Der Frühling war schnell gekommen und es sah aus als würde der Sommer auf sich warten lassen. Nach einem langen Tag draussen beim lernen waren Scorpius' Wangen leicht pink aber er fühlte sich nicht besser wegen seiner bevorstehenden Test, also holte er Snacks und Getränke um sich und Albus durch eine lange Nacht mit Wiederholungen zu bringen.
Heisse Schokolade um Mitternacht fand Scorpius war nicht einer seiner besten Pläne. Er lag neben dem Kamin im Slytherin Gemeinschaftsraum seine Bücher und Notizen um ihn verteilt aber als er an seinem Becher nippte merkte er das die Wärme und Süsse ihn eher schläfrig macht als ihn zu beleben.
Albus, der neben ihm lag, legte seine Notizen hin und legte seinen Kopf auf seine Arme. Der Rest der Schüler war zu Bett gegangen aber Scorpius, entschlossen morgen Nacht bevor die Tests begannen auszuruhen, war beinahe überzeugt das sie die Nacht durchmachen mussten. Sie waren weniger als 48 Stunden von ihren UTZ Prüfungen entfernt und jede Minute zählte.
„Ich bin so müde", sagte Albus. „Wieso habe ich mir das selbst angetan?"
„Weil du mehr Ehrgeiz hast als das du selbst anerkennst", sagte Scorpius.
„Zaubertränke, Pflege magischer Geschöpfe, Zauberkunst, Verteidigung gegen die dunklen Künste, Kräuterkunde und Verwandlung", jammerte Albus. „Das kann ich auf keinen Fall schaffen."
„Natürlich kannst du das", versicherte Scorpius ihm und setzte sich auf. „Ich schaffe es. Komm lass mich dich abfragen."
Scorpius zog eine von Albus' Notizen unter seinem Arm hervor und legte sich auf seinen Rücken um sicher zu gehen das er ein aufmerksames Publikum hatte. Albus stöhnte aus Protest.
„Zähle, in der Reihenfolge der Entdeckung, die zwölf Verwendungszwecke von Drachen Blut auf."
„Fängst du wirklich mit einer Frage an die mit Albus Dumbledore zu tun an?" fragte Albus. Er rollte sich auf seinen Rücken aber Scorpius blieb auf ihm liegen.
„Beantworte die Frage", verlangte Scorpius.
Albus seufzte und zählte die Verwendungszwecke einer nach dem anderen auf und zähle sie an seinen Fingern ab.
„Gut", sagte Scorpius. Er erhob sich und gab Albus ein Küsschen auf die Wange. „Erzähl mir wie man mit einem verletzten Hippogreif umgeht."
„Kriege ich Küsse wenn ich es richtig mache?"
„Ja."
Albus gab einen detaillierten Bericht wie man einen verletzten und feindseligen Hippogreif behandelte, bis hin zu den Tränken die man verwendete um sie zu betäuben wenn Knochen wiederhergestellt oder Wunden versorgt werden mussten.
„Grossartig! In Ordnung wie gehst du auf – „
„Nein", sagte Albus langsam. „Kuss."
Scorpius lachte und küsste ihn.
„Mmmm", summte Albus schläfrig und streckte sich aus. „Du schmeckst nach heisser Schokolade."
Scorpius nahm einen weiteren Schluck von seinem Getränk bevor er fortfuhr.
„Was sind die Hauptzutaten des Wolfsbanntrank?"
Albus zählte sie alle auf und sah Scorpius erwartungsvoll an.
„Ernsthaft?"
„Ich bin eine Belohnungsorientierte Kreatur Scorpius", seufzte Albus und tat so als wäre er verärgert. „Ausser wenn du willst das ich durchfalle wirst du mit mir arbeiten müssen."
„Du bist manchmal zum verzweifeln", sagte Scorpius aber küsste ihn dennoch.
Albus grinste und packte ihn vorne am Shirt und zog ihn für mehr hinunter. Er küsste Scorpius innig, bewegte seine Hand durch seine Haare um ihn nah zu halten und biss auf seine Unterlippe.
Scorpius lachte gegen Albus und als sie sich lösten entschied er sich auf den Teppich neben ihm zu liegen.
„Wofür war das?"
Albus zuckte mit den Schultern und so zu ihm auf. „Glück?"
„Du brauchst kein Glück", versicherte Scorpius ihm. „Du hast pflege magischer Geschöpfe vom ersten Tag in der dritten Klasse an geliebt."
„Aber ich muss auch gut in Zaubertränke sein –„
„Wo du in den letzten beiden Jahren kein Problem hattest."
„Aber-„
„Nichts aber", sagte Scorpius. „Ich mache mir mehr Sorgen über meine Prüfungen als um deine und das sollte dir etwas bedeuten."
„Aber du bist in jedem Fach gut", erinnerte ihn Albus.
„Nicht in allen", sagte Scorpius im Schneidersitz und ging durch die Papiere. „Und wir wissen beide das ich in diesem Semester nicht so gut aufgepasst habe."
„Es geht dir besser", sagte Albus. „Du hattest diese Woche nur eine schlechte Nacht."
„Es ist Mai Albus", sagte Scorpius kurz. „Es ist Monate her."
Albus stützte sich ratlos auf seinen Ellbogen auf. Scorpius versuchte verzweifelt seinen Stock der gegen einen nahen Sessel lehnte zu ignorieren – seine tägliche Erinnerung an was er als ´jene Nacht´ bezeichnete.
„Ich mache mir Sorgen um meinen praktischen Verteidigungsteil", sagte Scorpius leise.
„Das sollte das letzte sein worum du dir Sorgen machen musst. Du bist vielleicht nicht mehr im Duellier Club aber du warst gut und –„
„Was wen sie einen Irrwicht auf mich loslassen?"
Scorpius sah weg von ihm und fing an, an einem losen Faden im Teppich rumzuspielen.
Albus setzte sich mühevoll neben ihm auf und beugte sich vor um ihn anzusehen.
„Was ist wen sie einen Irrwicht auf dich loslassen?" fragte Albus. „Du weisst genau was es ist und du weisst das was immer es dir zeigt nicht real ist."
„Es ist nicht so einfach."
„Ich bin mir nicht einmal sicher ob ich den praktischen Teil machen kann", sagte Albus. „Was wenn sie wollen das ich mich selbst verteidige?"
Scorpius blickte zu dem schwarzen Stock auf. Er fühlte sich eindrucksvoll an als würde er zu ihm zurück starren.
„Daran hatte ich nicht gedacht", sagte er. „Ich glaube ich werde vorher bei dir sein. Ich werde in der Lage sein dein Bein wenigstens etwas zu lockern bevor du reingehst."
„Das schätze ich aber darum geht es nicht", sagte Albus. „Du kannst es schaffen."
Scorpius sah unsicher aus.
„Was glaubst du in was es sich verwandeln wird?"
„Ich bin nicht sicher", gab er zu. „Es könnten Dementoren sein. Es könnte Daphne sein. Es könnte meine Mutter sein."
„Es tut mir leid", sagte Albus seine Augenbrauen vor Sorge zusammengezogen.
„Du bist süss wenn du dir Sorgen machst."
„Ich bin immer süss", sagte Albus mit gespielter Arroganz und fiel dramatisch auf den Boden zurück. „Was nützlich sein wird wenn ich bei meinen UTZ durchfalle und meinen Körper verkaufen muss weil ich arbeitslos bin."
„Nun dann Frage ich dich besser weiter ab", sagte Scorpius und hob die Notizen auf. „Ich bin ein Malfoy und ein Einzelkind. Ich bin nicht gut im teilen."
Zwei Tage voller Test hatten nicht viel Zeit zum Reden oder Entspannen gelassen. Nach dem ersten Tag waren Albus und Scorpius nebeneinander eingeschlafen nachdem sie lange betäubt an die Decke gestarrt hatten.
„Verteidigung und Geschöpfte", sagte Albus. „Das ist alles was übrig ist."
„Geschichte für mich hier nach", sagte Scorpius ihm. Sie sassen im Gang vor dem Raum für den praktischen Teil von Verteidigung gegen die dunklen Künste und zum millionsten mal war Scorpius dankbar das ihre Nachnamen im Alphabet nah genug beieinander waren das sie zusammen in der Schlange warteten. Er fuhr mit der Hand über Albus' Oberschenkel seine Hand erwärmt, versuchte ihm zu helfen sich in eine Lage die halb bequem war zu versetzen währen Pucey auf Albus anderer Seite seine Notizen besessen durchging.
„Du wirst das schaffen", sagte Albus ihm und seine eigene Nervosität klang durch. „Es sind nur noch zwei mehr."
„Wir sollten heute Abend etwas lustiges machen", sagte Scorpius. „Lesen oder Karten spielen oder so etwas."
„Ich mag das deine Vorstellung von ´Spass und Entspannung´ lesen ist" sagte Albus mit einem besorgten Lächeln.
„Es wird mich davon ablenken wie schlecht die Zauberkunst Prüfung heute morgen war", sagte Scorpius.
Durch seine anderen Prüfungen hinweg hatte sich Scorpius am meisten vor den beiden letzten gefürchtet – magische Geschichte weil er sich sorgte das er zu sicher war und Verteidigung gegen die dunklen Künste weil sie allein das Potenzial hatten das er die Kontrolle verlor und er hatte sich seit dem Winter nicht mehr so nah daran gefühlt.
„Deine Hand ist wirklich warm", sagte Albus unwohl. Scorpius sah hinunter und schüttelte seine Hand, er wollte das seine Haut abkühlte.
„Entschuldige", sagte er. Mehr Geräusche kamen aus dem Raum was darauf hindeutete das die vorherige Prüfung abgeschlossen war. „War in Gedanken."
„Die schriftliche Prüfung hier für war nicht schwer", sagte Albus. „Also sollte es ein Puffer…"
Albus bemerkte das Scorpius ihn nicht hören konnte – er war komplett wo anders, hörte auf die gedämpften Stimmen hinter der Tür. Er streckte sich und stupste die Brille seines Freundes an ihren Platz und richtete seinen Kragen.
„Du wirst es schaffen", flüsterte er. Auf seiner anderen Seite stimmte Pucey zu.
„Scorp?"
Scorpius sprang auf und sah sie an. Er öffnete den Mund um zu sprechen aber die schwere Tür öffnete sich und der vorherige Schüler wurde aus dem Raum gescheucht und in die entgegengesetzte Richtung des Gangs geschickt.
„Sie werden mich danach nicht mit dir sprechen lassen", erinnerte Scorpius Albus. „Also viel Glück."
„Wir brauchen kein Glück", erinnerte Albus ihn und drückte sein Hand herzlich.
Scorpius nickte und zog sich selbst auf die Füsse und Professor McGonagall scheuchte ihn in den Raum.
Vier Auroren standen im Raum und Scorpius erkannte zwei von ihnen von der Verhandlung.
„Das ist Scorpius Malfoy", gab Professor McGonagall unnötigerweise bekannt und überreichte eine Akte mit Scorpius vollem Namen darauf. Einer der Auroren nahm sie an und nickte und Scorpius nutzte den Moment um sich im Raum umzusehen.
Das grosse Klassenzimmer war von den Tischen befreit worden und in den Ecken des Raum standen mehrere hohe Schränke – alle unterschiedlich, einige ziemlich verfallen. Im Zentrum war ein blau leuchtendes Zeichen.
Scorpius legte seine Robe ab und hängte sie an den Hacken bei der Tür und hielt seinen Zauberstab fest in seiner Hand.
„Zentrum des Raums", sagte einer der Auroren und deutete auf die Markierung. Scorpius ging langsam auf sie zu voller Angst und plötzlicher Sorge um Albus. Sein Bein war nicht gut gewesen. Wenn er ein Gleichgewicht verlor –
„Sie werden einigen Herausforderungen gegenübergestellt", sagte einer der Auroren offensichtlich gelangweilt. Die Slytherins waren die letzten also hatte er dies schon mindesten zwanzig mal gemacht.
„Sie werden nach Ihrer Nutzung von Verteidigungstechniken und Sprüchen und Ihrer Reaktionszeit bewertet. Verstehen Sie?"
„Ja Sir", bestätigte Scorpius.
„Sind Sie bereit?"
Die vier Auroren nahmen ihre Plätze in den Ecken des Raumes ein jeder von ihnen stand am Ende der Schränke.
„Ja Sir."
Scorpius trat mit einem Fuss zurück, sein Zauberstab erhoben auch wenn er nicht wusste wohin er sehen sollte. Die Unsicherheit lies ihm ein Schaudern über den Rücken laufen und er musste sich daran erinnern zu atmen, das er in Hogwarts war und das nichts passieren würde –
Ein Windhauch kam von hinter ihm und Scorpius wirbelte herum, wich einem kleinen Schwarm Doxies aus die aus einem der Schränke auf ihn zuflogen. Mit einem schnellen Abwehrfluch warf er sie in die Ecken des Raums wo sie bewusstlos zu Boden fielen.
Zu seiner linken trat einer der Auroren vor, Zauberstab erhoben und sprach einen schnellen Zauber –
„Ebublio!"
„Protego!"
Scorpius verteidigte sich mit Leichtigkeit aber dennoch raste sein Herz. Das letzte mal als er diesen Spruch nutzen musste –
Eine weitere Tür öffnete sich und Scorpius hörte die Schreie bevor er sah wie sie aus der Tür quollen.
„Erklinge", murmelte er und hob seinen Zauberstab gegen die kleinen Vögel ähnlichen Kreaturen die auf ihn zu kamen. Es dauerte nur eine Sekunde für sie seine Standort auszumachen und sie anfingen Pfeile aus ihren Schnäbeln auf ihn abzufeuern. Scorpius sprang um ihnen zu entgehen.
„Immobulus!" rief er und sie fielen plötzlich still zu Boden.
Scorpius beruhigte sich etwas, er fühlte sich sicherer als der Test weiterging und er wehrte zwei weitere Zauber der Auroren ab und wich einem dritten aus bevor er eine kleine Acromantula ausser Gefecht setzte.
„Depulso!"
Die Acromantula flog gegen die Wand, traf sie mit einem Plumps und als sie Stille über den Raum legte glaubte Scorpius er sei fertig.
Dann hörte er ein weiteres quietschen hinter sich – das Geräusch von rostigen Scharnieren die sich öffneten. Es war das selbe Geräusch das der Schreibtisch im Salon der Gringras machte wenn Daphne einer der kleinen Türen öffnete um ein Buch herauszuholen oder ihren Zauberstab während ihrer längeren Sitzungen – das selbe Geräusch wie wen das Kerker Tor aufgerissen wurde und verrostete Metallstücke auf die Stufen darunter rieselten.
Scorpius wusste was hinter ihm war aber hatte keine Ahnung was er sehen würde. Alle Möglichkeiten schossen ihm in der Sekunde durch den Kopf die es dauerte sich umzudrehen und seinen Zauberstab zu heben.
Dementor. Daphne. Umbridge. Voldemort. Delphi. Der Körper seiner Mutter wie er kalt im Sarg lag. Es hätte alles davon sein können.
War es aber nicht.
Er fand sich Angesicht zu Angesicht mit…sich selbst.
Der Irrwicht Scorpius war komplett schwarz gekleidet seine Augen ungefiltert durch eine Brille und bedrohlich unter einer gerunzelten Stirn. Sein Haar war aus seiner Stirn gegelt, der strenge Krage seiner über formellen Robe machten die Linien seines Gesichts extrem und kantig – wie der junge Lucius Malfoy welchen er auf abgenützten Fotographien gesehen hatte.
In seiner Hand hielt er Scorpius' ersten Zauberstab, drehte ihn zwischen seinen langen Fingern – Scorpius' Finger – sein Mund verzogen zu etwas zwischen einem feixen und einem grinsen – etwas von dem Scorpius nicht sicher war das er sein Gesicht überhaupt dazu bringen konnte.
Der Skorpion König erwachsen mit Elektrizität die zwischen seinen Fingern knisterte. Der Skorpion König mit gereiften Kräften.
Scorpius' Lippen öffnete sich vor Überraschung und er erstarrte zum ersten Mal in der Prüfung, sein Zauberstab fest in der Hand. Seine Augen wanderten über den Körper der Irrwicht Abbildung seiner selbst und er starrte erschrocken auf die Füsse des Skorpion Königs.
Leichen. Da lagen Leichen auf dem Boden um den Skorpion König und als Scorpius' Augen sich fokussierten sah er Gesichter.
Rose und Lily – ein Durcheinander von roten Haaren.
Ainsley in blutigen gelben Quidditch Roben.
Maggie, Flint und Farley mit zerbrochenen, entstellten Besen. Pucey mit einem ausgerenkten Kiefer.
Draco und Astoria lagen nebeneinander, ihre Hände verschränkt und gebrochen, Astorias Haar blutig.
Albus lag zuvorderst ein schwall Blut lief ihm über die Lippen. Nur Albus' Augen waren offen, sie starrten ihn leer an, sein Mund offen als wäre er von etwas unerfreulichen überrascht worden, seine Hand halb geöffnet mit der Schnur seines Amuletts um seine Finger gewickelt.
Scorpius starrte auf seine toten grünen Augen und versuchte sich zu sagen das Albus – der wahre Albus draussen vor der Tür darauf wartete das er raus kam. Er war draussen, lebendig, wahrscheinlich ging er mit Pucey Sprüche durch – etwas lernen in letzter Minute – aber der Albus vor ihm war so leblos und blau und sah kalt aus und Draco und Astoria waren so zerbrochen hinter ihm.
„Oh was aus dir hätte werden können. Wenn du nur geblieben wärst."
Wie mache ich es lächerlich? fragte Scorpius sich selbst.
Riddikulus. Riddikulus. Riddikulus.
Der Skorpion König feixte ihn mit einem verdrehten Grinsen an.
„Wenn du nur gewartet hättest", sagte er, seine Stimme kalt und trat über die Leichen. Sein Fuss, schwer in dem schwarzen Schlangenleder Stiefel, trat auf die offene Hand des leblosen Albus und Scorpius hörte das unverkennbare Geräusch von brechenden Knochen.
„Was du dort hättest sein können mit deinen jetzigen Kräften."
Scorpius hob seinen Zauberstab mit zittriger Hand, er versuchte fest daran zu denken was der Skorpion König wirklich war – leer und frei von Liebe – alles was Scorpius glaubte das es das Leben lebenswert machte. Er atmete tief ein, kämpfte gegen den Schmerz in seiner Brust das sich anfühlte wie ein geschwollenes Herz das zu viel Platz benötigte.
„Riddikulu."
Der Skorpion König zitterte und Scorpius sah wie kleine Linien auf seinem Gesicht auftauchten, sich auf seinem überraschten Ausdruck ausbreiteten bis die Illusion wie eine kaputte Puppe zusammenbrach, die Teile verschwanden zu farbigen Staubwolken und dann zu nichts als sie fielen.
Scorpius schloss die Augen und flehte welche Gottheit auch immer existierte an das die Prüfung vorbei war. Er hörte wie einer der Auroren vortrat.
„Danke Mr. Malfoy", sagte er. „Das schliesst Ihre Prüfung ab."
Scorpius war aus dem Raum bevor der Auroren seinen Satz beenden konnte.
Er schob die Tür mit so viel Schwung auf das er gegen die gegenüberliegende Wand des Korridors knallte, sein Arm stützte dagegen als er zu Atem kam und versuchte das Bild abzuschütteln.
„Mr. Malfoy?"
Professor McGonagall war hinter ihm und legte ihre Hand auf seine Schulter. Er zuckte zusammen.
Er hörte wie Albus versuchte aufzustehen und das merkwürdige schlurfen seiner Schritte als er versuchte sich zu nähern.
„Scorp – „
„Mr. Potter bleiben Sie wo sie sind", sagte sie. „Schüler die ihre Prüfung beendet haben dürfen nicht mit denen sprechen die noch getestet werden."
„Professor McGonagall – „ protestierte Albus wütend und Scorpius schüttelte den Kopf und drehte sich um.
„Mir geht es gut", sagte er, seine Stimme fest und zurückhaltend das er wusste das er niemanden überzeugen konnte.
„Nein geht es nicht!"
„Mr. Potter", sagte einer der Auroren, „wir sind bereit für Sie."
„Lassen Sie Pucey vor. Ich – „
„Schüler müssen die Prüfung der Reihe nach absolvieren" sagte der Auror. „Keine Ausnahmen."
„Ich muss zu meiner Prüfung in magischer Geschichte", sagte Scorpius mit zitternder Stimme. Er hob seine Tasche vom Boden. „Mach deine Prüfung Al."
Er drehte sich um bevor er Albus in die Augen sehen und noch mehr Protest und Fragen hören konnte und ging den Korridor entlang zur grossen Halle.
Albus hatte überall nachgesehen – der Gemeinschaftsraum der Slytherin, die Bibliothek, die Küche, ihr Lieblingsbaum am See – aber am Ende wusste er das er zuerst zum Astronomie Turm hätte gehen sollen.
Er machte sich auf den langen Weg nach oben und nahm jeden Tritt langsam. Es war ein langer Tag gewesen und seine Prüfung in Verteidigung gegen die dunklen Künste war zu körperlich gewesen um danach eine lange Zeit zu sitzen und seine schriftliche Prüfung in Pflege magischer Geschöpfe abzulegen und ganz Hogwarts nach Scorpius Malfoy abzusuchen.
Als er oben ankam war Albus erschöpft und sein Bein schmerzte wie seit Wochen nicht mehr. Er zog an der Tür aber sie öffnete nicht – das Zeichen das die meisten Schüler benutzten um zu zeigen das der Turm „in Benutzung" war was meistens respektiert wurde.
Aber er war sicher das Scorpius hier oben war und es war ihm egal wesen rumgeknutscht er unterbrach um sicher zu gehen.
„Alohamora."
Er riss die Tür auf und würde mit einem Schwall angenehmer spät Frühlingsluft begrüsst als er das Stein Observatorium des Turms betrat.
Scorpius stand am anderen Ende des Turms, er sah über die Ländereien seine Arme auf dem Geländer verschränkt. Er schien Albus' Ankunft nicht zu bemerken also schloss Albus die Tür leise hinter sich und sah ihn für einen Moment an in der Hoffnung seine Stimmung einschätzen zu können.
Er erinnerte sich als sie in ihrem zweiten Jahr das erste Mal hier rauf gekommen waren. Sie konnten damals kaum über das Geländer sehen und nun ragte Scorpius darüber hinaus gebeugt um sich auf die oberste Stange zu lehnen und sah hinunter.
So viel hatte sich verändert.
„Ich weiss das du da bist Al", sagte Scorpius plötzlich.
„Ich habe versucht dich für einen Moment länger denken zu lassen", sagte Albus und ging langsam und vorsichtig auf ihn zu. Es war der falsche Tag gewesen um zu testen sich ohne seinen Stock zu bewegen.
Albus trat zu ihm am Geländer sah über den Rand des Sees und des Waldes der noch immer hell und grün vom Frühling war.
„Ich habe den Irrwicht nicht bekommen", sagte Albus. „Ich glaube nicht das ihn alle bekommen haben."
„Woher weisst du es?"
„Ich kann mir nicht viel sonstiges vorstellen das macht das Malfoy der Unerschrockene so aus einem Raum rennt."
Scorpius schnaubte er vermied es noch immer Albus anzusehen der entschied nicht darauf rum zu reiten.
„Ich habe gehofft du würdest ihn nicht kriegen", gab Scorpius zu und sah hinunter. „Wie ist der Rest davon gelaufen?"
„Es war tatsächlich ein leichtes", sagte Albus. „Pflege magischer Geschöpfe war auch nicht schlecht auch wenn ich etwas abgelenkt war."
Scorpius blieb still sein Blick sehr weit weg. Albus bemerkte das seine Brille oben in seinem Teil aufgeknöpften Hemd steckte und das seine Krawatte lose aus seiner Tasche hing – seltene öffentliche Ungepflegtheit für einen Malfoy. Offensichtlich sah er sich nicht die Bäume oder sonst etwas an.
„Was ist passiert?"
„Hast du bereits gesagt. Ich habe den Irrwicht gezogen."
Scorpius schluckte hart und starrte über die Spitzen der Bäume.
Albus legte eine Hand auf Scorpius' Schulter wie er es schon eine Million mal getan hatte und Scorpius zuckte zusammen.
„Was ist los Scorp?" fragte Albus. „Was hast du gesehen?"
„Muss ich?"
„Nein, weil dich offensichtlich etwas gequält hat und das ist ein Problem", sagte Albus. „Und deine Probleme sind auch meine Probleme."
„Das ist kaum fair", sagte Scorpius.
„Es geht nicht darum was fair ist", sagte Albus. Er lehnte sich heftig gegen das Geländer und Scorpius seufzte.
„Lass uns hinsetzten", sagte er und schlang seinen Arm um Albus welcher dankbar gegen ihn lehnte. Scorpius führte ihn zur Steinsäule gegen welche gelehnt sie oft lasen und zusammen glitten sie auf den Boden.
Scorpius lehnte sich zurück, lehnte seinen Kopf gegen den Stein und schloss seine Augen. Albus nahm seine Hand von seinem Schoss und hielt sie, sie sassen für einige Minuten ruhig da.
„Sprich mit mir Scorp", flehte Albus.
Scorpius starrte eine Weile vor sich hin bevor er sprach.
„Es war der Skorpion König", sagte er schliesslich.
„Also war dein Irrwicht dein 14-jähriges ich?"
„Kaum", sagte Scorpius kalt. „Es war der erwachsene Skorpion König. Er ist das was ich in dieser Zeitlinie wäre mit den Kräften die ich jetzt habe."
„Oh", sagte Albus. „Nun das ist nicht so schlimm oder?"
„Und er stand auf einem Haufen Leichen."
„Das ist nicht gut."
„Es waren mein Dad und Ainsley und meine Mum", begann Scorpius. „Lily, Rose, Maggie, Flint, Farley und Pucey und du."
„Es geht uns allen gut", sagte Albus. „Nun ausser deiner Mum. Siehst du? Mir geht es geht. Ich bin genau hier."
Scorpius sagte nichts und sah nur auf seine Hände hinunter.
„Scorpius es war ein Irrwicht. Es war nicht echt", erinnerte Albus ihn.
„Ich weiss das", sagte Scorpius. „Aber das ist es wovor ich Angst habe. Noch immer."
Albus bewegte sich um ihn anzusehen.
„Du wirst niemals diese Person sein", sagte Albus. „Das kannst du nicht. Ich stehe zu dem was ich gesagt habe – du bist gut und grosszügig von der Tiefe deines Bauchs bis zu deinen Fingerspitzen."
„Ich habe angst das ich euch alle irgendwie verletzte" sagte Scorpius seine Stimme so leise, dass Albus ihn beinahe nicht hörte. „Das ich durchdrehe oder aus versehen etwas mache und…"
Seine Stimme verschwamm. Albus streckte sich und strich eine blonde Haarsträhne hinter sein Ohr bevor er ihm gegen das Kinn tippte so wie Scorpius wenn er bei etwas wichtigem nicht aufpasste.
Scorpius sah ihn unter seinen blassen Augenlieder an und Albus sah das seine Augen und Wangen rot waren vom Stress.
„Du hattest seit Dezember keine Probleme mehr", erinnerte ihn Albus. „Dir ging es gut. Du hast mich nicht einmal aus versehen verletzt."
„Was wenn es mir nicht immer gut geht?" fragte Scorpius. „Was wenn sich etwas ändert?"
„Dann überqueren wir die Brücke wenn es soweit ist", versicherte Albus ihm und packte seine Hand. „Und wir überqueren sie gemeinsam."
Scorpius sah zu ihm auf – zu seinen unordentlichen Haaren und hellgrünen Augen, komplett lebendig – und schaffte ein kleines Lächeln.
„Es wird danach keine gute Nacht werden", warnte Scorpius. „Nicht nachdem ich das gesehen habe. Zu sehen wie du so zu mir hochstarrst."
„Das ist in Ordnung", versicherte Albus ihm. „Ich nehme die guten Nächte mit den schlechten."
Scorpius streckte seine Hand aus und winkte Albus näher.
„Lass mich das Bein sehen", sagte er und Albus glitt näher, er liess Scorpius seine warmen Hände über seinen Oberschenkel und seine Wade fahren, er knetete als die schmerzenden Punkte als wäre es in seiner Natur. Albus beobachtete ihn als ein Wind vom Wald hineinblies. Die Sonne ging hinter den Baumwipfeln unter und macht alles hell und golden.
„Ich dachte nicht das du hier hoch kommen würdest", gab Scorpius zu.
„Nun ich habe sonst überall nachgesehen."
Albus zuckte zusammen als Scorpius seine Handfläche in einen angespannten Muskel in seinem Quadrizeps presste.
„Was du nicht sagst", sagte Scorpius sarkastisch. „Das hättest du nicht tun sollen. Ich brauchte nur etwas ruhe. Ich wäre bald hinunter gekommen. Es ist Rinderbraten Tag."
Albus gluckste und lehnte seine Stirn gegen Scorpius' Schulter.
„Siehst du? Du tust mir nicht weh. Du hilfst mir."
„Ich wünschte ich könnte dich heilen", sagte Scorpius. „Jeden tag wünsche ich, ich könnte es reparieren oder es dir irgendwie nehmen."
„Ich nicht", sagte Albus. „Ich bin nicht unglücklich und die Dinge sind nicht schlecht Scorpius. Nichts hat sich seit heute morgen geändert – du bist nur aufgewühlt. Die Abschlussfeier ist in ein paar Wochen. Wir werden Urlaub machen. Ausser wenn ich meine UTZ in magische Geschöpfe vermasselt habe, haben wir beide Jobs in London."
Scorpius' Hände stoppten und er sah mit einem halben Lächeln zu Albus auf.
„Es könnte schlimmer sein", sagte Scorpius. „Es hätte so viel schlimmer sein können."
„Sie uns an. Wir sind optimistisch."
„Weit davon entfernt von damals als wir hier angefangen haben", sagte Scorpius und sah über die Ländereien.
„Das fühlt sich wie das Ende an", sagte Albus. „Ich weiss da sind noch die Veranstaltungen am Ende des Semesters und wir haben den Abschlussunterricht und den Absolventenball aber wir haben gerade die letzten UTZ hinter uns gebracht."
„Der Rest ist nur … feiern. Es fühlt sich wirklich wie das Ende an", gab Scorpius zu. „Ich hätte mir vor sieben Jahren nicht vorstellen können das wir hier landen."
Albus sah wie er die Augen schloss, die Wärme des Sonnenuntergangs aufnahm und lächelte vor sich hin.
„Es wird auch ein Anfang sein", erinnerte Albus ihn und Scorpius sah ihn an offensichtlich noch immer verstört aber einiges ruhiger. Albus küsste ihn sanft, sein arm faul um Scorpius' Schulter gelegt was ihm ein aufrichtiges Lächeln einbrachte als sie sich trennten.
„Willst du runter zum Abendessen gehen?" fragte Albus.
Scorpius schüttelte den Kopf und lehnte sich gegen ihn und ruhte gegen seine Schulter. Albus schlang beschützend einen Arm um Scorpius als eine weitere Brise durch den Turm fegte.
„Nur noch ein paar Minuten", sagte Scorpius und fing an mit seinen Fingerspitzen Kreise zwischen Albus' Schulterblätter zu malen.
Albus wusste das die Dinge nicht perfekt waren aber im Moment hatte er seinen besten Freund und festen Freund – günstiger Weise die selbe Person – auf dem höchsten Turm von Hogwarts an einem ruhigen Frühlingsabend ohne Test und lernen um das man sich sorgen musste. Es war mehr als er erbitten konnte und mehr als er verdiente aber er nahm es trotzdem.
