Severus, Narzissa und Draco waren auf dem Feld vor dem Fuchsbau appariert und gingen jetzt schnellen Schrittes auf das Haus zu. Arthur, der am Küchentresen stand, erblickte sie und lief sogleich zur Türe, um sie zu öffnen.
"Ist Albus noch hier", schnaufte Severus.
"Ja, sie sind noch hier? Was ist los Severus? Du zitterst ja. Kommt erst einmal rein."
Die drei betraten den Raum und folgten Arthur in die Küche ins Esszimmer. Ron sprang von seinem Stuhl und zeigte mit den Fingern auf Draco. "Aber, aber er ist doch tot."
"Severus, warum sind sie hier?" Albus hatte sich von seinem Stuhl erhoben und zeigte auf Narzissa und Draco.
"Er hat Kayla, Albus."
"Um Gottes Willen" Albus nahm seine Nickelbrille von der Nase und schüttelte den Kopf.
Jeder der Anwesenden im Raum wusste sofort, wer gemeint war und alle blicken sich hilflos an. George, der am Kamin stand, wurde weiß wie eine Wand und schwankte leicht, sodass Fred sofort bei ihm war und ihn in den Arm nah.
"Kayla war die ganze Zeit in unserem Haus bei Draco. Narzissa hat mich heute Abend aufgesucht und gewarnt, aber wir kamen zu spät", erzählte Severus.
"Aber er wird sie sicher umbringen", schluchzte Hermine.
"Nein wird er nicht. denn es geht ihm um Harry", sagte nun Narzissa Malfoy mit leiser Stimme.
"Ich danke dir Narzissa, dass du helfen wolltest." Albus war zu ihr getreten und nahm ihre rechte Hand in seine Hände.
"Nein, ich habe zu danken. Ihr habt meinen Sohn gerettet. Es tut mir leid, dass ich erst jetzt begriffen habe, dass alles falsch war. Severus war mir immer ein guter Freund und als ich erfuhr das Kayla sein Kind ist und der Dunkle Lord sie suchen lässt, konnte ich nicht anders. Leider war ich zu spät, verzeiht mir", schluchzte sie und sank vor Albus auf die Knie.
"Nicht doch Narzissa. Lieber eine späte Einsicht, als keine", sagte Dumbledore umfasste ihre Schulter und zog sie wieder nach oben.
Molly hatte Kaffee auf den Tisch gestellt und legte jetzt einen Arm um Narzissa. "Nun trinkt erstmal was. Du zitterst ja, du armes Ding."
"Danke", murmelte Narzissa und ließ sich anstandslos zum Tisch führen.
"Wollt ihr jetzt seelenruhig Kaffeetrinken? Was ist mit Kayla?", schrie Harry. Er lief im Zimmer auf und ab und fuhr sich nervös durch seine Haare.
"Harry, Narzissa hat vermutlich Recht , es geht ihm nur um dich. Wir können nicht einfach unüberlegt handeln, denn so bringen wir sie noch mehr in Gefahr." Er wandte sich an Moddy. "MadEye, geh und informiere die anderen vom Orden. Sie sollen sich Bereit halten, denn wir werden jeden brauchen." Moody nickte und war auch schon disappariert.
"Ich möchte euch bitten nach oben zu gehen, Kinder. Wir müssen hier einiges Besprechen. Aber ich schwöre euch, dass wir schnellstmöglich nach einem Plan suchen, um Kayla zu retten", sagte Albus.
"Ich werde solange draußen warten", kam leise von Draco.
"Du kannst ruhig mitkommen, ich glaube du hast uns einiges zu erzählen", meinte Ron.
So gingen sie alle hoch in Ron's Zimmer und ließen sich auf den Boden fallen. Draco war sehr mulmig zumute, denn alle Sechs starrten ihn an.
Hermine war es, die diese seltsame Stille durchbrach. "Es ist vielleicht gut, wenn du uns einfach alles erzählst."
Draco nickte und holte noch einmal tief Luft. Zuerst möchte ich euch allen einmal sagen, wie leid mir alles tut. Ich war in den letzten Jahren ein richtiges Arschloch und mir ist erst in den letzten Jahren bewusst geworden, dass ich auf der falschen Seite stehen. So richtig bewusst geworden ist es mir aber erst in diesem Jahr, als der Dunkle Lord mir einen Auftrag erteilt hat." Kurz verstummte Draco, denn er hatte das Gefühl gleich zu ersticken.
"Welchen Auftrag", fragte Ron neugierig.
"Ich sollte Ginny entführen und zu ihm bringen. Er weiß das sie die Freundin von Harry ist und dachte, dass er dann auf alle Fälle zu ihm käme."
Hermine hatte leise aufgeschrien und Ron wich alle Farbe aus dem Gesicht, als sie das hörten
"Ich habe mich dann an Professor Dumbledore gewandt und er hatte dann die Idee von meinem Selbstmord, um nicht nur ich, sondern auch meine Mutter zu schützen. Ich hatte schon lange das Gefühl, dass sie das auch alles nicht mehr wollte, aber ich habe mich nicht getraut sie anzusprechen, aus Angst das es dann doch nicht so wäre. Professor Snape hat mich dann in seinem Haus versteckt und vor ein paar Wochen ist dann Kayla dort aufgetaucht." Er richtete seinen Blick auf George. "Es tut mir leid George,
dass ich ihrem Vater nichts gesagt habe, aber ich habe sie nicht verraten, weil sie solche Angst vor euch allen hatte. Ich habe mehrmals versucht, sie zu überreden, aber sie wollte nicht. Und ich dachte, sie wäre zu Hause sicher."
"Schon gut. Es ist sowieso alles meine Schuld. Hätte ich nicht so blöde Fehler gemacht, wäre sie wohl nie weggegangen."
"Ich weiß. Kayla hat mir alles erzählt. Wir haben überhaupt in der Zeit viel Gesprochen. Sie hat mir ihre Probleme erzählt und ich ihr meine. Blieb uns ja nichts anderes übrig. Aber sie hat dich sehr vermisst. Sie liebt dich. Sehr sogar", sagte Draco.
George wischte sich einige Tränen aus dem Gesicht und sofort war Ginny bei ihm und zog ihn in ihre Arme.
"Auf alle Fälle tut mir alles sehr leid. Ich weiß, ihr werdet mir wahrscheinlich nicht glauben, was ich natürlich verstehe. Ich war von Anfang an ein Kotzbrocken und habe einigen von euch das Leben schwer gemacht. Besonders bei dir Hermine. Ich habe dir soviele Dinge an den Kopf geschmissen, für die ich mich schäme."
"Schon gut", antwortete Hermine.
"Nein, ich war geblendet von dem ganzen Reinblüter Mist, den mein Vater mir ein Leben lang eingeprägt hat. Mir ist bewusst geworden, dass dies nicht alles ist. Es macht erst einen richtigen Zauberer und eine richtige Hexe aus, wenn sie mit dem Herzen dabei ist. Und wenn das jemand ist, dann du Hermine", sagte er leise.
"Du scheinst dich wirklich geändert zu haben Draco und deine Mum auch, sonst hätte sie bestimmt nicht Professor Snape benachrichtigt."
"Wir hätten aber viel früher reagieren müssen, das weiß ich jetzt. Aber die Angst war einfach zu groß."
"Kann ich gut verstehen", kam von Fred.
Ginny beugte sich zu dem Blonden und küsste ihn auf die Wange. "Danke, dass du hast dich in Gefahr gebracht hast, um mich zu retten."
"Gern geschehen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich immer ein wenig eifersüchtig auf eure Familie war. Eure Eltern sind so liebevoll und fürsorglich, so etwas kenne ich von meinem Vater überhaupt nicht. Alle im Raum waren sehr erstaunt, denn so offen wie jetzt hatten sie Draco Malfoy noch nie sprechen hören.
Unten in der Küche saßen die Erwachsenen bei ihrem Kaffee.
"Was werden wir tun Albus", fragte Molly.
"Ich glaube wir werden angreifen müssen. Aber zuerst sollten wir herausfinden, wo sie steckt", sagte er.
"Sie sind im alten Riddlehaus", antwortete Narzissa.
"Wieviele sind bei ihm", fragte Severus
"Ich weiß, dass Lucius, Bellatrix, Wurmschwanz, Chester Pride, David Perth und John Craig immer dort sind. Die anderen halten sich im Moment ein wenig zurück, doch natürlich wird er sie rufen, wenn wir angreifen."
"Was heißt wir?"
"Ich werde euch natürlich zur Seite stehen. Das ist das Mindeste. Außerdem habe ich da noch eine Rechnung mit jemanden offen", erwiderte sie.
"Wir warten bis MadEye sich meldet und dann werden wir sofort aufbrechen", sagte Albus.
Die Jugendlichen saßen noch immer wartend oben im Zimmer.
"Was diskutieren die denn so lange", wollte Hermine wissen.
"Draco, weißt du, wo sie Kayla hingebracht haben könnten" fragte Harry nun.
"Nun ja, ich meine mal gehört zu haben das es sich um sein Elternhaus handelt", antwortete Draco.
"Das Riddle Haus in Hangleton", flüsterte Harry.
"Harry, du hast doch nicht etwas vor?" Fred blickte ihn fragend an.
"Doch und ich gehe mit", sagte George und sprang vom Bett auf.
"Wir gehen auch mit", riefen Ron und Hermine gleichzeitig.
"Ginny, du wirst hierbleiben. Schau mich nicht so an, ich kann nicht anders", sagte Harry, als Ginny ihn fassungslos ansah. Er ging auf sie zu, zog sie in die Arme und küsste sie.
"Ich werde euch auch begleiten. Kayla ist für mich eine Freundin geworden und ich lasse sie und euch nicht im Stich", kam von Draco.
Ginny wartete bis alle verschwunden waren und lief dann unter Tränen die Treppe hinab. "Diese dummen Kinder" rief Molly, die sofort wusste, was geschehen war.
"Dann sollten wir keine Zeit verlieren. Molly, Arthur, ihr entscheidet, ob Ginny mitkommen soll", sagte Albus.
"Mum, bitte", flehte Ginny.
Molly und Arthur nickten. "Aber du bleibst immer hinter uns", antwortete Molly und griff nach der Hand ihrer Tochter.
