigen wenn ich sie nicht kenne? Wenn ich sie nicht verstehe? Wie soll ich meine Familiengeschichte richtig verstehen wenn ich einen Teil meiner Herkunft leugne? Ich denke also, dass England einen Mittelweg finden muss. Und das sehr schnell, bevor Voldemort da ist. Denn dann ist es zu spät." sagte Harry zögerlich.

„Interessant.. Ich höre raus, dass du kein Problem mit den dunklen Flüchen hast. Verständlich, sonst würdest du es nicht auf Durmstrang aushalten. Aber du fürchtest dich vor Voldemort?" fragte Botschafter Krum neugierig.

Jetzt kam Harry an einen gefährlichen Punkt. In den letzten Monaten hatte sich seine Einstellung leicht verändert. Erst schleichend, dann als Professor Rosier ihnen die Unverzeihlichen beibrachte noch einmal gewaltig. Aber Harry war hier sicher, Botschafter Krum würde niemals genauer mit seiner Familie über dieses Thema sprechen, Harrys Dad würde das nicht zulassen wollen.

„Ich bin nach Durmstrang weil ich unterfordert war. Ich hatte aber dennoch nie das Bedürfnis die Dunklen Flüche zu lernen oder gar zu praktizieren. Ich bin nach Durmstrang, weil es dort anspruchsvoller ist als auf Hogwarts. Aber ich habe gelernt, dass mir die Dunklen Flüche liegen. Und ich halte sie nicht mehr für das große Tabu für dass sie mir alle weiß machen wollten. Wenn sich in England nichts ändert und ich mit 17 Jahren eine eigene Wohnung dort habe, wird es schwer komplett auf die dunklen Flüche zu verzichten. Also ja, ich bin dafür, dass die Gesetze in England gelockert werden, aber ich bin mir nicht sicher ob Voldemort der richtige weg ist." sagte Harry ehrlich und hoffte das die Krums ihn verstanden. Vorsichtig schaute er zu seinem Freund.

Viktor sah kurz überrascht aus aber dann schien er über Harrys Worte nachzudenken. Aber was wichtig für Harry war, war dass es in Viktors Augen keine Abscheu sah.

„Du hattest also ein schlechtes Bild von den Dunklen Flüchen weil man dir das so beigebracht hat Harry. Als du dich selber damit beschäftigt hast, hast du bemerkt dass du ein Sympathisant bist. Man hat dir beigebracht, dass Voldemort schlimm ist. Hast du dich schon mal selber mit ihm beschäftigt?" fragte Botschafter Krum.