Es waren zu viele Hände auf ihm, zu viele Arme um ihn und zu viele Stimmen. Sie waren freundlich, gut gemeint und besorgt und Scorpius sagte sich das immer und immer wieder aber es reichte nicht. Es zählte nicht. Sein Herz schlug so fest wie in Sankt Mungo und er griff seine Flasche Kürbissaft unnötig fest.

Wenigstens, dachte er, stecke ich nichts mehr in Brand.

Hermine erzählte ihm von den Bemühungen des Ministeriums in zu finden – wie sie jede Quelle genutzt hatte die sie konnte das es aber nicht genug war – und bedauerte die länge der Zeit die es gedauert hatte ihn zu finden.

„All diese Auroren und es war dennoch Harry der dich am Schluss gefunden hat", sagte sie. „Wir haben jeden Stein der uns in den Sinn kam umgedreht und jede Spur verfolgt. Ich glaube Harry hat seine Position wirklich verdient."

Scorpius sah durch den Raum zu Albus, welcher gegen den Tisch lehnte eingeklemmt von Ron und Hugo, welcher in aufgeregt über den Kampf ausfragte. Albus sah unwohl aus.

Es war nicht alles Harry, dachte Scorpius.

Rose und Lily tauchten aus dem Nichts aus um ihm zu sagen wie besorgt alle gewesen waren und wie sie sogar in Gryffindor Schweigeminuten gehabt hatten und bei den Befragungen des Ministerium kooperiert hatten.

„Sogar Taylor schien besorgt um dich", sagte Lily. Es dauerte einen Moment für Scorpius um zu realisieren wieso das überhaupt wichtig war. Die Schule schien so weit weg zu sein.

Die Mädchen plapperten weiter aber er hörte sie nicht. Er sah durch den Raum und sah wie Albus besorgt zu ihm sah und sah wie er sich von der Unterhaltung entschuldigte und zu ihm gehumpelt kam.

„Oh es tut mir so Leid, dass du verletzt wurdest Al", sagte Lily. Sie umarmte ihren Bruder zum fünften Mal an dem Tag. „Glaubst du es wird bald besser werden?"

„Das hoffe ich", sagte Albus.

„Ich bin mir nicht sicher wie du so auf einem Besen bleiben willst", sagte Rose. „Und ich will Slytherin schlagen – versteh mich nicht falsch – aber ich will es nicht weil du verkrüppelt bist."

„Ich bin nicht verkrüppelt", knurrte Albus.

„Trotzdem freue ich mich zurückzugehen", sagte Lily. „Es hat sich dieses Jahr nicht wie Weihnachten angefühlt da alle immer weg waren."

„Entschuldige", murmelte Scorpius und sah hinunter.

„So ist das nicht", machte Lily einen Rückzieher. „Es waren nur komische Ferien das ist alles."

„Das war es", sagte Ginny und kam auf sie zu. Sie sah Albus vorwurfsvoll an. „Es wäre gut für dich wenn du etwas Zeit zuhause verbringst bevor du zurück zur Schule gehst."

Albus nickte war aber nicht bereit sich auf die Idee einzulassen.

Scorpius pickte an seinem dritten Brownie herum, er ass kleine Stücke um etwas mit seinen Händen zu tun zu haben. Er hatte mühe den Leuten in die Augen zu sehen und ihre Sorge während ihre Berührungen ihn zermallten.

„Bist du in Ordnung?" fragte Albus leise. Scorpius fühlte die Wärme von Albus' Hand zwischen seinen Schulterblättern und es erdete ihn. Er nickte.

„Es wird mir gut gehen", sagt er. „Es war nur ein langer Tag."

Ron tauchte aus dem Nichts auf und sprach zu Scorpius über den Klatsch den er unbeabsichtigt in der Winkelgasse aufgeschnappt hatte während er nach Informationen zu seinem Verbleib gesucht hatte.

Albus erwischte Pike dabei wie sie abgelegte Teller und Becher einsammelte, er winkte unbemerkt durch seine Familienmitglieder und winkte sie zu sich. Sein Instinkt sich zur ihr runterzubeugen während er sprach wurde durch einen stechenden Schmerz in seiner Hüfte abgehalten als er sein Gewicht verlagerte.

„Pike", sagte er leise. „Glaubst du du könntest den Kamin in Scorpius' Zimmer anzünden damit es aufwärmen kann? Und vielleicht etwas von dem Apfeltee den er mag hochbringen?"

„Natürlich Meister Albus", sagte sie leise.

„Und vielleicht noch ein paar von diesen Brownies? Er hat nicht aufgehört sie den ganzen Abend zu essen."

Sie nickte und ging weg, wahrscheinlich um genau das zu tun worum Albus sie gebeten hatte und Draco kam auf sie zu während Scorpius noch immer Rons Geplänkel zuhörte.

„Denkst du er ist in Ordnung?" fragte Draco Albus.

Albus schüttelte den Kopf. „Nein. Ich denke er steht noch immer etwas unter Schock", sagte er. „Er wird müde. Ich hoffe es macht dir nichts aus – ich merkte ich habe nicht gefragt aber ich habe ihm gesagt das ich bei im bleiben werde. Ich hoffe das ich kein Problem…das es nicht komisch ist."

„Unter anderen Umständen wäre es das vielleicht", sagte Draco und sah zu Scorpius. „Aber ehrlich ich bin ziemlich dankbar das er dich hat."

Als Draco Albus auf den Rücken klopfte bevor er sich umwandte um mit Harry zu sprechen, wusste Albus das sich die Beziehung sowohl zu seinem eigenen Vater als auch zu Draco für immer verändert hatte. Während sie gesucht hatten war Albus so fokussiert darauf gewesen Scorpius zu finden, dass er nicht daran gedacht hatte wie sich die Dinge mit ihren Vätern ändern würden, aber man konnte nicht leugnen das es so war.

Ainsley kam auf sie zu und reichte Albus einen weiteren Drink.

„Alle sind so freundlich", sagte sie sanft. „Normalerweise treffe ich keine Leute in den Ferien. Mum ist ziemlich ruhig und sie hat mich viel zuhause behalten."

„Du wirst es hier mögen", sagte Albus. „Besonders im Sommer. Scorpius und ich – „

„Es tut mir leid", hörte er Scorpius plötzlich und ein bisschen lauter als nötig sagen. Scorpius sah an Ron vorbei als er einen Schritt zurück ging und auf die anderen im Raum deutete. „Es tut mir leid aber ich bin erschöpft. Ich bin wirklich dankbar das ihr alle zum Abendessen gekommen seid – es war entzückend und ich schätze es aber ich muss schlafen gehen."

„Natürlich", sagte Hermine mit einem Chor der Zustimmung.

Lily sah enttäuscht aus.

„Du bleibst nicht bis Mitternacht wach?" fragte sie.

„Ehrlich gesagt kann ich nicht", sagte Scorpius. Albus konnte die gezwungene Höflichkeit auf seinem Gesicht sehen und er wusste das er nicht weit davon war auszurasten. Er drehte sich zu seinen Eltern um.

„Ich komme morgen vorbei wenn ich kann", sagte er leise.

„Du bleibst hier?" Ginny sah überrascht aus aber Harry nicht.

„Ich muss", sagte er entschuldigend auch wenn er es nicht so meinte. Scorpius starrte ihn wartend an und Albus packte seinen Stock vom Rücken eines nahegelegenen Stuhls bevor er seine Hand nahm und ihm aus der Tür folgte.

Albus öffnete den Mund um Scorpius zu fragen ob er in Ordnung ist, aber er wusste das er Lügen würde und anhand dem festen Griff mit dem er Albus Hand hielt sehnte er sich danach aus dem Blickfeld zu verschwinden.

Scorpius sagte nichts als sie zur Treppe kamen. Er schlang seinen Arm einfach um Albus' Bauch und half ihm sich zu stabilisieren als sie langsam einen Schritt nach dem anderen hochgingen bis sie oben ankamen.

„Nun das wird lustig in Hogwarts", beklagte sich Albus.

„Es tut mir leid", sagte Scorpius. Es fühlte sich an als hätte er sich heute eine Million mal entschuldigt.

„Was?"

„Wenn es nicht um mich ginge wärst du nicht verletzt worden", sagte Scorpius. Er blieb einige Schritte vor Albus und drückte die Tür zu seinem Schlafzimmer auf. „Wenn ich ein paar Sekunden früher dort gewesen wäre…"

„Scorpius nein", sagte Albus. Er stiess die Tür mit seinem Stock zu und stellte ihn gegen die Wand. „Bitte nicht."

„Was? Offensichtlich habe ich Weihnachten ruiniert. Du bist verletzt und es wird dir vielleicht nicht besser gehen."

„Es ist nicht als wäre ich je ein professioneller Quidditch Spieler geworden wäre" versuchte Albus zu scherzen. Er versagte.

Scropius durchquerte das Zimmer und zog seinen Schrank heftig auf, er warf Albus ein paar Schlafsachen an den Kopf.

„Nein, aber du hast trotzdem noch dein ganzes Leben vor dir", sagte Scorpius. „Und du hast schmerzen. Ich weiss du versucht es zu verstecken."

Albus setzte sich auf die Bettkante nahe am Feuer und verbeugte sich merkwürdig um seine Schuhe auszuziehen.

„Und ich habe Dad noch nie so müde aussehen sehen –„

„Nun wir haben nicht viel geschlafen", verteidigte Albus.

„Wegen mir."

„Wegen Daphne" sagte Albus streng. „Und Selwyn und Travers und Parkinson. Sie haben das getan. Nicht du."

Scorpius nahm seine Brille ab und rieb sich die Augen.

„Ich weiss", gab er nach. „Aber es fühlt sich nicht so an."

Albus bewegte sich um aufzustehen aber sein Bein wollte nicht und Scorpius schüttelte den Kopf.

„Bleib einfach hier", sagte er und ging ins Badezimmer. „Ich komme zurück."

Albus zog sich vorsichtig um. Scorpius' Schlafanzug war etwas zu lang an seinen Beinen – und Albus erinnerte sich wie Scorpius vor ein paar Monaten bemerkt hatte das er nun etwas grösser war.

Das ist nicht so lange her, dachte Albus.

Als Scorpius wieder auftauchte stand Albus über dem kleinen Kamin und hielt seine Hände zur Wärme.

„Ich fühle mich jetzt älter", sagte Albus. „Ich musste deinen Dad fragen ob es in Ordnung ist das ich hier bleibe und ich habe es meiner Mum gesagt und sie war überrascht und es schien so…unwichtig."

Scorpius ging langsam zu ihm hinüber und Albus schüttelte seinen Kopf während er in die Flammen starrte.

„Wie kommt es das wir nach all dem noch immer Siebzehn sind? Das wir noch immer zurück zur Schule müssen?"

„Ich will zurückgehen", sagte Scorpius. Albus blickte ihn an, die zarten, geraden Linien seines Gesichts wurden von den Schatten scharf abgegrenzt. Er sah die Überreste von Sommersprossen auf seiner Nase und unter seinen Augen und ein leichtes Zittern seiner Unterlippe.

„Ich will das es normal wird", sagte Scorpius. „Auch wenn es banal ist."

„Lass uns morgen ein neues Buch anfangen", schlug Albus vor. „Wir können eines aus der Bibliothek nehmen. Alles was du willst."

Scorpius nickte lächelte aber nicht und drehte sich um um ins Bett zu steigen.

Albus folgte langsam.

„Wills du das ich hier schlafe oder dort drüben?" fragte Albus und deutete auf den Fenstersims der gross genug war das er darauf schlief.

„Wenn du dort drüben schläfst werde ich überhaupt nicht schlafen", sagte Scorpius.

„Okay", sagte Albus, zog die Decke zurück und glitt ins Bett. Es war weich – weicher als sein Bett in Hogwarts – und die Kissen schmolzen in seinem Rücken als er sich aufsetzte.

„Ich war nur nicht sicher", sagte Albus. „Wir haben das selbe Bett Ding nie gemacht…"

Scorpius drehte sich um und sah zu ihm auf und Albus wischte sein Haar aus seinen Augen.

„Ich habe dich letzte Nacht als Matratze benutzt", sagte Scorpius und Albus lachte ein bisschen. „Und es ist mir egal was irgendjemand sagt oder denkt. Ich schäme mich nicht zuzugeben dass ich dich gerade brauche."

Albus glitt hinunter und legte seinen Kopf auf das Kissen neben Scorpius und sah ihn an.

„Ich brauch dich auch", gab er zu. „Also sind wir quitt."

Er sah wie Scorpius' Augenlieder schwerer wurden.

„Bedeutet das, das du mich dich diesen Sommer nach Italien mitnehmen lassen wirst?

Albus verdrehte die Augen und grinste.

„Ich lasse mich dich diesen Sommer mit in die Hölle nehmen wenn du das willst", sagte er.

Er blieb wach lange nachdem Scorpius eingeschlafen war, zählte die Sommersprossen auf seiner Nase und versuchte einen Sinn dahinter zu finden was ihnen beiden passiert war.

Der Schwarzwald ist dunkel und ich kann den Himmel durch die Bäume nicht sehen – ihre Stämme bloss dunklere Schatten in der Nacht.

Ich gehe. Ich kann den Boden vor mir nicht sehen dennoch gehe ich. Ich gehe irgendwo hin aber ich weiss nicht wo.

Da ist ein Rauschen um mich und ich drehe und drehe mich, Zweige brechen unter meinen Füssen, Blätter knirschen. Es hat Schnee am Boden und ich realisieren ich bin Barfuss.

Wieso bin ich Barfuss im Wald? Wohin gehe ich?

Ein weiteres Rascheln. Ein weiteres Zischen. Ich drehe mich herum aber da ist nichts.

Wo sind meine Roben? Es ist so kalt und meine Hände sind so schwer.

Wieso sind meine Hände so schwer?

Ich sehe es – einen Schatten in den Schatten. Ein Dementor gleitet durch die Bäume und noch einer und noch einer von allen Seiten. Ich will rennen aber sie umzingeln mich.

Dank an Albus", kommt Severus Snapes Stimme durch die Bäume. „Du gibst dein Königreich für Albus auf oder?"

Aber wo ist Albus? Ich sehe mich um und alles was ich sehe sind Dementoren die näher kommen und der Boden unter mir bewegt und verändert sich und ich stolpere.

Als ich falle falle ich nicht in Dreck und Blätter – ich falle auf kalten Stein bedeckt mit Schmutz und Staub und toten Käfern. Die Bäume haben sich in die Säulen und Wände der Gringras Kerker verwandelt aber ich bin nicht allein. Einer der Dementoren ist mir gefolgt und ich krabble weg von ihm, versuche an Albus zu denken, mir sein Gesicht vorzustellen wenn er lacht aber die Kanten sind unscharf – wie jemand den ich lange nicht gesehen habe.

Wann habe ich Albus zuletzt gesehen?

Der Dementor zieht seine Kapuze hinunter und es ist nicht ein normaler Dementor. Er hat Augen und ein Gesicht auch wenn die Haut grau und gesprungen ist wie bei den Dementoren die ich gesehen hatte.

Es ist Daphne oder ein Teil von ihr und sie beugt sich über mich und ich versuch an Albus zu denken und ich versuche einen glücklichen Gedanken zu finden aber all meine Erinnerungen sind zu weit weg und ich falle –

Wenn das herumwälzen Albus nicht geweckt hätte dann hätte es der Schrei sicher getan. Scorpius schrie seine Stimme hallte in seinem Schlafzimmer wieder und sass aufrecht im Bett, griff sich an die Brust und schnappte nach Luft. Albus setzte sich auf, er kam schnell zu Bewusstsein und legte seine Hand auf Scorpius' Rücken und zog ihn an sich.

„Scorp?" fragte er. „Was ist passiert?"

Scorpius antwortete nicht. Er konnte seine Stimme nicht finden – er hatte sie irgendwo im Albtraum gelassen. Über ihm schwebte noch immer das Gesicht des Daphne Dementors, verdreht und desorientiert und er fühlte wie er aus sich gezogen wurde – so wie er sich einen Dementoren Kuss am Anfang vorstellte.

„Scorp?"

Scorpius sah ihn an, er blinzelte heftig gegen die Verschwommenheit ohne seine Brille, seine blauen Augen weit und sein Gesicht blass. Seine Brust noch immer gepackt beugte sich Scorpius vor und legte seinen Kopf gegen sein Knie und das Keuchen wurde zu einem Schluchzen.

Albus tat das einzige was er konnte. Er zog Scorpius näher, liess ihn gegen seine Brust sacken und hielt ihn während er weinte. Er musste nicht wissen worum es im Albtraum gegangen war – Scorpius hatte erschreckende Dinge gesehen und gefühlt und er erinnerte sich an die schlaflosen Nächte nach dem Zeitumkehrer aber es war nicht so gewesen. Vielleicht war er zu jung gewesen um es zu verstehen – oder vielleicht war Albus zu naiv gewesen um es zu bemerken oder ihn zu fragen ob er in Ordnung war.

Er hielt Scorpius während er weinte, dankbar auf eine Art das er jemanden hatte wo er sich ausweinen konnte und das er diese Person sein konnte. Er hielt ihn während Scorpius sein Shirt umklammerte als hätte er Angst Albus sei nicht echt und als Scorpius sich endlich beruhigte küsste Albus ihn auf den Kopf und sagte ihm das alles gut werden würde.

„Es tut mir leid", sagte Scorpius schliesslich. Seine Stimme war rau und die Verletzlichkeit darin liess Albus ihn noch fester halten.

„Es gibt nichts das dir leid tun muss."

„Ich weine wie ein Kind."

„Du weinst wie ein Mensch", sagte Albus. Scorpius setzte sich auf und sah ihn an – sein Gesicht fleckig und rot und er benutzte die Ecke seines Quilt um seine Augen zu trocknen.

„Ich mag es nicht mich so schwach zu fühlen", gab Scorpius zu. „Du warst immer der Strake aber – „

„So habe ich nie gedacht", sagte Albus.

Scorpius sah unter dem verstrubelten Vorhang aus seinen Haaren zu ihm.

„Ich weiss nicht ob ich mich je wieder normal fühlen werde", flüsterte Scorpius.

„Du warst nie normal Liebling", stichelte Albus als Scorpius sich wieder an ihn lehnte, sein Kopf gegen Albus' Schulter. „Aber du wirst ein neues normal finden."

Scorpius schlang seine Arme um Albus' Bauch als er seine Augen schloss und Albus sah aus dem Fenster während Eulen vor dem Mond hin und herflogen, sie brachten Neujahrsgrüsse und Glückwünsche für die Familie Malfoy.

Am morgen waren die Dinge klarer – es gab Sachen die nur die Zeit schaffen konnte. Scorpius verbrachte den Tag mit einer Decke um seine Schultern geschlungen in der Bibliothek. Albus las ihm aus einem Buch von Grimms Märchen vor – ein Vorschlag von Draco da es eines von Scorpius' Kindheitslieblingen war – bis seine Stimme heiser war und als es Zeit zum Mittagessen war, ass Draco mit ihnen auf dem Boden.

Während Scorpius am frühen Nachmittag auf der Couch eindöste, arbeitete Albus an ihren Schulaufgaben und hörte die Stimme seines Vaters in der Ferne – Stimmen trugen sich durch die Stille im Manor fand er.

„Wie geht es ihm heute?"

„Der Schock ist verflogen", hörte er Draco sagen. „Er und Albus sind in der Bibliothek. Als ich das letzte mal nachgesehen habe war Scorpius eingeschlafen."

„Ist Al in Ordnung?"

„Es geht im gut. Sie bleiben unter sich und es ist… es ist schwer Harry. Das mein Sohn mich nicht braucht."

„Er braucht dich Draco aber er und Albus waren die letzten sieben Jahre die meiste Zeit zusammen. Denk darüber nach. Die meiste Zeit des Jahres wacht er im Bett neben ihm auf. Für sie ist es normal."

„Ich weiss", sagte Draco. Die Stimmen waren einen Moment unklar und Albus humpelte näher zur Tür.

„James kommt für ein paar Tage nachhause", sagte Albus. Albus presste sein Ohr gegen den Spalt in der Doppeltür. „Ich denke nicht das Al Scorpius allein lässt. Können die beiden zu uns kommen? Er kann bei uns bleiben und du bist jederzeit willkommen."

Es herrschte einen Moment ruhe und Albus hielt den Atem an. Er wollte keinen Streit – keinen Stress mehr – um Scorpius oder seiner Willen. Er war so müde.

„Das ist in Ordnung", kam endlich Dracos Stimme. „Ich weiss das Scorpius im Sommer gerne Zeit in euren Haus verbracht hat. Er mochte die Muggel Filme."

Albus hörte das Lachen seines Vaters und er lächelte.

„Du würdest einige davon auch mögen wenn du es versuchen würdest", sagte Harry. „Dein Dad ist nicht hier um dich zu verurteilen weisst du."

„Du hast wahrscheinlich recht", gab Draco zu. Albus trat von der Tür weg und sah zu Scorpius zurück. Seine Beine waren in seiner Decke verheddert und seine Brille war ihm halb von Gesicht gefallen, sie drohte eines seiner Augen auszustechen wenn es sich falsch bewegte.

Albus kroch so leise er mit einem lahmen Bein konnte zu ihm und nahm die Brille sorgfältig von Scorpius Gesicht. Er sah friedlich aus und Albus wollte nichts tun um ihn zu stören. Er setzte sich auf den Boden und fuhr mit der Aufgabe fort, er blieb in der Nähe falls Scorpius ihn brauchte.