Draco hielt Scorpius und Albus kaum aufrecht als sie vor dem Kamin auftauchten. Mit seinem Zauberstab beschwörte er das Sofa durch den Raum, liess neben sie gleiten direkt vor dem brennenden Feuer. Er pflanzte Scorpius in die Kissen und als er sich fallen lies nahm er den meisten Platz ein, entschied sich Albus auf dem Boden zu sitzen sein Rücken gegen die Vorderseite. Draco setzte sich auf die Lehne der Couch und die drei Männer sassen für einige Minuten in orientierungsloser Stille welche nur durch Albus zucken und Grimassen unterbrochen wurde.
„Ich glaube das war der längste Tag meines Lebens", sagte Albus schliesslich und drehte sich zu Scorpius welcher in die Couch gesunken war. Scorpius wandte seinen Blick von der Decke und lächelte Albus traurig an.
„Ist es schon morgen?" fragte Albus und massierte sein Bein. „Es fühlt sich an als müsste es morgen sein."
Draco sah auf seine Uhr.
„Es ist nicht einmal zehn Uhr."
Albus legte seinen Kopf auf die Kissen bei Scorpius' Brust das Geräusch seines Atems beruhigte ihn.
„Geht es dir gut Al?" fragte Scorpius, er bewegte müde den Arm um ihn auf Albus' Schulter nahe seinem Kinn zu legen.
„Es geht mir gut", versicherte Albus ihm.
Scorpius sah zu seinem Vater der über ihm sass. Draco hatte seine Augen nicht von seinem Sohn gelassen seit sie im Manor angekommen waren und er wischte sein dreckiges Haar aus seinem schmutzigen Gesicht.
„Dad? Geht es dir gut?"
„Ich bin nicht verletzt", sagte Draco ihm, „Und ich bin so froh das du in Sicherheit bist."
Albus nahm Scorpius' Hand von seiner Schulter und hielt sie fest.
„Du hast uns ganz schön Angst eingejagt", sagte Albus und Scorpius sah zwischen ihnen hin und her.
„Danke", sagte er leise und Draco lächelte zu ihm hinunter.
„Alles für dich", sagte Draco. Er drückte Scorpius' Schulter bevor er aufstand. „Wir müssen dich sauber machen und du musst essen. Ich bin gleich zurück."
Scorpius nickte und sah zum Portrait seiner Mutter das über dem Kamin hing. Astoria sah auf ihren Sohn hinunter gezeichnete Tränen liefen ihr übers Gesicht. Scorpius musste wegsehen.
„Wie lange war ich weg?" fragte er Albus.
„Fünfzehn Tage", sagte Albus, „Die längsten fünfzehn Tage. Ich kann mir nicht vorstellen was du durchgemacht hast."
Scorpius biss sich auf die Lippen und sah wieder zur Decke. Wenn Albus ihn weiter so ansah würde er wieder weinen und er war zu erschöpft um zu weinen.
Albus presste ihre verschränkten Hände an seine Stirn und schloss seine Augen.
Von der Tür konnte er hören wie Draco die Hauselfen instruierte ruhig zu sein – das Scorpius eine Tortur durchgemacht hatte und das er etwas Zeit brauchte bevor er wieder er selbst war. Scorpius lächelte müde als er Pikes schrille Stimme sorge ausdrückte.
Nach einem Moment geflüsterter Unterhaltung von der Tür brachte Pike eine Schüssel Wasser und einen Lappen sie tauchte so ruhig an Scorpius' Seite auf das er aufschreckte.
„Hallo Pike", sagte er warm.
Albus hatte nie gewusst wie sich Hauselfen ausdrückten aber der Ausdruck von Trauer war unverkennbar auf Pikes Gesicht.
„Ich kümmere mich darum", versicherte Albus ihr und sie nickte bewegte sich aber nicht. Sie wrang nur die Hände unfähig Scorpius länger als eine Sekunde anzusehen.
„Ich bin in Ordnung Pike", versicherte Scorpius ihr, er liess Albus los und pachte Pikes beschäftigte Hände um sie zu beruhigen. „Es wird mir gut gehen."
Das, so schien es, war genug um sie abzusichern und sie tätschelte Scorpius leicht auf den Handrücken bevor sie wegging und den Raum ruhig verliess.
„Sie haben sich Sorgen um dich gemacht", sagte Albus, er nahm den Lappen und tauchte ihn in das warme Wasser. „Alle haben sich Sorgen um dich gemacht."
Seine Bewegungen waren langsam – es kostete viel Energie so zu tun als hätte er keine Schmerzen – und er nahm Scorpius' Hand vorsichtig und wischte den Schmutz von ihnen, er vermied die verbannten Ringe um seine Handgelenke.
„Al du musst nicht."
„Doch muss ich", versicherte Albus ihm. Er streckte sich nach Scorpius' Gesicht und zuckte zusammen.
„Wieso ist da überall Blut in deinem Gesicht?" fragte er und begann es wegzuwischen. Scorpius schloss die Augen.
„Diese Handfesseln", sagte Scorpius, „Sie sollten mich davon abhalten überhaupt Magie zu wirken aber ich habe es immer versucht und…"
Albus wischte das frische Blut unter Scorpius' Nase vorsichtig weg.
„Du hast es versucht um mich wissen zu lassen das du da bist."
Scorpius nickte leicht, er rollte sich noch mehr zusammen und sah Albus an.
„Ich muss schrecklich aussehen."
Albus lächelte und schüttelte den Kopf. „Nein. Du bist das Beste was ich seit fünfzehn Tagen gesehen habe."
Scorpius lächelte schwach und schloss seine Augen und Albus hoffte verzweifelt das sie schlafen konnten.
Draco kam mit einer Schüssel Suppe wieder und stellte sie auf einen nahegelegenen Tisch.
„Du musst essen", sagte Draco und Scorpius sah ihn an als wäre die blosse Vorstellung erschöpfend.
„Muss ich?" fragte er müde, „Kann ich nicht einfach schlafen?"
„Bald", sagte Albus und liess seine Hand los. Er verzog das Gesicht wegen einem neuen Krampf und kämpfte dagegen das sein Gesicht zu viel Schmerz zeigte.
Scorpius nickte und erlaubte Draco ihn in eine halb sitzende Position zu bringen als Harry den Raum betrat.
„Daphne, Selwyn und Travers sind alle in der Obhut des Ministeriums", sagte er, „Pansy wurde ins Sankt Mungos gebracht und zwei Auroren überwachen ihr Zimmer. Ich lasse auch ein Sicherheitsteam das Gelände draussen überwachen und die Eingänge beobachten bis wir bestätigen können das sonst niemand involviert ist."
„Ist es nicht", sagte Scorpius, er nahm einen Löffel Suppe und zuckte zusammen. „Es ist heiss."
„Das ist weil dir so kalt ist. Du zitterst noch immer", sagte Draco. Harry nahm eine Decke von einem Sessel und schlang sie um Scorpius' Schultern, währenddessen umarmte er ihn vorsichtig.
„Du hast uns wirklich Sorgen bereitet", sagte Harry ihm.
Scorpius sah in schüchtern an und sah zurück zu seiner Suppe.
„Es tut mir Leid."
„Danke Harry", sagte Draco er setzte sich auf den Rand der Couch zwischen Scorpius und Albus was Albus etwas zum schmollen brachte bis Harry sich neben ihn kniete.
„Bist du in Ordnung?" fragte er. Albus sah über seine Schulter und sah das Draco Scorpius beschäftigte.
Albus schüttelte seinen Kopf und sah seinen Vater direkt an.
„Komm schon", sagte Harry, „Machen wir dich mal sauber."
„Geh nicht", flehte Scorpius.
„Ich gehe nirgendwo hin", sagte Albus und lies Harry ihn auf die Füsse ziehen und verlagerte sein Gewicht auf sein gutes Bein. „Ich gehe mich nur abspülen. Das ist alles."
Scorpius nickte zögerlich zustimmend und drehte sich wieder zu Draco als Harry Albus aus dem Zimmer half.
Draco sah zu wie Scorpius' langsame, vorsichtige Schlucke von seiner Suppe nahm und rieb seinem Sohn liebevoll und vorsichtig über den Rücken. „Er wollte etwas sagen – irgendetwas um ihm zum lächeln oder lachen zu bringen oder ihm versichern das alles besser würde – fand sich aber selten sprachlos.
Albus führte Harry zum nächsten Badezimmer das eine Dusche hatte und als sie ankamen brach er auf dem Waschbecken zusammen.
„Entspannt sich das Bein nicht?" fragte Harry. Albus schüttelte den Kopf.
„Nein. Es ist dieser durchgehende Muskelkrampf von meiner Seite bis zu meinen Knöchel hinunter", sagte Albus. Er sah sich im Spiegel an. Sein Gesicht war bedeckt mit Schmutz und Russ und seine Haare waren heller von al dem Staub der sich darin verfangen hatte. Er zog seine Kleider aus und warf sie auf den Boden.
„Scorpius wird wütend sein, dass du seinen Pulli ruiniert hast", stichelte Harry.
Albus lächelte. „Wenigstens ist er am Leben um wütend zu sein."
„Ich werde ein paar Zutaten für einen Aufpäpeltrank zusammensuchen. Es sollte wenigsten die Schmerzen lindern", sagte Harry, „Wasch dich. Ich bin gleich zurück."
Albus nickte und Harry verliess ihn. Er zog sich schmerzhaft in die Dusche und als er sie anschaltete sah er wie der Schmutz in den Abfluss floss. Er blieb in der Dusche bis das Wasser klar blieb und dann noch etwas bis er sich gesammelt hatte.
Scorpius war kaum bei Bewusstsein als Draco ihn aus der Dusche zog und ihm half einen sauberen Schlafanzug anzuziehen. Scorpius hatte versucht es zu vermeiden in den Spiegel zu sehen und hatte versagt, er starrte sein Spiegelbild erschreckt an.
„Willst du nach oben gehen?" fragte Draco aber Scorpius schüttelte den Kopf.
„Mir ist kalt", sagte Scorpius und lehnte sich gegen Draco während sie gingen. „Kann ich zurück zum Kamin?"
„Natürlich."
Draco brachte ihn zurück in den Salon wo Albus und Harry warteten. Scorpius brach neben Albus auf der Couch zusammen, welcher schnell einen Arm um seine Schulter schlang und einen weiteren Schluck von dem Trank in seiner Hand nahm.
„Fühlst du dich besser?" fragte Albus.
„Ich fühle mich nicht als ob ich sterbe", antwortete Scorpius, „Das ist eine Verbesserung."
Albus sah Hilfe suchend zu seinem Vater und Harry hörte auf umherzugehen. Er und Draco sahen besorgt zu ihren Söhnen hinunter.
„Kannst du darüber sprechen was passiert ist?" fragte Harry.
Scorpius beugte sich von Albus weg und in die Lehne der Couch er wand sein Gesicht von ihnen ab und rieb seine Stirn.
„Ich muss das fragen", sagte Harry mitfühlend und kniete sich vor Scorpius. „Ich muss berichten was passiert wird ansonsten kann das Ministerium Daphne und ihre Komplizen nicht festhalten."
„Pansy verdient Askaban nicht", sagte Scorpius leise, „Der Rest von ihnen schon."
„Kannst du mir sagen wieso?"
Scorpius sah zum Gemälde seiner Mutter auf, er fragte sich ob sie sich betrogen fühlen wurde das er ihre Schwester in das schlimmste Gefängnis das man sich vorstellen konnte brachte.
„Tante Daphne – „Scorpius unterbrach sich selbst und atmete tief durch und bedeckte seine Augen mit seine Hand. Es war einfacher wenn er nicht sah wie Albus und sein Vater ihn ansahen. „Daphne. Sie ist nicht meine Familie. Ich glaube sind hat vom Ausbruch im Duellier Club gehört. Sie hat sich in den Kopf gesetzt, dass ich der mächtige reinblut Zauberer bin der ihre Leute zurück zu Grösse führt und die Schlamm und Halbblüter unterdrückt. Sie hat beschlossen das sie mich ´in Ordnung´ bringt weil meine Kräfte der Beweis sind das der Greengrass Familienfluch gebrochen ist."
Er blickte wieder zum Gemälde seiner Mutter hoch und sie starrte ihn mit einem Mitgefühl an das er nicht glaubte das er es verdiente.
„Und so haben sie und Selwyn und Travers mich gefoltert. Ich bekam kein essen bis ich tat was sie verlangte – Dinge für eine gewisse Zeit schweben lassen, alle Laternen im Haus anzünden ohne sie zu sehen. Solche Sachen. Es wurde immer schwieriger und wenn ich nicht spurte oder es nicht gut genug machte hat jemand von ihnen den Cruciatus Fluch benutzt und ich wurde zurück in den Kerker geworfen."
Albus sah hilflos auf seine Hände.
„Pansy war da als ich entführt wurde aber das war alles", sagte Scorpius, „Sie hat mir hinter Daphnes' Rücken Essen gebracht und hat ihren Zauberstab oder ihre Hand kein einziges Mal gegen mich erhoben."
„Ich hab gesehen was du getan hast", sagte Harry, „Das haben wir alle. Wieso hast du dich nicht selbst befreit?"
„Sie hatten diese Handschellen die mich davon abhielten Magie zu benutzen", sagte Scorpius und hielt seine blasigen und geschundenen Handgelenke hoch. „Und wenn sie sie abgenommen haben damit ich…üben konnte stellten sie sicher das ich wusste das einer von ihnen da draussen war und euch drei beobachtete während ihr nach mir suchtet. Sie sagte sie tötet jede Person die mir wichtig ist wenn aufhöre zu kooperieren angefangen mit Dad und Albus."
Albus sah nicht auf als er sprach.
„Wie hast du mich wissen lassen das du da bist?" fragte er.
„Wie hast du es gewusst?" fragte Harry Albus, „Du hast es nie gesagt."
„Ich habe ihn geschockt", erklärte Scorpius, „Ich habe Dads Lachen gehört und es hat wiedergehallt und ich habe meine Augen geschlossen und habe versucht die Leute im Haus zu spüren. Wie homenum revelio ohne Zauberstab zu nutzen denke ich und ich habe Albus gefunden und ich habe ihn durch seine Schuhsohlen geschockt. Es war sehr…schwer zu versuchen durch den Fluch zu arbeiten."
Scorpius sah zu seinem Vater auf, der bemerkenswert ruhig war und sah das er mit dem Rücken zu ihm gegen die Feuerstelle lehnte.
„Und das…wäre es glaube ich", schloss Scorpius. Harry nahm Scorpius' Hand und drückte sie ermutigend bevor er aufstand.
„Danke", sagte er, „Ich weiss das war schwer aber wir werden Gerechtigkeit kriegen."
„Gerechtigkeit wird mir nicht helfen zu schlafen", sagte Scorpius.
„Oder mir", sagte Draco. Er drehte sich um und verschränkte seine Arme, seine Augen waren rot.
Albus lehnte sich vor, sein Gesicht in seinen Händen.
Scorpius hob die Decke vom Boden und schlang sie um sich um klar zu machen dass er fertig mit sprechen war.
„Ich gehe und schreibe den Bericht", sagte Harry zu Draco als sie zur Tür gingen. „Wir brauchen in ein paar Tagen eine persönliche Stellungnahme aber das kann warten."
Harry sah zurück zu Albus und Scorpius. Albus war zu Boden geglitten um Scorpius Platz zu machen damit er sich ausstrecken konnte und setzte sich in die schmerzloseste Position. Er und Draco sahen zu wie Albus die Decke etwas fester um Scorpius steckte und sicher stellte, dass seine Füsse zugedeckt waren.
Harry hatte immer mühe damit gehabt seine Kinder als etwas anderes zu sehen als Kinder. Wenn er Lily ansah, sah er sie als Kind wie sie mit Wildblumen spielte ihre Haar zu Pferdeschwänzen gebunden und wenn er Albus und James ansah stellte er sie sich kaum älter als Kleinkinder vor, welche lernten ihren ersten Besen zu fliegen oder versuchten auf dem Boden des Wohnzimmers zu lesen.
Aber wenn er Albus jetzt ansah, wie er die Person die er liebte nach einer fürchterlichen Totur tröstete, sah er etwas anderes. Sein Sohn war stark und unnachgiebig. Albus hatte in einem Kampf schnell reagiert und war nicht anderes als mutig gewesen und Harry wusste, dass er Albus nie wieder als weniger als einen guten Mann sehen würde.
„Lass sie heute hier", sagte Draco leise und sah wie Scorpius Augen sich anfingen zu schliessen.
„Ich glaube nicht, dass Albus mich etwas anderes tun lassen würde", sagte Harry, „Ich komme am Morgen wieder um nach ihnen zu sehen."
Draco nickte und Harry wandte sich zum gehen. Draco schnappe seinen Arm bevor er es konnte.
„Danke Harry", sagte Draco, „Wenn du nicht der Chef der magischen Strafverfolgung wärst…ich bin mir nicht sicher ob wir ihn gefunden hätten wenn es jemand anderes wäre."
Harry nickte unsicher was er sagen sollte. Draco Malfoy neigte normalerweise nicht zum innigen Austausch mit ihm.
„Jederzeit Draco", sagte er schliesslich und Draco liess seinen Arm los und sah zurück zu Scorpius als Harry wegging.
Albus hatte Draco zum Schlafen in den nächsten Raum geschickt, da er wusste, dass er sich sowieso nicht von seinem Platz an Scorpius' Seite bewegen würde.
„Wenigstens einer von uns sollte sich etwas ausruhen", sagte Albus, „Mein Bein bringt mich sowieso noch um."
Und so sass er neben Scorpius und warf Holz ins Feuer wann immer es klein war und stellte sicher das die Decke schön fest unter seinem Kinn blieb. Wenn er anfing sich umherzuwälzen streckte sich Albus und streichelte sein Gesicht und flüsterte Zusicherungen bis er sich beruhigte und sein Gesicht sich wieder entspannte.
Doch dann nickte Albus ein sein Kopf lag unangenehm bei Scorpius' Arm. Mitten in der Nacht fing Scorpius an im Schlaf zu sprechen, er sagte immer wieder „Nein" und „Nicht noch einmal" bis Albus aufwachte. Sein Gesicht war verzehrt und Albus zog sich hoch um auf der Kante der Couch zu sitzen.
„Scorpius?"
Albus schüttelte seine Schulter vorsichtig aber Scorpius wachte nicht auf. Er schrie auf und Albus schüttelte ihn fester, er sagte seinen Namen bis sich Scorpius' Augen weit und erschrocken öffneten.
Albus beugte sich über ihn und streichelte die Seite seines Gesichts mit seinem Daumen.
„Hey", sagte er ruhig, „Es ist in Ordnung. Du bist jetzt zuhause."
Scorpius starrte zu ihm hoch er kam langsam zu Sinnen.
„Al?" wimmerte er. Albus mochte das überhaupt nicht.
„Ich bin hier", versicherte Albus ihm, „Ich gehe nirgendwo hin."
Scorpius setzte sich gegen die Armlehne des Sofas auf und sah zum Feuer, sein Atem beruhigte sich als Albus die Decke wieder um ihn steckte. Der warme Schein des Feuers lies sein Gesicht weniger blass und leer aussehen, was Albus ein wenig beruhigte.
„Was kann ich tun?" fragte Albus.
Scorpius schüttelte den Kopf und rieb sich das Gesicht.
„Ich kriege ihre Gesichter nicht aus meinem Kopf", sagte er, „Ich kann die Angst nicht stoppen die ich hatte wenn einer von ihnen auf mich zukam um den Cruciatus Fluch zu benutzen."
Albus wusste nicht was er tun sollte. Er zog Scorpius' Hände vorsichtig von seinem Gesicht um ihm in die Augen zu sehen.
„Ich kann mir nicht vorstellen was du durchmachst", sagte Albus, „Oder was du erlebt hast, aber ich kann dir sagen das ich dich nicht aus meinen Blickfeld lasse. Ich schwöre ich verstümmle jeden der versucht dir Leid zuzufügen."
Scorpius' Ausdruck wurde weicher und er streckte sich und fuhr mit seinen Händen über Albus' Seite.
„Du wurdest verletzt", sagte er.
„Es ist nichts", sagte Albus schnell, „Es ist ein kleiner Preis dafür das du zuhause bist."
„Ich habe mit Dad gesprochen…während du geduscht hast. Ich denke nicht was er sagen sollte also hat er mir von dir erzählt", sagte Scorpius und spielte abwesend mit dem Saum vom Albus' Shirt. „Er sagte du hast einen Ministeriums Mitarbeiter bedroht."
„Den Chef der Ermittlungsabteilung um genau zu sein", gab Albus zu und versuchte zu lächeln. „Sie schien den Ernst der Lage nicht wirklich zu verstehen. Es war der Tag an dem du verschwunden bist."
„Er hat auch gesagt, dass du die meisten Teile zusammengefügt hast. Das du Daphnes Haus tagelang beobachtet hast und das du mit ihnen zu jedem Ort gegangen bist den sie untersucht haben und er sagte das du es warst der schliesslich herausgefunden hat wo ich war", sagte Scorpius.
„So weit würde ich nicht gehen", sagte Albus, „Ich habe nur…Steine umgedreht bis etwas aufgetaucht ist."
„Er sagte du hast kaum geschlafen", fuhr Scorpius fort. Albus wünschte sich Draco hätte ihm diese Sachen nicht gesagt.
„Du warst verschwunden", sagte Albus, „Natürlich habe ich nicht geschlafen. Ich wusste das du da draussen bist und ich wusste das du verletzte warst."
Scorpius schluckte hart und zeichnete mit seinen Finger undefinierbare Figuren auf Albus' Bauch.
„Er sagte er habe noch nie so eine Hingabe von einer Person zu einer anderen gesehen."
Albus konnte Scorpius nicht in die Augen sehen. Nach so einem langen und aufreibenden Tag schien es zu viel zu sein. Er hatte bereits genug geweint.
Aber Scorpius tippte an sein Kinn bis er aufsah.
„Er sagte ich habe verdammtes Glück dich zu haben", sagte Scorpius und wischte Albus' Haare aus seinem Gesicht. „Er sagte ich soll dich festhalten."
„Es wäre schwer für dich mich loszuwerden", sagte Albus, „Auch wenn ich nicht glaube das ich ein sehr guter Freund war. Ich war abgelenkt. Ich habe nicht darauf geachtet was du durchmachst."
Er zuckte etwas zusammen als sein Bein wieder schmerzte und atmete tief durch um zu warten bis es abklang aber Scorpius beugte sich vor und legte seine Hand auf sein Bein. Seine Hand war warm wie eine Wärmflasche und Albus war erleichtert als er anfing die Sehne, welche über halb seinem Knie zuckte, zu massieren.
„Also du kannst es jetzt kontrollieren?" fragte Albus. Er strich leicht über Scorpius' Rücken während er seine Handfläche in den schlimmen Muskel drückte.
„Ja", sagte Scorpius, „Ich glaube Professor McGonagalls Lektionen haben geholfen mich zu retten. Ich war in der Lage zu visualisieren was ich tat und es hat geholfen."
Albus sah bewundert auf das leichte Leuchten welches von Scorpius' Hand kam und nach einem Moment legte er seine Hand darauf.
„Das ist ziemlich beindruckend", sagte er.
Scorpius zuckte mit den Schultern. „Etwas nützliches musste daraus ja entstehen."
Albus sah die wunde Haut um Scorpius' Handgelenke und vorzog die Stirn.
„Tut es weh? Deine Handgelenke?"
„Ein bisschen", sagte Scorpius, „Dad hat vorhin etwas Salbe drauf getan damit es heilen kann."
„Wir gehen morgen ins Sankt Mungo", versicherte Albus ihm, „Sie werden dir helfen dich besser zu fühlen. Körperlich zumindest."
„Und sie werden sich dieses Bein ansehen", antwortete Scorpius.
Albus zuckte mit den Schultern. „Es ist nicht meine erste Priorität."
„Was war die Überraschung?" fragte Scorpius plötzlich.
„Was?"
„Als ich an dem Tag auf dem Weg nach Hogsmeade war sagtest du, du hättest eine Überraschung für mich."
Albus hatte die Party komplett vergessen – das magische Archiv und die Gemeinschaft der Magiezoologen. Er hatte alles vergessen was er fragen wollte.
„Dein Dad und ich hatten eine kleine Party im drei Besen für dich geplant", gestand Albus, „Der Brief wurde aus versehen ihm geschickt aber du wurdest für eine Position im magischen Archiv von England angenommen."
„Das habe ich alles vergessen", sagte Scorpius, „Das hat sich viel länger als zwei Wochen angefühlt."
„Ich weiss, aber ich wollte dir auch noch sagen dass ich eine vorübergehende Zusage für eine Ausbildung bei der Gemeinschaft der Magiezoologen in London bekommen habe und ich wollte…um…"fing Albus an zu stammeln. „Ich wollte dich fragen ob du vielleicht zusammenziehen willst…und anfangen an…solche Sachen zu denken."
Zum ersten Mal seit dem Morgen des Quidditch Spiel bekam Albus ein aufrichtiges Lächeln von Scorpius.
„Du hast gerade geholfen eine böse, manipulierende Schlampe zu bekämpfen die dich getötet hätte wenn sich die Chance dazu bekommen hätte", sagte Scorpius, „und du stotterst wenn du mich fragst ob ich eine Wohnung mit dir will?"
„Ja", antworte Albus und leichte leise über sich, „Ich denke schon."
„Wirst du rot?"
Albus verdrehte die Augen und Scorpius lehnte sich entspannt gegen ihn.
„Es ist eine dämliche Frage", sagte Scorpius, „Du weisst das ich das liebend gerne würde."
„Es scheint dämlich und das war vorher aber nun will ich…"Albus hatte mühe die Worte zu finden. „Ich will nur die Chance dich besser zu lieben. Ich hatte…wirklich grosse Angst das ich dich verloren habe und das ich nie die Chance kriege dir das zu sagen."
Scorpius küsste Albus' Wange leicht und schloss die Augen, drückte seine Stirn gegen Albus.
„Und hier war ich und dachte ich wäre der schlechte Freund weil ich temperamentvoll und zurückgezogen war", sagte Scorpius, „Du bist kein schlechter Freund. Wenn du es wärst hätte ich nicht jede Nacht an dich gedacht. Ich wusste das du da draussen bis und mich suchst. Es hat mich durchgebracht."
Albus biss sich auf die Lippen. Es waren Monate seit er Scorpius geküsst hatte – wirklich geküsst so als ob er es wirklich meinte. Er dachte zurück an den July im feuchten Gras an seinem Geburtstag. Es schien eine Ewigkeit her.
Scorpius schien zu wissen was er dachte und bevor Albus wusste was er sagen konnte küsste Scorpius ihn, er legte seine Hände um seine Taille. Albus erwiderte den Kuss zuerst vorsichtig und biss ihm dann in die Unterlippe, er ignorierte den leichten Schmerz der zurück in sein Knie und seine Hüfte kam. Er zog Scorpius näher, nahm sein Gewicht grosszügig an – verehrend – und küsste ihn bis Scorpius sich mit einem müdem Lächeln zurückzog.
„Wenn es mir besser geht", sagte Scorpius, „verbringen wir ein ganzes Wochenende im Raum der Wünsche."
Albus lachte und lehnte sich ausgestreckt gegen die Couch und arrangierte seine Arme und Beine bis Scorpius seinen Kopf auf seine Brust legen konnte. Er streckte sein schlimmes Bein über die Armlehne, sehr bewusst wie lächerlich sie aussahen zusammen auf der zu kleinen Couch aber Albus konnte sich nicht vorstellen wo er lieber hätte sein können als in den frühen Morgenstunden von Silvester mit Scorpius, welcher auf seiner Brust schlief, vor einem brennenden Feuer liegend.
