Hallo,
danke für die Ermutigung weiter zu schreiben!
Still sammelte er das Seil auf und nahm das Gewehr an sich. Immer wieder mustere der Fremde Tyson. Die ganze Fahr über herrschte eine angespannte Stille.
Erstaunt stellte Tyson fest, dass er keine Fesseln mehr trug. Zweimal versuchte er zur Seite zu entkommen, doch kaum drei Schritte und einer der Hunde stand vor ihm. „Ich sagte doch, fliehen ist sinnlos. Also lass es! Wir müssen zurück, das Wetter schlägt um! Ein Wetterumschwung zu dieser Jahreszeit ist gefährlich"
Müde trottete er in die Hütte, das Feuer brannte noch. „Du bist eindeutig kein Jäger und vermutlich wirst du auch keiner werden! Dein Gesicht war so weiß, wie der Schnee als ich dem Hase erlegte.", ein warmes dunkles lachen erfüllte die Hütte. „Doch du musst einer werden, wenn du hier jemanden finden willst! Zwischen den Bergen im Norden und dem See im Süden gibt es fast nur Einöde. Ich werde dir zeigen Spuren zu finden und sie zu lesen. Aber deine Orientierungsfähigkeiten sind noch schlimmer als ich dachte!"
„Du bist ohne Zweifel Suyalas Sohn, auch sie liebte Tiere. Und du suchst einen Jungen, namens Kai in dieser Wildnis. Es würde mich nicht wundern, wenn dieser Hiwatari mit Namen heißt.", ein Blick in die geweiteten Augen reichte ihm.
„Woher wissen Sie, das alles? Sind sie eine Art Hellseher?"
„Nein bin ich nicht! Sonst würde ich diesen Job hier nicht machen! Ich habe also recht!", lachte der Fremde auf. „Ich habe deine Mutter lediglich zweimal gesehen als sie in Moskau zu Besuch war. Sie besuchte eine junge Frau ihr Name war Nastaja. Sie kam aus gutem Haus, in diesem Haus arbeitete meine Frau.", die Stimme wurde leiser und nahm ein Hang von Traurigkeit an.
„Aber Suyalas Augen waren wie deine. Dunkel, geheimnisvoll, voller Wärme und Offenheit für Neues, aber sanft und willensstark. Sie sprach oft davon die Welt entdecken zu wollen und teilte diese Gedanken mit Nastaja. Was nicht ohne Folgen blieb"
„Kai dagegen kannte ich eine kurze Zeit als Kind, aber das ist lange her. Er war zu Neugierig, Stur, Wissbegierig und hat sich oft in Schwierigkeiten gebracht.", der Mann hielt ihm einen metallenen Becher mit Tee hin.
„Hier trink, er vertreibt die Kälte und verhindert eine Erkältung! Deine Arm wunde wird ohne Probleme heilen" dankbar nickend nahm er ihn an und pustete. „Dieses gesamte Gelände bis zum Baikalsee gehört einem Boris Balkov, verwaltet wird es von einem Mann namens Sergei. Die beiden sind genau gleichschlimm", „Warum arbeitest du dann für sie?", der Tonfall war neugierig
„Junge! Ich lebe in der Nähe und brauche Geld. Die großen Städte sind weit entfernt", Tyson stellte die Tasse weg und begab sich zum Rucksack „Können Sie mir helfen Kai zu finden?", dabei deuten seine Finger auf einen Jungen mit blaugrauen Haaren, violetten Augen und weißen Schal. Der Gesichtsausdruck war verschlossen und bissig.
Lange starrte der Mann auf das Foto. „So sieht Kai also heute aus. Er wirkt verschlossen, stark, provokant und so als ob er gerne für sich bleibt. Ich habe ihn nicht mehr gesehen, seit er mit vier oder fünf Jahren zu seinem Großvater kam"
„Morgen früh muss ich Fell und Fleisch bei Sergeis Hütte abliefern. Auf dem Weg bis hierher habe ich nichts von deinem Freund gehört. Wenn er hier sein soll wird Sergei von ihm wissen. Und er hasst die Hiwataris, weil Voltairs Tochter sich damals gegen ihn entschieden hat!"
„Wer um alles in der Welt, sind Sie?", erneut grinste der Mann wissend. „Ich bin derjenige, welchen du suchst! Ich bin der Vater von Anna und Katharina, meine Frau hieß Anuschka und arbeitete für die Hiwataris. Ich hasse Sie genauso wie Sergei, aber Kai kann für all das nichts, er war damals noch zu klein. Aus diesem Grund werde ich dir helfen!"
„Du solltest in Südosten nach ihm Suche und mit Bedacht vorgehen. Wenn Sergei mitbekommt, dass ein Fremder auf seinem Land ist. Wird er Jagd auf Dich machen, dann wird der Jäger zum gejagten! Jetzt schlaf! Wir brechen früh auf!"
Müde rollte der Weltmeister sich auf einem Sessel zusammen, doch seine Gedanken weilten immer nur bei seinem Kapitän. Lange warf er sich von links nach rechts. Er war müde und erschöpft, doch sobald er die Augen schloss, sah er seine violetten, weit aufgerissenen Augen und viele blutenden Wunden. Erneut sah er ihn ertrinken in Eis und Dunkelheit!"
/Tyson wach auf! Ich kann Dranzer schwach aber stetig fühlen. Kannst du Kai rufen hören?/ ruckartig schoss sein Kopf hoch. Kurz blickte er sich verwirrt um. Stimmt er war in einer Jägerhütte.
„Du bist wach! Das ist gut! Denn das was ich aus dem Fenster sehe ist es nicht!", sprach er Mann schnell.
Mit steifen, schweren Beinen stand er auf und trat an das Fenster. In einiger Entfernung konnte er einen orangroten flackernden Lichtschimmer ausmachen. Dazu kam schwarzer dicker aufsteigender Rauch. Wie gebannt stand er da. In seinem Kopf hörte er einen bekannten schrillen Schrei eines Phönix. „Dranzer, Kai!", flüsterte er.
„Ich muss sofort gehen! Danke für ihre Hilfe!", eilig stand der Weltmeister auf. „Bleib hier! Du hast keine Ahnung wo du gerade bist!".
/Tyson! Genau dort wo dieser Rauch her kommt, verspüre ich den Phönix. Es ist als ob er nach uns ruft/ /Ja ich habe es auch gehört Dragoon.! Ich habe gerade von Kai auf dem Baikalsee geträumt/
„In dieser Richtung gibt es nur ein Haus, das von Sergei! Wir brechen sofort auf! Aber es wird nicht einfach, es ist ein Schneesturm angekündigt und das Wetter ändert sich hier schnell", hastig packten sie ihre Sachen.
„Hier pack das in deinen Rucksack!", er warf ihm Seil, Karte sowie die Teedose und Pfannkuchen ähnliche Dinger hin. „Wozu?".„ In der Nähe des Sees gibt es kleine Wäldchen da wirst du Holz finden. Denn hier sind Kälte und Tiere die schlimmeren Feinde als andere," warnte die weise Stimme. „Diese Suche wird dir einiges abverlangen, du braust Ausdauer, einen starken Willen, Orientierung und Mut. Diese Gegend ist nicht ungefährlich, abgesehen von Sergei, gibt es hier auch noch wilde Tiere hier. Kannst du dich auch ohne Beyblade verteidigen? ", barsch und schnell kamen die Fragen. „Ja mit einem Stock, mein Großvater ließ mich seit klein auf Kendo trainieren! Können wir jetzt endlich los!", ungeduldig hüpfte er auf und ab.
„Ich werde Sergei, Boris oder wer immer Kai was angetan hat zur Schnecke machen!", schrie er aufgebracht. „Was ist dir wichtiger Kai zu finden oder Sergei eine Lektion zu erteilen! Denn beides wirst du nicht machen können!", donnerte die Frage laut durch den Raum. Der Weltmeister presste die Lippen zusammen und senkte den Kopf, man hörte ihn mehrmals tief durchatmen.
„Kai ist mir wichtiger!". „Gut! Dann ist das geklärt! Ich kümmere mich um den Rest!", ein schmunzeln zierte sein Gesicht.
Ein Pfiff und die Hunde waren da. Die Zügel knallten und der Schlitten nahm Fahrt auf!
Der Wind war eisig und traf mit Wucht in das Gesicht. /Kai halte durch, ich komme! Ich habe dich im Traum rufen hören, du brauchst Hilfe! Wir müssen die zwei finden! Dragoon fühlst du was/ /Nein, jetzt nicht mehr. Doch die Richtung stimmt. Die Energie war nur sehr schwach und kurz da. Dranzer geht es nicht gut, das fühle ich. Doch das dieser sture Phönix um Hilfe ruft, will was heißen/
„Tyson! Ich werde zuerst du Sergeis Hütte fahren, denn dort arbeitet meine Tochter. Doch du kommst nicht mit! In wenigen Minuten trennen sich unsere Wege!" „Aber Kai könnte dort sein!", „Ja, könnte er, aber genauso gut könnte er auch wo anders sein! Überlass das mir! Das hatten wir doch gerade! Sollte er nicht dort sein, wird er sich nach Süden oder Osten wenden müssen."
„Eine andere Chance hat er nicht. Du wirst nach Südosten nach ihm suchen, halte dich in der Nähe des Baikalsees! Wenn jemand ihn finden und retten kann, dann du! Denn er scheint, dir sehr viel zu bedeuten. Ihr beide habt die gleiche Verbindung wie eure Mütter einst.", während der Unterhaltung hatte er den Schlitten anhalten lassen.
Der Japaner schaute ihm mit offenen Mund und weiten Augen an. „Unsere Mütter? Sie meinen diese Nastaja welche meine Mutter in Moskau besuchte, war Kais Mutter!", ungläubig und im lauten Ton herrschte er ihn an. Doch dieser nickte nur.
„Im Süden in der Nähe des Sees gibt es verlassene Hütten, nimm eine als Quartier und verhalte dich unauffällig. Ich werde dich in einigen Tagen dort suchen." „Warum tun sie das alles?" „Weil meine Frau auch alles für Kai und Nastaja riskiert hat. Ich möchte nicht länger in ihrem Schatten stehen! Doch zuvor muss ich meine Töchter finden!".
