Albus schob es auf so lange er konnte. Er verpasste die freiwilligen Trainings und verbrachte den ganzen Tag mit leichten Spaziergängen, stützte sich stark auf seinen Stock und lies Scorpius seine warme Hand auf sein schmerzendes Bein unter den Tischen legen – als wäre er nicht schon genug abgelenkt.

Er ging auf das Feld wo der Rest seines Teams wartete, er war sich ihrer Augen auf ihm bewusst, als sie seine Schritte beobachteten. Er benutzte seinen Besen als Stütze und liess sein Gesicht nichts zeigen das an Schmerz erinnerte. Er überprüfte die Ränge und sah einen einzelnen Zuschauer der seine Arme ablehnend verschränkte.

„Ich kann nicht zusehen wie du wieder von Besen fällst Albus", hatte Scorpius ihm zu gezischt als sie zum Feld hinunter gingen. „Wage es nicht mich das nochmal durchmachen zu lassen. Ich habe schon so genug Albträume."

Albus winkte ihm zu. Scorpius winkte nicht zurück.

Das Team fing an über die Spielzüge zu sprechen die sie trainieren würden und Albus lehnte sich neben Maggie auf seinen Besen.

„Du musst das nicht tun weisst du", sagte sie.

„Doch muss ich."

Flint ging eine Liste von Dingen durch die sie verbessern mussten wen sie ihre nächsten zwei Spiele gegen Ravenclaw und Hufflepuff gewinnen wollten und Albus sah über das Feld zu dem Fleck wo sie ihren Sieg über Gryffindor gefeiert hatten. Das letzte Mal als er in der Arena gewesen war, war eine Stunde bevor Scorpius entführt wurde gewesen und als er zu den Rängen aufsah dämmerte es ihm das es beinahe das letzte mal gewesen war das Scorpius ihn gesehen hatte.

Wage es nicht mich das nochmal durchmachen zu lassen.

Flint schloss seine Motivationsrede (welche Albus nicht sonderlich motivierend fand) und liess die Klatscher frei bevor er den Quaffel zu Maggie warf.

„Ich schicke den Übungsschnatz los", sagte Flint. „Lass es langsam angehen."

Albus nickte und sah zu wie der Rest des Teams abhob. Farley blieb tief und sah erwartungsvoll auf den Boden.

Ein Fuss auf jeder Seite des Besens, dachte Albus. Abtreten. Das ist alles was ich tun muss. Sobald ich in der Luft bin wird es gut gehen.

Abzuheben kostete ihn viel aber er schaffte es und für einen Moment war Albus erleichtert. Er fühlte wie der Druck in seinen Gelenken nachliess als er abhob und dachte das er vielleicht, vielleicht in Ordnung sein.

Albus flog einige Minuten umher orientierte sich, fühlte den Wind in seinen Haaren als er höher stieg und sah wie das Team anfing über das Feld zu fliegen. Sie lachten aber jemand fehlte.

Albus sah sich um und fand Farley in der Nähe.

„Du musst den kurzen Strohhalm gezogen habe das du Albus Dienst hast", rief Albus mit einem Grinsen. Er griff den Besenstiel fest nicht in der Lage seinem Gleichgewicht zu vertrauen.

„Stelle nur sicher das es dir gut geht", sagte Farley und stoppte ein paar Meter vor ihm.

„Mir geht es gut", sagte Albus. „Flint hat den langsamen Schnatz für mich losgeschickt."

„Sei einfach vorsichtig", sagte Farley.

„Geh schon. Die Klatscher werden sich nicht selber schlagen."

Farley flog wiederwillig zum Rest des Teams hinunter.

Albus sah zu den Rängen hinunter. Auch wenn er nicht alleine gewesen wäre, wäre Scorpius leicht auszumachen gewesen. Sein Haar war furchtbar hell in der untergehenden Sonne. Er wollte zu ihm hinunter rufen – um ihm zu sagen das er sich um sonst Sorgen machte – als er einen Gold Schimmer im Augenwinkel sah.

Albus jagte ihm nach und in dem Moment als er richtig Geschwindigkeit aufbaute, grub er instinktiv seine Fersen in die metallene Fusshalterung. Er rasste auf das Gras zu und Schmerz jagte von seinem Knöchel durch seine Seite. Er versuchte es zu ignorieren – seine Zähne zusammenbeissen und es durchstehen – aber als er sich wandte um über dem Boden zu schweben verlor er sein Gleichgewicht und rollte auf den Boden einen Meter tiefer, stoppte im kalten, nassen Gras.

Albus lag nach seiner Landung im Gras bis das Team bemerkte was passiert war. Er starrte in den Himmel – blau und voller flauschiger weisser Wolken – die Art die er seit dem letzten Schneesturm nicht mehr gesehen hatte und er wusste tief in seinen Knochen das er nie wieder spielen würde.

„Albus!"

Scorpius erreichte ihn als der Rest des Teams auf dem Boden aufkam. Albus setzte sich auf und sah auf seinen Besen den er noch immer in der Hand hielt und seufzte. Er liess Scorpius ihm auf die Füsse helfen und lehnte sich fest gegen ihn als er sein Gleichgewicht wieder fand.

„Ich gebe auf", sagte Albus Flint als er nah genug war. Scorpius sah zu ihm hinunter.

„Es muss einen Weg geben – „

„Nein", sagte Albus und schüttelte den Kopf. „Ich kann so nicht fliegen. Ich werde mich verletzten oder ich werde jemand anderes verletzten. Wie auch immer wir verlieren das Spiel."

Flint, Farley, Maggie und ihre Mitspieler sahen ihn alle mit unterschiedlichen Graden der Enttäuschung an aber Flint als Team Kapitän war am verzweifeltesten.

„Wir haben keinen anderen Sucher."

„Ihr seid besser dran wenn du Maggie Sucher sein lässt. Sie ist zumindest schnell genug", schlug Albus vor. „Ihr habt mehr Glück einen neuen Jäger zu suchen."

„Wir wären besser dran mit dir."

„Ich kann nicht fliegen Flint", sagte Albus. „Ich musst es versuchen aber es wird nicht funktionieren."

„Das ist ein Desaster", sagte Harper Gilmore eine Jägerin. Sie schüttelte ihren Kopf ab Albus. „Wir werden den Pokal nie gewinnen wenn wir neue Spiele trainieren."

„Es gibt wichtigeres als den Pokal zu gewinnen", sagte Albus.

Harper öffnete ihren Mund um zu protestieren aber Flint schnitt sie ab und fragte ob sie jemanden wussten den sie bei den Testspielen im Herbst beinahe ins Team aufgenommen hatten. Albus hörte zu als sie diskutierten, sie nannten Namen von Spielern bis zu dreizehn Jahren.

„Du siehst aus als hättest du Schmerzen", sagte Maggie zu Albus.

„Wenn es kitzeln würde wäre ich noch immer lachend in der Luft", sagte Albus.

„Du solltest rein gehen", sagte Flint. „Ich lass die wissen was hier passiert. Sehen ob du helfen kannst."

Albus sah seine Mitspieler einer nach dem anderen an. Ihr besorgten, enttäuschten Gesichter hätten ihn tausend mal brechen sollen aber sie taten es nicht. Er fühlte Scorpius' Hand auf seinem Rücken, sie strichen die aufgestickten Buchstaben seines Nachnamens nach und irgendwie war es nicht so enttäuschend.

„Es tut mir leid", entschuldigte sich Albus. „Wirklich."

„Es ist nicht deine Schuld Kumpel", sagte Farley.

Harper sah aus als hätte sie eine andere Meinung hielt aber den Mund.

Albus wandte sich zu Scorpius welcher ihn traurig anlächelte.

„Komm schon. Lass uns zum Abendessen gehen."

Scorpius nahm Albus' Besen und reichte ihm seinen Stock und zusammen liefen sie langsam und bedächtig vom Feld.

Albus war während dem Essen mürrisch und Scorpius wusste es besser als ihn zu stören. Er kannte diesen entfernten Blick – die Art wie er sein Essen mit seiner Gabel aufspiesste ohne es anzusehen und langsam ass während er gerade aus starrte und kaum blinzelte. Er hatte diese Träumerei schon mal durchbrochen und das hatte Albus nur noch reizbarer gemacht.

Also sass er neben Albus, reichte ihm den Kürbissaft bevor er danach fragte und hielt seine Hand unter dem Tisch, er versuchte verzweifelt den Besen der neben ihm auf der Bank lag zu ignorieren und als er mit essen fertig war und Albus sich noch immer seine Zeit liess, zog er ein Buch aus seiner Tasche und fing an zu lesen um sich von der Schuld und der mitfühlend Trauer die er fühlte seit Albus seinen Stock bekommen hatte abzulenken.

Als Albus endlich sprach brauchte Scorpius einen Moment um zu registrieren was er sagte.

„Das ist auch gut so", sagte er leise seine Stimme tief. „Ich muss sowieso mehr Zeit widmen um für meine UTZ zu lernen wenn ich Magiezoologe werden will."

Scorpius sagte nichts und drückte seine Hand leicht.

„Ausserdem", begann Albus von neuem seine Stimme wurde fröhlicher, „haben wir in letzter Zeit nichts gelesen und ich dachte vielleicht können wir mit Herr der Ringe anfangen."

Herr der Ringe?"

Albus zuckte mit den Schultern. „Ich hab es letztens in eurer Bibliothek gesehen. Dachte es wäre vielleicht interessant. Muggel Vorstellung von Magie und all das."

Scorpius sah ihn an und sah das er nicht glücklich aussah aber er sah auch nicht traurig aus.

„Du kannst mit mir darüber reden", sagte Scorpius.

„Da gibt es nichts zu reden", sagte Albus. „Ich musste das Team verlassen. Es war nicht so als wäre Quidditch meine Zukunft gewesen. Ich bin nicht so gut."

„Es tut mir leid", sagte Scorpius. „Wenn ich zwei Sekunden schneller gewesen wäre – „

„Du hast mich nicht verflucht", sagte Albus streng. „Es war nicht deine Schuld und unsere Dads hätten es nicht alleine mit allen vieren aufnehmen können – wenn ich nicht da gewesen wäre wären sie getötet worden und du wärst wahrscheinlich jetzt tot oder würdest versuchen das Ministerium zu übernehmen."

Scorpius öffnete den Mund um zu protestieren aber er wusste das Albus recht hatte. Er hätte nicht für immer durchhalten können.

„Also ist es das wert", sagte Albus mit einem schrägen Lächeln. „Es ist es komplett wert wenn es dich dort rausgeholt hat."

„Es tut mir immer noch wirklich leid das dir das passiert ist", sagte Scorpius. „Es ist nicht fair."

„Nein ist es nicht", sagte Albus. „Aber das Leben war nicht sonderlich fair zu uns oder? Voldemorts Sohn und der Slytherin Squib?"

„Das können sie nicht mehr von dir sagen oder?"

„Nun nein", sagte Albus. „Ich denke nicht, aber das du Feuer legst und Gryffindor herumschleuderst hat in deinem Fall nicht geholfen."

„Es ist gut", sagte Scorpius. „Ich habe gelernt die Blicke und Rufe zu ignorieren und keiner legt sich jetzt mit mir an."

„Siehst du?" sagte Albus. „Die Dinge werden bereits besser."

Scorpius erwachte mitten in der Nacht. Er hatte Vorsichtsmassnahmen getroffen – einen Schweigezauber über sein Bett gelegt damit er die anderen nicht weckte und durch Albus' Mantra gegangen während er einschlief – aber in den meisten Nächten reichte es nicht. Bisher hatte er nur die Nacht im Haus der Potters durchgeschlafen.

Er rollte sich vorsichtig zur Seite und zog Albus' Arm von seiner Taille und zog den Vorhang um sein Bett genug zurück um die Uhr zu sehen.

Fünf Uhr am Morgen entschied er sah für niemanden gut aus aber er hatte es in den letzten Wochen öfters gesehen als zuvor in seinem Leben.

„Scorp?" stöhnte Albus, rieb sich die Augen und drehte sich auf den Rücken. „Ist es morgen?"

„Nein", sagte Scorpius. „Schlaf weiter."

„Wieso bist du wach?" fragte Albus und blinzelte energisch während er zu ihm aufsah. Scorpius hatte realisiert das er so hinreissend war. Das einzig gute daran so oft in der Nacht aufzuwachen war ein verschlafener Albus mit wirren Haaren und einer kindlichen Verwirrtheit.

„Nur ein Alptraum."

Albus setzte sich neben ihm auf, er schüttelte den Kopf das dem Durcheinander seiner Haare nicht half.

„Willst du darüber sprechen?"

Scorpius wollte nicht. Es war eine Kombination gewesen aus zusehen wie Albus von seinem Besen fiel und zu sehen wie er zurückflog als Daphne ihn verfluchte. Offensichtich hatte das definitive Ende von Albus' Quidditch Karriere einen Effekt.

„Nichts neues", sagte Scorpius. Er war erschöpft und er wusste Albus war es auch. Die hälfte der Zeit konnte er nicht verhindern das Albus auch aufwachte. Er versuchte Albus zu überzeugen das er weiterschlafen konnte – das es keinen Grund gab das sie beide so müde waren – aber Albus wollte es einfach nicht.

„Was kann ich tun?" fragte Albus und rieb sich abwesend das Bein. Scorpius seufzte und setzte sich auch auf.

„Tut es weh?"

„Ein wenig", sagte Albus. „Es ist nicht so heftig wie zuvor ausser ich mache etwas dummes wie zu versuchen zu fliegen."

Scorpius rieb seine Hände zusammen, er sammelte etwas Energie um sie zu erwärmen. Einfache Dinge wie Sachen zu bewegen und die Temperatur zu verändern kostete ihn nicht viel und er war dankbar den das einzige was er für Albus tun konnte war ein bewegendes, menschliches Heizkissen zu sein.

Er legte beide Handflächen gegen Albus' Bein und fing an in den angespannten Muskel zu drücken – der der sich nicht mehr wirklich entspannte und Albus lehnte sich gegen die Kopfschütze.

„Was glaubst du wie wird es sein nachdem wir unseren Abschluss haben?" fragte Albus.

„Was meinst du?"

„Nun wenn wir uns eine Wohnung in London suchen", fuhr er fort. „Und wenn wir beide arbeiten."

„Ich habe nicht viel darüber nach gedacht", gab Scorpius zu.

„Willst du es noch?" fragte Albus durch ein Gähnen. Scorpius bewegte seine Hände Albus' Seiten hoch und Albus zuckte zusammen.

„Natürlich", sagte Scorpius. „Ich habe gesagt ich will."

„Ich meine du könntest noch immer in Malfoy Manor bleiben", sagte Albus. „Wo du all den Platz und deinen Dad hast…"

„Versuchst du mich zu überreden nicht mit dir zusammen zu ziehen?" fragte Scorpius.

„Ich wusste nicht ob du darüber nachgedacht hast", sagte Albus. „Es wird nicht so gemütlich sein wie das Manor."

„Ich weiss", sagte Scorpius. „Stell nur sicher das ich ein paar Bücherregale und einen Schreibtisch habe. Das ist das einzige was mich interessiert."

„Und du musst dich um deinen verkrüppelten Freund kümmern", sagte Albus.

„Du bist nicht verkrüppelt", sagte Scorpius und verdrehte die Augen. „Du humpelst und dir wird es vielleicht langsam besser gehen."

„Dennoch", sagte Albus. „Ich werde vielleicht in der Lage sein einige Sachen zu tun."

„Al denkst du wirklich ich mache einen Rückzieher weil du humpelst weil du mein Leben gerettet hast."

„Nun nein – „

„Also gut", sagte Scorpius und grub seine Hände in den empfindlichsten Punkt um Albus linke Hüfte. Albus zuckte wieder zusammen und schloss die Augen.

„Wenn das nicht verdammt weh tun würde wäre es sehr ablenkend", sagte Albus. Nach einem Moment entspannte er sich und sah zu Scorpius auf.

„Du bist wirklich süss wenn du dich konzentrierst", sagte Albus. Scorpius sah ihn an und sah das er dasselbe nachlässige Lächeln hatte wie wen er zu viel getrunken hatte.

„Du bist wirklich süss wenn du verschlafen bist", sagte Scorpius. „Was derzeit immer ist dank mir."

„Es ist gut", versicherte Albus ihm. Er nahm Scorpius' Hand von seiner Seite und hielt sie und Scorpius entliess die Hitze und liess sie verschwinden. „Ist es wirklich."

Als Albus im Dunklen zu ihm aufsah glaubte Scorpius ihm zum ersten Mal.

„Du hast dich verändert", sagte Scorpius ihm.

„Auf eine gute Art?" fragte Albus.

„Es ist als wärst du in diesen fünfzehn Tagen zehn Jahre gealtert", sagte Scorpius leise. „Ich kann es nicht erklären."

„Ich glaube meine Perspektive hat sich verändert", sagte Albus. „Ich glaube nicht das ich vorher viel über die Zukunft nachgedacht habe. Das musste ich nicht und dann wurde mir die Möglichkeit für alles was ich will…einfach genommen."

„Wirklich?"

„Ja", sagte Albus. „Und mir ist bewusst geworden das alles was ich im Leben tun will, ich es mit dir tun will."

Ein kleines Lächeln formte sich an Scorpius' Mundwinkeln und er nickte.

„Das will ich auch", sagte er. „Und ich glaube das ist auch mir passiert. Nur das ich nicht wusste wie es in Worte zu fassen."

„Seltener Anfall von Redegewandtheit", sagte Albus mit einem müden Grinsen. „Kann passieren."

Scorpius lachte leise und unterdrückte ein Gähnen und liess sich von Albus zurück ins Bett ziehen. Er lehnte seinen Kopf gegen Albus' Schulter und schlang seine Arme um Albus' Taille.

„Morgen ist Samstag?"

„Morgen ist Samstag", bestätigte Albus.

„Können wir ausschlafen?"

„Ich habe den Wecker bereits ausgeschaltet", sagte Albus und spielte mit einer Locke von Scorpius' Haar.

Scorpius nickte und fing an gegen seinen Willen einzuschlafen.

„Hey Scorp?" flüsterte Albus.

„Ja?"

„Wo wirst du aufwachen?"

„Wahrscheinlich wieder auf dir liegend", sagte Scorpius mit einem Lächeln. „Wie jeden anderen Morgen diese Woche."

Scorpius war froh das das Frühstück am Samstag Morgen lange dauerte den er und Albus eilten nach zehn Uhr in dir grosse Halle. Um Scorpius' Schulter lag eine Tasche, er hielt eine Decke und einen Stapel Notizen den sie beide durchgehen mussten. Es war kalt aber die Sonne schien und das bedeutete es war ein Tag für den Astronomie Turm.

„Brauche Kaffee", sagte Albus müde.

„Wie kann ich so verschlafen sein, wenn wir so lange geschlafen haben?"

„Ich habe keine Ahnung", sagte Albus. „Frag mich nochmal wenn ich Kaffee hatte."

Sie setzten sich auf ihre üblichen Plätze in der Halle und bedienten sich selbst, sie ignorierten die gewöhnlichen merkwürdigen Blicke und das Geflüster hinter vorgehaltenen Händen. Nach sieben Jahren hatten sie gelernt solche Dinge auszublocken.

Als Scorpius nach einer Pastete griff, flogen zwei wartende Eulen von ihren Stangen an der Wand und landeten auf dem Slytherintisch vor ihnen – eine mit einem Brief für Albus und der andere für Scorpius.

Scorpius seufzte und band das Schreiben ab, tätschelte die Eule dankbar auf den Kopf auch wenn er nicht dankbar war. Er wusste was in diesem Brief stand.

„Was ist da?" fragte Albus mit vollem Mund. „Das ist nicht Mums' Handschrift."

„Nein ist es nicht", sagte Scorpius und öffnete seinen Brief mit einem Buttermesser und brach das Siegel vom Zauberei Ministerium auf de Rückseite.

„Ministerium?"

„Es ist eine Vorladung", sagte Scorpius. Er öffnete den Brief.

Sehr geehrter Mr. Malfoy

Ihre Anwesenheit und Aussage sind bei der Verhandlung gegen Daphne Greengrass, Pansy Parkinson, Angus Selwyn und Hugh Travers gefordert.

Die Verhandlung findet am 1. Februar statt. Bitte kontaktieren Sie den ersten Untersekretär der Ministerin wenn Sie eine Transportmöglichkeit benötigen.

Mit freundlichen Grüssen

Kingsley Shacklebolt

Vorsitzender des Zaubergamot

Scorpius faltete seinen Brief sauber und steckte ihn zurück in den Umschlag während Albus seinen zerriss und auf den Tisch warf.

„Entzückend", sagte Albus. „Noch mehr davon."

„Wir werden den Propheten wieder aufmischen das steht fest."

„Ausnahmsweise wäre es schön wenn wir wegen etwas was wir getan haben in der Zeitung landen würden und nicht nur wegen unserer Nachnamen darin landen würden."

„Das bin ich einmal", sagte Scorpius und versuchte etwas heiteres zu finden. „Ich habe einen Amateur Geschichtsquiz Wettkampf gewonnen als ich zehn war."

Albus starrte ihn an. „Natürlich hast du das."

„Es wird das ganze Zaubergamot da sein", sagte Scorpius. Er nahm einen Schluck von seinem Kaffee. „Grösste Verhandlung des Jahres und ich werde mitten drin stecken."

Albus rutschte auf der Bank näher zu ihm und legte seine Hand auf Scorpius' Knie.

„Wenn du willst musst du danach nie wieder darüber sprechen", sagte Albus. Scorpius rollte die langen Ärmel seines Shirts zurück und legte die schweren Narben um seine Handgelenke frei.

„Es geht nicht weg Al", sagte Scorpius. „Für keinen von uns."

Albus wusste das. Manchmal wenn er seine Gedanken wandern liess, sah er noch immer Scorpius' Gesicht – schmutzig, ausgezerrt und mit Blut bedeckt. Manchmal hörte er noch Scorpius' Stimme wie er seinen Namen wimmerte als er vor dem Feuer im Malfoy Manor aufwachte und er fragte sich ob er auch immer heimgesucht werden würde.

„Ich glaube nicht das ich das Recht habe Alpträume zu haben", sagte Albus. „Oder das dieses…Ding über mir hängt."

„Es ist uns beiden passiert Al", sagte Scorpius. Albus lehnte gegen seine Schulter wo er seinen Kopf hinlegte und Scorpius legte einen Arm um seinen Nacken.

Stille legte sich über sie beide und Scorpius pickte an seinem Toast bis sich Albus nach einer Weile räusperte.

„Also ohne Quidditch habe ich viel mehr Zeit", fing er an.

„Und?"

„Wegen diesem Wochenende im Raum der Wünsche…"