Der Weg in die Zukunft


I.

Er war seit ungefähr zwei Wochen Gast im Sanctuary, als Negan zu ihm sagte: „Warum bleibst du nicht einfach?"

Shane hatte nie vor gehabt zu bleiben, um fair zu sein, er hatte ja nicht einmal vorgehabt sich zu Negan und seinen Freunden ans Feuer zu setzen, oder gar mit ihnen in ihre Basis zurückzukehren, oder dort länger als eine Nacht zu bleiben. Trotzdem war all das irgendwie passiert. Aber bleiben? Für immer? Das war eine ganz andere Kategorie. Ein Schritt zu weit.

Gut, in den letzten zwei Wochen hatte er nichts getan, was übermäßig geisteskrank oder besorgniserregend wirkte, aber das mochte auch daran liegen, dass er in keine Situation geraten war, die so ein Verhalten gefördert hätte. Er war auf niemanden gestoßen, in dem er einen Feind sehen konnte. Wenn man von Negan und seinen Leuten absah, und denen hatte er bisher auch nichts angetan, was vermutlich ein gutes Zeichen war. Aber wie gesagt, nur weil er sich bisher normal verhalten hatte, bedeutete das nicht, dass es so bleiben würde.

Im Übrigen war er nicht ganz freiwillig hier, nicht wahr? Unterschwellige Drohungen hatten ihn an Negans Feuer und dann ins Sanctuary geführt. Seitdem hatte es keine Drohungen mehr gegeben, und Shane glaubte auch nicht, dass er noch welche kommen würden, aber trotzdem er konnte nicht hierbleiben. Er wollte nicht hierbleiben, er gehörte nicht unter Menschen, so einfach war das.

„Ich kann nicht bleiben, das weißt du", erwiderte Shane also nur.

„Und wieso nicht? Morales gehört zu uns, du könntest das auch. Ihr beide wart doch früher mal Kumpels, oder nicht? Denkst du wirklich, er würde bei uns bleiben, wenn wir so schrecklich wären?", versuchte Negan es weiter.

„Ich würde nicht sagen, dass wir Kumpels waren. Wir sind uns nie besonders nahe gestanden. Und nicht ihr seid diejenigen, die schrecklich sind. Ich bin es. Es ist wirklich besser, wenn ich gehe. Für euch. Das soll keine Drohung sein. Es ist nur eine Warnung. Ich habe Dinge getan … Und nicht einmal bemerkt, dass das, was ich getan habe, falsch war, verstehst du? Ihr wart wirklich großzügig. Habt mich gefüttert, zugelassen, dass ich mich wasche, mir neue Kleidung gegeben, habt mir erlaubt sicher zu schlafen. Ich bin euch viel schuldig, das weiß ich. Aber ich zahle meine Schuld am besten dadurch zurück, dass ich euch vor mir bewahre", meinte Shane. Es fühlte sich immer noch seltsam an so lange Rede zu schwingen, so viel auf einmal zu sagen, und jemanden vor sich zu haben, der ihm zuhörte. Es fühlte sich immer noch seltsam an unter Menschen zu sein. Shane war dabei sich an all das wieder zu gewöhnen, aber das durfte er nicht, das wusste er.

Sie durchsuchten gerade gemeinsam erledigte Beißer. Man konnte nie wissen, was man fand, und Shane hatte sich, als er alleine unterwegs gewesen war, hauptsächlich so durchgeschlagen. Als er Negan davon erzählt hatte, hatte dieser in einen Moment lang so angesehen, als ob er die Idee so etwas zu tun für absolut abwegig halten würde, doch dann hatte er gemeint: „Das ist gar nicht mal so dumm, Shane. Ich kann nicht glauben, dass ich selbst nie auf diese Idee gekommen bin, aber vielelleicht war es nur der Gestank, der mich abgeschreckt hat. Ich habe eine sensible Nase." Und dann hatte er vorgeschlagen geneinsam auf Leichenfleddertour zu gehen, als wäre das eine Art Hobby, das sie verbinden würde. Shane hätte das gleich verdächtig vorkommen müssen.

Es sollte ihn nicht überraschen, dass Negan ausgerechnet diesen Moment nutzte um ihm seinen Vorschlag zu unterbreiten, diesen Moment, nachdem sie gemeinsam Beißer getötet und nach Wertgegenständen durchsucht hatten. Das hier war eine klassische Taktik, nicht wahr? Negan erschuf Gemeinsamkeiten, wo keine vorhanden waren, um Shane dazu zu bringen das zu tun, was er wollte. Obwohl Shane nicht wirklich wusste, warum er wollte, dass der verstörte fremde Alpha, den er in der Wildnis aufgelesen hatte, sich ihm anschloss.

„Wir alle haben Dinge getan, Shane", meinte Negan unbeeindruckt, „Und wer kann schon sagen, ob sie falsch waren oder einfach nur notwendig? Die Welt hat sich verändert. Wir sind gezwungen uns ebenfalls zu verändern, wenn wir überleben wollen. Du tust immer so, als wärst du ein rasender Irrer, ein verwildeter tollwütiger Alpha, aber davon sehe ich nichts. Was ich sehe, ist ein guter Mann. Wir könnten dich gut gebrauchen." Er hielt Shane eine goldene Taschenuhr unter die Nase, die er aus der Kleidung eines der Beißer gefischt hatte. „Sie funktioniert noch, zeigt immer noch die Zeit an, sie ist nur ein wenig verbeult, das ist alles."

Shane war mehr als nur ein wenig verbeult. Das wusste er. „Ich bin kein guter Mann. Ich bin so weit weg von einem guten Mann, wie es möglich ist", erwiderte Shane, „Ich habe … ich habe einem Omega Unrecht getan. Meinem Omega. So etwas macht ein guter Mann nicht."

Negan musterte ihn intensiv. „Aber du weißt, dass es falsch war", stellte er fest, „Du kannst es einfach nie wieder tun."

„Das kann ich eben nicht. Ich wollte es doch nicht. Hätte nie gedacht, dass ich jemals so etwas tun würde. Aber ich … Er hat sich auch immer entschuldigt, immer geschworen es nie wieder zu tun. Und dann hat er sie trotzdem umgebracht. Ich habe immer geglaubt, es sind nur leere Phrasen. Dass er es nicht ehrlich meint, sondern nur sagt, was sie hören will, damit sie ihn nicht verlässt. Aber jetzt … jetzt weiß, dass er es ernst gemeint hat, jedes einzelne Wort, aber trotzdem nicht anders konnte, als es seine Versprechen zu brechen, weil etwas in ihm nicht richtig war, und das … das hat er an mich weitervererbt", erklärte Shane und spürte die Verzweiflung in sich aufsteigend, „Ich wollte nie so sein wie er. Niemals. Ich wollte besser sein, ich wollte gut sein, aber das kann ich nicht. Lass mich bitte gehen. Bitte. Ich bin nicht … das, was du suchst."

Er wandte sich ab, wollte die aufsteigenden Tränen vor dem Anderen verbergen. Alphas weinten nicht vor anderen Alphas, nicht wenn sie ernst genommen werden wollten. Nicht, wenn sie nicht schwach erscheinen wollten. Aber die Wahrheit war: Shane war schwach. War es immer schon gewesen, er hatte immer nur so getan, als wäre er stark. Hatte vorgegeben ein starker Alpha zu sein. Sich so sehr bemüht es vorzugeben, sich so bemüht alle anderen dazu zu bringen es zu glauben, dass er daran zerbrochen war. Sein Geist war daran zerbrochen. Rick, Carl, Lori, das Baby, Daryl, Carol, Andrea, Glenn, das ganze Rudel – sie allen waren ohne ihn besser dran, sicherer. Sie waren sicherer, wenn sie von jemandem angeführt wurden, der nicht nur vorgab stark zu sein, sondern es auch war. Sie waren sicherer, wenn Rick sie anführte.

Er drehte sich wieder zu Negan um. „Ich bin ein schwacher Alpha, Negan", erklärte er leise, „Jemanden wie mich brauchst du nicht." Er musste nach Verzweiflung stinken. Nach Schwäche. Negan sollte sich angewidert abwenden und ihn nicht ansehen als ob … als ob er Mitleid mit Shane hätte.

„Das ist in Ordnung, Shane", sagte der andere Alpha sanft, „Ich war auch mal schwach. Jetzt bin ich es nicht mehr. Und du, du kannst auch lernen stark zu sein. Ich bringe es dir bei. Im Grunde ist es ganz einfach, du bist gescheitert, weil du dich so sehr darauf konzentriert hast für andere etwas zu sein, das sie gebraucht haben. Du dachtest, du musst etwas sein, das du nicht bist. Du dachtest, du musst anführen. Aber das musst du nicht. Das Einzige, was du sein musst, ist das, was du selbst sein willst. Du willst stark sein? Willst gut sein? Willst ein Retter sein? Das alles kannst du. Du braucht nur jemanden, der dir sagt, wann du das alles bist und wann nicht. Bleib bei mir, und ich bin derjenige, der es dir sagt. Ich sage dir, wenn du den falschen Weg einschlägst, wenn du die Grenzen überschreitest. Ich halte dich auf Kurs. Bringe dir bei wie man stark wird anstatt nur vorzugeben stark zu sein. Das in dir, vielleicht hast du recht, vielleicht ist es da, aber du kannst es überwinden, kannst stärker sein als es, kannst es tief in dir begraben und zum Verstummen bringen. Wenn du mir vertraust, wenn du bei mir bleibst, dann helfe ich dir dabei, dann rette ich dich, solange bist du soweit bist, dass du selbst andere retten kann. Lass mich dich erlösen, Shane Walsh. Denn, verzeih mir, wenn ich dir das so offen sage, aber du siehst verdammt noch mal aus wie jemand, der dringend Erlösung braucht."

Shane starrte den anderen Alpha verunsichert an. Er war so müde, so erschlagen, so verzweifelt, und er hatte es so statt alleine zu sein, aber … das klang doch alles zu gut um wahr zu sein. Was wenn es alles nicht ernst gemeint wäre? Was wenn es alles nur Lügen wären? Leere Versprechungen?

„Komm schon, sieh mich nicht so an. Ich halte meine Versprechen", betonte Negan, „Bleib bei mir, und ich verspreche dir, dass ich dir dabei helfen werde ein neuer Alpha zu werden. Und du es keine Sekunde lang bereuen wirst." Er legte Shane seine Hand auf die Schulter und drückte diese kameradschaftlich. „Du kannst mir vertrauen", betonte er, „Ich habe nur dein Bestes im Sinn."


II.

Sie saßen alle im Besprechungsraum des Sanctuarys. Negan saß seinen Gästen grinsend gegenüber, neben ihm saßen die Betas Laura und Gavin, Jacob und Avery standen hinter ihm und spielten Wachen, aber es war offensichtlich, dass er sich kein bisschen Sorgen machte, dass er der Meinung war, er wäre der König der Welt und niemand würde es wagen Hand an ihn zu legen oder es auch nur daran denken.

Es war nicht überraschend, dass er dieser Meinung war. Er hatte sich seinen Posten als Rudelführer auf äußerst brutale und effektive Weise zurückgeholt, vor namhaften Zeugen, niemand würde es wagen ihn anzuzweifeln, nicht nach dem, was er mit Simon gemacht hatte. Alphakämpfe konnten brutal sein, niemand wusste das besser als ein ehemaliger Polizist, aber es gab brutal und dann gab es das, was Negan mit Simon gemacht hatte. Nicht, dass Simon es nicht verdient hätte, nach Morgan und Owen hatte er alles verdient, was er bekommen hatte, doch Negan siegestrunkene Gebrüll, nachdem er Simon den Kopf abgerissen hatte, hatte sich in mehr als nur einer Hinsicht beunruhigend angehört.

Trotzdem hatte er die Schlacht beendet und sich an seine Zusicherung gehalten – sie alle waren hier um über Frieden zu verhandeln. Rick saß Negan gegenüber, Shane und Andrea links und rechts von ihm, Ezekiel saß neben Shane, und Jesus neben Andrea, Cyndie saß neben Jesus. Sie alle bemühten sich neutrale Mienen zur Schau zu stellen, doch man konnte ihre Nervosität riechen.

„Nun, ich denke wir sind alle zufrieden, nicht wahr? Simon ist tot, und ich bin wieder da, wo ich sein sollte", begann Negan, „Der Krieg ist vorbei, so wie ihr es wolltet. Ihr müsst nur noch eure Gefangenen freilassen und dann herrscht auch schon Frieden. Wird auch Zeit dafür."

Rick räusperte sich. „Wenn du sagst, dass Frieden herrscht, dann meinst du, dass Hilltop, das Königreich, und Alexandria frei sind, dass wir den Erlösern keinen Tribut mehr schuldig sind und alle getrennte Wege gehen können?", vergewissert er sich.

„Getrennte Wege? Nein. Frei, nun das kommt auf Definition an. Tribut … Kann man es Tribut nennen, wenn man seinem Rudel etwas abgibt, das alle notwendig brauchen? Nein, wohl eher nicht, also würde ich sagen, ja kein Tribut mehr", erwiderte Negan nachdenklich.

Keiner von ihnen sollte geschockt oder überrascht sein. Cyndie hatte es vorhergesagt, nicht wahr? Trotzdem waren Negans Worte für Rick wie ein Schlag in den Magen. Er fühlte sich betrogen, verraten, er wollte sagen: Wir haben Seite an Seite gekämpft, dein Leben gerettet, wieder und wieder, du hast mir gesagt, dass du nie so sein wolltest, und trotzdem, trotz all dem, tust du uns das an?!

Stattdessen knirschte er: „Du hast uns versprochen zu verhandeln."

Negan machte eine allumfassende Geste. „Wir sitzen doch alle hier und wir verhandeln, oder nicht? Was wollt ihr mehr? Wir können über alles reden. Ihr wollt keinen Tribut abgeben? Dann richten wir ein, dass wir uns nur dann was holen, wenn wir es brauchen. Ihr wollt mehr individuelle Freiheit? Ihr bekommt mehr individuelle Freiheit. Ihr wollte Kompensation? Mein Angebot gilt immer noch, zeigt auf den Erlöser, der gesündigt hat, ich kümmere mich um ihn. Aber lasst mich eines klar stellen: Du, Rick Grimes, gehörst mir, genauso wie dein Liebhaber dort neben dir, den du nur wieder hast, weil ich seinen verdammten undankbaren Arsch gerettet habe und ihn dir zurückgegeben haben, genauso wie die gute Andy samt ihrer Prothese mir gehört, wie der Tiger König und seine Leute, Hippie Omega Jesus und sein Hilltop, und ja, auch du, junge Dame, und deine Räuberbande aus den Wäldern mir gehören. Ihr gehört mir. Alle. Ausnahmelos. Und wenn ihr auch nur eine Sekunde lang denkt, dass ich bereit wäre irgendeinen von euch gehen zu lassen, dann irrt ihr euch", erklärte er.

„Und warum genau sollten wir dann Frieden schließen?", wollte Andrea verbittert wissen, „Was genau ist jetzt dann anders als vorher?!"

„Ich habe es euch gesagt, ihr wolltet mir nicht zuhören, aber ich habe es euch gesagt", betonte Negan, „Wir bauen das Königreich und Alexandria wieder auf. Ihr selbst seit meine Lieutnants, ihr braucht keine Erlöser-Aufpasser mehr, weil ihr jetzt Erlöser seid. Rick wird mein Stellvertreter, ihr regelt eure Abgaben selbst, müsst euch vor niemanden anderen verantworten als vor mir. Wir sind alle Freunde, keiner schießt mehr auf den anderen, wir verzeihen das, was war, und blicken gemeinsam in die Zukunft. Ich finde, das ist ein sehr großzügiges Angebot. Seht ihr das etwa anders?"

„Okay, nur damit ich das richtig verstehe", meldete sich nun Jesus zu Wort, „Anstatt unterdrückte Sklaven zu sein, die von fremden Alphas herumgestoßen werden, sollen wir jetzt selbst andere Sklaven für dich unterdrücken und unsere eigenen Leute und Fremde unserseits herumstoßen. Und wir sind nicht frei, sondern dir immer noch Rechenschaft schuldig, weil wir, um deine eigenen Worte zu benutzen, dir gehören?"

„Hundert Punkte für Hilltop. Siehst du, Jesus -cooler Name übrigens - ich wusste ja gleich, dass wir beide uns um einiges besser verstehen werden als Simon mit dem doofen Gregory", lobte ihn Negan, „Das ist die Lage, Leute, und ich empfehle euch sie zu akzeptieren."

„Und wenn wir das nicht können? Wenn wir ablehnen. Was dann?", wollte Ezekiel wissen.

Negan seufzte leidend. „Nun, dann bleibt mir keine andere Wahl als mich entsprechend zu verhalten. Ich will es wirklich nicht, weil ich euch Arschlöcher, glaubt mir das oder nicht, tatsächlich gern habe, aber wenn ihr meinen Frieden ablehnt, denn gibt es überhaupt keinen Frieden, und dann werde ich wieder damit anfangen müssen einen nach den anderen von euch hinzurichten, solange bis sich jemand von jeder Gruppe findet, der sich mir unterwirft", erklärte er hart, „Aber so dumm könnt ihr doch gar nicht sein, nicht wahr? Ich meine, ihr habt euren Tiger verloren, eure Omegas, euer Nest, eure jeweilige Heimat, eure Freunde und Verwandten. Wollt ihr wirklich auch noch eure letzte Hoffnung auf Frieden verlieren?"

Cyndie schnaubte, sonst sagte niemand etwas.

„Seht mal", meinte Negan dann sanfter, „Dieser ganze Krieg kam doch nur zu Stande, weil ein Missverständnis vorlag. Weil ihr dachtet ich wäre irgendein Monster, das euch nur ausnutzt und bestiehlt, aber sein Versprechen euch zu beschützen nicht hält, wenn es darauf ankommt. Aber jetzt wisst ihr es besser, jetzt kennt ihr mich, jetzt habt ihr gesehen, dass ich für euch da bin, wenn es darauf ankommt. Ich habe Simon umgebracht, habe euch von ihm befreit. Ich habe Morgan und Owen gerächt, Jerrys Omega und all die Gefallenen aus dem Königreich, all eure Alphas und männlichen Betas, Gregory und die 20 anderen. Ich habe euch alle gerettet. Ihr wisst jetzt also, dass ich euer wahrhafter Alpha bin, der für euch da ist, wenn es darauf ankommt, der euch zu Hilfe kommt, wenn ihr mich wirklich braucht. Es gibt also überhaupt keinen Grund mehr für weitere Konflikte. Ihr denkt, es ist schlecht, wenn man sich jemanden unterwirft, aber das muss es nicht sein, nicht wenn diese Person euer Wohl im Sinn hat, und das habe ich. Ihr denkt, ich versklave euch, weil ich ein böser machtgieriger Alpha bin, aber so ist es nicht. Ich versklave euch zu eurem eigenen Besten. Weil ich besser weiß, was gut für euch ist, als ihr. Seht euch nur mal an, ihr habt Kinder mit aufs Schlachtfeld genommen, instabile Alphas in eure Armee integriert, eure Heimat schutzlos zurückgelassen und daraufhin verloren …. Was hattet ihr von all den Versuchen selbst zu denken? Nichts als Leid und Tod. Wenn ihr mir das Denken überlasst, dann kommt es zu all diesen Dingen erst gar nicht. Ihr müsst aufhören in Kategorien wie Alexandria, Hilltop, und das Königreich zu denken, ihr müsst endlich einsehen, dass wir alle ein Rudel sind und ich eure unumstrittener Rudelführer."

Rick horchte auf und musterte Negan nachdenklich. „Bist du dir da sicher?", wollte er wissen.

„Was meinst du?"

„Bist du dir sicher, dass du unser unumstrittener Rudelführer bist?", wollte Rick wissen.

„Natürlich", erwiderte Negan voller Selbstvertrauen, „Niemand würde es jetzt noch wagen mich herauszufordern, nicht nach dem, was mit Simon passiert ist. Ihr müsst keine Angst haben, ich bleibe euch noch lange erhalten."

„Aber wenn dich jemand herausfordern würde und besiegen würde, dann wäre er der unumstrittene Rudelführer dieses eines Rudels, zu dem wir alle gehören. Das ist doch so, oder?", hackte Rick nach.

„Na ja, theoretisch schon, aber kein geistig gesunder Alpha würde es wagen mich herauszufordern, also hört endlich auf euch Sorgen zu machen und akzeptiert ….", begann Negan, doch er unterbrach sich, als Rick sich erhob, und seine Miene wurde blank.

„Rick, Bruder", begann Shane.

„Es muss sein. Mach dir keine Sorgen", meinte Rick nur in seine Richtung und starrte dann Negan an.

„Rick, tu das bitte nicht", sagte dieser nur.

„Ich muss es tun. Ich habe wirklich gehofft, dass ich es nicht tun müsste, dass du dich ändern könntest, dass du es verstehen würdest, aber … du lässt mir keine Wahl", erklärte Rick, „Also fordere ich dich hiermit heraus. Zum Kampf um den Posten des Rudelführers. Um den Posten des Alphas. Nur du und ich, gegeneinander. Ohne Waffen. Ganz klassisch. Der Verlierer unterwirft sich oder stirbt. Der Gewinner kriegt alles. Die Herrschaft über alle hier. Über dein vereintes Rudel."

Negan starrte ihn an. „Du bist kein Alpha, du kannst mich nicht fordern", erklärte er dann.

„Wer sagt das? Wo steht das? Du hast gerade selbst gesagt, dass derjenige, der dich fordert und gewinnt, der neue Rudelführer wäre. Ich bin der Rudelführer von Alexandria, einem Rudel, das du annektieren wolltest, und ich habe mich dir nie unterworfen, also steht es mir zu um die Herrschaft über alle zu kämpfen", erwiderte Rick.

„Damit hat er recht", merkte Gavin an.

Negan warf dem Beta einen wütenden Blick zu. Dann richtete er die Augen wieder auf Rick. „Tu das nicht, schick mir Shane, lass es Ezekiel tun, oder zumindest die verrückte Cyndie hier", bat er dann, „Ich will dich nicht töten, Rick."

Rick lachte. „Siehst du, genau deswegen muss ich es tun, weil du mich nicht ernst nimmst. Weil du immer noch denkst, dass du, nur weil du ein Alpha bist, besser bist als ich", erklärte er, „Also bist du ein Feigling, oder traust du dich?"

Negan knurrte leise. „Von mir aus", bellte er dann, „Draußen im Hof. Vor aller Augen. Du hast eine halbe Stunde um dich vorzubereiten. Aber sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt!" Dann sprang er wütend auf und eilte aus dem Besprechungsraum. Laura und Gavin tauschten einen betretenen Blick aus und folgte ihm dann hinaus, gefolgt von Jacob und Avery.

„Ist das weise?", fragte Ezekiel, nachdem sie alleine waren, „Wir haben alle gesehen, was er mit Simon gemacht hat."

„Ich bin nicht Simon", erwiderte Rick nur. Er wollte nicht daran denken, dass ihm das vielleicht auch bevorstand, dass er ebenfalls so enden könnte. Das wollte er nicht akzeptieren.

Ezekiel nickte resignierend und deutete Cyndie und Jesus dann ihm nach draußen zu folgen. Das ließ Rick mit Andrea und Shane zurück. „Wie soll ich das Carl erklären?", wollte Shane nur wissen.

„Er wird es verstehen. Wenn es jemand versteht dann er", meinte Rick heiser, „Versprich mir nur, dass du ihn nicht forderst, falls das hier schief geht. Dass du an Carl und Judith denkst vor allen anderen. Dass du das tun wirst, was für sie das Beste ist."

Shane erwiderte nichts. Dann seufzte er. „Das ist das Schlimmste, das du jemals von mir verlangt hast, Rick", meinte er dann.

„Ich weiß, und es tut mir leid, aber du musst es mir versprechen", beharrte Rick unnachgiebig.

„Von mir aus. Ich verspreche es dir", schnaufte Shane, „Ich verspreche, dass ich ihn mit dem Mord an dir davon kommen lasse, wenn es ihm gelingen sollte dich zu töten. Versprich du mir dafür, dass du dich nicht töten lässt."

„Ich werde tun, was ich kann", sagte Rick.

Shane nickte nur, stand dann auf und stürmte, offensichtlich aufgelöst, aus dem Raum.

Rick blickte Andrea an. „Ich weiß, dass du sie führen wirst, wenn ich hier scheitere, dass du das tun wirst, was für alle das Beste ist", meinte er dann.

Sie nickte nur und schniefte ein wenig. „Rick, ich … Als die Welt unterging, da dachte ich, vielleicht ist es ganz gut so, vielleicht ist das unsere Chance. Unser aller Chance auf einen Neuanfang auf eine bessere Welt, in der wir alle gleich sind, in der wir alle miteinander anstatt gegeneinander leben", erklärte sie dann unter Tränen, „Dann wurde mir klar, dass das niemals passieren wird, weil die Menschen einfach nicht so sind. Ich will nicht, dass du für einen Traum stirbst, der niemals wahr werden kann, Rick." Sie blinzelte die Tränen weg.

„Aber er wurde wahr. Er wurde in Alexandria wahr. Für eine kurze aber wunderbare Zeit lang", flüsterte Rick, „Und er kann wieder wahr werden. Wir dürfen nur nie aufhören für ihn zu kämpfen. Selbst Owen hat für diesen Traum gekämpft. Wie sollte ich dann … weniger tun? Und selbst wenn ich nicht gewinne, selbst wenn ich sterbe, vielleicht bewirkt es trotzdem etwas." Und wenn nicht dann wäre er zumindest wieder mit Lori und Morgan vereint.

Andrea schluchzte auf. Rick legte ihr kurz seine Hand auf den Rücken und ging dann mit schweren Schritten los in Richtung Kampf. Andere sprachen ihn an, riefen seinen Namen, er reagierte nicht, konnte es sich nicht leisten zu reagieren. Ich liebe euch, liebe euch alle, aber ich kann euch jetzt nicht zusammenbrechen sehen, so wie ich Shane und Andrea zusammenbrechen gesehen habe. Er hatte einen Kampf vor sich.

Carol allerdings schien das egal zu sein, denn sie lag auf einmal trotzdem in seinen Armen. „Du kannst ihn besiegen, Rick, du wirst ihn besiegen, das weiß ich", hauchte sie ihm ins Ohr, „Aber wenn du ihn besiegst hast, dann töte ihn nicht. Tu das … tu das, was Morgan getan hätte." Und dann war sie weg.

Rick sah auf und blickte sich jetzt doch nach seinen Lieben um. Er sah Daryl und Aaron bei Tara und Sasha und der verletzten Rosita und Eugene stehen. Er sah Michonne, die Judith in ihren Armen hielt, und Shane, der neben ihr stand und Carl an sich drückte, der mit leerem Blick zu ihm herüber starrte. Er sah Glenn und Maggie neben ihnen stehen, Maggie, die ihre Hände auf ihren Bauch presste. Dafür kämpfe ich, rief er sich in Erinnerung, Für unsere Zukunft.

Du bist mit Jordan Clark fertig geworden, Rick. Mit Negan wirst du auch fertig, sagte er zu sich selbst und stellte sich dann in den Kreis, den die Erlöser und ihre Gegner gebildet hatten, in dem der Kampf stattfinden sollte. Er spürte wie seine Hände zitternden, als er seine Jacke ablegte. Dann atmete er tief durch. Ich kämpfe hier nicht für mich, nicht einmal für alle Omegas, ich kämpfe für meine Familie, für mein Rudel. Ich gewinne für sie.

Er wandte sich seinem Gegner zu. Negan stand im Kreis, ohne Lederjacke, ohne Lucille, in T-Shirt und Lederhose mit einem Gesichtsausdruck, der tiefen Unwillen ausdrückte.

Laura trat in den Kreis. „Dieser Alphakampf entscheidet über die Rudelführerschaft. Rick Grimes fordert Negan", verkündete sie, „Waffen sind nicht erlaubt. Der Kampf endet, wenn sich ein Kämpfer unterwirft. Oder einer tot ist."

Dann ließ sie ein weißes Tuch zu Boden fallen. Damit begann der Kampf. Rick schloss für eine Sekunde die Augen und machte sie dann wieder auf. Negan hatte sich ihm knurrend genähert, bleckte seine Zähnen, griff aber noch nicht an. Tat immer noch so als wollte er das hier nicht. Aber wenn er es wirklich nicht gewollt hätte, dann hätte er sich nur anständig verhalten müssen. Rick atmete noch einmal tief durch und griff dann an.

Er und Negan hatten schon öfter miteinander gerungen, aber nie war es so gewesen wie jetzt. Nie war es um so viel gegangen. Und nie, kein einziges Mal, hatte Negan ihn als Gegner wirklich ernst genommen. Und dieses Mal, dieses Mal versuchte er sogar ihn zu schonen. Das machte Rick wütend, doch er ließ noch zu, dass der brennende Zorn ihn überwältigte. Er hatte nicht vergessen, was Morgan umgebracht hatte. Er behielt die Kontrolle, konzentrierte sich auf den Kampf, nicht auf seine Wut. Konzentrierte sich darauf dem Anderen Schmerz zuzufügen, der ihn in die Knie zwang, dem Anderen zu zeigen, wie sehr er ihm wehgetan hatte, dem Anderen zu zeigen, wie es sich anfühlte, wenn man verraten wurde, wieder und wieder und wieder.

Falls Negan von seinem Kampf mit Simon geschwächt war, ließ er sich das nicht anmerken. Falls er sich darüber wunderte, dass Rick ihn diesmal nicht sofort versuchte an den Hals zu gehen, ließ er sich das ebenfalls nicht anmerken. Stattdessen befreite er sich aus dem Griff des Omegas, stolperte er zurück, und blickte Rick mit einem verwunderten Blick an, als hätte er ihn noch nie zuvor gesehen. Und Rick stürzte sich wieder auf seinen Gegner, attackierte ihn mit Händen und Füßen, mit Zähnen und Klauen, und dann hatte er ihn endlich unter sich, pinnte ihn am Boden fest und knurrte: „Unterwirf dich!"

„Niemals", keuchte Negan, „Ich unterwerfe mich niemandem!"

Rick knurrte nun seinerseits und begann nun doch damit Negan zu würgen. Wenn er ihn heftig genug würgte, müsste der Mann das Bewusstsein verlieren. Doch Negan war nicht wie andere, alleine seine Sturheit schien ihm genug Sauerstoff zu liefern. Und dann rammte er Rick sein Knie in den Bauch und rollte sich auf ihn. „Ergib dich", hauchte er Rick ins Ohr, „Gibt auf und alles wird gut."

„Nicht dir. Niemals", knurrte Rick und schnappte nach Negans Kehle, ähnlich wie er einst nach Joeys Kehle geschnappt hatte. Der Effekt war ähnlich. Negan keuchte überrascht auf und Blut floss. Rick biss tiefer zu und trat den Alpha zugleich weg von sich.

Der tastete nach seinem blutenden Hals, während er auf den Rücken fiel. Rick sprang auf ihn, trat ihn in den Bauch und gegen das Knie, und löste ihm die Hände von seiner Wunde. Das Blut blubberte ihm entgegen, doch die Wunde war nicht zwangsläufig tödlich, zumindest noch nicht.

Negan gab Geräusche von sich, die unverständlich waren, und schnappte nach Luft. Ricks Hände legten sich um seine Schultern, und er drückte seinen Gegner nieder und näherte sich mit seinem Mund wieder dessen Hals. Negan versuchte ihn abzuschütteln, und dann … nur für eine Sekunde … mehr als Zuckung als als bewusste Bewegung … bot er Rick seine Kehle dar. Tu das, was Morgan getan hätte, hatte Carol gesagt.

Rick presste seine eigenen Hände auf Negans Halswunde. „Ein Arzt, schnell! Es ist vorbei, ich habe gewonnen!", verkündete er.

Die beiden Dr. Carsons eilten in den Kreis. „Rettet sein Leben", befahl Rick und ließ von Negan ab. Dann richtete er sich zu voller Größe auf.

„Es ist vorbei!" rief er, „Negans Herrschaft ist vorbei! Er führt euch nicht mehr an! Ihr seid jetzt frei! Ihr alle! Von jetzt an gibt es kein geeintes Rudel mehr, es gibt Gemeinden, die Nachbarn sind und sich von nun auch so verhalten werden! Wer damit nicht leben kann, der kann sich gerne an mich wenden und damit rechnen so behandelt zu werden wie Negan, aber auch das nur wenn er Glück hat! Das da ist euer Alpha, der nicht bereit war sich zu ändern!" Er deutete mit blutigem Finger auf Negan, der gerade notdürftig behandelt wurde. „Seid klüger als er und ändert euch!"

Dann wankte er weg, weg von Negan, weg von all der Gewalt in die Richtung seines Rudels, in die Richtung seiner Familie. Carl umarmte ihn und stützte ihn, bevor er zusammenbrechen konnte. „Alles wird gut, Dad", versprach ihm sein Sohn, „Du hast es geschafft, du hast gewonnen. Du hast uns alle befreit."

Ja, nahm Rick an, das hatte er wohl.


III.

Magna war sich ziemlich sicher, dass das ihr Ende sein würde. Und nicht nur ihres. Sie weigerte sich über das nachzudenken, was sie bereits verloren hatte, und konzentrierte sich darauf das zu retten, was sie noch retten konnte. Yuniko, mit ihrer Kopfverletzung, Luke, Connie, und Kelly. Ihre Familie, ihr Rudel, diejenigen, die ihr Leben lebenswert machten. Ich werde nicht auch noch sie verlieren. Sie hatte schon so viel verloren (oder vielleicht auch nicht), aber diese verdammte Welt würde nicht auch noch ihre Geliebte und ihre Freunde bekommen. Oh, nein, das würde sie nicht.

Es sah aber schlecht für sie aus. Die Kranken hatten sie dieses Mal böse erwischt und würden sie vielleicht noch viel böser erwischen, wenn kein Wunder geschah. Ein einzelner Alpha, selbst ein so Kick-Ass Alpha wie Magna, konnte nicht mit so vielen Kranken alleine fertig werden, konnte nicht die verletzte Yumiko, die durch ihre Taubheit benachteiligte Connie, den noch nie sehr athletischen Luke, und die immer noch sehr unerfahrene Kelly gegen all diese Kranken verteidigen, das wusste Magna. Trotzdem plante sie kämpfend unterzugehen.

Doch dann geschah das Wunder. Schüsse fielen, und ein kleines hellhaariges Mädchen tauchte auf. Ein Omega-Mädchen. „Kommt schnell", rief das Kind, und vielleicht war die Kleine nicht der Champion, den sich Magna ausgesucht hätte, aber sie war der, den das Schicksal ihr gesandt hatte, und sie würde ihn nicht ablehnen. Also folgten sie der Kleinen, die sie sicher durch die Wälder führte, sicher und schnell bis …. sie mitten in einen fremden Alpha hineinliefen.

„Judith, verdammt noch mal, wen hast du da aufgegabelt?!", schimpfte der Alpha und funkelte Magna offen feindselig an.

„Sie wurden von den Toten gejagt, ich musste ihnen helfen", verteidigte sich das kleine Mädchen, Judith, „Wir müssen sie retten. Bitte, Negan."

Der Alpha seufzte. „Von mir aus. Aber mit nach Hause nehmen wir sie nicht", meinte er.

„Eine von ihnen ist aber verletzt", meinte Judith und deutete auf Yumiko, die inzwischen vollkommen ohnmächtig an Magnas Schulter hing.

Negan seufzte erneut und verdrehte theatralisch die Augen. „Von mir aus. Aber du hast die Ehre das alles deinem Dad zu erklären und ihn davon abzuhalten mich dafür umzubringen, okay?", meinte er und deutete Magna und den Betas dann sich hinter ihn zu stellen, „Keine Sorge, wir retten euch. Das ist sozusagen eine Spezialität von uns."

Die Kranken hatten sie inzwischen eingeholt und griffen nach ihnen. Judith schoss auf sie, und Negan spießte einen nach dem anderen mit seinen spitzen Holzstab auf. Es war ein kurzes Gemetzel, aber es reichte aus. Die Kranken waren bald erledigt.

„Na dann, kommt mit uns", meinte der Alpha zu Magna und den anderen, „Und wir bleiben immer aufmerksam, nicht wahr, Judith? Augen und Ohren auf, man kann nie wissen, wo noch mehr von diesen toten Bastarden lauern."

Judith nickte gehorsam. Magna überlegte einen Moment lang, ob es besser wäre einfach abzuhauen und alleine ihr Glück zu versuchen. Aber Yumiko war verletzt, und das kleine Omega-Mädchen hatte sie gerettet, auch wenn ihr der fremde männliche Alpha ein ungutes Gefühl vermittelt, gehörte er offenbar zum kleinen Omega-Mädchen und stellte damit keine unmittelbare Gefahr für sie dar. Sie musste es also riskieren ihm zu vertrauen.

Sie nickte also den Betas zu, und zusammen folgten sie Judith und Negan durch den Wald hindurch. Dann erreichten sie einen befestigten Ort, eine von schützenden Mauern umgebene Siedlung.

„Hier sind wir also. Home Sweet Home. Willkommen in Alexandria", meinte Negan zu Magna und den anderen und zwinkerte ihnen zu, „Keine Sorge, wenn ihr brav seid, dann dürft ihr vielleicht sogar hierbleiben."

Das, so dachte Magna bei sich, wäre zu schön um wahr zu sein. Und als sie das dachte, ahnte sie noch nicht wie recht und wie unrecht sie mit diesem Gedanken hatte.


Fin.


A/N: Keine Sorge, es wird eine Fortsetzung geben, der diese Trilogie abschließt und uns erklärt, wie es zu diesem Szenario hier gekommen ist, und sich der neuen großen Gefahr für alle Gemeinden stellen wird, den Flüsterern.

Wir werden also wieder Rückblicks- und Gegenwartsunterkapiteln haben, nur dass die Rückblicksunterkapitel an die bisherigen Gegenwartskapitel anschließen werden und die neuen Gegenwartskapitel an das letzte Unterkapitel hier anschließen werden. Inhaltlich werden wir uns also in Staffel 9 wiederfinden. Staffel 10 habe ich noch nicht gesehen, ein paar Geschehnisse aus ihr werden aber trotzdem in der Fic verarbeitet werden, aber wie immer weder die Dinge sehr anders ablaufen.

Diese Fic musste mich also während der gegenwärtigen Krise bei Verstand halten, und irgendwie ist ihr das wohl auch gelungen, zumindest bisher. Ist es klug sich eine Apokalypse zu fliehen, während rund um einen herum eine andere tobt? Wer kann das schon sagen, meine Charaktere hatten es teilweise besser als unser eins, teilweise sehr sehr viel schlechter, sind aber im Großen und Ganzen besser mit all ihren Problemen umgegangen als die echte Welt dort draußen, aber deswegen nennt man es ja wohl auch Fiktion.

Nicht alles haben es geschafft, aber es wäre kein Teil der TWD-Franchise, wenn alle immer glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben würden. Das wird auch im dritten Teil nicht der Fall sein.

Im Übrigen könnt ihr mir trotzdem Endgame-Wünsche schicken, es gibt eine gewisse Planung, aber Plot und Charaktere haben ein gewisses Eigenleben, und viele meiner Pläne ändern sich sowieso (Morgan, Owen, es tut mir so leid). Ihr könnt euch also zu Wort melden und mir sagen, was ihr gerne am Ende dieser Reihe sehen würdet bzw. wen ihr mit wem sehen wollt. Oder wen ihr überhaupt noch sehen wollt. (Keine Sorge, Siddiq ist eingeplant, hatte nur bisher keinen Platz in dieser Fic, er lebt in der neuen Gegenwart aber in Alexandria).

Abschließende Reviews sind natürlich erwünscht und ihr dürft mir auch PNs schreiben, wenn es euch zu peinlich ist öffentlich zu schreiben, was ihr denkt.