Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat. Die letzten Wochen waren stressig und ich kam nicht dazu zu schreiben, auch wenn die Ideen da waren. Ich bin noch da und ich schreibe weiter. Danke, dass ihr die Geschichte weiterverfolgt.

Kapitel 31

Zwei Seiten einer Medaille

Nach dem Gespräch mit Voldemort wollte ich nur fliehen. Weglaufen. Mich verstecken. So Vieles hat sich geändert. Die Welt ist nicht so, wie sie einmal war und das drohte in einer allgemeinen Katastrophe zu enden. Weil ich nicht bei meiner Tante aufwachsen wollte. Weil ich nicht wollte, dass Sirius sein Leben wegwarf, bei dem Versucht einen Verräter zu stellen. Weil ich eine Familie wollte. Nun, ich habe alles bekommen, was ich haben wollte. Und Voldemort auch. Aus dem Wahnsinn einer buchstäblich zerrissenen Seele ist ein kluger, überlegener Gegner geworden, der nicht mit blinder Gewalt und Fanatismus zur Werke ging, sondern mit List, Taktik und kühlem Verstand.

Sirius erwischte mich kurz bevor ich wegapparieren wollte. Er schaute mich fragend an und schien eine Antwort auf seine Frage in meinen Augen zu sehen.

„Lucius!", rief er freudig und griff nach dem Arm des Mannes, der gerade an uns vorbeiging. Er schaute Sirius irritiert an.

„Was hältst du davon, wenn wir uns davonschleichen und uns anschauen, was sie Weinkeller von Potter-Manor hergeben?"

„Black, hast du den Verstand verloren? Du willst hier verschwinden, bevor…"

„Ich will hier verschwinden bevor ich Versprechen geben muss, die ich unmöglich halten kann", meinte er vielsagend und der genervte Ausdruck verschwand von Malfoys Gesicht. Jetzt wirkte er leicht nervös.

„Wir können unmöglich jetzt weggehen, Black! Nicht vor der Ansprache des Dunklen Lords!"

„Schau dir den Jungen an", meinte mein Vater und schob mich dem anderen Mann entgegen. „Er ist blass, hat gerötete Augen und hält sich kaum auf den Beinen! Und dann dieser Ausschlag!" zog demonstrativ meinen rechten Ärmel hoch. Ich schaute verdutzt auf die hässlichen roten Pusteln, die sich rasant auf meinem Unterarm ausbreiteten. Mit wurde übel.

„Sieht sehr nach Drachenpocken aus, findest du nicht auch? Draco hat sich bestimmt ebenfalls angesteckt. Wir sollen die Jungs schnellstens hier wegschaffen!" Ich war einfach nicht in der Lage etwas zu sagen. Zu sehr war ich davon fasziniert, wie Lucius' Gesicht sich veränderte, während er erfasste, was Sirius meinte.

„Ich hole den Jungen", meinte der blonde Mann kühl und marschierte schnell davon. Derweil ging es mir tatsächlich immer schlechter und Sirius veranstaltete eine regelrechte Vorstellung. Das Stück trug den Namen „Der besorgte Vater" und war aus meiner Sicht hervorragender Beispiel für erstklassige Schauspielkunst. Er umgab mich mit einem Schutzschild und belegte mich mit allen möglichen Heil- und Stärkungszauber. Er fragte mit vor Aufregung zitternden Stimme, wie es mir geht und schrie die Hauselfen an, die erschien waren, um zu helfen.

Dann schrie er nach Wendel, der erst kam, als ich krächzend nach ihm rief. Mein Zustand verschlechterte sich rapide und der Platz um uns herum wurde schnell leer. Als dann auch noch Lucius mit todbleichen und bewusstlosem Draco auf dem Arm erschien, flohen auch die letzten Schaulustigen. Drachenpocken waren eine gefährlich unberechenbare Krankheit, die höchst ansteckend war und ganz plötzlich ausbrechen konnte.

„Wendel!" Mein Hauself hatte versucht zu mir zu gelangen, wurde aber grob von Sirius aufgehalten.

„Bereite das Anwesen vor!", befahl er. „Master Potter und Master Draco sind krank und brauchen dringend Hilfe! Bereite alles für eine Quarantäne vor! Finde Master Snape und richte ihm aus, dass wir dringend seine Hilfe brauchen!" Der verwirrte Elf schaute fragend zu mir, wartete bis ich zustimmend nickte und verschwand. Sirius umgab sich selbst mit einem Schutzzauber, hob mich hoch, stellte sich Rücken an Rücken mit Lucius und wir verschwanden.

In dem Anwesen warteten bereits Narzissa, Alice, Charlotte und Neville auf uns. Die gefährliche Krankheit verschwand, sobald Sirius sichergestellt hat, dass alle Schutzzauber des Anwesens aktiviert waren. Noch während er mich sanft auf den Boden ließ, zog Sirius einen Zweiwegespiegel aus der Tasche.

„Rem! Suche nach Erastra und bring sie in mein Büro! Ich hole euch dort in einer Stunde ab!"

„Was geht hier vor, Black?!", fragte Lucius aufgebracht. „Was ist mit meinem Sohn passiert?!" Sirius machte eine beruhigende Geste.

„Er schläft nur. Eine seltene aber völlig normale Nebenwirkung des Illusionszaubers. Ich schwöre dir, ihm ist nichts passiert." Lucius beruhigte sich ein wenig, auch wenn man ihm ansah, dass er mit dem Thema noch nicht fertig war.

„Warum sind wir geflohen?", fragte er und ließ sich in den Sessel neben dem Sofa, auf dem sein Sohn schlief, nieder. Narzissa blieb hinter dem Sessel stehen.

„Der Dunkle Lord wird sich heute die Loyalität seiner Anhänger sichern", meinte mein Vater fest. „Die unbedingte Loyalität, Lucius. Er will sicher gehen, dass wir ihm gehorchen, auch wenn es gegen unsere Interessen und Überzeugungen geht."

„Woher weißt du das?", fragte Narzissa, die immer noch besorg zu ihrem Sohn sah, der selig in den Armen seines Vaters schlief.

„Es ist meine Aufgabe so etwas zu wissen", antwortete er ausweichend.

„Black!", grollte der ältere Malfoy verärgert und übergab Draco an Wendel, der mit einer Verbeugung näherkam, um ihm den Jungen abzunehmen.

„Was denkst du warum auch die Kinder eingeladen waren, Lucius? Warum Harry eingeladen war, aber nicht Neville. Warum Draco und nicht Crabbe oder Goyle?" Lucius schien zu begreifen, Ich auch. In Gedanken ging ich all die Kinder durch, die ich auf dem Fest getroffen hatte.

„Geiseln", flüsterte Malfoy entsetzt. Sirius nickte. Offensichtlich hatte ich wieder einmal mehr verpasst, als ich dachte. Bis zu diesem Augenblick war mir nicht aufgefallen, wer genau eingeladen war. Genauer gesagt, wer war mit seinen Kindern eingeladen. Lucius hatte Recht – Geiseln. Geiseln, um diejenigen in Schach zu halten, dessen Treue Voldemort nicht sicher war.

Als Sirius Remus und Erastra in mein Anwesen brachte, war die junge Frau sichtlich müde aber ansonsten völlig sie selbst. Die erste Befragung brachte nichts. Sie erinnerte sich an keine Treffen mit Lord Voldemort. Zumindest nicht an die, die außerhalb der offiziellen Treffen lagen. Sie wusste nichts von irgendwelchen Befragungen oder – Gott bewahre – Folter.

„Hast du in letzter Zeit… nun ja Zeit verloren?", fragte Sirius. Erastra sah ihn fragend an. Doch in ihren Augen veränderte sich etwas. Ihr Blick wurde besorgter.

„Gibt es Gedächtnislücken? Oder Ereignisse, an die du dich nicht mehr so klar erinnerst?", setzte Sirius die Befragung fort. Panik breitete sich auf dem Gesicht der Frau aus, aber sie schüttelte den Kopf.

„Hast du schlechte Träume? Erinnerungen, die du dir nicht erklären kannst?" Das brachte den Fass zum Überlaufen. Erastra zitterte am ganzen Leib und sah sich gehetzt um. Sie wimmerte und kauerte sich zusammen auf ihrem Stuhl.

„Rem, bring sie hoch in ein Gästezimmer, und sei bitte vorsichtig, sie kann ganz schön austeilen!" Doch Erastra wehrte sich nicht, sie ließ sich widerstandslos nach oben bringen. Remus blieb bei ihr und ließ sich selbst von Severus nicht vertreiben, der mit eine Tasche voller Tränke nach oben stieg.

Wir blieben alle unten. Selbst Neville, der sich für gewöhnlich zurückzog, wenn es um Politik und Probleme in der magischen Gesellschaft ging, blieb mit uns in dem Empfangszimmer.

„Ich will wissen, was hier vorgeht", meinte er als er sich äußerst entschieden auf der Couch niederließ. „Es geht auch um mein Leben!" Ich setzte mich daneben und nur kurze Zeit später schloss sich uns auch Draco an. Er wachte schlagartig auf, sah sich panisch seine Hände und Arme an und als er nichts Außergewöhnliches fand, schaute er uns verwirrt an.

„Alles in Ordnung, es war nur ein Illusionszauber", erklärte ich ihm, was den fragenden Gesichtsausdruck aber nicht verschwinden ließ. Eher er eine Frage stellen konnte, kam Severus die Treppe herunter.

„Wie geht es ihr?" Sirius schaute besorgt zur Severus. Der Trankmeister ging wortlos zu dem Tisch mit Getränken und Häppchen, die Wendel bereitgestellt hat. Er griff gezielt nach einer der Flaschen, goss sich ein volles Glas ein und trank den Inhalt in einem Zug aus. Ohne das Gesicht zu verziehen, wiederholte er die Prozedur. Sirius pfiff beeindruckt durch die Zähne.

„So schlimm?"

„Du ahnst nicht wie schlimm", grollte der Mann und ließ schleicht schwankend in einen Sessel sinken. Er schaute erst Draco, Neville und mich an, dann sah er fragend zur Sirius, der einfach kurz nickte.

„Sie wurde schon seit Jahren „geführt". Zuerst sanft und beinah unauffällig, dann immer brutaler. Zum Schluss wurde sie nur noch gefoltert."

„Geführt?", fragte ich.

„Sie wurde beeinflusst", erklärte Sirius. „Kein Imperius. Nichts was offensichtliche Spuren hinterlässt. Fast keine Magie. Eine seltene Kunst… heutzutage." Er schaute wissend zur Snape, der dem Blick fast sofort auswich. Was ging da vor?

„Wer…", begann Alice zu fragen, schüttelte dann nur den Kopf. „Beide, nicht wahr? Sowohl Dumbledore als auch Voldemort!" Snape nickte kraftlos.

„Albus konnte hervorragend ganz und gar ohne Magie die anderen darzubringen, das zu tun, was in seine Pläne passte", meinte er bitter. „Mich würde s nicht wundern, wenn er mehrere Solche Personen unter den Muggel hatte."

„Was meinst du mit „solche Personen?", fragte Lucius.

„Informanten", antwortete Sirius. „Jemand der – meist ohne es überhaupt zu wissen – uns Informationen über die Muggelwelt liefert. Verdammt! Noch so etwas, was mir entgangen war. Doch anscheinend ging es nicht nur mir so. Lucius und Narzissa waren ebenfalls überrascht.

„Komm schon, Lucius!", meinte mein Vater verwundert. „Du denkst doch nicht, dass wir so völlig ahnungslos sind, was die Muggel angeht? Dass das Aurorat in der Muggelwelt nichts anderes tut, als nach verzauberten Kloschüsseln zu jagen?"

Der Mann schnaubte empört.

„Was kümmert es mich was ihr da im Aurorat treibt!" Sirius seufzte erschöpft.

„Wir sammeln schon seit Jahren Informationen über die Muggelwelt. Die Zusammenarbeit, von der der Dunkle Lord so groß spricht, ist nicht seine Erfindung!" Er atmete ein und aus, um seine Aufregung in den Griff zu bekommen. „Nur hat es bisher niemand so aktiv vorangetrieben", fügte er resigniert hinzu. „Das Programm wurde von Ministerium immer stiefmütterlich behandelt. Kaum Geld, schlechte Bezahlung und keine Anerkennung. Niemand hielt dort lange Aus. Zurzeit als der Dunkle Lord verschwand. Wurde die Abteilung aufgelöst und die Mitarbeiter versetzt."

„Was hat das mit dieser Frau zu tun?!", wollte Narzissa wissen.

„Albus hat sie seit ihrer Kindheit im Auge", meinte Severus. „Vermutlich ist er auf ihren Namen aufmerksam geworden." Die Fragenden Blicke aller Anwesenden richteten sich auf Sirius. Doch es war Lucius, der sprach.

„Also war es ihr Blut, das du mir zum Testen gebracht hast? Und wie war der Test ausgefallen?"

„Nicht die Geringste Verwandtschaft. Überhaupt nicht. Die einzige Magie, die die Familie kannte, stammte aus den Märchen."

Bei den Worten meldete sich völlig unpassend mein schlechtes Gewissen. Ich hatte, ja vor zu prüfen, was von den Muggelmärchen tatsächlich aus der Zauberwelt stammte. Nur war ich nie dazu gekommen, mich dieser Idee zu widmen.

„Dumbledore hat also Informationen aus dem Mädchen bekommen?"

„Ja. Seit Jahren. Zuerst sollte sie über die Sachen erzählen, die sie in der Schule lernte, dann über bestimmte Sachen oder Erfindungen. Über Sport, Musik, Wissenschaft. Albus wollte anscheinend alles wissen."

„Und sie wusste nichts davon?" Dieses Mal war ich es der sich lautstark wunderte. „Wie kann das sein? Man kann doch nicht einfach immer wieder das Gedächtnis ändern. Irgendwann wird man doch völlig verrückt!"

„Albus wusste, was er tat", versicherte mir Severus. „Seine Spuren in ihrem Geist sind sanft, fast unmerkbar, auch wenn er Jahrelang mit ihr gearbeitet hat. Doch die letzten Monate sind anders. Ich bin mir nicht sicher, ob sie sich jemals davon erholt."

„Was hat sie ihm erzählt?", fragte Sirius. „Worüber weiß der Dunkle Lord jetzt Bescheid?" Severus zuckte mit den Schultern.

„Ich bin mir nicht ganz sicher. Ich habe nicht mal die Hälfte von dem verstanden, was sie stammelte. Aber im Großen und Ganzen ging es wohl um Waffen, ansteckende Krankheiten und Militär." Schöne Aussichten! Voldemort der über Maßenvernichtungswaffen und ansteckende Krankheiten Bescheid wusste. Als ob die Möglichkeiten der Zauberwelt ihn nicht gefährlich genug machten!

„Darf ich zu ihr?", fragte ich zu meiner eigenen Überraschung. „Ich würde gern nach ihr sehen." Alice wollte protestieren, doch Sirius nickte mir zu.

„Rem ist oben", meinte er zur Alice. „Er passt auf." Remus lag in seiner Wolfsgestallt quer über dem Bett, an dessen Kopfende Erastra mit an die Brust gezogenen Beinen saß. Als ich eintrat, hob Lupin knurrend den Kopf und die junge Frau spannte sich an, doch als beide mich erkannten, entspannten sie sich wieder.

„Wie geht es dir?", fragte ich vorsichtig und blieb einige Schritte vor dem Bett stehen. Remus warnender Blick, sagte mir, dass ich nicht näherkommen sollte.

„Sie schicken jetzt ein Kind, um nach mir zu sehen?", fragte sie bitter.

„Ich mach mir Sorgen um dich", versicherte ich ihr.

„Sorgen? Warum solltest du dich um mich sorgen? Ich bin doch nur ein Muggel. Ein lebendes Nachschlagewerk!"

„Du weißt doch, dass meine Familie und ich nichts damit zu tun haben, oder?"

„Das sagt ihr!"

„Was sagst du?"

„Ihr habt mich benutzt. Fast mein ganzes Leben lang, habt ihr mich benutzt. Ihr traut euch nicht aus euren Löchern herauszukriechen, also benutzt ihr uns, um nach Informationen zu fischen!" Sie hätte aufgebracht, vorwurfsvoll und sogar wütend klingen müssen, doch alles, was ich hörte waren Resignation und Enttäuschung.

„Wir sind nicht alle so", versicherte ich ihr. „Sirius ist nicht so. Remus ist nicht so." Sie schaute zu dem Wolf der schützend vor ihr lag.

„Nein, Remus ist nicht so", murmelte sie langsam. „Hast du gewusst, dass er wirklich ein Werwolf ist?" Ich musste lächeln. Sie klang überrascht.

„Das hast du doch gewusst, bevor er sich verwandelt hat, oder?" Der Wolf verdrehte die Augen. Sie zuckte verlegen mit den Schultern.

„Ich konnte mir nicht vorstellen, dass er sich wirklich verwandeln kann. Mit Fell, Pfoten, Schwanz und all so was. Und das obwohl heute nicht mal Vollmond ist.

„Es ist eine lange Geschichte", versicherte ich ihr. „Er wird sie dir gern erzählen, nicht wahr." Der Wolf sah zur Erastra und nickte. Sie rieb sich das Gesicht mit beiden Händen und schaute mich dann an. Ihr Blick wurde klarer.

„Sie wussten schon warum sie dich schickten", meinte sie mit immer noch einem bitteren Lächeln.

„Warum?", fragte ich überrascht.

„Ich sollte mich daran erinnern, dass ich nicht alle über einen Kamm scheren darf", antwortete sie. Ihre Haltung wurde ein wenig entspannter.

„Du hast das Recht die Zauberwelt zu hassen", sagte ich und kam ein wenig näher. Die gelben Wolfsaugen verfolgten jede meiner Bewegungen.

„Vielleicht", gab sie zu. „Ich habe ihr aber auch einiges zu verdanken."

„So? Was denn?"

„Meine Ausbildung, zum Beispiel", sagte sie. „Offensichtlich habe ich so viel gelernt, weil dieser Dumbledore von mir eine Menge Dinge wissen wollte. Also musste ich diese Dinge erstmal selbst lernen. So kam es, dass ich mich für Medizin, Biologie und Geschichte und so viele andere Dinge interessierte. Ich habe viel gelesen, viel gelernt. Ich habe eine gute Karriere gemacht, weil ich mich für so viele Sachen interessiere."

Und das brachte sie zur Voldemort und zu den schlimmsten Monaten in ihrem Leben. Sie schien es ebenfalls zu begreifen, denn sie spannte sich wieder an und Lupins Knurren sagte mir, dass ich wieder zurücktreten sollte.

„Du bist in diesem Haus willkommen", sagte ich fest, bevor ich das Zimmer verließ. „Du kannst hier so lange bleiben, wie du willst."

„Er wird sicher nach mir suchen", wand sie ein. „Dieser Verrückte. Dein Vater will bestimmt kein Ärger mit ihm haben. Aber richte ihm meinen Dank aus." Ich schüttelte den Kopf.

„Das Haus gehört mir", stellte ich richtig. „Und was den Verrückten angeht – ich habe meine eigene Rechnung mit ihm offen und ich werde den Teufel tun, und nach seinen Regeln spielen. Du kannst bleiben", wiederholte ich. „Das Haus ist gut geschützt. Du wirst hier in Sicherheit sein." Sie nickte. Ich blickte zur Remus und stellte fest, dass er mich forschend anschaute. Offensichtlich verrutschte die Maske des Zwölfjährigen ein wenig.

„Du bist auch herzlich willkommen, Remus", meinte ich zu ihm. „Ich richte Wendel aus, dass er ein Zimmer für dich herrichten soll." Der Wolf nickte langsam. Ich nickte zurück und verließ das Zimmer.