Kapitel 38

Etwa fünf Wochen darauf und einige Auseinandersetzungen mit einigen kleineren Piratencrews, die fälschlicherweise glaubten einen frischgebackenen Shichibukai stürzen zu können, später kamen sie an ihrem üblichen Treffpunkt mit Kakashi an. "Wir haben noch eine Woche Zeit bis zur Hochzeit, es dürfte reichen um Konoha zu erreichen" verkündete Sakura als sie aufs Land schaute. "Hn" murrte Law als er sich neben sie stellte. Ihr gemeinsames Training hatte in den fünf Wochen an Intensität zugenommen. Die Kunoichi steigerte nach und nach ihr Level und brachte ihn teilweise an seine Grenzen.

Der Mann hielt sich mit seinen Avancen zurück, solange sie in der Nähe von seinen Nakama waren, abgesehen von Ikkaku, wenn nur sie anwesend war, hatte der Doktor offenes Spiel bei Sakura. Diese war noch immer überrascht über sein Verhalten, sie konnte sich einfach nicht vorstellen, dass ein so attraktiver Mann sich tatsächlich für sie interessierte. "Ihr bleibt in der Nähe und versucht nicht in Schwierigkeiten zu kommen" verkündete der Captain auf seine Leute schauend.

"Viel Spaß auf der Hochzeit" rief Penguin grinsend und erhielt einen grummeligen Blick von seinem Captain. "Ach komm schon, das wird lustig" gab Sakura mit einem breiten Grinsen zurück. "Du liebst es mich leiden zu sehen, was?" murrte der Doktor zu ihr hinab schauend. "Da könnte was dran sein" antwortete sie mit einem teuflischen Funkeln in den Augen. "Habt ihr alles?" fragte Ikkaku dazwischen gehend. "Jep" antwortete Sakura voller Vorfreude, sie freute sich auf ihr Zuhause und darauf es dem Captain zeigen zu können. "Bis in spätestens drei Wochen" informierte Law und transportierte sich mit der pinkhaarigen Frau und dessen Ninken an Land. Kurz darauf verschwanden sie im Gebüsch als Sakura die Führung übernahm.

/*/*/*

Kurz bevor es dunkel wurde schlugen sie ihr Lager auf. "Wieso hast du dich dafür entschieden Kunoichi zu werden?" fragte Law nachdem sie gegessen hatten und entspannten. "Hm?... ich habe dir bereits gesagt, dass meine Mutter Kunoichi war, außerdem wollte ich etwas für das Dorf machen... ich wollte einfach nützlich sein" antwortete sie seitlich zu ihm aufsehend und seinen Blick fangend. "Und ich empfand es schon als Kind verdammt cool zuzusehen wie Shinobi kämpfen" fügte sie mit einem Grinsen hinzu und sah wie er ihre Geste mimte. "Du hast Recht, es ist verdammt cool" stimmte er amüsiert zu.

"Und deine Entscheidung Ärztin zu werden?" fragte er und sah wie ihr Blick fiel als sie ins Feuer schaute. "Ich habe dir bereits gesagt, dass ich nicht den Körper habe um sonderlich behilflich zu sein, was normale Missionen für Kunoichi betrifft..." begann sie und schaute zu ihm auf. "Keine Ahnung, ob Kakashi-sensei es dir erzählt hat aber kurz nach den Chunin Prüfungen brach unser Team auseinander. Sasuke hatte uns in seinem Wunsch nach Rache verlassen und sich dem legendären Schlangensannin Oorochimaru angeschlossen um unter ihm zu trainieren" erklärte sie wieder betrübt auf das Lagerfeuer schauend.

"Naruto schloss sich dem zweiten im Bunde an, dem legendären Frosch Sennin Jiraya um besser zu werden und Sasuke wieder nach Hause bringen zu können" sie seufzte leise "Kakashi-sensei zog sich zurück, er nahm Mission nach Mission an und ich war alleine... sie haben mich zurück gelassen" erklärte sie seinen überraschten Blick meidend. "Ich habe meine Chunin Prüfung im Team meiner besten Freundin gemacht, ohne eigenes Team wurde ich hin und wieder den Anderen zugeteilt, aber das ist nicht das Selbe" sagte sie und schloss ihre Augen. "Das erste Team ist eine Familie und meine hatte mich alleine zurückgelassen. Aus Wut habe ich mich dem dritten Teil der legendären Sannin angeschlossen. Der Schneckenprinzessin Tsunade, die zu der Zeit als Godaime Hokage ins Dorf zurückkehrte und ich fand endlich meinen Platz" die Kunoichi schaute mit einem willensstarken Blick auf den überraschten Doktor.

"Ein weiterer Vorteil, der daraus entstanden ist, ist dass sich keiner meiner Brüder noch traut sich meinen Befehlen als Ärztin zu widersetzen" informierte sie mit einem amüsierten Blick. "Das könnte aber auch daran liegen, dass sie nicht mit meinem rechten Haken in Kontakt kommen wollen" grinste sie, ihm zeigend, dass nun alles in Ordnung war. "Wieso bist du Arzt geworden?" fragte sie nach einer Weile und sah wie der Mann sich auf das Feuer fixierte bevor er leise seufzte.

Der Pirat ging in sich als er überlegte wie er ihr antworten sollte. Sollte er ihr alles erzählen? Hatte sie es nicht verdient, wenn er nun schon seit fast sechs geschlagenen Wochen alles daran setzte sie für sich zu gewinnen? "Du musst nicht antworten" murmelte sie nach einer Weile des Schweigens. "Siehst du? Ich bin nicht gut darin Informationen zu sammeln" verkündete sie mit einem selbstironischem Lächeln zu ihm aufsehend. Law streckte seine Hand zu Yoru aus, der über ihrer Schulter lag und noch ein wenig Schlaf nachholte um nachts Wache halten zu können.

Er streichelte den kleinen Kater hinter seinem Ohr, der Mann stockte etwas als seine Finger mit der weichen Haut an Sakuras Hals in Kontakt kamen. Entschlossen strich er absichtlich darüber, dabei ihre Reaktion beobachtend. Die junge Frau errötete als seine Hand Yorus Fell komplett verließ und mit ihren Strähnen spielte. "Ich komme aus Flevance" erklärte er schließlich und sah wie sich ihre Augen weiteten als sie abrupt und geschockt zu ihm aufsah. "Bevor das Amber Lead ausbrach war ich bereits in der Doktorenschule, ich wollte in die Fußstapfen meiner Eltern treten" sagte er leise. Mittlerweile war es einfacher für ihn darüber zu reden, allerdings hieß das noch lange nicht, dass es insgesamt einfach war.

"Ich hatte auch eine kleine Schwester, Lami, sie war eine der ersten Infizierten" erzählte er abwesend als er seine Hand in ihren Nacken legte. Sakura hörte erschrocken zu wie er von den Ereignissen, die zu der Zerstörung der weißen Stadt geführt hatten, erzählte. Wie er seine Eltern, seine Freunde, einfach alle tot aufgefunden hatte und schließlich geflohen war. Der Mann atmete tief durch als er das erste Mal wieder einen Blick auf die Frau neben ihm warf, seit er angefangen hatte zu erzählen und er stockte als er Tränen in ihren Augen sah.

"Sakura" murrte er überrascht als er sich zu ihr drehte und ihr Gesicht mit beiden Händen erfasste. Mit seinen Daumen strich er ihr einige Tränen aus den Augen. "Hey" sagte er sanft als sie mit einem traurigen Blick zu ihm aufsah. "Es liegt in der Vergangenheit, ich bin darüber hinweg" erklärte er als sein Herz sich für sie öffnete. Sie weinte für ihn, bisher hatte es nur eine Person gegeben, die je eine Träne für ihn vergossen hatte und das war Corazon gewesen. Und nun saß diese junge Frau, eine erfahrene Ärztin und abgehärtete Kunoichi vor ihm und weinte für ihn, für seinen Verlust. In genau dem Moment wusste er einfach, dass er an diese Frau bis an sein Lebensende gebunden sein wollte.

Übermannt von der Intensität seiner eigenen Gefühle für diese Frau, zog er sie an seine Brust und drückte sie an sich. Ihre Arme schlangen sich um ihn als sie ihn festhielt. Yoru blinzelte müde zu Law hinauf als seine Alpha ihren Kopf an dessen Brust vergrub. Der Mann machte eine kleine Kopfbewegung und der Kater sprang neben sie, ihnen etwas Privatsphäre lassend. "Sakura, mir geht es wieder gut" informierte er nach einer Weile. "Du musst so unglaublich einsam gewesen sein" murmelte sie heiser als ihre Tränen langsam nachließen. Law seufzte leise.

"Ja, das war ich und ich war zerfressen von Hass" erklärte er ihr durch die Haare streichend. Er hielt sie an sich als er weiter erzählte, wie er zu Doflamingo kam, wie Corazon sich um ihn gekümmert hatte und im Endeffekt sein Leben für ihn gelassen hatte. Er spürte wie die Frau in seinen Armen angespannt zuhörte. Law erzählte ihr schonungslos die Tatsachen, wie er die Dinge erlebt hatte. Es brachte in seinen Augen nichts es zu verschönern, sie war Kunoichi, sie kam mit den Tatsachen zurecht. Außerdem sollte sie alles wissen, wenn er es endlich schaffte sie an sich zu binden.

Langsam löste er sie von sich und zog sie so, dass er ihr Gesicht sehen konnte. Das Letzte, was er gebrauchen konnte war Mitleid. Er musste zugeben, dass er etwas Angst davor hatte es in ihren Augen zu sehen, allerdings musste er das Risiko eingehen um sein Ziel zu erreichen. Die junge Frau hatte ihre Augen geschlossen als er sie suchend ansah. Eine letzte Träne rollte über ihre Wange bevor sie tief durchatmete und sie blinzelte, dann schaute ihn an.

Grün traf gold und was er darin sah verschlug ihm die Sprache. Mitgefühl für seinen Verlust, Verständnis, da auch sie Menschen verloren hatte, die sie liebte, aber vor allem konnte er Stolz darin sehen. Sie war stolz auf ihn, darauf dass er überlebt und etwas aus sich gemacht hatte. "Es bedeutet zwar nicht viel, wenn es von mir kommt, aber ich bin stolz auf dich, Trafalgar-san" verkündete sie und seine Augen weiteten sich als er die Worte und Wahrheit darin hörte.

Er zog sie wieder an sich und drückte sie fest als er versuchte die Überraschung zu verarbeiten. Der Pirat atmete tief durch und schloss seine Augen. "Was muss ich machen damit du mich endlich beim Vornamen nennst?" fragte er leise, ihr direkt ins Ohr sprechend. Er spürte wie Wärme ihre Wangen flutete als sie kurz zusammen zuckte. "U-uhm... e-es ist sp-spät... wir sollten uns hinlegen" stotterte sie mit hochrotem Kopf als sie sich von ihm löste und überall hinschaute, nur nicht zu ihm. Law schaute sie amüsiert an als er deutlich sehen konnte wie verlegen sie war.

"Sakura" sagte er als sie wieder an ihrem vorherigen Platz war und in ihrem Rucksack herum wühlte. Ertappt schaute sie mit großen Augen zu ihm auf. "Mein Name..." begann er und sah wie sie seinen Blick ein weiteres Mal mied bevor sie leise vor sich her stotterte. Wie konnte eine ausgewachsene Kunoichi eine solch reine und unschuldige Reaktion darauf haben seinen Vornamen auszusprechen? "... Trafalgar D. Water Law" verkündete er schließlich und sah wie sie stockte als sie seinen Blick fing und hielt. "D?" wiederholte sie erstaunt. Der Mann nickte bevor seine Mundwinkel amüsiert anstiegen.

"Jetzt sag ihn" forderte er mit einem herausfordernden Blick. "Trafalgar... D... W-Water L-Law..." stotterte sie und ein amüsierter Funke stieg in seine Augen. "Und jetzt nur den letzten Namen und ohne zu stottern" forderte er und sah wie sie wieder errötete. "L-..." die junge Frau atmete kurz durch um ihr wild klopfendes Herz zu beruhigen. "Law..." sagte sie schließlich und sah wie sich sein Blick erfreut weiterte. "...-san" fügte sie hinzu und sein Blick verdunkelte sich etwas. "Entweder so oder wieder nur dein Nachname" verkündete sie und sah zu wie er seine Stirn runzelte bevor er seufzte und nickte. "Einverstanden" stimmte er schließlich zu.

"Also dann, wir sollten uns wirklich langsam schlafen legen, die nächsten Tage werden anstrengend" informierte sie mit einem kleinen Lächeln als ihr Herz sich langsam wieder beruhigte. "Gute Nacht, Sakura" murrte er nickend als er sich an einen Baum lehnte und sich in seinen Mantel kuschelte. "Gute Nacht, Law-san" murmelte sie in ihren eigenen Reisemantel gewickelt auf dem Boden liegend. Der Mann richtete seinen Blick auf sie als sie durch die Baumwipfel in den Sternenhimmel schaute. "Danke, dass du mir von dir erzählt hast" fügte sie zu ihm schauend hinzu. Der Pirat nickte nur als Yoru seine Wache begann, der kleine Ninken merkte, dass sich etwas entscheidendes zwischen seinen Alphas verändert hatte und wollte sich in keinster Weise darin einmischen.

A/N: Es neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu... wenn man die 53 verbliebenen Seiten so nennen kann ;P