Als Albus aufwachte wusste er das etwas nicht stimmte. Das wenige Licht das durch das Fenster schien war zu tief und hell für den frühen Morgen und die Schatten in seinem Zimmer waren zu lang. Er betastete den Platz neben sich und die Wand und fand sie leer vor und für einen Moment geriet er komplett und heillos in Panik, er beeilte sich Kleider zu finden und stolperte über sich selbst als sein Bein nachgab.

Er hatte halbwegs eine Jogginghose und einen Pulli angezogen als er eine Lachen und Musik von unten hörte.

Er ist nur ohne mich aufgestanden, sagte Albus sich selbst. Das ist alles.

Albus ging die Treppe hinunter und fand Lily und Scorpius auf der Couch sitzend vor dem Fernseher eingepackt in mehrere Decken während der Schnee draussen weiter fiel.

„Hi Albus", sagte Lily fröhlich als sie ihn sah. Scorpius sah zu ihm auf und grinste. Albus bemerkte das seine Lippe verletzt war – einfach ein bisschen dunkler als gewöhnlich – und er trug Albus altes Chudley Cannons Sweatshirt.

„Guten Morgen", sagte er.

„Du hast mich zu Tode erschreckt", sagte Albus und nahm die letzten Stufen langsam. Er küsste Scorpius' Kopf als er unten ankam und zerzauste Lilys Haare.

„Entschuldige", sagte Scorpius. „Du warst bewusstlos also dachte ich du brauchst die Erholung."

Albus wollte nicht zugeben das er wahrscheinlich recht hatte.

„Scorpius wusste nicht was das Wort ´Disney´ bedeutet", sagte Lily. „Er bekommt eine Ausbildung."

„Oh nein", sagte Albus und realisierte das die Musik die er gehört hatte von ´König der Löwen´ war.

„Schliess dich uns an", sagte Scorpius. „Das ist eine exzellente Ablenkung."

„Hab Spass damit", sagte Albus. „Ich werde an unseren Hausaufgaben arbeiten."

„Oh das", sagte Scorpius. „Ich glaube ich sollte meine Aufgaben machen bevor wir zurückgehen."

Albus schüttelte den Kopf. „Ich habe sie alle etwa halb fertig. Du kannst sie überprüfen und später kopieren."

„Bist du sicher?"

Albus begann in die Küche zu humpeln. „Ja ich kopiere deine Hausaufgaben seit Jahren. Scheint nur fair zu sein."

Scorpius lenkte sich für den Grossteil des Nachmittags ab aber als Lily sagte das sie zum Haus einer Freundin zu einer Geburtstagsparty ging, wurde er in der Stille des Wohnzimmer zurückgelassen. Harry und Ginny arbeiteten bereits wieder und James war gegangen um mit Bill in Gringotts zu sprechen.

Er schaffte beinahe fünf Minuten alleine vor dem Fernseher bevor dunklere Gedanken hochkamen, also schlang er die Decken um sich und ging Albus suchen.

„Wie läuft es?" fragte Scorpius als er Albus am Esszimmertisch fand, ihre Schulbücher und Pergament über die Oberfläche verteilt.

„Beinahe fertig mit Verwandlung", sagte Albus. „Habe mir Pflege magischer Geschöpfe für den Schluss aufbewahrt da es am einfachstes ist."

„Du hast mir nie gesagt das du einen Hund wolltest", sagte Scorpius.

„Du hast das gehört huh?"

„Habe mehr davon gehört als ich sollte", sagte Scorpius ihm. Er lehnte sich neben Albus auf den Tisch zurück, blockierte seinen Blick auf das Buch. „Wieso hast du mir nicht gesagt das du und James Probleme hattet?"

„Weil ich bis gestern nicht wusste worum sie gingen", sagte Albus ihm. „James war schon immer temperamentvoll."

„Hat er ein Problem mit mir?"

Albus sah vom Pergament auf und legte die Feder hin.

„Absolut nicht", sagte Albus.

„Ich will dir keine Familien Probleme bereiten", sagte Scorpius. Albus schlang seinen Arm um Scorpius' Taille und drehte sein Gesicht in seinen Bauch, er bemerkte zum ersten Mal wie kalt seine Nase war.

„Könntest du niemals", sagte Albus.

„Werden wir unsere Fächer bestehen?"

„Ich weiss nicht", sagte Albus, seine Stimme gedämpft. „Du solltest vielleicht die Aufgaben überprüfen."

Scorpius setzte sich neben ihn und zusammen arbeiten sie sich durch die Arbeit die sie verpasst hatten – eine scharfe Warnung das Scorpius nur wenige Tage hatte bevor das Semester anfing. Als sie ihre Zaubertrank Hausaufgabe Zeile für Zeile durchgingen, dachte Scorpius an das Staren welches ihn erwartete, wie müde er nach einem ganzen Tag sein würde, die Wahrscheinlichkeit einer durchgeschlafenen Nacht und es schien zu viel auf einmal.

Er war weniger als eine Woche wieder zuhause.

„Ich weiss nicht ob ich bereit bin zurückzugehen", sagte Scorpius leise und legte das Pergament weg.

„Was?"

„Wie soll ich durch einen Verwandlungstest kommen wenn ich nicht einmal fünf Minuten still sitzen kann ohne ihre Stimme zu hören?"

„Scorp", sagte Albus und rieb seinen Rücken. „Ich werde die meiste Zeit bei dir sein und unsere Freunde werden auch bei dir sein."

„Ich mache mir wirklich Sorgen. Was ist wenn ich nur denke das ich es unter Kontrolle habe."

„Wenn gestern Nacht ein Zeichen ist wirst du es schaffen", sagte Albus mit einem Grinsen. Scorpius schenkte ihm ein halbes Lächeln.

„Wenn du nicht damit umgehen kannst, kannst du nachhause kommen", sagte Albus. „Und ich werde am Wochenende mit deiner Arbeit nachhause kommen."

„Ich will nicht das du das tun musst", sagte Scorpius.

„Aber das werde ich", sagte Albus. „Und nächstes Jahr um diese Zeit arbeitest du in den Archiven und du wirst der beste erst Jahres Historiker sein den sie je gesehen haben."

„Es ist schwer so weit voraus zu denken", sagte Scorpius. „Zumindest im Moment."

„Du wirst das überwinden", versicherte Albus ihm. „Und ich werde alles tun um dir zu helfen."

Scorpius legte seinen Kopf auf Albus' Schulter und sah ruhig zu wie er durch den Rest der Verwandlungsaufgabe wuselte.

Scorpius und Albus sassen in der Nacht bevor sie nach Hogwarts zurückkehren sollten mit ihren Büchern in der Burg aus Decken. Das Malfoy Manor war ein diesem Tag meist Ruhig gewesen und Pokey hatte sie stündlich überprüft und sie mit heisser Schokolade versorgt.

Als die Tür sich nahe der Zeit zum Abendessen öffnete sah Scorpius nicht auf.

„Ich glaube wir sind bis zum Abendessen versorgt Pokey."

„Scorpius kannst du bitte aus deiner…was immer das ist kommen."

„Es ist eine Kissen Bu – oh."

Scorpius streckte seinen Kopf hinaus und sah zu Draco auf, welcher ein paar Meter weiter mit verschränkten Armen stand. Hinter ihm war die Heilerin aus Sankt Mungo.

Albus sah auch hinaus, nachdem er die Enttäuschung in Scorpius' Stimme hörte. Nachdem Fiasko was seine erste Nacht in der echten Welt war waren beide Scorpius und Albus froh um den Frieden und die Ruhe, weil keiner viel Schlaf bekommen hatte.

„Hallo", sagte Albus.

„Hallo Mr. Potter", sagte Dania. Sie trug normale Kleidung und ohne ihre Sankt Mungo Uniform fand Scorpius das sie noch hübscher war. „Ich bin hier um euch Jungs noch einmal durchzusehen und sicher zu gehen das ihr bereit seid zurück zur Schule zu gehen."

„Du hast das mit dem ´sauberen Gesundheitszeugnis´ ernst gemeint?" fragte Scorpius seinen Vater und kletterte aus der Kissen Burg und half Albus auf. Er sah zu Dania plötzlich seiner selbst bewusst.

„Wir machen so etwas nicht immer", sagte er. „Uns war letztens nur so langweilig…"

„Die Feiertage bringen in uns allen das Kind zum Vorschein", sagte Dania. „Meine Schwester und ich haben jedes Jahr einen Tag wo wir in unseren Schlafanzügen herumliegen und Zauber Schnippschnapp spielen."

„Das klingt entzückend", sagte Scorpius.

„Ihre Farbe ist zurückgekommen", sagte Dania und sah in Scorpius' Gesicht. „Lassen Sich mich die Handgelenke sehen."

Er zog die Ärmel seines Pullover zurück um ihr die blassen, festen Narben zu zeigen und versuchte selbst nicht hinzusehen. Sie befühlte sie und nickte.

„Sie sind so gut geheilt wie erwartet. Was ist mit den Albträumen?"

„Sie sind in Ordnung", sagte Scorpius. Albus blickte zu ihm. Die letzte Nacht war nicht einfach gewesen.

„Also sind sie anhaltend?"

„Ich habe eine Nacht durchgeschlafen", sagte Scorpius und sah zu Draco. Er stand still mit verschränkten Armen hinter Dania.

„Es wird öfter und öfter vorkommen", sagte sie. Sie sprach mit so viel Mitgefühl und Freundlichkeit das Scorpius ihr beinahe glaubte.

„Haben Sie keine Angst einen Schlaftrunk zu nehmen wenn Sie einen brauchen", sagte Dania. „Sie können sie ohne Nebeneffekte etwa zweimal in der Woche nehmen."

„Ich mochte sie nie wirklich", sagte Scorpius ihr. „Ich fühle mich danach immer so angeschlagen."

„Trotzdem", sagte Dania. „Haben SIe keine Angst zu Madame Pomfrey zu gehen wenn Sie müssen."

„Sie kennen Madame Pomfrey?"

Harry kam in die Bibliothek und stellte sich neben Draco. Er sah einen Moment verwirrt aus bevor er realisierte das die Frau die Heilerin war mit der sie gesprochen hatten.

„Es ist schön Sie wieder zu sehen."

„Sie auch Mr. Potter."

Dania drehte sich um und sah zu Albus.

„Sehen wir mal wie Sie auf dem Bein laufen."

„Ich würde lieber nicht", sagte Albus.

„So schlimm?"

„Es ist kein Spass", sagte er ihr nachgebend. Er machte ein paar wackelige Schritte. Harry und Draco beobachteten genau wie er ein paar Meter humpelte, bereit ihn zu fangen falls er ausrutschte und Dania sah wie er sich bewegte.

„Sieht aus als wäre alles in Ihrer Hüfte und dem Knie", sagte sie.

„Das hätte ich Ihnen sagen können", murmelte Albus und lehnte sich gegen das schwarze Piano welches eine Ecke des Raums dominierte.

„Hat es sich von Tag zu Tag verbessert?"

Albus sah zu Scorpius. Er wollte nicht lügen aber er wusste auch das Scorpius sorgen machte ob sein Bein heilen würde oder nicht.

„Nicht seit den ersten paar Tagen", gab Albus zu. „Seither ist es ziemlich stabil."

„Es könnte sich noch immer verbessern", sagte Dania. Albus glaubte ihr nicht. „Sie müssen sich darum kümmern. Legen Sie einen heissen Lappen oder etwas warmes darauf bevor Sie ins Bett gehen."

Dania wandte sich zu Draco und Harry. „Ich sehe keinen Grund weshalb sie nicht zurück nach Hogwarts können. Zumindest nicht körperlich."

„Bist du bereit zurückzugehen Scorpius?" fragte Draco. „Sei ehrlich zu dir selbst. Es ist nur eine Woche her."

„Ich will nicht das sie mir noch mehr von meinem Leben nehmen", sagte Scorpius. „Wenn ich nicht zurückgehe verstecke ich mich bloss hier."

„Du kannst dich hier verstecken wenn du willst", sagte Draco. „Es würde mir nichts ausmachen."

Scorpius lächelte ihn an. „Es würde mir nichts aussmachen mit dir hier zu bleiben und ich hasse es die nach allem zu verlassen aber ich muss zurück in die Schule."

„Du wärst nicht du wenn du es nicht tun würdest."

„Und was ist mit dir Al?" fragte Harry. „Bist du bereit zurückzugehen?"

War Albus bereit seinen Mitschülern humpelnd und mit einem Stock zu begegnen? War er bereit für das Starren was er und Scorpius erhalten würden? War er bereit nach dem erschütternsten und abnormalsten Erfahrung die er sich vorstellen konnte – eine nach der er sich komplett verändert fühlte - zurück in normale Leben zu kehren?

„Nein, aber ich gehe trotzdem", sagte Albus. „Wie Scorpius sagte – entweder gehen wir jetzt zurück oder wir verstecken uns."

„Ich lasse extra Schutz in Hogwarts platzieren", sagte Draco. „Sie werden jede Nacht vor dem Slytherin Gemeinschaftsraum sein."

„Nein Dad…" wimmerte Scorpius. „Bitte nicht."

„Wenn du zurückgehen willst ist das meine Bedingung", sagte Draco. „Nimm es oder lass es sein."

Scorpius öffnete den Mund um zu protestieren aber Albus nickte.

„Ich were mich besser fühlen wenn du extra Schutz hast", sagte Albus ihm. „Das ist kein Spiel. Ich weiss es scheint niemand sonst involviert zu sein aber ich werde Nachts besser schlafen wenn ich weiss das draussen extra Schutz ist um dich zu beschützen."

„Und dich", sagte Harry. „Draco und ich haben darüber gesprochen. Du hast in mehrere Wespennester gestochen während wir gesucht haben. Du bist in mehrere Häuser eingebrochen – „

Albus zuckte zusammen als sich Scorpius sich zu ihn drehte, er sah beleidigt aus.

„Das hast du mir nicht erzählt."

„Empörung steht dir nicht", sagte Albus. „Ich habe getan was ich tun musste."

Scorpius' Ausdruck wurde weicher als er daran dachte wie Albus Wände hochkletterte und Fenster zerbrach. Es war kein schönes Bild aber er war dennoch berührt.

„Schön" sagte Scorpius. „Sicherheitskräfte."

Draco nickte langsam. „Dann kannst du morgen zurückgehen. Auch wenn ich vorschlagen würde das ihr beide und Ainsley besser nach Hogwarts floht als den Zug nehmt."

„Das ist gut", sagte Albus schnell bevor Scorpius protestieren konnte. Nur der Gedanke das Gleis und den Zug mit ihren Sachen zu benutzen liess sein Bein schmerzen.

„Ausgezeichnet", sagte Dania fröhlich. „Sieht aus als hättet ihr alles geregelt."

„Danke", sagte Draco mit einer leichten Verbeugung.

„Ich werde mich selbst hinausbegleiten", sagte sie und schenkte Scorpius und Albus ein letztes Lächeln. Pokey stand an der Tür bereit sie zu eskortieren.

Sie wandte sich an Draco und sprach leise. „Und Sie sehe ich am Dienstag?"

„Natürlich", sagte Draco mit einem leichten Lächeln. Sie grinste und Pokey begleitete sie aus dem Raum. Draco sah noch immer lächelnd auf seine Füsse während Harry, Albus und Scorpius mit offenen Mündern zu sahen wie sie ging.

„Dienstag?" fragte Scorpius nachdem die Tür geschlossen war. „Was ist am Dienstag?"

„Sie ist ein Halbblut und sie hat eine Ausbildung im magischen Heilen und Muggel Medizin", sagte Draco. „Ich habe mit ihr gesprochen als ich sie darum gebeten habe eure Rückkehr zur Schule zu genehmigen und sie dachte sie wäre vielleicht von Hilfe für einige der neuen Initiativen des Ministeriums – „

„Er hat ein Date", unterbrach Harry selbstgefällig grinsend. „Draco hat ein Date."

„Wir sind keine zwölf Potter. Du kannst aufhören", sagte Draco aber Albus wusste das sein Vater das nicht tun würde.

„Ein Date?" sagte Scorpius.

„Ein Date", bestätigte Harry.

„Es ist kein Date", sagte Draco. „Wir werden Ministeriums Angelegenheiten diskutieren."

„Beim Mittag- oder Abendessen?" fragte Albus.

Draco seufzte und rieb sich die Stirn.

„Abendessen."

„Es ist ein Date", sagten Harry und Albus gleichzeitig.

Draco ignorierte ihre Sticheleien und sah zu Scorpius auf.

„Ist es in Ordnung?"

„Natürlich ist es in Ordnung", sagte Scorpius. Er hielt einen Moment inne und überlegte sich seine Worte. Das Letzte was er wollte war das sein Vater allein war während er in Hogwarts war und wenn er später wegzog. „Ich will das du glücklich bist und Mum würde auch wollen das du glücklich bist."

Draco lächelte Scorpius an und nickte, zufrieden mit der Antwort seines Sohnes aber noch immer mit etwas Trauer in den Augen.

„Es ist schon einige Jahre her", sagte Scorpius. „Du verdienst jemand besonderen in deinem Leben zu haben. Natürlich niemanden der besonderer ist als ich."

„Natürlich", sagte Draco mit einem kleinen Lächeln.

Harry fuhr gnadenlos mit seiner Stichelei fort und als sie Scorpius und Albus aus der Bibliothek begleiteten um Abend zu essen, erwischte Albus Scorpius wie er ins Wohnzimmer spähte und zum Portrait seiner Mutter blickte.

Albus und Scorpius gingen den langen, ausgestorbenen Gang zu den Slytherin Kerkern entlang nachdem sie sich von Ainsley verabschiedet hatten. Scorpius trug ihrer beiden Rucksäcke den Gang hinunter und ging langsam neben Albus her. Die Gänge rochen nach Kiefer und Brot vom Abendessen und Scorpius bereute es beinahe das sie so lange in Malfoy Manor geblieben waren.

„Ich erinnere mich nicht daran das dieser Flur so lange war", sagte Albus mit einem Stöhnen. Scorpius Herz schmerzte ihm zuzusehen wie er kämpfte – alles weil er zwei Sekunden zu spät gewesen war.

„Al so kannst du nicht fliegen", sagte Scorpius als sie sich dem Portal näherten.

„Können wir das nicht jetzt besprechen?" fragte Albus. Scorpius verstummte, seine Energie schwand unter der Last ihrer Taschen.

Scorpius murmelte das Passwort und die Steinmauer machte Raum für den runden Durchgang welcher in den Gemeinschaftsraum führte. Albus versuchte sich aufzurichten und versagte kläglich und zusammen gingen sie hinein.

Der Raum war voller Slytherin die Feiertagsklatsch austauschten, sie sprachen über Geschenke und Reisen und Familienpannen. Die Erstklässler hockten an einem Tisch voller Süssigkeiten und kleiner Spielzeuge die so von zuhause mitgebracht hatten und einige der älteren Schüler waren wie es aussah mit einem entbrannten Spiel Zauber Schnippschnapp beschäftigt.

Scorpius entdeckte Maggie lachend auf Flints Schoss sitzend umgeben von Pucey und Farley und ein paar der Slytherin Mädchen und als sie in das kühle Licht der Seefenster und Laternen traten fiel eine Stille über den Raum.

Albus fühlte alle Augen auf einmal auf ihnen – ihre Freunde und Bekannten – Leute die sie seit Jahren kannten und er fühlte sich umgehend kleiner als seit Jahren. Er wollte nach Scorpius greifen – um sich zu erden – aber Scorpius hatte einen weit entfernten Ausdruck auf seinem Gesicht der ihm sagte, dass es heute keine gute Nacht werden würde.

„Merlins Bart", sagte Maggie. Sie sprang von Flints Schoss und rannte auf sie zu und schlang ihre Arme um Scorpius' Nacken.

„Du hast uns zu Tode erschreckt", sagte sie ihm. Scorpius erwiderte die Umarmung zuerst langsam dann komplett als Flint, Farley und Pucey zu ihnen stiessen und Albus umarmten und sich dann zu Scorpius wandten, sie schlangen sie in eine warme Umarmung aus Sorge und Erleichterung.

„Wir haben uns solche Sorgen gemacht", sagte Pucey ihnen beiden. „Ich habe jeden Tag die Zeitungen überprüft."

„Danke das du uns auf dem Laufenden gehalten hast", sagte Farley zu Albus. „Aus wenn es nur wenig war."

„Ich habe Albus immer wieder gefragt ob wir helfen können", sagte Flint zu Scorpius. „Wir haben immer nachgefragt".

„Mein Dad arbeitet im Ministerium", erklärte Farley. „Aber er wollte mir nichts sagen. Dennoch habe ich immer wieder gefragt."

Scorpius sah ihnen ins Gesicht, sein Gesicht fahl und müde aber dankbar. Albus sah wie Farley und Pucey Scorpius ihre Taschen abnahmen und Maggie legte im die Hand auf die Schulter und sah zu ihm auf.

„Du siehst besser aus als aus dem Foto aus dem Krankenhaus", sagte sie ihm. „Ich habe mir solche Sorgen gemacht als ich es sah."

„Was ist passiert Kumpel?" fragte Farley. „Ich weiss was in der Zeitung stand aber du kannst dem Propheten nicht vertrauen."

Scorpius sah zu Albus. Er wusste nicht wer von ihnen die Geschichte erzählen sollte oder ob überhaupt einer von ihnen sie erzählen sollte.

„Können wir in den Schlafsaal?" fragte Albus leise. „Ich muss mich setzten und wenn wir reden wollen, dann lieber nicht hier."

„Ja", sagte Maggie. Sie sah zu Scorpius' Taschen. „Wo ist deine Katze?"

„Ich habe sie zuhause gelassen", gab Scorpius traurig zu. „Es schien zu viel zu sein. Ich wollte sie nicht vernachlässigen."

Da seine Hände frei waren ging Scorpius mit seinem Arm um Albus' Taille geschlungen um Albus etwas mehr Stabilität zu geben wofür Albus dankbar war – er konnte Flints Augen auf sich spüren der jeden seiner Bewegungen abschätzte.

„Ich weiss nicht wie es mir geht bis ich auf dem Feld bin", sagte Albus vorbeugend.

Das schien ihm im Moment zu reichen auch wenn Albus sah wie er einen besorgten Blick mit Farley wechselte.

Als sie zu ihrem Schlafsaal gingen versuchte Scorpius die Erstklässler die sie anstarrten nicht anzusehen. Er ging mit seinen Freunden den Flur entlang – etwas was er schon hundert mal gemacht hatte – und fühlte sich so entfernt von der Person die er im Dezember gewesen war. Albus sah ihn an und verstand, er verfestigte seinen Arm um Scorpius' Rücken.

„Ich weiss", murmelte er und es war genug das Scorpius wusste das er nicht allein war.

Der Anblick ihres Schlafsaal brachte Scorpius eine Welle der Vertrautheit. Pucey und Farley deponierten ihre Taschen auf dem Boden zwischen ihren Betten und Albus und Scorpius setzten sich auf die Kante von Scorpius' Bett während ihre vier Begleiter sich auf Fenstersimse und Koffer um sie setzten und sie erwartungsvoll ansahen.

„Ihr müsst es uns nicht erzählen wenn ihr nicht wollt", sagte Farley nach einem Moment der Ruhe.

„Ja wir wollen euch nicht drängen."

„Starrt ihr deswegen alle?" fragte Scorpius. Maggie sah beschämt weg.

„Wir waren krank vor Sorge", sagte sie ihm. „Als du nicht aufgetaucht bist…und dieser Krater."

„Tut mir Leid das ich euch Sorgen bereitet habe", sagte Scorpius. „Wirklich. Ich weiss das es einen Dämpfer auf eurer aller Weihnachten aufgesetzt hat."

„Kumpel wir sind nur froh, dass dich das Ministerium gefunden hat", sagte Flint.

„Ist es das was sie sagen? Das das Ministerium mich gefunden hat?" fragte Scorpius nachtragend.

„Nun sie haben nicht viel gesagt", stellte Farley klar. „Nur das man dich in einem alten Zauberer Haus mitten im Nirgendwo gefunden hat, das am Ende niedergebrannt ist."

„Das ist eine Möglichkeit es auszudrücken", sagte Albus. „Das ist wirklich alles was sie gesagt haben?"

„Ich denke schon", sagte Maggie. „Und das es deine Tante war die festgenommen wurde? Ainsleys Mum?"

Scorpius nickte ernst und Albus sah ihn genau an, bereit die Unterhaltung zu beenden wenn es zu viel wurde.

Aber Scorpius wusste das sich ihre Freunde Sorgen gemacht hatten und so erzählte er ihnen was er konnte mit so viel Ehrlichkeit wie er aufbringen konnte – über seine unkontrollierbaren Kräfte und über den Extremismus von Daphne und ihrer Gefolgschaft. Er erzählte ihnen von den Kerkern und den Handschellen und als er ihnen vom Cruciatus Fluch erzählte griff er nach Albus wartender Hand und hielt sie fest.

„Sie haben mich gerade vor Silvester gefunden", sagte Scorpius ihnen. „Ich habe die Stimme von meinem Dad gehört und Albus und Harry haben sich mit Daphne und Selwyn duelliert – „

„Du hast dich mit ihnen duelliert?" fragte Farley überrascht. „Mit deinem Dad?"

„Nicht erfolgreich", sagte Albus und tätschelte sein schlimmes Bein. „Sie hat mich mit einem Fluch erwischt."

„Selwyn hat versucht ihn zu töten", sagte Scorpius. Er sah zu Albus. „Gibt dir selbst etwas Anerkennung."

Albus fuhr abwesend über das Amulett unter seinem Shirt. Er hatte es die ganze Zeit nicht abgenommen und war sich nicht sicher ob er die Anerkennung verdiente oder nicht. Er schüttelte den Kopf. Nun war nicht die Zeit zu hinterfragen weshalb sie beide überlebt hatte.

Albus übernahm, er erzählte ihnen vom Feuer und dem Eis und wie erleichtert er und Draco und Harry gewesen waren Scorpius lebend zu finden.

„Also warst du es der die Villa niedergebrannt hat?" fragte Farley.

„Das ist ziemlich heftig", sagte Pucey.

„Bist du in Ordnung?" fragte Maggie.

„Sauberes Gesundheitszeugnis", sagte Scorpius ihr. „Brauche nur zu essen und zu schlafen."

„So habe ich das nicht gemeint."

Scorpius seufzte. „Ich weiss das du es nicht so gemeint hast aber es ist die beste Antwort die ich dir jetzt geben kann."

„Was ist mit dir?" fragte Farley. „Nicht das es im Grossen und Ganzen wichtig wäre aber – „

„Wir werden es in ein paar Tagen sehen oder?" sagte Albus. „Ich werde versuchen zu spielen. Ich weiss nicht ob ich fliegen kann bis ich es versuche aber ich habe versucht es aufzuschieben. Zu sehen ob es besser wird.

Albus ignorierte Scorpius' Seitenblick. Scorpius wusste das sich Albus' Bein seit Tagen nicht verbessert hatte und hatte das schleichende Gefühl das es das auch nicht würde.

„Es tut mir leid das dir das passiert ist Kumpel", sagte Pucey.

„Du siehst erschöpft aus", sagte Maggie wie immer aufmerksam. „Bist du sicher das du bereit bist zurück zu sein?"

„Mir geht es gut", versicherte Scorpius ihr. „Ich denke ich werde es langsam angehen lassen."

„Nun lass es uns wissen wenn wir etwas tun können", sagte Farley.

„Ja. Wir sind genau hier. Offensichtlich", sagte Flint und deutete auf ihre Betten.

„Danke Jungs", sagte Scorpius. Farley sah auf die Uhr neben Albus' Bett.

„Morgen geht's früh los", sagte er bedauernd und alle stimmen zu das es Zeit fürs Bett war. Maggie umarmte Scorpius und Albus noch einmal und gab Flint einen schnellen Kuss bevor sie sich in den Mädchen Schlafsaal zurückzog.

Es war ruhiger als sonst als sich die Jungs für den Abend umzogen und Scorpius half Albus zu stabilisieren als dieser seinen wärmsten Schlafanzug anzog.

„Dieser Ort wird so kalt im Winter", sagte Scorpius. „Ich glaube nicht das es mir je so viel ausgemacht hat."

„Ja es hilft nicht", sagte Albus und testete sein Bein nochmal und zuckte zusammen. Scorpius sah zu seinem Bett. Er hatte schon vorher ihre körperliche Distanz gespürt. Aus Respekt vor ihren Mitbewohnern waren sie nie in das Bett des anderen geschlichen. Das letzte was sie wollten war die Lebenssituation unnötig kompliziert zu machen doch nun schien der Platz zwischen seinem und Albus' Bett ein besonders tiefes Tal zu sein und er wollte nicht auf der anderen Seite davon sein.

Albus sah wie sich seine Augen zwischen ihren Betten bewegten.

„Willst du das ich in deinem Bett schlafe?" fragte er leise. Scorpius nickte und blickte über seine Schulter.

Albus hielt nichts von der Unsicherheit. Als Scorpius die Decken von seinem Bett zog humpelte Albus zu anderen Seite und kletterte hinein und beide hofften das ihre Mitbewohner den Anstand hatten ruhig zu bleiben.

„Oh kommt schon", sagte Farley. „Wir haben darüber gesprochen – „

Scorpius hob eine Hand um ihn zum Schweigen zu bringen. Seine Geduld war aufgebraucht.

„Regeln sind verbannt", sagte Scorpius streng. „Ich wurde geschlagen, gefoltert und ausgehungert und wenn es mir hilft neben meinem Freund zu liegen um durchzuschlafen dann ist es genau das was ich tun werde."

Albus grinste und sah über seine Schulter. Farley sah überrascht aus das Scorpius seine Stimme erhoben hatte. Flint und Pucey sahen interessiert zu.

„Nun er kann deinen Schädel jetzt mit seinen Gedanken zerquetschen", fügte Albus hinzu. „Also wäre ich vorsichtig."

Scorpius macht es sich im Bett bequem und zog die Vorhänge mit einem Schlenker seiner Handgelenke zu. Albus legte sich mit dem Gesicht zu ihm und Scorpius' erwärmte seine Hand und für mit ihr über Albus' Seite.

„Heilerische Anordnung", sagte Scorpius. Albus nickte und begann mit den Fragen.

„Wo gehst du schlafen?"

„In meinem Bett im Slytherin Schlafsaal", antwortete Scorpius leise.

„Wer ist bei dir?"

„Du und unsere Mitbewohner."

„Und wo wirst du aufwachen?"

„In meinem Bett im Slytherin Schlafsaal mit dir."

„Und was werden wir morgen tun?"

„Unterricht."

Albus fuhr fort während Scorpius die Schmerzen linderte, die Bewegungen seiner Hand wurden langsam und träge als er einschlief und nach ein paar Minuten zog Albus die Decke über Scorpius' Schultern und schloss seine Augen, er hoffte das sie beide die Nacht durchschlafen würden.

Farley, Flint und Pucey lagen in ihren Betten, sie starrten an die dunkle Decke als Albus und Scorpius leise miteinander sprachen, absorbiert in etwas was sich wie ein neues Ritual anhörte – die Art die nicht in Frage gesellt werden sollte.

Pucey dachte an seine Eltern – wie sie ruhige Feiertage gehabt hatten und fühlte sich schuldig das er so idyllische Ferien gehabt hatte während seine Mitbewohner gelitten hatten. Er fühlte sich schuldig für jeden Tag den er rumgehangen hatte und seine Schwester auf ihren neuen Besen über die Landschaft gejagt hatte und dafür das er an Silvester zu viel getrunken hatte, zum ersten Mal realisierte er das er verwöhnt gewesen war während seine Freunde beinahe Tot waren.

Farley hörte zu als Albus Scorpius seinen Stundenplan durchgehen liess und dachte an seinen Vater der nach immer ab und zu Albträume von der Schlacht um Hogwarts hatte – Albträume die ihn laut und brutal wecken als Farley noch klein gewesen war. Er dachte an all die Arten wie seine Mutter ihn durch die dünnen Wände seines Elternhauses beruhigte und all die Male die sie ihm sagte das die Dinge am morgen heller erschienen und er schloss die Augen und wünschte sich sie nicht zu hören.

Flint starrte an die Decke, er fragt sie wie seine Familie welche absolut nicht perfekt war und ihre eine bunte Vergangenheit hatte, so viel Glück gehabt hatte hauptsächlich unbeschadet zu sein. Wieso war es im und seiner Familie erlaubt normal zu leben wenn Albus und Scorpius – welche, wenn auch nicht perfekt zwei der loyalsten Männer waren die Flint je getroffen hatte – die kleinen Segen vom Morgen aufzählen mussten nur um die Nacht zu überstehen? Wieso war es ihm und seiner Familie erlaubt solch normale Leben zu führen?

Farley, Flint und Pucey wussten alle das die anderen wach waren aber sie liegen in nachdenklichem Schweigen bis Albus und Scorpius' Stimmen erstarben.