Kapitel 29

Zehn Tage später legten sie an einer einsamen Insel an. Sie waren beim Lufttanken daran vorbei gesegelt und die komplette Crew hatte ihren Captain angebettelt dort am Strand eine Pause einzulegen. Law hatte sich seufzend gebeugt, sie hatten im Moment eh noch nichts allzu wichtiges vor. Sakura schaute amüsiert zu wie die Piraten alles für einen entspannten Tag am Strand aufbauten. "Ich geh mich ein wenig umschauen" verkündete sie und verschwand in dem tropenähnlichen Wald bevor auch nur einer hätte protestieren können.

Law schüttelte nur seinen Kopf als er sich wieder dem Strand zudrehte. Wenn sie sich verausgaben wollte, dann sollte sie das gerne tun. Er wusste schließlich, dass sie auf sich aufpassen konnte. Sie war wieder fast auf ihrem Normalgewicht also ließ er sie ohne zu murren gehen. "Was?" fragte er als er einige Blicke seiner Leute auf sich spürte. "Willst du nicht mit ihr?" fragte Bepo vom Wasser aus. Auch ihm war es mit seinem dicken Fell zu heiß, also lag er in einer Badehose gekleidet im Wasser und ließ sich so abkühlen. "Wieso sollte ich? Sie weiß schließlich auf sich aufzupassen" antwortete er sich in den Schatten einer Palme setzend. Er selbst trug ein gelbes, weites Muskelshirt und dunkle Shorts mit seinem typischen Fleckenmuster.

Der Mann entspannte sich als er seiner Crew beim Spielen zusah. Er machte keine Anstalten sich ihnen anzuschließen und genoss stattdessen die gelassene Atmosphäre und den Geruch von gegrilltem Fisch. Einen Blick zu Shiru zeigte ihm, dass der Mann einen Grill aufgestellt hatte und ihr Essen vorbereitete. Insgeheim fragte er sich wo Sakura abgeblieben war, sie war bereits drei Stunden unterwegs.

"Captain!" riefen Penguin und Shachi als sie auf ihn zurannten. "Was ist?" fragte der Doktor sich aufrichtend als er zu seinen beiden Nakama schaute. "Captain, wir haben diesen kleinen Kerl gefunden, kannst du ihm helfen?" fragte Penguin als er Law eine kleine pechschwarze Katze zeigte. Das Tier blutete aus einigen Wunden und war nur knapp bei Bewusstsein. "Leg ihn darauf" verkündete Law als er das Handtuch, das er um seinen Hals trug auf dem Boden ausbreitete, es war besser als das Tier in den Sand zu legen. "Danke" gaben beide Piraten erleichtert zurück, dass ihr Captain sich um die Katze kümmern würde.

"Room" murrte er und erstellte eine kleine Kuppel über das Tier. Er runzelte seine Stirn als dieses deutlich zusammen zuckte als seine Teufelskraft es traf. "Scan" murrte er und sein Stirnrunzeln wurde tiefer als die Katze aufjaulte. Das Tier versuchte sich von seiner Position wegzurollen als Law seine Kuppel auflöste. "Was ist los?" fragte Shachi besorgt als sich die kleine Katze aufrichtete und versuchte davon zu humpeln. Dabei fauchte und miaute das Tier wütend als es sah wie die beiden Menschen, die ihn gefunden hatten, ihm folgten. Der Mann mit den schmerzenden Kräften schaute ihm dagegen nur spekulierend hinterher.

"Was ist denn das für ein Geschrei?" fragte Sakura als sie aus dem Gebüsch kam und sich die Szene anschaute. "Kommt mir nicht zu nahe! Lasst mich in Ruhe!" fauchte der kleine Kater davon humpelnd. "Wie kann das sein?" fragte die pinkhaarige Kunoichi verblüfft auf das verletzte Tier schauend. "Was ist passiert?" fragte sie zu Law schauend. "Sie haben ihn gefunden und mir gebracht, aber als ich ihn untersuchen wollte..." Law ließ den Satz schweifen. "Fasst mich nicht an! Ich komme alleine zurecht!" fauchte das Tier mit einer Pfote nach Shachi schlagend.

"Aber du bist verletzt, wie willst du so zurecht kommen?" fragte Sakura sich dem Kater widmend. "Ich schaffe es" rief dieser zurück. "Ich bewundere deinen Willen, aber mit diesen Verletzungen wirst du nicht weit kommen" gab die Kunoichi ruhig zurück. "Ich schaffe es" entgegnete das Tier nun etwas schwächer. "Du trägst kein Hitai-ate, hast du es verloren oder besitzt du keins?" fragte sie den pechschwarzen Kater aufmerksam musternd. Die goldenen Augen des Tiers wandten sich von ihr ab. "Hast du einen Namen? Ich bin Haruno Sakura" verkündete sie sich in den Sand setzend, dem Ninken zeigen wollend, dass sie keine Gefahr war.

Der Kater schloss seine Augen und biss seine Kiefer aufeinander. "Hast du eine Mission?" versuchte sie weiter und sah wie er seinen Kopf senkte. Ein wilder Ninken, das war ihr bisher auch noch nicht untergekommen. "Schau, lass mich dich erst Mal heilen und dann sehen wir weiter. Ich verspreche dir, dass es nicht weh tun wird" verkündete sie eine grün glühende Hand in seine Richtung ausstreckend. Misstrauische goldene Augen schauten von der glühenden Hand zu der jungen Frau hinauf.

Der Kater verzog vor Schmerz sein Gesicht als er sich hinsetzte und schaute unsicher auf den Boden vor sich. Er wusste selbst, dass er es so niemals von dieser Insel schaffen würde und wo wollte er überhaupt hin? Er hatte keine Familie, er war der kleinste aus dem Wurf gewesen und von seinen Herren entsorgt worden. Dass er überhaupt noch lebte war ein Wunder. Diese Frau mit dem freundlichen Blick wollte ihn heilen und dann was? "Was dann?" fragte er in ihre Augen schauend. "Dann lebst du weiter, so wie wir alle" antwortete sie ernst und der Kater konnte in ihren Augen sehen, dass auch ihr Leben nicht immer rosig verlaufen war.

Die Piraten schauten dem Wechsel in verblüffter Stille zu. Sie verstanden nur was Sakura sagte, allerdings sah es so aus als wenn das Tier ihr tatsächlich antwortete. "Wieso sollte ich das wollen? Ich bin zu nichts gut" gab das Tier verzweifelt preis und Sakuras Blick wurde sanft. "Nur weil du noch nicht gefunden hast worin du gut bist, heißt das nicht, dass du zu nichts gut bist. Ich habe auch eine Weile gebraucht um meinen Platz zu finden, aber jetzt wo ich ihn habe, war es alles wert" erklärte sie voller Verständins.

Hoffnung blümte in dem Tier auf als es tief in ihre Augen schaute. "Ich habe keinen Namen..." antwortete er schließlich auf eine ihrer Fragen. Die junge Frau schaute ihn stumm an, der arme Kerl als Ninken keinen Namen zu tragen war eine grobe Beleidigung. "Yoru" sagte sie schließlich und der kleine Kater schaute mit geweiteten Augen abrupt zu ihr auf. "Du heißt ab heute Yoru" klärte sie entschlossen auf und alle sahen wie sich Tränen in den Augen des Katers sammelten als er geschockt zu ihr schaute. "Jetzt komm her, Yoru, und lass mich dich heilen" fügte sie hinzu und sah wie er sich mühevoll aufrichtete.

Sie blieb ruhig sitzen als der kleine Kater weinend auf sie zu humpelte. "Ich habe einen Namen... einen eigenen Namen..." jaulte er und ein sanftes Lächeln huschte über Sakuras Lippen. "Und keiner wird ihn dir mehr wegnehmen" versicherte sie als er seinen Kopf auf ihrer ausgestreckten Hand ablegte als er endlich bei ihr ankam. "Das hast du gut gemacht, Yoru. Jetzt entspann dich, ich werde dich heilen" verkündete sie und das Tier wurde in eine angenehme Wärme gehüllt als alles um ihn herum schwarz wurde.

"Er hat schwere Verletzungen" murrte Law als er sich zu ihr gesellte. Der Mann hatte es gerade so durch seinen Scan erkennen können. "Das ist kein Problem, ich habe genügend Kraft um ihn zu retten" versicherte die Ärztin als das grüne Glühen den kleinen Kater komplett einhüllte. "Du kannst also mit ihm reden" sagte der Arzt zusehend wie seine Partnerin mit spielerischer Leichtigkeit das beschädigte Gewebe erneuerte. "Er ist ein Ninken. Wie du gemerkt hast besitzt er aktives Chakra. Das ist die Grundlage für uns um miteinander reden zu können" erklärte sie.

Die Piraten schauten fasziniert zu wie das ungewöhnliche Glühen aus Sakuras Händen kam und in dem kleinen Kater verschwand. "Was passiert mit ihm, wenn er wieder wach wird?" fragte der Arzt ohne seinen Blick von dem heilenden Tier zu nehmen. "Er hat offensichtlich niemanden und einem Ninken keinen Namen zu geben ist eine grobe Beleidigung. Der arme Kerl musste sein bisheriges Leben lang jeden Tag aufs neue kämpfen um zu überleben" informierte die pinkhaarige Frau wütend. "Willst du ihn aufnehmen?" fragte Law während seine Leute langsam das Interesse verloren und sich darum kümmerten ein Lagerfeuer zu starten. Es wurde langsam dunkel und sie würden später ihre Fragen stellen.

"Ich weiß nicht, ich habe bereits eine Beschwörung, aber wenn er bei mir bleiben möchte..." sie ließ den Satz schweifen als sie die Heilung abschloss. Nun lag der kleine Kerl bewusstlos jedoch ohne Verletzungen in ihrem Schoß. "Soweit ich das sehe, nimmt er keinen Platz weg" informierte der Doktor leise. Die Kunoichi schenkte ihm ein kleines Lächeln.

/*/*

Es war bereits dunkel als Yoru langsam seine Augen öffnete. Er roch gegrillten Fisch in seiner unmittelbaren Nähe und sein Magen knurrte laut. Aus dem Augenwinkel erhaschte er eine Bewegung und schaute sich vorsichtig um. Seine Augen weiteten sich als er die pinkhaarige Frau neben sich sitzend erblickte. "Ich habe nicht geträumt?" fragte er mit gebrochener Stimme. Law schaute auf das kleine Tier hinab als er ein gebrochenes Miauen hörte. "Wie geht es dir, Yoru?" fragte Sakura mit einem Lächeln als sie ihr Gespräch mit dem anderen Doktor unterbrach und ihre Aufmerksamkeit auf den Ninken richtete. "Yoru... ich habe tatsächlich einen Namen, ich habe es nicht nur geträumt" sagte das Tier noch immer ungläubig.

"Ich versichere dir, dass du es nicht geträumt hast. Ja, du hast einen Namen, ich hoffe er gefällt dir auch" versicherte die junge Frau noch immer lächelnd. "Ja natürlich! Er ist wundervoll" antwortete Yoru als sich ein weiteres Mal Tränen in seinen Augen sammelten. "Wie kann ich dir jemals danken?" fragte er zu ihr aufsehend. "In dem du dein Leben genießt" antwortete sie eine Hand nach ihm ausstreckend. Der Kater unterdrückte sich den Reflex vor der Hand wegzuschrecken und schloss genüsslich seine Augen als sie ihn unter seinem Kinn kraulte.

"Dafür solltest du allerdings etwas essen" fügte sie nach einer kleinen Weile hinzu. Wieder knurrte sein Magen. Er sprang fast aus seiner Haut als der große Mann von zuvor ihm einen Fisch auf das Handtuch, auf dem er lag, legte. Er hatte ihn erst gar nicht richtig wahrgenommen. Seinen angreifbaren Rücken der Kunoichi zuwendend, schaute er vorsichtig zu dem Mann hinauf, der ihn amüsiert beobachtete. Der Kater spürte, dass dieser Mann kein Chakra hatte, ihn also auch nicht verstehen konnte.

"Das ist Trafalgar-san, er besitzt eine Teufelskraft, er wollte dir nicht schaden, im Gegenteil, er wollte schauen wie er dir helfen konnte. Er ist Arzt" erklärte die pinkhaarige Frau und sah wie Yoru prüfend zu ihr hinauf sah, bevor er wieder zu dem Doktor schaute. Seine angespannte Statur lockerte sich als er die Wahrheit in seinen Augen sehen konnte. "Danke" miaute er schließlich zu dem großen Mann hinauf. Dieser schaute zu Sakura für eine Übersetzung. "Er dankt dir" erklärte sie lächelnd und goldene Augen trafen auf den etwas helleren Goldton der Augen des Katers. "Kein Problem" murrte der Mann und deutete auf den Fisch. "Du solltest essen, Yoru, du bist zu dünn für dein Alter" fügte er hinzu.

"Woher weißt du wie alt ich bin?" fragte der Ninken erstaunt über die Art wie der Mann mit ihm redete obwohl er ihn nicht verstand. "Er hat dich mit seiner Teufelskraft gescannt, das verrät ihm auch dein Alter und er hat Recht, du bist für deine neun Monate eindeutig zu dünn" antwortete Sakura statt die Frage weiterzuleiten. Sie wusste mittlerweile wie die Ope Ope no Mi arbeitete. Statt etwas dazu zu sagen, machte sich der kleine Kater daran den Fisch zu verputzen.

Beide Ärzte schauten ihm eine Weile dabei zu bevor sie sich wieder über ihre Experimente unterhielten. Das Medikament und Gift machten gute Fortschritte. Sie waren die letzten im Camp, die noch wach waren. Yoru hörte ihnen aufmerksam zu als er sich nach seinem Essen putzte, dann legte er eine Pfote auf Sakuras Bein um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Die Kunoichi hörte auf zu reden und schaute auf den Ninken, der sie ernst ansah. Dieser stellte sich vor die Ärztin auf den Sand. Er beschwor etwas von seinem wenigen Chakra und tippte auf den Boden. Ein Beschwörungszeichen erschien unter ihm und ein Vertrag rollte aus einer Rauchwolke hervor.

"Du hast mein Leben gerettet, mir einen Namen gegeben... du hast mir damit den größten Wunsch meines Lebens erfüllt. Ich würde mich geehrt fühlen, wenn du mich in deine Dienste aufnimmst" verkündete der Kater allen Mut zusammen nehmend. Die pinkhaarige Kunoichi tauschte kurz einen wissenden Blick mit Trafalgar bevor sie wieder zu Yoru schaute. "Wenn du es wirklich willst, dann werde ich mein bestes tun dich zu trainieren, aber du musst dir bewusst sein, dass es ein hartes Training wird" erklärte sie die Schriftrolle in die Hand nehmend. "Ich mache alles" versprach der Ninken als Sakura den Vertrag aufrollte. Sie nickte und zog ein Kunai.

Ohne zu zucken schnitt sie sich in den Daumen und setzte ihren blutigen Abdruck als Unterschrift auf den Vertrag. Das Beschwörungszeichen erschien wieder und weitete sich bis unter Sakura aus, dann verschwand es und Yoru ließ den Vertrag wieder verschwinden. "Wie interessant" verkündete Law neugierig. "Yoru ist jetzt offiziell mein Ninken, ich kann ihn jederzeit mit etwas Blut und Chakra zu mir herauf beschwören" erklärte sie bereitwillig. "Du wirst an Gewicht zulegen müssen, bevor wir mit deinem Training beginnen, dafür musst du nicht unbedingt mit uns reisen, ich überlasse es dir" verkündete die Iryounin auf ihren Ninken hinab schauend.

"Ich habe kein Zuhause und ich will nicht mehr alleine sein" antwortete der Kater hoffnungsvoll zu ihr aufsehend. Ein Lächeln huschte über ihre Lippen. "Dann reist du mit uns" sagte sie und er atmete erleichtert aus. Das erste Mal in seinem Leben hatte er Glück. Glücklich ging er wieder auf das Handtuch, auf dem er aufgewacht war und rollte sich zu einem Ball zusammen. Er war plötzlich unglaublich müde. "Was sagst du, Trafalgar-san, du meintest, dass Yoru keinen Platz wegnimmt, wirst du mir helfen ihn zu trainieren?" fragte die Frau absichtlich den Namen ihres Ninken aussprechend. Sie konnte deutlich sehen wie es ihn jedes Mal aufs neue freute ihn zu hören. "Wenn du willst" antwortete der Mann auf den kleinen Kater hinab schauend.