Harry fand Ginny in der Küche beim späten putzen. Als sie sich umdrehte und seine dreckigen, kaputten Kleider und seine blutige Lippe sah hob sie ihre Augenbrauen und stellte das Wasser aus
„Was ist passiert?"
„Wir haben ihn gefunden", sagte Harry grinsend. Seine Lippe fing wieder an zu bluten.
„Habt ihr?" Ginnys Augen weiteten sich und sie ging aufgeregt auf ihn zu.
„Ja. Ich meine…er wird Hilfe brauchen aber er ist am Leben und ganz."
Ginny schlang ihre Arme um Harry und umarmte ihn fest.
„Das ist so eine Erleichterung", sagte sie. Er hielt sie fest. „Ist Al in Ordnung?"
Harry liess sie los nun etwas ernsthafter.
„Es gab einen Kampf. Er hat einen schweren Treffer abbekommen", sagte er, „Ich bin nicht sicher wie schwer. Wir bringen sie am morgen ins Sankt Mungo aber er hat Probleme zu gehen."
„Ist er im Manor? Kann ich ihn sehen?"
Harry schüttelte den Kopf. „Nein. Scorpius ist erschöpft und wahrscheinlich schlafen die beiden mittlerweile. Ich hätte ihn nach Hause gebracht aber ich glaube nicht dass er Malfoy für eine Weile aus den Augen lassen wird."
Ginny nickte verständnisvoll und Harry erzählte ihr von Daphne und ihren Komplizen und Pansy Parkinsons Beteiligung während sie ihm eine Tasse Kamillentee machte.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihm jemand etwas antun wollen würde", sagte Ginny schliesslich und setzte sich Harry gegenüber an den Küchentisch.
„Ich auch nicht, aber die Wahrheit ist er ist erschreckend mächtig", sagte Harry, „Wenn er wollte könnte er Ärger bedeuten."
„Es ist Scorpius", sagte Ginny, „Er kriegt eher Ärger weil er ein Bibliothekbuch zu lange ausgeliehen hat."
„Stimmt", sagte Harry, „aber dennoch sollte es uns bewusst sein."
Ginny nickte. „Ich wette Al ist so erleichtert."
„Ich habe ihn noch nie so gesehen wie heute Nacht", sagte Harry, „Er hat sich die Verteidigungslektionen offenbar zu Herzen genommen sonst hätte er sich töten lassen. Ich habe überhaupt nicht so ein Duell erwartet ansonsten wäre er nicht dort gewesen aber Gin du wärst stolz auf ihn gewesen. Der Fluch den ihn erwischt hat war nicht wirklich seine Schuld und er hat alles richtig gemacht."
Harry sah durch den Raum zu einem Foto von Albus und James kurz bevor Albus in Hogwarts angefangen hatte. Sieben Jahre erschienen wie ein Leben.
„Als ich ging lag Scorpius auf dieser Couch beim Feuer und Al hat sich geweigert ihn zu verlassen also sass er einfach auf dem Boden", sagte Harry, „Klingt das vertraut?"
Ginny lächelte ab der Welle trauriger Nostalgie.
„Nach der Schlacht um Hogwarts", sagte sie, „Mum hat dich zurück zum Fuchsbau genommen und du und Ron habt alles im Haus gegessen und dann hast du beinahe einen Tag lang geschlafen."
„Und du bist genau dort geblieben bis ich aufgewacht bin", sagte Harry. Er nahm ihre Hand über den Tisch hinweg und hielt sie fest. „Er sieht vielleicht aus wie ich aber es ist viel von dir in ihm."
„Das ist wahrscheinlich was ihn am leben erhielt", stichelte Ginny und Harry lachte als er seinen Tee austrank.
Draco stand an der Tür zum Arbeitszimmer als Harry und Ginny am nächsten morgen ankamen. Er hielt einen Becher Tee uns sah Scorpius und Albus dabei zu wie sie bis zum Morgengrauen schliefen.
Ginny tauchte an seiner Schulter auf und sah hinein als sie Albus im Schlaf bewegte und seinen Arm enger um Scorpius schlang und sie lächelte.
„Ich bin so froh das er in Sicherheit ist", flüsterte sie und Draco lächelte sie an.
„Ich auch" sagte Draco. Er sah über sie hinweg zu Harry, welcher etwas gebraucht aussah aber bis auf die leichte Schwellung an seiner Unterlippe wieder einigermassen normal war.
„Sollen wir sie wecken?" fragte Ginny.
Harry schüttelte den Kopf.
„Lass sie schlafen", sagte er, „Ich weiss ein zwei Sachen darüber so etwas wegzuschlafen."
„Dennoch", begann Draco, „Ich glaube es ist an der Zeit das wir uns einer grossen und schrecklichen Wahrheit stellen."
„Und das wäre?" sagte Harry zweifelnd.
„Das es eine grosse Wahrscheinlichkeit gibt das wir in einigen Jahren Schwiegereltern sind", sagte Draco und trank seinen Kaffee.
„Sag das nicht Hermine oder Rose", sagte Ginny, „Sie werden nur wetten."
„Es gibt noch eine weitere grosse und schreckliche Wahrheit Draco", sagte Harry.
„Was?"
„Ainsley Greengrass einziger Vormund wurde gerade ins Gefängnis gebracht", sagte Harry, „Sie ist sechzehn Jahre alt und hat keine Familie ausser ihrer Mutter."
„Ist das der Teil an dem du mir sagst das ich das nächste Familienmitglied in der Reihe bin?"
„Das nicht alt und in St. Oswald's ist", sagte Harry, „Sie ist in Schutzverwahrung im Ministerium aber –„
„Bring sie her Harry", sagte Draco, „Natürlich solltest du sie herbringen. Sie muss furchtbar aufgebracht sein. Sie kann Silvester nicht allein verbringen auch wenn es kaum ein Feiertag ist."
„Ich werde eine Eule schicken", sagte Harry blieb aber stehen und sah seinem Sohn noch einen Moment dabei zu wie er friedlich schlief.
Als Albus etwas später aufwachte lag Scorpius offensichtlich wach über ihm. Er zeichnete mit seinem Zeigefinger Kreise auf Albus' Arm.
„Du bist noch hier", sagte Albus. Scorpius sah zu ihm auf.
„Allerdings", sagte Scorpius, „Ich war auch erleichtert hier aufzuwachen."
„Darauf wette ich."
Scorpius legte seinen Kopf zurück auf Albus' Brust und blieb ruhig bis sein Magen anfing zu knurren.
„Ich muss essen", verkündete Scorpius als er sich langsam von Albus und der Couch löste. Als er stand war er etwas wackelig aber ruhig.
„Du musst alles im Haus essen", sagte Albus.
„Ja ich weiss. Ich sehe ziemlich schlimm aus", sagte Scorpius.
Albus kämpfte sich mit einem Stöhnen auf die Füsse. „Dir geht's gut und du wirst dich in ein paar Tagen besser fühlen."
„Ich hoffe dasselbe kann ich über dich sagen", sagte Scorpius besorgt, „Sollte das nicht schon weg sein?"
„Ich weiss es nicht", sagte Albus, „Wir lassen es später überprüfen. Zuerst – Frühstück."
Scorpius hielt ihm seinen Arm hin und schlang ihn um seinen Bauch und Albus versuchte so sehr er konnte sein Gewicht nicht auf Scorpius zu lagern.
„Ich bin gerade keine grosse Hilfe", sagte Scorpius, „aber ich bin hier."
Albus lächelte und zusammen gingen sie auf die langsame Reise in das Esszimmer wo Albus erleichtert war seine Eltern zu sehen.
„Scorpius!"
Ginny rannte durch den Raum und umarmte Scorpius, welcher kaum Zeit hatte Albus loszulassen, dieser hüpfte den Tisch entlang um sich neben Harry zu setzten.
„Es ist so schön dich zu sehen", sagte Ginny. Sie gab Scorpius einen Kuss auf die Wange und er wusste nicht was er tun sollte. Es war Jahre her das jemandes Mutter ihn so umarmt hatte – wie es seine eigene Mutter getan hatte wen er aus dem Zug von Hogwarts kam.
„Es ist auch schön Sie zu sehen Mrs. Potter", sagte Scorpius schliesslich.
„Liebes du siehst schrecklich aus", sagte sie. Scorpius lachte peinlich berührt.
„Ich brauche ein paar Rühreier und mehr Schlaf", sagte er. Ginny führte ihn zum Platzte neben seinem Vater, welcher sofort anfing Essen auf Scorpius' Teller zu schaufeln.
„Ich bin froh dass du auf den Füssen bist", sagte Draco. Er zog Scorpius' Ersatzbrille aus seiner Tasche und Scorpius nahm sie dankbar an. „Du siehst aus als hättest du etwas Schlaf gekriegt."
Scorpius sah zu Albus.
„Das hab ich. Endlich", sagte Scorpius. Er nahm einen Bissen von seinem Rührei und bemerkte das sein Appetit über Nacht zurückgekehrt war und der Geruch von Pikes vierkäse Rührei mit Paprika und Zwiebeln verstärkte ihn nur. Er ass den kompletten Teller so schnell er konnte und griff dann über den Tisch nach Toast.
Draco starrte ihn an.
„Was?" sagte Scorpius durch einen Mund voller Brot.
„Bist du in Ordnung?"
„Ich habe wirklich Hunger", sagte er, schluckte und ass gleich den Rest der Scheibe und griff nach dem Orangensaft. „Entweder esse ich oder ich schlafe gleich wieder ein."
„Na dann iss langsam. Es wird ein langer Tag", warnte Draco ihn.
„Ja ich weiss. Direkt ins Sankt Mungo", sagte Scorpius, „Muss ich?"
„Ja", sagte Draco streng.
„Und Al auch", stimme Ginny zu. Albus verdrehte die Augen und trank seinen Kaffee.
„Und wenn wir zurückkommen wird Ainsley hier sein", sagte Draco ihm.
Scorpius hörte auf zu essen und sah ihn an.
„Ainsely? Ich bin nicht bereit mich mit anderen Leuten zu beschäftigen. Das", sagte Scorpius und deutete an die Leute am Tisch, „ist mein Limit."
„Sie kann sonst nirgendwo hin", sagte Harry, „Sie ist in einem Safe house des Ministeriums weil sie keine Familie hat die sie aufnehmen kann."
Albus sah von Scorpius zu seinem Vater. Er wusste das Harry es zum Ziel machte das ein Kind welches durch Verbrechen versetzt werden musste schnellst möglich an einen sicheren Ort kam und Ainsley war keine Ausnahme.
„Wenn es etwas ändert", sagte Albus, „werde ich bei dir bleiben. Du musst ihr nicht allein gegenüberstehen."
„Es ist im Moment schwer genug Mums Portrait anzusehen", gab Scorpius zu, „Ainsley sieht genau so aus wie Daphne."
Draco seufzte. „Sie ist aber nicht ihre Mutter. Wir sind wirklich ihre einzige Familie Scorpius und sie steht neben sich seit du entführt wurdest. Sie hat mir jeden Tag geschrieben und um ein update gebeten."
„Was wirklich ironisch ist wenn du darüber nachdenkst", sagte Scorpius, „da Weihnachtsferien waren und sie zuhause war mit ihrer Mutter – oder wenigstens war sie bei ihrer Mutter wenn ihr Mum mich nicht gefoltert hat und hungern liess.
Draco öffnete seinen Mund um zu protestieren hatte aber nichts zu sagen.
„Aber du hast recht", endete Scorpius nach einem Moment. „Wir sind ihre Familie und ich werde ihr irgendwann gegenüber treten müssen. Da kann ich das Pflaster auch abreisen bevor wir nächste Woche nach Hogwarts zurückgehen."
„Nächste Woche?" sagte Draco, „Oh nein. Du gehst nicht zurück bis du ein sauberes Gesundheitszeugnis hast. Du musst Ruhen und dich erholen."
„Ich gehe mit Albus zurück nach Hogwarts", erklärte Scorpius.
„Ich kann für eine Woche zuhause bleiben", sagte Albus, „Ich habe unsere Aufgabenliste sowieso schon."
„Nein wirst du nicht", sagte Ginny, „Du hast bereits genug Schule verpasst."
„Du hast das Ende des Semesters ausgelassen oder?" fragte Scorpius Albus.
„Bist du taub? Natürlich habe ich das", sagte Albus, „Ich habe Listen von Flint und Farley."
„Na dann ist es entschieden", sagte Scorpius, „Wir müssen nächste Woche zurückgehen wenn Albus die letzten Wochen Unterricht verpasst hat."
„Al kann ohne dich zurückgehen" sagte Harry.
Albus schüttelte den Kopf. „Al kann ohne ihn zurückgehen aber Al wird es nicht."
„Du musst unter der Betreuung eines Heilers sein", sagte Draco, „und die Heiler im Sankt Mungo – „
„Können Madame Pomfrey sicher Instruktionen schicken", unterbrach Scorpius.
Stille senkte sich über den Tisch und Scorpius versuchte sein Frühstück unten zu behalten. Er hatte komplett zu schnell gegessen.
„Wenn die Heiler sagen es ist in Ordnung", begann Draco, „und du dich um dich kümmerst dann kannst du nächste Woche nach Hogwarts zurückgehen."
Scorpius seufzte und stimmte seinem Vater zögerlich zu. Sie schüttelten sich die Hände.
„Jetzt wenn ihr mich entschuldigen würdet", sagte Scorpius und stand auf. „Ich glaube mir wird schlecht."
Als Scorpius nicht zurückkam, suchte Albus ihn er humpelte den Gang hinunter und stützte sich an den Wänden ab. Er fand ihn gegen eine Wang gelehnt in der Nähe einer der vielen Badezimmer im Manor, seine Augen geschlossen.
„Scorp?"
„Ich…" Scorpius brach ab und atmete tief durch. „Ich habe nicht aufgepasst. Es war dunkel hier unten und…"
„Du brauchst es nicht zu erklären", sagte Albus, er stemmte sich gegen die Wand und hielt ihm die Hand hin. Er half Scorpius auf die Füsse und für einen Moment lehnten sie aneinander.
„Keine dunklen Orte für eine Weile", sagte Albus.
„Ich würde lieber nicht alleine unterwegs sein", sagte Scorpius leise, „Wenn das in Ordnung ist."
„Natürlich", sagte Albus, „Ich werde bei dir bleiben. Ich werde wie eine Klette sein."
„Was ist eine Klette?"
Albus seufzte. „Ich zeige es dir wenn wir das nächste mal einen Film sehen. Der Punkt ist ich werde bei dir bleiben. Wohin du gehst gehe ich auch."
„Ich will nicht nerven", sagte Scorpius, „Es ist nur…ich kann es nicht erklären."
„Das musst du nicht", sagte Albus, „Ich verspreche es. Wenn du das Licht zum Schlafen anlassen willst ist das in Ordnung. Wenn du etwas Ruhe brauchst ist das auch in Ordnung. Sag es mir einfach."
Scorpius nickte und tippte mit seinen blossen Zehen auf Albus' schlechten Fuss. „Lass uns dieses Bein ansehen gehen."
Als sie ins Sankt Mungo apparierten wartete die Presse. Reporter des Tagespropheten standen zuvorderst in der Menge mit Kameras und schnell schreibe Federn. Scorpius schloss seine Augen gegen die Blitze während Draco ihn durch die Lobby führte sein Gesicht stoisch und reserviert. Scorpius hielt seinen Kopf gesenkt, er sah nur zurück um sicher zu gehen das Albus, dem Harry half, hinter ihm war.
Es dauerte nur einige Minuten um einzuchecken aber es war viel zu lange für Scorpius. Nach fünfzehn Tagen in beinahe Einsamkeit war die Traube an Menschen zu viel und er drehte sein Gesicht gegen die Schulter seines Vaters. Harry versuchte die Reporter einzufangen und sie zurückzudrängen einen Abstand einforderte aber als öffentlicher Ort konnte er nicht viel tun.
Albus lehnte neben Scorpius gegen die Theke und sah zur Rezeptionistin.
„Kannst du uns hier nicht rausholen?"
„Das war ein Fehler", gab Draco zu, „Ich hätte jemanden ins Manor kommen lassen sollen."
„Unsere Heiler machen keine Hausbesuche", sagte die Rezeptionistin kalt als ob sie diese Worte hundert mal am Tag sagte. Sie reichte ihnen vier Marken und verwies die Gruppe auf den vierten Stock, sie bot einem offensichtlich schmerzerfüllten Albus einen Rollstuhl an welchen er sofort ablehnte.
Sie stiegen mit der Hilfe von Harry in den Fahrstuhl, welcher die letzten Reporter durch die Tür stiess als sie versuchten ihnen zu folgen.
„Sie können uns nicht weiter als die Lobby folgen", versicherte Harry Scorpius, „Der Bericht von gestern ist veröffentlicht. Sie müssen erwartet haben das wir auftauchen aber jetzt sind sie weg."
Scorpius nickte sah aber nicht auf. Albus nahm seine Hand und bemerkte das sie zitterte.
Als sie im vierten Stock ankommen brachten die Heiler Albus sofort in eine Richtung und Scorpius in eine andere. Als Scorpius ihm einen schmerzerfüllten Blick zuwarf protestierte Albus erreichte aber nichts.
„Sie brauchen komplett unterschiedliche Abteilungen", erklärte der Heiler. Albus drückte Scorpius Hand.
„Ich bin nur ein paar Gänge weiter weg", versicherte er ihm. Scorpius nickte zögernd und lies ihn los und folgte seinem Vater.
Draco verlange eine komplette Untersuchung, was Scorpius einen Tribut an Energie kostete. Er trank einen starken Aufpäppeltrank und bekam noch einige mehr welche er über die nächste Woche nehmen sollte zusammen mit Salben für seine Verbrennungen, Schnitte und Prellungen. Draco schrieb alle Instruktionen der Heilerin auf, welche mitfühlend, nett und sehr hübsch war, er stellte sicher das keine Details verloren gingen.
„Ich muss gestehen", sagte die Heilerin, „Ich habe die Geschichte die letzten Wochen in den Nachrichten verfolgt. Ich war erleichtert zu hören, dass Sie heute morgen gefunden wurden."
„Es war in der Morgenzeitung?" fragte Scorpius, „Entzückend."
„Es waren keine Details", sagte sie, „Aber ich war hier als Mr. Potter Miss Parkinson hergebracht hat."
„Wie geht es ihr?" fragte Draco.
„Sie ist wach", sagte die Heilerin und zog einen Schokoladenriegel aus der Schublade und gab ihn Scorpius. „Aber es ist offensichtlich das sie durch eine Tortur ging. Sie kooperiert mit den Behörden."
„Ich will sie sehen", sagte Scorpius. Draco sah ihn geschockt an.
„Bist du sicher?"
„Ja", sagte Scorpius.
„Wenn sie Besucher erlaubt, sie ist in der Abteilung am Ende des Ganges."
„Sind wir hier fertig?" fragte Scorpius und zog seinen Pulli über den Kopf.
Die Heilerin nickte. „Trinken Sie jeden Tag einen davon und tragen Sie die Salbe nachts auf. Trinken Sie viel Wasser und essen Sie ihre Schokolade und Sie sollten sich in ein paar Tagen besser fühlen", sagte sie, „Zumindest körperlich."
Scorpius nickte und glitt vom Tisch als Albus' Stimme durch den Gang hallte.
„Ich brauche dieses Ding nich.t"
„Al sei vernünftig", ertönte Harrys Stimme, „Es ist vielleicht vorübergehend."
„Es ist vielleicht vorübergehend? Hörst du dir selber zu?"
Scorpius trat hinaus und sah Albus gegen die Wand lehnen, Harry vor ihm mit einem Stock.
„Ich bin siebzehn Jahre alt", sagte Albus, „Ich weigere mich mit einem Stock zu laufen."
„Was ist passiert?" frage Scorpius und ging auf sie zu.
„Nun der Heiler", Albus deutete wild den Gang hinunter, „sagt das man sich von dieser Art Fluch nicht immer erholt. Besonders wenn er sich in den Gelenken festsetzt."
„Was bedeutet das?"
Harry sah zu Scorpius. „Das es vielleicht permanent ist."
„Nein", sagte Scorpius. Er sah zurück zur Heilerin die neben seinem Vater stand. „Das ist nicht möglich oder?"
„Leider ist es das", sagte sie ruhig, „Wenn jemand einen Fluch ausspricht mit der Absicht ernsthaft zu verletzten – ein wahrer Hass – kann es permanenten Schaden verursachen."
„Wie die unverzeihlichen Flüche?" fragte Scorpius.
Harry seufzte. „Du musst es wollen und leider wollte sie uns wirklich tot oder verstümmelt."
„Es ist schwer zu sagen", für die Heilerin fort, „Sie könnten sich in den nächsten paar Monaten erholen."
„Monate?" Albus sah entsetzt aus. „Ich habe ein Quidditch Spiel in zwei Wochen."
„Sie werden einfach abwarten und sehen müssen", sagte die Heilerin, „Und nehmen Sie ihre Tränke."
Albus sah zur Decke und Scorpius schlurfte schuldig mit den Füssen.
„Es tut mir Leid."
„Es ist nicht deine Schuld", sagte Albus.
„Ich habe weitere Patienten", sagte die Heilerin und drehte sich zu Draco. „Wenn Sie weitere Hilfe brauchen schicken Sie mir eine Eule egal was die Rezeptionistin Ihnen gesagt hat."
Sie zog einen Streifen Papier aus ihrer Tasche und krizelte etwas darauf und gab ihn Draco.
„Sie müssen nicht herkommen und sich mit dem Pöbel herumschlagen."
„Danke", sagte Draco. Sie fing an wegzugehen. „Ich habe Ihren Namen nicht mitbekommen."
Sie lächelte über ihre Schulter und rief zu ihm zurück.
„Ich bin Dania."
Draco sah ihr etwas zu intensiv nach als sie ging und Harry grinste hinter seinem Rücken aber sagte nichts.
„Dir wird es wieder besser gehen", sagte Scorpius zu Albus, „Das muss es."
„Wir werden einfach warten und sehen müssen oder?" Albus sah auf seine Uhr. „Das hat fast den ganzen Tag gedauert und du siehst erschöpft aus. Lass uns zurück ins Manor gehen."
„Ich muss Pansy Parkinson sehen", sagte Scorpius.
Harry sah zwischen ihm und Albus her. „Ihr habt beide den Verstand verloren."
„Dad ich muss mit ihr sprechen", bestand Scorpius.
„Bist du sicher das du das willst? Nachdem was sie getan hat…"
„Ich glaube nicht dass sie mich verletzten wollte", sagte Scorpius. „Ich glaube nicht das sie überhaupt dort sein wollte. Sie konnte mich kaum ansehen."
„Wenn du das Gefühl hast das du mir ihr sprechen musst solltest du das tun", sagte Albus. Scorpius lächelte ihn dankbar an.
Draco nickte und führte Scorpius den Gang hinunter Albus und Harry folgten ihnen. Nach ein paar Schritten stöhnte Albus.
„Gib mir einfach den verdammten Stock", sagte er.
„Nenn es Krücke wenn du dich so besser fühlst", sagte Draco über seine Schulter. Albus verdrehte die Augen.
Scorpius fand Pansy Parkinson am Ende der Abteilung. Ein Auror sass in der Nähe ihre Bettes und der andere war an der Tür stationiert. Beide nickten Harry respektvoll zu als er eintrat.
„Ich brauche nur eine Minute" sagte Scorpius. Draco bot an ihn zu begleiten aber Scorpius lehnte ab.
Er ging langsam und vorsichtig auf ihr Bett zu er fühlte die Blicke der anderen die ganze Zeit im Rücken. Er drückte seine Brille nervös die Nase hoch als Pansy ihn sah und sich im Bett aufsetzte.
„Scorpius? Was tust du hier?"
„Dad wollte das die Heiler mich ansehen", sagte er ihr, „Und Albus wurde verletzt."
Sie sah an ihm vorbei dorthin wo Draco, Albus und Harry standen. Albus knurrte sie an.
„Bitte sag ihm es tut mir leid das zu hören", sagt Pansy. Sie sah wieder zu Scorpius auf und bewegte sich als wollte sie ihre Hände in ihrem Schoss falten aber kratzte nur mit der Handschelle, welche am Lauf der metall Schiene angebracht war, was ihr einen vorwurfsvollen Blick vom nächsten Auror einbrachte.
„Wieso haben Sie es getan?" fragte Scorpius. Als Pansy nicht antwortete fuhr Scorpius fort. „Sie waren offensichtlich nicht so involviert wie die anderen. Wieso waren Sie also überhaupt dort?"
„Ich habe nach dem Krieg alles verloren", sagte sie, „das habe ich dir gesagt. Daphne fing an darüber zu sprechen den reinblut Familien zu helfen sich zu reorganisieren und ihre Autorität wieder zu verschaffen und als ich zustimmte ihr zu helfen…ich hatte keine Ahnung…"
„Ich glaube Ihnen", sagte Scorpius, „Aber Sie sind nicht ausgestiegen als sie Sie gebeten hat mich zu kidnappen."
„Ich wusste nicht das du es bist bis wir da waren", sagte Pansy. „Ansonsten hätte ich nie…"
„Also hätten Sie willentlich jemand anderes gekidnappt aber nicht mich?"
Pansy sah hinunter und sagte nichts.
„Ich wusste nicht was sie tun würde."
„Das ist alles was ich wissen musste", sagte Scorpius. Er drehte sich um und ging langsam davon, seine Energie schwand und Pansy rief ihm nach.
„Es tut mir leid."
„Sparen Sie es sich für die Verhandlung", rief Scorpius zurück. Als er die Tür erreichte schlang Draco einen Arm um ihn.
„Hast du das was du musstest herausgefunden?"
„Ja", sagte Scorpius, „Sie hat nur versucht mir zu helfen weil ich dein Sohn bin. Das erklärt wirklich einiges."
Draco seufzte und schüttelte den Kopf, er sah zu Pansy in der Ferne.
„Es war nicht was ich hören wollte", sagte Scorpius.
Die Sonne stand schon tief am Himmel als sie zurück ins Manor kamen. Pokey begrüsste sie alle an der Tür und kreischte als er Scorpius' Gesicht sah.
„Meister Scorpius!"
„Es geht mir gut Pokey", versicherte Scorpius ihm und reichte ihm seinen Mantel. „Es wird mir gut gehen."
„Gibt es etwas das Pokey oder Pike tun können?"
Scorpius lächelte traurig und schüttelte den Kopf.
„Nicht wirklich", sagte er, „aber ein paar von diesen grossartigen Brownies die du machst wären eine nette Ablenkung."
Pokey stimmte zu, froh darüber eine Aufgabe zu haben und Scorpius liess den Kopf hängen als er weg ging.
„Was ist los?" fragte Albus leise.
„Alle fragen was sie tun können", antwortete Scorpius, „Diese Tränke trinken und Essen wird nicht helfen."
Albus seufzte und fuhr mit seiner Hand über Scorpius' Schulter. „Fällt dir etwas ein das helfen würde?"
Scorpius öffnete den Mund um zu sagen das eine ganze Flasche Feuerwhiskey etwas ausmachen würde wurde aber von einem Wimmern unterbrochen das durch die Vorhalle hallte.
„Scorpius?"
Er sah hinüber und sah Ainsley die ihre Arme unsicher um sich geschlungen hatte. In ihrem übergrossen Hufflepuff Pullover und ihre offenen Haaren, sah sie ihrer Mutter nicht so ähnlich – oder vielleicht war Scorpius auch nur vertrauter mit Daphnes Gesicht geworden und konnte die Unterschiede ausmachen. Dennoch die Ähnlichkeit zu ihrer Mutter bereitete Bauchschmerzen. Er riess sich für sie zusammen.
Sie machte einen unsicheren Schritt vorwärts.
Scorpius lächelte sie traurig und entschuldigend an als Albus zurücktrat.
„Hi Ainsley", sagte Scorpius.
„Kann ich dich umarmen?" fragte Ainsley unsicher. „Denn du siehst aus als würdest du zerbrechen wenn ich es tu."
Er antwortete nicht und streckte seine Arme für sie aus. Ainsley rannte zu ihm und warf ihre Arme um seinen Bauch und vergrub ihren Kopf an seiner Brust.
„Es tut mir so leid Scorpius", sagte sie.
„Wieso entschuldigen sie alle bei mir?" fragte Scorpius und umarmte sie fest. Es war einfacher wenn er sie nicht ansah. „Du hast nichts getan."
„Ich habe dir nicht geholfen sie zu bekämpfen."
„Nun sie waren verrückt", sagte Scorpius, „Und ich bin froh das du dich nicht mehr gewehrt hast weil sie hatten definitiv kein Problem mit den unverzeihlichen Flüchen."
„Was?"
„Vergiss es", sagte Scorpius.
„Haben sie sie gegen dich verwendet?"
Albus schlurfte unangenehm mit den Füssen. Offensichtlich wurde ihr die Tiefe von Daphnes Hass noch nicht erklärt.
„Nun ja", sagte Scorpius, „Aber ich würde es lieber nicht erörtern".
Ainsley schüttelte den Kopf, sie klammerte sich noch immer an ihren Cousin.
„Ich hätte wissen sollen das sie etwas vorhat", sagte Ainsley, „Sie war die ganze Zeit weg."
„Es tut mir nur leid das es sich auf dich auswirkt", sagte Scorpius und liess sie los. Ainsley trat zurück und wischte Tränen von ihrem Gesicht. Sie sah Albus kurz an bevor sie hinunter sah.
„Hi Albus."
„Hey."
„Hast du mit meinem Dad gesprochen?" fragte Scorpius. „Er sagte das du solange hier bleiben kannst wie du willst."
Ainsley nickte.
„Ja es ist nur…"
„Es ist nicht zuhause", sagte Scorpius. „Ich weiss, aber es hat viel platz und … nun wir sind hier."
„Es steht überall in den Zeitungen", sagte sie. „Ich freue mich nicht darauf zurück in die Schule zu gehen."
„Du wirst das schaffen", sagte Scorpius. „Mein Dad hat es geschafft. Einige Leute fragen mich noch immer ob ich Voldemorts Brut bin also ist es möglich es durchzustehen."
„Ja und du hast Freunde und wir haben Freunde also kannst du bei uns bleiben. Wir lassen dich von niemanden belästigen", sagte Albus.
Ainsley lächelte sie durch ihre Tränen an.
„Danke."
Scorpius sah zurück zu Albus, welcher sich schwer auf seinen Stock stützte.
„Lass uns die hinsetzten", sagte Scorpius und Albus nickte dankbar.
Als sie zum Wohnzimmer gingen – Scorpius sehnte sich danach zu einem Kamin zu kommen – fragte Ainsley –
„Wie wurdest du verletzt? Die Zeitungen haben nicht viel verraten."
„Albus, mein Dad und Harry sind alle hineingeilt um mich raus zu kriegen", erzählte Scorpius ihr. „Ich war etwa zwei Sekunden zu langsam um den Fluch aufzuhalten der ihn getroffen hat."
„Wenigsten wurde niemand getötet", sagte Ainsley in einem Versuch von Optimismus.
„Nicht das sie es nicht versucht hätten", murmelte Albus.
Scorpius öffnete die Tür zum Wohnzimmer und war dankbar es warm vorzufinden.
„Was?"
„Selwyn hat tatsächlich versucht mich zu töten", sagte Albus geringschätzig. „Ich bin ausgewichen aber ich denke wirklich das er es noch einmal versucht hätte –„
„Es hat versucht dich zu töten?"
Albus setzte sich auf die Couch vor dem Feuer.
„Nun ja", sagte Albus. „Bevor wir sie zurückgedrängt haben benutze er Avada –„
„Das hast du mir nicht erzählt", unterbrach Scorpius und setzte sich neben ihn. „Also wurdest du nicht nur verletzt – du bist beinahe gestorben."
„Bin ich aber nicht und das ist was zählt."
Scorpius starrte ihn an dann schüttelte er den Kopf.
„Das ist alles so –„
„Schrecklich? Enttäuschend? Erschütternd? Verheerend?" schlug Ainsley vor.
„Alles davon", sagte Scorpius.
Draco kam herein und sah wie die drei Teenager leer ins Feuer starrten.
„Werdet ihr drei wenigsten für ein Silvester Essen aufstehen?"
Albus legte seinen Kopf mit einem Seufzen auf Scorpius' Schulter.
„Scorpius es gibt Leute die dich sehen wollen. Die Ministerin und –„
„Also meine komplette Familie?" fragte Albus vorbeugend.
„Ja", gab Draco zu. „Hauptsächlich. Sie wollten vorbeikommen und selber sehen das es dir gut geht."
„Schön" seufzte Scorpius. Er schlang seinen Arm um Albus und streichelte sein Haar. „Schön aber ich bin erschöpft. Nur Abendessen."
„Nur Abendessen", stimmte Draco zu, kam um die Couch herum und küsste seinen Sohn auf den Kopf. „Da gibt es Leute die sich um dich kümmern welche sehr besorgt waren."
Scorpius nickte und schenkte Draco ein kleines Lächeln das seine Augen nicht erreichte.
„Es wird schön sein sie zu sehen", sagte Scorpius.
„Ainsley? Würdest du mit mir kommen?" fragte Draco. Er hielt seiner Nichte die Hand hin welche sie für einen Moment betrachtete bevor sie sie nahm und Scorpius zuckte zusammen. Ihre Hände waren identisch zu deren ihrer Mutter und er drehte seinen Kopf und legte sein Kinn auf Albus Kopf.
„Wieso?" fragte Ainsley als sie aufstand.
„Ich möchte dich mit unseren Hauselfen bekannt machen", sagte Draco, „damit sie wissen was du gerne isst."
„Das ist nett", sagte Ainsley als wäre ihr die Idee fremd.
Als sie weg waren fiel Scorpius zurück in die Couch.
„Ich will niemanden sehen", sagte Scorpius. „Sankt Mungos war schrecklich."
„Das ist das Problem Familie zu haben", sagte Albus. „Sie sorgen sich um dich und dann müssen sie es selber sehen um sicher zu gehen das du in Ordnung bist."
„Also kommen sie um dich zu sehen?"
Albus sah auf und schüttelte den Kopf seine Nase einen Zentimeter von Scorpius entfernt. Er lächelte und drückte seine Brille seine Nase hoch.
„Überhaupt nicht", sagte Albus. „Sie lieben dich Scorp. Du bist ziemlich liebenswert. Über das letzte Jahr hinweg haben sie dich kennengelernt und sie sorgen sich um dich. Sobald du einen Weasley Pulli hast bist du einer von uns."
