Meine lieben Leser und LeserInnen, vielen Dank für eure Treue und Geduld! Leider ist es wahnsinnig schwer schnell Kapitel zu verfassen. Manchmal ist da einfach eine Leere im Kopf, obwohl man genau weiß, was als nächstes kommen sollte. man sieht die Bilder vor sich, aber die Worte wollen einfach nicht kommen. Und da ich nieandem ein halbherziges Kapitel liefern möchte, hat es wieder mal eine Zeit lang gedauert. Momentan bin ich wieder im Flow,ich hoffe es hält an. Und ich bitte um Verständnis!

Hab euch alle Lieb!

30 Erlösung

BPOV

Ich hatte mich fest in eine Wolldecke gewickelt um mich vor der Kälte die mich umgab zu schützen. Selbst mein Gesicht hatte ich halb darunter vergraben, lediglich meine Augen waren frei geblieben. Trotz der ersten wärmenden Sonnenstrahlen des Frühlings, war es immer noch bitter kalt hier draußen und die Schatten der großen Bäume taten ihr übriges. Und trotzdem machte es mir nichts aus hier draußen zu sitzen und zu warten… Warten hatte in manchen Fällen eine beruhigende Wirkung, vor allem wenn man wusste auf wen oder was man wartete und wenn man wusste, dass alles den Umständen entsprechend gut war.

Meine Augen brannten wie Feuer und ich hatte Schwierigkeiten, sie offen zu halten. Jetzt wo das Adrenalin in meinem Körper nachließ, bemerkte ich auch wie unglaublich müde und geschwächt ich war. Aber ich konnte es nicht über mich bringen mich schlafen zu legen, ich musste zuvor sicher gehen, dass wirklich alles in Ordnung war… mit Edward. Außerdem hätte mich mein Verstand hier und jetzt ohnehin nicht zur Ruhe kommen lassen und immer noch fühlte ich eine innere Anspannung, Besorgnis, wenn nicht gar ein klein wenig Angst. Ich wollte einfach weiter warten, durch die dichten Bäume spähen und hoffen, dass Edward bald wieder zurück kam… aber so, wie ich ihn kannte und nicht… sein Monster… welches ich auf die schrecklichste Weise die man sich vorstellen konnte, kennen gelernt hatte.

Immer wieder musste ich an die Geschehnisse der letzten Stunden denken, daran, wie Edward unter den quälenden Schmerzen litt und ich nichts tun konnte um es ihm erträglicher zu machen. Ich hatte nicht zu glauben vermocht, ihn jemals in einer derart verletzlichen Position vorzufinden. Mein Edward, mein Fels, mein unzerstörbarer Freund,… auch er hatte verwundbare Punkte, hatte Fehler und Schwächen, aber… das war vielleicht auch gut so, denn genau das machte ihn zu einem liebenswerten Wesen und vielleicht sogar ein klein wenig menschlich.

Ich seufzte leise, als sich die Haustüre langsam öffnete. Ich drehte meinen Kopf nicht, blickte weiter zwischen den Bäumen hindurch und erwartete, dass Alice oder Esme sich gleich in mein Blickfeld begeben würde, doch… wieder hatte ich mich getäuscht, denn aus dem Augenwinkel konnte ich blondes Haar erblicken.

„Er wird bald zurück sein. Mach dir keine Sorgen" Rose kam langsam auf mich zu und setzte sich dann mit etwas Abstand neben mich.

Ich war verwundert, warum ausgerechnet sie von allen plötzlich meine Nähe suchte, mich vor den anderen verteidigte, es schaffte, dass ich zu Edward konnte und mich… vor Edward… beschützte.

„Bist… du sicher?" fragte ich leise, ohne meinen Blick auf sie zu werfen. „Er… schien mir regelrecht… ausgehungert zu sein", murmelte ich und versuchte die schrecklichen Bilder nicht erneut vor meinem geistigen Auge aufleben zu lassen, was mir aber nur sehr schwer gelang. Zu sehr hatten sie sich in meine Netzhaut eingebrannt… Edwards schwarze Augen war ich mittlerweile gewohnt, zu oft hatte ich sie schon gesehen, als dass sie mir immer noch hätten Angst einjagen können, doch… dieser verzweifelte, fast schon wütende Gesichtsausdruck und seine messerscharfen Zähne die er mir zeigte während er von Emmett und Carlisle zu Boden gedrückt wurde, würde ich bestimmt noch eine ganze Weile vor mir sehne. Es… war das erste Mal, dass ich wirklich Angst vor Edward verspürte… ich meine richtige Angst, denn wäre Rosalie nicht Blitz schnell bei mir gewesen,… ich kann mir ausmalen was passiert wäre.

Aber Rose hatte mich sehr schnell hinter sich an die Wand gedrückt, sodass ich nichts mehr sehen konnte, doch das machte es kaum besser, denn Edwards fürchterliches Brüllen und Knurren fuhr mir durch Mark und Bein und ließ mich erzittern.

„Das war er in der Tat. Er brauchte all seine Reserven um zu regenerieren. In gewisser Weiße war er fast wie ein wilder Neugeborener."

Nun drehte ich doch meinen Kopf in Rosalies Richtung und hob fragend eine Augenbraue „Neugeborener?"

„Neu erschaffene Vampire. Ohne Führung und Richtlinien sind sie… blutrünstig und kaum zu stoppen. Ich habe Edward noch nie so erlebt und glaub mir, dein Geruch hat ihn schon des Öfteren an den Rand des Wahnsinns getrieben."

Ich schluckte. „Ich… dachte du wärst hier um mir zu sagen, dass es Edward gut geht." Murmelte ich verunsichert.

„Das tut es auch, glaub mir. Bestimmt hat er längst ein Duzend Berglöwen verspeist. Er ist bald wieder ganz der Alte. Und wenn er zurück kommt, wird er sich selbst steinigen wollen, dafür, dass er dich fast… naja, du weißt schon."

Ich nickte leicht und ließ dann meinen Blick wieder in die Ferne schweifen, als Rosalie weiter sprach.

„Danke!"

„W… was? Wofür?" fragte ich und glaubte mich verhört zu haben.

„Dafür dass du mutig genug warst, Edward aus den Flammen zu retten."

„Da…das… ich.. habe nicht einmal darüber… nachgedacht. Es war als würde ich von jemand anders gesteuert werden…"

Rose nickte leicht. „Trotzdem warst du die einzige, die es überhaupt versucht hat. Wärst du nicht gewesen,…"

Sie musste den Satz nicht beenden, ich wusste, worauf sie hinaus wollte. „Es wäre absoluter Wahnsinn gewesen, hätte einer von euch versucht ihn da raus zu bekommen!" sagte ich und blickte sie fest an. Es war eigenartig neben ihr zu sitzen, dachte ich die ganzen Monate über, sie würde mich hassen.

„Feuer ist zwar eines der wenigen Dinge, das uns schaden und sogar töten kann, aber… es richtet exakt den gleichen Schaden an, kommt ein Mensch damit in Kontakt. Also… nimm den Dank einfach an."

Ich wusste nicht was ich noch darauf sagen sollte und nickte einfach, als sich Rose erhob.

„Das heißt jetzt aber nicht, dass du mir deshalb sympathisch geworden bist." Fügte sie noch hinzu woraufhin ich etwas schmunzeln musste, ehe sie wieder im Haus verschwand.

Die kurze Ablenkung hatte gut getan, denn ich hatte mich für ein paar Minuten auf etwas anderes konzentrieren können und somit meine Müdigkeit vergessen. Doch jetzt traf sie mich mit voller Wucht und ich bemerkte, wie meine Augen immer schwerer wurden. Und trotzdem versuchte ich mit allen Mitteln ein Einschlafen zu verhindern.

Ich zog die Decke etwas nach unten, damit mich die kühle Brise besser streifen konnte und mich so wach hielt, aber ich wusste nicht wie lange ich oder mein Körper es noch aushalten würde. Ich brauchte noch etwas Ablenkung, bis Edward wieder da war und ich wusste auch, wer sie mir verschaffen konnte.

„Alice?"

Ich hatte ihren Namen kaum ausgesprochen, als sie schon neben mir saß und mich fragend anblickte.

„Hast du endlich Hunger bekommen? Esme liegt mir schon seit einer Stunde in den Ohren, dass ich dich zum Essen zwingen soll."

Doch ich schüttelte nur leicht den Kopf. „Nein ähm… ich… mir ist da etwas eingefallen, ich meine… eigentlich wollte ich dich etwas fragen." Murmelte ich und drehte mich mit meinem Körper zu ihr, sodass ich sie besser ansehen konnte, ohne einen steifen Nacken zu bekommen.

„Schieß los."

„War es das? War es das was du gesehen hast,… in deiner Vision? Oder… kommt da noch etwas Größeres auf euch… auf uns zu?" ich schluckte schwer als ich darüber nachdachte, dass das wohlmöglich noch gar nicht das schreckliche Ereignis war, von dem Edward gesprochen hatte. Aber… ich musste Gewissheit haben und beobachtete, wie Alice ihre Stirn runzelte.

„Eigentlich dachten wir alle, dass das hier viel schlimmer ausgehen würde, als es tatsächlich war…"

„Was meinst du?" fragte ich, als Alice nicht weiter sprach."

„Ich… habe die Vision mit den verschiedensten Details gesehen. Mal… brannte die ganze Schule, mal nur die Bibliothek. An anderen Tagen war Edward plötzlich während eines Jagdausflugs im Wald von Feuer umgeben, es… war als würde sich ständig jemand anders entscheiden. Aber… es gab immer nur zwei Szenarien, wie das alles ausgehen würde und… keines dieser Beiden ist eingetreten."

Mein Herz fing ungewollt schneller an zu schlagen als ich das Gesagte verdaute. Scheinbar war noch nicht die volle Vision eingetreten…

„Allerdings liegt das an einem Fehler den ich… oder eher Edward und ich begangen hatten." Murmelte Alice betroffen und blickte kurz weg.

„Ein Fehler? Welcher Fehler denn? Ich meine… du kannst doch keine Visionen steuern, so wie… Edward mir das einmal erklärt hat."

„Ja, da hast du natürlich Recht, aber… wir hatten nicht daran gedacht, dich… mit einzubeziehen und… im Nachhinein ist mir bewusst geworden, dass es ein Fehler war, auch… wenn wir eigentlich im Begriff waren, dich zu schützen."

Ich nickte leicht, auch wenn ich das alles noch nicht so recht verstanden hatte „Aber… was hätte es gebracht, wenn ihr mir alles erzählt hättet? Das Feuer wäre trotzdem ausgebrochen und… da ihr nicht wusstet wann es passiert, oder wo genau… ihr hättet nichts tun können."

„Vielleicht ja doch. Ich meine… hättest du davon gewusst, hätte ich vielleicht zusätzlich Informationen gehabt. Oder… auch nicht. Deine Reaktion darauf war eine Blitzentscheidung. Deine Entscheidung Edward zu retten hat den Lauf der Dinge verändert. Aber… hätten wir dich nicht aus dem Schulgebäude gebracht als das Feuer ausbrach, wärst du in Panik geraten und… nun ja… dann hätten wir sowohl Edward als auch dich verloren. Das geringste Übel war es dich raus zu bringen."

Ich biss mir Nachdenklich auf die Unterlippe, ehe ich sprach. „Das… heißt also du hast uns beide… tot gesehen und…" Alice nickte und unterbrach mich.

„Ja. Und das andere Mal war es… nur Edward. Und… egal was wir geplant hatten, welche Szenarien wir alle in unseren Köpfen durchspielten, es… gelang uns nicht die Vision zu verändern. Wir… setzten trotzdem alle Hoffnung auf Rosalie und Emmett, obwohl wir wussten, dass es nichts nützen würde."

Ich atmete laut durch und fuhr mir mit der Hand müde über mein Gesicht und merkte dabei, dass ich zitterte. Ob vor Kälte oder Erschöpfung, ich hatte keine Ahnung aber das war ohnehin zweitrangig. „Aber… ist es nun vorbei?"

„Ja. Die Vision ist verschwunden Bella. Darüber brauchst du dir keine Sorgen mehr machen."

Ich lachte humorlos auf und blickte erneut zu Alice. „Wirklich? Ich denke würdet ihr nicht ständig ein Geheimnis um alles und Jeden machen, wäre… euch in den letzten Wochen viel Kummer erspart geblieben und… ich hätte mir nicht ständig die Frage gestellt, warum Edward mir nicht vertraut."

„Er wollte dich schützen Bella", verteidigte Alice ihren Bruder und sah dabei schuldbewusst aus. „Auch ich hielt es für eine bessere Idee, dir nichts zu sagen aber… das hat nichts damit zu tun, dass Edward dir nicht vertraut."

„Ja, das… weiß ich jetzt auch." Ich unterdrückte ein Gähnen und bemerkte wie nun selbst mein Kopf schwer wurde, als Alice plötzlich zu lächeln begann.

„…was?" fragte ich und hob eine Augenbraue, als Alice mit ihrem Kopf in Richtung der Bäume deutete und sich dann erhob.

„Ich lass euch mal alleine" und mit diesem Satz war sie verschwunden.

Mit einem Ruck drehte ich meinen Kopf und sprang auf, als ich meinen geliebten Vampir zwischen den Bäumen erblickte, sodass die Decke, die mich Sekunden zuvor noch vor der Kälte geschützt hatte zu Boden fiel. Stolpernd lief ich los und war in Windeseile bei Edward angekommen, sodass ich mich endlich in seine Arme fallen lassen konnte und… ich fühlte mich, als wäre ich nach einer langen beschwerlichen Reise endlich wieder nach Hause gekommen, als Edward mich fest an sich drückte und sein Gesicht in meinen Haaren vergrub.

Das Wort Erleichterung wurde dem Gefühl das mich durchströmte in keinster Weise gerecht,… es war wohl eher Erlösung, für Beide von uns.

Ich ließ mich eine Weile von seinem Geruch umhüllen und konnte ihm nicht nahe genug sein. Zwischen uns hatte kaum mehr als ein Blatt Papier Platz und trotzdem war es immer noch nicht genug.

„Du hast mir das Leben gerettet. Mich… davor bewahrt eines… qualvollen Todes zu sterben." Murmelte er leise in mein Haar und ich konnte seiner Stimme entnehmen, dass er immer noch mit dem zu kämpfen hatte, was Stunden zuvor passiert war. Ich hob leicht meinen Kopf und drehte ihn zur Seite, um Edward ansehen zu können. Sein Blick war sanft und weich und trotzdem konnte man harte Gesichtszüge ausmachen, als ob ihn schlimme Gedanken verfolgen würden.

Langsam löste ich meine linke Hand aus seinem Hemd und legte sie an seine Wange, strich sanft über seine glatte Haut und atmete tief durch. Ich konnte spüren, dass er immer noch unter Anspannung stand, so wie auch ich.

„Du hättest das Selbe für mich getan, Edward. Ich… habe nicht auch nur eine Sekunde darüber nachgedacht." Ich blickte ihm weiter fest in die Augen, öffnete erneut meinen Mund und stockte, wusste nicht, ob ich den Mut dazu hatte.

„Aber…du hast dich für mich in ungeheuerliche Gefahr gebracht. Für jemanden wie… mich!"

Schnell legte ich meine Finger auf seine Lippen, um ihn zu stoppen. Ich wusste was sonst kommen würde, aber das wusste ich zu verhindern.

„Edward, ich liebe dich!" sagte ich leise und mein Herz klopfte mir plötzlich bis zum Hals, als ich meine Finger wieder sinken ließ. Wir sahen uns ein paar Sekunden an und ich konnte leichte Überraschung in Edwards Gesicht erkennen, bevor er mich erneut fest an sich drückte und sein Gesicht noch weiter in meinem Haar vergrub.

„Und ich liebe dich, meine liebste Bella." Sagte er, während er mir immer wieder über den Kopf strich und dann seine Lippen gegen meine Schläfe drückte. „Über alles. Und… ich danke dir so sehr."

Ich hätte ewig hier draußen stehen können, mit ihm, meinem aller liebsten Vampir. Hätte alles und jeden anderen um mich herum vergessen können und für einen Moment war es auch so. Nichts und Niemand schien wichtiger zu sein als dieser Moment, in dem wir Beide feststellen mussten, wie wichtig jede einzelne Sekunde unseres Lebens doch war, denn selbst als fast unzerstörbares Wesen, konnte es schneller vorbei sein als man annehmen würde.

Die Kälte und meine Müdigkeit machten mir einen Strich durch die Rechnung und langsam aber sicher war ich mit meinen Nerven am Ende. Die Erschöpfung kroch in meine Knochen und Edward musste das gespürt haben, denn mit einem Male waren wir im Haus, besser gesagt in Edwards Zimmer und ich war von Wärme umgeben.

„Du meine Liebste Bella, wirst dich jetzt entspannen und legst dich für mindestens acht Stunden schlafen ok?"

Ich schüttelte den Kopf und klammerte mich fest an Edward. Unter gar keinen Umständen wollte ich mich jetzt von ihm lösen. Ich hatte Angst, dass er warum auch immer, verschwinden könnte. Ich setzte an um ihm zu widersprechen, doch Edward ließ mich gar nicht erst so weit kommen. „Ich bin hier und werde unter gar keinen Umständen weg gehen, das verspreche ich dir. Du brauchst Erholung und zwar sofort."

Ich seufzte leise. „Ok, aber zuerst brauche ich ganz dringend eine Dusche. Ich denke nicht dass ich mit diesem beißenden Rauchgeruch in meiner Nase einschlafen kann."

Edward lachte sanft und innerhalb eines Wimpernschlags hatte er mich im Badezimmer platziert. Meine Augen konnten ihm kaum folgen, als er alles Wichtige für mich bereitstellte und nach nicht einmal einer Minute stand er bereits wieder vor mir und drückte mir einen zärtlichen Kuss auf die Stirn.

„Ich denke es ist alles da, was du brauchst." Edward strich mir über meine Arme und wollte dann an mir vorbei und durch die Tür verschwinden, doch ich griff ihn an der Hand und hielt ihn zurück. Fragend sah Edward mich an, als ich mit meinem Fuß die Tür hinter uns schloss.

Ich zog ihn wieder näher an mich, verschlang unsere Finger miteinander und versuchte seinen Blick zu halten. Ich… war nervös. Nervöser, als ich es vielleicht sein sollte, doch ich schluckte dieses Gefühl hinunter und biss mir aus alter Gewohnheit kurz auf meine Unterlippe.

„Ich… denke,… auch du könntest… ein Dusche vertragen…" flüsterte ich und musste dabei immer wieder kurz weg sehen.

Edward regte sich nicht. Er blieb genau so stehen wie er war, aber ich konnte deutlich spüren, wie sein Blick mich durchbohrte. Er rührte sich keinen Millimeter, machte keine Anstalt, das Gesagte zu kommentieren, also richtete ich meine Augen direkt auf seine und blieb diesmal standhaft. Meine Finger wanderten langsam aber stetig seine Arme entlang nach oben über seine Schulter bis zu seinem Hemdkrangen, wo sie kurz verweilten, ehe sie zaghaft den ersten Knopf öffneten. Weiter kam ich nicht, denn ich spürte Edwards Finger an meiner Haut, wie sie ganz sanft meine Hände umschlossen und festhielten.

Ich versuchte mir meine Enttäuschung nicht anmerken zu lassen und schlucke schwer, zwang mich, ihn weiter anzusehen und nicht in alter Manier meinen Blick zu senken, als ich seine leibliche Stimme vernahm.

„Bella, bist du dir sicher?"

Ein kleines Lächeln schlich sich in mein Gesicht und ich nickte zaghaft. „Ja, das bin ich." Antwortete ich ruhig und mein Puls hatte sich wieder etwas verlangsamt. Alleine die Tatsache, dass Edward sich darüber erkundigte, ob ich es auch wirklich wollte, ließ mich um einiges entspannter werden.

Edward beugte sich langsam zu mir hinunter und küsste mich sanft und zärtlich, doch dabei blieb es nicht, denn mit einem Male klammerten wir uns verzweifelt aneinander und küssten uns leidenschaftlich und innig. Nie mehr wollte ich meinen Vampir loslassen, aus Angst aufzuwachen und dass der überstandene Alptraum von vorne beginnen könnte.

Edward hatte mein Gesicht in seinen Händen und so konnte ich erneut beginnen, sein Hemd aufzuknöpfen. Kurz und keuchend löste ich mich von Edwards Lippen, um ihm das offene Hemd über die Schultern zu streifen, hielt dann jedoch in meiner Bewegung inne.

„Alles in Ordnung?" fragte Edward leise und sein Atem kitzelte mich an meinem Ohr.

Ich nickte „Ja, ich… es ist nur… bist du wieder vollständig genesen? Ich meine…"

Edward strich mir sanft die Haare aus dem Gesicht. „Es ist alles verheilt."

„Du hast keine Schmerzen mehr? Ich.. kann dir nicht versehentlich… weh tun?"

Edward schüttelte den Kopf „Nein. Ich habe keinerlei Schmerzen mehr. Ich… bin fast wie neu geboren."

Das reichte mir als Antwort und langsam entkleidete ich Edwards Oberkörper. Ich ließ meine Augen über seinen marmornen und bleichen, wunderschönen Körper wandern und erinnerte mich daran, weiterhin tief und ruhig zu atmen. Edward hielt unglaublich still, als ich langsam begann, mit meinen Fingern über seine Brust zu streichen, ganz so als glaubte er, die leiseste Bewegung würde mich zurückschrecken lassen. Aber dafür war ich ihm dankbar. Ich brauchte die Zeit, mich an die neue Situation zu gewöhnen, auch wenn ich ihn eigentlich am liebsten verschlungen hätte.

Langsam aber bestimmt wanderten meine Finger weiter nach unten, bis zum Bund seiner Jean und zum Ersten Mal konnte ich Unsicherheit und Besorgnis in seinem Ausdruck erkennen. Ich ließ meine Hände wo sie waren, bewegte sie nicht und studierte sein Gesicht, als er seine Hände auf meine Arme legte.

„Sag… bist auch du damit einverstanden?" flüsterte ich. „Ich möchte dich genauso wenig zu etwas drängen." Ich blickte ihn mit großen Augen an, als ich sah, wie sich seine Gesichtszüge wieder erweichten.

„Ich… bin einfach etwas nervös, das ist alles" murmelte er. „Du… musst etwas Geduld mit mir haben, das… ist auch neu für mich."

Ich nickte sofort und drückte ihm einen liebevollen Kuss auf seine Lippen. „Natürlich!"

Wir begannen einander weiter auszuziehen und diesmal schreckte ich nicht zurück, als Edward mir die Hose öffnete und nach unten zog. Ich wusste, dass ich mich bei ihm fallen lassen konnte, ihm vertrauen konnte und ich wusste, dass er ein Gespür dafür hatte, wann es mir oder ihm zu viel werden würde. Ehe wir uns versahen, standen wir in Unterwäsche voreinander, dicht aneinander gedrängt und ich bedeckte seine Schulter mit sanften, zaghaften Küssen. Edwards Hände hinterließen auf meinem Rücken eine angenehme Gänsehaut und ich schmiegte mich noch enger an ihn, doch als er mich von meinem BH befreien wollten, atmete ich ungewollt etwas lauter auf und Edward ließ sofort seine Hand sinken.

Ich hätte mich am liebsten geohrfeigt und hatte Angst, nun alles kaputt gemacht zu haben, doch da spürte ich wie Edward mich hochhob und mit zwei großen Schritten standen wir unter dem heißen Regenschauer, der endlich all den Schmutz und Rauchgestank der letzten Stunden von uns spülte. Es tat mir leid, dass ich doch einen Rückzieher gemacht hatte, doch Edward schien es nichts auszumachen, dass wir nun in Unterwäsche unter der Dusche standen. Er hatte mich sofort wieder an sich gezogen und küsste mich wie ausgehungert.

Es war ein eigenartiges und wunderbares Gefühl zugleich, Edwards kalte Haut auf meiner zu spüren. So oft hatte ich bereits davon geträumt, aber ich hatte immer geglaubt, ich wäre niemals bereit dazu.

„Danke, dass… du immer so geduldig mit mir bist Edward." Sagte ich während wir kurz unsere Küsse unterbrachen.

„Ich liebe dich Bella. Über alles und… du bringst mir genau so viel Verständnis und Geduld entgegen. Wir müssen uns zu nichts drängen lassen. Wir haben Zeit alles in unserem eigenen Tempo zu erforschen." Antwortete er und ich sah zu, wie Wassertropfen von seinen langen Wimpern nach unten auf seine Brust fielen.

Ich drängte mich wieder an ihn, um die Hitze des Wassers nicht ganz so intensiv spüren zu müssen und langsam aber sich bemerkte ich, dass Edward es vermied, mich irgendwo anders als am Rücken oder den Armen zu berühren. Wir küssten uns immer wieder und meine Hände erforschten unentwegt seinen gesamten Oberkörper bis hinunter zu seiner Hüfte. Mein Atem wurde schneller und ich bemerkte, dass auch Edward sich langsam in der Hitze unserer Küsse verlor, doch… ich wollte mehr.

„Edward, du kannst mich berühren, wo du möchtest." flüsterte ich und biss mir auf meine Unterlippe, wartete auf eine Antwort.

„Ich… bin es gewohnt, dich in den Arm zu nehmen, deine Hand zu halten oder… über deinen Rücken zu streichen, aber… alles andere… ich hab es nie ausprobiert und ich… habe die Befürchtung ungewollte zu… grob vorzugehen."

Ich blickte ihn eine Weile schweigend an, ehe ich meine Arme um seinen Nacken schlang und ihm einen Kuss auf seine Wange hauchte.

„Bis jetzt hast du doch alles… sehr gut gemeistert. Es… ist wie Klavier spielen." Flüsterte ich und blickte ihm wieder fest in die Augen. „Stell dir vor ich… würde aus weißen und schwarzen Tasten bestehen. Du… weißt wie man eine Klaviertastatur bespielt, ohne… sie zu zerbrechen."

Ich nahm eine seiner Hände in meine, küsste seine Handinnenfläche und legte sie mir dann auf mein linkes Schlüsselbein, bedeckte seinen Handrücken mit meiner Hand. Dann küsste ich ihn wieder, um ihm etwas die Angst und Nervosität zu nehmen. Automatisch zog sich ein wohliger Schauer durch meinen Körper, als ich spürte, wie Edwards Finger langsam meine Haut erkundeten, wie sie sich nach unten bewegten, seitlich meinen Körper bis hinunter zu meiner Hüfte entlang strichen, dann zurück über meinen Bauch hinauf bis unter meine Brust. Mein Atem wurde augenblicklich schwerer und ich hatte plötzlich das unglaubliche Verlangen, Edward vollständig zu entkleiden.

Dicke Dampfschwaden hatten sich im Badezimmer gebildet und ich wusste, dass mein Gesicht bereits rosig wenn nicht sogar rot geworden war. In meinem Bauch breitete sich plötzlich ein sehr warmes und prickelndes Gefühl aus und ich musste wohlig aufstöhnen, als Edward begann meinen Hals zu küssen. Ich schloss meine Augen und vergaß die Welt um mich herum. Ich konnte spüren, wie meine Knie immer weicher wurden und ich lehnte mich nach hinten an die kalten Fließen, strich Edward durch sein Haar und krallte mich mit meinen Fingern darin fest, sodass ich Edward ein schnurrendes Stöhnen entlockte.

Und dann begannen sich meine Hände selbstständig zu machen. Ich bemerkte es zu spät, als ich bereits am Bund seiner Boxershort angelangt war und diese nach unten ziehen wollte, ohne Edwards Einverständnis einzuholen. Und genau in diesem Augenblick wich Edward vor mir zurück und hinderte mich daran.

Ich riss etwas erschrocken die Augen auf und der Zauber war verflogen.

„Es tut mir leid!"

Edward schüttelte leicht den Kopf. „Das muss es nicht, aber… ich möchte Nichts überstrapazieren. Lass… uns das auf ein anderes Mal verschieben. OK?"

„Natürlich."

Edward beugte sich zu mir und drückte mir einen Kuss auf die Stirn, ehe er erneut zu sprechen begann. „Erlaubst du mir, dir deine Haare zu waschen?"

Ich musste leicht lachen und war erleichtert, dass es zu keiner angespannten Stimmung kam.

„Kann es sein dass du einen leichten Haarfetisch entwickelst?" fragte ich und zog eine Augenbraue nach oben.

Edward griff nach dem Shampoo und schmunzelte. „Irgendwie muss ich mich ja von der Verlockung deines Blutes ablenken."

„Du bist wirklich verrückt." Ich drehte mich um und genoss das angenehme Gefühl, welches Edward mir durch die sanfte Kopfmassage bescherte. Er war so unglaublich sanft, dass ich mich immer wieder fragte, wieso er so schreckliche Angst davor hatte, mich zu verletzen, aber dann musste ich wieder unweigerlich an seine übernatürliche Kraft denken und an die blauen Flecken die er mir unbeabsichtigter Weise zugefügt hatte. Es würde ein weiter Weg werden, bis wir beide bereit waren uns richtig fallen zu lassen.

Ich atmete wohlig auf, als ich bemerkte, dass Edward begonnen hatte mich mit blumig duftendem Duschgel einzuseifen und lehnte mich vorsichtig mit meinem Rücken an seine Brust.

„Wie Klavier spielen… richtig?" hauchte Edward in mein Ohr, während seine Hände langsam über meinen Bauch glitten.

„Ja." Antwortete ich. „Wie Klavier spielen."

Es war bereits wieder dunkel geworden und ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Keine Ahnung, wie viele Stunden ich nicht mehr geschlafen hatte. Ich war ungeheuerlich müde, aber trotzdem wollte mein Kopf einfach nicht abschalten. Ich hatte mich dicht an Edward gekuschelt und mir schien als würden wir beide es vermeiden wollen auch nur für ein paar Sekunden den Körperkontakt zu verlieren.

„Wie geht es dir?" fragte Edward leise in die Stille hinein und drehte sich besser in meine Richtung.

Ich öffnete meine Augen und blickte ihn fragend an. „Mir? Alles… bestens, denke ich."

„Bist du sicher?" Edward strich mir eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht und ließ dann seine Hand auf meiner Wange ruhen. „Ich kann mir vorstellen, dass die letzten 48 Stunden eine enorme Belastung, wenn nicht gar der reinste Horror für dich waren. Kommst du… damit klar?"

Ich nickte. „Du bist hier bei mir, es… ist alles gut ausgegangen. Nur das ist wichtig. Mir geht es gut. Im… Nachhinein weiß ich gar nicht, wie ich das… überhaupt schaffen konnte. Dich… da hinaus zu bekommen."

„Ich wusste schon immer, dass du eine Kämpferin bist." Lächelte Edward und drückte seine Lippen gegen meine Stirn.

„Weißt du was es ausgelöst hat? ... das Feuer?" fragte ich und wunderte mich, warum Edward still blieb. „Edward?"

„Es war kein technischer Defekt, wenn du das meinst."

„Was dann?... Es hat doch nicht jemand…" Ich richtete mich leicht auf.

„Bella, du solltest jetzt wirklich schlafen. Mach dir keine Gedanken. Darüber können wir auch später noch sprechen."

Ich schüttelte den Kopf. „Edward, sag es mir, wer hat das Feuer gelegt?" Tief in mir hatte ich bereits die Antwort auf meine Frage, doch ich musste es von Edward bestätigt bekommen."

„OK, aber bitte leg dich wieder hin."

Ich gehorchte und wartete auf eine Antwort. Edward griff nach meiner Hand und strich mit seinem Daumen über meinen Handrücken.

„Es war Adam. Er… hat das Feuer gelegt. Alice konnte es in ihrer Vision nicht erkennen, da er eben… ein noch nicht verwandelter Wolf ist, aber kurz bevor das Feuer ausbrach, konnten wir alle seinen Geruch wahrnehmen."

Ich schluckte und bemerkte, dass mein Herzschlag deutlich schneller wurde. Meine schlimmste Befürchtung hatte sich bestätigt und wie es aussah, würde da doch noch was auf uns zukommen, denn… scheinbar hatte Adam nicht das bekommen was er wollte. Mir wurde heiß und ich strampelte die Decke von mir, um mich zu kühlen.

„Emmett hat ihn verfolgt, nachdem er mich nach Hause gebracht hat, aber… er hat sich hinter der Grenze im Reservat abgesetzt, also konnte er nicht an ihn ran. Scheinbar kennt Adam sich besser aus als wir dachten."

Ich schluckte und musste das Gesagte erst einmal verdauen. „Aber… wieso… ich meine was bringt ihm unser Tod? Ich… habe ihn nicht an die Polizei verraten. Wenn er Angst davor hätte, hätte er schon viel früher etwas getan oder?"

„Wir können nur mutmaßen, aber… die Wölfe im Reservat sind sehr temperamentvoll. Wir vermuten, dass er sich… meinen Tod wünscht, da du ihm… seine Beziehung kaputt gemacht hast." Antwortet Edward leise.

Ich atmete laut auf und versuchte mich zu beruhigen. „Das… heißt also es ist noch nicht vorbei?"

„Wir wissen es nichts. Bis jetzt hat Alice nichts weiter gesehen. Vielleicht gibt er auch auf. Er ist allein, wir sind sieben Vampire und eine taffe Kämpferin. Ich denke nicht dass er so schnell erneut etwas versuchen wird."

Ich gähnte lautstark und vergrub mein Gesicht an Edwards Brust. Meine Gedanken rasten immer noch, aber langsam war ich wirklich zu müde. Aber eines wusste ich mit Sicherheit. Ich musste etwas tun, bevor Adam eine neue Chance bekam, Edward etwas anzutun. Das stand fest.

„und jetzt schlaf meine schöne Bella" flüsterte Edward.

Ich nickte und wie auf Kommando vielen mir meine Augen zu. Ich konnte den Sog spüren, der mich langsam aber sicher ins Land der Träume zog, doch plötzlich spürte ich Edward nicht mehr neben mir. Es war als hätte man ihn mir entrissen und ein gewaltiger Ruck durchfuhr meinen Körper. Mein Herz raste als meine Augen sich öffneten und sofort klammerte ich mich an meinen Vampir, der noch immer genau so dalag wie vor ungefähr zwei Minuten.

„Edward!" murmelte ich und nahm seinen beruhigenden Duft tief in mir auf.

„Shhh ich bin hier Bella. Alles ist gut." Er umschlang mich mit seinen Armen und wiegte mich ganz sanft, kaum merklich hin und her und begann, leise und beruhigend mein Lieblingslied zu summen. Und langsam aber sicher glitt ich in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

Vielen lieben Dank fürs lesen und eure Treue. ich werde diese FF beenden, koste es was es wolle! Und möge es noch Jahre dauern XD bussi, baba, bellaisa91