Seine warmen Augen fixierten nur seinen treuen Dragoon. Der silberne Blayd raste immer geradeaus, ein inzwischen erschöpfter und keuchender Tyson hinterher.

Nach einem langen Weg, hatte er diese Hütte gefunden, als er ankam konnte er kaum noch die Augen offenhalten. Vor ihm verschwamm alles und er sackte auf der hölzernen Bettstatt zusammen. Die Arm wunde brannte und stach im Wechsel, seine Füße waren eiskalt und schwer, er wollte nur noch schlafen. Dieses Mal träumte er von Kais und seiner ersten Begegnung am Fluss, von der unbeabsichtigten Umarmung am See. Schnell wechselte das Bild und Dranzer und Dragoon flogen durch die Wolken, während Kai und er am Strand saßen. Kai lächelte warm, sanft und befreit. Doch auf einmal zog eine unsichtbare Kraft Kai weg. Dieser schrie mit aufgerissenen Augen nach Tyson und Dranzer. Nie zuvor hatte er bei Kai solche Angst und Unsicherheit gesehen. Er wollte ihm nur noch helfen und rannte los.

Zitternd, keuchend und mit aufgerichteten Oberkörper saß er da. Noch immer konnte er die Stimme in seinem Kopf hören. „ Es ist wie damals im Finale. Ich kann diese seltsame Verbindung spüren. Kai ruft uns und wir sind nicht mehr weit entfernt! Dragoon!"

Seither rannte er so schnell es ging seinem blauen Drachen hinterher. Auf einmal blieb dieser stehen. Um ihm herum, war ein Schneeverwehungen und weite Fläche. /Was Dragoon?/ /Ich kann Dranzer nicht mehr spüren, doch seine Energie liegt noch schwach in der Luft/

Doch am irritierten fand er die dünne rot schimmernde Line, sie ging in einem Kreis um einen Schneehügel. „Das ist eindeutig von einem Blad. Und mit Sicherheit von Dranzer, doch ihn sehe nicht. Er scheint lange etwas umkreis zu haben." Da traf es ihn wie ein Schlag. „Kai!", sogleich fingen seien Hände an zu graben, wie ein Hund. Der Schnee spritzte nach allen Seiten davon.

Und so fand er ihn. „Kai! Oh Gott! In was bist du wieder rein geraten? Und was machst du hier draußen!", flüsterte Tyson zitternd. Nur mit Mühe konnte er ein Schluchzen unterdrücken. Doch der ältere Junge gab keine Antwort. Tyson beugte sein Gesicht ganz nahe an den des anderen, seine zweite Hand taste unter der Jacke am Hals entlang. Er fühlte einen kleine, Luftzug an seiner Wange „Ich fühle was, Dragoon! Kai lebt!

/Ich bin froh das zu hören! Wir müssen von hier Verschwinden, ich fühle Gefahr! Dranzer ist auch nicht hier. Tyson beeil Dich!/

Die Haut gespenstisch weiß, selbst die sonst blassrosa Lippen. Der Schnee um ihn herum weiß rote Flecken auf und auch die starre Hose zeigte am Fußgelenk einen großen roten Fleck. „Verflixt Tyson konzentrier dich! Kai ist verletzt und braucht dich jetzt!", maßregelte er sich selbst. Die Hand seines Freundes sah übel aus, sie war dicker und zeigte eine seltsame Form. Schon allein bei dem Anblick, wurde ihm übel. An den Beinen lag noch Schnee, diesen räumte er nun mehr und mehr zur Seite.

„Du bist in eine Falle treten, Kai! Ausgerechnet du, welcher uns im Training immer Fallen stellt!" „Jetzt bringen wir dich erst mal aus dem Schnee, doch ohne dieses Metall!", für einen Sekundenbruchteil wendete sich sein Gesicht dem alten Drachen zu. „Los Dragoon,!", ein kurzes schneidendes Geräusch ertönte

Schnell und sanft schob er ein Arm unter Kais Beine, den anderen um die Schultern. Dann brachte er den Kopf näher an seine Brust um ihn sicher zu halten. Unter Anstrengung richtete er sich auf, Schneeflocken und Wind wehten ihm ins Gesicht. „Dragoon führe uns zurück zur Hütte!"

Er hatte ihn gefunden, und er lebte. Das war gut, trotzdem konnte sein Freund immer noch sterben. Und diese Angst fraß sich durch die erste Erleichterung.

Mehrmals musste er tief ausatmen um die Anspannung der Muskeln zu lösen. Er lehnte an einer Holzwand. Seine Schultern sackten etwas nach vorne, die Augen schlossen sich und ein kurzes erschöpftes Lächeln zierte sein Gesicht.

Eingepackt war der junge Russe in eine Folie aus Silber und Gold, welche Takao aus dem Erste- Hilfe Set gezogen hatte. /Zum Glück, hat Opa mich vor einem Jahr zu diesem Kurs genötigt. Sonst hätte ich nicht gewusst, wie rum dieses blöde Ding gehört./ Währendem suchte er mit seinen Händen in dem Rucksack nach dem Erste-Hilfe Set.

Trotz des raschelndes Geräusches strich er mit seinem linken Arm, dem andern Jungen in Kreisen über den Oberarm. Dabei flüsterte er „ Oh Gott Kai, ich… hatte ….solche Angst… um Dich! Seit ich hörte du bist wieder in Russland, hatte ich Albträume. Und wo finde ich Dich? Unter Schnee vergraben, verletzte, du sahst so schrecklich aus. Überall dieses Blut, deiner Kleidung total zerrissen. Was ist mit deiner Hand geschehen? Dein Bein hing in diese verdammten Falle fest. Und du bist eiskalt. Was ist nur passiert, dass du allen in die Wildnis gegangen bist? Wie konntest du mir solch einen Anblick nur erneut antun?" verzweifelte silberne Träne lief langsam über seine Wange. Sie tropften stetig auf Kais Gesicht. Keine Sekunde konnte er den Blick abwendenden von ihm.

„Sorry alter Sauerkater, aber ich muss mir deine Verletzungen ansehen! Du musst aus diesen kalten Klamotten raus", bei diesen neckenden Worten, hoffte er auf eine Reaktion.

Rasch öffnete er seinen Rucksack, und fand dicke Socken, Ersatzhose, Unterwäsche sowie einen Wollpulli welcher er vor vielen Jahren einmal geschenkt bekommen hatte. Da er aber eine weinrote Farbe hatte, war er bis nun nur in seinem Schrank gelegen. Sein Blick wanderte erneut zu dem Bewusstlosen, welcher auf dem hölzernen Bett lag. Schnell öffnete er die schwarzen Schuhen, steifte die zwei Paar Socken ab. Hier zeigte sich die Fuß Verletzung erst ganz.

/ Ich weiß wie sehr er Brührungen hasst. Er toleriert nicht einmal eine Hand auf seiner Schulter. Ich bin sowas von geliefert/

Das Bein zierten mehrere kleine tiefe blutverschmierte Löcher. „Das sieht böse aus Alter, aber es blutet nicht mehr! Du braust einen Arzt!", geschickt, schlang er einen dicken Verband herum. Der Rest der Haut war weiß, mit einem bläulichen Schimmer.

Stattdessen zog er ihm, schwarz blauen Merinosocken an. Diese hatte vor Jahren, sein Vater sich für eine Mission gekauft. Immer wenn, wenn es Richtung Eis und Schnee ging, packte Tyson sieh ein. Mit raschen Griffen wickelte er die Decken, sowie die Rettungsfolie von seinem Teamkameraden zur Seite. Mit zitternden Händen wandte er sich der lila Hose zu

/Oh Gott, ich habe mir zwar gewünscht Kai einmal in Badsachen zu sehen. Um seine Muskeln bewundern zu können. Der Kontrast von der hellen Haut zu seinen wunderschönen Haaren, muss atemberaubend sein. Doch wenn wir andern Schwimmen waren, kam er nie mit./ er schluckte schwer, eine leichte röte zierten seine Wangen. „. Egal Tyson, er muss aus den Klamotten raus. Nun mit lila, kann ich nicht dienen, Alter. Lediglich mit einer blauen Jeans."

Entschlossen aber vorsichtig, rollte er Kai zunächst auf die linke, anschließend auf die rechte Seite. Umso besser an seine zerrissene, schmutzige Hose ausziehen zu können. Diese zog er zunächst nur bis zu den Knien herunter. Kurze Zeit später folgte die Unterwäsche. Sein Gesicht hatte die Farbe einer sehr reifen Tomate und Schweiß stand auf seiner Stirn.

„Eigentlich hieß es in dem Kurs, man soll Unterkühlte Menschen nicht stark bewegen? Aber ich kann dich doch auch nicht in diesen kalten, zerrissenen Kleidern lassen, Kai. Hoffentlich schade ich dir damit nicht noch mehr. So jetzt ist der Pulli dran, wie soll ich das bitte machen? Deine Hand sieht echt übel aus, Alter. Könntest du nicht ein wenig mithelfen?" sprach er sarkastisch auf den anderen Jungen ein.

Schwer seufzend, mit zarten, langsamen Bewegungen, hob er den Oberköper leicht an. Bettete erneut den Kopf an seine rechte Schulter und zog an dem linken Ärmel der schwarzen Jacke. Kais Arm war immer noch schlaff und fiel immer wieder herunter. Das gleiche machte er mit der andern Seite.

Scharf zog er dabei die Luft ein. „Verdammt, deine Brust sieht aus, als ob du durch Glas gelaufen bist. Und deine Rippen sind bunter als jeder Regenbogen, den ich jemals gesehen habe. Was um alles in der Welt ist passiert?" entweichen ihm besorgte Fragen dabei. Mit einem Arm stützend, mit der anderen Hand das Shirt vorsichtig über den Kopf ziehend.

„ Hey Alter, durch Dich kann ich fast durchsehen. Deine Haut ist weißer als die Dojo Wände, und dazu eiskalt. Hast du etwa den Schnee auch noch gegessen?", scherzte er mit ihm. Normalerweise würde er für solche Sprüche ein bösen Blick von ihm kassieren. Doch heut kam nichts, gar nichts.