Kapitel 28
Als Sakura am anderen Morgen ihre Augen öffnete schaute sie direkt auf das Tattoo auf Laws Hand. Diese lag locker vom Schlaf auf seiner Brust etwas entfernt von ihrem Kopf. Sie blinzelte einige Male als sie feststellte, dass sie schon lange nicht mehr so gut geschlafen hatte. Zu faul um aufzustehen entspannte sie sich wieder. Sie hob ihre Hand und zeichnete lässig einige der schwarzen Streifen auf seiner Brust nach als sie entspannt seinem Herzschlag zuhörte.
Law schaute mit einer angehobenen Augenbraue zu ihr hinab. Er war kurz nach ihr wach geworden und beobachtete amüsiert wie sie sich verhielt. Er machte einen verschlafenen Laut als er seine Augen wieder schloss und ihre Hand erfasste, sie somit auf seiner Brust stillend. Er konnte ihren prüfenden Blick auf sich spüren als sie ihren Kopf etwas hob um zu sehen ob er noch immer schlief. Nach einer Weile spürte er wie sie ihren Kopf wieder auf seine Brust legte und sich entspannte. Der Mann unterdrückte sich ein Grinsen als er sie mit einem müden Seufzer packte und sich mit ihr auf sich gedrückt auf den Bauch legte.
Er achtete darauf, dass sein Unterkörper auf dem Bett lag als er die überrascht quiekende Frau unter sich begrub. Die Kunoichi schnaubte amüsiert als sie merkte, dass er sie reingelegt hatte. "Guten Morgen" grinste der Pirat ihr etwas Raum zum Atmen gebend. Sakura kicherte leise als sie mit funkelnden Augen zu ihm aufsah. "Guten Morgen" grinste sie gut gelaunt. Sie fühlte sich wirklich besser, als wäre eine Last von ihr genommen, zumindest für den Moment. "Liegst du bequem?" fragte sie mit einer angehobenen Augenbraue. Laws Grinsen wurde etwas breiter. "Sehr" antwortete er amüsiert.
"Ich weiß ja nicht für wie leicht du dich hältst, aber ich kann dir bestätigen, es ist nicht so leicht wie du glaubst" verkündete sie nach einer Weile, in der sie zuließ von ihm ins Bett gedrückt zu werden. "Willst du sagen ich bin fett?" fragte er mit weiten Augen und erhielt ein Kichern von ihr. "Oh glaub mir. Fett wäre leichter und weicher als das" antwortete sie grinsend als sie mit einer Hand gegen seine Brust presste. "Du sagst die süßesten Dinge" gab er trocken zurück. "Charmant von Kopf bis Fuss, ja das klingt nach mir" scherzte sie und lachte als er amüsiert schnaubte. "Und vergiss nicht bescheiden" warf er ein als er sich schließlich aufrichtete und sie gehen ließ.
"Wie konnte ich das nur vergessen?" fragte sie zu ihm aufsehend. Der Mann musterte sie eine Weile. Er streckte seine Hand zu ihrem Bauch aus und fasste an die Stelle, an der eigentlich eine Narbe von der OP sein sollte. "Mein Chakra hat sie und alle heilenden Wunden komplett abgeheilt sobald ich es wieder richtig nutzen konnte" erklärte sie wissend, woran er dachte. "Ist es denn wieder komplett da?" fragte er kurz zu ihr aufsehend. "Ja, der Blocker hat nicht einmal richtig funktioniert. Ich hatte Zugriff auf einen Bruchteil von meinem normalen Level, allerdings hat es gereicht ein Chakra-Skalpell durch Rains Schädel zu jagen" antwortete sie und Law konnte deutlich ihre innere Stärke in ihren Augen erkennen.
Er war erleichtert, von nun an konnte es nur noch bergauf gehen. "Das bedeutet, sobald du dein Normalgewicht wieder hast, können wir direkt wieder trainieren" verkündete er grinsend. "Du meinst, dass ich dir dann diese Glöckchen abnehmen werde, ja, das wird passieren" gab sie mit funkelnden Augen zurück. "Sei dir mal nicht so sicher" murrte er aufstehend. Er nahm seinen Pullover und warf ihn sich über, dabei das enttäuschte Seufzen der jungen Frau genießend. "Zieh dich an, ich habe veranlasst, dass du heute Morgen zur Abwechslung Müsli bekommst" verkündete er und lachte als sie vom Bett sprang und ihre Arme um seinen Bauch schlang, während er mit dem Rücken zu ihr stand um seine Mütze zu nehmen.
"Zieh dich an, so nehme ich dich nicht mit auf die Polar Tang" grinste er gegen ihre Hände tippend. Die junge Frau biss ein Lachen hervor bevor sie ihn gehen ließ und sich anzog. Gemeinsam verließen sie das Gebäude und gingen in einer angenehmen Ruhe durch den Ort zu Laws Schiff. Es war bereits hell und langsam begann die kleine Stadt zum Leben zu erwachen. "Ah, schau, da ist das Café" verkündete Sakura als sie Laws Ärmel erfasste und auf ein Gebäude zeigte. "Keine Sorge, du bekommst heute deinen Kuchen" versicherte der Doktor amüsiert.
Es dauerte nicht lange und sie waren auf dem gelben U-Boot. "Sakura-san! Du siehst heute schon viel besser aus!" rief Bepo erfreut als er die lebhafte Frau erblickte. "Ich darf auch endlich mal etwas Anderes als Suppe essen" antwortete diese mit einem Grinsen als sie zu Law hinauf schielte. "Wie lange werden wir bleiben, Captain?" fragte Shachi erfreut über Sakuras gute Laune, genau wie der Rest der Piraten. "Bis ich meinen Kuchen bekommen habe" antwortete Sakura als sie sich neben Bepo setzte. Law schnaubte amüsiert als er sich auf seinen Stammplatz setzte. "Du hast sie gehört" sagte er amüsiert.
"Es gibt Kuchen?" fragte Ikkaku neugierig. "Wir hatten einen Deal, also ja, für Sakura gibt es heute auch Kuchen" antwortete Law einen Blick mit der pinkhaarigen Frau tauschend. "Was war der Deal?" fragte Bepo neugierig. "Ich esse ohne zu Murren meine Suppe auf und bekomme dafür Kuchen" antwortete Sakura. "Aber das ist Müsli" warf der Mink verwirrt ein als er auf ihre Schale schaute. "Himmel ja, das ist es" stimmte Sakura erleichtert zu. "Kann man sich dem Kuchenessen anschließen oder..." Ikkaku ließ den Satz schweifen und Sakura und Law tauschten einen kurzen Blick.
"Damit eins klar ist, ich bezahle nur Sakuras Stück" antwortete Law seufzend. Er hatte im Prinzip nichts dagegen, wenn sie nicht alleine waren, schließlich war er sich sicher, dass er sie die Nacht in seinem Labor wieder für sich haben würde. Der Doktor war froh, dass viele seiner Leute nichts süßes mochten und sich ihnen nicht anschließen wollten, sie wollten viel lieber so noch etwas entspannen bevor sie wieder abreisten.
Gegen Nachmittag saß Sakura mit einem zufriedenen Grinsen in dem kleinen Café an einem Tisch mit Trafalgar-san, Bepo und Ikkaku und genoss in aller Ruhe ihr erstes Stück Kuchen seit langem. Einige wenige Herz-Piraten saßen an einem anderen Tisch und taten es ihr gleich. Law trank einen Kaffee als er seiner Partnerin amüsiert beim Essen zusah. Sie, Bepo und Ikkaku unterhielten sich über belangloses Zeug als die junge Frau sich weiter entspannte. Sie fing Laws wissenden Blick und ihre Mundwinkel stiegen kurz an bevor sie eine Frage von Bepo beantwortete. Kurz darauf reisten sie wieder ab.
"Ich muss zugeben, dass ich jetzt durchaus weiß, dass du auch schläfst, aber warum machst du es so selten?" fragte Sakura zwei Tage später als sie Law mitten in der Nacht in seinem Labor fand. Dieser hob eine Augenbraue an als er von seiner Arbeit zu ihr hinauf schaute. "Alpträume" antwortete er sich wieder seiner Arbeit widmend. "Oh" war alles, was sie dazu sagte bevor sie sich neben ihn setzte und begann weiter an ihrem eigenen Projekt zu arbeiten.
"Nach dem Krieg..." begann die junge Frau nach einer Weile, in der sie still gearbeitet hatten. Law sah überrascht zu ihr auf als sie weiter arbeitete. "...ich habe gearbeitet bis ich an Ort und Stelle einfach eingeschlafen war. Ich habe bis zur Erschöpfung gearbeitet" erklärte sie seinen Blick meidend als sie stur auf das Kraut schaute, das sie zerkleinerte. "Es gab genügend für mich zu tun. Irgendwann hat mich Shishou in den Zwangsurlaub geschickt und die Alpträume fingen an" seufzte sie einen flüchtigen Blick auf den Doktor werfend, der sie eingehend musterte.
"Was hast du gemacht?" fragte er neugierig. Sakura zuckte mit einer Schulter. "Wir Kunoichi haben uns zusammen getan. Meine beste Freundin hatte ihren Vater und ihren Teamleiter verloren, ich meine Eltern, meine andere Freundin einen Teamkollegen, jemanden aus unserer Generation, der der Cousin einer weiteren Freundin war. Wir haben gemeinsam in meiner Wohnung geschlafen und versucht uns gegenseitig dadurch zu helfen. Wir haben viel Zeit mit unseren Teams verbracht, zusammen oder getrennt und wenn ich dann doch mal Aussicht auf eine Nacht alleine hatte haben sich Naruto, Sai und Kakashi bei mir einquartiert" antwortete sie zu ihm schauend.
"Hat es geholfen?" fragte er erstaunt darüber, dass sie ihm sowas erzählte. "Ja" antwortete sie mit einem kleinen Lächeln und schloss ihre Augen. "Ich kann mich an so einige Nächte erinnern, in denen Kakashi-sensei auf uns aufgepasst hat. Wir haben alle untereinander ein Gespür dafür entwickelt, wann immer jemand in einem Alptraum steckte und haben uns rechtzeitig geweckt. Das Gefühl nicht alleine zu sein hat die Alpträume im Endeffekt auf ein Minimum reduziert" erklärte sie wieder zu ihm schauend. "Ich will dir nicht sagen, was du machen sollst, aber deine Nakama lieben dich sehr. Ist es so verkehrt sich ihnen oder zumindest einem von ihnen zu öffnen?" fragte sie und sah wie er darüber nachdachte.
"Was wirst du machen um hier deine Alpträume unter Kontrolle zu bekommen?" fragte der Mann wissend, dass sie selbst welche hatte. "Ich suche dich auf" antwortete sie mit einem kleinen Lächeln. "Ich mache mir keine Gedanken, dass du mir nicht zumindest ausweichen kannst, wenn ich aus einem Alptraum heraus komme, sollte ich hier einschlafen" erklärte die Kunoichi als sie seinen erstaunten Blick sah. "Ich werde darüber nachdenken" murrte er schließlich und sah wie sie sich wieder zufrieden ihrer Arbeit widmete. Er tat es ihr kurze Zeit später gleich und beide verfielen wieder in eine angenehme Stille.
